Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Fasolakia, grüne Bohnen ganz pur

Fasolakia - Grüne Bohnen aus Griechenland

Es gibt eine griechische Abschiedsfloskel, die ich so gar nicht verstehe: kalo chimona. Damit wünscht man sich einen guten Winter und zwar oft sogar mitten im heißen Spätsommer. Wenn ich mich also bei fast 40 Grad Ende August oder Anfang September in Griechenland verabschiede, dann höre ich diesen Abschiedsfloskel immer mal wieder. Und innerlich zucke ich etwas zusammen. Jetzt schon an Winter denken? Dunkle Tage, Regen, Schneematsch, Kälte? Äh, nö! Ich gestehe, ich mag diesen Spruch einfach nicht.

Jetzt es ist Anfang Oktober, der Sommer ist wohl doch vorbei.  Aber bevor ich hier auch noch „kalo chimona“ wünsche, kommt ja erst ein hoffentlich warmer und sonniger Herbst mit all dem leckeren Herbstgemüse.

Vorher wird jedoch noch gebührend der Sommer verabschiedet und zwar mit einer meiner liebsten Sommergerichte: Fasolakia. Hier auf dem Blog habe ich schon eines online gestellt mit Kartoffeln. Meine Mutter hat Fasolakia früher meist mit Fleisch gemacht, jetzt bereitet sie es ganz pur vor. Nur zarte grüne Bohnen und Tomaten. Mehr nicht. Und genauso mag ich Fasolakia besonders gerne. Die grünen Bohnen müssen schön zart sein. Ob man dafür breite oder schmale Bohnen nimmt ist Geschmacksache. Ich mag beide Bohnensorten sehr gerne und verwende die Sorte, die frischer aussieht und mir besonders zart erscheint.

In Griechenland gibt es ein paar Sorten, die hier schwerer zu finden sind. Barbounia zum Beispiel, sie haben eine gesprenkelte Schale und schmecken besonders gut. Dazu Zwiebeln, Knoblauch frische Tomaten, ein paar Kräuter und natürlich gutes Olivenöl. Mehr braucht es wirklich nicht.

Und so sehen Barbounia aus, nicht zu verwechseln mit der Fischsorte 🙂

Griechische Barbounia

 

Zutaten für 4 Personen

  • 600 Grüne Bohnen
  • 3 EL Olivenöl + 3-4 extra
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4-5 reife Tomaten (ca. 500g)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas edelsüßer Paprika
  • eine Prise Zucker
  • etwas frische Minze
  • etwas frische Petersilie

1.
Die Bohnen putzen und waschen. Ich kappe meist die Enden und entferne falls vorhanden die Fäden an den Seiten (siehe hier grüne Bohnen putzen). Abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und hacken.

2.
Die Tomaten rundherum mit einem Messer einstechen. Mit kochendem Wasser bedecken und 1-2 Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten sehr leicht schälen. Im Mixer pürieren.

3.
3 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin bei milder Hitze glasig dünsten, danach die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten. Die Bohnen hinzufügen und kurz im Olivenöl wenden. Nun das Tomatenmark unterrühren und kurz rösten lassen.

4.
Die pürieren Tomaten zum Gemüse geben und mit Salz, Zucker, Pfeffer und Paprika würzen. Vorsichtig umrühren. Ich füge normalerweise kein weiteres Wasser hinzu. Es sei denn die Tomaten haben nicht genug Saft abgeben. In diesem Fall soviel Wasser hinzufügen, bis die Bohnen bedeckt sind. Deckel drauf und etwas 30 Min. sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und prüfen, ob ggf. Wasser hinzugefügt werden muss. Danach weitere 10 Min. bei locker geschlossenem Deckel weiterköchelnd lassen, damit die Tomatensauce schön sämig einkochen kann.

5.
In der Zwischenzeit die Kräuter putzen, waschen und fein hacken.

6.
Nach ca. 40 Min. die Bohnen probieren. Die Flüssigkeit sollte jetzt nahezu eingekocht sein. Wenn die Bohnen gar sind, das restliche Olivenöl und die Kräuter hinzufügen. Noch weitere 5 Min. simmern lassen.

Dazu passt übrigens frisches Brot, z.B.: ein Weißbrot und Feta.

Variante Fasolakia mit Kartoffeln

 

 


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Melitzanes Papoutsakia – Gefüllte Auberginen

Melitzanes Papoutsaki - Gefüllte Auberginen aus Griechenland

Papoutsakia bedeutet kleine Schuhe. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Melitzanes papoutsakia, kleine Auberginenschuhe. Wie man auf die Idee gekommen ist, erschließt sich mir nicht… Es handelt sich dabei um gefüllte Auberginen, die Füllung besteht in der Regel aus einer Hackfleischsauce. Als ich in meinem Umfeld erzählte, welche Zutaten ich für das Rezept benötige, kam sofort die Frage: „Ach, Du machst Moussaka?“. Nein, kein Moussaka, aber die Zutaten sind… na ja identisch: Auberginen, Hackfleischsauce, Béchamelsauce. Dennoch kein Vergleich.

Melitzanes Papoutsakia kann man immer machen, es ist allerdings ein klassisches Sommergericht. Verwendet werden Auberginen und reife Tomaten. Kein leichtes Sommergericht allerdings. Wenn man jedoch vom Strand hungrig zurück nach Hause kommt, Fischtavernen außer acht gelassen hat und schon von der Haustüre den Duft nach gebackenen Auberginen riecht, dann sind eine oder auch gleich zwei dieser gefüllten Auberginen perfekt!

Tomaten und Auberginen

Ich empfehle euch für dieses Gericht reife und aromatisch Tomaten zu verwenden. Im Winter tun es natürlich auch Dosentomaten, und auch sonst, wenn die Tomaten nicht sonderlich aromatisch sind. Ein Hauch Zimt verleiht der Hackfleischfüllung einen griechischen Touch. Und wer mag, kann auch noch Käse in die Füllung reiben. Das ist mir persönlich aber zu viel. Statt die Aubergine auszuhöhlen und die Stückchen zur Füllung zu geben, drücke ich die Auberginen lieber etwas ein. So hat man mehr von der Aubergine. Und ich backe die Auberginen lieber im Ofen vor, statt sie in der Pfanne anzubraten. Spart Fett und macht das Gericht etwas bekömmlicher.

Die Zutaten sind mit Augenmaß, denn es kommt auf die Größe der Auberginen an. Hier sind es mittelgroße Auberginen.

Zutaten 

  • 3 Auberginen
  • grobes Meersalz
  • getrockneter Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Für die Hackfleischfüllung

  • 500 g Hackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Fleischtomaten (500 g)
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • getrockneter Oregano
  • eine Prise Zimt
  • eine Prise Zucker
  • frische oder getrocknete griechische Minze (Diosmos)
  • ein halbes Bund Petersilie

Für die Béchamel

  • 4 EL Butter
  • 4 EL Mehl
  • 600 ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 50 g geriebenen Kefalograviera (oder Parmesan)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer+
  • frisch geriebene Muskatnuss

 

1.
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen waschen, abtropfen und der Länge nach aufschneiden. Ob man den Stiel entfernt oder nicht, ist Geschmacksache. Ich lasse ihn gerne dran. Die Auberginen rautenförmig einschneiden. Bitte nicht bis zur Schale, lediglich die Oberfläche.

Auberginen für Papoutsakia - rautenförmig eingeschnitten

Auf das Backblech mit der Schale nach unten legen und mit Salz, Pfeffer und Oregano bestreuen. Die Gewürze dabei auf die Oberfläche einreiben, so dass sie auch in die Einschnitte gelangen.

Auberginen für Papoutsakia

Mit Olivenöl beträufeln und im Ofen etwa 30 – 40 Minuten backen, bis die Auberginen schon ziemlich weich sind. (Sie werden mit der Füllung noch weitere 15-20 Min. gebacken.) Die Oberfläche sollte eine goldbraune Farbe bekommen haben. Etwas abkühlen lassen und mit einem Löffel eine Mulde in die Auberginen drücken.

Mulde in die Auberginen drücken

2.
Während die Auberginen im Ofen sind, wird die Füllung vorbereitet. Dazu Zwiebeln und Knoblauch putzen und fein würfeln. Die Tomaten vom Stielansatz befreien, waschen und im Mixer pürieren.

3.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anbraten. Danach den Knoblauch ebenfalls kurz anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und unter Rühren krümelig braten, bis es braun geworden ist. Nun das Tomatenmark hinzufügen und 1-2 Min. anbraten. Mit Rotwein ablöschen. Sobald der Rotwein verdampft ist, die pürierten Tomaten mit etwa 100 ml Wasser hinzufügen. Alle Gewürze bis auf die Petersilie zum Hackfleisch geben und  etwa 20 Min. köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Petersilie waschen und fein hacken. Wer mag, kann sich noch ein paar Blättchen für die Deko beiseite legen. Die Sauce ist dann fertig, wenn die Flüssigkeit eingekocht ist. Am einfachsten prüft man das, indem man mit dem Kochlöffel über dem Boden fährt. Die Petersilie unterrühren und die Füllung beiseite stellen.

4. 
Für die Béchamel in einem Topf 4 EL Butter zerlassen. Das Mehl hinzufügen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Mehl dabei nicht zu lange anschwitzen, denn die Mehlschwitze darf dabei nicht dunkel werden, wir möchten eine helle Béchamelsauce. Die kalte Milch in etwa 5 Portionen zur Butter-Mehl-Mischung geben und dabei kräftig umrühren bis sich die Milch mit der Mehlschwitze verbunden hat. Aufkochen lassen bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Das Ei trennen (Eiweiß für ein anderes Gericht verwenden) und das Eigelb zügig unterrühren. Den Käse untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken.

5.
Hackfleischmasse in die Mulden geben und darüber Béchamelsauce. Im Ofen bei 180 °C etwa 15-20 Min. backen bis die Béchamelsauce goldbraun ist.


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Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Würzig, zart und ja… auch sommerlich, Fleisch mit Auberginen

Fleisch mit Auberginen aus Griechenland, Kreas me melitzanes

oder Kreas me melitzanes.

Kennt ihr das? Ihr zieht los, um Zutaten für ein bestimmtes Rezept zu kaufen und kommt mit ganz anderen Zutaten wieder zurück. So ging es mir. Feta wollte ich machen, ein simples sommerliches Gericht im Ofen. Nach Hause getragen habe ich Zutaten für ein würziges Fleischgericht mit Auberginen. Kreas me melitzanes ist ein wunderschönes Gericht, bei dem man gar nicht auf die Idee kommt, dass es ein typisches Sommergericht ist. Meist wird es auch Moschari me melitzanes genannt, Kalb mit Auberginen, denn in Griechenland wird besonders gerne zu Kalbfleisch gegriffen. Hätte ich diesmal auch, allerdings gab es bei meinem Lieblingshändler kein schönes Stück mehr und so hab ich Rind gewählt. Rindfleisch kann es  auch besser mit den Gewürzen Zimt und Piment aufnehmen, die diesem Gericht Würze verleihen.

Das Fleisch wird lange bei sanfter Hitze mit frischen Tomaten geschmort und wird dadurch wunderbar zart und mürbe. Dazu passen die Auberginen, die ich im Backofen fast gar gebacken und zum Schluss zum Fleisch gegeben habe. Im authentischen Rezept werden die Auberginen in der Pfanne mit viel Olivenöl gebraten. Das ist extrem lecker, aber auch ganz schön fettig und gehaltvoll. Aber, probiert es selbst aus. Nun könnte man einwenden, dass es doch ganz schön umständlich ist, die Auberginen erst zu braten oder zu backen und dann auch noch zu kochen. Ja, das stimmt und auch wenn ich ansonsten mein Gemüse knackig mag, so haben diese griechischen Schmorgerichte ihren eigenen Reiz. Das Gemüse wird hier langsam und lange gegart, es karamellisiert fast. Das Olivenöl als Geschmacksträger tut sein übrigens und es entstehen Gerichte, mit einer ganz besonderen Textur, voller Aroma und Geschmack und den Düften nach heißen griechischen Sommertagen in noch heißeren Küchen. Für eine Frischekick sorgt ein Klecks Joghurt oder Feta… oder Joghurt und Feta.

Sucht euch für dieses Gericht eher schmale und längliche Auberginen aus. Falls ihr welche mit hellvioletter, gestreifter Haut findet, dann greift zu diesen, sie sind meist milder im Geschmack und müssen nicht unbedingt entbittert werden. (Wobei Bitterstoffe ja sehr gesund sind…). Leider habe ich diese Auberginen nicht bei meinem Lieblingshändler gefunden und habe zu normalen dunkelvioletten gegriffen.

Auberginen

 

Ach ja,… noch etwas. Das Gericht braucht Zeit, ca 2-2,5 Stunden. Aber es macht kaum Arbeit. Greift also unbedingt zu reifen, frischen Tomaten (bei mir waren es italienische Flaschentomaten) für die Sauce, es lohnt sich. Wenn ihr keine aromatischen, reifen Tomaten findet, dann tun es auch die aus der Dose.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g mageres Rindfleisch (oder Kalbfleisch) zum Schmoren
  • 3 längliche Auberginen
  • 3-4 reife Tomaten (ersatzweise 500 ml passierte Tomaten)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 10 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein
  • Salz (normales oder grobes Meersalz)
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 2 gemahlener Prisen Piment (am besten frisch gemahlen, oder 2 Pimentkörner)
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Stängel Thymian

Zum Servieren

  • etwas frische Petersilie
  • griechischer Joghurt
  • Brot

1.
Das Rindfleisch in größere Stücke teilen, nur ganz leicht salzen und pfeffern. Die Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden.

2.
Wasser zum Kochen bringen, am besten im Wasserkocher. Die Tomaten waschen mit einem Messer rundum mehrmals einstechen und in eine Schüssel legen. Mit dem kochenden Wasser übergießen und ein paar Minuten stehen lassen. Danach lässt sich die Haut ganz leicht abziehen. Das Fruchtfleisch pürieren.

3.
Die Hälfte des Olivenöls in einen großen Topf geben und erhitzen. Das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten. Herausnehmen und kurz zur Seite stellen. Die Zwiebeln im Bratfett in ca. 2 Min. glasig braten. Danach den Knoblauch ganz kurz mitraten. Das Tomatenmark in den Topf geben und unter Rühren ebenfalls anbraten. Mit dem Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit bis einkochen lassen. Das Fleisch in den Topf geben sowie die pürierten Tomaten. So viel Wasser hinzufügen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist, bei mir war es ein halbes Glas. Salz, Pfeffer, Zucker, Piment, Zimtstange, Thymian und Lorbeer hinzufügen. Zum Kochen bringen, die Hitze zurückschalten und etwa 1,5 Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch fast gar ist. Von Zeit zu Zeit umrühren und notfalls Wasser zugeben.

4.
Die Auberginen waschen und den Strunk abschneiden. Die Schale in Streifen schälen, so dass noch etwas Schale daran ist. Es sieht ungefähr wie bei einem Zebra aus. Das habe ich leider nicht fotografiert, aber man kann es bei dem unteren Bild etwas erkennen. Die Auberginen halbieren und die Hälften in Drittel schneiden. Es sollten nicht zu kleine Stücke werden. Die Auberginen in ein Sieb geben, kräftig salzen, am besten mit grobem Meersalz und etwa 20 Min. stehen lassen, damit die Bitterstoffe herausgeschwemmt werden.

5.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auberginen unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit dem restlichen Olivenöl mischen, am besten in einer Schüssel, so dass die Auberginen von allen Seiten mit Olivenöl überzogen sind. Auf ein Backblech geben und etwa 15-20 Min. im Ofen backen, bis sie goldbraun sind und fast gar. Sie sollen noch etwas Biss haben.

Gebackene Auberginen

6.
Die Sauce abschmecken und ggf. nachwürzen. Die Auberginen zum Fleisch geben und sanft in die Sauce drücken. Die Tomatensauce sollte aber zu diesem Zeitpunkt schon relativ dick eingekocht sein. Falls sie noch sehr wässrig ist, ohne Deckel kochen, bis sie sämiger geworden ist. Dann erst die Auberginen hinzufügen. Das Gericht weitere 20 Min. schmoren lassen. Die Auberginen sind jetzt weich, das Fleisch ist butterzart und die Sauce ist gerade noch vorhanden und richtig dick eingekocht.

Dazu passt Brot, Feta und griechischer Joghurt. Wer mag, kann das Gericht noch mit frischer Petersilie servieren.


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Soutzoukakia smyrneika

Griechische Soutzoukakia smyrneika

Diese würzigen Soutzoukakia haben ihren Ursprung in Smyrna, dem heutigen Izmir. Soutzouk ist das türkische Wort für Wurst und wird hier mit der griechischen Endung -akia kombiniert. Die bezeichnet alles, was klein ist. Kleine Würstchen aus Smyrni, das ist die Übersetzung für Soztzoukakia smyrneika (sprich smyrné – ika). Anfang des letzten Jahrhunderts lebten sehr viele Griechen in Smyrna und Umgebung. In den 20er Jahren mussten sie fliehen und ließen sich mit allen anderen Griechen, die die Türkei verlassen mussten, in ganz Griechenland wieder. Orte, die in Griechenland mit „Nea“ beginnen, wurden von den Flüchtlingen aufgebaut und zur neuen Heimat gemacht. Mitgebracht und in die griechische Küche eingebracht haben sie viele Rezepte mit Zutaten wie Zimt, Piment Koriander, Cumin und auch scharfe Gewürze. Heute sind diese Rezepte – aber auch Lieder und Tänze – in ganz Griechenland und in griechischen Communities wie z.B. in Deutschland beliebt.

Für Soutzoukakia sind zwei Zutaten typisch und für den charakteristischen Geschmack unverzichtbar: Cumin und Knoblauch. Die Soutzoukakia werden kurz in Öl angebraten und in einer Tomatensauce gekocht. Die fruchtige Tomatensauce dringt in die Hackfleischwürstchen ein. Dazu passt Reis, Kartoffeln oder auch Kartoffelpüree.

Übrigens: Für dieses Gericht verwende ich gerne reife, große Fleischtomaten. Ersetzen kann man sie natürlich auch mit Dosentomaten, gerade dann, wenn es keine aromatischen Tomaten gibt.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Soutzoukakia

  • 300 g Rinderhackfleisch (oder Kalb)
  • 100 g Lammhackfleisch
  • 1 Scheibe altbackenes Brot ohne Rinde (oder 20-30 g Paniermehl)
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Knoblauchzehen (wer mag auch mehr)
  • 1 TL Cumin
  • etwas geräuchertes Paprikapulver
  • eine Prise Piment
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 2-3 EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

Für die Tomatensauce

  • 2 große Fleischtomaten (oder 1 Dose geschälte Tomaten)
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 30 ml Rotwein
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • 1 Prise Zucker
  • 1 TL Cumin
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Petersilie

Als Beilage

  • Reis

1.
Für die Sauce die Tomaten mit einem Messer einritzen und für ein paar Minuten in kochendes Wasser legen. Die Tomaten herausnehmen, häuten und vom Kerngehäuse befreien. In einem Mixer pürieren.

2. 
Die Schalotten und die Knoblauchzehe fein hacken. In einem Topf das Olivenöl heiß werden lassen und beides darin dünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls anbraten. Mit Rotwein löschen, die pürierten Tomaten und 200 ml Wasser dazugeben. Mit Lorbeer, Cumin, Zucker, Salz und Pfeffer würzen. Zum Kochen bringen und bei geschlossenem Deckel und milder Hitze köcheln lassen.

3.
In der Zwischenzeit die Soutzoukakia vorbereiten. Dazu das Brot im Rotwein tränken. Den Knoblauch sehr fein hacken, am besten durch eine Knoblauchpresse geben. Das Brot aus dem Wein nehmen, ausdrücken und zum Hackfleisch geben. Alle Zutaten für die Soutzoukakia gut verkneten. Wer Paniermehl verwendet, der knetet dies in kleinen Portionen ein. Die Masse soll gut formbar aber nicht zu fest werden.

4. 
Aus der Hackfleischmasse kleine Würstchen formen und in Mehl wenden. Das Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und die Soutzoukakia von allen Seiten leicht anbraten, ca 2 Minuten von allen Seiten.

5.
Die angebratenen Soutzoukakia zur Sauce geben und 15-20 Minuten in der Sauce kochen lassen. Falls sie nicht ganz von der Sauce bedeckt sind, noch etwas Wasser hinzufügen. In der Zwischenzeit den Reis kochen.

Das Ergebnis sind sehr würzige und zarte Soutzoukakia in einer sämigen Tomatensauce.

Griechische Soutzoukakia


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.


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Ladenia – die Schlichte aus Kimolos

Ladenia - griechischer Hefefladen mit Tomaten, Zwiebeln und Oregano

Heute nehme ich euch mit auf eine kulinarische Reise zu den Kykladen nach Kimolos. Diese Insel ist für seine Ladenia bekannt. Ladenia st ein Hefefladen, der mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt wird. Was für ein Duft, wenn diese Köstlichkeit aus dem Ofen kommt.

Der Name Ladenia leitet sich von Ladi, dem griechischem Wort für Öl. Gemeint ist mit Ladi hauptsächlich Olivenöl – was sonst. Und sowohl im Teig als auch auf dem Belag wird reichlich davon verwendet. Olivenöl wird im Winter hergestellt, wenn die Oliven die richtige Reife dafür haben. Den großen Auftritt hat für mich Olivenöl jedoch im Sommer, wenn es sehr verschwenderisch in Salaten oder Gemüsegerichten, den Ladera, verwendet wird. Auch bei dieser Pita wird nicht daran gespart, die Aromen des Olivenöls mischen sich mit den fruchtigen Tomaten und dem würzigen Oregano und katapultieren einen direkt in den Süden. Das Olivenöl sorgt für einen lockeren Teig, der schön saftig bleibt, und… für fettige Finger, wenn man das erste heiße und saftige Stück gleich aus dem Blech probiert.

Ganz klassisch wird die Ladenia oder auch Ladopita nur mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt. Wer möchte, kann auch Kapern verwenden, die ebenfalls zur griechischen Inselküche gehören, oder Oliven und Paprika.

Zutaten

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 150 g lauwarmes Wasser
  • ein halber Würfel frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • 30 ml Olivenöl

Für den Belag:

  • 1 große rote (oder weiße) Zwiebel
  • 4 reife und feste Fleischtomaten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • optional: etwas wilder Thymian
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 30 ml Olivenöl

1.

Teig für Ladenia
Das Mehl in eine Schüssel geben. Das Salz hinzufügen, am besten am Rand. Die Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen. Zum Mehl geben und 30 ml Olivenöl dazugeben. Zu einem weichen und elastischem Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Klebt er zu sehr an den Händen, dann etwas mehr Mehl hinzufügen. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben. Den Teig zu einer Kugel formen, zudecken und ca 40 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Aufgegangener Teig für Ladenia

2.
In der Zwischenzeit die Zwiebel halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Stückchen mit den Händen voneinander lösen. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Ein rundes Blech oder eine Springform von 28 cm Durchmesser mit Öl bestreichen, auch die Ränder. Den Ofen auf 180 ° vorheizen

3.
Tomaten, Ziwiebeln, Oregano - die Zutaten für Ladenia

Den aufgegangenen Teig mit den Händen in die Form drücken und dabei auch einen kleinen Rand formen. Die Oberfläche mit etwas Olivenöl bepinseln. Die Zwiebeln auf den Teig geben und mit etwas Meersalz würzen, dann die Tomatenscheiben fächerförmig darauflegen. Mit dem restlichen Salz, sowie dem Pfeffer dem Oregano und ggf. dem Thymian würzen und das restliche Olivenöl darüberträufeln. Die Ladenia ca. 40 bis 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Die Ladenia schmeckt sehr gut mit einem trockenen Weißwein, zum Beispiel einem Assyrtiko aus Santorin. Besonders gut schmeckt sie warm aus dem Ofen, aber auch kalt.

Griechische Inselküche - Ladenia aus Kimonos


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Arakas laderos – griechisches Erbsengemüse in Tomatensauce

Arakas Laderos - griechisches Erbsengemüse

Erbsen in Tomatensauce, klingt unspektakulär, oder? In Griechenland ist das ein komplettes Gericht, das mit viel Brot und Schafskäse gegessen wird. Es gehört zu den sogenannten „Ladera„. Die habe ich euch an vielen Stellen dieses Blogs schon vorgestellt. Ladera bedeutet „in Öl gekocht“ – in der griechischen Küche meinen wir mit Öl selbstverständlich Olivenöl. Was sonst. Ladero heißt aber auch „ohne Fleisch“. Bei diesen – meist veganen – Gerichten steht das Gemüse im Vordergrund. Gekocht wird mit reichlich gutem Olivenöl. Meist spielt eine Gemüsesorte die Hauptrolle, wie hier die Erbse. Auf die erstklassige Qualität aller Zutaten wird dabei großen Wert gelegt.

So stand ich am Münchner Viktualienmarkt vor meinem Lieblings-Gemüsehändler, ein grantig aussehender Bayer, der aber total nett ist. Ich versuchte gemeinsam mit ihm herauszufinden, wie viele Erbsenschoten ca. 500 g Erbsen ergeben. Gar nicht so einfach. Ich bin mit einer riesigen Tüte Erbsenschoten nach Hause gegangen, etwa 1 Kilo. Ich hatte Glück, die Erbsen waren erstklassig, trotz Naschen beim Palen habe ich ca. 500 g Erbsen erhalten. Es lohnt sich übrigens frische Erbsen für dieses Rezept zu verwenden. Mit tiefgekühlten Erbsen geht das natürlich schneller.

Araras - Erbsen palen

Diesen Araka gibt es auch in einer nicht-vegetarischen Variante. Dabei wird das Fleisch zuerst im Topf fast gar geschmort, bevor das Gemüse hinzukommt und das Gericht fertig gart. In den meisten griechischen Rezepten werdet ihr übrigens viel Dill dazu als Zutat finden. Wer Dill gerne mag, der sollte auch diesen anstatt Minze oder Petersilie verwenden. Ich bin jedoch kein großer Dillfan und bevorzuge Minze und Petersilie dazu. Und im Sommer könnt ihr natürlich frische Tomaten nehmen und selbst pürieren statt die passierten aus der Dose zu verwenden.

Beim Olivenöl spare ich immer etwas. Wer möchte verdoppelt die Menge. Schaden tut das nicht. Allerdings sollte es ein erstklassiges extra-natives Olivenöl sein. Davon gebe ich am Tisch gerne ein Schuss über alle Ladera.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 – 1,2 kg frische Erbsen in der Schote (ergibt ca. 500 g gepalte Erbsen). Ersatzweise TK-Erbsen.
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Karotten
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • 1 TL Thrymba oder Thymian
  • 1 TL getrocknete (griechische Minze)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • ein paar Stängel Petersilie
  • 2 Stängel frische Minze

1.
Die Erbsen aus den Schoten befreien und möglichst wenig dabei naschen. Die Zwiebel in Würfel schneiden, Die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Die geschälten Kartoffeln in nicht zu kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch ebenfalls würfeln. Die Erbsen waschen und abtropfen lassen.

2. 
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel mit den Karotten ein paar Minuten bei milder Hitze anbraten. Die Kartoffeln, die Erbsen und den Knoblauch hinzufügen. Das Tomatenmark dazugeben, unterrühren und kurz mit anbraten. Die passierten Tomaten zusammen mit ca. 250 -300 ml Wasser hinzufügen. Das Gemüse sollte gut mit Wasser bedeckt sein. Mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, Paprikapulver und den trockenen Kräutern würzen.

3.
Das Erbsengemüse bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe scheiden. Und die frischen Kräuter waschen und klein scheiden.
Die Frühlingszwiebeln nach ca. 15 Minuten zum Gericht geben und weitere 5-10 Minuten bei offenem Deckel weiterköcheln lassen. So verkochen sie nicht. Die frischen Kräuter untermischen. Das Gemüse sollte jetzt gar sein und die Tomatensauce sämig eingekocht sein. Zum Servieren noch einen Schuss Olivenöl über den Araka geben. Dazu passt frisches Brot und Schafskäse.


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Fakes – ganz klassischer griechischer Linseneintopf

Fakes - griechische Linsensuppe

Φακές – Fakés

Kaum zu glauben, dass ich diese griechische Linsensuppe erst jetzt nach mehr als zwei Jahren auf den Blog stelle.  Wahrscheinlich weil dieser Klassiker aus der griechischen Alltagsküche so simpel ist und so gar nicht besonders… Fakés eben. Letztens hatte ich wieder mal Lust darauf und habe mich den ganzen Tag auf die dampfende Schüssel Linsen mit Olivenöl, Oliven und hellem Brot gefreut. Ein richtig feines Winteressen. Ich mag sie mit viel Tomate und richtig dicklich eingekocht, deshalb zerdrücke ich eine gekochte Kartoffel und dicke damit die Suppe zusätzlich ein . Meine Mutter spart ziemlich mit Tomaten und bevorzugt eine eher wässrige Suppe.

Ganz egal wie die Konsistenz der Suppe bevorzugt wird, die meisten Griechen träufeln Olivenöl und Rotweinessig über die Suppe. Auch fein: frisch geschnittenes Knoblauchgrün. Zur Suppe passen Oliven, besonders die aus Kalamata. Und viele essen gerne geräucherten Fisch, z.B. Renke, dazu.

Ich gehöre übrigens zu denen, die die Linsen vorkochen und das erste Kochwasser wegschütten. Keine Ahnung warum, so hat man es mir beigebracht. Die Linsen sollen dadurch bekömmlicher werden.

Zutaten für 4-5 Portionen

  • 300 g (braune) Linsen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 2-3 Karotten
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 mittelgroße Kartoffel
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte oder stückige Tomaten
  • 3 Lorbeerblätter
  • Oregano
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Paprikapulver
  • frische Petersilie, wer mag
  • etwas Rotweinessig und Olivenöl zum Servieren

1.
Die Linsen unter fließendem Wasser spülen. Zusammen mit reichlich kaltem und nicht gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und 15 Minuten kochen. In der Zwischenzeit das Gemüse vorbereiten.

2.
Die Zwiebeln putzen und in kleine Würfel schneiden, genauso den Knoblauch. Die Karotten in Scheiben schneiden. Die Kartoffel schälen und vierteln.

3
Nach 15 Minuten die Linsen durch ein Sieb gießen und kurz beiseite stellen. Das Olivenöl im Topf erhitzen und die Zwiebel mit der Karotte ein paar Minuten dünsten. Die Knoblauchzehe mit dem Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls kurz anschwitzen.

4.
Die Linsen und die passierten Tomaten in den Topf geben und mit ca. 350 ml Wasser auffüllen. Lorbeer, Oregano, Pfeffer, Paprika und Salz hinzufügen. Zum Kochen bringen und mit geschlossenem Deckel ca. 4o Minuten sanft köcheln lassen bis die Linsen gar sind und das Gericht die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf noch Flüssigkeit hinzufügen.

5.
Wenn die Linsen gar sind, den Herd ausschalten. Die Kartoffelviertel aus der Suppe nehmen und mit einer Gabel und etwas Kochsud fein zerdrücken und zurück zu den Linsen geben. Die gehackte Petersilie hinzufügen.

6.
Zum Servieren nach Geschmack mit Rotweinessig und richtig gutem Olivenöl beträufeln. Dazu schmecken Oliven und Brot.

Übrigens: Ein weiteres klassisches Gericht mit Hülsenfrüchten: Fasolada