Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Saftige Vasilopita mit Orangen und Mandeln

Griechischer Neujahrskuchen - Vasilopita mit Mandeln

Wer die Münze im Neujahrskuchen findet hat im neuen Jahr Glück. Traditionell wird dafür kurz nach Mitternacht die Vasilopita angeschnitten: ein Stück für den Heiligen Vasileios, dann für Jesus, Maria, das Haus und die darin wohnenden Familienmitgliedern. Mein Vater hat die Pita dann gedreht und jeder hat das Stück bekommen, dass vor ihm zum Stehen gekommen ist. Als ich noch klein war, passierten gleich zwei Wunder: Aus einer Münze wurden zwei die sich auf wundersame Weise in meinem und im Stück meines Bruders befanden. Irgendwann hörte das allerdings auf.

Woher der Brauch stammt und was es mit der Vasilopita noch so auf sich hat könnt ihr auf einer neuen Website zur griechischen Küche nachlesen. Dort erscheinen ab sofort Beiträge von mir. FETAKOCH ist ein neues Herzensprojekt von mir mit Video-Rezepten, Hintergrundinfos, Reportagen und Produkt-Empfehlungen. Es freut mich, wenn ihr reinschaut und mir eure Eindrücke schreibt.

Hier geht es zu meinem Vasilopita-Beitrag auf FETAKOCH.
Und hier könnt ihr euch einen Eindruck von FETAKOCH machen.

Und hier mein diesjähriges Vasilopita-Rezept:

Für eine Springform

  • 250 g weiche Butter
  • 180 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker (am besten selbst gemacht)
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier
  • 1 TL Mahlep-Körner
  • 3 grüne Kardamom-Kapseln
  • Saft und Schale von 2 Bio-Orangen (125 ml)
  • 300 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 120 g gemahlene Mandeln
  • eine Münze
  • Fett und Backpapier für die Form
  • Puderzucker

1.
Wer wie ich ganz Mandeln mit Schale im Haus hat, muss sie zunächst von der Schale befreien. Dazu werden die Mandeln mit kochendem Wasser übergossen und ein paar Minuten stehen gelassen. Danach lässt sich die Haut sehr leicht lösen. Die Mandeln im Mixer fein mahlen.

2. 
Den Backofen auf 180 ° vorheizen und eine Springform fetten und den Boden mit Backpapier auslegen.

3.
Die Kardamomkapseln aufbrechen und die Samen zusammen mit dem Mahlep-Körner im Mörser fein mahlen. Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig schlagen und nach und nach die Einer unterrühren. Salz, Mahlep, Kardamom, Orangenschale und Orangensaft ebenfalls unterrühren.

4.
Mehl, Mandeln und Backpulver mischen und kurz unter die Ei-Masse rühren. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und im heißen Ofen 35.40 Minuten backen. Den Kuchen komplett auskühlen lassen.

5. 
Den Kuchen wenden und mit einem Messer einen kleinen Schnitt ansetzen. Dort die Münze verstecken
Mit Puderzucker bestäuben und mit einer Vorlage die Jahreszahl anbringen.

 


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Kourabiedes – Zartes Gebäck unter Puderzuckerschichten

Kourabiedes - griechisches Weihnachtsgebäck mit Mandeln und Puderzucker

Kourabiedes sind das griechische Weihnachtsgebäck schlechthin. Ab Dezember gibt es sie überall in den griechischen Konditoreien: schneeweiß und zu Pyramiden aufgetürmt. Das mürbe Gebäck ist mit einer dicken Puderzucker-Schicht überzogen. Das macht es fast unmöglich einen Kourabie zu essen, ohne dass man sich mit Puderzucker bestäubt. Ich klopfe das meiste vom Puderzucker ab, aber trotzdem…  Ein anderes traditionelles Weihnachtsgebäck sind die in Sirup getränkten Melomakarona. Hier staubt nichts, aber die Finger sind nach dem Essen leicht klebrig.

Für Kourabiedes braucht man nur ein wenige Zutaten: Butter, Mehl, Mandeln und Puderzucker. Die Mandeln sind in der Regel ungeschält und werden im Backofen geröstet und dann grob zerkleinert unter dem Teig gemischt. Ich mag es, wenn im Teig grobe Mandelstücke sind. Das macht für mich einen Kourabie aus.

Ziegenbutter aus Griechenland

Ganz traditionell werden Kourabiedes aus Schafs- oder Ziegenbutter oder einer Mischung daraus hergestellt. Diese ist hier wirklich schwer zu bekommen. Letztes Jahr war ich in München erfolglos und habe mir eine Packung „egioprovio boutiro“ wie diese Butter in Griechenland genannt wird, mitgenommen. Die Butter ist hell, und wird bei Zimmertemperatur schnell weich. Man bekommt sie in Gläsern. Ich vermute, dass es geklärte Butter ist. Der Geruch erinnert an Ziege, Schaf, ihr wisst schon. Nach dem Backen ist der dominante Geschmack nach Ziege verflogen und die Kourabiedes werden wirklich köstlich. Diesen ganzen Aufwand (Flug nach Griechenland, Transport, Kühlung, etc) kann man sich auch sparen und eine wirklich gute Butter aus Kuhmilch kaufen. Es gibt auch Rezepte, in denen Margarine verwendet wird. Aber da sträuben sich bei mir ehrlichgesagt alle Nackenhaare. Für Kourabiedes braucht man erstklassige Butter, Punkt! Diese Butter muss man so lange mit Puderzucker schlagen, bis eine wirklich cremige Konsistenz entstanden ist. Bei der Ziegenbutter erinnert das Ergebnis an geschlagene Sahne. Dann erst darf man das Mehl unterrühren. Und nur so werden Kourabiedes so schön mürbe und zart.

Traditionell werden Kourabiedes zu Halbmonden, ovalen kleinen Stangen oder runden Plätzchen geformt.

Zutaten für ca. 25 Stück 

  • 200 g ganze ungeschälte Mandeln
  • 250 g kalte Butter
  • 80 g Puderzucker
  • 500 g Mehl
  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zum Dekorieren

  • 1-2 EL Blütenwasser (gibt es beim Griechen, Türken, Araber)
  • 150 g Puderzucker

1.
Die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 2oo ° im Ofen etwa 8 Minuten rösten. Abkühlen lassen. Der Ofen kann weiter vorheizen.

2. 
Die kalte Butter mit dem Puderzucker in eine Schüssel geben mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis eine helle, fast weiße Creme entstanden ist. Glücklich, wer die Arbeit einer Küchenmaschine überlassen kann. Mit dem Handrührgerät dauert das gut 15 Minuten. Nicht schlapp machen. Das Ergebnis sind sehr zarte Kourabiedes. Je länger geschlagen wird, desto besser.

Geschlagene Ziegenbutter

3.
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit der Orangenschale, dem Backpulver und dem Salz mischen. Unter die Butter ziehen. Die abgekühlten Mandeln ebenfalls dazugeben und alles kurz zu einem Mürbteig verkneten.

4. 
Aus dem Teig kleine Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit einigem Abstand voneinander legen. Mit dem Finger eine kleine Vertiefung in die Mitte drücken. Im heißen Ofen etwa 20 – 25 Minuten backen. Wenn die Kourabiedes Risse bekommen, dann ist das kein Drama, ganz im Gegenteil. Die Kourabiedes aus dem Ofen nehmen und ein ca, 10 Minuten ruhen lassen. Da die Butter noch weich ist, sind sie noch sehr brüchig.

5. 
Die etwas abgekühlten Kourabiedes mit Blütenwasser bestreichen und vorsichtig im Puderzucker wälzen. Auf einer Platte arrangieren und jede Lage großzügig mit Puderzucker bestäuben.


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Feine Fetacreme

Fetacreme Krema Fetas

Schafskäse kommt bei uns Griechen zu fast jeder Mahlzeit auf den Tisch. Meist wird dazu einfach ein großes Stück Feta mitten auf den Tisch gestellt, gerne mit Olivenöl und Oregano garniert. Und auch bei mir ist immer Feta im Kühlschrank zu finden. Aus Feta werden außerdem verschiedene Pasten und Cremes hergestellt. Sehr bekannt ist die Tirokafteri (hier muss ich wirklich mal bald mein Rezept veröffentlichen). Das ist eine Fetacreme, die mit einer gerösteten und scharfen Paprika püriert wird. Etwas milder schmeckt eine Fetacreme aus Joghurt und Feta mit etwas Olivenöl.

Diese Fetacreme hier wird mit Milch zubereitet und schmeckt sehr fein. Sie hat eine locker cremige Konsistenz und kann mit Kräutern und Gewürzen immer wieder variiert werden. Sie passt gut zu getoastetem Brot, zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, zu Keftedes, BriamZitronenkartoffeln oder Revithada.  Besonders gerne mache ich sie zu selbst gemachten Pitabroten aus der Pfanne, Tiganopsoma. Reste dienen dann als Brotaufstrich zum Frühstück.

Zutaten 

  • 200 ml (fettarme) Milch
  • 440 g griechischer Feta (aus Schaf- und/oder Ziegenmilch)
  • Kräuter wie Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • wer möchte: geräuchertes Paprikapulver

1.
Den Feta zerbröckeln und in eine Schüssel geben. Die Milch erhitzen. Sobald die Milch anfängt zu kochen vom Herd nehmen und über den Feta geben. Je nach Geschmack mit etwas Paprikapulver würzen. Mit einem Stabmixer (oder im Mixer) fein pürieren. Salz verwende ich bei diesem Rezept nicht, denn meist ist mir persönlich der Feta bereits salzig genug.

2. 
Die Fetacreme mindestens zwei bis drei Stunden kühl stellen. Mit Kräutern, z.B. getrocknetem Oregano und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen. Ein Schuss Olivenöl schadet auch nicht. Die Creme hält sich ca. drei Tage im Kühlschrank.


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Tsoureki darf am griechischen Osterfest nicht fehlen

Griechisches Tsoureki

Ein griechisches Osterfest ohne Tsoureki – das ist undenkbar! Fast alle freuen sich nach der Auferstehungsmesse auf die traditionelle Ostersuppe, Majiritsa. Ich nicht. Ich freue mich auf den griechischen Osterzopf mit seinem unverwechselbaren Geschmack. Zwei Gewürze geben dem Tsoureki diesen Geschmack, also eigentlich drei. Mahlep und Kardamom sind ein für mich ein Muss im Tsoureki: machlepi und kakoulepi. Mahlep sind die Samen der Felsenkirsche. Sie werden fein gemahlen, ich mache das immer selbst mit meinem Mörser. Ebenfalls in den Mörser kommen die Samen von grünem Kardamom. Meine Mutter nimmt weißen Kardamom, den sie auskocht. Sie verwendet nur den Sud. Das dritte Gewürz, das sich in vielen Tsoureki-Rezepten findet, ist Mastix. Mastix ist das berühmte Baumharz von der Insel Chios.

Mahlep und Kardamom für griechisches Tsoureki

Diese Gewürze machen aus einem einfachen Hefezopf ein aromatisches Tsoureki. In griechischen Backbüchern und Rezepten gibt es unzählige sich widersprechende Tipps, wie ein Tsoureki sicher gelingt. Es muss weich sein, beim Auseinanderbrechen soll es wie Kaugummi aussehen, aber keinesfalls eine kaugummiartige Konsistenz beim Essen haben. Gehören viele Eier in den Teig oder eher wenige. Wie lange wird geknetet. Da kann einem echt schwindelig werden. Meine allerersten Tsoureki-Versuche vor Jahren ergaben kleine, nicht aufgegangene Dinge hervor, die man sehr gut als Wurfgeschosse hätte verwenden können. Ich habe das dann erstmal sein lassen. Mittlerweile ist das nicht mehr so.

Ich verwende immer frische Hefe und knete den Teig nur kurz zusammen. Dabei versuche ich so wenig Mehl wie möglich und so viel wie nötig zu verwenden. Und das ist eben jedes Mal anders. Ich mache das immer mit der Hand, sobald sich der Teig vom Schüsselrand löst und ich ihn irgendwie (also nicht als Kugel) an einem Stück von der Schüssel heben kann, ist er fertig. Auch zum Formen nehme ich nur ganz wenig Mehl. Lieber verzichte ich auf ein perfektes Erscheinungsbild, als das mir die Tsourekia zu fest werden. So bleiben sie meist eine Woche lang locker und luftig, wenn sie gut verpackt sind. Wer übrigens ein richtig süßes Tsoureki möchte, der sollte 100 g mehr Zucker verwenden.

Zutaten für zwei Zöpfe

  • 100 g Butter
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 42 g frische Hefe
  • 160 g Zucker
  • 100 ml Milch
  • 1 Bio-Orange, die Schale
  • 20 Mahlei-Körnchen, 1 knapper TL
  • 6 grüne Kardamomkapseln
  • 3 große Eier
  • 700 – 750 g Weizenmehl (Typ 550)
  • 1 Ei mit etwas Milch zum Bestreichen
  • Sesam oder Mandelblättchen zum Bestreuen

1.
Die Butter zerlassen. Die Hefe in 100 ml lauwarmem Wasser auflösen. Die Kardamomkapseln aufbrechen und die Samen zusammen mit dem Mahlep im Mörser fein zermahlen. Die Schale der Bio-Orange reiben.

Im Mörser: Mahlep und Kardamom

2.
Den Zucker zur Hefe geben, Butter, Milch, Orangenschale und Gewürze hinzufügen und verrühren. Die Eier leicht verquirlen und mit dem anderen Zutaten gut vermischen. Das Mehl zu den flüssigen Zutaten geben durchkneten bis ein sehr weicher, elastischer Teig entstanden ist, der sich gut vom Schlüsselrand löst. Der Teig klebt noch an den Händen. Dabei nicht die komplette Mehlmenge auf ein Mal hinzugeben sondern nur so viel wie nötig ist, damit der Teig eine weiche Konsistenz hat. Das kann etwas mehr oder etwas weniger sein als 700 g sein.

Teig für Tsoureki

3.
Den Teig in eine Schüssel geben, mit Frischhaltefolie bedecken und ca. 1 bis 2 Stunden gehen lassen, auf jeden Fall so lange bis er sich verdoppelt hat.

Aufgegangen Tsoureki Teig

4. 
Den Teig aus der Schüssel nehmen. Die Arbeitsfläche mit wenig Mehl bestreuen. Wirklich nur so viel Mehl wie nötig nehmen, damit man mit dem Teig arbeiten kann. Den Teig leicht durchkneten und in 6 gleich große Kugeln, diese mit etwas Mehl zu gleich langen Stränge formen.

Geflochten und bereit zum erneuten Gehen

Zöpfe formen und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech nochmal gehen lassen, bis die Tsourekia auf das doppelte Volumen aufgegangen ist. Das kann eine Stunde dauern. Die Menge ergibt einen ziemlich großen Zopf oder zwei kleinere. Den Ofen auf 180 ° vorheizen.

5.
Das Ei mit 2 EL Milch verquirlen und die Oberfläche der Zöpfe bestreichen. Mit Sesam oder Mandelblättchen bestreuen.

Aufgegangen Tsourekia

Im Ofen auf der mittleren Schiene ca. 35 Minuten goldbraun backen.

Frisch aus dem Ofen: Tsoureikia

Tsoureki griechischer Hefezopf

Und diese dürfen ebenfalls nicht fehlen: Ostereier

Rote Ostereier

Dieses Jahr fällt das griechische Osterfest auf den 1. Mai. Allen die feiern wünsche ich Kal0 Pascha!
Meine Eier habe ich zum Glück dank meiner netten Nachbarin doch noch färben können. Wir tauschten meine angeschlagenen(kleines Missgeschick beim Aufschließen der Tür) mit ihren unversehrten Eiern. Bei mir gibt es ausschließlich tiefrote Eier, die hoffentlich makellos aus dem Farbbad kommen. Solange mein Vater lebte, hat er unsere Ostereier gefärbt. Diesen Job hat er nur ausnahmsweise mir oder meiner Mutter überlassen. Als ich ihm stolz meine ersten roten Ostereier präsentierte, begutachtete er die Eier kritisch, wies wortlos auf ungleichmäßige Stellen und meinte dann „für den Anfang …“. Im Jahr drauf durfte ich dann assistieren 🙂
Καλο Πασχα και Χρονια Πολλα.


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Krasokouloura – Koulourakia mit Rotwein

Krasokouloura - griechische Wein-Koulourakia

 

Wenn ich in Griechenland bin dann gibt es fast nie griechischen Kaffee ohne Koulourakia für mich. Selbst bei 40 Grad im Schatten suche ich im Schrank meiner Mutter nach meinen Lieblingssorten. Nur Willensstärke (wozu?) und leere Küchenschränke zwingen mich meinen Kaffee „trocken“ zu trinken. Letzteres wird mir jedoch bei meiner Mutter niemals passieren. Sie hat meist mehrere Sorten von ihren Lieblingskonditoreien vorrätig, für Gäste natürlich. Und da meine Mutter alle Fastentage der griechisch-orthodoxen Kirche sehr streng einhält, hat sie auch immer eine Auswahl an „nistisima Koulourakia“ im Haus.

Diese Krasokouloura sind für die Fastenzeit geeignet, denn sie werden ohne Butter und ohne Eier gebacken. Dafür kommt Rotwein in den Teig, der für viel Aroma und eine dunkle Farbe sorgt. Schnell gebacken sind sie auch, deshalb mache ich sie relativ häufig. In diesem Rezept verwende ich nicht so viel Zucker, daher ist dieses Gebäck nicht besonders süß. Wer sie süßer haben möchte, der muss etwas mehr Zucker nehmen. Wer auf Alkohol verzichten möchte, der nimmt frisch gepressten Orangensaft.

 

Für ca. 24 Stück

  • 80 ml Olivenöl
  • 130 ml Rotwein (Weißwein geht auch)
  • 100 g Zucker
  • 2 TL Vanillezucker (selbstgemacht oder Bourbon-Vanillezucker)
  • 1 TL Zimt
  • 1 großzügige Prise frisch gemahlener Muskat
  • Schale von einer halben Bio-Orange
  • 1 Prise Salz
  • 350 g – 400 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g ungeschälter Sesam (geschälter geht auch)

1.
Das Olivenöl mit der Zucker, dem Vanillezucker und dem Wein gut verrühren. Zimt, Muskat, geriebene Orangenschale und Salz hinzufügen. Etwa zwei Drittel des Mehls mit dem Backpulver mischen und portionsweise zu den flüssigen Zutaten geben. Nur so viel Mehl hinzufügen bis ein glatter, sehr weicher und formbarer Teig entstanden ist. Er darf noch ganz leicht an den Händen kleben. Aus diesem Grund gebe ich das Backpulver nicht zur kompletten Mehlmenge. Kurz ruhen lassen.

2.
Den Backofen auf 200 ° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Sesam in eine flache Schüssel oder einen Teller geben. Die Arbeitsfläche leicht mit Öl bepinseln, so lässt sich der Teig besser formen und der Sesam haftet besser am Gebäck.

3.
Nun geht es ans Formen der Koulourakia. Dazu eine kleine Portion, so groß wie eine Walnuss, vom Teig nehmen und kleine Stangen formen. Im Sesam wälzen.

4.
Mit etwas Abstand auf das Backblech legen und ca. 25 – 30 Minuten backen. Passt perfekt zum Kaffee oder Cappuccino, vor allem zum Tunken in griechischen Kaffee.

Noch mehr Koulourakia-Rezepte:

Frohe Ostern wünsche ich euch!


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Revithada – Zitroniger Kichererbseneintopf

Revithada mit Zitrone Orange und frischem Oregano

Kichererbsen habe ich erst sehr spät in der griechischen Küche kennengelernt. Lange Zeit hatte ich sie nur mit der indischen oder arabischen Küche in Verbindung gebracht. Als Kind kann ich mich nicht daran erinnern, jemals eine Kichererbsensuppe bekommen zu haben. Kichererbsen kannte ich nur als „Stragalia“, die meine Eltern oft aus Griechenland als Knabberzeug mitgebracht haben.

Dabei sind Kichererbsen – wie eigentlich alle Hülsenfrüchte – in Griechenland sehr beliebt und alltäglich. Besonders auf den kargen Inseln der Ägäis findet man viele Gerichte mit Kichererbsen, z.B.: Salate, Bratlinge wie Revithokeftedes und eben diese Revithada. Hier wurden schon immer genügsame Hülsenfrüchte angebaut, die den klimatischen Bedingungen trotzen und bis heute sehr regelmäßig auf den Tisch kommen.

Diese vegane Suppe, na ja eigentlich eher Eintopf, passt auch gut in die Fastenzeit. Für die ganz schlichte Version wie diese hier braucht es nur sehr gutes Olivenöl, Zitrone und Kräuter. Und ein bisschen Zeit, denn am besten schmeckt Revithada mit Kichererbsen, die über Nacht eingeweicht wurden und mit genügend Zeit im Ofen gebacken wurden. Traditionell kommen dafür Tontöpfe zum Einsatz, die in den heißen Stein- oder Holzöfen kommen.

Eine kleine Extravaganz ist in dieser Version die Orangenschale, die diesem einfachen Gericht ein tolles Aroma gibt. Wer gerne Dill mag, kann ihn hier übrigens auch sehr verschwenderisch verwenden.

Zutaten für 2-3 Portionen

Zum Einweichen der Kichererbsen:

  • 250 g trockene Kichererbsen
  • 2 TL grobes Meersalz
  • 1 TL Natron

Zum Kochen

  • 1 große rote Zwiebel
    Zugegeben, die Farbe verschwindet beim Backen, sie schmecken jedoch gut. Nehmt, was ihr habt
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1-2 Zweige Rosmarin
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Bio-Orange
  • 50 ml Olivenöl
  • grobes Meersalz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2-3 Frühlingszwiebeln
  • frischer Oregano zum Servieren und noch mehr Zitronensaft

1.
Die Kichererbsen am besten über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Ins Wasser kommt etwas Salz und Natron und darin sollten die Hülsenfrüchte mindestens 6 bis 8 Stunden bleiben. Das verkürzt später die Garzeit. Danach die Kichererbsen in ein Sieb geben und gründlich unter fließendem Wasser abspülen.

Eingeweichte Kichererbsen

2.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen. Die Kichererbsen in eine Auflaufform geben. Wenn die Auflaufform einen Deckel hat ist das prima ansonsten könnt ihr gleich ein Stück Alufolie zum Bedecken vorbereiten.

3.
Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden, Knoblauch in Scheiben schneiden. Beides zu den Kichererbsen geben. Alle Gewürze, also Rosmarin, Oregano, Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer ebenfalls dazu geben.

4.
Von der Zitrone und der Orange etwa die Hälfte der Schale abschneiden und dazugeben. Den Saft von beiden Früchten auspressen und ebenfalls zu den Kichererbsen gießen. Das Olivenöl dazugeben und das Gericht mit Wasser bedecken. Bei mir waren es ca. 300 ml Wasser.

Griechischer Kichererbseneintopf

5.
Deckel drauf, bzw. die Alufolie und für ca. 1 Stunde im Ofen backen.  Zwischendurch immer mal wieder prüfen. ob noch Flüssigkeit fehlt. Nach etwas einer Stunde sollten die Kichererbsen schon fast gar sein und noch ein kleiner Rest von der Flüssigkeit vorhanden sein.  Die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden und mit den Kichererbsen vermischen. Für weitere 30 – 40 Minuten ohne Deckel backen, bis die Kichererbsen weich sind und die Flüssigkeit fast komplett aufgenommen haben. Es kann natürlich sein, dass die Kichererbsen länger brauchen, bis sie gar sind. Dann solltet ihr immer wieder prüfen, ob genug Flüssigkeit vorhanden ist.

6.
Zum Servieren passen frische Kräuter wie Oregano, den ich am liebsten dazu mag oder auch Petersilie, Dill, etc. Ein Schuss gutes Olivenöl rundet das Ganze ab… und nicht vergessen noch etwas Zitrone auf den Tisch zu stellen, für alle Zitronenliebhaber wie mich.

Und dazu passt auch eine einfache Fetacreme aus Schafskäse und griechischem Joghurt, einfach den Käse zerbröckeln und mit der gleichen Menge Joghurt zu einer Creme rühren.

Hier gibt es noch mehr griechische Rezepte mit Hülsenfrüchten.


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Pasteli – Sesam-Honig-Riegel mit Orangenaroma

Pasteli, griechischer Sesam-Honig-Reigel

Παστέλι

Sesam mag ich sehr, deshalb finde ich das Pasteli klasse: so lässt sich Sesam doch am besten essen. Pasteli besteht aus Sesam mit Honig oder auch anderen Nüssen, wie Pistazien aus Ägina oder auch Erdnüssen. Sesam wurde übrigens in Griechenland bis in die 80 er Jahre noch in nennenswerten Größen angebaut. Mit dem EU-Beitritt und den fehlenden Agrarsubventionen für Sesam ist die Produktion sehr stark zurückgegangen. Sesam wird trotzdem ziemlich häufig verwendet in süßem und herzhaftem Gebäck oder auch in einer Sesampita.

Pasteli besteht aus wenigen Zutaten: Sesam oder Nüsse, Honig und eventuell auch Zucker. Auf den Zucker kann man jedoch verzichten, denn je höher der Zuckeranteil, desto härter wird das Pasteli. Und je stärker der Honig bzw. die Honig-Zucker-Mischung kocht, desto härter wird die Masse später.

Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mich an Pasteli wage – es geht schnell ist kinderleicht und man kann je nach Laune aromatisieren mit Zimt, Zitronenschale oder wie hier mit Orangenschale.

Zutaten für 25 recht große Stücke

  • 500 g ungeschälten Sesam
  • 400 g Honig (Blütenhonig oder auch ein aromatischer Thymianhonig)
  • geriebene Schale von 1 Bio-Orange
  • etwas Sesamöl (oder ein anderes Öl) zum Einfetten und Bestreichen
  • Backpapier

Ein Backpapier auf einem Backblech auslegen und mit etwas Sesamöl bestreichen.

Zunächst den Sesam rösten: Ich mache das in einem Topf ohne Fett bei mittlerer Hitze. Ist die Hitze zu hoch, dann springt der Sesam gerne. Deshalb nehme ich gerne einen beschichteten Topf statt einer Pfanne. Den Sesam so lange unter ständigem Rühren rösten, bis er leicht goldgelb ist und schön duftet. Sofort in eine Schüssel umfüllen, damit er nicht anbrennt. Alternativ kann man den Sesam auch im Backofen bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten rösten.

Den Honig in einen großen Topf füllen, die geriebene Orangenschale hinzufügen und erhitzen. Zum Köcheln bringen und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten köcheln. Dann den Sesam hinzufügen und gut umrühren, damit sich alles schön verbindet. Nach ca. 1 Minute vom Herd nehmen.

Pastelimasse kühlt ab

Die Masse auf das mit Öl bepinselte Backpapier streichen. Da die Masse klebrig ist, hilft es, wenn der Löffel mit Öl bestrichen wird. Wenn es nicht mehr ganz heiß ist, die Hände mit Wasser anfeuchten und das Pasteli glattdrücken und zu einem Rechteck oder Quadrat formen. Die Pastelimasse mit etwas Sesamöl bestreichen und ein zweites Backpapier darüberlegen. Nun mit einem Nudelholz ca. 5 mm ausrollen und die Oberfläche glattstreichen. Ich habe es etwas zu dick ausgerollt. Das obere Backpapier entfernen und etwas auskühlen lassen.

Frisch geschnitten: Pasteli aus Sesam und Honig

Wenn es etwas abgekühlt ist, kann man es scheiden. Aber nicht zu lange damit warten, sonst wird Schneiden knifflig. Dazu das Messer mit Sesamöl einreiben. Einfach in die gewünschte Form schneiden, z.B. Quadrate, Rauten oder Dreiecke.

Honig-Sesam-Riegel aus Griechenland - Pasteli

Und wer keinen hinter sich stehen hat, der schon beim Scheiden anfängt Stücke zu stibitzen, der schafft es die Stücke auch gleich groß zu schneiden.


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Karotten in Sirup – Gluko koutaliou karoto

Sirupkarotten mit und ohne Mandeln, Gluko koutaliou karoto

Γλυκό κουταλιού καρότο

Ich gestehe… vor ein paar Jahren konnte ich diesen traditionellen griechischen „Löffelsirup-Süßigkeiten“ nichts abgewinnen. Zu süß für den Sommer, zu altmodisch, zu langweilig. Und die Zubereitung erschien mir ziemlich aufwändig. Das hat sich jetzt wirklich geändert, wobei ich Gluko koutaliou, was frei übersetzt so viel wie Süßes vom Löffel bedeutet, selten pur esse sondern meist als Topping auf meinem griechischen Joghurt (im Sommer gerne auf gefrorenen) kleckse. Mehr als ein bis zwei  Löffel pro Portion schafft man übrigens nicht, denn diese in Sirup eingekochten Früchte (oder Gemüse wie hier die Karotten in Sirup) sind sehr, sehr süß. Serviert wird das Dessert zum kleinen griechischen Kaffee auf verzierten winzigen Tellerchen zusammen mit einem Glas Wasser – meist als Willkommensgeste. Mittlerweile ist diese Tradition fast in Vergessenheit geraten, ich habe jedoch den Eindruck, dass diese schöne Geste wieder im Kommen ist. Auch dieses Jahr habe ich das serviert bekommen, hier auf Instagram könnt ihr das sehen: Holzapfel und Kürbis. Ich konnte mich nämlich nicht entscheiden.

Süß eingekocht wird fast alles:

  • Früchte wie Kirschen, Trauben, Quitten, Bergamotte, Orange, Kumquat, Zedratzitronen, unreife Feigen, etc.
  • Gemüse: Auberginen, Kürbis, sogar Tomaten und Kartoffeln
  • und: unreife Walnüsse, Kastanien, etc.

Von meinem ersten Versuch, den Quitten, ist leider nichts mehr übrig geblieben, das Glas mit Karotten in Sirup, das mir meine Patentante dieses Jahr geschenkt hat ist leider auch fast leer. Von diesen süßen Karotten war ich so begeistert, dass ich sie unbedingt nachmachen wollte.

Da ich mich nicht entscheiden konnte habe ich zwei Varianten gemacht: Die eine Hälfte pur und die andere mit Mandeln. Als Aroma fand ich Vanille ziemlich passend zu den Karotten. Ich habe keine Glukose verwendet, da ich keine gefunden habe und zum sie nicht selber kochen wollte. Ein paar Löffel Glukose sorgen dafür, dass der Zucker nicht auskristallisiert und außerdem für einen schönen Glanz. Es geht aber auch ohne.

Zutaten

  • 1 kg knackige Karotten geschälte und geputzte Karotte (aus ca. 1,3 kg Karotten)
  • eine Prise Salz
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 1 Bio-Orange
  • 1 Vanilleschote
  • 125 g ganze, geschälte Mandeln

Gefüllt habe ich damit 2 Gläser à 250 ml. und 4 Gläser à 185 ml.

Bevor es losgeht, müsst ihr die Gläser sterilisieren. Ich mache das immer mit kochendem Wasser.

Die Karotten schälen, die Enden abschneiden und fein hobeln. Ich habe das mit dem Sparschäler vom Hand gemacht… meditatives Hobeln sozusagen.

Karottenscheiben für Sirupkarotten, Gluko koutaliou karoto

Die Karottenscheiben in Wasser mit einer Prise Salz etwa 10 Minuten blanchieren. Falls dabei Schaum entsteht, einfach abschöpfen. Die Karotten sollten etwas weicher sein aber noch ziemlichen  Biss haben. Abgießen und gut abtropfen lassen.

Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Von der Orange ein paar Stücke von der Schale hobeln und eine Orangenhälfte auspressen.

Zucker mit Vanille für die Sirupkarotten

In einem großen Topf das Wasser mit dem Zucker (ich nehme hellen Rohrohrzucker) zum Kochen bringen und die Orangenschale, das Vanillemark und die Vanilleschote hinzufügen. Bei relativ hoher Hitze Kochen und den entstehenden Schaum abschöpfen und weggießen. So lange kochen bis ein Sirup entsteht. Er ist fertig, wenn ein kleiner Tropfen auf einem Teller seine Form behält und nicht mehr fließt. Bei mir hat das ca. 30 Minuten gedauert.

Die Karotten hinzufügen und wieder aufkochen lassen. Weitere 15-20 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze kochen lassen, bis der Sirup wieder andickt, den Orangensaft hinzufügen und noch ca. 2 Minuten kochen. Und wieder die Konsistenz des Sirups prüfen.

Die Hälfte der Sirupkarotten in die vorbereiteten Gläser füllen. Die Mandeln zur den restlichen Karotten geben, gut umrühren und ebenfalls in die verbliebenen Gläschen füllen.

Schmeckt in winzigen Portionen pur (1 Löffel) zum Kaffee – oder über griechischem Joghurt und zu Eis. Ich mag das Gluko koutaliou immer gut gekühlt.

Sirupkarotten mit und ohne Mandeln


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Moustokouloura – Kringel mit Sirup aus Traubenmost

Moustokouloura - Griechische Mostkringel mit Petimezi

Μουστοκούλουρα

In diesem Jahr ist mir der Abschied vom Sommer besonders schwer gefallen. Keine Ahnung warum und morgen ist schon November!  Und das muss ich mir jetzt mit Moustokouloura versüßen. Ein sehr passendes Rezept für den Herbst. Most heißt auf griechisch Moustos und das ist auch die Hauptzutat für Moustokouloura. In Griechenland sind zwei Varianten beliebt: Moustokouloura mit Traubenmost oder mit Traubenmostsirup: Petimezi. Ich habe mich für Petimezi entschieden.

Petimezi ist ein dunkler Sirup, der durch Einkochen von Traubensaft gewonnen wird, dabei wird kein Zucker zugesetzt. Er wird schon seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet. Neben der Süße bringt der Sirup auch ein feines fast karamellartiges Aroma mit und eine ganz leichte Säure. In Griechenland wird er für die Moustokouloura verwendet oder für eine Art Pudding (Moustalevria). Ich gieße etwas Petimezi gerne pur über griechischen Joghurt oder verwende ihn in Saucen und Salatdressings – statt Honig.
Falls ihr kein Pezimezi beim Griechen bekommt dann schaut in türkischen oder arabischen Lebensmittelhändlern, dort heißt es Pekmez. Übrigens gibt es auch Petimezi aus Feigen oder Granatapfelkernen.

So sieht Petimezi aus

Petimezi - Grischischer Traubenmostsirup

 

Für ca. 45 Moustokouloura

  • 200 g Petimezi
  • 200 ml Olivenöl
  • 2 große Bio-Orangen (sie sollten 250 ml Saft ergeben)
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1,5 TL Natron
  • 1,5 TL Zimt
  • ca. 700 – 800 g Mehl (kann auch etwas weniger sein)

Eine Orange heiß waschen und die Hälfte der Schale abreiben. Beide Orangen auspressen, es sollten ca. 250 ml Orangensaft dabei herauskommen. Vom Orangensaft ein paar Esslöffel beiseitestellen.

Den restlichen Orangensaft, Orangenschale, Petizezi, Olivenöl, Zucker, Vanillezucker und Zimt in einer großen Schüssel gut vermischen. Den zurückbehaltenen Orangensaft in ein großes Glas umfüllen und das Natron darin auflösen. Am besten direkt über der Schüssel denn – Achtung – es schäumt sehr stark! Direkt zur Petimezi-Mischung geben und umrühren.

Nun nach und nach das Mehl hinzufügen und umrühren, ich mache das mit den Händen. Da Ergebnis soll ein noch etwas klebriger, weicher aber gut formbarer Teig sein. Deshalb erst nur die Hälfte das Mehles hineinschütten und dann nach und nach den Rest hinzufügen. Ich habe mit 700 g Mehl gerechnet, habe aber 800 g gebraucht. (Das ist das berühmte griechische „oso parei“ = „so viel der Teig nimmt“. Früher hat mich diese unpräzise Mengenangabe wahnsinnig gemacht, jetzt verstehe ich langsam den Sinn).

Den Teig ca. 15 Minuten ruhen lassen, ihr müsst ihn aber nicht kühl stellen und in der Zwischenzeit den Ofen auf 170 ° vorheizen. Ein oder gleich zwei Backbleche mit Backpapier auslegen

Nun geht es ans Formen des Teigs (ich habe leider kein Bild vom rohen Teig gemacht)

Traditoonelle Formen für Moustokouloura

Traditionell sind Moustokouloura rund. Koulouri beschreibt nämlich eine runde Form. So mag ich sie am liebsten. Ich habe außerdemnochkleine Schnecken geformt. Die Kringel können übrigens auch etwas größer sein. Ich mag sie jedoch klein am liebsten – gerade so klein, dass sie zum Reintunken in meine griechische Mokkatasse passen.

Ich nehme eine ca. aprikosengroße Menge und forme erst einen Strang, den ich dann zu einem Ring zusammenlege oder von innen zu einer kleinen Schnecke aufrolle.

Die Moustokouloura werden in der mittleren Schiene im Ofen ca. 17 -18 Minuten gebacken. Obwohl das Pezimezi ziemlich süß ist, sind es diese kleinen Kringel nicht, das finde ich persönlich ganz angenehm, ansonsten müsst ihr die Zuckermenge etwas erhöhen.

Perfekt zu einem kleinen griechischen Kaffee und zum Herbst.

Moustokouloura mit Petimezi - Perfekt zu griechischem Kaffee

Noch mehr Koulourakia:

Ein kleiner Nachtrag

Nachdem ich so nett von Christina von LeBonVivant eingeladen wurde, steuere ich gerne dieses Herbstrezept zum Blogevent Quintessenz des Herbstes auf 1 x Umrühren bitte aka Kochtopf bei. Christina schreibt „Der Herbst ist der Frühling des Winters“ , da musste ich beim Lesen glatt schmunzeln. 


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Koulourakia – (Oster)kekse

 

Koulourakia - Griechische Osterkekse

κουλουράκια

Diese Kekse  schmecken nicht nur an Ostern. Wenn ich in Griechenland bin, sind Koulourakia mein Frühstück. Meine Mutter macht sie nie selbst, sondern kauft sie kiloweise bei einer kleinen Konditorei in der Nachbarschaft. Meine ersten eigenen Backversuche gingen schief. Koulourakia sind eher trocken, meine waren immer staubtrocken. Das ist kein Wunder, wenn ich mir die Rezepte anschaue, an denen ich mich damals abgearbeitet hatte. Beim Mehl blieb das Rezept sehr vage: „so viel wie der Teig braucht, um weich und elastisch zu werden“. Tja, unter weich und elastisch versteht jeder etwas anderes. Der Groschen fiel, als mir jemand die Konsistenz des Teiges zeigte. Seitdem schütte ich nicht mehr das komplette Mehl in den Teig, sondern mische es nach und nach unter und stoppe, sobald ich merke das der Teig nicht mehr an den Händen klebt..

Mittlerweile bin ich mit meinen Backergebnissen ganz zufrieden. Typisch für Koulourakia ist Orangensaft, am besten frisch gepresst. Ich habe mich heute für ein Rezept mit Butter entschieden. Lecker sind Koulourakia auch mit Olivenöl statt Butter. Das Mahlep könnt ihr auch weglassen, ich verbinde den Geschmack mit dem griechischen Osterfest und mag ihn sehr gerne. Heute war ich ziemlich experimentierfreudig und habe noch Tahini zum Teig gegeben. Vielleicht wurde er dadurch noch saftiger.

Koulourakia gibt es in unterschiedlichen Formen. Ich bevorzuge eine gedrehte Form, die ihr hier seht. Gerne wird auch ein S geformt oder ganz einfach kleine Ringe.

Koulourakia formen - kinderleicht

 

Zutaten 

  • 550 g Mehl
  • ein halber TL Natron
  • ein halber TL Backpulver
  • ein halber TL gemahlenen Mahlep (kann auch weggelassen werden)
  • Salz
  • 80 g Zucker
  • 2 EL selbst gemachten Vanillezucker (oder 100 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker)
  • 150 g weiche Butter
  • 1 große Bio-Orange (davon die Schale und 60 ml Saft)
  • 30 ml Milch
  • 1 Ei
  • 1 EL Tahini (kann auch weggelassen werden
  • 1 Ei
  • Sesam

Einen Teil des Mehls mit dem Natron, dem Backpulver, dem Mahlep und dem Salz mischen. Die Schale der Orange abreiben und die Orange auspressen. Benötigt werden 60 ml Saft, so viel sollte aus einer großen Orange auszupressen sein. Ich kaufe zur Sicherheit meist zwei Orangen.

Den Zucker, den Vanillezucker und die weiche Butter ziemlich lange mit dem Handmixer rühren. So lange bis die Masse richtig weich und fluffig ist. Den Orangensaft, die Milch und das Ei hinzufügen und gut umrühren. Das Tahini ebenfalls untermixen.

Nun kommt die Mehlmischung portionsweise zur Buttermischung. Der Teig, der entstehen soll, soll ziemlich weich und elastisch sein und nicht an den Händen kleben. Er soll sich gut formen lassen. Deshalb kann es sein, dass nicht das komplette Mehl in den Teig muss. Also lieber das Mehl nach und nach unterkneten. Bei mir waren 550 g nötig.

Wenn der Teig fertig ist, kann der Ofen vorgeheizt werden auf 200 °. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Ein Ei mit etwas Wasser verquirlen und den Sesam bereitstellen.

Jetzt kommt der spaßige Teil: Die Koulourakia können geformt werden. Bei mir sind es 40 Stück geworden. Die Osterkekse vor dem Backen mit dem verquirlten Ei bepinseln und mit etwas Sesam bestreuen.

Bei 200 ° ca. 15-20 Minuten backen.

 

Koulourakia backen - griechische Osterkekse backen

Passt wunderbar zu Kaffee und Tee.

Koulourakia

Weitere Koulourakia-Rezepte: