Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog

Fava – mentaler Kurztrip nach Santorini

23 Kommentare

Fava Santorini, Favapürre, Plattbohnen, Lathouri

Φάβα σαντορίνης

Also, ich war ja gar nicht auf Santorini. Gefühlt war ich in diesem Jahr gar nicht richtig im Urlaub. Das mag daran liegen, dass ich dieses Jahr in den Norden Europas statt in den Süden gefahren bin. Ich habe mir also Fava gekocht, die es auf Santorini überall gibt. Santorini ist eine meiner allerliebsten griechischen Inseln und dort wäre ich jetzt so gerne.  Dieses Fava kannte ich vor meinem Urlaub dort gar nicht.  Zum ersten Mal habe diese Vorspeise in einer kleinen Strandtaverne nicht weit von „Kokkini Paralia“ den roten Strand gegessen.  Wir waren kurz vor Ende der Saison dort und die meisten Tavernen waren bereits geschlossen oder am Schließen. So haben wir oft nur noch das bekommen, was noch da war. Und das war alles sehr lecker!

Was ist Fava eigentlich? Ist es eine Bohne? Ist es eine Erbse? Ich habe bis jetzt so viel rausgefunden: Auf meiner Favapackung, die ich über einen Online-Shop bestellt habe, steht der deutsche Begriff „Plattbohne“. Google ich den lateinischen Namen „lathyrus sativus“ lande ich bei Platterbse.  Zumindest „platt“ trifft zu. Ich habe die Fava zusammen mit gelben Linsen fotografiert. Seht selbst:

Für Fava benötigt ihr

Fava Plattbohne und gelbe Linsen

Links: Gelbe Linsen; Rechts: Fava

  • 250 g Fava
  • 750 ml Wasser
  • 1 geviertelte Zwiebel
  • Olivenöl
  • Zum Garnieren: Kapern, Olivenöl, Zitronensaft, schwarzer Pfeffer

Das ergibt ziemlich viel Fava. Es empfiehlt sich weniger zu kochen oder Freunde einzuladen…

Die Fava gut waschen und mit kaltem Wasser zum Kochen bringen. Die Hitze zurückschalten und in ca. 40 Minuten gar kochen lassen. Beim Kochen entsteht an der Oberfläche ein ziemlich fester weißer Schaum. Der muss entfernt werden.  Nach dem ersten Entfernen des Schaums, oder nach ca. 10 Minuten, die Zwiebel hinzufügen und salzen. Eventuell noch etwas Wasser hinzufügen.

Wenn die Fava gar ist, zerfällt sie schon fast von selbst. Cremig wird sie, indem man sie fein püriert. Ich habe sie mit Olivenöl püriert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Wahrscheinlich waren es  3 – 4 Esslöffel Olivenöl, ich habe nicht gezählt.

Klassisch wird Fava mit rohen Zwiebeln, etwas Olivenöl und Zitronensaft oder Zitronenschnitze serviert. Da ich rohe Zwiebeln nicht gerne esse, habe ich Kapern genommen, etwas Olivenöl und natürlich Zitronensaft und viel frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer.

Favareste werden im Kühlschrank übrigens fest, deshalb den Brei vor dem Servieren mit heißem Wasser verrühren oder mit etwas heißem Wasser erwärmen.  Das war in den letzten Tagen mein Brotaufstrich, mein Salat, mein Hauptgericht und mein Abendessen. Aus den Resten wollte ich Favokeftedes machen, aber die sind mir ziemlich misslungen. Vielleicht das nächste Mal, aber nicht ganz so bald 😉

Autor: Zitronen und Olivenöl

Greek Foodblogger based in Germany

23 Kommentare zu “Fava – mentaler Kurztrip nach Santorini

  1. Hach, auf den Kykladen wäre ich jetzt auch gerne (auch wenn Santorin nicht meine absolute Lieblingsinsel ist, da sie teilweise ja schon extrem touristisch ist)! Und Fava sind auf jeden Fall eine großartige Möglichkeit sich in Urlaubsstimmung zu bringen. Und Danke für den Gelbe Linsen und Fava Vergleich, jetzt weiß ich wenigstens, dass ich die 1,5 Kilo Fava nicht umsonst mitgebracht habe, ich habe im türkischen Lebensmittelladen schon angefangen zu zweifeln, dass es sich um zwei unterschiedliche Sorten handelt 😉

    Gefällt mir

  2. I love fava! You can also garnish it with some chopped up onions and ground cayenne pepper instead of the black! 🙂

    Gefällt mir

  3. Klingt sehr interessant und schaut lecker aus! Eine gute Freundin hat mir erst kürzlich aus dem Sommerurlaub aus Italien eine ganze Tüte voller Favabohnen mitgebracht. Bisher liegen sie noch ungenutzt in meinem Vorratsschrank, aber nun weiss ich ja, was man damit zaubern kann 😉

    Wie isst du das Püree denn? Einfach so mit dem Löffel? Es würde doch sicherlich auch gut als Dip mit Fladenbrot oder so funktionieren, nicht? So ähnlich wie Hummus halt…

    Gefällt mir

    • Italienische Fava (Italienisch ist meine Muttersprache) sind nicht mit den Samen der griechischen Fava-Speise vergleichbar. Italienische Fava Bohen sind gross (mindestens 1 cm) und die Samen (?getrochnete gelbe Erbsen?) für die griechische Fava-Speise sind klein (nur ein paar millimeter). Die italienische Fava heissen auf griechisch Koukia. Die letztere sind auch sehr gut vor allem wenn sie noch grün und frisch sind.

      Gefällt mir

    • Danke Marco, Fava kenne ich als Mezze. Das heißt es wird in der Taverne alles wild durcheinander bestellt – worauf jeder Lust hat. Das ergibt eine bunte Sammlung an frischem und gegrilltem Gemüse, Fleisch und/oder Fisch, Salaten und diese typischen Pasten wie Tsatsiki, etc., die wir Griechen einfach auch Salat nennen. Will damit sagen, Fava passt zu allem und wird wie ein Dip gegessen. Ich habe eine große Gabel genommen, Brot und Salat. Ach ja, getrocknete Tomaten sind auch lecker dazu.

      Gefällt mir

  4. Ich liebe Fava! Ich liebe es wie in Griechenland mit gutem Olivenöl, Zwiebeln, Zitronensaft (dort sind sie nicht so scharf wie im Mittel-Europa) und Oliven. Wenn ich nicht in Griechenland bin. koche ich mir die Fava mit getrockneten gelben Erbsen.
    Es ist eine leckere und gesunde Mahlzeit!

    Gefällt mir

  5. Mein Beitrag zur „fava“: Da wir diese gekochten und pürierten Bohnen hier in Süditalien relativ häufig essen, habe ich mich schon vor einer ganzen Weile informiert und die Übersetzung „Saubohne“ gefunden.

    Gefällt mir

    • Das ist ja wirklich interessant und klingt ebenfalls verlockend. Ich weiß nämlich nie, was man mit Saubohnen macht. Ich glaube Saubohnen sind das, was wir in Griechenland „Koukia“ nennen. Artandkitchen hat in ihrem Kommentar oben auch die italienische Fava erwähnt. Wie wird die italienische Fava gegessen? Solo oder als Beilage?

      Gefällt mir

  6. Pingback: Lagana – flaches Brot für den Fastenbeginn | Zitronen und Olivenöl

  7. Ich habe gestern mal dein Rezept hier ausprobiert, da mir und meiner Schwester das aus unserem Kochbuch nicht schmeckt. Deines ist definitiv besser angekommen =)
    Ich hätte nur eine kleine Frage über die Zwiebel, die du mitkochst…pürierst du die auch mit den Fava oder entfernst du die vorher?
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Gefällt mir

  8. Jetzt bin ich neugierig geworden, was es mit diesem Hülsenfrucht-Durcheinander auf sich hat. Ist wirklich etwas kompliziert.

    Griechische Favas sind offenbar wirklich (Saat-)Platterbsen. Sie gehören zu einer eigenen Gattung und wurden früher vorwiegend als Viefutter angebaut. Sie sind leicht giftig – also nicht zu oft essen.

    Italienische Fava-Bohnen sind dicke Bohnen, auch Acker- oder Saubohnen genannt. Das waren die einzigen »richtigen« Bohnen, die in Europa bekannt waren, bevor Kolumbus Amerika entdeckte.

    Damit es nicht zu einfach wird: Weiße Riesenbohnen (Gigantes) sind Sorten der Feuerbohne, die aus Amerika stammt. Andere getrocknete Bohnen können auch Sorten der ebenfalls aus Amerika stammenden Gartenbohne sein. Die werden auch unreif als grüne Bohnen gegessen.

    Und schließlich steht in meinem Küchenlexikon noch »Platterbsen; siehe Kichererbsen« – aber das ist sicher falsch.

    Wobei ich mir das Rezept durchaus mit Kichererbsen vorstellen kann. Hummus ist ja recht ähnlich.

    Gefällt mir

    • Sehr spannend, vielen Dank. Aber dem Küchenlexikon muss ich widersprechen. Platterbsen sind keinesfalls geschmacklich mit Kichererbsen zu vergleichen. Wenn Du mal an Fava aus Santorini kommst, dann probiere sie unbedingt. Der einzigartige Vulkanboden sorgt für für das typische Aroma und kann mit Hummus (was ich übrigens besonders gerne esse) nicht verglichen werden. Cremes und Pasten aus Hülsenfrüchten sind ja in vielen Küchen beliebt.

      Gefällt mir

  9. Wir kamen erst letzte Woche aus Santorini zurück und aßen an unserem ersten Tag auch Fava in einer Taverne in der Nähe des roten Strandes: mit Oktopus und Kapern glyko tou koutaliou! Wir sind durchgedreht! Seitdem suche ich händeringend ein Rezept dafür – solltest Du zufällig über eines stoßen… 😉

    Gefällt mir

  10. Vielleicht liege ich falsch – aber in der indischen oder pakistanischen Küche wird viel mit „yellow splitpeas „/ „gelben Spalterbsen“ gekocht. Die kommen zumindest optisch an die auf dem Foto oben abgebildeten Hülsenfrüchte ran. Vom Geschmacklichen kann ich es nicht sagen. Gelbe Spalterbsen sind in entsprechenden indischen oder pakistanischen Lebensmittelläden erhältlich. Vielleicht gibt es die auch beim wohlsortierten Türken nebenan.

    Gefällt 1 Person

Dein Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s