Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Revani – süßer Grießkuchen, na endlich

Revani aus Veria

Ich gestehe, ich liebe und hasse diesen Kuchen zugleich. Lieben, weil er einfach lecker sein kann, vor allem dann, wenn er nicht zu süß ist. Bis heute ist er mir nie so gelungen, wie ich ihn haben möchte. Meine Festplatte ist voller Bilder von früheren Backversuchen für den Blog. Die Fotos sehen vielversprechend aus, nur der Kuchen entsprach nicht meinem Geschmack.

Mein perfektes Revani darf süß, aber nicht zu süß sein, es muss locker sein und grobkörnig in der Konsistenz. Die Konsistenz ist mir besonders wichtig. Der Kuchen soll so aussehen, als würde er gleich auseinander fallen. Man soll den Eindruck haben, dass man fast jedes Grießkörnchen, das sich mit dem Sirup vollgesaugt hat, sehen kann. Der Kuchen muss gleichmäßig mit Sirup getränkt sein, also nicht so, dass die obere Kuchenhälfte trocken ist, während die untere Hälfte im Sirup schwimmt. Und schmecken soll er natürlich auch. Und das bitteschön auch am nächsten Tag…

Revani gehört eher zu den einfachen Sirupkuchen, allerdings nicht für mich. Mit dem heutigen Ergebnis bin ich ganz zufrieden und teile das Rezept mit euch. Für Revani benötigt man Grieß, und zwar unbedingt Hartzweizengrieß. Die meisten verwenden feinen Grieß und Mehl oder groben Grieß. Ich mische gerne beide Grießsorten, um die für mich perfekte Konsistenz zu erzielen, genau wie bei Halva. Es lohnt sich dafür, beim Griechen oder auch online den richtigen Grieß zu kaufen, oder beim Araber zu schauen. Hartweizengrieß gibt es fein oder grob.

Zu Revani gibt es unzählige Rezepte, mal mit Kokosraspeln oder ohne, mal mit Mandeln oder ohne. Er ist auch in der Türkei und im arabischen Raum beliebt. In Griechenland ist die nördliche Stadt Veria, ganz in der Nähe meiner Heimatstadt für Revani bekannt.

Übrigens: Das Revani hier ist trotz des Sirups nicht sehr süß, wer mag gibt noch etwa 30 g Zucker mehr in den Teig.

Für den Sirup

  • 250 g Zucker
  • 275 ml Wasser
  • 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)

Zutaten für den Kuchen

  • 160 g grober Hartweizengrieß
  • 80 g feiner Hartzweizengrieß
  • 30 g Mehl
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Backpulver
  • 4 Eier (mittelgroß)
  • 70 g Zucker
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 20 g Olivenöl (oder ein neutrales Pflanzenöl)
  • 200 g griechischer Joghurt
  • 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)

Außerdem

  • Kokochips zum Dekorieren (oder Kokosraspel)
  • Fett für die Form
  • Springform (26 cm Durchmesser)

1.
Den Backofen auf 160 ° vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auskleiden und den Rand mit etwas Öl fetten.

2.
Für den Sirup den Zucker mit dem Wasser in einen Topf geben. Die Schale fein mit einem Gemüsehobel von der Zitrone schneiden und zusammen mit dem Zitronensaft zum Zucker geben. Aufkochen lassen und etwa 2 Min. kochen lassen. Vollständig abkühlen lassen.

3.
Die beiden Grießsorten, das Mehl, die Mandeln und das Backpulver in einer Schüssel mischen.

4.
Die Eier in einer anderen Schüssel zusammen mit dem Zucker und dem Vanillemark schaumig schlagen bis sich das Volumen verdoppelt hat. Das dauert ein paar Minuten. Dann das Olivenöl und den Joghurt unterrühren. Die Zitrone waschen und die Zitronenschale reiben, den Saft auspressen. Saft und Schale unter die Masse rühren.

5.
Die Grießmischung unter die Eimischung kurz unterrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. In die Form geben und bei Ober- und Unterhitze bei etwa 180 ° 35 Minuten backen, Stäbchenprobe machen. Wenn nichts am Zahnstocher klebt, ist der Kuchen gar.

6,
Dein heißen Kuchen langsam und gleichmäßig mit dem abgekühlten Sirup übergießen, am besten löffelweise. Erst anschneiden, wenn das Revani abgekühlt ist und der Sirup vollständig vom Kuchen aufgenommen worden ist. Es heißt also geduldig sein. In Rauten oder Stücke schneiden und mit Kokoschips dekorieren.

Revani - saftiger Grießkuchen

Bei diesen kleinen Rautenstücken, kann man übrigens getrost zwei essen.

Revani aus Veria


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Vom Kochen und… nicht kochen

was ich im letzten Jahr so gemacht habe
…oder nicht gemacht habe

Der Januar ist nicht vorbei, noch kann ich euch ein gutes neues Jahr wünschen. Chronia polla!

Im letzten Jahr habe ich mich hier rar gemacht, was heißt rar, verschwunden bin ich. Gepostet habe ich nichts und ich gestehe, Kommentare und E-Mails habe ich nur verzögert beantwortet, machmal erst nach Wochen (Sorry). Und mit Sicherheit gibt es noch unbeantwortet Mails und Kommentare, die mir durchgerutscht sind und in 2017 irgendwie, irgendwo verloren gegangen sind. Das Jahr ist einfach an mir vorbei gerauscht. Überrascht bin ich allerdings, mein Blog wurde nahezu genauso oft besucht wie zu meiner aktivsten Zeit, und fast jeden Monat kommen neue Abonnenten und Follower hinzu. Das freut mich natürlich sehr.

Was habe ich denn 2017 gemacht?

  • Tatsächlich habe ich recht wenig gekocht. Ich habe den Job gewechselt, sogar die Branche. Statt was Digitales mit Büchern und Apps in einem Verlag mache ich jetzt Digitales für ein IT-Unternehmen mit ziemlich spannenden Produkten. (Unter uns, ich verstehe immer noch nicht jedes Produkt, finde alles aber total cool). Mein Sohn kennt die Produkte von seinen Lieblings-Youtubern und Streamern, als Mutter habe ich an Coolness-Faktor gewonnen.
  • Außerdem habe ich ein neues Website-Projekt gestartet, nicht allein: fetakoch.de. Auch hier geht es um griechische Küche, nur koche ich nicht. Ich schreibe über typisch Griechisches und habe wirklich schöne Interviews geführt. Schaut gerne rein.
  • Tja, und dann passierten viele Dinge, die meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen haben und schwups ändert sich der ganze Alltag und reißt einen aus der Routine. Was ganz gut ist. So gesehen habe ich viel gelernt in diesem sehr anstrengendem 2017.
  • Und natürlich habe ich immer wieder ans Bloggen gedacht, aber dann ist das Rezept nicht gelungen, die Fotos haben mir nicht gefallen, die Zutat hat gefehlt und meistens ganz einfach… die Zeit. Gefehlt hat es mir dennoch, denn ich blogge sehr gerne, aber meist völlig spontan und ohne großen Plan. Und für Spontaneität gab es so wenig Gelegenheiten im letzten Jahr.

Habe ich gekocht?

  • Nun, meine Bestellungen beim Lieferdienst haben zugenommen. Ich glaube, die vermissen mich, wenn ich weniger bestelle.
  • Gekocht habe ich unkomplizierte Gerichte, die schnell gehen. Besonders dann wenn Einkaufen und Kochen einfach nicht mehr drin war wie z.B. mein All-time-favourite Nudeln mit Feta, Gemüsereis oder Giouvarlakia, wenn mein Sohn sie sich gewünscht hat.
  • Neue Rezepte habe ich auch ausprobiert, aber keine griechischen. Wir kochen nämlich alle zwei Wochen gemeinsam mit meinem Sohn. Ich habe mich also an Semmelknödel, selbstgemachte Spätzle, indischen Gerichten und diversen anderen Rezepten versucht, die mein Sohn gerade spannend fand. Bis auf Keftedakia war kaum etwas aus Griechenland dabei.

Und 2018?

  • Mitte Dezember auf der Weihnachtsfeier meines Arbeitgebers gab es zwischen der Vorspeise und dem Hauptgericht ein paar Anekdoten zu Mitarbeitern. Ich saß entspannt auf meinem Stuhl. Da hörte ich auf einmal die Worte …neue Kollegin, Foodblog, tolle Rezepte, …leider noch nie was zum Probieren bekommen. „Marina, wir wünschen uns Dein letztes Rezept, bitte mach doch weiter auf Deinem Blog, wir finden ihn so toll.“ Mann war ich gerührt. Auch zum Backen für meine neuen und lieb gewonnen Kollegen hat es nicht gereicht. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich mich in die Küche gestellt und gebacken: Moustokouloura und Tiropitakia. Bis zum Mittag war kein Krümelchen übrig. Ein gutes Zeichen.
  • Und jetzt werde ich mir demnächst wieder ein schönes Rezept ausdenken. Über Feedback und Kommentare freue mich natürlich. Und zwischendurch könnt ihr auch gerne bei meinem anderen Projekt vorbeischauen. Da gibt es auch schöne Weinempfehlungen aus Griechenland.