Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Mpatzina – schnelle Zucchinipita aus Thessalien

Mpatzina ist eine dieser wunderbaren Pita, die man einfach in einer Schüssel zusammenrührt – ohne Mixer, ohne Handrührgerät, ohne Ausrollen von Filoteig. Sie schmeckt warm und kalt, zum Abendessen mit einem Salat, zum Mittagessen im Büro, zum Frühstück oder einfach zwischendurch.

Diese Pita kommt aus Thessalien in Zentralgriechenland und gilt dort oft als schneller Imbiss (kolatsio). Eine Pita, die schnell zubereitet, eine ganze Großfamilie satt macht und sich gut zum Mitnehmen aufs Feld eignet… zumindest früher.

Genauso häufig wie Zucchini, vielleicht sogar noch häufiger, wird grüner Kürbis für eine Mpatzina verwendet. Das ist ein Kürbis mit hellem grünen Fleisch. Auch mit anderen Kürbissorten schmeckt die Mpatzina sehr gut. Meine Lieblingsvariante ist jedoch diese hier mit Zucchini. Und Zucchini findet man das ganze Jahr. Statt Milch kann man auch griechischen Joghurt verwenden.

Übrigens… ist es sehr wichtig, die Zucchini schön trocken zu bekommen, damit man nicht zuviel Mehl für den Teig braucht. Die Pita wird dadurch einfach besser. Ihr könnt die Zucchini auch in ein Küchentuch geben und ordentlich ausdrücken.

Und… übrigens… eine Mpatzina sollte dünn sein. Wenn euer Backblech kleiner oder größer ist dann solltet ihr die Mengen entsprechend anpassen. Der Teig sollte ca. 2 cm hoch sein.

 

Zutaten

  • 3-4 Zucchini, ca. 600 g
  • 1 TL grobes Meersalz (oder normales Salz)
  • 2 Eier
  • 120 ml Milch
  • 80 ml Olivenöl
  • 300 g Feta
  • 200 g Mehl
  • 50 g Maismehl + 2 EL mehr
  • 1 TL Backpulver
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • eventuell etwas Salz (ggf. nicht nötig, wenn der Feta schon salzig genug ist)
  • 1 TL getrocknete Minze
  • 1 TL Oregano
  • ein paar Zweige frische Minze (optional)
  • Butter zum Fetten der Form + 1-2 EL mehr

Meine Auflaufform ist ca 28×18 cm groß

 

1
Die Zucchini waschen, trockentupfen und die beiden Enden abschneiden. Grob raspeln, in ein Sieb geben und mit dem groben Meersalz bestreuen. Über eine Schüssel zum Abtropfen geben. Die Zucchini massieren, so dass sie noch mehr Flüssigkeit verlieren. Etwa 1 Stunde stehen lassen.

2
In der Zwischenzeit den Ofen auf 180 ° vorheizen. Ein Backblech oder eine Auflaufform mit Butter fetten. Den Boden mit einem EL Maismehl bestreuen. Feta zerbröckeln. Die frische Minze waschen und fein schneiden.

3
Die Eier verquirlen und mit der Milch und dem Olivenöl vermischen. Die Kräuter und Gewürze untermischen. Die Zucchini nochmal mit den Händen gut ausdrücken und untermischen. Beide Mehlsorten mit dem Backpulver mischen und portionseise unterheben bis ein homogener zähflüssiger Teig entstanden ist. Den Feta unter den Teig heben.  Falls nötig mit Salz abschmecken. Mir persönlich genügt nur eine winzige Prise (wenn überhaupt), da der Feta schon recht viel Salz mitbringt. Aber ich esse generell salzarm.

4
Das übriggegebliebene Maismehl (also 1 EL) über die Pita streuen und kleine Stückchen von der restlichen Butter darauf verteilen. Bei mittlerer Schiene ca. 40-45 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob die Pita gar ist. Schmeckt heiß und kalt.

 

In unserer Gegend gibt es eine ähnliche Pita mit oder ohne Zucchini, die Bobota. Bei der Mpatzina gibt es zahlreiche Varianten: nur Weizenmehl, eine Mischung wie bei mir oder etwas mehr Maismehl. Eine Bobota besteht meist vorwiegend aus Maismehl.

 

 


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Frittierte Zucchiniblüten

Kolokithoanthi tiganiti… wer kann es aussprechen? Übersetzt: Zucchiniblüten frittiert.

Eigentlich wollte ich dieses Rezept schon letztes Jahr posten, aber ein Todesfall in unserer Familie hielt mich damals davon ab. Denn dieses Rezept verbinde ich mit einen Teil meiner Familie. Vor ein paar Tagen habe ich mich wieder in diesem merkwürdigem Frühsommer 2020 auf den Viktualienmarkt gewagt. Merkwürdig, wie voll ich es dort empfand, obwohl gar keine Touristen in München sind. Ich habe schöne Zucchiniblüten gesehen und habe mich an die Fotos meiner frittierten Zucchiniblüten erinnert, die ihr oben seht. (Natürlich habe ich wieder Zucchiniblüten gekauft und werde daraus ein anderes Rezept vorbereiten, das ich hoffentlich bald posten kann.)

Frittierte Zucchiniblüten gab es im Sommer bei meiner Oma Glykeria. Sie hat sie in unseren Sommerurlauben bei ihr extra für mich zubereitet. Kaum das ich schauen konnte, kam sie mit Zucchiniblüten aus dem Garten und im Handumdrehen lagen die Blüten schon frittiert auf dem Teller. Sie ist leider viel zu früh und vor sehr vielen Jahren gestorben. Fürs Kochen habe ich mich erst lange nach ihrem Tod interessiert. Oma war allerdings bei meinen ersten (misslungenen) Kochversuchen dabei und fand trotzdem lobende Worte für mein verbranntes Essen.

Nach Ihrem Rezept für diese Zucchiniblüten konnte ich sie nicht mehr fragen und auch meine Tanten wussten auf meine Fragen keine Antwort. Ich bin mir sicher, dass sie keinen Weißwein verwendet hat, finde jedoch, dass sich der Wein hier sehr gut macht. Ziemlich sicher bin ich mir jedoch, dass Oma männliche Zucchiniblüten verwendet hat. Das sind die Blüten mit Stiel und ohne Mini-Zucchini dran. Leider sind diese hier nicht so einfach zu bekommen, wie ihr an meinem Bild seht. Sogar auf dem Münchner Viktualienmarkt schütteln die Verkäufer mit dem Kopf wenn ich nach männlichen Zucchiniblüten frage. Deshalb frittiere ich die Zucchini entweder mit, oder schneide sie ab und verwende sie in einem anderen Rezept. Oder ich schneide sie in den übriggebliebenen Teig und frittiere daraus kleine Küchlein. Denn meist bleibt etwas vom Backteig übrig. Der muss nicht entsorgt werden, denn mit ein paar Kräutern, Feta Frühlingszwiebeln entstehen daraus kleine Küchlein. Oder ihr mischt die Reste des Backteigs in den Teig für Lalangites (die Spezialität meiner anderen Oma).

 

Zutaten

  • 6 Zucchiniblüten (idealerweise ohne Mini-Zucchini)
  • 70 g Mehl
  • 50 ml trockener Weißwein (ersatzweise kohlensäurehaltiges Mineralwasser)
  • 50 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • Salz
  • Pfeffer
  • reichlich Olivenöl (oder ein Pflanzenöl) zum Frittieren

 

1
Die Zucchiniblüten vorsichtig waschen und den Stempel entfernen. Die harten schmalen Kelchblätter entfernen. Vorsichtig trockentupfen. Falls eine kleine Zucchini dran ist, entweder dran lassen und im ganzen frittieren oder abschneiden und für ein anderes Rezept verwenden.

2
Wein und Wasser in eine Schüssel geben und esslöffelweise das Mehl unterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Der Teig sollte eine dickflüssige Konsistenz haben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

3
Das Öl in in einem Topf oder in einer Pfanne richtig heiß werden lassen. Ich verwende am liebsten einen kleinen Topf in dem ich nur zwei oder drei Blüten frittieren kann. Das dauert zwar länger aber so bliebt die Temperatur des Öls konstant und die Zucchiniblüten werden knusprig. Die Zuchiniblüten eine nach der anderen durch den Teig ziehen und im heißen Öl goldbraun backen. Das dauert ca. 3-4 Minuten. Auf einem mit Küchenpapier ausgelegtem Teller legen.

Die Blüten schmecken heiß am besten. Dazu passen ein paar Spritzer Zitronensaft

 

Noch mehr Zucchiniblüten?
Gefüllte Zucchiniblüten mit Reis, Pinienkernen und Korinthen