Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono


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Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.


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Ladenia – die Schlichte aus Kimolos

Ladenia - griechischer Hefefladen mit Tomaten, Zwiebeln und Oregano

Heute nehme ich euch mit auf eine kulinarische Reise zu den Kykladen nach Kimolos. Diese Insel ist für seine Ladenia bekannt. Ladenia st ein Hefefladen, der mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt wird. Was für ein Duft, wenn diese Köstlichkeit aus dem Ofen kommt.

Der Name Ladenia leitet sich von Ladi, dem griechischem Wort für Öl. Gemeint ist mit Ladi hauptsächlich Olivenöl – was sonst. Und sowohl im Teig als auch auf dem Belag wird reichlich davon verwendet. Olivenöl wird im Winter hergestellt, wenn die Oliven die richtige Reife dafür haben. Den großen Auftritt hat für mich Olivenöl jedoch im Sommer, wenn es sehr verschwenderisch in Salaten oder Gemüsegerichten, den Ladera, verwendet wird. Auch bei dieser Pita wird nicht daran gespart, die Aromen des Olivenöls mischen sich mit den fruchtigen Tomaten und dem würzigen Oregano und katapultieren einen direkt in den Süden. Das Olivenöl sorgt für einen lockeren Teig, der schön saftig bleibt, und… für fettige Finger, wenn man das erste heiße und saftige Stück gleich aus dem Blech probiert.

Ganz klassisch wird die Ladenia oder auch Ladopita nur mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt. Wer möchte, kann auch Kapern verwenden, die ebenfalls zur griechischen Inselküche gehören, oder Oliven und Paprika.

Zutaten

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 150 g lauwarmes Wasser
  • ein halber Würfel frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • 30 ml Olivenöl

Für den Belag:

  • 1 große rote (oder weiße) Zwiebel
  • 4 reife und feste Fleischtomaten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • optional: etwas wilder Thymian
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 30 ml Olivenöl

1.

Teig für Ladenia
Das Mehl in eine Schüssel geben. Das Salz hinzufügen, am besten am Rand. Die Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen. Zum Mehl geben und 30 ml Olivenöl dazugeben. Zu einem weichen und elastischem Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Klebt er zu sehr an den Händen, dann etwas mehr Mehl hinzufügen. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben. Den Teig zu einer Kugel formen, zudecken und ca 40 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Aufgegangener Teig für Ladenia

2.
In der Zwischenzeit die Zwiebel halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Stückchen mit den Händen voneinander lösen. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Ein rundes Blech oder eine Springform von 28 cm Durchmesser mit Öl bestreichen, auch die Ränder. Den Ofen auf 180 ° vorheizen

3.
Tomaten, Ziwiebeln, Oregano - die Zutaten für Ladenia

Den aufgegangenen Teig mit den Händen in die Form drücken und dabei auch einen kleinen Rand formen. Die Oberfläche mit etwas Olivenöl bepinseln. Die Zwiebeln auf den Teig geben und mit etwas Meersalz würzen, dann die Tomatenscheiben fächerförmig darauflegen. Mit dem restlichen Salz, sowie dem Pfeffer dem Oregano und ggf. dem Thymian würzen und das restliche Olivenöl darüberträufeln. Die Ladenia ca. 40 bis 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Die Ladenia schmeckt sehr gut mit einem trockenen Weißwein, zum Beispiel einem Assyrtiko aus Santorin. Besonders gut schmeckt sie warm aus dem Ofen, aber auch kalt.

Griechische Inselküche - Ladenia aus Kimonos


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Marmelade aus Mispeln mit Vanille

Marmelade aus Mispeln

Mousmoula heißen Mispeln auf Griechisch, auch Mespilies und Nespola. Ich verpasse die Saison meist, wenn ich im Hochsommer in Griechenland bin. Säuerlich-süß und sehr saftig sind diese leuchtend orangefarbenen Früchte, die von weitem mit Aprikosen verwechselt werden könnten. Wenn ich sie hier finde, dann kaufe ich mir ein paar zum Naschen. Diesmal habe ich ein paar mehr gekauft und Mispelmarmelade gekocht.

Dabei habe es mir ziemlich einfach gemacht und Gelierzucker verwendet. In Griechenland habe ich den noch nie gefunden. Dort kocht man Marmelade mit normalem Zucker. Das braucht etwas mehr Zeit, bis die Marmelade geliert. Mit dem handelsüblichen Gelierzucker ist die Marmelade hingegen schnell gekocht.

Für 5 kleine Gläser
(à 175 ml)

  • 1 kg geputzte Misteln (ca. 1,6 kg Früchte)
  • 500 g Gelierzucker (2:1)
  • Saft einer halben Zitrone
  • ein Drittel einer Vanilleschote

1.
Die Mispeln schälen und von den Kernen befreien, das braucht etwas Geduld. Es empfiehlt sich mit Handschuhen zu arbeiten, der Fruchtsaft verfärbt die Haut  Für mich ist es einfacher, wen ich die Früchte zunächst halbiere. Die Schale lässt sich ganz einfach mit einem Messer abziehen. Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Kerne – jede Frucht hat zwei bis drei davon – entfernen und auch das Häutchen im Inneren der Frucht. Braune Stellen entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Fruchtwürfel sofort mit Zitronensaft vermischen, damit sie sich nicht verfärben.

2.
Die Misteln mit dem Gelierzucker in einem großen Topf geben. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Je nach Geschmack die Mispeln leicht pürieren. Ich püriere meist einen großen Teil und lasse ein paar Stückchen in der Masse. Mit der Vanilleschote zu den Mispeln geben. Alles gut vermengen. Ca. 30 Minuten stehen lassen.

3.
Die Mispeln zum Kochen bringen und ca. 4-6 Minuten sprudelnd kochen (bzw. nach Anweisung auf der Packung des Gelierzuckers). Dabei ständig umrühren. Nun sollte die Marmelade gelieren, wenn ihr davon einen Tropfen auf einem kalten Teller gebt.

4.
Die Vanilleschote aus dem Topf fischen. Die Mispel-Marmelade heiß in die bis zum Rand in die vorbereiteten Gläser füllen. Verschließen und umgedreht abkühlen lassen.


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Duftendes Galaktoboureko

Galaktoboureko

Das ist das wunderbarste griechische Dessert. Ich liebe es, wenn der Kuchen endlich gebacken ist und ich ihn heiß und duftend aus dem Ofen nehmen kann. Sobald er in Berührung mit dem Sirup kommt, knistert der kross gebackene Filo und die ganze Küche duftet so schön nach Butter, Filo und den Zitrusaromen des Sirups. Von den Rezepten, die sich Leser meines Blogs wünschen, wird Galaktoboureko am häufigsten genannt. Hier ist es endlich: Lockere Grießcreme umhüllt von dünnen Filoteigschichten und in Zuckersirup getränkt. Meistens sehr süß. Beim Zucker habe ich hier jedoch gespart. Wer es richtig süß haben möchte, kann den Zucker in der Creme sogar vervierfachen.

Vor vielen Jahren kamen mal Freunde von Verwandten aus Griechenland zu Besuch. Wir schleppten sie in eine deutsche Konditorei, priesen die hiesige Konditorenkunst in den höchsten Tönen (nicht zu vergleichen mit den pappsüßen griechischen Kuchen) und bestellten Käsekuchen, Erdbeerkuchen, Apfelkuchen und was sonst noch da war. Der Kuchen wurde gegessen, das schon, restlos. Die Bemerkungen dazu waren ungefähr so: „Das bezeichnet man hier also als Kuchen, ist es denn normal, dass kein Zucker drin ist?“ Oder: „Ich mache euch nachher mal was Süßes.“ Auch schön: „Also wenn da kein Kilo Zucker drin ist, ist es doch nichts Süßes!“ Mittlerweile haben sich die Erinnerungen daran verklärt: „Die Deutschen machen so lecker-leichte Kuchen.“

Galaktoboureko gehört zu den sogenannten Siropiasta, also Gebäck, das nach dem Backen in Sirup getränkt wird. Es gibt unzählige Tipps, wie das richtige Tränken funktioniert. Dabei geht es um die Konsistenz des Sirups und besonders wichtig die Temperatur. Ich halte mich bei Kuchen mit Filo an eine Faustregel: kalter Sirup, heißer Kuchen. Deshalb muss der Sirup als Erstes hergestellt werden, damit er abkühlen kann.

Damit der Filo auch nach dem Tränken kross bleibt, empfehle ich die Verwendung von geklärter Butter. Da der Butter durch das Klären Flüssigkeit entzogen wurde, ist das Ergebnis nach dem Tränken besser als bei ungeklärter Butter. Butter klären geht ganz schnell und übrig gebliebene Butter lässt sich lange aufbewahren und zum Braten verwenden. Man kann sich diesen Schritt natürlich auch sparen und die Butter einfach so schmelzen und verwenden.

Zutaten 

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • Schale und Saft von einer halben Bio-Zitrone
  • 3 Nelken

Für die Créme

  • 1 l fettarme Milch
  • eine halbe Vanilleschote
  • Schale von einer halben Zitrone, fein gerieben
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker
  • 120 g sehr feiner Hartweizengrieß (gibt es beim Griechen)

Außerdem

  • 200 g Butter
  • 1 Packung Filo-Teig (450 g)
  • rechteckige Form, 30 x 20 (oder 30 x 40)

1.
Zunächst den Sirup herstellen: Alle Zutaten in einen Topf geben, umrühren und aufkochen lassen. Etwa 4 Minuten leicht sprudelnd kochen. Der Sirup muss komplett auskühlen, bevor er weiterverwendet wird.

2.
Die Butter klären: Die Butter in Stückchen schneiden und ein einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn kein Schaum mehr entsteht, ist die Butter geklärt. In eine Schüssel füllen, der Bodensatz bleibt im Topf und wird nicht verwendet. Abkühlen lassen.

3.
Für die Créme wird die Milch in einem großen Topf erhitzt. Die Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote zur Milch geben. In einer Schüssel die Eier aufschlagen und verquirlen. Den Zucker, den Grieß und die Zitronenschale hinzufügen und gut vermischen, so dass keine Klümpchen zu sehen sind. Mit einem Schöpflöffel etwas heiße Milch unter Rühren in die Ei-Grießmasse geben. Ein paar Mal wiederholen. Die Ei-Grieß-Mischung zur Milch geben und gut umrühren. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Creme sollte jetzt dickflüssig sein. Zu fest darf sie nicht werden, damit sie auch nach dem Backen schön locker und cremig bleibt. In eine Schüssel umfüllen und die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.

4.
Wenn die Creme etwas abgekühlt ist, den Ofen auf 180° vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform mit der geklärten Butter fetten. Ein Teigblatt so in die Form legen, dass es an einer Seite aus der Form „hängt“. Mit Butter bestreichen. Das nächste Teigblatt in die Form legen, und zwar so, dass es an der anderen Seite überlappt. Erneut mit der Butter bestreichen und mit der Hälfte des Filos so weitermachen. Dabei jede Schicht buttern, sonst kann der Filoteig nicht gut durchbacken und später den Sirup aufnehmen.

 

Filoteig buttern

5.
Die Creme in die Form geben und glatt sreichen. Die Teigschichten, die aus der Form hängen über die Creme klappen und mit Butter bestreichen.

Galaktoboureko vorbereiten

6.
Den restlichen Filo doppelt falten und einzeln glatt auf die Creme legen. Erneut jede Schicht buttern, ganz besonders die letzte Schicht. Falls geklärte Butter übrig bleibt – bei mir waren es ca. 3-4 EL – lässt sich diese gut aufbewahren und zum Braten verwenden.

7.
Die überschüssigen Teigränder kann man jetzt abscheiden oder mit Hilfe eines Messers nach innen schlagen. Bevor das Galaktoboureko in den Ofen kommt, muss die Oberfläche mit einem spitzen Messer eingeritzt werden. Dazu einfach die Portionen einschneiden, dabei nur die obersten Schichten schneiden. In der Mitte des Ofens in ca. 45 Minuten goldbraun backen. Die Oberfläche muss schön kross sein.

Galaktoboureko gebacken

8.
Direkt nach dem Backen wird das Galaktoboureko mit dem Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup auf den Kuchen fließen lassen. Es sieht zunächst so aus, als würde dieser Sirup nie aufgenommen werden. Jetzt heißt 2-3 Stunden geduldig sein, bis sich das Galaktoboureko vollgesaugt hat und abgekühlt ist.

Galaktoboureko mit Sirup tränken

Galaktoboureko mit Zitronensirup

Dazu passt eine Kugel Eis.

Griechisches Galaktoboureko

Noch mehr Siropiasta:


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Spanakorizo – Zitroniger griechischer Spinatreis

Spanakorizo - griechischer Spinatreis

Spanakorizo ist ein schlichtes und doch elegantes griechisches Reisgericht. Für mich ist es ein perfektes Frühlingsgericht, wenn es wieder frischen Spinat gibt. Dann fülle ich eine riesige Tüte mit Gartenspinat bei meinem Gemüsehändler. Und wenn ich beim Anblick der Menge denke, „viel zu viel“, dann packe ich noch eine großzügige Handvoll dazu. Zu wenig Spinat sollte es nämlich nicht sein.

Für diesen Spinatreis braucht es außerdem nur noch Reis, Zitrone und Kräuter wie zum Beispiel Dill, Minze und Petersilie passen aber auch sehr gut dazu. Beim Reis ist die Sorte eigentlich egal. Ich verwende besonders gerne Risotto-Reis, den ich vorher gründlich unter fließendem Wasser spüle. Das Ergebnis ist nämlich kein sämiges Risotto, sondern ein lockerer Reis. Deshalb passt auch Langkornreis ganz gut dazu. In machen Regionen Griechenlands wird das Spanakorizo mit passierten Tomaten gekocht. Ebenfalls eine leckere Variante.

Wenn ich Babyspinat finde oder der Gartenspinat besonders zart ist, dann koche ich den Reis fast gar und gebe den Spinat erst ein paar Minuten vor Ende der Garzeit dazu. So verkocht er nicht zu sehr. Ein Muss bei diesem Klassiker ist viel Zitronensaft und ein gutes Olivenöl, das großzügig über das fertige Gericht kommt.

Für ca. 3 Personen

  • ca. 500 g frischer Spinat (geputzt ca. 400 g)
  • 1 große rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl (wer mag auch etwas mehr)
  • 150 g Risottoreis (alternativ Langkornreis)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bio-Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 5 Zweige frischer Dill
  • Noch mehr Olivenöl und Zitronensaft zum Servieren

1.
Beim Spinat die dicken Stängel abscheiden, sorgfältig waschen und abtropfen lassen. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Den Reis unter fließendem Wasser waschen bis das Wasser klar wird. Beim Langkornreis verzichte ich auf das Waschen.

2.
Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze langsam glasig dünsten. Den Knoblauch hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten. Nun den Reis zu den Zwiebeln geben und ein paar Minuten im Olivenöl dünsten.

3. 
Den Spinat portionsweise zum Reis geben und zusammenfallen lassen. Der Spinat gibt dabei Flüssigkeit ab. Die Frühlingszwiebel hinzufügen, salzen und pfeffern. So viel Wasser hinzufügen, bis das Gericht knapp bedeckt ist. Die Zitrone heiß waschen und ca ein Viertel der Schale fein reiben. Zum Spinatreis geben und vorsichtig umrühren. Bei mittlerer Hitze zugedeckt sanft köcheln lassen bis der Reis die komplette Flüssigkeit aufgenommen hat und gar ist. Dabei nur wenn unbedingt nötig umrühren, noch besser kurz am Topf rütteln.

4.
Die Zitrone auspressen und den Saft kurz vor Ende der Garzeit zum Reis geben. Den Dill waschen fein hacken und unter den Reis mischen.

5.
Mit Zitronensaft und frischem Dill servieren. Und unbedingt noch einen guten Schuss Olivenöl über das Spanakorizo geben. Schmeckt warm, lauwarm und kalt. Ich esse es gerne solo als Hauptgericht es passt natürlich auch wunderbar zu Fisch und Fleisch.

Noch mehr griechische Rezepte mit Reis und Gemüse


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Kornelkirschen-Likör oder Liker Krano

Kornelkirschen Likör in der Flasche

Λικέρ κράνο – Liker krano

Nach 60 Tagen ist er jetzt fertig der Kornelkirschenlikör. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der weiß, dass ich ihn schon letztes Jahr machen wollte. Meine Oma schwörte bei Bauchweh darauf. Likör mag ich jetzt ehrlich gesagt nicht sooo gerne, aber diesen hier schon. Und ich bin ziemlich glücklich, dass er mir gleich beim ersten Mal gelungen ist. Das hier ist also kein mehrfach erprobtes Rezept, sondern der Bericht, über die Entstehung dieses Likörs. Und ich verrate euch am Schluss, was ich anders machen würde.

Kornelkirschenlikör

Es fing Mitte August mit einem Besuch in Baden-Württemberg an. Ich hoffte auf reife Kornelkirschen bei Bekannten. Und ich hatte Glück. Meine Tante hatte mir welche beiseite gelegt.

Kornelkirschen Ernte

Hängen sie noch so rot am Baum, dann sind sie noch unreif. Sie fallen fast von selbst runter, wenn sie reif sind. Die Ernte selbst habe ich also verpasst. Die reifen Früchte sind tiefrot und weich.

Reife Kornelkirschen Krana

Das habe ich für den Likör verwendet
ergibt fast 900 ml Likör

  • ca. 900 g reife Kornelkirschen
  • 350 g weißer Rohrzucker (oder gleich 600 – 700 g von einer Zuckersorte)
  • 350 g brauner Roh-Rohrucker
  • 300 ml weißer Rum (optional hinsichtlich Menge und Alkoholsorte)
  • 2 große verschließbare Gläser

Zunächst mal müsst ihr die Gläser keimfrei machen. Die Kornelkirschen werden gewaschen und vorsichtig auf Küchenpapier zum Trocknen ausgebreitet. Ganz vorsichtig abtupfen. Dabei musste ich ständig probieren, deshalb sind nicht ganz 900 g Kornelkirschen in die Gläser gewandert.

Kornelkirschen für Likör

In zwei Gläser habe ich die Früchte mit dem Zucker abwechselnd geschichtet. Dabei habe ich für das eine Glas braunen Zucker verwendet und für das andere den weißen. Ich wollte sehen, ob die Zuckerfarbe die Farbe des Likörs beeinflusst. Hat sie aber nicht, nehmt also einfach  den Zucker, den ihr im Haus habt. Ich habe übrigens zunächst 900 g Zucker verwendet, wie ihr auf den Gläsern erkennen könnt, so wird es in fast allen griechischen Likör-Rezepten empfohlen.

Kornelkirschen im Zucker

Das fand ich dann doch sehr viel, deshalb habe ich jeweils 150 g Zucker aus jedem Glas wieder entfernt. Als ich meine Patentante dieses Jahr fragte, meinte sie lakonisch. Sie macht das immer nach Augenmaß. (War ja klar…) Sie verwendet dann mehr Zucker, wenn die Früchte nicht besonders saftig sind.

Dann stellte ich die Gläser Mitte August auf dem Balkontisch und freute mich über die Sonne jeden Tag, die beim Gärprozess hilft. Die Weck-Gläser habe ich jeden Tag geschüttelt, damit sich der Zucker besser auflöst. Nach ca. 10 Tagen war der Zucker komplett aufgelöst und die Früchte gaben nach und nach ihren Saft ab.

Kornelkirschen Likör ansetzen

Ich musste feststellen, dass die Weckgläser nicht dicht waren und immer etwas Sirup rausfloß. Das verunsicherte mich und ich habe Schraubgläser gekauft und alles umgefüllt. Die Schraubgläser waren allerdings etwas klein. Besser ist es, wenn zwischen den Früchten und dem Deckel noch genügend Zwischenraum bleibt. Aber es hat auch so gut funktioniert.

Kornelkisrschenlikör gärt

Eigentlich wollte ich in das eine Glas gar keinen Alkohol hinzufügen. Durch das Umfüllen war ich jedoch etwas verunsichert und habe mich entschlossen den Alkohol gleich dazuzuschütten, um keine Keime entstehen zu lassen und womöglich den ganzen Likör zu verderben. (Völlig unnötig, wie ich jetzt weiß). In Griechenland setzen die meisten den Likör für 40 Tage ohne Zucker an und geben danach – je nach Wunsch – Alkohol hinzu.

Wir hatten mittlerweile Ende August und bis Ende September musste der Likör gären. Dazwischen hatte ich Urlaub und wollte die Gläser nicht einfach auf dem Balkon stehen lassen. Manchmal besucht mich nämlich ein neugieriges Eichhörnchen… Also sind beide Gläser ins Wohnzimmer auf die Fensterbank umgezogen. Auch dort haben sie noch genug Sonne getankt. Und genauso habe ich sie nach meinem Urlaub vorgefunden.

Kornelkirschen mit Rum

Jetzt hätte ich theoretisch noch mehr Alkohol hinzufügen können. Das habe ich jedoch nicht gemacht. Der Likör schmeckt mir auch so sehr gut. Er ist genauso geworden, wie ich ihn haben will. Vor allem die Farbe gefällt mir sehr gut. Da ich die rote Farbe unbedingt konservieren wollte, habe ich mich für Rum entschieden. In Griechenland wird oft Cognac genommen oder auch Tsipouro (eine Art Tresterschnaps). Der Cognac verfälscht jedoch die Farbe.

Den Likör durch ein Sieb gießen und ggf.noch filtern, damit er schön klar ist. Die Früchte entsorgen und den Likör in Flaschen umfüllen.

Likör aus Kornelkirschen

Faustregel für den Likör – das klassische Rezept
Die gleiche Menge Zucker und Kornelkirschen in einem großen verschließbarem Glas schichten und für 40 Tage in der Sonne stehen lassen – oder an einem hellen Ort. Nach 40 Tagen könnt ihr die gleiche Menge Alkohol (also bei einem Kilo Früchte, einen Liter) dazugeben und für weitere 15 Tage ziehen lassen. Die Alkoholmenge ist dabei Geschmackssache. Alternativ können die Früchte auch gleich mit dem Zucker und dem Alkohol angesetzt werden. So macht man es vor allem hier in Deutschland.

Übrigens verfeinern viele den Kornelkirschenlikör mit Zimt und Nelken. Dazu werden die Gewürze gleich mit dem Zucker zu den Früchten gegeben. Ich finde allerdings, dass die Krana schon selbst sehr aromatisch sind, daher verzichte ich gerne darauf.

Was würde ich anders machen

  • Gleich von Beginn an weniger Zucker. Für mich war es vollkommen ausreichend.
  • Richtig große Gläser kaufen.
  • Gar keinen Alkohol verwenden, bzw. nur in einem Glas.

In diesem Sinne… stin igia mas (verkürzt jamas)!


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Gefüllte Zucchiniblüten mit Pinienkernen und Korinthen

Vegetarisch gefüllte Zucchiniblüten

Gemista, gefülltes Gemüse, ist in Griechenland ein typisches Sommergericht. Gefüllte Paprika zum Beispiel, die liebe ich. Und so schlenderte ich gestern noch über den Münchner Viktualienmarkt, um dünnwandige hellgrüne Paprika zu finden. Gestolpert bin ich über Zucchiniblüten, und das hat mich zu einer spontanen Planänderung inspiriert.

Zur Zeit beneide ich alle, die einen Gemüsegarten haben. Allein die Vorstellung morgens die noch geöffneten männlichen Blüten abzuknipsen und sie dann später fein zu füllen oder zu braten…., Traumhaft. Auf dem Viktualienmarkt gab es „leider“ nur weibliche Zucchiniblüten, das sind die, die mit Mini-Zucchini angeboten werden. Ich war kurz unschlüssig, ob ich die Baby-Zucchini abschneiden soll,  daraus einen gekochten Zucchinisalat – eine tolle griechische Vorspeise übrigens. Ich habe sie dann doch drangelassen (man könnte sie auch dekorativ als Fächer schneiden) und die Blüten im Ofen gegart statt wie bei den gefüllten Weinblättern im Topf.  Man kann übrigens gefüllte Weinblätter zusammen mit den Zucchiniblüten in den Topf schichten und garen. Sehr lecker. Und die nächsten Zucchiniblüten, die ich finde werden frittiert. So habe ich sie als Kind bei meiner Oma am liebsten gegessen.

Zucchiniblüten

Für 12 Zucchiniblüten

  • 12 Zucchiniblüten (mit oder ohne Mini-Zucchini)
  • 1 EL Korinthen
  • 2 EL Pinienkerne
  • 70 g Rundkornreis (ca. 1 TL pro Zucchiniblüte)
  • 1 Zwiebel
  • 1 kleine Bio-Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein halber Bund Petersilie
  • 3 Stängel Dill
  • 5 Stängel Minze
  • insg. ca. 5 EL Olivenöl

Die Korinthen mit Wasser übergießen und quellen lassen. Die Pinienkerne bei milder Hitze ohne Fett leicht rösten, bis sie duften und eine schöne Farbe bekommen haben. Sofort aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.

Geröstete Pinienkerne für die Füllung

Die Zucchiniblüten vom Stempel im Inneren befreien, ganz vorsichtig, damit die zarten Blüten nicht kaputt gehen. Ein paar sind bei mir leider etwas eingerissen. Harte Kelchblätter am Stielansatz entfernen und die Blüten in kaltes Wasser legen. Vorsichtig schwenken und dabei reinigen. Abtropfen lassen.

Zucchiniblüten zum Füllen vorbereiten

Für die Füllung: Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Den Reis unter fließend kaltem Wasser so lange spülen, bis nur noch klare Flüssigkeit zu sehen ist, abtropfen lassen. Die Kräuter putzen, waschen, trockenschütteln und klein schneiden. Die Zitrone heiß waschen und ca. 1 TL Schale fein reiben. Den Saft auspressen.

Etwa 2 EL Olivenöl in einen Topf erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten. Den Reis hinzufügen und ebenfalls ein paar Minuten glasig dünsten. Mit ca. 180 ml Wasser ablöschen, salzen und pfeffern, die Zitronenschale hinzufügen und bei schwacher Hitze köcheln lassen bis die Flüssigkeit komplett vom Reis aufgenommen wurde. Der Reis sollte gar aber noch einen leichten Biss haben. Falls notwendig einfach noch etwas heißes Wasser dazugießen und weitergaren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Reisfüllung mit Korinthen, Pinienkernen und Kräutern

Vom Herd nehmen und mit den Korinthen, den Pinienkernen und den Kräutern mischen. Die Hälfte des Zitronensaftes unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas abkühlen lassen.

Füllung für Zucchiniblüten

Den Ofen auf 170 ° vorheizen. Die vorbereiteten Zucchiniblüten ganz vorsichtig füllen. Die Enden übereinanderklappen oder wie bei einem Bonbon zusammendrehen und so die Blüten verschließen.

Zucchiniblüten füllen

Die gefüllten Blüten nebeneinander in die Form legen, möglichst so, dass sie beim Garen nicht aufgehen. Leider ist mir das bei einigen passiert… Den restlichen Zitronensaft mit 4 EL Wasser mischen und über die gefüllten Blüten geben. Die Mini-Zucchini salzen und pfeffern. Bevor die Form in den Ofen kommt noch ca. 3 EL Olivenöl über das Ganze träufeln. Ca. 15-20 Minuten auf mittlerer Schiene garen.

Gefüllte Zucchiniblueten im Ofen

Sie schmecken als Vorspeise oder als vegetarisches Hauptgericht mit Brot, Salat und etwas Schafskäse.  Übrigens die Füllung passt auch sehr gut zu gefüllten Weinblättern oder Paprika und… natürlich Zucchini.

Gefüllte Zucchiniblüten mit Pinienkernen, Kräutern und Korinthen

 

 

 

 

 

 


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Endlich Sommer mit Wassermelone, Feta und frischer Minze

Wassermelonen-Feta Salat mit frischer Minze

Καρπούζι με φέτα και δυόσμο

Es ist Sommer und im Sommer esse ich am liebsten Wassermelone. Wenn ich in Griechenland bin, vergeht fast kein Abend, an dem ich es mir mit einer großen Schüssel auf dem Balkon gemütlich mache. Meine Mutter kauft dann nahezu jeden Tag eine schöne Wassermelone. Am späten Nachmittag hört man den Melonenverkäufer schon von weitem, wenn er durch die Nachbarschaft fährt und lautstark mit Hilfe des Lautsprechers seine Melonen anpreist. Im letzten Jahr hatte er seinen Sohn dabei, der den Job des Marktschreiers übernahm und selbstbewusst die Reife und Süße der Wassermelonen lobte. Meine Mutter wohnt im ersten Stock, sie muss zum Kauf nicht mal das Haus verlassen und bekommt die Wassermelone über die Balkongeländer gereicht. Die kommt dann sofort in den Kühlschrank.

Am liebsten esse ich Wassermelone pur aber zusammen mit etwas Feta und frischer Minze ersetzt dieser Salat an heißen Tagen das Abendessen. Ihr kennt diesen Salat bestimmt, wenn nicht, dann unbedingt ausprobieren. Das schmeckt nicht nur sehr gut, diese Kombination ist gerade im Sommer perfekt, denn das Kalium der Wassermelone und das Natrium im Feta helfen, den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren.

Für eine Portion

  • 1 Achtel Melone (je nach Hunger)
  • 60 g Feta
  • 4-5 frische Minzeblätter
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, wer mag

Die gut gekühlte Melone von der Schale befreien und in mundgerechte Würfel schneiden. Den Schafskäse ebenfalls in Würfel schneiden. Die Minzeblätter waschen und klein schneiden.

Alle Zutaten in einer Schüssel mischen. Eventuell noch etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben.

Ich mag diesen tollen Sommersnack ohne ein Dressing und esse ihn am liebsten so.

Übrigens sagt mir WordPress, dass ich schon seit zwei Jahren online bin, wie schnell doch die Zeit vergeht.