Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono


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Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.