Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


6 Kommentare

Revithokeftedes – Kichererbsenbällchen

Revithokeftedes sind Bällchen aus Kichererbsen – außerhalb Griechenlands besser bekannt als Falafel, mit denen sie eine große Ähnlichkeit haben. Das schöne Wort, das übrigens auf der vorletzten Silbe betont wird (Re-vi-tho-ke-fté-des) setzt sich zusammen aus Revithia (Kichererbsen) und Keftedes (also… alles was rund und gebraten aus der Pfanne kommt und lecker schmeckt 🙂

Kichererbsen sind wie alle Hülsenfrüchte traditionell quasi Grundnahrungsmittel. Kichererbsen sind ressourcenschonend im Anbau: sie benötigen wenig Wasser und mögen es warm. Ideal für die griechischen Inseln, die bekannt für ihre Kichererbsen-Gerichte sind. Zum Beispiel der Eintopf Revithada aus Sifnos oder Revithorizo, eine Kombination aus Reis und Kichererbsen. Fehlt nur noch ein Meze in Form von Keftedes, dazu passt Tsatsiki oder ein cremig gerührter griechischer Joghurt mit Minze.

Ein paar Tipps:

Vegan oder vegetarisch? Das Ei in der Zutatenliste kann man getrost weglassen, es macht die Revithokeftedes jedoch noch fluffiger.

Natron und Zitronensaft: gehören zusammen, denn die Säure aktiviert das Natron, das für lockere Bällchen sorgt. Natron kann auch durch Backpulver ersetzt werden.

Formen: Ich rühre genau so viel Mehl hinein, dass ich gerade noch Bällchen formen kann. Die Masse ist also noch relativ weich. In manchen Rezepten wird man zudem auch gekochte Kartoffeln in der Mischung finden. Auch lecker.

Vorbereiten: Die trockenen Kichererbsen müssen über Nacht (oder für ca. 12 Stunden) im Wasser eingeweicht werden

Abwandeln nach Lust und Laune: Solche Rezepte laden mich immer zum Experimentieren ein… Oregano, Frühlingszwiebeln, diverse Pfeffersorten oder auch marokkanische Salzzitronen… Warum nicht 🙂

Persönlich: Ich gestehe, dass ich manchmal die Haut von jeder einzelnen Kichererbse abziehe, nach dem Einweichen… Kommt auf die Kichererbse an, und wie leicht sie sich schälen lässt. Muss aber niemand nachmachen.

Zutaten
– 220 g Kichererbsen
– 1 TL Natron
– 1 Schalotte oder kleine Zwiebel
– 5-6 Stiele Minze bzw. ein halbes Bund
– 5-6 Stiele Petersilie bzw. ein halbes Bund
– 1 TL Cumin (Kreuzkümmel)
– 1 TL gemahlener Koriander
– 1-1,5 TL Salz
– frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
– 1 Ei (optional, siehe oben)
– Saft einer halben Zitrone
– 1 TL Natron
– 30 g Mehl + evtl. etwas mehr, wenn die Masse zu feucht ist
– Öl zum Frittieren (Olivenöl oder neutrales Öl wie Sonnenblumenöl)

1
Die Kichererbsen in eine große Schüssel geben und reichlich Wasser hinzufügen. Das Natron unterrühren und über Nacht zugedeckt stehen lassen. Die Kichererbsen verdoppeln sich fast, deshalb eine genügend große Schüssel wählen.

2
Am nächsten Tag die Kichererbsen abgießen und abtropfen lassen. Die Zwiebel grob hacken. Die Kräuter waschen und die Blättchen abzupfen. Die Kichererbsen mit den Zwiebeln und den Kräutern im Mixer zerkleinern, jedoch nicht zu Mus pürieren. Alle Gewürze hinzufügen und umrühren.

3
Das Ei verkleppern und unter die Kichererbsen mischen. Den Zitronensaft zusammen mit dem Natron ebenfalls untermischen . Anschließend das Mehl hinzufügen und Testen, ob sich aus der Masse Bällchen formen lassen. Bei Bedarf noch etwas Mehl hinzufügen. Bällchen oder ganz klassisch flache Keftedes formen.

4
Das Öl in einem Topf oder hohen Pfanne erhitzen. Einen Teller mit Küchenpapier auslegen und bereitstellen. Wenn das Öl heiß genug ist, die Revithokeftedes portionsweise in ca. 4-5 Minuten goldbraun frittieren. Herausnehmen und auf dem Küchenpapier abtropfen lassen.

Das Öl kann man übrigens wiederverwenden. Einfach abkühlen lassen und durch ein Sieb geben.

Süchtig nach Keftedes?
Hier gibt es mehr

…ohne Fisch oder Fleisch
– mit Tomaten: Tomatokeftedes
– mit Zucchini: Kolokithokeftedes
– mit Ei und Feta: Lalangites
– mit einer anderen Hülsenfrucht: Favokeftedes

…die klassischen mit Fleisch: Keftedakia