Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


10 Kommentare

Moustokouloura – Kringel mit Sirup aus Traubenmost

Moustokouloura - Griechische Mostkringel mit Petimezi

Μουστοκούλουρα

In diesem Jahr ist mir der Abschied vom Sommer besonders schwer gefallen. Keine Ahnung warum und morgen ist schon November!  Und das muss ich mir jetzt mit Moustokouloura versüßen. Ein sehr passendes Rezept für den Herbst. Most heißt auf griechisch Moustos und das ist auch die Hauptzutat für Moustokouloura. In Griechenland sind zwei Varianten beliebt: Moustokouloura mit Traubenmost oder mit Traubenmostsirup: Petimezi. Ich habe mich für Petimezi entschieden.

Petimezi ist ein dunkler Sirup, der durch Einkochen von Traubensaft gewonnen wird, dabei wird kein Zucker zugesetzt. Er wird schon seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet. Neben der Süße bringt der Sirup auch ein feines fast karamellartiges Aroma mit und eine ganz leichte Säure. In Griechenland wird er für die Moustokouloura verwendet oder für eine Art Pudding (Moustalevria). Ich gieße etwas Petimezi gerne pur über griechischen Joghurt oder verwende ihn in Saucen und Salatdressings – statt Honig.
Falls ihr kein Pezimezi beim Griechen bekommt dann schaut in türkischen oder arabischen Lebensmittelhändlern, dort heißt es Pekmez. Übrigens gibt es auch Petimezi aus Feigen oder Granatapfelkernen.

So sieht Petimezi aus

Petimezi - Grischischer Traubenmostsirup

 

Für ca. 45 Moustokouloura

  • 200 g Petimezi
  • 200 ml Olivenöl
  • 2 große Bio-Orangen (sie sollten 250 ml Saft ergeben)
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1,5 TL Natron
  • 1,5 TL Zimt
  • ca. 700 – 800 g Mehl (kann auch etwas weniger sein)

Eine Orange heiß waschen und die Hälfte der Schale abreiben. Beide Orangen auspressen, es sollten ca. 250 ml Orangensaft dabei herauskommen. Vom Orangensaft ein paar Esslöffel beiseitestellen.

Den restlichen Orangensaft, Orangenschale, Petizezi, Olivenöl, Zucker, Vanillezucker und Zimt in einer großen Schüssel gut vermischen. Den zurückbehaltenen Orangensaft in ein großes Glas umfüllen und das Natron darin auflösen. Am besten direkt über der Schüssel denn – Achtung – es schäumt sehr stark! Direkt zur Petimezi-Mischung geben und umrühren.

Nun nach und nach das Mehl hinzufügen und umrühren, ich mache das mit den Händen. Da Ergebnis soll ein noch etwas klebriger, weicher aber gut formbarer Teig sein. Deshalb erst nur die Hälfte das Mehles hineinschütten und dann nach und nach den Rest hinzufügen. Ich habe mit 700 g Mehl gerechnet, habe aber 800 g gebraucht. (Das ist das berühmte griechische „oso parei“ = „so viel der Teig nimmt“. Früher hat mich diese unpräzise Mengenangabe wahnsinnig gemacht, jetzt verstehe ich langsam den Sinn).

Den Teig ca. 15 Minuten ruhen lassen, ihr müsst ihn aber nicht kühl stellen und in der Zwischenzeit den Ofen auf 170 ° vorheizen. Ein oder gleich zwei Backbleche mit Backpapier auslegen

Nun geht es ans Formen des Teigs (ich habe leider kein Bild vom rohen Teig gemacht)

Traditoonelle Formen für Moustokouloura

Traditionell sind Moustokouloura rund. Koulouri beschreibt nämlich eine runde Form. So mag ich sie am liebsten. Ich habe außerdemnochkleine Schnecken geformt. Die Kringel können übrigens auch etwas größer sein. Ich mag sie jedoch klein am liebsten – gerade so klein, dass sie zum Reintunken in meine griechische Mokkatasse passen.

Ich nehme eine ca. aprikosengroße Menge und forme erst einen Strang, den ich dann zu einem Ring zusammenlege oder von innen zu einer kleinen Schnecke aufrolle.

Die Moustokouloura werden in der mittleren Schiene im Ofen ca. 17 -18 Minuten gebacken. Obwohl das Pezimezi ziemlich süß ist, sind es diese kleinen Kringel nicht, das finde ich persönlich ganz angenehm, ansonsten müsst ihr die Zuckermenge etwas erhöhen.

Perfekt zu einem kleinen griechischen Kaffee und zum Herbst.

Moustokouloura mit Petimezi - Perfekt zu griechischem Kaffee

Noch mehr Koulourakia:

Ein kleiner Nachtrag

Nachdem ich so nett von Christina von LeBonVivant eingeladen wurde, steuere ich gerne dieses Herbstrezept zum Blogevent Quintessenz des Herbstes auf 1 x Umrühren bitte aka Kochtopf bei. Christina schreibt „Der Herbst ist der Frühling des Winters“ , da musste ich beim Lesen glatt schmunzeln.