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Griechischer Tomatenreis

16 Kommentare

Griechischer Tomatenreis

Ντοματόρυζο

Tomatenreis ist eines der allerersten „komplexeren“ Gerichte, die ich gekocht habe. Also komplex genug für eine 16-jährige. Mein Interesse am Kochen war damals… sagen wir mal wechselhaft. Während eines Urlaubes in Griechenland wollte ich allen beweisen, dass ich es kann und wollte das Mittagessen kochen. Allein im Haus meiner Oma, habe ich mich für ein Gericht entschieden, dass nur einen Topf braucht – übertreiben wollte ich es schließlich nicht mit der Kocherei. Den mir fremden Gasherd  habe ich tatsächlich anbekommen, und zwar ohne das Haus in Brand zu setzen. Das war beim Tomatenreis anders, wobei die weiß-schwarz-rote Mischung optisch durchaus ihren Reiz hatte. Nur essen wollte das keiner – nicht mal ich. Und noch heute liebe ich meine leider früh verstorbene Oma für den Satz, den sie damals gesagt hat: „Also meine Enkelin hat gekocht, selbstverständlich werden wir das essen!“.  Ich hatte nie wieder Gelegenheit, ihr etwas zu kochen.

Heute kann ich das besser. Am liebsten koche ich diesen Reis mit frischen Tomaten. Und das wirklich tolle daran ist, dass es mit den gleichen Zutaten unterschiedlich daher kommen kann: diesen Unterschied macht der Reis. Wenn ich es risottoähnlich haben will, dann verwende ich Risottoreis. Das esse ich dann gerne solo. Und wenn ich Lust auf lockeres Pilaw als Beilage habe, dann nehme ich einfach Langkornreis. In Griechenland wird sehr gerne Karolina-Reis verwendet, ein Reis mit mittelgroßem Körnern, der an Risottoreis erinnert.

Und da ich gerade frische Minze und Knoblauchgrün (wunderbares Zeug) im Haus habe, kommt das momentan in jedes Essen rein – so auch in diesem Tomatenreis. Ihr könnt einfach andere Kräuter nehmen, Frühlingszwiebeln, und wenn ihr Gemüse reinschneidet wird es halt ein Gemüsereis.

Zutaten für griechischen Tomatenreis

 

Zutaten für 2

  • 2 große Fleischtomaten (hier Coeur de Boeuf)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knolauchzehe
  • 1 frische Chilischote (ersatzweise beim Kochen mit Cayennepfeffer würzen)
  • 100 g Reis
  • Paprika edelsüß
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • Minze (oder andre Kräuter)
  • Knoblauchgrün (falls ihr es irgendwo findet: ausprobieren!)

 

Tomaten reiben

Wir wollen der Tomate an den Saft, deshalb wird sie gerieben. Einfach in zwei Hälften schneiden und mit der Schnittfläche nach unten reiben. Passt auf eure Finger auf! Am Schluss habt ihr die dünne Schale der Tomate in der Hand und Tomatenpüree in der Schüssel.  Ungefähr so wie auf dem Bild unten.

Geriebene Tomaten für Tomatenreis

 

Wem das zu aufwändig, klingt greift einfach zum Stabmixer und befreit je nach Geschmack vorher die Tomate von Ihrer Haut. Letzteres empfehle ich.

Die Zwiebel und die Knoblauchzehe werden in feine Würfel geschnitten. Die Chilischote wird entkernt und ebenfalls kleingeschnitten. Wer es schärfer mag kann sich das Entkernen sparen.

Den Reis ziemlich gut waschen und abtropfen lassen. Das Olivenöl erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Chilischote ein paar Minuten anschwitzen. Wenn die Zwiebel glasig aussieht, den Reis hinzufügen und ebenfalls im Olivenöl anschwitzen, bis er leicht glasig ist.

Die geriebenen Tomaten zum Reis geben und noch ca. 150 ml Wasser hinzufügen. Eventuell müsst ihr später noch etwas nachgießen. Mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, Paprikapulver und Zucker würzen und bei sanfter Hitze köcheln lassen. Dabei nur am Anfang umrühren – auch wenn ihr Risottoreis verwendet. Lieber den Topf leicht schwenken, das Ergebnis soll nämlich kein cremiges Risotto sein, sondern ein locker-körniger Tomatenreis. Je nach Kochzeit vom Reis, also nach spätestens 20 Minuten, sollte der Reis gar und die Flüssigkeit verdampft sein. Nun nehmt ihr ein Tuch und deckt den Reis damit ab, darauf kommt außerdem der Topfdeckel. Jetzt müsst ihr noch ca. 15 Minuten warten, denn dadurch wird der Tomatenreis richtig schön locker.

In der Zwischenzeit wascht ihr die Minze und das Knoblauchgrün (oder andere Kräuter) und schneidet es klein. Unter den Reis mischen und eventuell mit Pfeffer nachwürzen. Dazu passt ein Stückchen Schafskäse oder Keftedakia.

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Autor: Zitronen und Olivenöl

Greek Foodblogger based in Germany

16 Kommentare zu “Griechischer Tomatenreis

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  3. Ein schönes, frisches und leichtes Gericht. Interessant ist der Tip vom Zudecken und stehenlassen, wusste ich nicht. Wir kochen den reis immer im Reiskocher, ohne Zutaten, weil es sonst in der regel zum Hochschäumen kommt. Risoot amche ich natürlich in der Pfanne.

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  4. Tomatenreis liebe ich! Schönes klassisches Rezept.

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  5. Hallo Marina, wieder ein mmmm Rezept von dir. Danke. Ich hab es auf deine Reibe abgesehen. Kannst du mir verraten wo man so ein praktisches Ding bekommt. Für unseren Camper wäre das prima. Nächste Woche geht es für uns los nach GR. Erst Paros, dann Euböa. Werde dort eure wunderbare Küche genießen.
    Schönen Herbst wünsche ich dir.

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    • Hallo Rosmarie, also die Reibe habe ich zusammen mit Töpfen vor sehr vielen Jahren geschenkt bekommen. Und ich bin ganz froh, dass sie mir bei diversen Umzügen nicht verloren gegangen ist. Ich kann Dir nicht mal die Marke sagen…
      Schöne Zeit in GR wünsche ich Dir.

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  6. Oh, wie ich ihn liebe! Danke für das Rezept, ich kann ihn schon riechen….. 😉

    Komme gerade erst zurück aus dem Land der Götter, bin immer noch im Tiefenentspannt-Blau-Weiß-Siga-Siga-Modus 🙂

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  7. Hallo! Hmmm das sieht wirklich toll aus – ein super Rezept!

    Vielleicht hast Du Lust mit einem deiner Backwerke einen 100 €-MyDays-Gutschein zu gewinnen. Schau einfach mal auf meinem Blog vorbei und vielleichst machst du ja mit. 🙂

    http://christinamachtwas.blogspot.de/2014/09/mein-erstes-sauerteigbrot-eure-chance.html

    Liebe Grüße
    Christina

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  8. Pingback: Auberginen mit Kartoffeln im Ofen | Zitronen und Olivenöl

  9. Einfach, aber mit diesen Zutaten, einfach „Bombe“

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  10. Pingback: Weiche Eier in der Tasse – Kindheitserinnerungen | Zitronen und Olivenöl

  11. Hat mir gut gefallen. Ich war etwas skeptisch wegen der Extra-Viertelstunde, doch der Reis ist gerade richtig geworden.

    Weils noch keine gescheiten Tomaten gibt (hierzulande eh so eine Sache), habe ich ein paar Esslöffel stückige aus der Packung genommen – geht auch.

    Das werde ich bestimmt wieder machen. Und Varianten ausprobieren. Diesmal sind ein paar kleine Würfel Staudensellerie reingefallen, die erstaunlich knackig geblieben sind. Etwas angebratene Aubergine kann ich mir auch gut vorstellen.

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