Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


Ein Kommentar

Avgolemono-Suppe mit Rindfleisch

Es ist so eisig kalt geworden und ich wollte unbedingt eine warme, gehaltvolle Suppe am liebsten mit viel Gemüse. Nun ist es leider so, dass mein mittlerweile fast erwachsener Sohn Gemüse im gekochten Zustand immer noch skeptisch beäugt. Ich hätte ja Lust auf eine Fasolada oder Fakes gehabt, wofür er sich leider so gar nicht begeistern kann. Giouvarlakia findet er super, da ist nämlich bis auf die Zwiebeln gar kein Gemüse drin. Mir ist das jedoch zu wenig. Also habe ich mich an diese Suppe erinnert, die meine Mutter immer mal wieder für uns gekocht hatte. Viel Gemüse, wenig Fleisch und Avgolemono natürlich – ein perfekter Kompromiss.

Mein Sohn hat diese Suppe trotz Gemüse gnädig durchgehen lassen. Das Verhältnis von Fleisch und Gemüse lässt sich je nach Geschmack anpassen. Ich habe Karotten und Kartoffeln gewählt, wunderbar passt auch Staudensellerie dazu und jedes andere Gemüse worauf man Lust hat.

Falls jemand noch nicht weiß, was Avgolemono ist. Avgolemono ist eine Mischung aus Ei und Zitronensaft, die zur heißen, nicht mehr kochenden Suppe untergerührt wird – ganz wichtig, ohne dass das Ei stockt. Die Suppe schmeckt frisch und leicht nach Zitrone und wird schön gelb. Ein leuchtender Anblick, der mich jedesmal erfreut, besonders an trüben Wintertagen, an denen die Sonne sich gar nicht am Himmel zeigen will.

Und übrigens… das Fleisch kann man auch getrost weglassen 🙂

 

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 250 g (mageres) Rindfleisch (ich mag kein fettiges Fleisch und nehme gerne das magerste Stück)
  • 4 mittelgroße Kartoffeln
  • 4-6 Karotten
  • optional ein Viertel Staudensellerie
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Ei 
  • 1 Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar frische Petersilienblättchen zum Servieren

 

1
Die Zwiebel in mittelgroße Würfel schneiden, den Knoblauch fein hacken. Das Rindfleisch trockentupfen und in mundgerechte Würfel schneiden. 

2
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Fleisch von allen Seiten rundherum anbraten. Die Zwiebelwürfel hinzufügen und glasig dünsten. Den Knoblauch kurz mitmüssten. Wasser hinzufügen, bis das Fleisch bedeckt ist. Salzen und Pfeffern. Zum Kochen bringen, falls sich Schaum bildet, diesen abschöpfen. Die Hitze herunterschalten und bei geschlossenem Deckel ca. 1 -1,5 Stunden köcheln bis das Fleisch weich gegart ist. 

3
In der Zwischenzeit die Kartoffeln, Karotten und wer mag die Staudensellerie putzen und schälen. Kartoffeln und Staudensellerie in gleich große Würfel schneiden. Die Karotte in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Das Gemüse zum Fleisch geben. Wer mag kann übrigens auch die Petersilienstängel verwerten und jetzt kleingehackt hinzufügen. Die Wassermenge prüfen und ggf. so viel nachgießen wie man für die Suppe benötigt. Alles sollte auf jeden Fall schön mit Wasser bedeckt sein. Ich stehe ja nicht so auf zu dünne Suppen, deshalb darf es bei mir weniger Wasser sein. Nun noch 20-30 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.

4
Ein paar Minuten bevor das Gemüse gar ist, die Zitrone auspressen. Das Ei in einer größeren Schüssel verkleppern. Die Hitze ausschalten. Nun ist Multitasking gefragt: Mit der einen Hand eine Schöpfkelle von der heißen Brühe langsam in die Ei-Zitronenmischung gießen, während man mit der anderen Hand und einem Schneebesen die Ei-Zitronenmischung kräftig rührt. So gerinnt das Ei nicht und wird langsam auf Temperatur gebracht. Weitermachen, bis die Ei-Zitronenmischung heiß ist. Nun die Ei-Zitronenbrühe unter Rühren zurück in den Topf gießen. Nicht mehr kochen, sonst stockt möglicherweise das Ei. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.

 

Noch mehr mit Avgolemono
Liebling fast aller kleinen und erwachsenen griechischen Kinder: Giouvarlakia
Mit etwas mehr Gemüse: Gefüllte Zucchini in Avgolemono

 


2 Kommentare

Gefüllte Zucchiniblüten mit Anthotiro und Feta

 

„Stell Dir vor, deine Tante hat so viele Zucchiniblüten, sie verfüttert sie an die Hühner“. Mitten im Fotoshoothing für dieses Rezept rief mich meine Mutter über Facetime an. Inspiriert von meinem letzten Post zu frittierten Zucchiniblüten, kaufte sie Zucchiniblüten auf dem Markt und wollte sie mir gleich zeigen. Eine ganze Schüssel voller Blüten, 10 Stück für 1 € meinte meine Mutter. Schön, antwortete ich und zeige ihr meine drei Blüten, dich gerade fotografierte, 6 Stück für 9 €. Schade, dass meine Tante so weit weg wohnt. Ich würde ihr liebend gerne ein paar Blüten abnehmen…

Es ist nämlich selbst in München gar nicht so einfach an Zucchiniblüten zu kommen. Fündig werde ich immer auf dem Viktualienmarkt… zu einem stolzen Preis. Da muss jede einzelne Blüte sorgsam behandelt werden.

Zucchiniblüten lassen sich prima füllen, zum Beispiel mit Reis und Kräutern oder verfeinert mit Rosinen und Pinienkernen aus dem Ofen wie hier. Eine edle Vorspeise oder auch ein Abendessen mit eine Salat sind gefüllte Zucchiniblüten mit diversen Käsesorten wie Feta oder Manouri. Für dieses Rezept habe ich eine Mischung aus Anthotiro und Feta verwendet

Was ist Anthotiro?
Anthotiro ist ein milder Käse aus Molke und Schafs-oder Ziegenmilch mit einem geringeren Salzgehalt als Feta. Er schmeckt buttrig mild. Es gibt ihn in zwei Varianten: jung und weich wie Frischkäse oder gereift und fest. Für dieses Rezept verwende ich festen Anthotiro. Ich habe diesen Käse in einem kleinen griechischen Gemüseladen im Münchner Univiertel gefunden. Die Hälfte habe ich sogar eingefroren, was super funktioniert hat. Wegen seinem milden Geschmack passt er auch gut zu süßen Rezepten.

Zu den zarten Zucchiniblüten passt der milde Anthotiro sehr gut. Ich mische Anthotiro mit etwas Feta.. Zu salzigen Feta würde ich jedoch hier nicht verwenden, da sonst der zarte Geschmack des Anthotiros und der Zucchiniblüten zu sehr in den Hintergrund rückt. Die cremige Füllung bildet einen schönen Kontrast zur knusprigen Hülle aus Backteig.. Ein schönes Zusammenspiel von Aromen und Texturen.

 

Zutaten

  • 6 Zucchiniblüten
  • Reichlich Olivenöl zum Frittieren
  • ggf. etwas Zitronensaft zum Servieren

für den Backteig

  • 70 g Mehl
  • 100 ml Mineralwasser mit Kohlensäure (oder 50 ml Wasser und 50 ml Weißwein)
  • eine Prise Salz und etwas Pfeffer

Für die Füllung

  • 160 g festen Anthotiro
    (ersatzweise Manouri oder fester Ricotta)
  • 50 g Feta
  • 1 Ei
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2-3 Stiele frische Minze
  • 4-6 Stiele Petersilie

 

1
Den Stempel der Zucchiniblüten entfernen sowie die harten Blütenkelchblätter ringsum. Sollte eine Minizucchini dran sein, entfernen. (Wer möchte, kann sie natürlich auch dran lassen. Ansonsten habe ich hier einen Tipp für die „Resteverwertung„). Die Blüten vorsichtig waschen und trockentupfen.

2
Das Mineralwasser in eine Schüssel geben, mit Salz und Pfeffer würzen und esslöffelweise das Mehl unterrühren. Zu einem glatten, klümpchenfreien Brei verrühren.

3
Für die Füllung den Anthotiro mit dem Feta mit einer Gabel fein zerdrücken. Das Ei aufschlagen und verkleppern, unter den Käse mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Minze und Petersilie waschen und die Blättchen fein hacken. Unter die Käsemasse heben.

4
Das Öl in einem Topf schon mal erhitzen, ich verwende gerne einen kleinen Topf und frittiere die Zucchiniblüten portionsweise. Meist nur zwei auf ein Mal, so bleibt die Temperatur des Öls konstant hoch und die Zucchiniblüten werden schön knusprig. Küchenpapier auf einen Teller legen und bereit stellen.

5
Nun die Zucchiniblüten füllen und die Zucchniblütenblätter leicht drehen, damit die Füllung nicht austritt. Vorsichtig durch den Backteig ziehen und darauf achten, dass die Zucchiniblüten komplett bedeckt sind. Sofort im heißen Öl von jeder Seite goldbraun frittieren. Das dauert insgesamt ca. 4 Minuten. Auf dem Küchenpapier abtropfen lassen.

Je nach Geschmack mit ein paar Tropfen frisch gepresstem Zitronensaft beträufeln, sofort servieren und genießen.

 

Weitere Rezepte mit Zucchiniblüten
Frittierte Zucchiniblüten
Gefüllte Zucchiniblüten mit Reis, Pinienkernen und Rosinen (aus dem Ofen)

 


3 Kommentare

Mpatzina – schnelle Zucchinipita aus Thessalien

Mpatzina ist eine dieser wunderbaren Pita, die man einfach in einer Schüssel zusammenrührt – ohne Mixer, ohne Handrührgerät, ohne Ausrollen von Filoteig. Sie schmeckt warm und kalt, zum Abendessen mit einem Salat, zum Mittagessen im Büro, zum Frühstück oder einfach zwischendurch.

Diese Pita kommt aus Thessalien in Zentralgriechenland und gilt dort oft als schneller Imbiss (kolatsio). Eine Pita, die schnell zubereitet, eine ganze Großfamilie satt macht und sich gut zum Mitnehmen aufs Feld eignet… zumindest früher.

Genauso häufig wie Zucchini, vielleicht sogar noch häufiger, wird grüner Kürbis für eine Mpatzina verwendet. Das ist ein Kürbis mit hellem grünen Fleisch. Auch mit anderen Kürbissorten schmeckt die Mpatzina sehr gut. Meine Lieblingsvariante ist jedoch diese hier mit Zucchini. Und Zucchini findet man das ganze Jahr. Statt Milch kann man auch griechischen Joghurt verwenden.

Übrigens… ist es sehr wichtig, die Zucchini schön trocken zu bekommen, damit man nicht zuviel Mehl für den Teig braucht. Die Pita wird dadurch einfach besser. Ihr könnt die Zucchini auch in ein Küchentuch geben und ordentlich ausdrücken.

Und… übrigens… eine Mpatzina sollte dünn sein. Wenn euer Backblech kleiner oder größer ist dann solltet ihr die Mengen entsprechend anpassen. Der Teig sollte ca. 2 cm hoch sein.

 

Zutaten

  • 3-4 Zucchini, ca. 600 g
  • 1 TL grobes Meersalz (oder normales Salz)
  • 2 Eier
  • 120 ml Milch
  • 80 ml Olivenöl
  • 300 g Feta
  • 200 g Mehl
  • 50 g Maismehl + 2 EL mehr
  • 1 TL Backpulver
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • eventuell etwas Salz (ggf. nicht nötig, wenn der Feta schon salzig genug ist)
  • 1 TL getrocknete Minze
  • 1 TL Oregano
  • ein paar Zweige frische Minze (optional)
  • Butter zum Fetten der Form + 1-2 EL mehr

Meine Auflaufform ist ca 28×18 cm groß

 

1
Die Zucchini waschen, trockentupfen und die beiden Enden abschneiden. Grob raspeln, in ein Sieb geben und mit dem groben Meersalz bestreuen. Über eine Schüssel zum Abtropfen geben. Die Zucchini massieren, so dass sie noch mehr Flüssigkeit verlieren. Etwa 1 Stunde stehen lassen.

2
In der Zwischenzeit den Ofen auf 180 ° vorheizen. Ein Backblech oder eine Auflaufform mit Butter fetten. Den Boden mit einem EL Maismehl bestreuen. Feta zerbröckeln. Die frische Minze waschen und fein schneiden.

3
Die Eier verquirlen und mit der Milch und dem Olivenöl vermischen. Die Kräuter und Gewürze untermischen. Die Zucchini nochmal mit den Händen gut ausdrücken und untermischen. Beide Mehlsorten mit dem Backpulver mischen und portionseise unterheben bis ein homogener zähflüssiger Teig entstanden ist. Den Feta unter den Teig heben.  Falls nötig mit Salz abschmecken. Mir persönlich genügt nur eine winzige Prise (wenn überhaupt), da der Feta schon recht viel Salz mitbringt. Aber ich esse generell salzarm.

4
Das übriggegebliebene Maismehl (also 1 EL) über die Pita streuen und kleine Stückchen von der restlichen Butter darauf verteilen. Bei mittlerer Schiene ca. 40-45 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob die Pita gar ist. Schmeckt heiß und kalt.

 

In unserer Gegend gibt es eine ähnliche Pita mit oder ohne Zucchini, die Bobota. Bei der Mpatzina gibt es zahlreiche Varianten: nur Weizenmehl, eine Mischung wie bei mir oder etwas mehr Maismehl. Eine Bobota besteht meist vorwiegend aus Maismehl.

 

 


3 Kommentare

Frittierte Zucchiniblüten

Kolokithoanthi tiganiti… wer kann es aussprechen? Übersetzt: Zucchiniblüten frittiert.

Eigentlich wollte ich dieses Rezept schon letztes Jahr posten, aber ein Todesfall in unserer Familie hielt mich damals davon ab. Denn dieses Rezept verbinde ich mit einen Teil meiner Familie. Vor ein paar Tagen habe ich mich wieder in diesem merkwürdigem Frühsommer 2020 auf den Viktualienmarkt gewagt. Merkwürdig, wie voll ich es dort empfand, obwohl gar keine Touristen in München sind. Ich habe schöne Zucchiniblüten gesehen und habe mich an die Fotos meiner frittierten Zucchiniblüten erinnert, die ihr oben seht. (Natürlich habe ich wieder Zucchiniblüten gekauft und werde daraus ein anderes Rezept vorbereiten, das ich hoffentlich bald posten kann.)

Frittierte Zucchiniblüten gab es im Sommer bei meiner Oma Glykeria. Sie hat sie in unseren Sommerurlauben bei ihr extra für mich zubereitet. Kaum das ich schauen konnte, kam sie mit Zucchiniblüten aus dem Garten und im Handumdrehen lagen die Blüten schon frittiert auf dem Teller. Sie ist leider viel zu früh und vor sehr vielen Jahren gestorben. Fürs Kochen habe ich mich erst lange nach ihrem Tod interessiert. Oma war allerdings bei meinen ersten (misslungenen) Kochversuchen dabei und fand trotzdem lobende Worte für mein verbranntes Essen.

Nach Ihrem Rezept für diese Zucchiniblüten konnte ich sie nicht mehr fragen und auch meine Tanten wussten auf meine Fragen keine Antwort. Ich bin mir sicher, dass sie keinen Weißwein verwendet hat, finde jedoch, dass sich der Wein hier sehr gut macht. Ziemlich sicher bin ich mir jedoch, dass Oma männliche Zucchiniblüten verwendet hat. Das sind die Blüten mit Stiel und ohne Mini-Zucchini dran. Leider sind diese hier nicht so einfach zu bekommen, wie ihr an meinem Bild seht. Sogar auf dem Münchner Viktualienmarkt schütteln die Verkäufer mit dem Kopf wenn ich nach männlichen Zucchiniblüten frage. Deshalb frittiere ich die Zucchini entweder mit, oder schneide sie ab und verwende sie in einem anderen Rezept. Oder ich schneide sie in den übriggebliebenen Teig und frittiere daraus kleine Küchlein. Denn meist bleibt etwas vom Backteig übrig. Der muss nicht entsorgt werden, denn mit ein paar Kräutern, Feta Frühlingszwiebeln entstehen daraus kleine Küchlein. Oder ihr mischt die Reste des Backteigs in den Teig für Lalangites (die Spezialität meiner anderen Oma).

 

Zutaten

  • 6 Zucchiniblüten (idealerweise ohne Mini-Zucchini)
  • 70 g Mehl
  • 50 ml trockener Weißwein (ersatzweise kohlensäurehaltiges Mineralwasser)
  • 50 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • Salz
  • Pfeffer
  • reichlich Olivenöl (oder ein Pflanzenöl) zum Frittieren

 

1
Die Zucchiniblüten vorsichtig waschen und den Stempel entfernen. Die harten schmalen Kelchblätter entfernen. Vorsichtig trockentupfen. Falls eine kleine Zucchini dran ist, entweder dran lassen und im ganzen frittieren oder abschneiden und für ein anderes Rezept verwenden.

2
Wein und Wasser in eine Schüssel geben und esslöffelweise das Mehl unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Der Teig sollte eine dickflüssige Konsistenz haben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

3
Das Öl in in einem Topf oder in einer Pfanne richtig heiß werden lassen. Ich verwende am liebsten einen kleinen Topf in dem ich nur zwei oder drei Blüten frittieren kann. Das dauert zwar länger aber so bliebt die Temperatur des Öls konstant und die Zucchiniblüten werden knusprig. Die Zuchiniblüten eine nach der anderen durch den Teig ziehen und im heißen Öl goldbraun backen. Das dauert ca. 3-4 Minuten. Auf einem mit Küchenpapier ausgelegtem Teller legen.

Die Blüten schmecken heiß am besten. Dazu passen ein paar Spritzer Zitronensaft

 

Noch mehr Zucchiniblüten?
Gefüllte Zucchiniblüten mit Reis, Pinienkernen und Korinthen


8 Kommentare

Spetzofai – Paprikapfanne mit würzigem Loukaniko

Spetzofai - Paprikapfanne mit Loukaniko aus Billion

Kulinarisch nehme ich euch mit diesem Rezept mit ins Pilion. Diese weniger bekannte Berggegend in Zentralgriechenland empfängt mit grünen Wälder und wunderschönen Stränden.

Spetzofai wird besonders gerne als Meze zu Ouzo gegessen oder auch als Hauptgericht. Die Zutaten sind überschaubar und einfach: Paprika, Tomaten (im Winter gerne aus der Dose) und Loukanika. Wobei, Loukanika, diese würzigen Bauernwürste, hier in Deutschland nicht an jeder Ecke zu bekommen sind.

Loukanika sind Würste aus Kalb- Schwein- und/oder Lammfleisch mit vielen Gewürzen sowie Lauch, Zwiebeln. Man schneidet sie in Stücke oder Scheiben, brät sie an und genießt sie als schnellen Snack. Rührei mit Loukaniko zum Beispiel, ist so ein schnelles Gericht, das fast jeder kochen kann. Meine Eltern haben früher Loukanika selbst gemacht. Vor 20 Jahren war es in der schwäbischen Provinz deutlich schwieriger an solche Spezialitäten heranzukommen. Das war aber nicht der einzige Grund. Bis auf meinen Vater mag keiner von uns fettes Fleisch, und meinen Eltern war schon immer die Qualität wichtig. Selbstgemacht war fast immer besser als gekauft. Uns so wurde in der griechischen Community reihum beim Dorfmetzger die Wurstmaschine ausgeliehen und meine Eltern verwursteten mit Freunden ganze Wochenenden kiloweise Loukanika. Ich war damals plus/minus 20 Jahre alt, froh, dass keiner meine Hilfe wünschte und suchte an diesen Tagen das Weite. Nachdem die Loukanika im Keller auf Dachböden gereift waren habe ich sie sehr gerne gegessen, viel lieber als die fertig gekauften. Noch heute schwärmt meine Mutter von feinen ganz dünnen Würstchen, die ihnen in einem Jahr besonders gut gelungen sind.

Also ich habe für Spetzofai Loukanika gekauft und natürlich nicht selbst gemacht. Man findet sie heute ganz leicht online. Es lohnt sich wirklich griechische Loukanika für dieses Gericht zu verwenden. Es macht wirklich einen Unterschied! Zur Not kann man natürlich gut gewürzte rohe Bratwürste oder Salsicce verwenden.

Man kann sich nun darüber streiten ob die Wurst oder die Paprika im Spetzofai die Hauptrolle spielen. Für mich ist es eindeutig die Paprika. Am liebsten verwende ich Spitzpaprika oder die grüne Dolma mit der dünneren Haut, mich erinnert das an griechische Sommer. Ich liebe gebratene Paprika. (Kein Besuch bei meiner Mutter ohne gebratene Paprika in Tomatensauce). Ihr könnt selbstverständlich jede Sorte verwenden, auch die dreifarbigen, die überall zu finden sind.
Wer sich traut, verwendet auch eine scharfe Paprika vom Türken. Denn Spezofai darf pikant sein. Ich bevorzuge Chili oder Boukovo. Damit kann ich die Schärfe besser dosieren.

Und noch pikantes Highlight gehört in mein Spetzofai: Boukovo. Boukovo sind geröstete scharfe Paprika, die zu Flocken gemahlen wurden. Ihr könnt Pul biber oder auch Chili verwenden. Meine Patentante hat mir scharfes (hellrot) und mildes (dunkelrot) Boukovo aus Thessaloniki geschickt. Beides ist im Spezofai gelandet.

Boukovo

 

Zutaten
für zwei als Hauptgericht oder für vier als Meze

  • 8 Spitzpaprika (Farbe egal)
  • 2 Loukanika
  • 4 Tomaten
  • ggf. 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • falls vorhanden: ein großzügiger Schluck Wein (ca. 40 ml)
  • 1 TL Zucker
  • je 1 TL scharfes und mildes Boukovo, bzw. nach Geschmack
    (ersatzweise Chilipulver und süßes Paprikapulver)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

 

1
Die Paprika waschen und vom Kerngehäuse befreien. Wer es rustikaler mag, verwendet die Paprika mit Stielansatz und Kernen. Ich bevorzuge von Kernen befreite Paprika. Die Spitzpaprika halbieren, größere Exemplare vierteln und trockentupfen. Die Würste in Scheiben schneiden, ca. 1 cm dick.

2
Die Tomaten rundherum einritzen, in eine Schüssel legen und mit kochend heißem Wasser übergießen. Ein paar Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten ganz leicht schälen und vom Stielansatz befreien. Im Mixer pürieren.

3
Eine große Pfanne auf den Herd stellen und heiß werden lassen. Die Loukanika von beiden Seiten ohne Fett anbraten. Sie sind schon fettig genug. Falls das nicht der Fall ist, dann in etwas Olivenöl anbraten. Herausnehmen und beiseitestellen.

4
Da Olivenöl in der Pfanne erhitzen, falls aus den Würsten viel Fett ausgetreten ist, könnt ihr die Paprika auch nur darin anbraten. Das Olivenöl fügt jedoch noch eine leicht herbe Geschmacksnote hinzu, die ich persönlich sehr mag. Die Paprika in die Pfanne geben. Vorsicht, es spritzt! Kräftig anbraten. Ich lege dabei immer den Deckel auf. Das bewahrt mich vor Spritzern… die Küche auch. Von allen Seiten anbraten.

5
Das Tomatenmark in die Pfanne geben und ein- bis zwei Minuten rösten. Mit Wein ablöschen und diesen verkochen lassen. Nun die pürierten Tomaten hinzufügen, die gebratenen Wurstscheiben und alle Gewürze. Die Tomaten sollten eigentlich genug Flüssigkeit mitbringen, weitere Flüssigkeit ist nicht notwendig. Falls doch, dann nur ein halbes kleines Glas Wasser hinzufügen.

6
Das Hitze leicht reduzieren und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis eine dicke sämige und aromatische Sauce entstanden ist. Das dauert ca. 10-15 Minuten, max. 20.

Dazu passt frisches Weißbrot und natürlich Feta. Und wer hat, kann auch noch frische Kräuter wie Petersilie vor dem Servieren darüberstreuen.

Spetzofai aus Billion


6 Kommentare

Pink! Rote Bete Salat mit Joghurt-Zitronen-Dressing und Pistazien

Rote Bete Salat mit griechischem Joghurt und Pistazien

Pantzarosalata me jaourti heißt dieser Salat auf Griechisch. Die schlichtere Variante dieses griechischen Salatklassikers ist Rote Bete mit Knoblauch, Essig oder Zitrone und Olivenöl und je nach Geschmack noch ein paar Walnüsse. Sehr lecker!

Nimmt man statt dem Essig etwas Zitronensaft (gerne auch Limettensaft, falls eine Limette im Haus ist) schmeckt es noch etwas frischer. Griechischer Joghurt verstärkt den Effekt noch und sorgt für die hübsche pinke Farbe. Wer möchte, streut noch ein paar Nüsse darüber, grüne Pistazien zum Beispiel. Sie schmecken nicht nur fantastisch dazu, sondern geben noch einen schönen farblichen Kontrast. Ich hatte grüne ungeschälte Pistazien aus Griechenland, die so schön violett-hellgrün leuchten und tiefgrüne aus Persien. Sie machen sich beide gut.

Übrigens, eine schöne Vorspeise für Gäste, die dieses rote Gemüse mögen. Und mit vorgegarten Roten Beten geht es schneller und es schmeckt genauso gut.

Zutaten

  • 500 g frische Rote Beten (ca. 3 mittelgroße)
    (mit vorgegarten geht es natürlich viel schneller)
  • 1 Knoblauchzehe, am besten von einer frischen Knolle
    (Knoblauchfans dürfen natürlich auch zwei nehmen)
  • 3-4 EL Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 150 g griechischer Joghurt (abgetropfter Joghurt)
  • 2 EL Pistazien
  • empfehlenswert: Latex-Handschuhe

1
Die Roten Beten unter fließendem Wasser waschen, dabei die Schale nicht verletzen. Wasser in einen Topf geben, Rote Beten dazu und das Wasser zum Kochen bringen. Die Roten Beten in ca. 30 bis 40 Minuten gar kochen. Mit einem Messer lässt sich das am besten prüfen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen.

2
Die Handschuhe anziehen, denn so verfärbt sich die Haut nicht. Der Farbstoff dieses Gemüse ist ziemlich hartnäckig. Die Roten Beten schälen, harte Stellen entfernen, halbiere und in Scheiben schneiden.

3
Das Olivenöl mit dem Zitronensaft, dem Salz und dem Pfeffer verrühren. Über das Gemüse geben und vorsichtig umrühren. Den griechischen Joghurt cremig rühren und unter den Rote Bete Salat heben. Zum Servieren mit den Pistazien bestreuen. Der Salat hält sich ein paar Tage im Kühlschrank.

Pantzarosalata me jaourti - Rote Bete Salat mit Joghurt und Zitrone


2 Kommentare

Chirino me prasa – Schweinefleischtopf mit Lauch

Chirino me prasa - Schweinefleisch mit Lauch

Aus der Rubrik… früher verschmäht, heute geschätzt. Vor 20 Jahren hätte ich geschworen dieses Gericht niemals, wirklich niemals zu kochen und schon gar nicht Kindern vorzusetzen. Meine Mutter hat uns dieses Gericht gefühlt viel zu häufig serviert. Sie liebt Lauch, ich finde, man kann es damit auch übertreiben. Kam ich also von der Schule hungrig nach Hause, dann war die Enttäuschung beim Anblick von Lauchstücken in einer wässrigen Tomatensauce unendlich groß. Zum Glück hat meine Mutter Kartoffeln und Fleisch mitgekocht. Auch wenn ich das Verhältnis von Lauch, Fleisch und Kartoffeln sehr unausgewogen fand.

Chirino me prasa ist jedoch ein wunderschönes Beispiel für schlichte wandlungsfähige Alltagsgerichte, die eine bestimmte Eleganz mitbringen. Fast immer dominiert das Gemüse, wie hier der Lauch. Fleisch ist eher Beilage und wird auch mal weggelassen. Das Ergebnis ist dann ein Lauch-Sellerie-Eintopf. Und auch bei der Sauce gibt es Variationsmöglichkeiten. Chirino me prasa wird sehr häufig statt Tomatensauce mit einer Ei-Zitronen-Sauce (Avgolemono) serviert. Hier wird wie bei Giouvarlakia, der Kochsud mit einer Ei-Zitronensaft-Mischung gebunden. Die andere Variante mit Tomatensauce stelle ich euch hier vor.

Und wie immer: Feta und Brot passen besonders gut dazu. Und Kartoffeln? Je nach Lust und Laune kann man diese ergänzen oder auch einfach weglassen, wie hier.

Zutaten für 4 Portionen

  • 400 g mageres Schweinefleisch (ich nehme besonders gerne Filet)
  • 4 Lauchstangen
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 ml Weißwein
  • 1 EL Tomatenmark
  • 400 g passierte Tomaten (im Sommer gerne auch frische Tomaten)
  • etwas Selleriegrün
  • 3-4 EL Olivenöl
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Paprikapulver
  • getrockneter Oregano
  • frisch gepresster Zitronensaft einer halben Zitrone (optional)

1
Das Schweinefleisch von Sehnen und Fett befreien und in Stücke schneiden, ca. 5 cm. Beim Lauch die welken grünen Blätter entfernen und den Wurzelansatz. Waschen und in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden, genauso die Knoblauchzehe.

2
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Das Fleisch von allen Seiten 2-3 Min. anbraten. Die Zwiebelwürfel hinzufügen und im Bratenfett anbraten. Genauso die Knoblauchzehe. Mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Nun das Tomatenmark dazugeben und unter Rühren rösten. Die passierten Tomaten und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Oregano würzen. Köcheln lassen bis das Fleisch schon fast gar ist, ca 20 bis 30 Min. Je nach Fleisch kann das natürlich länger dauern.

3
Den Lauch hinzufügen und weitere 20 Min. kochen lassen, bis das Fleisch zart ist und der Lauch gar ist aber noch leicht Biss hat. Das Selleriegrün und den Zitronensaft untermischen.


7 Kommentare

Revithorizo – Reis mit Kicherbsen

Revithorizo - Reis mit Kichererbsen von den griechischen Inseln

Revithorizo ist ein griechisches Reisgericht mit Kichererbsen. Diese Hülsenfrucht-Reis-Kombinationen kannte ich vor ca. 10 Jahren noch gar nicht, bzw. nur aus der indischen Küche. Auf den griechischen Inseln sind sie weit verbreitet und sind fester Bestandteil der Alltagsküche dort. Ähnlich wie bei anderen griechischen Reisgerichten (Ntomatorizo, Lachanorizo, Prasorizo, Spanakorizo) besteht auch das klassische Revithorizo aus wenigen und einfachen Zutaten: Reis, Kichererbsen, Olivenöl, Zitrone, ggf. Zwiebel und weiteres Gemüse und vielleicht noch Kräuter. Wobei es zahllose Varianten geben dürfte.

Ich habe mich für ein paar gesunde Farbtupfer in Form von roten Spitzpaprika (Florinis) und getrockneten Tomaten entschieden. Dazu esse ich sehr gerne griechischen Joghurt, den man aber auch getrost weglassen kann, dann ist das Gericht vegan und ideal für die griechische Fastenzeit.

Revithorizo macht richtig schön satt und an so verregneten Herbsttagen, an denen der Winter schon angekündigt ist ein perfektes Soulfood.

Wer Zeit sparen möchte, der kann natürlich Kichererbsen aus der Dose nehmen. Dann geht es direkt mit Schritt 3 los.

Ich verwende Kichererbsen und Reis nahezu 1:1, meist mehr Kichererbsen wie hier. Aber hier könnt ihr je nach Geschmack variieren und den Anteil vom Reis erhöhen.

Zutaten für 3 bis 4 Portionen

  • 250 g Kichererbsen
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Schalotten oder 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 rote Spitzpaprika (oder normale Paprika)
  • 30 g getrocknete Tomaten ohne Öl
  • 200 g Reis, z.B. Rundkornreis
  • etwas getrockneter Fliskouni (wilde Minze oder einfach Minze, ersatzweise passt auch Rosmarin oder Oregano gut dazu)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige frische Petersilie
  • Saft einer halben Zitrone
  • etwas Olivenöl zum Servieren
  • Topping optional: griechischer Joghurt

 

1
Die Kichererbsen über Nacht in doppelt soviel kaltes Wasser einweichen. Da sich die Kichererbsen verdoppeln solltet ihr eine entsprechend große Schüssel nehmen.

2.
Am nächsten Tag die Kichererbsen abgießen und gründlich spülen. Mit frischem Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Etwas 60 bis 90 Minuten kochen. Das kommt auf die Kichererbsen an. Sie sollten sich mit einer Gabel einstechen und zerdrücken lassen, also weich sein. Durch ein Sieb geben und abtropfen lassen.

3.
Während die Kichererbsen kochen, das Gemüse vorbereiten. Dazu die Schalotten schälen und fein würfeln. Die Spitzpaprika waschen, vom Kerngehäuse befreien, halbieren und in Streifen schneiden. Die getrockneten Tomaten ebenfalls in Streifen schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und hacken. Den Reis waschen und abtropfen lassen.

4.
Olivenöl in einem Topf erhitzen und Schalotten und Paprika darin kurz anbraten, bis die Schalotten glasig sind. Den Knoblauch hinzufügen und kurz mit anbraten. Anschließend den Reis mit den getrockneten Tomaten hinzufügen und im Olivenöl wenden. Die abgetropften Kichererbsen zum Reis geben und etwa 700 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und Fliskouni/Minze würzen. Etwa 20 Min. köcheln lassen bis der Reis gar ist und die Flüssigkeit sämig eingekocht ist.

5.
Die Petersilie waschen und hacken. Die Zitronenhälfte pressen. Petersilie und Zitronensaft unterrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu schmeckt griechischer Joghurt.

 

Noch mehr mit Kichererbsen
Wer Kichererbsen pur möchte, der sollte Revithada probieren. Und falls von diesem zitronigen Kichererbseneintopf noch etwas übrig bleibt, dann könnt ihr daraus am nächsten Tag dieses Revithorizo zubereiten. Dazu dann einfach bei Schritt 3 beginnen und die Menge der Zitrone anpassen. Je nach Geschmack.


9 Kommentare

Fasolakia, grüne Bohnen ganz pur

Fasolakia - Grüne Bohnen aus Griechenland

Es gibt eine griechische Abschiedsfloskel, die ich so gar nicht verstehe: kalo chimona. Damit wünscht man sich einen guten Winter und zwar oft sogar mitten im heißen Spätsommer. Wenn ich mich also bei fast 40 Grad Ende August oder Anfang September in Griechenland verabschiede, dann höre ich diesen Abschiedsfloskel immer mal wieder. Und innerlich zucke ich etwas zusammen. Jetzt schon an Winter denken? Dunkle Tage, Regen, Schneematsch, Kälte? Äh, nö! Ich gestehe, ich mag diesen Spruch einfach nicht.

Jetzt es ist Anfang Oktober, der Sommer ist wohl doch vorbei.  Aber bevor ich hier auch noch „kalo chimona“ wünsche, kommt ja erst ein hoffentlich warmer und sonniger Herbst mit all dem leckeren Herbstgemüse.

Vorher wird jedoch noch gebührend der Sommer verabschiedet und zwar mit einer meiner liebsten Sommergerichte: Fasolakia. Hier auf dem Blog habe ich schon eines online gestellt mit Kartoffeln. Meine Mutter hat Fasolakia früher meist mit Fleisch gemacht, jetzt bereitet sie es ganz pur vor. Nur zarte grüne Bohnen und Tomaten. Mehr nicht. Und genauso mag ich Fasolakia besonders gerne. Die grünen Bohnen müssen schön zart sein. Ob man dafür breite oder schmale Bohnen nimmt ist Geschmacksache. Ich mag beide Bohnensorten sehr gerne und verwende die Sorte, die frischer aussieht und mir besonders zart erscheint.

In Griechenland gibt es ein paar Sorten, die hier schwerer zu finden sind. Barbounia zum Beispiel, sie haben eine gesprenkelte Schale und schmecken besonders gut. Dazu Zwiebeln, Knoblauch frische Tomaten, ein paar Kräuter und natürlich gutes Olivenöl. Mehr braucht es wirklich nicht.

Und so sehen Barbounia aus, nicht zu verwechseln mit der Fischsorte 🙂

Griechische Barbounia

 

Zutaten für 4 Personen

  • 600 Grüne Bohnen
  • 3 EL Olivenöl + 3-4 extra
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4-5 reife Tomaten (ca. 500g)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas edelsüßer Paprika
  • eine Prise Zucker
  • etwas frische Minze
  • etwas frische Petersilie

1.
Die Bohnen putzen und waschen. Ich kappe meist die Enden und entferne falls vorhanden die Fäden an den Seiten (siehe hier grüne Bohnen putzen). Abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und hacken.

2.
Die Tomaten rundherum mit einem Messer einstechen. Mit kochendem Wasser bedecken und 1-2 Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten sehr leicht schälen. Im Mixer pürieren.

3.
3 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin bei milder Hitze glasig dünsten, danach die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten. Die Bohnen hinzufügen und kurz im Olivenöl wenden. Nun das Tomatenmark unterrühren und kurz rösten lassen.

4.
Die pürieren Tomaten zum Gemüse geben und mit Salz, Zucker, Pfeffer und Paprika würzen. Vorsichtig umrühren. Ich füge normalerweise kein weiteres Wasser hinzu. Es sei denn die Tomaten haben nicht genug Saft abgeben. In diesem Fall soviel Wasser hinzufügen, bis die Bohnen bedeckt sind. Deckel drauf und etwas 30 Min. sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und prüfen, ob ggf. Wasser hinzugefügt werden muss. Danach weitere 10 Min. bei locker geschlossenem Deckel weiterköchelnd lassen, damit die Tomatensauce schön sämig einkochen kann.

5.
In der Zwischenzeit die Kräuter putzen, waschen und fein hacken.

6.
Nach ca. 40 Min. die Bohnen probieren. Die Flüssigkeit sollte jetzt nahezu eingekocht sein. Wenn die Bohnen gar sind, das restliche Olivenöl und die Kräuter hinzufügen. Noch weitere 5 Min. simmern lassen.

Dazu passt übrigens frisches Brot, z.B.: ein Weißbrot und Feta.

Variante Fasolakia mit Kartoffeln

 

 


9 Kommentare

Knusprige Zucchini – für zwischendurch, Meze oder eine komplette Mahlzeit

Gebratene Zucchini

 

„Was soll ich Dir denn zum Essen machen?“ fragt mich meine Mutter, als ich am letzten Urlaubstag meinen Koffer packte. Eigentlich wollte ich nichts, das Frühstück lag nicht sonderlich lange zurück und es war noch nicht mal Mittag. Während ich also meine Sachen zusammensuchte, merkte ich dass die Wohnung nach gebratenen Zucchini duftete. Stimmt! Sie hatte noch Zucchini bekommen, die mit heller Schale, die man hier in Deutschland so selten findet. Dicke saftige Scheiben, die in viel Olivenöl gebraten werden. Lecker! Mein sehr früher Mittagssnack, bevor ich zum Flughafen fuhr. Perfekt, denn in den ganzen Tagen davor hatte ich gar keine griechischen Zucchini gegessen.

Die Variante, die ich euch hier vorstelle, habe ich noch vor dem Urlaub zubereitet und schaffe es erst jetzt, sie auf dem Blog zu veröffentlichen. Das sind die Zucchini, die ihr vielleicht schon mal beim Griechen gegessen habt: dünne Scheiben, knusprig gebraten. Bei mir gab es dazu Tsatsiki, das demnächst ebenfalls auf den Blog kommt. Für mich ein komplettes Abendessen oder ein Meze.

Die Zucchini werden vor dem Braten in Mehl und dann nochmal kurz in kaltes Wasser getaucht. Merkwürdigerweise spritzt es kaum, dennoch sollte man vorsichtig beim Braten sein.

Zutaten

  • 2 mittelgroße Zucchini
  • grobes Meersalz
  • ein paar EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

1.
Die Zucchini waschen, vom Stiel- und Blütenansatz befreien und in dünne Scheiben schneiden, ca. 5mm dick. In ein Sieb gebe und mit etwa 1 TL grobem Meersalz bestreuen. Mehrmals wenden. Das Sieb über eine Schüssel stellen. Für ca. 30 Min. stehen lassen.

2.
Die Zucchini haben jetzt ziemlich Flüssigkeit verloren. Mit einem Tuch abtupfen. In zwei Schüsseln jeweils Mehl und kaltes Wasser bereitstellen. Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen. Die Zucchini in Mehl wenden.

3.
Die Zucchini sobald das Öl heiß genug ist, abklopfen, kurz in Wasser tunken und vorsichtig in die Pfanne legen. Von beiden Seiten in 2-3 Min. goldbraun braten. Die 2. Seite ist meist schneller goldbraun. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

4. 
Wem die Zucchini nicht salzig genug sind, der kann noch mit grobem Meersalz würzen. Warm schmecken sie mir persönlich am besten.

Denn Schritt mit dem Entwässern der Zucchini kann man natürlich auch überspringen, was ich auch oft mache, wenn ich kaum Zeit habe. Sie werden dadurch etwas weniger knusprig.

Dazu passt: Tsatsiki, Tirokafteri, Tiganopsoma, Fetacreme oder auch einfach Feta mit etwas Olivenöl und Oregano und… Brot.


6 Kommentare

Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono


9 Kommentare

Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.


9 Kommentare

Ladenia – die Schlichte aus Kimolos

Ladenia - griechischer Hefefladen mit Tomaten, Zwiebeln und Oregano

Heute nehme ich euch mit auf eine kulinarische Reise zu den Kykladen nach Kimolos. Diese Insel ist für seine Ladenia bekannt. Ladenia st ein Hefefladen, der mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt wird. Was für ein Duft, wenn diese Köstlichkeit aus dem Ofen kommt.

Der Name Ladenia leitet sich von Ladi, dem griechischem Wort für Öl. Gemeint ist mit Ladi hauptsächlich Olivenöl – was sonst. Und sowohl im Teig als auch auf dem Belag wird reichlich davon verwendet. Olivenöl wird im Winter hergestellt, wenn die Oliven die richtige Reife dafür haben. Den großen Auftritt hat für mich Olivenöl jedoch im Sommer, wenn es sehr verschwenderisch in Salaten oder Gemüsegerichten, den Ladera, verwendet wird. Auch bei dieser Pita wird nicht daran gespart, die Aromen des Olivenöls mischen sich mit den fruchtigen Tomaten und dem würzigen Oregano und katapultieren einen direkt in den Süden. Das Olivenöl sorgt für einen lockeren Teig, der schön saftig bleibt, und… für fettige Finger, wenn man das erste heiße und saftige Stück gleich aus dem Blech probiert.

Ganz klassisch wird die Ladenia oder auch Ladopita nur mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt. Wer möchte, kann auch Kapern verwenden, die ebenfalls zur griechischen Inselküche gehören, oder Oliven und Paprika.

Zutaten

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 150 g lauwarmes Wasser
  • ein halber Würfel frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • 30 ml Olivenöl

Für den Belag:

  • 1 große rote (oder weiße) Zwiebel
  • 4 reife und feste Fleischtomaten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • optional: etwas wilder Thymian
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 30 ml Olivenöl

1.

Teig für Ladenia
Das Mehl in eine Schüssel geben. Das Salz hinzufügen, am besten am Rand. Die Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen. Zum Mehl geben und 30 ml Olivenöl dazugeben. Zu einem weichen und elastischem Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Klebt er zu sehr an den Händen, dann etwas mehr Mehl hinzufügen. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben. Den Teig zu einer Kugel formen, zudecken und ca 40 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Aufgegangener Teig für Ladenia

2.
In der Zwischenzeit die Zwiebel halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Stückchen mit den Händen voneinander lösen. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Ein rundes Blech oder eine Springform von 28 cm Durchmesser mit Öl bestreichen, auch die Ränder. Den Ofen auf 180 ° vorheizen

3.
Tomaten, Ziwiebeln, Oregano - die Zutaten für Ladenia

Den aufgegangenen Teig mit den Händen in die Form drücken und dabei auch einen kleinen Rand formen. Die Oberfläche mit etwas Olivenöl bepinseln. Die Zwiebeln auf den Teig geben und mit etwas Meersalz würzen, dann die Tomatenscheiben fächerförmig darauflegen. Mit dem restlichen Salz, sowie dem Pfeffer dem Oregano und ggf. dem Thymian würzen und das restliche Olivenöl darüberträufeln. Die Ladenia ca. 40 bis 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Die Ladenia schmeckt sehr gut mit einem trockenen Weißwein, zum Beispiel einem Assyrtiko aus Santorin. Besonders gut schmeckt sie warm aus dem Ofen, aber auch kalt.

Griechische Inselküche - Ladenia aus Kimonos


11 Kommentare

Omelette mit wildem Spargel

Omelett mit wildem Spargel

Auf dem Viktualienmarkt in München bin ich neulich über Wildspargel aus Frankreich gestolpert. Der landete gleich in meiner Küche. Für den Blog hatte ich als nächstes griechisches Spargelgericht ein Omelette mit grünem Spargel geplant. Das ist nämlich ein typisches Spargelrezept aus der griechischen Alltagsküche. Mit wildem Spargel ist es natürlich etwas Besonderes. Den gibt es auch in Griechenland überall, auch wenn er nicht ganz wie dieser französische Wildspargel aussieht. Meist wird er leicht gedünstet und als Salat mit einer Essig-Öl-Vinaigrette (Ladoxido) oder Ladolemono serviert. Häufig wird daraus auch ein feines Omelette zubereitet.

Wilder Spargel

Zutaten für 2 bis 4 Personen
(je nachdem ob Vorspeise oder Hauptgericht)

  • 200 g wilder Spargel
  • Olivenöl für die Pfanne
  • 6 Eier
  • 1 großzügiger EL griechischer Joghurt
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

1.
Den Spargel kurz abbrausen und die Enden abschneiden. Trockentupfen. Die Eier verquirlen und zusammen mit den Gewürzen und dem Joghurt gut verrühren. Der Joghurt macht das Omelette saftiger und bringt noch etwas Frische rein. Wer hat und mag kann hier noch frische Kräuter zu den Eiern geben. Die hatte ich nicht und habe deshalb zum Oregano gegriffen – typisch griechisch eben.

2.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Den Spargel in die Pfanne geben und ein paar Minuten anbraten. Er sollte gar sein aber noch Biss haben. Das dauert ein paar Minuten, ich probiere einfach, bis es für mich passt. Die Hitze dabei reduzieren. Wer ihn weich bevorzugt, sollte ihn vorher ein paar Minuten dünsten, das wäre aber schade.

3.
Wenn der Spargel auf dem Punkt ist, die Eier hinzufügen. Wer möchte, legt vorher ein paar Spargelstangen zum Dekorieren beiseite. Die Eimasse stocken lassen. Bei mir ist Omelette immer Glückssache, deshalb bin ich ganz stolz, dass es in einem Stück aus der Pfanne gekommen ist… Ich habe das Omelette mit Hilfe einer großen Platte gewendet und dann zurück in die Pfanne gleiten lassen. Ansonsten Deckel drauf und die Oberfläche stocken lassen.

4. 
Mit dem Spargel dekorieren und mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen. Dazu passt Brot und Feta.


13 Kommentare

Spargel mit Zitronen-Olivenöl-Marinade

 

Spargel mit Zitronen-Olivenöl-Vinaigrette , griechischem Ladolemono

Es gibt wieder Spargel, endlich! Damit steht mehr oder weniger fest, was ich in den kommenden Wochen fast jeden zweiten Tag essen werde. Am liebsten esse ich den Spargel ganz einfach mit Ladolemono, der griechischen Zitronen-Olivenöl-Vinaigrette. Sie wird über Fisch und Fleisch geträufelt, über knackige Salate und eben gekochtem Gemüse wie Spargel. Zitronen und Olivenöl werden in der griechischen Küche dermaßen verschwenderisch verwendet – deshalb auch der Name für diesen Foodblog.

Salate aus gekochtem Gemüse sind in Griechenland oft Teil einer Mezeplatte oder kommen zu einer Hauptmahlzeit mit auf den Tisch. Für mich sind das oft mit etwas Brot schnelle Hauptgerichte, gerade wenn ich abends kaum Zeit zum Kochen habe. Sehr fein sind kleine Zucchini mit einer ganz hellen Schale, Broccoli, Wildkräuter, die mit dieser zitronigen Marinade angemacht sind. Das Ladolemono passt auch zu gebratenem oder gegrilltem Gemüse wie Zucchini.

Zutaten

  • 500 g Spargel (grünen oder weißen, der weiße sollte dünn sein)
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Zweig frischer Oregano (oder andere Kräuter z.B.: Petersilie)

1.
Den Spargel schälen, die holzigen Enden abschneiden und in kochendem und gesalzenem Wasser in ca. 8 bis 10  Minuten bissfest garen.

2.
In der Zwischenzeit die Zitrone auspressen. Rollt man die Zitrone mit leichtem Druck ein paar mal über die Arbeitsfläche, geben sie mehr Saft ab. Den Oregano (oder andere Kräuter) waschen und fein hacken.

Zitronensaft-Olivenöl-Marinade

3. 
Für das Ladolemono den Zitronensaft mit dem Olivenöl in ein Schraubglas geben, verschließen und kräftig schütteln bis eine grüngelbe dickflüssige Marinade entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Kräuter unterrühren.

Ladolemono - die griechische Olivenöl-Zitronen-Sauce

4. 
Den Spargel auf einen Teller anrichten und mit dem Ladolemono übergießen. Ein bisschen zielen lassen. Die Zitronen-Olivenöl-Mischung kann man übrigens ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren.


Aufgelesen – Neue Rubrik hier
Ich habe eine neue Rubrik auf dem Blog: In „Aufgelesen“ möchte ich über Spannendes aus Griechenland berichten das nur indirekt oder vielleicht auch gar nicht mit Rezepten und Essen zu tun hat. Den Anfang habe ich schon mit Lesetipp gemacht und ich freue mich auf eine Foodbox mit Spezialitäten von kleinen griechischen Erzeugern, die ich demnächst vorstellen werde.