Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Lagana – das Fladenbrot für den Fastenbeginn

Lagana - das griechische Fladenbrot für für den Fastenbeginn

Λαγάνα

Dieses Fladenbrot, das in Griechenland Lagana genannt wird, läutet die Fastenzeit ein. Gegessen wird es am sogenannten Sauberen Montag, „Kathara Deftera“. Es ist der griechische Rosenmontag und ab da wird sieben Wochen lang bis zur griechischen Osternacht gefastet.  Das griechische Osterfest wird in diesem Jahr nur eine Woche nach dem dem deutschen Osterfest gefeiert. Manchmal können auch bis zu fünf Wochen dazwischen liegen, denn die Grundlage für die Berechnung ist vereinfacht gesagt der julianische Kalender.

Traditionell lässt man an diesem Tag in Griechenland Drachen steigen und isst Fastengerichte aus Gemüse und Hülsenfrüchten. Zur Lagana passt außerdem Taramas. Nun denkt ihr wahrscheinlich: Moment, Taramas ist doch dieser Dip aus Fischroggen. Ganz richtig, Meeresfrüchte sind während der Fastenzeit erlaubt.

Die Lagana ist ziemlich einfach zu machen, es ist ein simpler Hefeteig. Ich frage mich, warum ich dieses duftende Brot nicht häufiger backe. In den Teig habe ich heute noch etwas Tahini gegeben. Es macht das Brot noch aromatischer. Wer Tahini nicht hat oder nicht mag lässt es einfach weg.

Zutaten für 1 großes oder 2 kleine Brote

  • 600 g Mehl
  • 300 g lauwarmes Wasser
  • 21 g frische Hefe (oder 1 Tütchen Trockenhefe)
  • 1 EL Honig (oder Zucker)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Tahini
  • 1 TL Salz
  • ca. 2 EL Sesam zum Bestreuen, wer mag auch 1 TL schwarzen Sesam

Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Olivenöl, dem Tahini und dem Honig mischen.

Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und zum Mehl geben. Zuletzt das Salz darüberstreuen.

Alles gut verkneten und ca. 5-10 Minuten weiterkneten bis ein elastischer Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Händen klebt.

Ca. 50 Minuten zugedeckt gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat.

Nach dem Gehen noch mal kurz durchkneten und auf einem mit einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech mit den Fingern ausbreiten. Der Teig soll ca. 1 cm dick sein. Mit einem Küchentuch zudecken und weitere 20 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 170 ° vorheizen.

Lagana - Teig

Mit den Fingern die typischen Löcher in den Teig drücken. Den Teig mit etwas Wasser besprenkeln oder bestreichen. Großzügig Sesam auf die Lagana streuen und in den heißen Ofen schieben.

Lagana-Brot

Ca. 40 Minuten bei 170 ° Ober- und Unterhitze backen. Die Kruste ist dann schön knusprig und das Innere locker-leicht.

Dazu passt der bereits erwähnte Taramas, Fava, Gigantes, oder der Schwarzaugenbohnen-Salat.

 


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Weiche Eier in der Tasse – Kindheitserinnerungen

Weiche Eier in der Tasse

Manchmal trage ich Blogbeiträge ziemlich lange mit mir herum. Dieser hier ist einer davon. Eigentlich ist es kein richtiges Rezept, deshalb wollte ich es gar nicht aufschreiben, aber jetzt will es wohl veröffentlicht werden. Wirklich jeder, den ich kenne mag es und mich erinnert es an meine Oma Glykeria. Bei meinem letzten Griechenlandbesuch war dieses Rezept neben der schönen Foodfotografie auch ausschlaggebend für den Kauf eines ganzen Kochbuchs. Beim Autor Andreas Lagos gab es diese Eier im Weinglas seines Opas. Bei mir war es die größere Teetasse meiner Oma.

Ich verbrachte meine ersten drei Jahre in Griechenland bei meiner Oma Glykeria (wie so viele griechische Kinder meiner Generation, deren Eltern nach Deutschland gekommen sind). Noch heute werde ich auf meine Oma angesprochen: „Deine Oma… ein wahrer Feldwebel, kein Wunder als Tochter eines Makedonienkämpfers.“ Diesen Uropa habe ich letztes Jahr zufällig auf der griechischen Wikipedia gefunden, das Bild kenne ich noch aus Kindertagen. Nach ihm wurde auch die Straße, bzw. der Feldweg, benannt auf dem das Haus meiner Oma steht, das Straßenschild ist mittlerweile etwas verrostet…

Unser Sttaßenschild

Meine Oma war in der Tat eine sehr resolute Frau und wurde von allen respektiert, ihr Wort hatte Gewicht. Und ich hatte immer vollkommene Narrenfreiheit bei ihr. Sie hat auf mich aufgepasst zusammen mit Opa Nikos und eigentlich der ganzen Nachbarschaft. Sie erzählte mir Geschichten, bei denen die Nachbarn mitsamt Wildhüter, Jäger sowie Wölfen eingeflochten wurden. Noch Jahre später war ich mir sicher, dass es rund um unser Bergdorf nur so von Wölfen wimmelte.

Ich wurde ziemlich verwöhnt und galt zudem als schlechte Esserin. Wenn ich also statt brav am Tisch zu sitzen lieber mit den anderen Kindern spielen wollte kam meine Oma nach kurzer Zeit dazu – mit einer Tasse. Darin waren weich gekochte Eier und Brotwürfelchen. Sie rief mich dann immer: Komm kurz her, nur kurz! Zur Not lief sie mir auch hinterher. Hauptsache die Enkelin hatte etwas im Magen. Irgendwann nahm mich Oma an die Hand, bestieg zum ersten Mal in ihrem Leben ein Flugzeug und brachte mich in die schwäbische Kleinstadt zu meinen Eltern und meinem neugeborenen Bruder. Für sie habe ich dann später auch mal gekocht, was gründlich schief ging.

Die Eier mache ich mir noch heute sehr gerne. manchmal pimpe ich sie ein bisschen auf mit frischen Kräutern und Gewürzen.

Für eine Portion

  • 1-2 Eier
  • etwas Olivenöl (ich habe Agourelaio verwendet)
  • Salz und frisch gemahlenen Pfeffer
  • Kräuter, z.B. Schnittlauch
  • eine Ecke Weißbrot (oder euer Lieblingsbrot)

Die Eier weich kochen, ca. 3 – 4 Minuten und pellen. In eine hübsche Oma-Tasse geben und mit einem Löffel zerdrücken. Das Brot in Stücke rupfen und dazugeben.

Die Kräuter waschen, kleinscheiden und dazugeben. Salzen und Pfeffern. Zum Schluss noch einen Schuss gutes Olivenöl darübergeben. Ich habe heute Agourelaio verwendet. Das ist ein ungefiltertes Olivenöl aus noch unreifen Oliven. Es schmeckt fruchtig-herb und sehr lecker.


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Dekoratives Basilikumsalz

Rotes Basilikumsalz

Mein Freunde haben Glück: Hätte ich vor Weihnachten mehr Zeit gehabt, dann hätte ich fast allen buntes selbst gemachtes Salz geschenkt. Witzig ist, dass ich diejenige war, die Salz geschenkt bekommen hat…

Dieses rote Basilikumsalz ist weit davon entfernt typisch griechisch zu sein, dennoch habe ich mich entschlossen es hier auf dem Blog zu zeigen – schließlich besteht es zu fast 80 % aus griechischem Meersalz und der Rest aus rotem Thai-Basilikum.

Das hübsche Basilikum hätte meine tagelange Abwesenheit nicht überstanden und musste zu irgendetwas verarbeitet werden: Salz. Ich wollte unbedingt die kräftige Farbe retten.

Und so geht es

  • Bund oder Topf (rotes) Basilikum
  • grobes Meersalz

Das Verhältnis vom Basilikum zu Salz sollte ca. 1:5 sein, deshalb gebe ich hier keine Mengen an.

Basilikum von den Stielen zupfen, verlesen und waschen. Trockenschütteln. Nun kommt der Mixer zum Einsatz. Das Basilikum mit dem Salz stoßweise mixen, bis eine grobe breiartige Masse entstanden ist.

Den Backofen auf 35° C Umluft heizen. Den Salzbrei auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und in den Ofen schieben. Das Salz soll jetzt trocknen. Wobei ich es ca. 20 – 30 Minuten im Ofen lasse und danach noch mal ein paar Stunden an der Luft gut durchtrocknen lasse.

So sieht das aus:

Rotes Basilikumsalz im Ofen getrocknet

Da ich eine feinere Körnung haben möchte, gebe ich das trockene Salz nochmal in meinen Mixer und mahle es feiner.

Sieht sehr hübsch aus, vor allem auf Schafskäse oder Manouri.