Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Gefüllte Zucchini mit Ei-Zitronen-Sauce

Zucchini mit Ei-Zitronen-Sauce Kolokithakia Avgolemono

Κολοκυθάκια γεμιστά με αυγολέμονο – Gefüllte Zucchini mit Ei-Zitronensauce

Schon seit Tagen freue ich mich auf dieses Gericht, dass mich irgendwie an Sommer erinnert. Im Süden Deutschlands regnet  es allerdings schon den ganzen Tag ununterbrochen. Deshalb musste es heute wenigstens ein schöner gelber Farbtupfer auf dem Teller sein. Gestern bin ich kurz vor Schluss noch zum Viktualienmarkt, auf der Suche nach schönen länglichen Zucchini, um anschließend im Haushaltsgeschäft daneben nach einem Gerät zum aushöhlen zu schauen. Bis jetzt habe ich für dieses Rezept immer etwas dickere längliche Zucchini genommen. Und dieses superpraktische Aushöhldings, das ich aus Griechenland mitgenommen habe, ist aus meiner Küche verschwunden. Längliche Zucchini habe ich gefunden, direkt daneben lagen aber diese faustgroßen Rondini. Die lassen sich sogar leichter aushöhlen.

Zucchini Rondini gefüllt mit Hackfleisch und Reis

Eine Zutat habe ich jedoch vergessen: Petersilie. Ich habe sie trotzdem ins Rezept geschrieben. Gefüllt werden die Zucchini mit einer Hackfleisch-Reis-Masse. Für das Hackfleisch nehme ich gerne ein gemischtes mit einem höheren Anteil an Rindfleisch. In Griechenland wird gerne Hackfleisch vom Kalb verwendet. Nehmt einfach, was euch am besten schmeckt.

Ach ja, und bei gefülltem Gemüse, bleibt es spannend: Reicht die Füllung oder reicht sie nicht? Ich schätze immer grob ab. Heute ist nur ganz wenig Füllung übrig geblieben. Wenn etwas übrig bleibt, rolle ich kleine Bällchen daraus und gare sie im Sud mit. Den Fall „zu wenig Füllung“ hatte ich noch nie. Ich rechne meist 1-2 EL Reis pro Zucchini, je nach Größe.

Zutaten

  • 4 kleine Rondini/Zuchhini
  • 150 g Hackfleisch (50 g Schwein, 100 g Rind)
  • 2 EL Rundkornreis
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 TL getrocknete Minze
  • ein paar Stängel Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zitrone
  • 1 Ei
  • evtl. 1 EL Speisestärke

So wird es gemacht

Die Rondini waschen, den Stiel etwas abschneiden und den Blütenansatz entfernen. Oben eine kleine Kappe schneiden, beiseitelegen und die Rondini mit einem kleinen Löffel aushöhlen. Das Fruchtfleisch von einer Zucchini in kleine Würfel schneiden. Das restliche Fruchtfleisch für etwas anderes verwenden. Manche schneiden es klein und kochen es mit, aber das mag ich nicht besonders

Das Innere der Rondini salzen. Mit einem Messer mehrmals rundum einstechen. Das sorgt dafür, dass später die Füllung gut garen kann.

Nun kommen wir zur Füllung. Die Schalotte fein würfeln. Zusammen mit den Zucchiniwürfeln in eine Schüssel geben, das Hackfleisch und den Reis dazugeben und mit Minze, Salz und Pfeffer würzen. Die Blättchen der Petersilie hacken und mit dem Olivenöl zur  Füllung geben. Alles gut vermischen und durchkneten.

Die vorbereiteten Zucchini füllen und die Deckelchen wieder aufsetzen. Nebeneinander in einen Topf geben und knapp mit gesalzenem Wasser bedecken. Zum Kochen bringen, die Hitze reduzieren und sanft köcheln lassen, bis der Reis gar ist und und die Zucchini weicher geworden sind. Da dauert ca. 20-25 Minuten. Mit einer Gabel könnt ihr die Konsistenz prüfen.

Während die Zucchini garen könnt ihr schon mal die Ei-Zitronen-Sauce – das Avgolemono – vorbereiten. Dafür wird die Zitrone ausgepresst und der Saft zusammen mit dem Ei und der Speisestärke verquirlt, am besten in einer großen Schüssel. Wie viel Zitrone ihr nehmt, hängt ganz von eurer Vorliebe ab. Wer unsicher ist, nimmt nur den halben Zitronensaft und würzt am Tisch nach. Die Speisestärke ist übrigens kein Muss. Ich lasse sie meist weg, da ich keine dicke Sauce zu diesem Gericht mag. Ich bevorzuge ein dünnflüssiges Avgolemono.

Nun wird es tricky: Das Ei darf nicht stocken. Schaltet den Herd aus und zieht den Topf von der Herdplatte. Der Kochsud sollte nicht mehr blubbern. Die Zucchini rausfischen und auf einen Teller setzen. Die Schüssel mit dem Ei-Zitronen-Gemisch direkt neben dem Kochtopf stellen. Ihr habt in der einen Hand eine Schöpfkelle und in der anderen einen Schneebesen. Nun nehmt ihr mit der Schöpfkelle etwas Sud und lasst ihn langsam in die Ei-Zitronensauce tropfen. Währenddessen rührt ihr mit dem Schneebesen das Ei-Zitronen-Gemisch ständig um. Das Ganze wird so lange wiederholt bis die Ei-Zitronensauce heiß geworden ist. Nach 4 Schöpfkellen sollte das der Falls sein. Wenn beide Flüssigkeiten eine ähnlich hohe Temperatur haben, gießt ihr das Avgolemono zurück in den Topf und rührt kräftig um. Jetzt darf es nicht mehr kochen.

Nun legt ihr die Zucchini wieder zurück in den Topf. Lasst das Ganze vor dem Servieren ein paar Minuten durchziehen. Dazu passt zum Beispiel Brot.

 


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Olivenblättertee – warum habe ich den erst jetzt entdeckt?

Ολιωενβλ'ττερτεε

Ich wollte euch schon lange meinen Lieblingstee vorstellen: Griechischen Bergtee. Der muss aber noch warten, denn mir ist vor kurzem ein Tee aus Olivenblättern „über dem Weg gelaufen“. Auf der Website eines Olivenölproduzenten habe ich ihn entdeckt und musste ihn sofort bestellen. Im gleichen Online-Shop entdeckte ich auch die Salzpyramiden von denen ich hier schon berichtet habe. Gehört hatte ich von diesem Tee noch nie.  „Kenne ich nicht, schmeckt das denn?“ hörte ich, als ich eine kurze Umfrage in meinen (griechischen) Bekanntenkreis machte. Eine kleine Recherche im Netz ergab, dass der Extrakt aus Olivenblättern wahnsinnig gesund ist.  Dem Tee werden sogar Heilkräfte zugeschrieben. Ja…, und dann schmeckt das auch noch!

Notio Olivenblättertee

Aus der hübschen Teedose duftes es „grün“, grasig, frisch,  schwach nach grünem Tee und irgendwie auch nach Sommer in Griechenlands Bergen. Vielleicht bilde ich mir letzteres auch nur ein. Ich war überrascht ganze Olivenblätter in der Dose zu sehen. Früher hatte ich kleine Olivenbäume auf dem Balkon, wenn ich gewusst hätte, dass man daraus auch Tee machen kann… Aber das wäre nicht ganz das gleiche gewesen. Die Blätter für diesen Tee stammen zum Großteil von wilden Olivenbäumen, die einen extrem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien haben. Deshalb sind sie auch etwas bitter. „Je bitterer, desto gesünder“ meinte die Oma des Teeproduzenten. Sie ist stolze 104 Jahre alt geworden. Die jungen Blätter werden zwischen Februar und Anfang Juni gesammelt und dann luftgetrocknet.

Wie schmeckt das jetzt? Den Geschmack empfinde ich als angenehm herb, frisch und viel milder als z.B. grünem Tee. Ihm fehlen nämlich die Tannine. Im Mund fühlt sich das richtig weich an. Ich mag ihn sehr und werde künftig neben griechischem Bergteee und Lindenblütentee auch noch Olivenblättertee im Koffer importieren.

So wird Olivenblättertee gemacht

Für 1 Tasse: 1 EL (oder 1 großzügiger TL)  Olivenblätter mit nicht mehr kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten oder auch länger ziehen lassen. Die Blätter entfernen und fertig. Er schmeckt übrigens auch kalt. An dem heißen Pfingstwochenende habe ich daraus Eistee gemacht.  In diesem Video vom Notio seht ihr übrigens die empfohlene Zubereitung, an die ich mich „pi mal Daumen“ gehalten habe: Ich habe etwas mehr Tee pro Glas genommen und mein Wasser war bestimmt heißer als 80 Grad.

Olivenblättertee pur, Olivenblättertee mit frischer Minze und Zitronenschale, Olivenblättertee mit Kardamom

Von links nach rechts: Olivenblättertee pur, mit MInze und Zitronenschale, mit Kardamom

Am liebsten mag ich den Tee pur. Aber ich habe noch zwei Experimente gemacht, die auch nicht schlecht waren:

  • Mit frischer Minze und Zitronenschale:
    Das war sehr erfrischend, vor allem gekühlt.
  • Mit grünen Kardamomkapseln, die ich leicht zerdrückt habe:
    Schmeckt leicht würzig, kann ich mir gut im Winter vorstellen.

 


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Sommerliche Zitronenkartoffeln mit Feta und Rosmarin

Sommerliche Zitronenkartoffeln mit Feta und Rosmarin

Πατάτες με λεμόνι, τυρί και δεντρολίβανο

Vielleicht erinnert ihr euch an die Zitronenkartoffeln, die ich schon auf dem Blog vorgestellt habe. Abgesehen vom Geschmack liebe ich dieses Gericht, weil man damit gar keinen Aufwand hat. Vor allem dann nicht, wenn Besuch da ist. Einfach schnell die Kartoffeln schälen und ab in den Ofen. Eine Variante, die ich besonders mag ist die mit Rosmarin und Schafskäse.

In Griechenland bewundere ich immer das kleinblättrige Basilikum und den Rosmarin auf den Terassen. Gekocht wird damit jedoch nicht – zumindest nicht bei meinen Verwandten im Norden Griechenlands. Und so sind sie kurz irritiert, wenn ich die Terassendeko zweckentfremde und Blättchen und Zweige mit in die Küche nehme. Im restlichen Griechenland mag das anders sein 🙂

Zutaten

  • 500 g Kartoffeln
  • Salz
  • Paprika edelsüß
  • Pfeffer
  • ca. 1 TL getrockneten Oregano
  • 2-3 Zweige Rosmarin
  • 1 Zitrone
  • Olivenöl
  • 100-150 g Schafskäse

Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Die Zitrone auspressen.Von einem Rosmarinzweig die Nadeln abstreifen und fein hacken. Alle Zutaten – außer dem Schafskäse – in eine Auflaufform geben und in den vorgeheizten Ofen schieben. Das Olivenöl habe ich nicht abgemessen, da ich gar nicht vorhatte dieses Rezept heute zu bloggen. Ich schätze es waren 8 Esslöffel. Bei 200 Grad ca. 50 Minuten backen. Nach ca. 30 Minuten die Kartoffeln wenden und prüfen, ob die Hitze zurückgeschaltet werden muss.

In der Zwischenzeit den Schafskäse in Würfel schneiden und nach 50 Minuten zu den Kartoffeln geben. Ca. 5-7 Minuten mitbacken. Der Schafskäse behält seine Form und wird warm und etwas weicher.

Wer möchte würzt noch mit frischgemahlenem schwarzen Pfeffer.

Und ganz zum Schluss kommt noch eine kleine Neuentdeckung von mir auf dieses Gericht: Fingersalz aus Zypern. Das habe ich letzte Woche beim Bestellen eines ganz besonderen griechischen Tees entdeckt. Vom Tee bin ich so begeistert, dass ich ihn euch bald hier vorstellen werde. Zurück zum Salz: In der Verpackung finden sich kleine Pyramiden, die tatsächlich durch das Zusammenspiel von starken Wellen, Wind und Sonne diese Form bekommen. Ich benutze es zur Zeit nahezu jeden Tag und brösel es am Tisch über fast jedes Gericht. Es ist etwas knuspriger als Fleur de Sel, das vorübergehend vom Tisch ins Gewürzregal wandern musste.

Fingersalz aus Zypern - Falksalt


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Auberginencreme – Melitzanosaláta

Melitzanosalata - griechische Auberginencreme

Μελιτζανοσαλάτα – Melitzanosaláta

Heute hatte ich Lust auf diese feine Auberginencreme. In der letzten Zeit habe ich mir Auberginencreme immer gekauft. Mein Supermarkt führt seit einiger Zeit eine ziemlich leckere. Selbst gemacht schmeckt sie aber anders und ja… viel besser… und besonders aufwändig ist sie auch nicht. Warum diese Dips in Griechenland Salat heißen, weiß ich übrigens nicht. Tsatsiki, Chtipiti (eine pikante Fetacreme) oder eben Meltzanosaláta gibt es in griechischen Tavernen unter Vorspeisen oder Salat. Komisch fand ich das schon immer.

Wenn ihr einen Grill, einen Gaskocher oder zufällig Feuer in der Nähe habt, dann grillt die Aubergine unbedingt. Das ergibt dieses wunderbare rauchige Aroma. Wenn nicht, dann nehmt ihr wie ich eben den Ofen.

Zutaten für Auberginencreme - Aubergine, Walnüsse, Knoblauch

 

Zutaten für eine kleine Portion

  • 1 Aubergine
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz (heute sogar selbstgemachtes Zitronensalz)
  • Pfeffer
  • eine Prise Zucker
  • Parika edelsüß
  • 2-3 EL Zitronensaft
  • 50 ml Olivenöl (ja, tatsächlich… nehmt eines, das euch roh gut schmeckt)
  • 4 Walnüsse (oder 2 EL Sesam)
  • etwas Petersilie

Den Ofen auf 250° vorheizen, Grill falls vorhanden einschalten. Die Aubergine waschen, abtrocknen und mit einer Gabel mehrmals einstechen. Auf den Rost in die Mitte des Ofens legen. Ich lege sie dabei auf ein Stück Alufolie. Die Aubergine nun ca. 50 Minuten backen, bis sie zusammengefallen und weich ist. Dabei mehrmals wenden. Falls die Haut zu schnell schwarz wird, den Ofen runterschalten.

Nach ca. 30 Minuten die geschälte Knoblauchzehe mit in den Ofen geben. Während die Aubergine im Ofen ist, die Walnüsse grob zerhacken und in einer heißen Pfanne ohne Fett rösten, bis er Farbe bekommt und duftet. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Wenn die Aubergine schön weich geworden ist, nehmt ihr sie aus dem Ofen. Das Ergebnis sah bei mir so aus:

Aubergine fertig gebacken und bereit für die Auberginencreme

Von der Knoblauchzehe verwende ich nur das weiche Innere. Die Haut werfe ich weg. Die Aubergine  ein paar Minuten mit Folie bedecken. Den Strunk ausdrehen und das Auberginenfleisch, das daran haftet loslösen und in eine Schüssel geben.  Die Aubergine der Länge nach aufschneiden, nun lassen sich die Samen mit einem kleinen Löffel ziemlich gut entfernen. Das Auberginenfleisch mit einem Löffel oder Messer von der Schale schaben.

Die Auberginenmasse und den Knoblauch zusammen mit Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß, den Zucker und dem  Zitronensaft verrühren. Wer es grob und stückig mag, der nimmt jetzt eine Gabel und rührt langsam das Olivenöl unter ständigem Rühren ein. Das dauert, bis die Aubergine das ganz Öl aufgenommen hat. Ich hatte heute Lust auf eine richtig feine Auberginencreme und habe entschieden, dass mein Mixer das viel besser kann. Das Öl kommt immer portionsweise in den Mixer, gut durchmixen und weitermachen bis das Öl schön eingearbeitet ist. Die Melitzanosaláta noch mit Salz, Pfeffer und eventuell Zitronensaft nach Geschmack abschmecken. Ich habe heute zum Schluss Zitronensalz verwendet.

Die Walnüsse und die fein geschnittene Petersilie beim Anrichten über die Creme streuen. Statt Walnüssen passt auch Sesam sehr gut. Wenn ihr die Walnüsse lieber in der Melitzanosalata haben wollt, dann hackt sie etwas feiner und mischt sie darunter. Sehr fein und frisch wird es übrigens auch mit einem großzügigem Löffel griechischem Joghurt, der noch untergemischt wird. Darauf hatte ich aber heute keine Lust. Schmeckt super mit Brot und als Dip zu Gemüse.

Ach… und für alle Knoblauchfans: Der gebackene Knoblauch ist sehr dezent, gibt aber ein schönes Aroma. Wer mehr Knoblauchgeschmack haben möchte, der sollte noch eine (oder je nach Geschmack auch mehrere) rohe Knoblauchzehen fein hacken und in die Melitzanosaláta rühren.