Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Importiert… Getrocknetes, Gemahlenes, Gekochtes, Unvergessliches

Mitgebracht aus Griechenland

Vor etwa einem Monat habe ich meinen Koffer wieder ausgepackt und komme erst jetzt dazu euch den kulinarischen Inhalt vorzustellen. Ich stecke mitten in einem spannenden Jahr, stehe kurz vorm Wechsel in einen neuen Job (ich mache was Digitales mit Büchern) und noch ein paar Sachen mehr. Meine Tage hätten in den letzten Monaten ein paar mehr Stunden haben können.

Wenn ich meine Mitbringsel so anschaue, dann kann ich sagen, dass einer Drittkarriere als Kräuterhexe nichts mehr im Weg steht. Hatte ich mich in den vergangenen Jahren noch gebremst – mangels passender Beschwerde – dieses oder jenes interessante Kraut mitzunehmen, so habe ich dieses Jahr hemmungslos zugeschlagen. Ein paar Kräuter mit lustigen Namen, interessantem Geruch oder einfach nur schrägem Aussehen habe ich mitgenommen. Ok, als sich das komisch riechende aber schön klingende „Valeriana“ als Baldrianwurzel entpuppte war ich etwas weniger beeindruckt…

Beim Auspacken war ich erstaunt über den wachsenden Berg an Tütchen und Päckchen. Ich war gerade mal sieben Tage in Griechenland und konnte an nur drei Tagen einkaufen gehen. Aber ein paar Geschenke sind ja auch darunter. Und ich habe etwas über die Herkunft meines Nachnamens gelernt, dazu später mehr.

Es duftet… Kräuter und Gewürze

Kräuter aus Griechenland

Oregano (Rigani) kann ich als Griechin natürlich nie genug haben. Ich habe immer noch Vorräte hier in Deutschland und verschenke ständig welchen. Diesmal habe ich Oregano aus der Pieria-Gegend unweit des Olymp mitgebracht. Der Ort hat den schönen Namen Moschopotamos (Duftender Fluss) und als Kind hörte ich immer, dass Opa Nikos nicht da ist, weil er in eben dieses Dorf musste, um Kastanien oder Walnüsse zu holen.

Ysop (Ysoppos) ist ein altes Heilkraut, das schon in der Antike bekannt war und bei vielerlei Beschwerden eingesetzt wurde, zum Beispiel bei Erkältungen. Ich werde wohl hin und wieder einen Tee daraus kochen aber vor allem Suppen und Saucen damit würzen.

Ysop - Yssopos

Polei-Minze (Fliskouni) Der Geruch erinnert an Minze, etwas schärfer vielleicht. In einem meiner griechischen Kochbücher würzt sie Kartoffelbratlinge. Und auch zu griechischen Hackfleischbällchen passt sie sehr gut. Man kann daraus auch Tee kochen. Allerdings sollte man generell sehr sparsam damit umgehen und sie z..B. in der Schwangerschaft meiden. Sie enthält nämlich einen giftigen Stoff.

Polei-Minze - Fliskouni

Baldrianwurzel (Valeriana) sieht merkwürdig aus, oder?  Riecht auch so. Wenn die nächste schlaflose Nacht kommen sollte, bin ich also ausgestattet 🙂

Baldrianwurzel - Valeria

Sennes-Blätter (Fila Alexandrias) in den letzten Jahren dachte ich immer: „Nein, Du hast nur hin und wieder eine Erkältung und mal Kopfschmerzen aber Darmprobleme hast Du nie, das lässt Du schön liegen. Auch wenn es lustig aussieht…“ Die Blätter habe ich bei meiner Mutter im Schrank gefunden. Bereitwillig wollte sie mir die ganze Packung mitgeben, selbst die Apothekerin schwöre darauf. Ich finde das total faszinierend. Schon im letzten Jahr habe ich euch von den vielen Kräuterläden erzählt. Natur statt Chemie, vor allem da die Heilkräuter günstiger sind als Medikamente aus der Apotheke. Der Tee schmeckt sehr gesund, man kann ihn aber gut trinken.

Fila Alexandrias

Zum Trinken 

Schlepp und griechischer Kaffee

Sahlep (Salepi) Salepverkäufer rollten früher mit ihrem kleinen Verkaufsstand durch die winterlichen Straßen und verkauften das sämige Getränk an Passanten, die sich wärmen wollten. Vereinzelt lebt diese Tradition wieder auf. Salepi wird aus den Wurzeln des Knabenkrauts, einer Orchideenart,  gemacht. Das daraus gewonnene Pulver bindet beim Kochen und ist auch eine Zutat in meinem griechischem Lieblingseis, dem Kaimali-Eis. Ich habe sowohl das reine Salepi-Pulver gekauft, das mit etwas Stärke und Zimt zu einem Getränk aufgekocht wird und auch Instant-Salep. Im Winter trinke ich das ganz gerne, besonders wenn ich Lust auf Süßes habe.

Griechischer Kaffee, den hat mir meine Mutter noch frisch gemahlen in den Koffer gepackt. Wie ich ihn am liebsten zubereite, lest ihr hier.

Aus Kreta

Carob und Gerstenzwieback aus Griechenland

Wenn ich die Wohnung meiner Mutter verlasse und Richtung Stadtzentrum laufe, komme ich an einem kleinen kretischen Laden vorbei mit allerlei Spezialitäten. Schon letztes Jahr habe ich hier eingekauft und habe damals den Gerstenzwieback und das Carobmehl dort gelassen. Mit der Verkäuferin habe ich mich länger unterhalten und eine ganze Liste an Rezepten für den Blog mitbekommen. Kretische Rezepte aus der Region Sfakia, so heißt der Laden. Als wir Kontaktdaten austauschten, stellten wir fest, dass wir den gleichen Nachnamen haben. Das ist im Norden Griechenlands dann doch ungewöhnlich, denn mein Nachname ist kretischen Ursprungs und in unserem Bergdorf hieß nur mein Opa so. Just am Vortag hatte ich mit meinem Cousin über die Herkunft des Namens gesprochen und seine Nachforschungen reichten bis zu einem etwas weiter entfernten Pieria-Dorf. Die Ladenbetreiberin kommt genau aus diesem Dorf und hat weitere Nachforschungen angestellt. Vor ein paar Hundert Jahren hat sich aus dem kretischem Chania ein Vorfahre auf dem Weg in den Norden Griechenlands aufgemacht und hat sich am Pieria-Gebirge niedergelassen. Das fand ich total interessant.

Carob-Schoten (Charupi) Das sind die Früchte des Johannisbrotbaums. Carob bekommt man in Griechenland als ganze Schote, als Mehl und auch als Tee. Es gibt Carob-Kekse und Carob-Nudeln (sehr lecker). Diese gebackenen Schoten kann man einfach als Snack essen. Die Kerne werden dabei nicht mitgegessen. Es ist leicht zäh und erinnert an Kakao. Man kann die Schote auch in Wasser einweichen und essen. Auf Kreta hat man mit dieser sehr nahrhaften Frucht die Hungersnot während der Besatzungszeit durchstanden. Im Norden bekam meine Mutter Charupi beim Kalanta-Singen. Die Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen Lieder um Christus Geburt anzukündigen. Heute gibt es Geld und Süßigkeiten. Meine Mutter hatte Charupi bekommen und es den Schweinen zum Fressen gegeben.

Carobschoten und Carobtee

Carob-Tee, wow was für ein leckeres Zeug. Man kocht ihn zusammen mit Wasser auf und lässt ihn ca. 5 Minuten kochen. Dann entfaltet er seinen süßlichen Geschmack, der an Karamell und Kakao erinnert. Man kann auch eine Zimtstange mitkochen oder einfach etwas Zimtpulver. Das wird auch ein Lieblingstee im Winter.

Gerstenzwieback (Kritharokouloura) Dieser trockene Zwieback wird für einen sehr beliebten kritischen Snack verwendet, dem Dato. Der Zwieback wird mit frisch geriebener Tomate, Olivenöl, und Mizithra (eine Frischkäseart) oder Feta belegt. Als Zwieback verarbeitet, konnten die Kreter ihr Brot länger aufbewahren.

Zum Naschen

Süß eingelegte Feigen

Eingelegte Feigen (Gliko koutalioz Siko) Ich habe mich dieses Jahr richtig satt gegessen an Feigen. Wir hatten immer mindestens zwei Kilo frisch geerntete Feigen im Haus.  Von meiner Patentante habe ich diese selbst gemachten süß eingelegten Feigen bekommen. So verlängert sich für mich die Feigenzeit irgendwie.

Besonderes

Schaf-Ziegen-Butter (Egioprovio Vutiro) Für ein ganz bestimmtes Rezept habe ich letzten Winter Butter von Schafen und Ziegen gesucht. Butter von Schafen ist gar nicht so einfach zu finden, ersetzen wollte ich sie nicht. Also habe ich einen Becher geklärte Schaf-Ziegen-Butter aus Griechenland mitgebracht. Was ich damit machen werde, erfahrt ihr in ein paar Monaten. Ich hoffe, sie hat den Flug überstanden…

Kritharaki aus Zea (Emmer, Diccocum) Mit dem Ladeninhaber hatte ich ein interessantes Gespräch zu Urkörnern und den unterschieden von Emmer in Europa und das Emmer nicht gleich Emmer ist. Ich kann dieses Gespräch nicht mehr wiedergeben. Auch in Griechenland füllen sich die Regale mit Alternativen zu Weizenprodukten. Das uralte Zea erlebt dort gerade ein Revival.

Und hier seht ihr meine liebsten Fotomotive

olymp-suedlich-150816

Wie jedes Jahr: der Olymp. Zwischen zwei seiner Gipfel kann man von meinem Bergdorf die am höchsten gelegene Herberge sehen.

Griechischer Bergtee in Katerina

Verschiedene Bergtees aus der Region rund um Pieria und vorne links: wilder griechischer Bergtee vom Olymp.

Fasolakia Barbuna

Meine Mutter schält Barbunia, so heißen diese grünen Brechbohnen. Sie hat sie in Tomatensauce geschmort, Fasolakia. Eines meiner liebsten Sommergerichte.

Wassermelonenverkäufer

Für eine leckere Wassermelone musste ich nicht mal das Haus verlassen. Ich musste lediglich aufpassen, nicht vom Balkon zu fallen.

Tür

Der uralte unbewohnte Teil des Hauses meiner Oma.

Ano Poli Thessaloniki

Blick auf Thessaloniki von den engen Gässchen der oberen Stadt (Ano Poli) Gerade mal 30 Gehminuten vom Aristotelous Platz entfernt.

Lukumasverkäufer

Ein Strandverkäufer mit Lukumades, frittierten Honigbällchen, hat Feierabend.


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Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.


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Ladenia – die Schlichte aus Kimolos

Ladenia - griechischer Hefefladen mit Tomaten, Zwiebeln und Oregano

Heute nehme ich euch mit auf eine kulinarische Reise zu den Kykladen nach Kimolos. Diese Insel ist für seine Ladenia bekannt. Ladenia st ein Hefefladen, der mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt wird. Was für ein Duft, wenn diese Köstlichkeit aus dem Ofen kommt.

Der Name Ladenia leitet sich von Ladi, dem griechischem Wort für Öl. Gemeint ist mit Ladi hauptsächlich Olivenöl – was sonst. Und sowohl im Teig als auch auf dem Belag wird reichlich davon verwendet. Olivenöl wird im Winter hergestellt, wenn die Oliven die richtige Reife dafür haben. Den großen Auftritt hat für mich Olivenöl jedoch im Sommer, wenn es sehr verschwenderisch in Salaten oder Gemüsegerichten, den Ladera, verwendet wird. Auch bei dieser Pita wird nicht daran gespart, die Aromen des Olivenöls mischen sich mit den fruchtigen Tomaten und dem würzigen Oregano und katapultieren einen direkt in den Süden. Das Olivenöl sorgt für einen lockeren Teig, der schön saftig bleibt, und… für fettige Finger, wenn man das erste heiße und saftige Stück gleich aus dem Blech probiert.

Ganz klassisch wird die Ladenia oder auch Ladopita nur mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt. Wer möchte, kann auch Kapern verwenden, die ebenfalls zur griechischen Inselküche gehören, oder Oliven und Paprika.

Zutaten

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 150 g lauwarmes Wasser
  • ein halber Würfel frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • 30 ml Olivenöl

Für den Belag:

  • 1 große rote (oder weiße) Zwiebel
  • 4 reife und feste Fleischtomaten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • optional: etwas wilder Thymian
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 30 ml Olivenöl

1.

Teig für Ladenia
Das Mehl in eine Schüssel geben. Das Salz hinzufügen, am besten am Rand. Die Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen. Zum Mehl geben und 30 ml Olivenöl dazugeben. Zu einem weichen und elastischem Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Klebt er zu sehr an den Händen, dann etwas mehr Mehl hinzufügen. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben. Den Teig zu einer Kugel formen, zudecken und ca 40 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Aufgegangener Teig für Ladenia

2.
In der Zwischenzeit die Zwiebel halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Stückchen mit den Händen voneinander lösen. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Ein rundes Blech oder eine Springform von 28 cm Durchmesser mit Öl bestreichen, auch die Ränder. Den Ofen auf 180 ° vorheizen

3.
Tomaten, Ziwiebeln, Oregano - die Zutaten für Ladenia

Den aufgegangenen Teig mit den Händen in die Form drücken und dabei auch einen kleinen Rand formen. Die Oberfläche mit etwas Olivenöl bepinseln. Die Zwiebeln auf den Teig geben und mit etwas Meersalz würzen, dann die Tomatenscheiben fächerförmig darauflegen. Mit dem restlichen Salz, sowie dem Pfeffer dem Oregano und ggf. dem Thymian würzen und das restliche Olivenöl darüberträufeln. Die Ladenia ca. 40 bis 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Die Ladenia schmeckt sehr gut mit einem trockenen Weißwein, zum Beispiel einem Assyrtiko aus Santorin. Besonders gut schmeckt sie warm aus dem Ofen, aber auch kalt.

Griechische Inselküche - Ladenia aus Kimonos


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Tiganopsoma – Pitabrote aus der Pfanne

Pitabrote aus der Pfanne - Tiganopsoma

Tiganopsoma verbinde ich mit schnellem Essen. Immer wenn vom Pitateig etwas übrig war, hat meine Mutter die Reste mit Feta verknetet und entweder im Ofen gebacken oder kleine Fladen geformt und diese schnell in der Pfanne für uns gebacken. Dazu noch etwas Oregano darüber und die Brote wurden von uns im Stehen verputzt, sobald sie aus der Pfanne kamen.

Heute mache ich diese Tiganopsoma tatsächlich dann, wenn ich eigentlich gar keine Lust zum Kochen habe. Während der Teig geht, bereite ich einen Salat zu, meist aus ein paar Tomaten oder einen Blattsalat. Ich hole Oliven aus dem Schrank und vielleicht ein paar Peperoni. Dann lege ich etwas Feta auf einen Teller, beträufele ihn mit Olivenöl, gebe Oregano und getrocknete griechische Minze darüber. Zu guter Letzt müssen nur noch die Tiganopsoma gebraten werden und schon können wir essen. Das fühlt sich dann wie in einer winzig-kleinen griechischen Taverne an.

Diese Tiganopsoma kann zum Beispiel mit Feta füllen oder Kräuter in den Teig geben. Mir persönlich sind kleine Brote ohne Fetafüllung lieber, da ich den Schafskäse separat dazu reiche. Ich fülle oft nur die Hälfte des Teiges mit Feta, wenn überhaupt. Gerne mische ich getrocknete Kräuter wie Oregano oder Thymian in den Teig. Für eine süße Variante lasse ich die Kräuter weg und gebe anschließend Honig und Zimt über die noch warmen Brote.

Zutaten
für ca. 12 kleine oder 6 große Fladen

  • 1/4 Würfel frische Hefe
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 300 g Mehl
  • 1 knapper TL Salz
  • 1 TL getrockneter Oregano oder Thymian (optional)
  • 100 g Feta (optional, um etwas die Hälfte der Brote damit zu füllen)
  • Mehl zum Ausrollen
  • Olivenöl oder ein anderes Öl zum Braten

1.
Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und mit einem Esslöffel von dem Mehl verrühren. Zugedeckt etwa 15 Minuten stehen lassen. Die Hefe sollte Blasen gebildet haben.

2.
Das Salz und wer mag auch den Oregano zum Mehl geben die Flüssigkeit hinzufügen und alles gut verkneten. Ich mache das zuerst mit einem Löffel und dann mit den Händen. Wer eine Küchenmaschine hat, der kann natürlich dieser das Kneten überlassen. Ca. 5-8 Minuten kneten, bis ein weicher elastischer Teig entstanden ist, der nicht an den Händen klebt. Ist der Teig zu fest dann einfach etwas Wasser hinzufügen, ist der Teig zu feucht, dann noch etwas Mehl unterkneten.  Den Teig zudecken und ca. 30 Minuten oder länger gehen lassen.

3.
Nach der Gehzeit den Teig noch ein Mal durchkneten und in Portionen aufteilen. Für kleine Tigonapsoma von etwa 10 cm Durchmesser ca. 12 Portionen aufteilen. Für größere Brote entsprechend weniger. Jedes Bällchen auf etwas Mehl rund ausrollen. Für ungefüllte Tiganopsoma geht das ganz schnell.

4. 
Für gefüllte Tiganopsoma den Teig zu einem größeren Kreis ausrollen. Den Feta zerbröckeln und etwa eine großzügigen TL auf den Teig geben. Die Teigränder von allen Seiten nach innen klappen, so dass der Feta von Teig umhüllt ist. Mit dem Nudelholz platt drücken und mit etwas Mehl zu runden Fladen ausrollen.

5.
Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Ich nehme tatsächlich gerade so viel Öl, dass der Boden knapp und vollständig bedeckt ist. Die Hitze leicht zurückschalten und die Pitabrote von beiden Seiten goldbraun ausbacken. Das dauert nur wenige Minuten. Damit die Oberfläche keine Blasen wirft, den Teig ein paar Mal mit einer Gabel einstechen, sobald ihr sie in die Pfanne gleiten lasst. Wenn man das nicht macht, dann bilden sich meist kleine Taschen und man kann die Pitabrote längs aufschneiden und füllen – auch lecker. Alternativ kann man diese leckeren Tiganopsoma auch auf den Grill werfen oder im Backofen backen.

Salzig
Dazu passt: Feta, Fetacreme, Keftedakia, Salat, Fleisch vom Grill oder aus der Pfanne, Melitzanosalata und marinierten Paprika.

Süß
Dazu passt: Honig und Zimt, Tahinomelo oder auch einfach nur etwas Tahini


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Omelette mit wildem Spargel

Omelette mit wildem Spargel

Auf dem Viktualienmarkt in München bin ich neulich über Wildspargel aus Frankreich gestolpert. Der landete gleich in meiner Küche. Für den Blog hatte ich als nächstes griechisches Spargelgericht ein Omelette mit grünem Spargel geplant. Das ist nämlich ein typisches Spargelrezept aus der griechischen Alltagsküche. Mit wildem Spargel ist es natürlich etwas Besonderes. Den gibt es auch in Griechenland überall, auch wenn er nicht ganz wie dieser französische Wildspargel aussieht. Meist wird er leicht gedünstet und als Salat mit einer Essig-Öl-Vinaigrette (Ladoxido) oder Ladolemono serviert. Häufig wird daraus auch ein feines Omelette zubereitet.

Wilder Spargel

Zutaten für 2 bis 4 Personen
(je nachdem ob Vorspeise oder Hauptgericht)

  • 200 g wilder Spargel
  • Olivenöl für die Pfanne
  • 6 Eier
  • 1 großzügiger EL griechischer Joghurt
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

1.
Den Spargel kurz abbrausen und die Enden abschneiden. Trockentupfen. Die Eier verquirlen und zusammen mit den Gewürzen und dem Joghurt gut verrühren. Der Joghurt macht das Omelette saftiger und bringt noch etwas Frische rein. Wer hat und mag kann hier noch frische Kräuter zu den Eiern geben. Die hatte ich nicht und habe deshalb zum Oregano gegriffen – typisch griechisch eben.

2.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Den Spargel in die Pfanne geben und ein paar Minuten anbraten. Er sollte gar sein aber noch Biss haben. Das dauert ein paar Minuten, ich probiere einfach, bis es für mich passt. Die Hitze dabei reduzieren. Wer ihn weich bevorzugt, sollte ihn vorher ein paar Minuten dünsten, das wäre aber schade.

3.
Wenn der Spargel auf dem Punkt ist, die Eier hinzufügen. Wer möchte, legt vorher ein paar Spargelstangen zum Dekorieren beiseite. Die Eimasse stocken lassen. Bei mir ist Omelette immer Glückssache, deshalb bin ich ganz stolz, dass es in einem Stück aus der Pfanne gekommen ist… Ich habe das Omelette mit Hilfe einer großen Platte gewendet und dann zurück in die Pfanne gleiten lassen. Ansonsten Deckel drauf und die Oberfläche stocken lassen.

4. 
Mit dem Spargel dekorieren und mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen. Dazu passt Brot und Feta.


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Duftendes Galaktoboureko

Galaktoboureko

Das ist das wunderbarste griechische Dessert. Ich liebe es, wenn der Kuchen endlich gebacken ist und ich ihn heiß und duftend aus dem Ofen nehmen kann. Sobald er in Berührung mit dem Sirup kommt, knistert der kross gebackene Filo und die ganze Küche duftet so schön nach Butter, Filo und den Zitrusaromen des Sirups. Von den Rezepten, die sich Leser meines Blogs wünschen, wird Galaktoboureko am häufigsten genannt. Hier ist es endlich: Lockere Grießcreme umhüllt von dünnen Filoteigschichten und in Zuckersirup getränkt. Meistens sehr süß. Beim Zucker habe ich hier jedoch gespart. Wer es richtig süß haben möchte, kann den Zucker in der Creme sogar vervierfachen.

Vor vielen Jahren kamen mal Freunde von Verwandten aus Griechenland zu Besuch. Wir schleppten sie in eine deutsche Konditorei, priesen die hiesige Konditorenkunst in den höchsten Tönen (nicht zu vergleichen mit den pappsüßen griechischen Kuchen) und bestellten Käsekuchen, Erdbeerkuchen, Apfelkuchen und was sonst noch da war. Der Kuchen wurde gegessen, das schon, restlos. Die Bemerkungen dazu waren ungefähr so: „Das bezeichnet man hier also als Kuchen, ist es denn normal, dass kein Zucker drin ist?“ Oder: „Ich mache euch nachher mal was Süßes.“ Auch schön: „Also wenn da kein Kilo Zucker drin ist, ist es doch nichts Süßes!“ Mittlerweile haben sich die Erinnerungen daran verklärt: „Die Deutschen machen so lecker-leichte Kuchen.“

Galaktoboureko gehört zu den sogenannten Siropiasta, also Gebäck, das nach dem Backen in Sirup getränkt wird. Es gibt unzählige Tipps, wie das richtige Tränken funktioniert. Dabei geht es um die Konsistenz des Sirups und besonders wichtig die Temperatur. Ich halte mich bei Kuchen mit Filo an eine Faustregel: kalter Sirup, heißer Kuchen. Deshalb muss der Sirup als Erstes hergestellt werden, damit er abkühlen kann.

Damit der Filo auch nach dem Tränken kross bleibt, empfehle ich die Verwendung von geklärter Butter. Da der Butter durch das Klären Flüssigkeit entzogen wurde, ist das Ergebnis nach dem Tränken besser als bei ungeklärter Butter. Butter klären geht ganz schnell und übrig gebliebene Butter lässt sich lange aufbewahren und zum Braten verwenden. Man kann sich diesen Schritt natürlich auch sparen und die Butter einfach so schmelzen und verwenden.

Zutaten 

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • Schale und Saft von einer halben Bio-Zitrone
  • 3 Nelken

Für die Créme

  • 1 l fettarme Milch
  • eine halbe Vanilleschote
  • Schale von einer halben Zitrone, fein gerieben
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker
  • 120 g sehr feiner Hartweizengrieß (gibt es beim Griechen)

Außerdem

  • 200 g Butter
  • 1 Packung Filo-Teig (450 g)
  • rechteckige Form, 30 x 20 (oder 30 x 40)

1.
Zunächst den Sirup herstellen: Alle Zutaten in einen Topf geben, umrühren und aufkochen lassen. Etwa 4 Minuten leicht sprudelnd kochen. Der Sirup muss komplett auskühlen, bevor er weiterverwendet wird.

2.
Die Butter klären: Die Butter in Stückchen schneiden und ein einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn kein Schaum mehr entsteht, ist die Butter geklärt. In eine Schüssel füllen, der Bodensatz bleibt im Topf und wird nicht verwendet. Abkühlen lassen.

3.
Für die Créme wird die Milch in einem großen Topf erhitzt. Die Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote zur Milch geben. In einer Schüssel die Eier aufschlagen und verquirlen. Den Zucker, den Grieß und die Zitronenschale hinzufügen und gut vermischen, so dass keine Klümpchen zu sehen sind. Mit einem Schöpflöffel etwas heiße Milch unter Rühren in die Ei-Grießmasse geben. Ein paar Mal wiederholen. Die Ei-Grieß-Mischung zur Milch geben und gut umrühren. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Creme sollte jetzt dickflüssig sein. Zu fest darf sie nicht werden, damit sie auch nach dem Backen schön locker und cremig bleibt. In eine Schüssel umfüllen und die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.

4.
Wenn die Creme etwas abgekühlt ist, den Ofen auf 180° vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform mit der geklärten Butter fetten. Ein Teigblatt so in die Form legen, dass es an einer Seite aus der Form „hängt“. Mit Butter bestreichen. Das nächste Teigblatt in die Form legen, und zwar so, dass es an der anderen Seite überlappt. Erneut mit der Butter bestreichen und mit der Hälfte des Filos so weitermachen. Dabei jede Schicht buttern, sonst kann der Filoteig nicht gut durchbacken und später den Sirup aufnehmen.

 

Filoteig buttern

5.
Die Creme in die Form geben und glatt sreichen. Die Teigschichten, die aus der Form hängen über die Creme klappen und mit Butter bestreichen.

Galaktoboureko vorbereiten

6.
Den restlichen Filo doppelt falten und einzeln glatt auf die Creme legen. Erneut jede Schicht buttern, ganz besonders die letzte Schicht. Falls geklärte Butter übrig bleibt – bei mir waren es ca. 3-4 EL – lässt sich diese gut aufbewahren und zum Braten verwenden.

7.
Die überschüssigen Teigränder kann man jetzt abscheiden oder mit Hilfe eines Messers nach innen schlagen. Bevor das Galaktoboureko in den Ofen kommt, muss die Oberfläche mit einem spitzen Messer eingeritzt werden. Dazu einfach die Portionen einschneiden, dabei nur die obersten Schichten schneiden. In der Mitte des Ofens in ca. 45 Minuten goldbraun backen. Die Oberfläche muss schön kross sein.

Galaktoboureko gebacken

8.
Direkt nach dem Backen wird das Galaktoboureko mit dem Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup auf den Kuchen fließen lassen. Es sieht zunächst so aus, als würde dieser Sirup nie aufgenommen werden. Jetzt heißt 2-3 Stunden geduldig sein, bis sich das Galaktoboureko vollgesaugt hat und abgekühlt ist.

Galaktoboureko mit Sirup tränken

Galaktoboureko mit Zitronensirup

Dazu passt eine Kugel Eis.

Griechisches Galaktoboureko

Noch mehr Siropiasta:


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Arakas laderos – griechisches Erbsengemüse in Tomatensauce

Arakas Laderos - griechisches Erbsengemüse

Erbsen in Tomatensauce, klingt unspektakulär, oder? In Griechenland ist das ein komplettes Gericht, das mit viel Brot und Schafskäse gegessen wird. Es gehört zu den sogenannten „Ladera„. Die habe ich euch an vielen Stellen dieses Blogs schon vorgestellt. Ladera bedeutet „in Öl gekocht“ – in der griechischen Küche meinen wir mit Öl selbstverständlich Olivenöl. Was sonst. Ladero heißt aber auch „ohne Fleisch“. Bei diesen – meist veganen – Gerichten steht das Gemüse im Vordergrund. Gekocht wird mit reichlich gutem Olivenöl. Meist spielt eine Gemüsesorte die Hauptrolle, wie hier die Erbse. Auf die erstklassige Qualität aller Zutaten wird dabei großen Wert gelegt.

So stand ich am Münchner Viktualienmarkt vor meinem Lieblings-Gemüsehändler, ein grantig aussehender Bayer, der aber total nett ist. Ich versuchte gemeinsam mit ihm herauszufinden, wie viele Erbsenschoten ca. 500 g Erbsen ergeben. Gar nicht so einfach. Ich bin mit einer riesigen Tüte Erbsenschoten nach Hause gegangen, etwa 1 Kilo. Ich hatte Glück, die Erbsen waren erstklassig, trotz Naschen beim Palen habe ich ca. 500 g Erbsen erhalten. Es lohnt sich übrigens frische Erbsen für dieses Rezept zu verwenden. Mit tiefgekühlten Erbsen geht das natürlich schneller.

Araras - Erbsen palen

Diesen Araka gibt es auch in einer nicht-vegetarischen Variante. Dabei wird das Fleisch zuerst im Topf fast gar geschmort, bevor das Gemüse hinzukommt und das Gericht fertig gart. In den meisten griechischen Rezepten werdet ihr übrigens viel Dill dazu als Zutat finden. Wer Dill gerne mag, der sollte auch diesen anstatt Minze oder Petersilie verwenden. Ich bin jedoch kein großer Dillfan und bevorzuge Minze und Petersilie dazu. Und im Sommer könnt ihr natürlich frische Tomaten nehmen und selbst pürieren statt die passierten aus der Dose zu verwenden.

Beim Olivenöl spare ich immer etwas. Wer möchte verdoppelt die Menge. Schaden tut das nicht. Allerdings sollte es ein erstklassiges extra-natives Olivenöl sein. Davon gebe ich am Tisch gerne ein Schuss über alle Ladera.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 – 1,2 kg frische Erbsen in der Schote (ergibt ca. 500 g gepalte Erbsen). Ersatzweise TK-Erbsen.
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Karotten
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • 1 TL Thrymba oder Thymian
  • 1 TL getrocknete (griechische Minze)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • ein paar Stängel Petersilie
  • 2 Stängel frische Minze

1.
Die Erbsen aus den Schoten befreien und möglichst wenig dabei naschen. Die Zwiebel in Würfel schneiden, Die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Die geschälten Kartoffeln in nicht zu kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch ebenfalls würfeln. Die Erbsen waschen und abtropfen lassen.

2. 
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel mit den Karotten ein paar Minuten bei milder Hitze anbraten. Die Kartoffeln, die Erbsen und den Knoblauch hinzufügen. Das Tomatenmark dazugeben, unterrühren und kurz mit anbraten. Die passierten Tomaten zusammen mit ca. 250 -300 ml Wasser hinzufügen. Das Gemüse sollte gut mit Wasser bedeckt sein. Mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, Paprikapulver und den trockenen Kräutern würzen.

3.
Das Erbsengemüse bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe scheiden. Und die frischen Kräuter waschen und klein scheiden.
Die Frühlingszwiebeln nach ca. 15 Minuten zum Gericht geben und weitere 5-10 Minuten bei offenem Deckel weiterköcheln lassen. So verkochen sie nicht. Die frischen Kräuter untermischen. Das Gemüse sollte jetzt gar sein und die Tomatensauce sämig eingekocht sein. Zum Servieren noch einen Schuss Olivenöl über den Araka geben. Dazu passt frisches Brot und Schafskäse.


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Spanakorizo – Zitroniger griechischer Spinatreis

Spanakorizo - griechischer Spinatreis

Spanakorizo ist ein schlichtes und doch elegantes griechisches Reisgericht. Für mich ist es ein perfektes Frühlingsgericht, wenn es wieder frischen Spinat gibt. Dann fülle ich eine riesige Tüte mit Gartenspinat bei meinem Gemüsehändler. Und wenn ich beim Anblick der Menge denke, „viel zu viel“, dann packe ich noch eine großzügige Handvoll dazu. Zu wenig Spinat sollte es nämlich nicht sein.

Für diesen Spinatreis braucht es außerdem nur noch Reis, Zitrone und Kräuter wie zum Beispiel Dill, Minze und Petersilie passen aber auch sehr gut dazu. Beim Reis ist die Sorte eigentlich egal. Ich verwende besonders gerne Risotto-Reis, den ich vorher gründlich unter fließendem Wasser spüle. Das Ergebnis ist nämlich kein sämiges Risotto, sondern ein lockerer Reis. Deshalb passt auch Langkornreis ganz gut dazu. In machen Regionen Griechenlands wird das Spanakorizo mit passierten Tomaten gekocht. Ebenfalls eine leckere Variante.

Wenn ich Babyspinat finde oder der Gartenspinat besonders zart ist, dann koche ich den Reis fast gar und gebe den Spinat erst ein paar Minuten vor Ende der Garzeit dazu. So verkocht er nicht zu sehr. Ein Muss bei diesem Klassiker ist viel Zitronensaft und ein gutes Olivenöl, das großzügig über das fertige Gericht kommt.

Für ca. 3 Personen

  • ca. 500 g frischer Spinat (geputzt ca. 400 g)
  • 1 große rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl (wer mag auch etwas mehr)
  • 150 g Risottoreis (alternativ Langkornreis)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bio-Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 5 Zweige frischer Dill
  • Noch mehr Olivenöl und Zitronensaft zum Servieren

1.
Beim Spinat die dicken Stängel abscheiden, sorgfältig waschen und abtropfen lassen. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Den Reis unter fließendem Wasser waschen bis das Wasser klar wird. Beim Langkornreis verzichte ich auf das Waschen.

2.
Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze langsam glasig dünsten. Den Knoblauch hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten. Nun den Reis zu den Zwiebeln geben und ein paar Minuten im Olivenöl dünsten.

3. 
Den Spinat portionsweise zum Reis geben und zusammenfallen lassen. Der Spinat gibt dabei Flüssigkeit ab. Die Frühlingszwiebel hinzufügen, salzen und pfeffern. So viel Wasser hinzufügen, bis das Gericht knapp bedeckt ist. Die Zitrone heiß waschen und ca ein Viertel der Schale fein reiben. Zum Spinatreis geben und vorsichtig umrühren. Bei mittlerer Hitze zugedeckt sanft köcheln lassen bis der Reis die komplette Flüssigkeit aufgenommen hat und gar ist. Dabei nur wenn unbedingt nötig umrühren, noch besser kurz am Topf rütteln.

4.
Die Zitrone auspressen und den Saft kurz vor Ende der Garzeit zum Reis geben. Den Dill waschen fein hacken und unter den Reis mischen.

5.
Mit Zitronensaft und frischem Dill servieren. Und unbedingt noch einen guten Schuss Olivenöl über das Spanakorizo geben. Schmeckt warm, lauwarm und kalt. Ich esse es gerne solo als Hauptgericht es passt natürlich auch wunderbar zu Fisch und Fleisch.

Noch mehr griechische Rezepte mit Reis und Gemüse


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Revithada – Zitroniger Kichererbseneintopf

Revithada mit Zitrone Orange und frischem Oregano

Kichererbsen habe ich erst sehr spät in der griechischen Küche kennengelernt. Lange Zeit hatte ich sie nur mit der indischen oder arabischen Küche in Verbindung gebracht. Als Kind kann ich mich nicht daran erinnern, jemals eine Kichererbsensuppe bekommen zu haben. Kichererbsen kannte ich nur als „Stragalia“, die meine Eltern oft aus Griechenland als Knabberzeug mitgebracht haben.

Dabei sind Kichererbsen – wie eigentlich alle Hülsenfrüchte – in Griechenland sehr beliebt und alltäglich. Besonders auf den kargen Inseln der Ägäis findet man viele Gerichte mit Kichererbsen, z.B.: Salate, Bratlinge wie Revithokeftedes und eben diese Revithada. Hier wurden schon immer genügsame Hülsenfrüchte angebaut, die den klimatischen Bedingungen trotzen und bis heute sehr regelmäßig auf den Tisch kommen.

Diese vegane Suppe, na ja eigentlich eher Eintopf, passt auch gut in die Fastenzeit. Für die ganz schlichte Version wie diese hier braucht es nur sehr gutes Olivenöl, Zitrone und Kräuter. Und ein bisschen Zeit, denn am besten schmeckt Revithada mit Kichererbsen, die über Nacht eingeweicht wurden und mit genügend Zeit im Ofen gebacken wurden. Traditionell kommen dafür Tontöpfe zum Einsatz, die in den heißen Stein- oder Holzöfen kommen.

Eine kleine Extravaganz ist in dieser Version die Orangenschale, die diesem einfachen Gericht ein tolles Aroma gibt. Wer gerne Dill mag, kann ihn hier übrigens auch sehr verschwenderisch verwenden.

Zutaten für 2-3 Portionen

Zum Einweichen der Kichererbsen:

  • 250 g trockene Kichererbsen
  • 2 TL grobes Meersalz
  • 1 TL Natron

Zum Kochen

  • 1 große rote Zwiebel
    Zugegeben, die Farbe verschwindet beim Backen, sie schmecken jedoch gut. Nehmt, was ihr habt
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1-2 Zweige Rosmarin
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Bio-Orange
  • 50 ml Olivenöl
  • grobes Meersalz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • frischer Oregano zum Servieren und noch mehr Zitronensaft

1.
Die Kichererbsen am besten über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Ins Wasser kommt etwas Salz und Natron und darin sollten die Hülsenfrüchte mindestens 6 bis 8 Stunden bleiben. Das verkürzt später die Garzeit. Danach die Kichererbsen in ein Sieb geben und gründlich unter fließendem Wasser abspülen.

Eingeweichte Kichererbsen

2.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen. Die Kichererbsen in eine Auflaufform geben. Wenn die Auflaufform einen Deckel hat ist das prima ansonsten könnt ihr gleich ein Stück Alufolie zum Bedecken vorbereiten.

3.
Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden, Knoblauch in Scheiben schneiden. Beides zu den Kichererbsen geben. Alle Gewürze, also Rosmarin, Oregano, Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer ebenfalls dazu geben.

4.
Von der Zitrone und der Orange etwa die Hälfte der Schale abschneiden und dazugeben. Den Saft von beiden Früchten auspressen und ebenfalls zu den Kichererbsen gießen. Das Olivenöl dazugeben und das Gericht mit Wasser bedecken. Bei mir waren es ca. 300 ml Wasser.

Griechischer Kichererbseneintopf

5.
Deckel drauf, bzw. die Alufolie und für ca. 1 Stunde im Ofen backen.  Zwischendurch immer mal wieder prüfen. ob noch Flüssigkeit fehlt. Nach etwas einer Stunde sollten die Kichererbsen schon fast gar sein und noch ein kleiner Rest von der Flüssigkeit vorhanden sein.  Die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden und mit den Kichererbsen vermischen. Für weitere 30 – 40 Minuten ohne Deckel backen, bis die Kichererbsen weich sind und die Flüssigkeit fast komplett aufgenommen haben. Es kann natürlich sein, dass die Kichererbsen länger brauchen, bis sie gar sind. Dann solltet ihr immer wieder prüfen, ob genug Flüssigkeit vorhanden ist.

6.
Zum Servieren passen frische Kräuter wie Oregano, den ich am liebsten dazu mag oder auch Petersilie, Dill, etc. Ein Schuss gutes Olivenöl rundet das Ganze ab… und nicht vergessen noch etwas Zitrone auf den Tisch zu stellen, für alle Zitronenliebhaber wie mich.

Und dazu passt auch eine einfache Fetacreme aus Schafskäse und griechischem Joghurt, einfach den Käse zerbröckeln und mit der gleichen Menge Joghurt zu einer Creme rühren.

Hier gibt es noch mehr griechische Rezepte mit Hülsenfrüchten.


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Rezepte für die griechische Fastenzeit

Rezepte für die griechische Fastenzeit

Kommenden Montag ist in diesem Jahr „Kathara Deftera“, der saubere Montag oder der griechische Rosenmontag. Er läutet die große Fastenzeit vor dem griechischen Osterfest ein, die auch Megali Sarakosti genannt wird. Die Vorbereitungen für die längste Fastenzeit der griechisch-orthodoxen Kirche haben jedoch schon vor zwei Wochen begonnen: Tsiknopempti wird der Donnerstag genannt, an dem in Griechenland der Abschied vom Fleischgenuss für die kommenden sieben Wochen regelrecht gefeiert wird – es wird gegrillt und gebraten was das Zeug hält. Grillrauch überall, was auch den Namen dieses Tages erklärt, Tsiknos ist die Bezeichnung für Rauch. Darauf folgt die Woche der Tirinis, jetzt stehen Milch, Käse und Eier im Vordergrund bevor die Fastenden auch darauf bis Ostern verzichten.

An den sieben Fastenwochen bis Ostern wird also auf Fleisch, Milch und Eier komplett verzichtet. Mittwochs und Freitags verzichten streng Fastende auch auf das allgegenwärtige Olivenöl. Im Gegensatz zu einer veganen Ernährung ist die griechische Fastenzeit jedoch nicht komplett tierfrei. Honig ist erlaubt und Meeresfrüchte wie Muscheln und Krabben, die kein Blut aufweisen, genauso wie Schnecken.

An Kithara Deftera gehen die meisten in Griechenland raus und machen Picknick, lassen Drachen steigen und beginnen recht ausgelassen die lange Fastenzeit. Das typische Fladenbrot, die Lagana wird jetzt gegessen z.B. mit Taramas und Auberginencreme.

Was wird sonst gegessen?

Hier habe ich euch griechische Fastenrezepte zusammengestellt

Kali Orexi & Kali Sarakosti

KALT

WARM

 

SÜSS

Und… ein Herzenswunsch von mir:
Hilfe für die Menschen in Idomeni, zum Beispiel bei Ärzte ohne Grenzen