Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog

Griechischer Neujahrskuchen, verkohlt oder… dieses Jahr besonders knusprig

21 Kommentare

Griechischer Neujahrskuchen - Vasilopita

Βασιλόπιτα

Auf dem Bild sieht sie noch so schön aus, und keine 40 Minuten später zog ich eine bedenklich dunkle Vasilopita aus dem Ofen. Zu allem Überfluss ging sie beim Backen auch noch auf. Das wäre nicht nötig gewesen. Nicht genau zwischen der Zahl „2“. Sie war nicht nur verkohlt, sie war auch noch verzerrt. Erstmal abkühlen lassen, dachte ich.  Dann habe ich mein Standard-Rettungsprogramm bei Backunfällen angewendet: Puderzucker, die Mandeln mit der Jahreszahl mit einem Pinsel wieder freigelegt, versucht die verzerrte „2“ irgendwie zu retten, indem ich dort eine Mandel wegnehme hier eine Mandel hinlege, hm ging so.  Noch mehr Puderzucker.  Irgendwann war es mir zu blöd und ich habe beschlossen, dass sie in diesem Jahr … nun ja… besonders knusprig aus dem Ofen kommen wollte. Es hat mir auch keiner widersprechen wollen. Das Innere hat ja geschmeckt. Aber was ist eine Vasilopita überhaupt?

Vasilopita ist ein griechischer Neujahrskuchen, der an Silvester gegessen wird. Im Teig wird eine Münze mitgebacken und wer sie findet hat im neuen Jahr Glück. Sie heißt übrigens Vasilopita, da am 01. Januar der Namenstag des Hl. Vasileios ist. Namestage sind in Griechenland sogar wichtiger als Geburtstage und an diesem Tag feiert meine Oma ihren Namenstag, sie wird 2014 stolze 100 Jahre alt.

Mahlep - Samen der FelsenkirscheEs gibt wahrscheinlich so viele Rezepte für Vasilopita wie es griechische Haushalte gibt. Ich bevorzuge einen Kuchen, der aus Hefeteig gemacht ist und dem griechischen Osterzopf ähnelt. Also habe ich es mir auch in diesem Jahr etwas schwer gemacht und statt einem Rührkuchen eine Hefeteig geknetet und ca. 2,5 Stunden gehen lassen. (Da war ich ja noch so optimistisch…) Eine meiner Lieblingszutaten ist Mahlep. Mahlep ist der Samen der Felsenkirsche und ist eine der wichtigsten Zutaten im griechischen Osterzopf. Es gibt Mahlep beim griechischen oder arabischen Lebensmittelhändler als Samen oder gemahlen. Die Samen zerstößt man im Mörser zu Pulver, einige kochen sie in ein wenig Wasser und verwenden dann das Wasser zum Backen.

Für eine Springform

  • 100 g Butter
  • 100 ml Milch
  • 1 Würfel Hefe
  • 3 Eier
  • 150 g Zucker
  • 1/2 bis 1 TL Mahlepkörner oder gemahlener Mahlep (es geht auch ohne)
  • 1/2 TL Mastix
  • Schale einer Bio-Orange
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 600 g Mehl
  • 1 Ei zum Bepinseln
  • Backpapier
  • 1 Münze
  • ein kleines Stück Alufolie

Für die Deko

  • 1 EL Sesam
  • 20 geschälte Mandeln
  • eventuell Puderzucker

Die Butter bei kleiner Hitze zerlassen. Die Milch in einem anderen Töpfchen bei schwacher Hitze auf eine lauwarme Temperatur bringen und die Hefe darin auflösen. Falls ihr Mahlepsamen bekommen habt diese nun fein mörsern. Das Mastix anschließend ebenfalls mit einem viertel Teelöffel Zucker mörsern. Es sollte ca. 1/2 TL ergeben.  Die Schale einer Bio-Orange reiben (an dieser Stelle muss ich stolz erwähnen, dass mir mein Bruder zu Weihnachten eine geniale Microplane-Reibe geschenkt hat) und das Mark aus einer halben Vanilleschote kratzen.

Die Eier in einer großen Schüssel aufschlagen und den Zucker, die Butter,  das Mahlep, das Mastix, die Orangenschale sowie das Vanillemark hinzufügen und gut verquirlen. Anschließend die aufgelöste Hefe gut unterrrühren.

Das Mehl in die Mischung geben und kneten. Es sieht zunächst danach aus, als ob es nie ein Teig wird. Aber nach einigen Minuten  (so ca. 10-12 ) hat man einen elastischen Teig, der nicht mehr an den Händen klebt. Diesen nun zu einer Kugel formen und in die Schüssel legen. Die Oberfläche mit einem Messer kreuzweise einritzen und zugedeckt an einem warmen Ort 1 bis 1,5  Stunden gehen lassen.

Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und  die Ränder fetten. Den Teig kurz durchkneten in die Form legen und mit den Händen flachdrücken, so dass der Boden der Form bedeckt ist. Nochmal ca. 1 Stunde zugedeckt gehen lassen. Die Münze in Alufolie wickeln und vorsichtig im Teig verstecken.

Das Ei mit etwas Wasser verquirlen und die Oberfläche der Vasilopita damit bepinseln. Etwas Sesam auf die Oberfläche streuen und mit den Mandeln die Jahreszahl legen (mache ich nächstes Jahr erst nach dem Backen mit Zuckerguss). Im vorgeheizten Ofen bei ca. 160 ° C Umluft ca. 30-40 (???)  Minuten backen.  Also ja nicht zu lange.

Rettungsversuche für eine verkohlte Vasilopita

Rettungsversuche für eine verkohlte Vasilopita

Dieses Jahr habe ich die Glücksmünze erst am nächsten Tag gefunden, beim Wegschneiden der Kruste. Ich weiß nicht, ob das jetzt immer noch als Glücksbringer gilt.

Ich wünsche euch ein wunderbares neues Jahr und bedanke mich ganz herzlich fürs folgen, kommentieren und liken.

Autor: Zitronen und Olivenöl

Greek Foodblogger based in Germany

21 Kommentare zu “Griechischer Neujahrskuchen, verkohlt oder… dieses Jahr besonders knusprig

  1. Klar, gilt das! Beim nächsten Neujahrskuchen hast Du bestimmt mehr Glück. Und immerhin hat er doch trotzdem geschmeckt. 🙂

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  2. Ein glückliches neues Jahr wünsche ich dir! Und: Auf jeden Fall! Wenn die Bäckerin die Münze selbst findet, bedeutet das enormes Glück in der Küche und sonstwo…
    Mich würde noch interessieren, was diese beiden Zutaten, die ich noch nicht kenne (Mastix und Mahlep) bewirken – haben sie einen besonderen Geschmack und/oder wirkt sich das noch sonstwie auf das Backergebnis aus?
    Liebe Grüße
    Cheriechen

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    • Liebe Cheriechen, danke, wünsche ich Dir auch. Mastix und Mahlep sorgen für den Geschmack und haben beide ein ganz besonderes Aroma. Mastix ist das Harz eines Baumes. Es kommt auf der Insel Chios vor und bedeutet auf griechisch einfach Kaugummi. Man kann das Granulat auch pur kauen. Mastix wird zu Kaugummi, Öl und Likör verarbeitet. Mahlep sorgt neben Kardamom für den typischen Geschmack beim griechischen Osterzopf „tsoureki“. Es bringt eine würzige, warme Note hinein. Ich liebe beide Aromen.

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      • Das hört sich nach „must-have“ an! Vielleicht ist das genau das gewisse „Etwas“, das immer fehlt, wenn ich griechisches Gebäck herstelle …
        Danke, ich werde mich auf die Suche machen!

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  3. Aber sicher gilt das! Keine Frage!
    Der Kuchen klingt sehr interessant, aber ich hab da wieder mal keine Abnehmer dafür und nur für mich backe ich nicht gern einen ganzen Kuchen grummel.

    Dir wünsche ich ein wunderbares, gesundes Jahr 2014!
    lg Sina

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  4. So schlimm sieht er doch gar nicht aus! Und dass du die Münze gefunden hast, bedeutet ganz sicher großes Glück. Ich wünsche dir jedenfalls ein wunderbare neues Jahr!
    Liebe Grüße,
    Eva

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  5. Happy New Year. I have never seen this type of Greek holiday cake. It looks and sounds wonderful. Best wishes – Shanna

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  6. solange der Kuchen schmeckt ist er auch gelungen.

    bestimmt heißt das nur, dass es ein besonders farbenfrohes 2014 wird 😉

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  7. Ist doch eine schöne Geschichte gleich zum Neujahrsbeginn… trotz verkohltem Kuchen! Auch dir auf diesem Weg einen gelungenen Start ins 2014! Ich freue mich auf viele weitere leckere Inspirationen von dir…

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  8. Puderzucker ist auch mein Allheilmittel für zu dunkel Geratenes ;-). Dein Neujahrskuchen sieht aber auch knusprig sehr lecker aus – und wonach schmeckt denn Mahlep? Ich freue mich ja immer über neue Gewürze (mein übervolles Küchen-Regal freut sich hingegen weniger über meinen Entdeckerdrang…). Auch Dir ein schönes neues Jahr!

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  9. Pingback: Koulourakia – (Oster)kekse | Zitronen und Olivenöl

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