Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog

Fasolada, die typisch griechische Bohnensuppe

23 Kommentare

Fasolada Traditionelle griechische Bohnensuppe

Φασολάδα

Was ist denn so richtig typisch griechisch? Das werde ich hin und wieder gefragt und die Antwort bleibe ich immer schuldig, denn sonst müsste ich mich ja beschränken. Mein deutsches Umfeld staunt immer wieder über die typisch griechischen Rezepte, die ich hier im Blog präsentiere und die sie so gar nicht mit Griechenland verbinden. Diese Fasoláda ist zum Beispiel so richtig typisch griechisch und ein Gericht, das an kalten Wintertagen häufig auf den Tisch kommt. Hülsenfrüchte (óspria) mit Gemüse – so richtig schön sättigend, gesund und preiswert. Die griechische Küche kennt unzählige Kombinationen.

Bei mir kommt Fasoláda nicht oft auf den Tisch. Das liegt daran, dass ich meist spontan die nächste Mahlzeit plane (meist von jetzt bis in 30 Minuten auf dem Tisch). Deshalb ist diese griechische Bohnensuppe, bei der ich am Vortag die Bohnen einweichen muss, (die ich vorher gekauft haben sollte) ein Wochenend-Festessen geworden.

Typisch für Fasoláda ist übrigens Stangensellerie. Davon werden hauptsächlich die Blätter und die zarten Stiele verwendet. Selleriefans sollten das versuchen. Ich verzichte aber gerne darauf und nehme stattdessen rote Paprika.

Wer es scharf mag: Der kann auch mit Bukowo würzen. Das sind Flocken und Kerne einer mediterranen Chili. Ich habe in diesem Rezept eine normale getrocknete Chili genommen. Ihr könnt auch Pul biber nehmen.

Was wird dazu gegessen? Reichlich Brot, sauer eingelegtes Gemüse, Anchovis, etc. Viele verfeinern die Suppe noch mit Essig oder Zitrone. Das mag ich aber nicht besonders. Bei mir ist es Brot und ein paar Oliven (ausschließlich aus Kalamate), die ich gerne direkt in die Suppe gebe – mit einem Schuss gutem Olivenöl.

Zutaten für zwei große Portionen

  • 300 g weiße Bohnen (kleine oder mittlere)
  • 1 große Zwiebel
  • 3-4 kleine Karotten
  • 1 kleine Spitzpaprika
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Kartoffel
  • 1 getrocknete Chilischote (wer es mag)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml passierte Tomaten
  • 2 Lorbeerblättter
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 50 ml Olivenöl plus 2 EL
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Petersilie

Dazu:

  • Brot
  • Oliven
  • oder siehe oben

Am Vorabend die Bohnen in reichlich kaltem Wasser einlegen und über Nacht stehen lassen. Da das Wasser hier in Bayern sehr hart ist, nehme ich dafür und zum Kochen gefiltertes Wasser. Sonst könnten die Bohnen hart bleiben.

Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Bohnen mit frischem, nicht gesalzenem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Etwa 30 Minuten kochen. Die halb gegarten Bohnen abgießen und beiseite stellen.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln, die Paprika und die Knoblauchzehe putzen und würfeln. Die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote entkernen (wer es ganz scharf macht lässt die Kerne dran) und kleinschneiden. Die Kartoffel schälen.

In einem Topf ca. 2 EL Olivenöl erhitzen und das Gemüse mit der Chilischote ganz leicht anschwitzen. Eigentlich wende ich das Gemüse bei leichter Hitze nur ein paar Mal im Öl, statt das ich es anbrate. Das Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten. Danach die Bohnen in den Topf geben sowie die passierten Tomaten und die ganze Kartoffel. So viel Wasser dazugeben, dass die Bohnen ca. 2 cm damit bedeckt sind. Mit den Lorbeerblättern und mit Paprikapulver würzen. Keinesfalls salzen!

Griechische Fasolada - Bohnensuppe

Bei sanfter Hitze köcheln lassen, bis die Bohnen weich sind. Das kann je nach Bohnensorte 30 Minuten oder 60 Minuten dauern. (Versteht ihr jetzt, warum es für mich ein Wochenendessen ist?)
Eine häufige Frage, die griechische Hülsefrüchte-Verkäufer beantworten müssen, ist übrigens: „Lassen sich Deine Bohnen auch gut kochen? Werden sie auch weich?“

Während dem Kochen immer wieder kontrollieren, ob noch Wasser nachgegossen werden muss. Wenn ihr merkt, dass die Bohnen schon gar sind und die Sauce etwas eingedickt ist, dann fügt ihr das Olivenöl und das Salz hinzu und lässt das ganze noch ein paar Minuten köcheln – genug Zeit, um die Petersilie zu waschen und kleinzuschneiden.

Ich mag die Fasoláda schön sämig, deshalb fische ich die Kartoffel aus der Suppe, zerdrücke sie ganz fein mit etwas Kochsud und gebe sie wieder zurück in den Topf.

Zum Schluss die Petersilie und den frisch gemahlenen Pfeffer über das Gericht geben und genießen.

 

Autor: Zitronen und Olivenöl

Greek Foodblogger based in Germany

23 Kommentare zu “Fasolada, die typisch griechische Bohnensuppe

  1. Die ewig lange Vor- und Zubereitung von Hülsenfrüchten ist scheinbar typisch für den gesamten Süden. Hier werden Bohnen, Linsen etc. immer in einem hohen Topf aus Steingut mit Deckel auf dem Gasherd gekocht, damit sie stundenlang leicht köcheln können und nicht anbrennen.

    Deine Suppe sieht dafür aber auch sehr, sehr lecker aus. Ich glaube gern, dass sie gut schmeckt.

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    • Stimmt, in Italien gibt es ja auch ganz spannende Kombinationen. Meine Mutter hat sich übrigens immer beschwert, dass die Fasolada mit normalen Töpfen auf einem normalen Herd lange nicht so gut ist, wie die aus Ihrer Erinnerung….
      Ich habe da keinen Vergleich 🙂

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      • Das kann jetzt natürlich auch nur Einbildung sein, aber ich glaube, selbst Tomatensauce, die in diesen Keramiktöpfen gekocht wird, schmeckt irgendwie fruchtiger und… anders. Aber man kann sie nur auf Gasherden benutzen.

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  2. Fasolada will auch schon seit langem mal kochen. Vielleicht gibt dein Rezept ja endlich den nötigen Anstoß! Sehr lecker sieht es aus!

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  3. Die könnte ich heute gut gebrauchen, es ist so nass-kalt draußen! Ich habe aber Kürbis-Suppe im Kühlschrank. Bohnensuppen sind was Feines und ich freue mich schon, dein Rezept aus zu probieren. LG MArlies

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  4. Ich glaube, ich bevorzuge die Variante mit Sellerie, wird getestet!
    Liebe Grüße,
    Eva

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  5. Das hört sich ja richtig lecker an!

    lg, Tami

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  6. Ich liebe sie! Gerade mit Anchovis! Und Staudensellerie…
    Liebe Grüße
    Cheriechen

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  7. Genau jetzt könnte ich genau davon genau einen Teller (oder zwei?) ganz gut brauchen. Genau mein Ding sowas… muss auch mal wieder in dieser Richtung (Eintopf) kochen, fühle mich animiert 😉

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  8. Genau das richtige an lausig, kalten Wintertagen. Mmmmmm
    lg, Reni

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  9. I can’t believe I used to hate as a child!!! It is such a hearty dish and your recipe looks amazing. Sometimes I add a little tabasco sauce too, just for the kicks!

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  12. Danke für die Tipps zur Bohnensuppe! Die Kartoffel werde ich sicher übernehmen und den Stangensellerie ausprobieren (obwohl mein Mann den auch nicht so sehr mag).
    Wir waren im vergangenen Jahr in Griechenland unterwegs – es war sehr schön da. Deshalb bin ich jetzt intensiv am Rumschnüffeln nach einheimischen Rezepten. Deinen Blog werde ich gerne im Auge behalten (und auch noch weiter auskundschaften; grad habe ich gesehen, dass Du den Manouri auch liebst – bei uns ist er leider nur im Sommer erhältlich).
    Was die Bohnensuppe betrifft, so ist es schon erstaunlich, wie weit sie verbreitet und wie beliebt sie ist oder war… (Nein – das stimmt nicht: Erstaunlich ist daran nichts, denn sie ist halt einfach etwas ganz Feines. Wir sind absolute Fans.) Was ich eigentlich sagen wollte: Sogar die Namen sind sich oft sehr ähnlich. Was in Italien „fagioli“ sind, heisst in Kroatien „fažol“. Und nun lese ich in Griechenland von „φασόλια“ und kriege mit, dass sogar die Türken sie schätzen („fasulye“).
    Das erinnert mich an was anderes: Du kochst auch Schwarzaugenbohnen, wie ich sah. Denen bin ich vor ein paar Jahren erstmals in Portugal begegnet. Daraus wage ich zu schliessen, dass der Austausch von Rezepten (und Samen) europaweit, und sicher auch weltweit, schon vor vielen Jahrhunderten intensiv gewesen sein muss, auch ohne Elektronik und PCs. Wenn’s schmeckt, möchte es jeder zu Hause auch essen. (Und damals muss der Austausch über Männer gelaufen sein – den weibliche Matrosen oder Reisende gab’s kaum.) Da ist es schon viel praktischer, dass Du uns heute Deine Rezepte sozusagen fixfertig frei Haus lieferst. Noch dazu mit so appetitanregenden Fotos! – Und doch musste ich erst in Griechenland gewesen sein, um mich ernsthaft für gerade diese Küche zu interessieren …

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