Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Tomatokeftedes aus Santorini

Die wunderschöne Insel Santorini ist für diese aromatischen Tomatokeftedes berühmt. Einfache und wenige Zutaten, schnelle Zubereitung und unglaublich viel Geschmack, das zeichnet diese vegetarischen Tomatenpuffer aus. Auf der kargen Vulkaninsel wachsen kleine Tomaten, Tomatinia Santorinis,  mit einer Besonderheit: die Tomaten werden nicht oder kaum bewässert, die Pflanze versorgt sich weitgehend selbst. Leider bekommt man diese besonders leckeren Tomaten hier nicht. Und auch in Griechenland finde ich sie nur im getrockneten Zustand – diese kann ich sehr empfehlen.

Für die Tomatokeftedes eignen sich reife aromatische Tomaten mit festem Fruchtfleisch. Ochsenherztomaten, oder Fleischtomaten sind hier eine gute Wahl. Ich mische gerne Fleischtomaten mit Kirsch- oder Datteltomaten. Dazu kommen reichlich Kräuter und so wenig Mehl wie möglich. Wer mag, kann feingewürfelte Zwiebeln verwenden, ich bevorzuge jedoch Frühlingszwiebeln.

Tomatokeftedes sind ein besonders leckerer Meze, zusammen mit anderen Vorspeisen aus der griechischen Küche wie zum Beispiel Tsatsiki, ich esse sie gerne zum Abendessen mit einem Joghurtdip und einem Salat.

Ein Tipp: Die Flüssigkeit der Tomaten und die meisten der Kerne am besten nicht verwenden. Man benötigt sonst zu viel Mehl zum Binden der Masse. Zu trocken muss sie dennoch aber nicht sein, 1-2 EL Tomatensaft reichen aus.

Zutaten für ca. 10 Stück

  • 1 große Fleischtomate oder eine Ochsenherztomate
  • 5-6 Kirsch- oder Datteltomaten
  • 1 Frühlingszwiebel
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano
  • 3 Zweige frischer Basilikum
  • 5 Zweige frische Petersilie
  • 5 Zweige frische Minze
  • 3 EL Mehl, 60 g
  • Olivenöl zum Braten

 

1
Die Fleischtomate rundherum einritzen in eine Schüssel legen und mit heißem Wasser übergießen. 2-3 Minuten stehen lassen und anschließend schälen. Die Fleischtomate und die Kirschtomaten in kleine Würfel schneiden. Dabei die meisten der Kerne entfernen. Die Tomaten sollten nicht zu viel Wasser haben, maximal 1-2 EL.

2
Die Frühlingszwiebel putzen und in feine Ringe schneiden. Die Kräuter waschen und die Blättchen fein hacken. Alle Zutaten bis auf das Mehl in eine Schüssel geben und mischen. Das Mehl esslöffelweise zur Masse geben und untermengen. Das Ergebnis soll eine Masse sein, die noch feucht ist und aus der sich mit 2 Esslöffel gut Nocken formen lassen.

3
In einer Pfanne reichlich Olivenöl richtig heiß werden lassen. Mit einem Esslöffel etwas von der Masse ins Olivenöl geben oder mit zwei Esslöffeln Nocken formen. Von jeder Seite ca. 2-3 Minuten braten, bis sie goldbraun sind und eine knusprige Kruste haben. Die fertigen Tomatenpuffer auf Küchenpapier geben, um das überschüssige Olivenöl zu entfernen.

Tomatokeftedes schmecken heiß aus der Pfanne, lauwarm und auch kalt

Varianten
Wer mag, kann auch Feta unter die Masse geben oder auch ein Ei für eine bessere Bindung.

 

Noch mehr vegetarische Keftedes
Mit Kräutern: Lalangites
Ebenfalls aus Santorini mit Fava: Favokeftedes
Mit Zucchini: Kolokithokeftedes

 


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Dakos – erfrischend und schnell

Dakos aus Kreta

An heißen Sommertagen – und auch sonst – ist Dakos eines meiner liebsten Rezepte für ein schnelles und erfrischendes Abendessen. Wenige Zutaten, kaum 10 Minuten Arbeit und fertig ist ein leckerer Snack.

Die Grundlage bildet Paximadi, ein meist runder Gerstenzwieback, der auch als Kouloura bezeichnet wird. Darüber kommt eine geriebene, fruchtige, sonnengereifte Tomate. Der Tomatensaft durchtränkt dabei den Zwieback und macht ihn etwas weicher. Feta sorgt für eine salzige Note. Gewürzt wird dieser leckere Imbiss mit getrocknetem Oregano, der nach griechischem Sommer schmeckt und außerdem für eine leicht pikante Note sorgt. Wenn ich frischen Oregano zur Hand habe, dann verwende ich zusätzlich frischen. Reichlich Olivenöl ist ein Muss! Und wer mag, kann den Dako mit Oliven oder eingelegten Köstlichkeiten wie Kapern, Kapernäpfel, Kapernblätter oder auch Kritamos verfeinern.

Zutaten Dakos, Paximadi, Tomate, Feta

Dakos ist ein Spezialität aus Kreta, genauso wie der Gerstezwieback. In machen Regionen Kretas wird dieses Gericht auch als Koukouvaja (Eule) bezeichnet. Paximadi ist auf Kreta und vielen Inseln weit verbreitet. Im Norden Griechenland jedoch weniger. Es gibt zahlreiche Sorten, mal in verschiedenen Größen und mal mit mal ohne Gerstenmehl. Ich bevorzuge diejenigen mit Gerste und bin froh, dass mein griechischer Gemüsehändler in München diesen Zwieback anbietet. Man bekommt ihn aber auch online.

Paximadi ist genauso wie Zwieback recht hart. Um Brot länger haltbar zu machen backten die Insulaner das Brot einfach nochmal. Dadurch blieb es länger haltbar. Vor der Verwendung braucht das Paximadi daher etwas Flüssigkeit. Je nach Paximadi und eigenen Vorlieben mal etwas mehr mal etwas weniger. Dazu wird er z.B. kurz in Wasser getaucht. Wer ihn besonders weich mag, sollte ihm ein längeres Wasserbad gönnen. Das Olivenöl und die geriebene Tomate geben zusätzlich Feuchtigkeit ab und weichen das Paximadi auf. Wer also ein nicht ganz hartes Paximadi hat, sollte mit dem Wasserbad vorsichtig sein.

Ich bevorzuge ein mittelweiches Paximadi mit einer knusprigen Kruste, deshalb tauche ich es nur kurz in Wasser oder halte es kurz unter den Wasserhahn, so wie ich einen Teller abspülen würde. Und da ich gerne Tomatenstückchen auf meinen Dako habe, verwende ich sowohl geriebene wie gewürfelte Tomate. Ihr könnt die Tomate ganz klassisch griechisch mit einer Gemüseraspel reiben oder im Mixer, siehe Schritt 1.

Für zwei Portionen

  • 2 Hälften eines Gerstenzwiebacks (Paximadi, Kouloura)
  • 3 mittelgroße und reife Fleischtomaten
  • 2-4 EL Olivenöl (je nach Geschmack auch etwas mehr)
  • 80 g Feta, je nach Geschmack (ich brauche eher etwas weniger auf meiner Portion)
  • getrockneter Oregano
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • frischer Oregano nach Belieben zum Dekorieren
  • Optional zum Garnieren: Oliven, Kapern, eingelegte Kapernblätter, eingelegter Meerfenchel (Kritamos)

 

1
Tomaten enthäuten und pürieren: 3 Varianten
->Die Tomate reiben
Die Tomaten halbieren und vorsichtig mit einer Gemüsereibe reiben. Am Schluss bleibt die Schale übrig.
-> Mit Wasser überbrühen
Die Haut der Tomaten rundherum einritzen entweder rundherum etwas einritzen und mit heißem Wasser übergießen. Nach ein paar Minuten lässt sich die Schale sehr leicht entfernen.
-> Mit Hilfe eines Messerrückens
Eine andere Variante: mit dem Messerrücken mit etwas Druck über die Tomatenhaut streichen. Danach lässt sich die Tomate schälen.
Anschließend die Tomaten pürieren.

2
Die pürierten Tomaten mit etwas Salz und getrockneten Oregano würzen. Wer mag, kann auch zusätzlich frischen Oregano kleinschneiden und unterheben.

3
Den Zwieback in eine Schüssel mit Wasser tauchen, nur ein paar Sekunden und dann auf einen Teller legen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Solltet ihr ein recht hartes Paximadi haben, dass sich kaum brechen lässt, dann lasst ihn etwas länger im Wasser. Die pürierten Tomaten auf dem Zwieback verteilen.

4
Die dritte Tomate waschen, in Würfel schneiden und auf dem Dako verteilen. Den Feta über die Tomatenwürfel geben. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln und ganz nach Geschmack mit getrocknetem Oregano, frischen Oregano, Oliven oder Kapern dekorieren. Sehr fein sind auch eingelegte Kapernblätter oder Kritamos.

 

Dakos


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Spetzofai – Paprikapfanne mit würzigem Loukaniko

Spetzofai - Paprikapfanne mit Loukaniko aus Billion

Kulinarisch nehme ich euch mit diesem Rezept mit ins Pilion. Diese weniger bekannte Berggegend in Zentralgriechenland empfängt mit grünen Wälder und wunderschönen Stränden.

Spetzofai wird besonders gerne als Meze zu Ouzo gegessen oder auch als Hauptgericht. Die Zutaten sind überschaubar und einfach: Paprika, Tomaten (im Winter gerne aus der Dose) und Loukanika. Wobei, Loukanika, diese würzigen Bauernwürste, hier in Deutschland nicht an jeder Ecke zu bekommen sind.

Loukanika sind Würste aus Kalb- Schwein- und/oder Lammfleisch mit vielen Gewürzen sowie Lauch, Zwiebeln. Man schneidet sie in Stücke oder Scheiben, brät sie an und genießt sie als schnellen Snack. Rührei mit Loukaniko zum Beispiel, ist so ein schnelles Gericht, das fast jeder kochen kann. Meine Eltern haben früher Loukanika selbst gemacht. Vor 20 Jahren war es in der schwäbischen Provinz deutlich schwieriger an solche Spezialitäten heranzukommen. Das war aber nicht der einzige Grund. Bis auf meinen Vater mag keiner von uns fettes Fleisch, und meinen Eltern war schon immer die Qualität wichtig. Selbstgemacht war fast immer besser als gekauft. Uns so wurde in der griechischen Community reihum beim Dorfmetzger die Wurstmaschine ausgeliehen und meine Eltern verwursteten mit Freunden ganze Wochenenden kiloweise Loukanika. Ich war damals plus/minus 20 Jahre alt, froh, dass keiner meine Hilfe wünschte und suchte an diesen Tagen das Weite. Nachdem die Loukanika im Keller auf Dachböden gereift waren habe ich sie sehr gerne gegessen, viel lieber als die fertig gekauften. Noch heute schwärmt meine Mutter von feinen ganz dünnen Würstchen, die ihnen in einem Jahr besonders gut gelungen sind.

Also ich habe für Spetzofai Loukanika gekauft und natürlich nicht selbst gemacht. Man findet sie heute ganz leicht online. Es lohnt sich wirklich griechische Loukanika für dieses Gericht zu verwenden. Es macht wirklich einen Unterschied! Zur Not kann man natürlich gut gewürzte rohe Bratwürste oder Salsicce verwenden.

Man kann sich nun darüber streiten ob die Wurst oder die Paprika im Spetzofai die Hauptrolle spielen. Für mich ist es eindeutig die Paprika. Am liebsten verwende ich Spitzpaprika oder die grüne Dolma mit der dünneren Haut, mich erinnert das an griechische Sommer. Ich liebe gebratene Paprika. (Kein Besuch bei meiner Mutter ohne gebratene Paprika in Tomatensauce). Ihr könnt selbstverständlich jede Sorte verwenden, auch die dreifarbigen, die überall zu finden sind.
Wer sich traut, verwendet auch eine scharfe Paprika vom Türken. Denn Spezofai darf pikant sein. Ich bevorzuge Chili oder Boukovo. Damit kann ich die Schärfe besser dosieren.

Und noch pikantes Highlight gehört in mein Spetzofai: Boukovo. Boukovo sind geröstete scharfe Paprika, die zu Flocken gemahlen wurden. Ihr könnt Pul biber oder auch Chili verwenden. Meine Patentante hat mir scharfes (hellrot) und mildes (dunkelrot) Boukovo aus Thessaloniki geschickt. Beides ist im Spezofai gelandet.

Boukovo

 

Zutaten
für zwei als Hauptgericht oder für vier als Meze

  • 8 Spitzpaprika (Farbe egal)
  • 2 Loukanika
  • 4 Tomaten
  • ggf. 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • falls vorhanden: ein großzügiger Schluck Wein (ca. 40 ml)
  • 1 TL Zucker
  • je 1 TL scharfes und mildes Boukovo, bzw. nach Geschmack
    (ersatzweise Chilipulver und süßes Paprikapulver)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

 

1
Die Paprika waschen und vom Kerngehäuse befreien. Wer es rustikaler mag, verwendet die Paprika mit Stielansatz und Kernen. Ich bevorzuge von Kernen befreite Paprika. Die Spitzpaprika halbieren, größere Exemplare vierteln und trockentupfen. Die Würste in Scheiben schneiden, ca. 1 cm dick.

2
Die Tomaten rundherum einritzen, in eine Schüssel legen und mit kochend heißem Wasser übergießen. Ein paar Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten ganz leicht schälen und vom Stielansatz befreien. Im Mixer pürieren.

3
Eine große Pfanne auf den Herd stellen und heiß werden lassen. Die Loukanika von beiden Seiten ohne Fett anbraten. Sie sind schon fettig genug. Falls das nicht der Fall ist, dann in etwas Olivenöl anbraten. Herausnehmen und beiseitestellen.

4
Da Olivenöl in der Pfanne erhitzen, falls aus den Würsten viel Fett ausgetreten ist, könnt ihr die Paprika auch nur darin anbraten. Das Olivenöl fügt jedoch noch eine leicht herbe Geschmacksnote hinzu, die ich persönlich sehr mag. Die Paprika in die Pfanne geben. Vorsicht, es spritzt! Kräftig anbraten. Ich lege dabei immer den Deckel auf. Das bewahrt mich vor Spritzern… die Küche auch. Von allen Seiten anbraten.

5
Das Tomatenmark in die Pfanne geben und ein- bis zwei Minuten rösten. Mit Wein ablöschen und diesen verkochen lassen. Nun die pürierten Tomaten hinzufügen, die gebratenen Wurstscheiben und alle Gewürze. Die Tomaten sollten eigentlich genug Flüssigkeit mitbringen, weitere Flüssigkeit ist nicht notwendig. Falls doch, dann nur ein halbes kleines Glas Wasser hinzufügen.

6
Das Hitze leicht reduzieren und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis eine dicke sämige und aromatische Sauce entstanden ist. Das dauert ca. 10-15 Minuten, max. 20.

Dazu passt frisches Weißbrot und natürlich Feta. Und wer hat, kann auch noch frische Kräuter wie Petersilie vor dem Servieren darüberstreuen.

Spetzofai aus Billion


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Fasolakia, grüne Bohnen ganz pur

Fasolakia - Grüne Bohnen aus Griechenland

Es gibt eine griechische Abschiedsfloskel, die ich so gar nicht verstehe: kalo chimona. Damit wünscht man sich einen guten Winter und zwar oft sogar mitten im heißen Spätsommer. Wenn ich mich also bei fast 40 Grad Ende August oder Anfang September in Griechenland verabschiede, dann höre ich diesen Abschiedsfloskel immer mal wieder. Und innerlich zucke ich etwas zusammen. Jetzt schon an Winter denken? Dunkle Tage, Regen, Schneematsch, Kälte? Äh, nö! Ich gestehe, ich mag diesen Spruch einfach nicht.

Jetzt es ist Anfang Oktober, der Sommer ist wohl doch vorbei.  Aber bevor ich hier auch noch „kalo chimona“ wünsche, kommt ja erst ein hoffentlich warmer und sonniger Herbst mit all dem leckeren Herbstgemüse.

Vorher wird jedoch noch gebührend der Sommer verabschiedet und zwar mit einer meiner liebsten Sommergerichte: Fasolakia. Hier auf dem Blog habe ich schon eines online gestellt mit Kartoffeln. Meine Mutter hat Fasolakia früher meist mit Fleisch gemacht, jetzt bereitet sie es ganz pur vor. Nur zarte grüne Bohnen und Tomaten. Mehr nicht. Und genauso mag ich Fasolakia besonders gerne. Die grünen Bohnen müssen schön zart sein. Ob man dafür breite oder schmale Bohnen nimmt ist Geschmacksache. Ich mag beide Bohnensorten sehr gerne und verwende die Sorte, die frischer aussieht und mir besonders zart erscheint.

In Griechenland gibt es ein paar Sorten, die hier schwerer zu finden sind. Barbounia zum Beispiel, sie haben eine gesprenkelte Schale und schmecken besonders gut. Dazu Zwiebeln, Knoblauch frische Tomaten, ein paar Kräuter und natürlich gutes Olivenöl. Mehr braucht es wirklich nicht.

Und so sehen Barbounia aus, nicht zu verwechseln mit der Fischsorte 🙂

Griechische Barbounia

 

Zutaten für 4 Personen

  • 600 Grüne Bohnen
  • 3 EL Olivenöl + 3-4 extra
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4-5 reife Tomaten (ca. 500g)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas edelsüßer Paprika
  • eine Prise Zucker
  • etwas frische Minze
  • etwas frische Petersilie

1.
Die Bohnen putzen und waschen. Ich kappe meist die Enden und entferne falls vorhanden die Fäden an den Seiten (siehe hier grüne Bohnen putzen). Abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und hacken.

2.
Die Tomaten rundherum mit einem Messer einstechen. Mit kochendem Wasser bedecken und 1-2 Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten sehr leicht schälen. Im Mixer pürieren.

3.
3 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin bei milder Hitze glasig dünsten, danach die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten. Die Bohnen hinzufügen und kurz im Olivenöl wenden. Nun das Tomatenmark unterrühren und kurz rösten lassen.

4.
Die pürieren Tomaten zum Gemüse geben und mit Salz, Zucker, Pfeffer und Paprika würzen. Vorsichtig umrühren. Ich füge normalerweise kein weiteres Wasser hinzu. Es sei denn die Tomaten haben nicht genug Saft abgeben. In diesem Fall soviel Wasser hinzufügen, bis die Bohnen bedeckt sind. Deckel drauf und etwas 30 Min. sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und prüfen, ob ggf. Wasser hinzugefügt werden muss. Danach weitere 10 Min. bei locker geschlossenem Deckel weiterköchelnd lassen, damit die Tomatensauce schön sämig einkochen kann.

5.
In der Zwischenzeit die Kräuter putzen, waschen und fein hacken.

6.
Nach ca. 40 Min. die Bohnen probieren. Die Flüssigkeit sollte jetzt nahezu eingekocht sein. Wenn die Bohnen gar sind, das restliche Olivenöl und die Kräuter hinzufügen. Noch weitere 5 Min. simmern lassen.

Dazu passt übrigens frisches Brot, z.B.: ein Weißbrot und Feta.

Variante Fasolakia mit Kartoffeln

 

 


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Knusprige Zucchini – für zwischendurch, Meze oder eine komplette Mahlzeit

Gebratene Zucchini

 

„Was soll ich Dir denn zum Essen machen?“ fragt mich meine Mutter, als ich am letzten Urlaubstag meinen Koffer packte. Eigentlich wollte ich nichts, das Frühstück lag nicht sonderlich lange zurück und es war noch nicht mal Mittag. Während ich also meine Sachen zusammensuchte, merkte ich dass die Wohnung nach gebratenen Zucchini duftete. Stimmt! Sie hatte noch Zucchini bekommen, die mit heller Schale, die man hier in Deutschland so selten findet. Dicke saftige Scheiben, die in viel Olivenöl gebraten werden. Lecker! Mein sehr früher Mittagssnack, bevor ich zum Flughafen fuhr. Perfekt, denn in den ganzen Tagen davor hatte ich gar keine griechischen Zucchini gegessen.

Die Variante, die ich euch hier vorstelle, habe ich noch vor dem Urlaub zubereitet und schaffe es erst jetzt, sie auf dem Blog zu veröffentlichen. Das sind die Zucchini, die ihr vielleicht schon mal beim Griechen gegessen habt: dünne Scheiben, knusprig gebraten. Bei mir gab es dazu Tsatsiki, das demnächst ebenfalls auf den Blog kommt. Für mich ein komplettes Abendessen oder ein Meze.

Die Zucchini werden vor dem Braten in Mehl und dann nochmal kurz in kaltes Wasser getaucht. Merkwürdigerweise spritzt es kaum, dennoch sollte man vorsichtig beim Braten sein.

Zutaten

  • 2 mittelgroße Zucchini
  • grobes Meersalz
  • ein paar EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

1.
Die Zucchini waschen, vom Stiel- und Blütenansatz befreien und in dünne Scheiben schneiden, ca. 5mm dick. In ein Sieb gebe und mit etwa 1 TL grobem Meersalz bestreuen. Mehrmals wenden. Das Sieb über eine Schüssel stellen. Für ca. 30 Min. stehen lassen.

2.
Die Zucchini haben jetzt ziemlich Flüssigkeit verloren. Mit einem Tuch abtupfen. In zwei Schüsseln jeweils Mehl und kaltes Wasser bereitstellen. Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen. Die Zucchini in Mehl wenden.

3.
Die Zucchini sobald das Öl heiß genug ist, abklopfen, kurz in Wasser tunken und vorsichtig in die Pfanne legen. Von beiden Seiten in 2-3 Min. goldbraun braten. Die 2. Seite ist meist schneller goldbraun. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

4. 
Wem die Zucchini nicht salzig genug sind, der kann noch mit grobem Meersalz würzen. Warm schmecken sie mir persönlich am besten.

Denn Schritt mit dem Entwässern der Zucchini kann man natürlich auch überspringen, was ich auch oft mache, wenn ich kaum Zeit habe. Sie werden dadurch etwas weniger knusprig.

Dazu passt: Tsatsiki, Tirokafteri, Tiganopsoma, Fetacreme oder auch einfach Feta mit etwas Olivenöl und Oregano und… Brot.


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Melitzanes Papoutsakia – Gefüllte Auberginen

Melitzanes Papoutsaki - Gefüllte Auberginen aus Griechenland

Papoutsakia bedeutet kleine Schuhe. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Melitzanes papoutsakia, kleine Auberginenschuhe. Wie man auf die Idee gekommen ist, erschließt sich mir nicht… Es handelt sich dabei um gefüllte Auberginen, die Füllung besteht in der Regel aus einer Hackfleischsauce. Als ich in meinem Umfeld erzählte, welche Zutaten ich für das Rezept benötige, kam sofort die Frage: „Ach, Du machst Moussaka?“. Nein, kein Moussaka, aber die Zutaten sind… na ja identisch: Auberginen, Hackfleischsauce, Béchamelsauce. Dennoch kein Vergleich.

Melitzanes Papoutsakia kann man immer machen, es ist allerdings ein klassisches Sommergericht. Verwendet werden Auberginen und reife Tomaten. Kein leichtes Sommergericht allerdings. Wenn man jedoch vom Strand hungrig zurück nach Hause kommt, Fischtavernen außer acht gelassen hat und schon von der Haustüre den Duft nach gebackenen Auberginen riecht, dann sind eine oder auch gleich zwei dieser gefüllten Auberginen perfekt!

Tomaten und Auberginen

Ich empfehle euch für dieses Gericht reife und aromatisch Tomaten zu verwenden. Im Winter tun es natürlich auch Dosentomaten, und auch sonst, wenn die Tomaten nicht sonderlich aromatisch sind. Ein Hauch Zimt verleiht der Hackfleischfüllung einen griechischen Touch. Und wer mag, kann auch noch Käse in die Füllung reiben. Das ist mir persönlich aber zu viel. Statt die Aubergine auszuhöhlen und die Stückchen zur Füllung zu geben, drücke ich die Auberginen lieber etwas ein. So hat man mehr von der Aubergine. Und ich backe die Auberginen lieber im Ofen vor, statt sie in der Pfanne anzubraten. Spart Fett und macht das Gericht etwas bekömmlicher.

Die Zutaten sind mit Augenmaß, denn es kommt auf die Größe der Auberginen an. Hier sind es mittelgroße Auberginen.

Zutaten 

  • 3 Auberginen
  • grobes Meersalz
  • getrockneter Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Für die Hackfleischfüllung

  • 500 g Hackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Fleischtomaten (500 g)
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • getrockneter Oregano
  • eine Prise Zimt
  • eine Prise Zucker
  • frische oder getrocknete griechische Minze (Diosmos)
  • ein halbes Bund Petersilie

Für die Béchamel

  • 4 EL Butter
  • 4 EL Mehl
  • 600 ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 50 g geriebenen Kefalograviera (oder Parmesan)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer+
  • frisch geriebene Muskatnuss

 

1.
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen waschen, abtropfen und der Länge nach aufschneiden. Ob man den Stiel entfernt oder nicht, ist Geschmacksache. Ich lasse ihn gerne dran. Die Auberginen rautenförmig einschneiden. Bitte nicht bis zur Schale, lediglich die Oberfläche.

Auberginen für Papoutsakia - rautenförmig eingeschnitten

Auf das Backblech mit der Schale nach unten legen und mit Salz, Pfeffer und Oregano bestreuen. Die Gewürze dabei auf die Oberfläche einreiben, so dass sie auch in die Einschnitte gelangen.

Auberginen für Papoutsakia

Mit Olivenöl beträufeln und im Ofen etwa 30 – 40 Minuten backen, bis die Auberginen schon ziemlich weich sind. (Sie werden mit der Füllung noch weitere 15-20 Min. gebacken.) Die Oberfläche sollte eine goldbraune Farbe bekommen haben. Etwas abkühlen lassen und mit einem Löffel eine Mulde in die Auberginen drücken.

Mulde in die Auberginen drücken

2.
Während die Auberginen im Ofen sind, wird die Füllung vorbereitet. Dazu Zwiebeln und Knoblauch putzen und fein würfeln. Die Tomaten vom Stielansatz befreien, waschen und im Mixer pürieren.

3.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anbraten. Danach den Knoblauch ebenfalls kurz anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und unter Rühren krümelig braten, bis es braun geworden ist. Nun das Tomatenmark hinzufügen und 1-2 Min. anbraten. Mit Rotwein ablöschen. Sobald der Rotwein verdampft ist, die pürierten Tomaten mit etwa 100 ml Wasser hinzufügen. Alle Gewürze bis auf die Petersilie zum Hackfleisch geben und  etwa 20 Min. köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Petersilie waschen und fein hacken. Wer mag, kann sich noch ein paar Blättchen für die Deko beiseite legen. Die Sauce ist dann fertig, wenn die Flüssigkeit eingekocht ist. Am einfachsten prüft man das, indem man mit dem Kochlöffel über dem Boden fährt. Die Petersilie unterrühren und die Füllung beiseite stellen.

4. 
Für die Béchamel in einem Topf 4 EL Butter zerlassen. Das Mehl hinzufügen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Mehl dabei nicht zu lange anschwitzen, denn die Mehlschwitze darf dabei nicht dunkel werden, wir möchten eine helle Béchamelsauce. Die kalte Milch in etwa 5 Portionen zur Butter-Mehl-Mischung geben und dabei kräftig umrühren bis sich die Milch mit der Mehlschwitze verbunden hat. Aufkochen lassen bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Das Ei trennen (Eiweiß für ein anderes Gericht verwenden) und das Eigelb zügig unterrühren. Den Käse untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken.

5.
Hackfleischmasse in die Mulden geben und darüber Béchamelsauce. Im Ofen bei 180 °C etwa 15-20 Min. backen bis die Béchamelsauce goldbraun ist.


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Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Würzig, zart und ja… auch sommerlich, Fleisch mit Auberginen

Fleisch mit Auberginen aus Griechenland, Kreas me melitzanes

oder Kreas me melitzanes.

Kennt ihr das? Ihr zieht los, um Zutaten für ein bestimmtes Rezept zu kaufen und kommt mit ganz anderen Zutaten wieder zurück. So ging es mir. Feta wollte ich machen, ein simples sommerliches Gericht im Ofen. Nach Hause getragen habe ich Zutaten für ein würziges Fleischgericht mit Auberginen. Kreas me melitzanes ist ein wunderschönes Gericht, bei dem man gar nicht auf die Idee kommt, dass es ein typisches Sommergericht ist. Meist wird es auch Moschari me melitzanes genannt, Kalb mit Auberginen, denn in Griechenland wird besonders gerne zu Kalbfleisch gegriffen. Hätte ich diesmal auch, allerdings gab es bei meinem Lieblingshändler kein schönes Stück mehr und so hab ich Rind gewählt. Rindfleisch kann es  auch besser mit den Gewürzen Zimt und Piment aufnehmen, die diesem Gericht Würze verleihen.

Das Fleisch wird lange bei sanfter Hitze mit frischen Tomaten geschmort und wird dadurch wunderbar zart und mürbe. Dazu passen die Auberginen, die ich im Backofen fast gar gebacken und zum Schluss zum Fleisch gegeben habe. Im authentischen Rezept werden die Auberginen in der Pfanne mit viel Olivenöl gebraten. Das ist extrem lecker, aber auch ganz schön fettig und gehaltvoll. Aber, probiert es selbst aus. Nun könnte man einwenden, dass es doch ganz schön umständlich ist, die Auberginen erst zu braten oder zu backen und dann auch noch zu kochen. Ja, das stimmt und auch wenn ich ansonsten mein Gemüse knackig mag, so haben diese griechischen Schmorgerichte ihren eigenen Reiz. Das Gemüse wird hier langsam und lange gegart, es karamellisiert fast. Das Olivenöl als Geschmacksträger tut sein übrigens und es entstehen Gerichte, mit einer ganz besonderen Textur, voller Aroma und Geschmack und den Düften nach heißen griechischen Sommertagen in noch heißeren Küchen. Für eine Frischekick sorgt ein Klecks Joghurt oder Feta… oder Joghurt und Feta.

Sucht euch für dieses Gericht eher schmale und längliche Auberginen aus. Falls ihr welche mit hellvioletter, gestreifter Haut findet, dann greift zu diesen, sie sind meist milder im Geschmack und müssen nicht unbedingt entbittert werden. (Wobei Bitterstoffe ja sehr gesund sind…). Leider habe ich diese Auberginen nicht bei meinem Lieblingshändler gefunden und habe zu normalen dunkelvioletten gegriffen.

Auberginen

 

Ach ja,… noch etwas. Das Gericht braucht Zeit, ca 2-2,5 Stunden. Aber es macht kaum Arbeit. Greift also unbedingt zu reifen, frischen Tomaten (bei mir waren es italienische Flaschentomaten) für die Sauce, es lohnt sich. Wenn ihr keine aromatischen, reifen Tomaten findet, dann tun es auch die aus der Dose.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g mageres Rindfleisch (oder Kalbfleisch) zum Schmoren
  • 3 längliche Auberginen
  • 3-4 reife Tomaten (ersatzweise 500 ml passierte Tomaten)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 10 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein
  • Salz (normales oder grobes Meersalz)
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 2 gemahlener Prisen Piment (am besten frisch gemahlen, oder 2 Pimentkörner)
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Stängel Thymian

Zum Servieren

  • etwas frische Petersilie
  • griechischer Joghurt
  • Brot

1.
Das Rindfleisch in größere Stücke teilen, nur ganz leicht salzen und pfeffern. Die Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden.

2.
Wasser zum Kochen bringen, am besten im Wasserkocher. Die Tomaten waschen mit einem Messer rundum mehrmals einstechen und in eine Schüssel legen. Mit dem kochenden Wasser übergießen und ein paar Minuten stehen lassen. Danach lässt sich die Haut ganz leicht abziehen. Das Fruchtfleisch pürieren.

3.
Die Hälfte des Olivenöls in einen großen Topf geben und erhitzen. Das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten. Herausnehmen und kurz zur Seite stellen. Die Zwiebeln im Bratfett in ca. 2 Min. glasig braten. Danach den Knoblauch ganz kurz mitraten. Das Tomatenmark in den Topf geben und unter Rühren ebenfalls anbraten. Mit dem Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit bis einkochen lassen. Das Fleisch in den Topf geben sowie die pürierten Tomaten. So viel Wasser hinzufügen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist, bei mir war es ein halbes Glas. Salz, Pfeffer, Zucker, Piment, Zimtstange, Thymian und Lorbeer hinzufügen. Zum Kochen bringen, die Hitze zurückschalten und etwa 1,5 Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch fast gar ist. Von Zeit zu Zeit umrühren und notfalls Wasser zugeben.

4.
Die Auberginen waschen und den Strunk abschneiden. Die Schale in Streifen schälen, so dass noch etwas Schale daran ist. Es sieht ungefähr wie bei einem Zebra aus. Das habe ich leider nicht fotografiert, aber man kann es bei dem unteren Bild etwas erkennen. Die Auberginen halbieren und die Hälften in Drittel schneiden. Es sollten nicht zu kleine Stücke werden. Die Auberginen in ein Sieb geben, kräftig salzen, am besten mit grobem Meersalz und etwa 20 Min. stehen lassen, damit die Bitterstoffe herausgeschwemmt werden.

5.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auberginen unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit dem restlichen Olivenöl mischen, am besten in einer Schüssel, so dass die Auberginen von allen Seiten mit Olivenöl überzogen sind. Auf ein Backblech geben und etwa 15-20 Min. im Ofen backen, bis sie goldbraun sind und fast gar. Sie sollen noch etwas Biss haben.

Gebackene Auberginen

6.
Die Sauce abschmecken und ggf. nachwürzen. Die Auberginen zum Fleisch geben und sanft in die Sauce drücken. Die Tomatensauce sollte aber zu diesem Zeitpunkt schon relativ dick eingekocht sein. Falls sie noch sehr wässrig ist, ohne Deckel kochen, bis sie sämiger geworden ist. Dann erst die Auberginen hinzufügen. Das Gericht weitere 20 Min. schmoren lassen. Die Auberginen sind jetzt weich, das Fleisch ist butterzart und die Sauce ist gerade noch vorhanden und richtig dick eingekocht.

Dazu passt Brot, Feta und griechischer Joghurt. Wer mag, kann das Gericht noch mit frischer Petersilie servieren.


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono