Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Dakos – erfrischend und schnell

Dakos aus Kreta

An heißen Sommertagen – und auch sonst – ist Dakos eines meiner liebsten Rezepte für ein schnelles und erfrischendes Abendessen. Wenige Zutaten, kaum 10 Minuten Arbeit und fertig ist ein leckerer Snack.

Die Grundlage bildet Paximadi, ein meist runder Gerstenzwieback, der auch als Kouloura bezeichnet wird. Darüber kommt eine geriebene, fruchtige, sonnengereifte Tomate. Der Tomatensaft durchtränkt dabei den Zwieback und macht ihn etwas weicher. Feta sorgt für eine salzige Note. Gewürzt wird dieser leckere Imbiss mit getrocknetem Oregano, der nach griechischem Sommer schmeckt und außerdem für eine leicht pikante Note sorgt. Wenn ich frischen Oregano zur Hand habe, dann verwende ich zusätzlich frischen. Reichlich Olivenöl ist ein Muss! Und wer mag, kann den Dako mit Oliven oder eingelegten Köstlichkeiten wie Kapern, Kapernäpfel, Kapernblätter oder auch Kritamos verfeinern.

Zutaten Dakos, Paximadi, Tomate, Feta

Dakos ist ein Spezialität aus Kreta, genauso wie der Gerstezwieback. In machen Regionen Kretas wird dieses Gericht auch als Koukouvaja (Eule) bezeichnet. Paximadi ist auf Kreta und vielen Inseln weit verbreitet. Im Norden Griechenland jedoch weniger. Es gibt zahlreiche Sorten, mal in verschiedenen Größen und mal mit mal ohne Gerstenmehl. Ich bevorzuge diejenigen mit Gerste und bin froh, dass mein griechischer Gemüsehändler in München diesen Zwieback anbietet. Man bekommt ihn aber auch online.

Paximadi ist genauso wie Zwieback recht hart. Um Brot länger haltbar zu machen backten die Insulaner das Brot einfach nochmal. Dadurch blieb es länger haltbar. Vor der Verwendung braucht das Paximadi daher etwas Flüssigkeit. Je nach Paximadi und eigenen Vorlieben mal etwas mehr mal etwas weniger. Dazu wird er z.B. kurz in Wasser getaucht. Wer ihn besonders weich mag, sollte ihm ein längeres Wasserbad gönnen. Das Olivenöl und die geriebene Tomate geben zusätzlich Feuchtigkeit ab und weichen das Paximadi auf. Wer also ein nicht ganz hartes Paximadi hat, sollte mit dem Wasserbad vorsichtig sein.

Ich bevorzuge ein mittelweiches Paximadi mit einer knusprigen Kruste, deshalb tauche ich es nur kurz in Wasser oder halte es kurz unter den Wasserhahn, so wie ich einen Teller abspülen würde. Und da ich gerne Tomatenstückchen auf meinen Dako habe, verwende ich sowohl geriebene wie gewürfelte Tomate. Ihr könnt die Tomate ganz klassisch griechisch mit einer Gemüseraspel reiben oder im Mixer, siehe Schritt 1.

Für zwei Portionen

  • 2 Hälften eines Gerstenzwiebacks (Paximadi, Kouloura)
  • 3 mittelgroße und reife Fleischtomaten
  • 2-4 EL Olivenöl (je nach Geschmack auch etwas mehr)
  • 80 g Feta, je nach Geschmack (ich brauche eher etwas weniger auf meiner Portion)
  • getrockneter Oregano
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • frischer Oregano nach Belieben zum Dekorieren
  • Optional zum Garnieren: Oliven, Kapern, eingelegte Kapernblätter, eingelegter Meerfenchel (Kritamos)

 

1
Tomaten enthäuten und pürieren: 3 Varianten
->Die Tomate reiben
Die Tomaten halbieren und vorsichtig mit einer Gemüsereibe reiben. Am Schluss bleibt die Schale übrig.
-> Mit Wasser überbrühen
Die Haut der Tomaten rundherum einritzen entweder rundherum etwas einritzen und mit heißem Wasser übergießen. Nach ein paar Minuten lässt sich die Schale sehr leicht entfernen.
-> Mit Hilfe eines Messerrückens
Eine andere Variante: mit dem Messerrücken mit etwas Druck über die Tomatenhaut streichen. Danach lässt sich die Tomate schälen.
Anschließend die Tomaten pürieren.

2
Die pürierten Tomaten mit etwas Salz und getrockneten Oregano würzen. Wer mag, kann auch zusätzlich frischen Oregano kleinschneiden und unterheben.

3
Den Zwieback in eine Schüssel mit Wasser tauchen, nur ein paar Sekunden und dann auf einen Teller legen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Solltet ihr ein recht hartes Paximadi haben, dass sich kaum brechen lässt, dann lasst ihn etwas länger im Wasser. Die pürierten Tomaten auf dem Zwieback verteilen.

4
Die dritte Tomate waschen, in Würfel schneiden und auf dem Dako verteilen. Den Feta über die Tomatenwürfel geben. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln und ganz nach Geschmack mit getrocknetem Oregano, frischen Oregano, Oliven oder Kapern dekorieren. Sehr fein sind auch eingelegte Kapernblätter oder Kritamos.

 

Dakos


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Spetzofai – Paprikapfanne mit würzigem Loukaniko

Spetzofai - Paprikapfanne mit Loukaniko aus Billion

Kulinarisch nehme ich euch mit diesem Rezept mit ins Pilion. Diese weniger bekannte Berggegend in Zentralgriechenland empfängt mit grünen Wälder und wunderschönen Stränden.

Spetzofai wird besonders gerne als Meze zu Ouzo gegessen oder auch als Hauptgericht. Die Zutaten sind überschaubar und einfach: Paprika, Tomaten (im Winter gerne aus der Dose) und Loukanika. Wobei, Loukanika, diese würzigen Bauernwürste, hier in Deutschland nicht an jeder Ecke zu bekommen sind.

Loukanika sind Würste aus Kalb- Schwein- und/oder Lammfleisch mit vielen Gewürzen sowie Lauch, Zwiebeln. Man schneidet sie in Stücke oder Scheiben, brät sie an und genießt sie als schnellen Snack. Rührei mit Loukaniko zum Beispiel, ist so ein schnelles Gericht, das fast jeder kochen kann. Meine Eltern haben früher Loukanika selbst gemacht. Vor 20 Jahren war es in der schwäbischen Provinz deutlich schwieriger an solche Spezialitäten heranzukommen. Das war aber nicht der einzige Grund. Bis auf meinen Vater mag keiner von uns fettes Fleisch, und meinen Eltern war schon immer die Qualität wichtig. Selbstgemacht war fast immer besser als gekauft. Uns so wurde in der griechischen Community reihum beim Dorfmetzger die Wurstmaschine ausgeliehen und meine Eltern verwursteten mit Freunden ganze Wochenenden kiloweise Loukanika. Ich war damals plus/minus 20 Jahre alt, froh, dass keiner meine Hilfe wünschte und suchte an diesen Tagen das Weite. Nachdem die Loukanika im Keller auf Dachböden gereift waren habe ich sie sehr gerne gegessen, viel lieber als die fertig gekauften. Noch heute schwärmt meine Mutter von feinen ganz dünnen Würstchen, die ihnen in einem Jahr besonders gut gelungen sind.

Also ich habe für Spetzofai Loukanika gekauft und natürlich nicht selbst gemacht. Man findet sie heute ganz leicht online. Es lohnt sich wirklich griechische Loukanika für dieses Gericht zu verwenden. Es macht wirklich einen Unterschied! Zur Not kann man natürlich gut gewürzte rohe Bratwürste oder Salsicce verwenden.

Man kann sich nun darüber streiten ob die Wurst oder die Paprika im Spetzofai die Hauptrolle spielen. Für mich ist es eindeutig die Paprika. Am liebsten verwende ich Spitzpaprika oder die grüne Dolma mit der dünneren Haut, mich erinnert das an griechische Sommer. Ich liebe gebratene Paprika. (Kein Besuch bei meiner Mutter ohne gebratene Paprika in Tomatensauce). Ihr könnt selbstverständlich jede Sorte verwenden, auch die dreifarbigen, die überall zu finden sind.
Wer sich traut, verwendet auch eine scharfe Paprika vom Türken. Denn Spezofai darf pikant sein. Ich bevorzuge Chili oder Boukovo. Damit kann ich die Schärfe besser dosieren.

Und noch pikantes Highlight gehört in mein Spetzofai: Boukovo. Boukovo sind geröstete scharfe Paprika, die zu Flocken gemahlen wurden. Ihr könnt Pul biber oder auch Chili verwenden. Meine Patentante hat mir scharfes (hellrot) und mildes (dunkelrot) Boukovo aus Thessaloniki geschickt. Beides ist im Spezofai gelandet.

Boukovo

 

Zutaten
für zwei als Hauptgericht oder für vier als Meze

  • 8 Spitzpaprika (Farbe egal)
  • 2 Loukanika
  • 4 Tomaten
  • ggf. 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • falls vorhanden: ein großzügiger Schluck Wein (ca. 40 ml)
  • 1 TL Zucker
  • je 1 TL scharfes und mildes Boukovo, bzw. nach Geschmack
    (ersatzweise Chilipulver und süßes Paprikapulver)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

 

1
Die Paprika waschen und vom Kerngehäuse befreien. Wer es rustikaler mag, verwendet die Paprika mit Stielansatz und Kernen. Ich bevorzuge von Kernen befreite Paprika. Die Spitzpaprika halbieren, größere Exemplare vierteln und trockentupfen. Die Würste in Scheiben schneiden, ca. 1 cm dick.

2
Die Tomaten rundherum einritzen, in eine Schüssel legen und mit kochend heißem Wasser übergießen. Ein paar Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten ganz leicht schälen und vom Stielansatz befreien. Im Mixer pürieren.

3
Eine große Pfanne auf den Herd stellen und heiß werden lassen. Die Loukanika von beiden Seiten ohne Fett anbraten. Sie sind schon fettig genug. Falls das nicht der Fall ist, dann in etwas Olivenöl anbraten. Herausnehmen und beiseitestellen.

4
Da Olivenöl in der Pfanne erhitzen, falls aus den Würsten viel Fett ausgetreten ist, könnt ihr die Paprika auch nur darin anbraten. Das Olivenöl fügt jedoch noch eine leicht herbe Geschmacksnote hinzu, die ich persönlich sehr mag. Die Paprika in die Pfanne geben. Vorsicht, es spritzt! Kräftig anbraten. Ich lege dabei immer den Deckel auf. Das bewahrt mich vor Spritzern… die Küche auch. Von allen Seiten anbraten.

5
Das Tomatenmark in die Pfanne geben und ein- bis zwei Minuten rösten. Mit Wein ablöschen und diesen verkochen lassen. Nun die pürierten Tomaten hinzufügen, die gebratenen Wurstscheiben und alle Gewürze. Die Tomaten sollten eigentlich genug Flüssigkeit mitbringen, weitere Flüssigkeit ist nicht notwendig. Falls doch, dann nur ein halbes kleines Glas Wasser hinzufügen.

6
Das Hitze leicht reduzieren und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis eine dicke sämige und aromatische Sauce entstanden ist. Das dauert ca. 10-15 Minuten, max. 20.

Dazu passt frisches Weißbrot und natürlich Feta. Und wer hat, kann auch noch frische Kräuter wie Petersilie vor dem Servieren darüberstreuen.

Spetzofai aus Billion


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Skordalia – Kartoffel-Knoblauch-Creme

Skordalia mit Kartoffeln und Knoblauch

Skordalia, der Name sagt schon alles, denn Skórdo heißt Knoblauch. Am 25. März wird Skordalia fast überall in Griechenland zubereitet. Am griechischen Nationalfeiertag, der zeitgleich mit Maria Verkündigung (griechisch Evangelismos Theotokou) gefeiert wird, unterbrechen die Gläubigen und Essen Bakaliaro mit Skordalia. Bakaliaro ist Fischgericht aus Stockfisch (gesalzener und getrockneter Kabeljau). Skordalia passt perfekt dazu, aber auch zu gebratenem Gemüse oder einfach Salat.

Klassisch wird Skordalia mit Kartoffeln zubereitet und auch mein Rezept ist simpel mit nur wenig Zutaten. Es gibt auch Regionen, in denen, Nüsse wie Walnüsse einen Teil der Kartoffeln ersetzen oder zusätzlich untergerührt werden. Auch sehr fein. Und sehr viele schwören darauf, beim Zubereiten der Skordalia etwas Fischsud zu verwenden. Ich finde in München eher selten Bakaliaro und bin auch nicht sonderlich verrückt danach. Zu einem feinen Wildlachs schmeckt Skordalia nämlich auch wunderbar.

Zum Knoblauch: Meine Quellen für so manche Zutat aus dem Süden sind über die ganze Stadt verstreut. Und ich wollte zur Skordalia unbedingt Knoblauchgrün. Manchmal gibt es das bei arabischen Lebensmittelhändlern. Leider hatte ich diesmal kein Glück. Auch nicht auf dem berühmten Viktualienmarkt. Und dort finde ich ja normalerweise alles. Dafür habe ich Portulak gefunden, der auch sehr schön dazu passt.
Mein Tipp: Unbedingt frischen Knoblauch verwenden. Und wer ganz jungen Knoblauch findet, der wie Frühlingswiebeln aussieht, der kann gerne das Grün in fein hacken und zur Skordalia geben. Das gibt einen feinen und weniger aufdringlichen Knoblauchgeschmack Und die Knoblauchmenge? Das kommt auf den Geschmack an. Ich mag es sehr dezent.

 

Zutaten für 4 Personen

  • 700 g Kartoffeln (ergibt ca. 500 g geschälte Kartoffeln)
  • 2-3 frische Knoblauchzehen (Menge je nach Geschmack)
  • 3 EL Weißweinessig
  • 120 ml Olivenöl
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

1
Die Kartoffeln in Salzwasser weich kochen, abgießen und ausdampfen lassen. Noch heiß pellen. Nicht abkühlen lassen.

2
Den Knoblauch mit etwa 40 ml Olivenöl im Mixer pürieren. Alternativ den Knoblauch mit etwas Salz im Mörser zu einer sehr feinen Paste zerstampfen.

3
Die Kartoffeln noch heiß nach und nach mit dem Kartoffelstampfer oder einfach mit einer Gabel zerdrücken, bis keine Stückchen mehr zu sehen sind. Salz und Essig hinzufügen und unterheben. Den Knoblauch, bzw das Olivenöl-Knoblauch-Gemsich untermischen. Das restliche Olivenöl nach und nach mit dem Kartoffelstampfer oder mit der Gabel einarbeiten bis die Skordalia eine cremige Konsistenz hat. Mit Salz und Pfeffer und ggf. Essig abschmecken.

Als Dekoration habe ich Portulak verwendet.

 

Skordalia mit Kartoffeln und Knoblauch

 

Dazu passt Fisch, gebratenes Gemüse, Salat und natürlich zu allen Meze.

 

 

 


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Taramosalata – fluffige Fischrogencreme

Taramas - griechische Fischroggencreme

Es ist gar nicht so leicht, in München Taramas zu finden. Ich meine nicht den fertigen Dip, den ihr beim griechischen Gemüsehändler bekommt oder die rosafarbene Creme, die in den Restaurants serviert wird. Ich meine die Zutat, die der Taramosalata ihren Namen gibt: Taramas, gesalzener Fischrogen, möglichst nicht gefärbt. Denn… die rosa Farbe ist meist künstlich.

In Griechenland gibt es weißen und roten Fischrogen zu kaufen. Der weiße Tarama ist deutlich teurer. Wobei „weiß“ nicht ganz zutrifft. Die Farbe erinnert etwas an Rost oder Lachs. Mit diesem Taramas wird der Dip eher cremefarben.

Fischrogen

Welchen Fischrogen ihr nehmt ist Geschmackssache – auch hinsichtlich der Optik. Ich habe bei meinem Gemüsehändler weißen Taramas bekommen. Den verkauft er eigentlich nicht, denn die deutsche Kundschaft greift gerne zum hausgemachten, der übrigens vorzüglich ist. Mit dem im Supermarkt erhältlichem roten Fischrogen habe ich Taramosalata noch nie zubereitet. Wer hier Erfahrungen hat, kann mir sehr gerne schreiben. Ansonsten gibt es bei diversen griechischen Onlinehändlern den Fischrogen für Tarama zu kaufen. Die Fischeier stammen meist vom Kabeljau.

Taramas gehört wie das Fladenbrot Lagana zur griechischen Fastenzeit. An Kathara Deftera, sauberer Montag wird die orthodoxe Fastenzeit vor Ostern eingeläutet. Traditionell wird dazu diese Taramosalata gereicht. Und jetzt kommt es: während Fleisch und Fisch während der Fastenzeit nicht erlaubt ist, sind Fischrogen erlaubt.

Die Zubereitung von Taramosalata ist wirklich sehr einfach: eine Basis aus Brot oder Kartoffeln, Fischrogen, Zwiebel, Zitronensaft und Öl.

Die Basis – Kartoffel oder Brot?
Ich bevorzuge Brot statt gekochten Kartoffeln und verwende ein schönes Weißbrot oder ein helles Weizenmischbrot vom Bäcker. In vielen Rezepten wird entrindetes Toastbrot verwendet. Nicht mein Favorit. Und ich lasse die Kruste dran und schneide nur harte oder besonders knusprige Stellen weg.

Die Zwiebelfrage
Ich verwende gerne ein bisschen Zwiebel. Die Zwiebel könnt ihr kleingeschnitten und roh zum Mixer geben. Die Taramosalata wird lecker. Da ich keine rohen Zwiebel mag, dünste ich sie in wenig Olivenöl weich. Das gibt nochmal ein schönes Aroma in den Salat. Auch lecker: rohe und gedünstete Zwiebel mischen. Knoblauch lasse ich übrigens weg. Aber das ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Ölfrage

Ist für mich keine. Olivenöl! Ich verwende ausschließlich Olivenöl. Wem das zu intensiv ist, der kann einen Teil des Olivenöls durch Sonnenblumenöl ersetzen.

Die Konsistenz
Taramosalata muss samtig sein, fluffig und locker-leicht. Mit einem Mixer gelingt das problemlos. Beim Mixen zunächst den Tarama mit dem Brot, den Zwiebeln und dem Zitronensaft aufschlagen. Das Olivenöl wird erst dann portionsweise oder in einem dünnen Strahl untergeschlagen (wie bei Mayonnaise). Das Olivenöl macht den Dip wunderbar cremig, bitte nicht daran sparen.

Zutaten für eine große Schüssel

  • 150 g Weißbrot (ca. 3 dicke Scheiben)
  • 100 g Taramas (gesalzener Fischrogen)
  • 1 große Bio-Zitrone (1/4 Schale und der komplette Saft)
  • 1 kleine Zwiebel oder noch besser Schalotte
  • ca. 200 ml Olivenöl + 1 EL zum Dünsten

1
Das Brot von zu knuspriger Kruste befreien und in eine Schüssel mit Wasser tauchen. Ein paar Minuten stehen lassen, bis sich das Brot vollgesaugt hat. Anschließend das Wasser abgießen und das Brot gut ausdrücken.

2
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin leicht dünsten. Wer die Zwiebel roh verwenden möchte, der spart sich natürlich das Dünsten.

3
Den Taramas zusammen mit dem Brot in den Mixer geben und 1-2 Minuten mixen. Die Zwiebel dazugeben und untermixen. Die Zitrone heiß waschen und etwa 1/4 der Schale fein reiben. Die Zitrone auspressen. Saft (einen kleinen Rest zum Abschmecken übrig lassen) und Schale untermischen, bis eine homogene Masse entstanden ist.

4
Nun das Olivenöl langsam in den Mixer einfließen lassen und dabei auf höchster Stufe mixen. (Bei meinem Mixer habe ich keine Öffnung, deshalb rühre ich das Olivenöl in 5-6 Portionen unter). Wenn nur noch wenig Olivenöl übrig ist, die Konsistenz und den Geschmack prüfen. Wenn nötig den restlichen Zitronensaft untermischen und das restliche Olivenöl. Der Dip sollte jetzt eine sehr cremige Konsistenz haben. Salz braucht es übrigens meiner Meinung nicht, wer möchte kann gerne salzen. Auf Pfeffer verzichte ich bei diesem Rezept ebenfalls.

Taramosalata passt zu Lagana, Hülsenfrüchtegerichten wie Revithada, Fasolada, Fakes und zu allen Brotsorten. Ich persönlich esse sehr gerne Paximadi dazu, das ist ein Gerstenzwieback aus Kreta. Die grünen Zweige sind eingelegter Meerfenchel, Kritamos.

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Taramosalata


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Süßes Samali mit Mastix

Samali, griechischer Grießkuchen mit Joghurt und Mastix

Wie aus der Zeit gefallen kommt mir dieser Grießkuchen mit Sirup vor. Warum? Das kann ich gar nicht so genau erklären. Vielleicht, weil Samali immer noch in manchen Städtchen und an einigen Plätzen von älteren Herren auf der Straße verkauft wird. Auf der Platia zum Beispiel, dem zentralen Ort einer Stadt. Dort sitzen sie meist auf kleinen Klapphockern an einem schattigen Plätzchen. Vor ihnen ein Klapptisch mit einem flachen Tablett, dessen Inhalt durch den Glasdeckel gut zu erkennen ist. Beim Vorbeigehen erhascht man einen Blick darauf und erkennt einen flachen Kuchen, meist rautenförmig geschnitten, mit Mandeln oder anderen Nüssen verziert. Immer wieder bleibt jemand stehen und hält ein Schwätzchen, ein Koulouri-Verkäufer oder ein Verkäufer von Losen. Manchmal auch ein Kunde, der ein paar Stücke kauft. Und das in Griechenland, wo an fast jeder Ecke eine Konditorei gibt…

Samali, gehört zu den köstlichen Sirupkuchen, die es aus dem Orient nach Griechenland geschafft haben. Dieser Kuchen hat große Ähnlichkeit mit Revani, allerdings werden keine oder nur wenig Eier für den Teig verwendet. Und ein Gewürz darf bei Samali nicht fehlen, nämlich Mastix.

Mastix ist ein Baumharz, für das die Insel Chios berühmt ist. Es wird von Mastix-Pistazienbäumen gewonnen und würzt Kuchen, aber auch herzhafte Gerichte. Mastix bekommt ihr beim griechischen Lebensmittelhändler oder online, aber fragt auch beim türkischen oder arabischen Lebensmittelhändler nach. Ihr bekommt ihn in Form von Harzkügelchen, die sich mit etwas Zucker sehr leicht im Mörser zu Pulver verarbeiten lassen. Gemahlen gibt es ihn natürlich auch, allerdings ist das Aroma beim selbst pulverisieren intensiver. Wirklich ersetzen lässt sich Mastix nicht, da es einen ganz eigenen Geschmack hat, aber ihr könnt natürlich Vanillezucker nehmen, oder Kardamom.

Samali besteht aus wenig Zutaten, ich verwende Grieß und Joghurt für den Teig, den Zucker verwende ich nur im Sirup, da es mir sonst zu viel wird. Der Kuchen ist nach dem Backen relativ fest und wird durch den Sirup saftig. Man kann ihn auch vegan zubereiten, dafür wird der Joghurt durch Orangensaft oder Orangensaft und Olivenöl ersetzt. Übrigens… Zitrone statt Orangen schmeckt ebenfalls gut.

Zutaten

  • 300 g grober Hartweizengrieß
  • 100 g feiner Hartweizengrieß
  • 500 g griechischer Joghurt
    (Fettstufe ganz nach Geschmack, ich nehme meist den mit 10% Fett)
  • geriebene Schale und Saft einer halben Orange
  • 1 TL Natron
  • 1 knapper TL Mastix-Tränen bzw. geriebenes Mastix
  • 1 TL Zucker

Sirup

  • 350 g Zucker
  • 400 ml Wasser
  • ein Stück Orangenschale
  • wer hat… einen Schluck Mastix-Likör

Außerdem

  • Butter für die Form und zum Bestreichen des fertigen Kuchens
  • rechteckige Backform
  • 20-30 geschälte, ganze Mandeln
  • Backform: 20 x 30 cm

1
Die beiden Grießsorten mit der Orangenschale vermischen. Die Mastix-Harz mit dem TL Zucker im Mörser fein zermösern. Der Zucker hilft dabei, dass das Mastix nicht klebrig wird. Das Natron in einem Glas mit dem Orangeschaft vermischen, am besten direkt über der Schüssel mit dem Grieß, da es ziemlich schäumt. Zum Grieß geben. Den griechischen Joghurt cremig rühren und ebenfalls zum Grieß geben. Alles sorgfältig und geduldig vermischen. Es entsteht eine relativ feste Masse.

2
Die Backform mit Butter bestreichen. Die Grieß-Joghurt-Masse in die Form geben und gleichmäßig glattstreichen. Das geht am besten mit Geduld und mit einer Palette oder mit einem breiten Messer, dass man man immer wieder in ein Glas mit Wasser taucht. Das Samali mit Frischhaltefolie bedecken und ca. 2-3 Stunden (oder über Nacht) stehen lassen (im Sommer am besten im Kühlschrank).

3
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und das Samali wieder mit einem Messer, dass man immer wieder in ein Glas mit Wasser taucht, in rechteckige oder rautenförmige Stücke schneiden. Jedes Stück mit einer Mandel verzieren. Im Ofen ca. 40 – 45 Min. goldgelb backen.

4
Währenddessen den Sirup kochen. Dafür 400 ml Wasser und den Zucker mit einem Stück Orangenschale in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Etwa 3 Min. kochen lassen. Ich hatte Mastix-Likör zuhause und habe ganz spontan noch einen großzügigen Schluck davon zum Sirup gegeben.

5
Sobald der Kuchen fertig gebacken ist, mit dem noch warmen Sirup langsam übergießen. Das sieht zunächst danach aus, dass der Kuchen den Sirup niemals aufnehmen wird. Doch schon nach 15 Min.  ist vom Sirup nichts mehr zu sehen. Nun kommt der schwierigste Part. Der Kuchen sollte ca. 3 Stunden durchziehen, am besten länger. Meist schmeckt er am nächsten Tag sogar noch besser, da sich das Mastix-Aroma voll entfalten konnte.

Samali mit Joghurt und Mastix

 

Noch mehr Sirup-Kuchen? Dann probier mal

 


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Tsatsiki

Tsatsiki - Original griechisch

Immer wieder wurde ich nach meinem Rezept für Tsatsiki gefragt. Hier ist es… im fünften Jahr seit Bestehen dieses Blogs. Warum erst jetzt auf dem Blog? Ganz einfach, ich mache es sehr selten. Meistens bereitet es sowieso mein Sohn zu und auch bei diesem Tsatsiki hat er die Hauptarbeit übernommen. Ich mag nun mal einfach keine Gurken. Hin und wieder esse ich aber gerne etwas Tsatsiki. Ich mache Tsatsiki meistens ohne irgendetwas abzumessen und schmecke ab, bis es passt. Das empfehle ich euch auch.

Was ist wichtig bei Tsatsiki?
Abgetropfter griechischer Joghurt und eine Gurke, die nicht mehr so viel Wasser hat. Sonst wird das ganze eher eine Gurken-Joghurt-Suppe und kein cremiger Dip. Ob man nun auf Quark ausweicht… das bleibt jedem selbst überlassen. Da es mittlerweile in jedem Supermarkt guten griechischen Joghurt gibt, muss man kaum auf Quark ausweichen.

Wenn meine Eltern früher zu Namenstagen Besuch von Freunden und Bekannten bekamen (ca. 20-30 Personen), dann wurde eine riesengroße Schüssel Tsatsiki vorbereitet. In der schwäbischen Kleinstadt gab es damals allerdings keinen griechischen Joghurt. Der gekaufte Joghurt (manchmal hat ihn meine Mutter auch selbst gemacht) wurde in ein extra dafür vorgesehenes Mulltuch gegeben und durfte die ganze Nacht in der Küche abtropfen. Beim Anbringen des Tuchs über der Spülbecken war mein Vater ziemlich erfinderisch, so dass die Küche wirklich sauber blieb. Da mein Zimmer direkt neben der Küche war, hörte ich es die ganze Nacht tropfen, plopp, plopp, plopp…. Damals dachte ich noch, Tsatsiki machen ist ja echt aufwändig.

So umständlich mache ich es mir heute nicht. Wenn ihr griechischen Joghurt verwendet und darauf achtet, dass nicht zu viel Gurkenwasser im Dip landet, dann seit ihr eigentlich immer auf der sicheren Seite. Ich lasse dazu die Kerne dran, sorge jedoch dafür, dass geraspelte Gurke über einer Schüssel abtropfen zu lassen und drücke sie zudem noch aus. Wer auf Nummer sicher geht, der entfernt das Kerngehäuse (ist mir persönlich aber zu viel Verschwendung).

Zutaten

  • 500 g griechischer Joghurt (es muss ein abgetropfter Joghurt sein)
  • 1 halbe Gurke
  • 2 EL Essig
  • 4 EL Olivenöl, je nach Geschmack auch mehr oder weniger
  • 1-2 Knoblauchzehen (auch hier, wer mehr mag, nimmt mehr)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Dill

1
Die Gurke je nach Geschmack schälen. Ich schäle die Gurke meistens oder entferne nur einen Teil der Schale. Wenn die Gurke sehr wässrig ist, das Kerngehäuse entfernen. Mit der Gemüsereibe grob reiben und die Gurkenraspel in ein Sieb geben. Über einer Schüssel abtropfen lassen.

2. 
Knoblauch schälen und sehr fein hacken oder gleich mit etwas Joghurt mit dem Stabmixer oder in der Küchenmaschine pürieren. Den Dill waschen und fein hacken.

3.
Den Joghurt in eine Schüssel geben, pürierte Knoblauchzehe hinzufügen. Die Gurken mit den Händen nochmal gut ausdrücken, so dass soviel Gurkensaft wie möglich austritt. Die Gurken zum Joghurt geben und unterrühren. Mit Essig, Olivenöl, Salz, etwas Pfeffer würzen. Den Dil unterheben. Das Tsatsiki nun für ca. 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Bei den Mengen von Essig, Olivenöl und Knoblauch einfach ausprobieren, was einem am besten schmeckt.

Dazu passt…. alles! Besonders gut allerdings hierzu:


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Fanouropita – die simple mit 7 Zutaten

Eigentlich sollte ich diesen leckeren veganen Kuchen rund ums Jahr backen. Zum Frühstück schmeckt er mir besonders gut. Dieser Kuchen wird traditionell am 27. August in Griechenland gebacken.

Was es damit auf sich hat und eine der zahlreichen Varianten findet ihr auch hier Fanouropita – „Wünsch Dir was Kuchen“mit neun Zutaten. Es geht aber noch simpler, nämlich nur mit sieben Zutaten. Die Zutaten für Fanouropita müssen der Tradition nach eine ungerade Zahl aufweisen: 7, 9, oder 11.

Heute stelle ich euch meine Variante für eine Fanouropita mit sieben Zutaten vor.

Zutaten für ein Springform

  1. 280 g Mehl
  2. 2 TL Backpulver
  3. 2 TL Zimt oder etwas weniger
  4. 140 ml Olivenöl
  5. 160 ml frisch gepresster Orangensaft (von ca. 4 Orangen)
  6. 140 g Zucker
  7. 50 g gehackte Walnüsse

Fett für die Form
Puderzucker zum Dekorieren, Springform

1.
Backofen auf 180 ° vorheizen. Die Form fetten und mit Mehl ausstreuen.

2.
Die trockenen Zutaten mischen: Mehl, Backpulver und Zimt.

3.
Die Orangen auspressen. Den Orangensaft mit dem Olivenöl und dem Zucker verrühren. Die Mehlmischung mit einem Löffel unterrühren.  Zum Schluss die Walnüsse unterheben.

4.
Den Teig in die Form füllen und bei 180 ° backen. Bei mir hat es 35 – 40 Minuten gedauert. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob der Kuchen gar ist.

Wenn der Kuchen abgekühlt ist mit Puderzucker dekorieren

Fanouropita mit 9 Zutaten


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Knusprige Zucchini – für zwischendurch, Meze oder eine komplette Mahlzeit

Gebratene Zucchini

 

„Was soll ich Dir denn zum Essen machen?“ fragt mich meine Mutter, als ich am letzten Urlaubstag meinen Koffer packte. Eigentlich wollte ich nichts, das Frühstück lag nicht sonderlich lange zurück und es war noch nicht mal Mittag. Während ich also meine Sachen zusammensuchte, merkte ich dass die Wohnung nach gebratenen Zucchini duftete. Stimmt! Sie hatte noch Zucchini bekommen, die mit heller Schale, die man hier in Deutschland so selten findet. Dicke saftige Scheiben, die in viel Olivenöl gebraten werden. Lecker! Mein sehr früher Mittagssnack, bevor ich zum Flughafen fuhr. Perfekt, denn in den ganzen Tagen davor hatte ich gar keine griechischen Zucchini gegessen.

Die Variante, die ich euch hier vorstelle, habe ich noch vor dem Urlaub zubereitet und schaffe es erst jetzt, sie auf dem Blog zu veröffentlichen. Das sind die Zucchini, die ihr vielleicht schon mal beim Griechen gegessen habt: dünne Scheiben, knusprig gebraten. Bei mir gab es dazu Tsatsiki, das demnächst ebenfalls auf den Blog kommt. Für mich ein komplettes Abendessen oder ein Meze.

Die Zucchini werden vor dem Braten in Mehl und dann nochmal kurz in kaltes Wasser getaucht. Merkwürdigerweise spritzt es kaum, dennoch sollte man vorsichtig beim Braten sein.

Zutaten

  • 2 mittelgroße Zucchini
  • grobes Meersalz
  • ein paar EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

1.
Die Zucchini waschen, vom Stiel- und Blütenansatz befreien und in dünne Scheiben schneiden, ca. 5mm dick. In ein Sieb gebe und mit etwa 1 TL grobem Meersalz bestreuen. Mehrmals wenden. Das Sieb über eine Schüssel stellen. Für ca. 30 Min. stehen lassen.

2.
Die Zucchini haben jetzt ziemlich Flüssigkeit verloren. Mit einem Tuch abtupfen. In zwei Schüsseln jeweils Mehl und kaltes Wasser bereitstellen. Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen. Die Zucchini in Mehl wenden.

3.
Die Zucchini sobald das Öl heiß genug ist, abklopfen, kurz in Wasser tunken und vorsichtig in die Pfanne legen. Von beiden Seiten in 2-3 Min. goldbraun braten. Die 2. Seite ist meist schneller goldbraun. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

4. 
Wem die Zucchini nicht salzig genug sind, der kann noch mit grobem Meersalz würzen. Warm schmecken sie mir persönlich am besten.

Denn Schritt mit dem Entwässern der Zucchini kann man natürlich auch überspringen, was ich auch oft mache, wenn ich kaum Zeit habe. Sie werden dadurch etwas weniger knusprig.

Dazu passt: Tsatsiki, Tirokafteri, Tiganopsoma, Fetacreme oder auch einfach Feta mit etwas Olivenöl und Oregano und… Brot.


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Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Tirokafteri – scharfe Fetacreme

Tirokafteri - scharfe Fetacreme aus Griechenland

Tirokafteri ist eine pikante bis scharfe Creme aus Feta. In manchen Regionen wird sie auch Chtipiti (geschlagene Creme) oder Tirosalata (Fetasalat) genannt. Tirokafteri finde ich passender, kaftero heißt nämlich scharf. Wer beim Griechen einen kalten Vorspeisenteller bestellt, der wird diesen Dip dort mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit finden, mal weiß, mal grünlich, oder wie hier bei mir gelblich-orange. Die Farbe kommt durch die Paprika oder Chili, die verwendet wurde.

Die Basis – Feta und…
Guter Feta ist die wichtigste Zutat für Tirkokafteri. Es gibt in Griechenland ziemlich viele Fetasorten wie z.B. milden Feta oder Feta mit einem ausgeprägterem Geschmack, außerdem gibt es harten und weichen Feta. Probiert euch mal durch die Sorten, wenn ihr in Griechenland seid. Für die Tirokafteri könnt ihr aber auch den Feta mit weiteren weiße Käsesorten wie Manouri, Anthotiro oder Mizithra mischen. Letztere erinnern etwas an Ricotta. Ein Frischkäse, den man hier leider nicht bekommt ist auch Katiki Domokou. Sehr lecker. Ich verwende gerne eine Mischung aus Feta und griechischen Joghurt, da ich hier schlecht an Anthotiro oder Katiki Domokou komme. Der Joghurt macht den Dip etwas cremiger, genauso wie das Olivenöl.

Die Scharfmacher – scharfe Gemüsepaprika, Peperoni oder Chili
Letztendlich ist es egal, womit man den Feta scharf bekommt. Es gibt unzählige Varianten: frische Peperoni oder Chili, die roh untergemischt werden oder scharfe Gemüsepaprika, die im Ofen oder über Feuer gegrillt wird. Ersteres geht schneller, letzteres gibt noch ein schönes Raucharoma in den Dip. Scharfe Gemüsepaprika findet ihr in griechischen, türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäften.

Ich bevorzuge die Variante, die auch am weitesten verbreitet ist: Ich röste die Paprika im Ofen. Meistens nehme ich grüne für die Schärfe und lege noch eine rote Spitzpaprika dazu. Diese sorgt für eine schöne Farbe und ein dezentes süßliches Aroma. Für meinen Dip habe ich eine rote Spitzpaprika und nur einen Teil einer scharfen grünen Peperoni verwendet. Da solltet ihr nach und nach die scharfe Paprika hinzugeben, bis euch die Creme scharf genug ist. Und nicht vergessen, Tirokafteri wird durch das Durchziehen noch etwas schärfer.

Schneller geht es übrigens indem man alles in den Mixer gibt und stückchenweise die scharfe rohe Paprika oder Chili untermischt, bis man mit dem Schärfegrad zufrieden ist. (Zur Not gehen auch Chiliflocken oder Chilipulver, aber nur wenn es Sonntag ist, man keine Paprika im Haus hat und große Lust auf diesen Dip hat 😉 )

Rote Spitzpaprika und scharfe Peperoni

Die Konsistenz
Ich mag es gerne cremig, deshalb verwende ich immer Joghurt. Olvenöl sorgt ebenfalls für Cremigkeit, hier könnt ihr auch ruhig mehr verwenden. Wer es jedoch stückiger mag und kleine Fetabröckchen noch auf der Zunge spüren möchte, der sollte nicht zulange pürieren oder den Mixer am besten stehen lassen und Paprika wie Feta mit der Gabel zerdrücken, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das dauert etwas länger, sorgt aber für ein rustikaleres Ergebnis.

 

Zutaten

  • 1 scharfe grüne Paprika oder Peperoni (in der Tirokafteri habe ich etwa 2/3 verwendet)
  • 1 milde rote Spitzpaprika
  • etwas Olivenöl für die Paprika
  • 500 g Feta
  • 100 g griechischer Joghurt (optional, macht den Dip cremiger)
  • 2 EL Weinessig
  • 5 EL Olivenöl

 

1.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen. Die Paprika waschen mit Olivenöl beträufeln. Im heißen Ofen insgesamt etwa 20-30 Minuten backen bis die Haut an mehreren Stellen fast schwarz ist. Dabei ein Mal wenden. Nach Sicht backen, denn die Backzeit hängt von der Größe der Paprika ab. Ich musste die rote Paprika ca. 8 Min. länger backen. Die Paprika aus dem Ofen nehmen und mit Folie bedecken oder einfach das Backpapier umschlagen. Ein paar Minuten stehen lassen, dann lässt sich die Haut besser abziehen. Stiel und Kerngehäuse entfernen und die Paprika schälen. Das Fruchtfleisch beiseite stellen.

2.
Den Feta zerbröckeln. In den Mixer geben und etwas vom Joghurt, sowie den Essig und einen Teil des Olivenöls hinzufügen. Die rote Paprika und einen Teil der grünen Paprika zum Feta geben. Wenn ihr die scharfe Paprika portionsweise unterrührt, könnt ihr die Schärfe besser kontrollieren und abschmecken. Alles pürieren und Konsistenz sowie Schärfe prüfen. Cremiger wird Tirokafteri mit noch mehr Joghurt und Olivenöl. Je nach Geschmack den restlichen Joghurt, das Olivenöl und mehr scharfe Paprika unterrühren. Da meine Paprika ziemlich scharf war, habe ich nur zwei Drittel verwendet. Das war für mich perfekt. Außerdem zieht der Dip ja noch und wird schärfer.

3.
Kühl stellen und zum Servieren mit Olivenöl beträufeln und je nach Geschmack mit roter Paprika dekorieren.

Tirokafteri passt zu griechischen Vorspeisen, zu Gemüse, aufs Brot, zum Grillen, mit Keftedakia, zu Tiganopsoma, Gigantes, oder Tigania. Und wenn zuviel Tirokafteri übrig bleibt, dann gebe ich sie mit einem Schuss Nudelwasser über Spaghetti…

Tirokafteri hält sich 3-4 Tage im Kühlschrank.

Tirokafteri mit roter Paprika