Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Melitzanes Papoutsakia – Gefüllte Auberginen

Melitzanes Papoutsaki - Gefüllte Auberginen aus Griechenland

Papoutsakia bedeutet kleine Schuhe. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Melitzanes papoutsakia, kleine Auberginenschuhe. Wie man auf die Idee gekommen ist, erschließt sich mir nicht… Es handelt sich dabei um gefüllte Auberginen, die Füllung besteht in der Regel aus einer Hackfleischsauce. Als ich in meinem Umfeld erzählte, welche Zutaten ich für das Rezept benötige, kam sofort die Frage: „Ach, Du machst Moussaka?“. Nein, kein Moussaka, aber die Zutaten sind… na ja identisch: Auberginen, Hackfleischsauce, Béchamelsauce. Dennoch kein Vergleich.

Melitzanes Papoutsakia kann man immer machen, es ist allerdings ein klassisches Sommergericht. Verwendet werden Auberginen und reife Tomaten. Kein leichtes Sommergericht allerdings. Wenn man jedoch vom Strand hungrig zurück nach Hause kommt, Fischtavernen außer acht gelassen hat und schon von der Haustüre den Duft nach gebackenen Auberginen riecht, dann sind eine oder auch gleich zwei dieser gefüllten Auberginen perfekt!

Tomaten und Auberginen

Ich empfehle euch für dieses Gericht reife und aromatisch Tomaten zu verwenden. Im Winter tun es natürlich auch Dosentomaten, und auch sonst, wenn die Tomaten nicht sonderlich aromatisch sind. Ein Hauch Zimt verleiht der Hackfleischfüllung einen griechischen Touch. Und wer mag, kann auch noch Käse in die Füllung reiben. Das ist mir persönlich aber zu viel. Statt die Aubergine auszuhöhlen und die Stückchen zur Füllung zu geben, drücke ich die Auberginen lieber etwas ein. So hat man mehr von der Aubergine. Und ich backe die Auberginen lieber im Ofen vor, statt sie in der Pfanne anzubraten. Spart Fett und macht das Gericht etwas bekömmlicher.

Die Zutaten sind mit Augenmaß, denn es kommt auf die Größe der Auberginen an. Hier sind es mittelgroße Auberginen.

Zutaten 

  • 3 Auberginen
  • grobes Meersalz
  • getrockneter Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Für die Hackfleischfüllung

  • 500 g Hackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Fleischtomaten (500 g)
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • getrockneter Oregano
  • eine Prise Zimt
  • eine Prise Zucker
  • frische oder getrocknete griechische Minze (Diosmos)
  • ein halbes Bund Petersilie

Für die Béchamel

  • 4 EL Butter
  • 4 EL Mehl
  • 600 ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 50 g geriebenen Kefalograviera (oder Parmesan)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer+
  • frisch geriebene Muskatnuss

 

1.
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen waschen, abtropfen und der Länge nach aufschneiden. Ob man den Stiel entfernt oder nicht, ist Geschmacksache. Ich lasse ihn gerne dran. Die Auberginen rautenförmig einschneiden. Bitte nicht bis zur Schale, lediglich die Oberfläche.

Auberginen für Papoutsakia - rautenförmig eingeschnitten

Auf das Backblech mit der Schale nach unten legen und mit Salz, Pfeffer und Oregano bestreuen. Die Gewürze dabei auf die Oberfläche einreiben, so dass sie auch in die Einschnitte gelangen.

Auberginen für Papoutsakia

Mit Olivenöl beträufeln und im Ofen etwa 30 – 40 Minuten backen, bis die Auberginen schon ziemlich weich sind. (Sie werden mit der Füllung noch weitere 15-20 Min. gebacken.) Die Oberfläche sollte eine goldbraune Farbe bekommen haben. Etwas abkühlen lassen und mit einem Löffel eine Mulde in die Auberginen drücken.

Mulde in die Auberginen drücken

2.
Während die Auberginen im Ofen sind, wird die Füllung vorbereitet. Dazu Zwiebeln und Knoblauch putzen und fein würfeln. Die Tomaten vom Stielansatz befreien, waschen und im Mixer pürieren.

3.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anbraten. Danach den Knoblauch ebenfalls kurz anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und unter Rühren krümelig braten, bis es braun geworden ist. Nun das Tomatenmark hinzufügen und 1-2 Min. anbraten. Mit Rotwein ablöschen. Sobald der Rotwein verdampft ist, die pürierten Tomaten mit etwa 100 ml Wasser hinzufügen. Alle Gewürze bis auf die Petersilie zum Hackfleisch geben und  etwa 20 Min. köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Petersilie waschen und fein hacken. Wer mag, kann sich noch ein paar Blättchen für die Deko beiseite legen. Die Sauce ist dann fertig, wenn die Flüssigkeit eingekocht ist. Am einfachsten prüft man das, indem man mit dem Kochlöffel über dem Boden fährt. Die Petersilie unterrühren und die Füllung beiseite stellen.

4. 
Für die Béchamel in einem Topf 4 EL Butter zerlassen. Das Mehl hinzufügen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Mehl dabei nicht zu lange anschwitzen, denn die Mehlschwitze darf dabei nicht dunkel werden, wir möchten eine helle Béchamelsauce. Die kalte Milch in etwa 5 Portionen zur Butter-Mehl-Mischung geben und dabei kräftig umrühren bis sich die Milch mit der Mehlschwitze verbunden hat. Aufkochen lassen bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Das Ei trennen (Eiweiß für ein anderes Gericht verwenden) und das Eigelb zügig unterrühren. Den Käse untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken.

5.
Hackfleischmasse in die Mulden geben und darüber Béchamelsauce. Im Ofen bei 180 °C etwa 15-20 Min. backen bis die Béchamelsauce goldbraun ist.


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Würzig, zart und ja… auch sommerlich, Fleisch mit Auberginen

Fleisch mit Auberginen aus Griechenland, Kreas me melitzanes

oder Kreas me melitzanes.

Kennt ihr das? Ihr zieht los, um Zutaten für ein bestimmtes Rezept zu kaufen und kommt mit ganz anderen Zutaten wieder zurück. So ging es mir. Feta wollte ich machen, ein simples sommerliches Gericht im Ofen. Nach Hause getragen habe ich Zutaten für ein würziges Fleischgericht mit Auberginen. Kreas me melitzanes ist ein wunderschönes Gericht, bei dem man gar nicht auf die Idee kommt, dass es ein typisches Sommergericht ist. Meist wird es auch Moschari me melitzanes genannt, Kalb mit Auberginen, denn in Griechenland wird besonders gerne zu Kalbfleisch gegriffen. Hätte ich diesmal auch, allerdings gab es bei meinem Lieblingshändler kein schönes Stück mehr und so hab ich Rind gewählt. Rindfleisch kann es  auch besser mit den Gewürzen Zimt und Piment aufnehmen, die diesem Gericht Würze verleihen.

Das Fleisch wird lange bei sanfter Hitze mit frischen Tomaten geschmort und wird dadurch wunderbar zart und mürbe. Dazu passen die Auberginen, die ich im Backofen fast gar gebacken und zum Schluss zum Fleisch gegeben habe. Im authentischen Rezept werden die Auberginen in der Pfanne mit viel Olivenöl gebraten. Das ist extrem lecker, aber auch ganz schön fettig und gehaltvoll. Aber, probiert es selbst aus. Nun könnte man einwenden, dass es doch ganz schön umständlich ist, die Auberginen erst zu braten oder zu backen und dann auch noch zu kochen. Ja, das stimmt und auch wenn ich ansonsten mein Gemüse knackig mag, so haben diese griechischen Schmorgerichte ihren eigenen Reiz. Das Gemüse wird hier langsam und lange gegart, es karamellisiert fast. Das Olivenöl als Geschmacksträger tut sein übrigens und es entstehen Gerichte, mit einer ganz besonderen Textur, voller Aroma und Geschmack und den Düften nach heißen griechischen Sommertagen in noch heißeren Küchen. Für eine Frischekick sorgt ein Klecks Joghurt oder Feta… oder Joghurt und Feta.

Sucht euch für dieses Gericht eher schmale und längliche Auberginen aus. Falls ihr welche mit hellvioletter, gestreifter Haut findet, dann greift zu diesen, sie sind meist milder im Geschmack und müssen nicht unbedingt entbittert werden. (Wobei Bitterstoffe ja sehr gesund sind…). Leider habe ich diese Auberginen nicht bei meinem Lieblingshändler gefunden und habe zu normalen dunkelvioletten gegriffen.

Auberginen

 

Ach ja,… noch etwas. Das Gericht braucht Zeit, ca 2-2,5 Stunden. Aber es macht kaum Arbeit. Greift also unbedingt zu reifen, frischen Tomaten (bei mir waren es italienische Flaschentomaten) für die Sauce, es lohnt sich. Wenn ihr keine aromatischen, reifen Tomaten findet, dann tun es auch die aus der Dose.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g mageres Rindfleisch (oder Kalbfleisch) zum Schmoren
  • 3 längliche Auberginen
  • 3-4 reife Tomaten (ersatzweise 500 ml passierte Tomaten)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 10 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein
  • Salz (normales oder grobes Meersalz)
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 2 gemahlener Prisen Piment (am besten frisch gemahlen, oder 2 Pimentkörner)
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Stängel Thymian

Zum Servieren

  • etwas frische Petersilie
  • griechischer Joghurt
  • Brot

1.
Das Rindfleisch in größere Stücke teilen, nur ganz leicht salzen und pfeffern. Die Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden.

2.
Wasser zum Kochen bringen, am besten im Wasserkocher. Die Tomaten waschen mit einem Messer rundum mehrmals einstechen und in eine Schüssel legen. Mit dem kochenden Wasser übergießen und ein paar Minuten stehen lassen. Danach lässt sich die Haut ganz leicht abziehen. Das Fruchtfleisch pürieren.

3.
Die Hälfte des Olivenöls in einen großen Topf geben und erhitzen. Das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten. Herausnehmen und kurz zur Seite stellen. Die Zwiebeln im Bratfett in ca. 2 Min. glasig braten. Danach den Knoblauch ganz kurz mitraten. Das Tomatenmark in den Topf geben und unter Rühren ebenfalls anbraten. Mit dem Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit bis einkochen lassen. Das Fleisch in den Topf geben sowie die pürierten Tomaten. So viel Wasser hinzufügen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist, bei mir war es ein halbes Glas. Salz, Pfeffer, Zucker, Piment, Zimtstange, Thymian und Lorbeer hinzufügen. Zum Kochen bringen, die Hitze zurückschalten und etwa 1,5 Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch fast gar ist. Von Zeit zu Zeit umrühren und notfalls Wasser zugeben.

4.
Die Auberginen waschen und den Strunk abschneiden. Die Schale in Streifen schälen, so dass noch etwas Schale daran ist. Es sieht ungefähr wie bei einem Zebra aus. Das habe ich leider nicht fotografiert, aber man kann es bei dem unteren Bild etwas erkennen. Die Auberginen halbieren und die Hälften in Drittel schneiden. Es sollten nicht zu kleine Stücke werden. Die Auberginen in ein Sieb geben, kräftig salzen, am besten mit grobem Meersalz und etwa 20 Min. stehen lassen, damit die Bitterstoffe herausgeschwemmt werden.

5.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auberginen unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit dem restlichen Olivenöl mischen, am besten in einer Schüssel, so dass die Auberginen von allen Seiten mit Olivenöl überzogen sind. Auf ein Backblech geben und etwa 15-20 Min. im Ofen backen, bis sie goldbraun sind und fast gar. Sie sollen noch etwas Biss haben.

Gebackene Auberginen

6.
Die Sauce abschmecken und ggf. nachwürzen. Die Auberginen zum Fleisch geben und sanft in die Sauce drücken. Die Tomatensauce sollte aber zu diesem Zeitpunkt schon relativ dick eingekocht sein. Falls sie noch sehr wässrig ist, ohne Deckel kochen, bis sie sämiger geworden ist. Dann erst die Auberginen hinzufügen. Das Gericht weitere 20 Min. schmoren lassen. Die Auberginen sind jetzt weich, das Fleisch ist butterzart und die Sauce ist gerade noch vorhanden und richtig dick eingekocht.

Dazu passt Brot, Feta und griechischer Joghurt. Wer mag, kann das Gericht noch mit frischer Petersilie servieren.


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Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Griechisches Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Kotopoulo me parates ist ein griechischer Klassiker. An trüben Wintersonntagen schmeckt es genausogut wie an lauen Sommerabenden. Fast jeder, den ich kenne, verbindet Kindheitserinnerungen und Sonntagsessen in der Familie damit. Ich war immer glücklich, wenn meine Mutter ein Hähnchen mit Kartoffeln in den Ofen schob. Das bedeutete keine – damals wenig geschätzten – Gemüsegerichte mit Spinat oder gar Lauch. Für uns Kinder waren meist die Hähnchenkeulen reserviert, später war ich über einen Teil der Brust viel glücklicher. Keiner machte sie mir streitig. Die Haut habe ich dabei verschmäht, sie blieb in der Regel nicht sehr lange auf meinem Tellerrand liegen. Dafür fand sich immer ein Abnehmer, heute übrigens auch.

Für dieses Ofenhähnchen braucht es weder viel Zeit noch viele Zutaten. Die Marinade besteht auch gutem Olivenöl und frischem Zitronensaft. Gewürzt wird mit getrockneten Kräutern wie Oregano, Thymian oder Rosmarin. Während die Kartoffeln mit dem Hähnchen im Ofen gar werden, kann man einen frischen Blattsalat vorbereiten und zusammen mit Oliven und Feta auf den Tisch stellen. Die Mengen verwende ich nach Gefühl.

Zutaten für 4

  • 4 Hähnchenkeulen (oder 1 Hähnchen)
  • 50 ml Olivenöl
  • 3 TL Dijon-Senf
  • Saft von 2  Zitronen
  • (wilder) Thymian
  • Oregano
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • etwas geräuchertes Paprikapulver
  • 1 kg Kartoffeln
  • 2-3 Lorbeerblätter

1.
Den Backofen auf 200 ° vorheizen. Das Olivenöl mit dem Senf und dem Zitronensaft verquirlen und mit Oregano, Thymian, schwarzem Pfeffer, Paprikapulver und Salz würzen. Die Hähnchenkeulen (oder das zerteilte Hähnchen) rundherum damit bestreichen. Zur Seite bzw. kühl stellen.

Kartoffeln in der Auflaufform

2.
Die Kartoffeln schälen und in Viertel oder je nach Größe in Achtel schneiden. In eine Auflaufform geben und verteilen. Etwa 100 ml Wasser mit der restlichen Marinade vermischen. Über die Kartoffeln geben und diese in der Marinade wenden. Die Hähnchenteile mit der Hautseite nach unten auf die Kartoffeln legen. Die Lorbeerblätter zwischen die Kartoffeln geben. Mit etwas Oregano bestreuen und mit ein paar Spritzer Olivenöl beträufeln.

Fertig für den Ofen: Hähnchen mit Zitronenkartoffeln

3.
Im heißen Ofen ca. 1 Stunde braten. Dabei nach 30 Minuten die Hähnchenteile wenden, damit auch die Oberseite knusprig braun wird. Ein leckerer griechischer Klassiker der sowohl im Sommer wie auch im Winter jedem schmeckt. Dazu passt ein Blattsalat und natürlich ein Stück Feta.

Kotopoulo lemonato me patates


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Soutzoukakia smyrneika

Griechische Soutzoukakia smyrneika

Diese würzigen Soutzoukakia haben ihren Ursprung in Smyrna, dem heutigen Izmir. Soutzouk ist das türkische Wort für Wurst und wird hier mit der griechischen Endung -akia kombiniert. Die bezeichnet alles, was klein ist. Kleine Würstchen aus Smyrni, das ist die Übersetzung für Soztzoukakia smyrneika (sprich smyrné – ika). Anfang des letzten Jahrhunderts lebten sehr viele Griechen in Smyrna und Umgebung. In den 20er Jahren mussten sie fliehen und ließen sich mit allen anderen Griechen, die die Türkei verlassen mussten, in ganz Griechenland wieder. Orte, die in Griechenland mit „Nea“ beginnen, wurden von den Flüchtlingen aufgebaut und zur neuen Heimat gemacht. Mitgebracht und in die griechische Küche eingebracht haben sie viele Rezepte mit Zutaten wie Zimt, Piment Koriander, Cumin und auch scharfe Gewürze. Heute sind diese Rezepte – aber auch Lieder und Tänze – in ganz Griechenland und in griechischen Communities wie z.B. in Deutschland beliebt.

Für Soutzoukakia sind zwei Zutaten typisch und für den charakteristischen Geschmack unverzichtbar: Cumin und Knoblauch. Die Soutzoukakia werden kurz in Öl angebraten und in einer Tomatensauce gekocht. Die fruchtige Tomatensauce dringt in die Hackfleischwürstchen ein. Dazu passt Reis, Kartoffeln oder auch Kartoffelpüree.

Übrigens: Für dieses Gericht verwende ich gerne reife, große Fleischtomaten. Ersetzen kann man sie natürlich auch mit Dosentomaten, gerade dann, wenn es keine aromatischen Tomaten gibt.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Soutzoukakia

  • 300 g Rinderhackfleisch (oder Kalb)
  • 100 g Lammhackfleisch
  • 1 Scheibe altbackenes Brot ohne Rinde (oder 20-30 g Paniermehl)
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Knoblauchzehen (wer mag auch mehr)
  • 1 TL Cumin
  • etwas geräuchertes Paprikapulver
  • eine Prise Piment
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 2-3 EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

Für die Tomatensauce

  • 2 große Fleischtomaten (oder 1 Dose geschälte Tomaten)
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 30 ml Rotwein
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • 1 Prise Zucker
  • 1 TL Cumin
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Petersilie

Als Beilage

  • Reis

1.
Für die Sauce die Tomaten mit einem Messer einritzen und für ein paar Minuten in kochendes Wasser legen. Die Tomaten herausnehmen, häuten und vom Kerngehäuse befreien. In einem Mixer pürieren.

2. 
Die Schalotten und die Knoblauchzehe fein hacken. In einem Topf das Olivenöl heiß werden lassen und beides darin dünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls anbraten. Mit Rotwein löschen, die pürierten Tomaten und 200 ml Wasser dazugeben. Mit Lorbeer, Cumin, Zucker, Salz und Pfeffer würzen. Zum Kochen bringen und bei geschlossenem Deckel und milder Hitze köcheln lassen.

3.
In der Zwischenzeit die Soutzoukakia vorbereiten. Dazu das Brot im Rotwein tränken. Den Knoblauch sehr fein hacken, am besten durch eine Knoblauchpresse geben. Das Brot aus dem Wein nehmen, ausdrücken und zum Hackfleisch geben. Alle Zutaten für die Soutzoukakia gut verkneten. Wer Paniermehl verwendet, der knetet dies in kleinen Portionen ein. Die Masse soll gut formbar aber nicht zu fest werden.

4. 
Aus der Hackfleischmasse kleine Würstchen formen und in Mehl wenden. Das Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und die Soutzoukakia von allen Seiten leicht anbraten, ca 2 Minuten von allen Seiten.

5.
Die angebratenen Soutzoukakia zur Sauce geben und 15-20 Minuten in der Sauce kochen lassen. Falls sie nicht ganz von der Sauce bedeckt sind, noch etwas Wasser hinzufügen. In der Zwischenzeit den Reis kochen.

Das Ergebnis sind sehr würzige und zarte Soutzoukakia in einer sämigen Tomatensauce.

Griechische Soutzoukakia


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Pastitsio – der griechische Klassiker

Pastitsio - der griechische Klassiker

Παστίτσιο – Pastitsio

Pastitsio, dieser Makkaroniauflauf mit dem italienisch klingenden Namen ist ein Klassiker der griechischen Küche. Dicke Makkaroni werden mit einer würzigen Hackfleischsauce geschichtet und unter einer sämigen Béchamelsauce gebacken. Das ideale Essen für Gäste oder an Sonntagen. Wobei ich zugeben muss, dass ich aus genau diesen Gründen oft an Sonntagen dachte… „nicht schon wieder Pastitsio!“. Es gab Sonntagseinladungen zum Essen, da war das Menü gar keine Überraschung mehr, manchmal an fünf Sonntagen hintereinander… Pastitsio. Jahrelang habe ich es nicht mehr selbst zubereitet. Inzwischen liegen diese Sonntage lange zurück und ich vermisse Pastitsio hin und wieder. Es ist nämlich nicht zur ziemlich lecker, sondern auch das perfekte Essen für Gäste. Man muss zwar einiges vorbereiten, aber während das Pastitsio im Ofen gart, kann man schon mal den Salat vorbereiten und den Tisch decken. Und wenn die Gäste kommen ist das Essen fertig und man setzt sich total entspannt an den Tisch.

Ein paar Tipps für perfektes Pastitsio

  • Die Nudeln: Erlaubt ist was schmeckt, aber versucht die typischen dicken Makkaroni für Pastitsio zu bekommen.
  • Der Käse: Am besten Kefalotiri, einen würzigen Hartkäse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich habe ihn leider nicht bekommen und ihn deshalb durch Kefalograviera ersetzt. Ansonsten könnt ihr auch Parmesan, Gruyére oder Manchego nehmen. Den Käse könnt ihr nach Geschmack auch zwischen jede Schicht geben.
  • Die Fleischsauce: Je weniger Olivenöl ihr zum Anbraten des Hackfleisches nehmt, desto weniger fettig wird das Gericht. Die Sauce darf nicht mehr flüssig sein, achtet also darauf, dass alles schön eingekocht ist. Vor dem Schichten sorgt eine Portion Béchamel für die Sämigkeit. Die Karotte ist übrigens kein Muss, aber ich habe gerne noch etwas Gemüse in der Sauce.
  • Das Fleisch: In Griechenland nimmt man generell gerne Hackfleisch vom Kalb, das gilt als schmackhafter und qualitativ hochwertiger. Ich nehme gerne gemischtes Hackfleisch mit einem höheren Anteil an Rindfleisch und suche mir dazu magere Stücke beim Metzger aus.
  • Die Gewürze: Ich würze gerne mit Zimt und Piment (manchmal auch mit etwas Nelke). Allerdings nur einen Hauch, so dass es sehr fein abgeschmeckt ist und man keines der Gewürze zu dominant herausschmeckt. Beim Muskat für die Béchamel bin ich jedoch sehr großzügig und reibe mehrere Prisen frisch in die Sauce.
  • Die Standfestigkeit: Mein erstes Pastitsio hatte keine. Die Nudeln flutschten weg, das Hackfleisch verteilte sich auf dem Teller und die Béchamel bekam dadurch Schräglage. Vermengt man die Makkaroni mit Eiweiß, dann wirkt es wie ein Kleber und hält die Nudeln zusammen. Béchamel in der Fleischsauce sorgt dafür, dass sich die Schichten besser verbinden.
  • Die Geduld: Damit sich das Pastitsio schön schneiden lässt muss es nach dem Backen etwas abkühlen, ca 15-20 Minuten. In der Zwischenzeit lenkt man sich am besten ab, indem man die Küche aufräumt, den Tisch deckt oder einfach noch etwas faul auf dem Sofa sitzt.

Zutaten für ca. 6 großzügige Portionen

  • 500 g dicke Makkaroni für Pastitsio
  • 2 Eier, getrennt
  • 100 g Kefalograviera oder Kefalotiri (bzw. ein würziger Hartkäse aus Schafsmilch), fein gerieben

Für die Fleischsauce

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Karotten
  • 2 EL Olivenöl
  • 600 g Hackfleisch (z.B.: 400 g vom Rind und 200 g vom Schwein)
  • ein halbes Glas Rotwein
  • 2 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten, bzw. 2 pürierte Fleischtomaten
  • 1 TL Zucker
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 TL Oregano
  • 2 Prisen Piment
  • eine halbe Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 6 Stängel Petersilie

Für die Béchamel-Sauce

  • 6 EL Butter
  • 6 EL Mehl
  • 1 l Milch
  • Salz
  • Pfeffer
  • ein paar Prisen frisch gemahlene Muskatnuss

Kefalograviera

Für die Fleischsauce die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, den Knoblauch ebenfalls fein würfeln und die Karotten raspeln. Die Petersilie waschen und fein schneiden. Das Olivenöl in einer großen Pfanne oder in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Lieber etwas weniger Olivenöl nehmen, sonst wird das Essen zu fettig. Wenn die Zwiebel angedünstet sind das Hackfleisch hinzufügen und krümelig braten. Den Knoblauch und die Karotten zum Fleisch geben und ein paar Minuten mitbraten.

Mit dem Rotwein ablöschen und köcheln lassen bis keine Flüssigkeit mehr zu sehen ist. Nun zwei großzügige Esslöffel Tomatenmark zum Fleisch geben und mitrösten. Mit den passierten Tomaten (oder den frisch pürierten Tomaten) ablöschen und wenn nötig noch ca. 50 ml Wasser hinzufügen. Salzen und pfeffern, das Lorbeerblatt, das Piment, die halbe Zimtstange, den Zucker und den Oregano dazugeben. Köcheln lassen, ca. 15 Minuten, bzw. so lange bis die komplette Flüssigkeit aufgesogen ist. Die Sauce darf nicht mehr flüssig sein. Zuletzt die Petersilie untermischen, dabei das Lorbeerblatt und die Zimtstange rausfischen und entsorgen.

Makkaroni für Pastitsio

In der Zwischenzeit in einem anderen großen Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Makkaroni reingeben. Ca. 3-4 Minuten weniger lang kochen, als die angegebene Kochzeit auf der Verpackung. Bei mir waren es knapp 8 Minuten. Also ziemlich al dente. Die Nudeln abgießen und beiseitestellen.

Den Ofen schon mal auf 200 ° vorheizen.

Für die Béchamel-Sauce in einem weiteren Topf (bei mir ist es der Topf, in dem die Nudeln gekocht haben) die Butter zum Schmelzen bringen. Das Mehl löffelweise hinzufügen und ständig mit dem Schneebesen rühren. Die Milch in kleinen Portionen unter ständigem Rühren hinzufügen. Ihr könnt die Milch auch vorher erwärmen. Ich mache das nicht und gebe die kalte Milch langsam und in kleinen Portionen zur Sauce. Aufkochen lassen und dabei nicht mit dem Rühren aufhören, damit nichts anbrennt. Die Sauce sollte jetzt schön sämig und dickflüssig sein. Vom Herd ziehen.

Etwa zwei Drittel des Käses in die Sauce rühren und schmelzen lassen, dann die Eidotter einzeln hinzufügen und dabei gut umrühren, damit das Ei nicht stockt. Nun die Béchamel mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und frisch gemahlenem Muskat würzen. Zwei großzügige Schöpflöffel von dieser Sauce zur Fleischsauce geben und unterrühren. Das sorgt dafür, dass sich die Schichten besser verbinden und die Fleischsauce besser schmeckt.

Fleischsauce für Pastitsio

Das Eiweiß mit dem Schneebesen von Hand leicht schaumig schlagen und zu den Nudeln geben. Gut vermischen. Das Ei sorgt für die Standfestigkeit, so bleibt beim Anschneinden das Pastitsio stehen und die Nudeln flutschen nicht auseinander.

Nun geht es ans Schichten. Eine Auflaufform fetten. Die Hälfte der Makkaroni in die Form geben und leicht andrücken. Wer möchte kann noch Käse darübergeben, ich verzichte darauf. Die Sauce komplett auf die Makkaroni verteilen und die restlichen Nudeln über die Sauce geben. Zum Schluss die Béchamelsauce über die letzte Nudelschicht geben und gut verteilen, dabei auch nicht die Ecken aussparen. Wenn die Nudeln nicht mit der Sauce bedeckt sind, werden sie trocken. Die restliche Kefalograviera oder den Käse über die Béchamel streuen.

Griechisches Pastitsio

Im Ofen ca. 35 Minuten backen bis sich die Oberfläche schön goldbraun gefärbt hat. Vor dem Anschneiden etwa 15 Minuten in der Form stehen lassen, damit sich das Ganze setzt und die Schichten schön übereinander bleiben.

Dazu schmeckt übrigens ein gemischter Salat.

 

 


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Tigania – Fleischpfanne mit Paprika

Tigania - Griechische Fleischpfanne mit Papirka

Χοιρινή τηγανιά με πιπεριές – Chirini Tigania me piperies
Oder Tigania von der Schweinelende mit Paprika

Es passiert mir ausgesprochen selten, dass ich Lust auf Fleisch habe. Zu Hause kommt Fleisch tatsächlich kaum noch auf den Tisch. So musste ich umdisponieren und aus einer Gemüsepfanne eine griechische Tigania machen – also eine Fleischpfanne. Tigani = Pfanne.

Bei diesem Gericht wird das Fleisch kurz kräftig angebraten und danach unter Zugabe von Flüssigkeit weich gegart. Für diese Tigania könnt ihr jedes Fleisch verwenden. Ich habe mich heute für eine magere Schweinelende entschieden, da ich kein fettes Fleisch mag (vor allem nicht mit sichtbarem Fett). Die meisten meiner Landsleute werden auf das fette Stück vom Hals schwören. Auch mit Hähnchen kann man eine leckere Tigania zaubern oder mit Rind, wobei die meisten Griechen Kalb verwenden werden.

Die schlichteste Tigania wird mit Wein abgelöscht und mit Zitrone und Oregano verfeinert. Ich habe heute noch ein paar Paprikastückchen dazu gegeben. Ich liebe den Geschmack von gerösteten oder geschmorten Paprika. Die grüne Paprika bringt das herbe Aroma während die rote für eine leichte Süße sorgt. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Lauch, Zucchini, Pilze, verschiedene Kräuter und Gewürze, Senf, Ouzo zum Ablöschen… erlaubt ist was schmeckt.

Die Tigania ist oft eine Vorspeise und wird mit Salaten und Dips begleitet. Gerne wird dazu Ouzo, Retsina oder einfach Bier getrunken.

Für 2-3 als Hauptgericht

  • 400 g Schweinelende (oder ein anderes Fleischstück)
  • 1 Salbeizweig (hier wilder Salbei)
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 halbe grüne Paprika
  • 1 halbe rote Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 ml trockener Weißwein
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Zitrone
  • 1 TL Oregano

Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Beide Paprika waschen, halbieren und die Hälften in nicht zu kleine Würfel schneiden. Die anderen Hälften z.B. für einen Salat verwenden. Den Knoblauch schälen und fein schneiden.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Salbeizweig dazugeben. Er soll sein Aroma ans Öl abgeben. Die Fleischwürfel dazugeben und von allen Seiten anbraten, bis das Fleisch Farbe angenommen hat. Das kann ca. 5 Minuten dauern.

Tigania mit Schweinelende

Die Zwiebeln, die Paprika und den Knoblauch zugeben und ein paar Minuten mit anbraten. Salzen und Pfeffern und mit dem Weißwein ablöschen. Die Hitze etwas reduzieren und die Flüssigkeit verdampfen lassen. Danach etwa 150 ml Wasser hinzugeben. Ca. 10-15 Minuten bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel garen. Das Fleisch soll zart sein und die Flüssigkeit komplett verdampft. Wenn nötig, noch etwas Wasser zugießen und länger garen. Es kommt auf das Fleisch und die Größe der Stücke an.

Die Zitrone halbieren und die eine Hälfte auspressen. Den Zitronensaft über das Fleisch geben und mit Oregano würzen. Die andere Zitronenhälfte zum Nachwürzen auf den Tisch stellen.

Ich habe heute meinen seltenen „Fleischhunger“ mit dieser Tigania, Tsatsiki, Tomatensalat, Feta mit Olivenöl und Oregano sowie Brot gestillt. Perfekt!

Tigania als Abendessen

Griechisches Abendbrot mit Tigania


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Gefüllte Zucchini mit Ei-Zitronen-Sauce

Zucchini mit Ei-Zitronen-Sauce Kolokithakia Avgolemono

Κολοκυθάκια γεμιστά με αυγολέμονο – Gefüllte Zucchini mit Ei-Zitronensauce

Schon seit Tagen freue ich mich auf dieses Gericht, dass mich irgendwie an Sommer erinnert. Im Süden Deutschlands regnet  es allerdings schon den ganzen Tag ununterbrochen. Deshalb musste es heute wenigstens ein schöner gelber Farbtupfer auf dem Teller sein. Gestern bin ich kurz vor Schluss noch zum Viktualienmarkt, auf der Suche nach schönen länglichen Zucchini, um anschließend im Haushaltsgeschäft daneben nach einem Gerät zum aushöhlen zu schauen. Bis jetzt habe ich für dieses Rezept immer etwas dickere längliche Zucchini genommen. Und dieses superpraktische Aushöhldings, das ich aus Griechenland mitgenommen habe, ist aus meiner Küche verschwunden. Längliche Zucchini habe ich gefunden, direkt daneben lagen aber diese faustgroßen Rondini. Die lassen sich sogar leichter aushöhlen.

Zucchini Rondini gefüllt mit Hackfleisch und Reis

Eine Zutat habe ich jedoch vergessen: Petersilie. Ich habe sie trotzdem ins Rezept geschrieben. Gefüllt werden die Zucchini mit einer Hackfleisch-Reis-Masse. Für das Hackfleisch nehme ich gerne ein gemischtes mit einem höheren Anteil an Rindfleisch. In Griechenland wird gerne Hackfleisch vom Kalb verwendet. Nehmt einfach, was euch am besten schmeckt.

Ach ja, und bei gefülltem Gemüse, bleibt es spannend: Reicht die Füllung oder reicht sie nicht? Ich schätze immer grob ab. Heute ist nur ganz wenig Füllung übrig geblieben. Wenn etwas übrig bleibt, rolle ich kleine Bällchen daraus und gare sie im Sud mit. Den Fall „zu wenig Füllung“ hatte ich noch nie. Ich rechne meist 1-2 EL Reis pro Zucchini, je nach Größe.

Zutaten

  • 4 kleine Rondini/Zuchhini
  • 150 g Hackfleisch (50 g Schwein, 100 g Rind)
  • 2 EL Rundkornreis
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 TL getrocknete Minze
  • ein paar Stängel Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zitrone
  • 1 Ei
  • evtl. 1 EL Speisestärke

So wird es gemacht

Die Rondini waschen, den Stiel etwas abschneiden und den Blütenansatz entfernen. Oben eine kleine Kappe schneiden, beiseitelegen und die Rondini mit einem kleinen Löffel aushöhlen. Das Fruchtfleisch von einer Zucchini in kleine Würfel schneiden. Das restliche Fruchtfleisch für etwas anderes verwenden. Manche schneiden es klein und kochen es mit, aber das mag ich nicht besonders

Das Innere der Rondini salzen. Mit einem Messer mehrmals rundum einstechen. Das sorgt dafür, dass später die Füllung gut garen kann.

Nun kommen wir zur Füllung. Die Schalotte fein würfeln. Zusammen mit den Zucchiniwürfeln in eine Schüssel geben, das Hackfleisch und den Reis dazugeben und mit Minze, Salz und Pfeffer würzen. Die Blättchen der Petersilie hacken und mit dem Olivenöl zur  Füllung geben. Alles gut vermischen und durchkneten.

Die vorbereiteten Zucchini füllen und die Deckelchen wieder aufsetzen. Nebeneinander in einen Topf geben und knapp mit gesalzenem Wasser bedecken. Zum Kochen bringen, die Hitze reduzieren und sanft köcheln lassen, bis der Reis gar ist und und die Zucchini weicher geworden sind. Da dauert ca. 20-25 Minuten. Mit einer Gabel könnt ihr die Konsistenz prüfen.

Während die Zucchini garen könnt ihr schon mal die Ei-Zitronen-Sauce – das Avgolemono – vorbereiten. Dafür wird die Zitrone ausgepresst und der Saft zusammen mit dem Ei und der Speisestärke verquirlt, am besten in einer großen Schüssel. Wie viel Zitrone ihr nehmt, hängt ganz von eurer Vorliebe ab. Wer unsicher ist, nimmt nur den halben Zitronensaft und würzt am Tisch nach. Die Speisestärke ist übrigens kein Muss. Ich lasse sie meist weg, da ich keine dicke Sauce zu diesem Gericht mag. Ich bevorzuge ein dünnflüssiges Avgolemono.

Nun wird es tricky: Das Ei darf nicht stocken. Schaltet den Herd aus und zieht den Topf von der Herdplatte. Der Kochsud sollte nicht mehr blubbern. Die Zucchini rausfischen und auf einen Teller setzen. Die Schüssel mit dem Ei-Zitronen-Gemisch direkt neben dem Kochtopf stellen. Ihr habt in der einen Hand eine Schöpfkelle und in der anderen einen Schneebesen. Nun nehmt ihr mit der Schöpfkelle etwas Sud und lasst ihn langsam in die Ei-Zitronensauce tropfen. Währenddessen rührt ihr mit dem Schneebesen das Ei-Zitronen-Gemisch ständig um. Das Ganze wird so lange wiederholt bis die Ei-Zitronensauce heiß geworden ist. Nach 4 Schöpfkellen sollte das der Falls sein. Wenn beide Flüssigkeiten eine ähnlich hohe Temperatur haben, gießt ihr das Avgolemono zurück in den Topf und rührt kräftig um. Jetzt darf es nicht mehr kochen.

Nun legt ihr die Zucchini wieder zurück in den Topf. Lasst das Ganze vor dem Servieren ein paar Minuten durchziehen. Dazu passt zum Beispiel Brot.

 


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Kidonato – Kalbfleisch mit Quitte

Kidonato - Kalb mit Quitte - Mosxaraki me kidoni

Κιδωνάτο, μοσχάρι μα κιδώνια

Heute hatte ich richtig Lust auf ein Schmorgericht mit Fleisch, kennt ihr solche Gelüste auch? Da ich noch Quitten übrig hatte, habe ich mich für Fleisch mit Quitten entschieden.  Das Fleisch wird langsam gar gekocht und kurz vor Schluss kommen noch karamelisierte Quitten hinein. Ein sehr leckeres und aromatisches Herbstgericht.  Wie fast immer mag ich es ganz pur.  Ein „Ich-will-ein-bisschen-Eindruck-machen-Gericht“ wird es mit Reis oder Pellkartoffeln oder man kocht zusammen mit den Quitten gleich die Kartoffeln mit.

Für 3-4 

  • 300 g mageres Kalbfleisch (oder etwas anderes)
  • Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Paprika edelsüß und wer möchte Cayennepfeffer
  • 1 TL Zimt
  • 2 Lorbeerblätter
  • wer hat: etwas getrockneter Majoran
  • 2 Quitten
  • Saft einer Zitrone
  • 1 EL Butter
  • 2 TL Honig
  • frisch geriebene Muskatnuss

Das Fleisch in große Würfel schneiden, wie bei einem Gulasch. Die Zwiebel und den Knoblauch würfeln.  Das Fleisch in ca. 1-2 EL Olivenöl von allen Seiten anbraten, so dass es eine schöne Farbe bekommt. Danach die Zwiebel mit dem Knoblauch kurz mitanbraten. Wenn auch die Zwiebeln glasig geworden sind kommt ein großzügiger Esslöffel Tomatenmark dazu und wird mitgeröstet.

Mit den passierten Tomaten ablöschen und noch ca. 250 ml Wasser dazugießen. Wer Brühe bevorzugt, kann hier auch Brühe verwenden.  Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Cayennepfeffer, Lorbeerblätter,  ggf. Mahoran und Zimt würzen. Bei geschlossenem Deckel und niedriger Hitze ca. 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Falls nötig immer wieder Wasser hinzufügen. Das war bei mir jedoch nicht der Fall.

In der Zwischenzeit (also wenn das Fleisch schon seit einer Stunde im Topf schmurgelt) die Quitten schälen, vom den Kernen befreien, in ca. 8 Spalten schneiden und mit dem Zitronensaft übergießen.  Die Butter in einer Pfanne heiß werden lassen und die Quittenstücke darin ca. 5 Minuten anbraten. Den Honig darüberträufeln und ein paar Minuten karamellisieren lassen. Mit dem restlichen Zitronensaft ablöschen und das Ganze zum Fleisch geben.

Nur falls nötig noch wenig Wasser hinzufügen.  Mit frisch geriebener Muskatnuss würzen und noch ca. 20-30 Minuten weiterköcheln, bis die Quitte weich ist aber Biss hat. Das Fleisch sollte jetzt superzart sein.


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Giouvarlakia-Avgolemono-Suppe

Γιοβαρλάκια αυγολέμονο

Mein Sohn kränkelt und wünscht sich diese „Gesundmach-Suppe“. Mich hat es ebenfalls mit einer Erkältung erwischt und ich koche uns Giouvarlakia mit Avgolemono. Giouvarlakia heißen die Fleischklößchen und  Avgolemono ist die Ei-Zitronensauce. Ich kenne keine Griechen, die diese Suppe nicht mögen. Es ist eines der wenigen griechischen Gerichte, die sich mein Sohn häufig wünscht, wahrscheinlich wegen dem fehlenden Gemüse und dem zitronigen Geschmack. Das Ei-Zitronen-Gemisch darf dabei auf keinen Fall stocken.

AvgolemonoGiouvarlakia für drei Esser

  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • 50 g Rundkornreis + 4 gehäufte EL
  • 2 TL Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Petersilie
  • etwas Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei
  • 1 Zitrone

1.
Die Zwiebel sehr fein hacken. Die Petersilie ebenfalls fein hacken. Ca. 1,5 Liter Wasser erhitzen. 1 TL Salz hinzufügen. Wer Brühe bevorzugt, nimmt Brühe.

2.
Hackfleisch mit 50 g Rundkornreis, 1 TL Salz, Pfeffer, Petersilie, Zwiebel und etwa 1 TL Olivenöl mischen und gut durchkneten. Daraus kleine Bällchen formen. Mein Sohn formt sie sehr klein, etwas kleiner als eine Walnuss. Wem das zu aufwändig ist formt sie etwas größer, z.B wie kleine Aprikosen.  Die Giouvarlakia in das kochende, gesalzene Wasser gleiten lassen und 8 Minuten köcheln lassen. Vorsichtig umrühren. Falls sich Schaum an der Oberfläche bildet, diesen abschöpfen.

3.
Danach die 4 EL Reis hinzufügen und in 15 -20 Minuten gar kochen. Ich nehme pro Portion einen Esslöffel Reis plus einen Extra-Löffel. Während die Suppe kocht die Zitrone auspressen. Die Hälfte des Zitronensaftes mit dem Ei in einer großen Schüssel verrühren.

4.
Wenn die Suppe fertig ist kommt das Avgolemono hinein. Dazu den Topf am besten vorm Herd ziehen und die Schüssel direkt neben dem Topf stellen. Mit einer Schöpfkelle etwas Suppe in die Ei-Zitronen-Mischung träufeln und dabe mit einem Schneebesen kräftig umrühren. Diesen Vorgang wiederholen und dabei ständig rühren. Ziel ist, die Ei-Zitronen-Mischung zu erwärmen, ohne dass das Ei dabei stockt. Auf Nummer sicher fährt man, wenn die Suppe vorher ein paar Minuten abgekühlt ist. Wenn das Avgolemono heiß genug geworden ist,  zurück in die heiße Suppe gießen und sofort umrühren. Nun sollte die Giouvarlakia-Suppe eine schöne gelbe Farbe bekommen haben. Das Ganze darf nun nicht mehr kochen, damit das Ei nicht stockt.

Mit frisch gemahlenem Pfeffer und dem restlichen Zitronensaft servieren.

Mit Avgolemono werden in Griechenland viele Suppen gebunden, von Gemüsesuppen bis zu Hühnersuppen. Und Avgolemono bildet die Sauce für ein ganz feines Zucchinigericht.