Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Melitzanes Papoutsakia – Gefüllte Auberginen

Melitzanes Papoutsaki - Gefüllte Auberginen aus Griechenland

Papoutsakia bedeutet kleine Schuhe. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Melitzanes papoutsakia, kleine Auberginenschuhe. Wie man auf die Idee gekommen ist, erschließt sich mir nicht… Es handelt sich dabei um gefüllte Auberginen, die Füllung besteht in der Regel aus einer Hackfleischsauce. Als ich in meinem Umfeld erzählte, welche Zutaten ich für das Rezept benötige, kam sofort die Frage: „Ach, Du machst Moussaka?“. Nein, kein Moussaka, aber die Zutaten sind… na ja identisch: Auberginen, Hackfleischsauce, Béchamelsauce. Dennoch kein Vergleich.

Melitzanes Papoutsakia kann man immer machen, es ist allerdings ein klassisches Sommergericht. Verwendet werden Auberginen und reife Tomaten. Kein leichtes Sommergericht allerdings. Wenn man jedoch vom Strand hungrig zurück nach Hause kommt, Fischtavernen außer acht gelassen hat und schon von der Haustüre den Duft nach gebackenen Auberginen riecht, dann sind eine oder auch gleich zwei dieser gefüllten Auberginen perfekt!

Tomaten und Auberginen

Ich empfehle euch für dieses Gericht reife und aromatisch Tomaten zu verwenden. Im Winter tun es natürlich auch Dosentomaten, und auch sonst, wenn die Tomaten nicht sonderlich aromatisch sind. Ein Hauch Zimt verleiht der Hackfleischfüllung einen griechischen Touch. Und wer mag, kann auch noch Käse in die Füllung reiben. Das ist mir persönlich aber zu viel. Statt die Aubergine auszuhöhlen und die Stückchen zur Füllung zu geben, drücke ich die Auberginen lieber etwas ein. So hat man mehr von der Aubergine. Und ich backe die Auberginen lieber im Ofen vor, statt sie in der Pfanne anzubraten. Spart Fett und macht das Gericht etwas bekömmlicher.

Die Zutaten sind mit Augenmaß, denn es kommt auf die Größe der Auberginen an. Hier sind es mittelgroße Auberginen.

Zutaten 

  • 3 Auberginen
  • grobes Meersalz
  • getrockneter Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Für die Hackfleischfüllung

  • 500 g Hackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Fleischtomaten (500 g)
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • getrockneter Oregano
  • eine Prise Zimt
  • eine Prise Zucker
  • frische oder getrocknete griechische Minze (Diosmos)
  • ein halbes Bund Petersilie

Für die Béchamel

  • 4 EL Butter
  • 4 EL Mehl
  • 600 ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 50 g geriebenen Kefalograviera (oder Parmesan)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer+
  • frisch geriebene Muskatnuss

 

1.
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen waschen, abtropfen und der Länge nach aufschneiden. Ob man den Stiel entfernt oder nicht, ist Geschmacksache. Ich lasse ihn gerne dran. Die Auberginen rautenförmig einschneiden. Bitte nicht bis zur Schale, lediglich die Oberfläche.

Auberginen für Papoutsakia - rautenförmig eingeschnitten

Auf das Backblech mit der Schale nach unten legen und mit Salz, Pfeffer und Oregano bestreuen. Die Gewürze dabei auf die Oberfläche einreiben, so dass sie auch in die Einschnitte gelangen.

Auberginen für Papoutsakia

Mit Olivenöl beträufeln und im Ofen etwa 30 – 40 Minuten backen, bis die Auberginen schon ziemlich weich sind. (Sie werden mit der Füllung noch weitere 15-20 Min. gebacken.) Die Oberfläche sollte eine goldbraune Farbe bekommen haben. Etwas abkühlen lassen und mit einem Löffel eine Mulde in die Auberginen drücken.

Mulde in die Auberginen drücken

2.
Während die Auberginen im Ofen sind, wird die Füllung vorbereitet. Dazu Zwiebeln und Knoblauch putzen und fein würfeln. Die Tomaten vom Stielansatz befreien, waschen und im Mixer pürieren.

3.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anbraten. Danach den Knoblauch ebenfalls kurz anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und unter Rühren krümelig braten, bis es braun geworden ist. Nun das Tomatenmark hinzufügen und 1-2 Min. anbraten. Mit Rotwein ablöschen. Sobald der Rotwein verdampft ist, die pürierten Tomaten mit etwa 100 ml Wasser hinzufügen. Alle Gewürze bis auf die Petersilie zum Hackfleisch geben und  etwa 20 Min. köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Petersilie waschen und fein hacken. Wer mag, kann sich noch ein paar Blättchen für die Deko beiseite legen. Die Sauce ist dann fertig, wenn die Flüssigkeit eingekocht ist. Am einfachsten prüft man das, indem man mit dem Kochlöffel über dem Boden fährt. Die Petersilie unterrühren und die Füllung beiseite stellen.

4. 
Für die Béchamel in einem Topf 4 EL Butter zerlassen. Das Mehl hinzufügen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Mehl dabei nicht zu lange anschwitzen, denn die Mehlschwitze darf dabei nicht dunkel werden, wir möchten eine helle Béchamelsauce. Die kalte Milch in etwa 5 Portionen zur Butter-Mehl-Mischung geben und dabei kräftig umrühren bis sich die Milch mit der Mehlschwitze verbunden hat. Aufkochen lassen bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Das Ei trennen (Eiweiß für ein anderes Gericht verwenden) und das Eigelb zügig unterrühren. Den Käse untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken.

5.
Hackfleischmasse in die Mulden geben und darüber Béchamelsauce. Im Ofen bei 180 °C etwa 15-20 Min. backen bis die Béchamelsauce goldbraun ist.


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Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Tirokafteri – scharfe Fetacreme

Tirokafteri - scharfe Fetacreme aus Griechenland

Tirokafteri ist eine pikante bis scharfe Creme aus Feta. In manchen Regionen wird sie auch Chtipiti (geschlagene Creme) oder Tirosalata (Fetasalat) genannt. Tirokafteri finde ich passender, kaftero heißt nämlich scharf. Wer beim Griechen einen kalten Vorspeisenteller bestellt, der wird diesen Dip dort mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit finden, mal weiß, mal grünlich, oder wie hier bei mir gelblich-orange. Die Farbe kommt durch die Paprika oder Chili, die verwendet wurde.

Die Basis – Feta und…
Guter Feta ist die wichtigste Zutat für Tirkokafteri. Es gibt in Griechenland ziemlich viele Fetasorten wie z.B. milden Feta oder Feta mit einem ausgeprägterem Geschmack, außerdem gibt es harten und weichen Feta. Probiert euch mal durch die Sorten, wenn ihr in Griechenland seid. Für die Tirokafteri könnt ihr aber auch den Feta mit weiteren weiße Käsesorten wie Manouri, Anthotiro oder Mizithra mischen. Letztere erinnern etwas an Ricotta. Ein Frischkäse, den man hier leider nicht bekommt ist auch Katiki Domokou. Sehr lecker. Ich verwende gerne eine Mischung aus Feta und griechischen Joghurt, da ich hier schlecht an Anthotiro oder Katiki Domokou komme. Der Joghurt macht den Dip etwas cremiger, genauso wie das Olivenöl.

Die Scharfmacher – scharfe Gemüsepaprika, Peperoni oder Chili
Letztendlich ist es egal, womit man den Feta scharf bekommt. Es gibt unzählige Varianten: frische Peperoni oder Chili, die roh untergemischt werden oder scharfe Gemüsepaprika, die im Ofen oder über Feuer gegrillt wird. Ersteres geht schneller, letzteres gibt noch ein schönes Raucharoma in den Dip. Scharfe Gemüsepaprika findet ihr in griechischen, türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäften.

Ich bevorzuge die Variante, die auch am weitesten verbreitet ist: Ich röste die Paprika im Ofen. Meistens nehme ich grüne für die Schärfe und lege noch eine rote Spitzpaprika dazu. Diese sorgt für eine schöne Farbe und ein dezentes süßliches Aroma. Für meinen Dip habe ich eine rote Spitzpaprika und nur einen Teil einer scharfen grünen Peperoni verwendet. Da solltet ihr nach und nach die scharfe Paprika hinzugeben, bis euch die Creme scharf genug ist. Und nicht vergessen, Tirokafteri wird durch das Durchziehen noch etwas schärfer.

Schneller geht es übrigens indem man alles in den Mixer gibt und stückchenweise die scharfe rohe Paprika oder Chili untermischt, bis man mit dem Schärfegrad zufrieden ist. (Zur Not gehen auch Chiliflocken oder Chilipulver, aber nur wenn es Sonntag ist, man keine Paprika im Haus hat und große Lust auf diesen Dip hat 😉 )

Rote Spitzpaprika und scharfe Peperoni

Die Konsistenz
Ich mag es gerne cremig, deshalb verwende ich immer Joghurt. Olvenöl sorgt ebenfalls für Cremigkeit, hier könnt ihr auch ruhig mehr verwenden. Wer es jedoch stückiger mag und kleine Fetabröckchen noch auf der Zunge spüren möchte, der sollte nicht zulange pürieren oder den Mixer am besten stehen lassen und Paprika wie Feta mit der Gabel zerdrücken, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das dauert etwas länger, sorgt aber für ein rustikaleres Ergebnis.

 

Zutaten

  • 1 scharfe grüne Paprika oder Peperoni (in der Tirokafteri habe ich etwa 2/3 verwendet)
  • 1 milde rote Spitzpaprika
  • etwas Olivenöl für die Paprika
  • 500 g Feta
  • 100 g griechischer Joghurt (optional, macht den Dip cremiger)
  • 2 EL Weinessig
  • 5 EL Olivenöl

 

1.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen. Die Paprika waschen mit Olivenöl beträufeln. Im heißen Ofen insgesamt etwa 20-30 Minuten backen bis die Haut an mehreren Stellen fast schwarz ist. Dabei ein Mal wenden. Nach Sicht backen, denn die Backzeit hängt von der Größe der Paprika ab. Ich musste die rote Paprika ca. 8 Min. länger backen. Die Paprika aus dem Ofen nehmen und mit Folie bedecken oder einfach das Backpapier umschlagen. Ein paar Minuten stehen lassen, dann lässt sich die Haut besser abziehen. Stiel und Kerngehäuse entfernen und die Paprika schälen. Das Fruchtfleisch beiseite stellen.

2.
Den Feta zerbröckeln. In den Mixer geben und etwas vom Joghurt, sowie den Essig und einen Teil des Olivenöls hinzufügen. Die rote Paprika und einen Teil der grünen Paprika zum Feta geben. Wenn ihr die scharfe Paprika portionsweise unterrührt, könnt ihr die Schärfe besser kontrollieren und abschmecken. Alles pürieren und Konsistenz sowie Schärfe prüfen. Cremiger wird Tirokafteri mit noch mehr Joghurt und Olivenöl. Je nach Geschmack den restlichen Joghurt, das Olivenöl und mehr scharfe Paprika unterrühren. Da meine Paprika ziemlich scharf war, habe ich nur zwei Drittel verwendet. Das war für mich perfekt. Außerdem zieht der Dip ja noch und wird schärfer.

3.
Kühl stellen und zum Servieren mit Olivenöl beträufeln und je nach Geschmack mit roter Paprika dekorieren.

Tirokafteri passt zu griechischen Vorspeisen, zu Gemüse, aufs Brot, zum Grillen, mit Keftedakia, zu Tiganopsoma, Gigantes, oder Tigania. Und wenn zuviel Tirokafteri übrig bleibt, dann gebe ich sie mit einem Schuss Nudelwasser über Spaghetti…

Tirokafteri hält sich 3-4 Tage im Kühlschrank.

Tirokafteri mit roter Paprika


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Würzig, zart und ja… auch sommerlich, Fleisch mit Auberginen

Fleisch mit Auberginen aus Griechenland, Kreas me melitzanes

oder Kreas me melitzanes.

Kennt ihr das? Ihr zieht los, um Zutaten für ein bestimmtes Rezept zu kaufen und kommt mit ganz anderen Zutaten wieder zurück. So ging es mir. Feta wollte ich machen, ein simples sommerliches Gericht im Ofen. Nach Hause getragen habe ich Zutaten für ein würziges Fleischgericht mit Auberginen. Kreas me melitzanes ist ein wunderschönes Gericht, bei dem man gar nicht auf die Idee kommt, dass es ein typisches Sommergericht ist. Meist wird es auch Moschari me melitzanes genannt, Kalb mit Auberginen, denn in Griechenland wird besonders gerne zu Kalbfleisch gegriffen. Hätte ich diesmal auch, allerdings gab es bei meinem Lieblingshändler kein schönes Stück mehr und so hab ich Rind gewählt. Rindfleisch kann es  auch besser mit den Gewürzen Zimt und Piment aufnehmen, die diesem Gericht Würze verleihen.

Das Fleisch wird lange bei sanfter Hitze mit frischen Tomaten geschmort und wird dadurch wunderbar zart und mürbe. Dazu passen die Auberginen, die ich im Backofen fast gar gebacken und zum Schluss zum Fleisch gegeben habe. Im authentischen Rezept werden die Auberginen in der Pfanne mit viel Olivenöl gebraten. Das ist extrem lecker, aber auch ganz schön fettig und gehaltvoll. Aber, probiert es selbst aus. Nun könnte man einwenden, dass es doch ganz schön umständlich ist, die Auberginen erst zu braten oder zu backen und dann auch noch zu kochen. Ja, das stimmt und auch wenn ich ansonsten mein Gemüse knackig mag, so haben diese griechischen Schmorgerichte ihren eigenen Reiz. Das Gemüse wird hier langsam und lange gegart, es karamellisiert fast. Das Olivenöl als Geschmacksträger tut sein übrigens und es entstehen Gerichte, mit einer ganz besonderen Textur, voller Aroma und Geschmack und den Düften nach heißen griechischen Sommertagen in noch heißeren Küchen. Für eine Frischekick sorgt ein Klecks Joghurt oder Feta… oder Joghurt und Feta.

Sucht euch für dieses Gericht eher schmale und längliche Auberginen aus. Falls ihr welche mit hellvioletter, gestreifter Haut findet, dann greift zu diesen, sie sind meist milder im Geschmack und müssen nicht unbedingt entbittert werden. (Wobei Bitterstoffe ja sehr gesund sind…). Leider habe ich diese Auberginen nicht bei meinem Lieblingshändler gefunden und habe zu normalen dunkelvioletten gegriffen.

Auberginen

 

Ach ja,… noch etwas. Das Gericht braucht Zeit, ca 2-2,5 Stunden. Aber es macht kaum Arbeit. Greift also unbedingt zu reifen, frischen Tomaten (bei mir waren es italienische Flaschentomaten) für die Sauce, es lohnt sich. Wenn ihr keine aromatischen, reifen Tomaten findet, dann tun es auch die aus der Dose.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g mageres Rindfleisch (oder Kalbfleisch) zum Schmoren
  • 3 längliche Auberginen
  • 3-4 reife Tomaten (ersatzweise 500 ml passierte Tomaten)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 10 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein
  • Salz (normales oder grobes Meersalz)
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 2 gemahlener Prisen Piment (am besten frisch gemahlen, oder 2 Pimentkörner)
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Stängel Thymian

Zum Servieren

  • etwas frische Petersilie
  • griechischer Joghurt
  • Brot

1.
Das Rindfleisch in größere Stücke teilen, nur ganz leicht salzen und pfeffern. Die Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden.

2.
Wasser zum Kochen bringen, am besten im Wasserkocher. Die Tomaten waschen mit einem Messer rundum mehrmals einstechen und in eine Schüssel legen. Mit dem kochenden Wasser übergießen und ein paar Minuten stehen lassen. Danach lässt sich die Haut ganz leicht abziehen. Das Fruchtfleisch pürieren.

3.
Die Hälfte des Olivenöls in einen großen Topf geben und erhitzen. Das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten. Herausnehmen und kurz zur Seite stellen. Die Zwiebeln im Bratfett in ca. 2 Min. glasig braten. Danach den Knoblauch ganz kurz mitraten. Das Tomatenmark in den Topf geben und unter Rühren ebenfalls anbraten. Mit dem Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit bis einkochen lassen. Das Fleisch in den Topf geben sowie die pürierten Tomaten. So viel Wasser hinzufügen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist, bei mir war es ein halbes Glas. Salz, Pfeffer, Zucker, Piment, Zimtstange, Thymian und Lorbeer hinzufügen. Zum Kochen bringen, die Hitze zurückschalten und etwa 1,5 Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch fast gar ist. Von Zeit zu Zeit umrühren und notfalls Wasser zugeben.

4.
Die Auberginen waschen und den Strunk abschneiden. Die Schale in Streifen schälen, so dass noch etwas Schale daran ist. Es sieht ungefähr wie bei einem Zebra aus. Das habe ich leider nicht fotografiert, aber man kann es bei dem unteren Bild etwas erkennen. Die Auberginen halbieren und die Hälften in Drittel schneiden. Es sollten nicht zu kleine Stücke werden. Die Auberginen in ein Sieb geben, kräftig salzen, am besten mit grobem Meersalz und etwa 20 Min. stehen lassen, damit die Bitterstoffe herausgeschwemmt werden.

5.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auberginen unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit dem restlichen Olivenöl mischen, am besten in einer Schüssel, so dass die Auberginen von allen Seiten mit Olivenöl überzogen sind. Auf ein Backblech geben und etwa 15-20 Min. im Ofen backen, bis sie goldbraun sind und fast gar. Sie sollen noch etwas Biss haben.

Gebackene Auberginen

6.
Die Sauce abschmecken und ggf. nachwürzen. Die Auberginen zum Fleisch geben und sanft in die Sauce drücken. Die Tomatensauce sollte aber zu diesem Zeitpunkt schon relativ dick eingekocht sein. Falls sie noch sehr wässrig ist, ohne Deckel kochen, bis sie sämiger geworden ist. Dann erst die Auberginen hinzufügen. Das Gericht weitere 20 Min. schmoren lassen. Die Auberginen sind jetzt weich, das Fleisch ist butterzart und die Sauce ist gerade noch vorhanden und richtig dick eingekocht.

Dazu passt Brot, Feta und griechischer Joghurt. Wer mag, kann das Gericht noch mit frischer Petersilie servieren.


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Ladokouloura – vegane Koulourakia

Ladokouloura - vegane Koulourakia mit Olivenöl und Orangensaft

Ostern steht vor der Tür, Zeit für Koulourakia. Wobei… es ist immer Zeit für Koulourakia. Die klassischen Koulourakia für Ostern habe ich bereits auf dem Blog vorgestellt. Diesmal wollte ich eine vegane Variante backen, die in Griechenland ebenfalls beliebt ist. Sie werden dort „nistisima“ genannt, das bedeutet, man darf sie während der Fastenzeit essen, da sie ohne Eier und Butter gebacken werden.

Der Name Ladokouloura weist schon auf die Hauptzutat hin: In diesem Rezept wird extra natives Olivenöl verwendet. Ladi heißt Öl, gemeint ist fast immer Olivenöl. Wem das geschmacklich zu heftig ist, der kann das Olivenöl durch ein neutrale schmeckendes Pflanzenöl ersetzen oder auch mischen. Es lohnt sich jedoch mit Olivenöl zu backen und dafür auch ein richtig gutes zu verwenden. Die Kekse werden sehr aromatisch. Ich koche und backe nur mit Olivenöl, das mir auch roh sehr gut schmeckt. Es muss fruchtig schmecken, leicht bitter und herb.

Koulourakia sind besonders zu Kaffee und Tee beliebt. Sie werden auch Voutimata genannt, das heißt Gebäck, das man in seinen Kaffee oder Tee tunkt. Und so mache ich das auch gerne. Wenn ich in Griechenland bin sind Koulourakia mein Frühstück. Das Angebot in den Konditoreien ist überwältigend und die Urlaubszeit leider viel zu kurz, um alle zu probieren.

Übrigens statt Kardamom könnt ihr auch mit Zimt, Nelken oder anderen Gewürzen wie Mastix experimentieren. Ich verwende auch mal gerne Mahlep (Samen der Felsenkirsche). Mahlep und Kardamom ohne diese beiden Gewürze gibt es für mich kein griechisches Ostern.

Ich wünsche euch Frohe Ostern!

Zutaten für ca. 40 Stück

  • 120 ml Olivenöl (wer möchte, kann ein geschmacksneutraleres Öl verwenden oder mischen)
  • 1 große Bio-Orange (oder 2 kleine), benötigt werden 120 ml Saft und die Schale
  • 80 g Zucker
  • 2 EL selbst gemachter Vanillezucker (oder 1 Pck. Vanillezucker, dann den Zucker auf 100 g erhöhen)
  • 3 grüne Kardamomkapseln (oder 1/2 TL gemahlener Kardamom)
  • 1/2 TL Natron
  • 1/TL Backpulver
  • ca. 500 g Mehl (Typ 505)
  • Sesam zum Bestreuen

1.
Den Backofen auf 180 ° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Orangenschale fein reiben und die Orange auspressen, 120 ml Saft sollten es sein. Das Olivenöl in eine Schüssel geben und mit dem Zucker, dem Orangensaft sowie der Orangenschale vermischen. Die Kardamonkapseln aufbrechen und die Samen fein im Mörser mahlen, ebenfalls unterrühren.

2.
Vom Mehl etwa die Hälfte abnehmen und mit dem Backpulver und dem Natron mischen. Zum Olivenölgemisch geben und unterrühren. Das restliche Mehl in kleinen Portionen untermengen und dann mit der Hand unterkneten. Nur so viel Mehl zum Teig geben bis dieser sich formen lässt. Er ist immer noch weich, klebt aber nicht mehr an den Händen. Die Konsistenz erinnert an weiche Knetmasse. Deshalb das Mehl nicht im Ganzen zum Teig geben sondern portionsweise. Zuviel Mehl macht die Koulourakia zu trocken. Je nach  Mehltyp schluckt der Teig etwas weniger oder etwas mehr Mehl.

3.
Nun geht es ans Formen der Koulourakia. Ich bevorzuge die klassische Form, die wie ein Flachswickel aussieht. Dazu eine etwas Teig nehmen, etwa so groß wie eine Aprikose und einen langen, dünnen Strang rollen. Die beiden Enden zusammenlegen und verdrehen. Bei meinen Koulourakia mit Butter könnt ihr die einzelnen Schritte sehen. Man kann aber jede andere Form wählen. Das griechische Form Koulouraki, heißt eigentlich kleiner Kringel.

4.
Die Ladokouloura auf das Backblech legen und großzügig mit Sesam bestreuen. Man kann sie auch in rundherum in Sesam wälzen. Etwa 20 Min. backen bis sie goldbraun sind.

Ladokouloura mit griechischem Kaffee

Noch mehr Koulourakia


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Kolokithokeftedes – saftige Zucchinipuffer

Griechische Kokokithokeftedes - Zucchinipuffer

Geht es nur mir so? Spätestens ab Ende Januar bin ich mental auf Frühling eingestellt. Mir ist durchaus bewusst, dass Kälteeinbrüche bis in den Mai hinein nicht unüblich sind in Bayern. Aber ich finde sie ziemlich unnötig. Die Minustemperaturen, die mich zur Zeit vor der Haustür erwarten sowieso …  Komischerweise überfällt mich genau an solch eisig kalten Tagen eine unbändige Lust auf typische Sommergerichte und Zutaten, die die im Sommer besser schmecken als im Winter. Tja, nachdem es draußen noch nicht grün ist, wollte ich zumindest etwas Grünes auf dem Teller haben und habe im Gemüseladen drei Zucchini mitgenommen, für Kolokithokeftedes.

Kolokithokeftedes, Zucchinipuffer, mache ich im Sommer gar nicht so häufig, da ich an warmen Tagen keine Lust auf heiße Pfannen habe. Für Kolokithokeftedes raspelt man Zucchini, die mal mit Feta oder ohne in Öl gebraten werden. Außen kross und innen noch saftig und grün – so mag ich sie. Ich mache sie meist ohne Feta, aber mit vielen frischen Kräutern. So wie dieses Rezept hier. Wer mag, bröckelt noch Feta in die Maße. Dazu gibt es einen einfachen Joghurt-Dip, den ich gerne ganz pur halte, da ich keine große Konkurrenz zu den Puffern möchte.

Bei den Kräutern kann man sich natürlich austoben und genau die nehmen, die man mag. Auf jeden Fall ist frische Minze ein Muss. Ich habe außerdem noch etwas getrocknete Polei-Minze (Fliskouni) verwendet, die ich aus Griechenland mitgebracht habe. Sie hat einen besonders intensiven Duft. Wer frisches Knoblauchgrün findet, der sollte das mal unbedingt probieren. Manchmal finde ich das in arabischen Lebensmittelgeschäften.

 

Für die Kolokithokeftedes

  • 3 mittelgroße Zucchini
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 6-7 Stiele frische Minze
  • 5-6 Stiele Petersilie
  • 2 Eier
  • Grobes Meersalz
  • Schwarzer Pfeffer
  • Geriebene Schale einer Viertel Zitrone
  • Optional: 1 TL wilde Minze (Fliskouni)
  • 70-80 g Mehl
  • Olivenöl (oder ein anderes Öl) zum Frittieren
  • … und eine Stunde Geduld, solange die Zucchiniraspel abtropfen und Flüssigkeit verlieren

Für den Joghurt-Dip

  • 200 g griechischer Joghurt
  • Salz
  • Geriebene Schale einer Viertel Zitrone
  • 1 EL Olivenöl

1.
Die Zucchini waschen, den Blüten- und Stielansatz entfernen und mit Hilfe einer Gemüsereibe raspeln. Die Zucchiniraspel portionsweise mit den Händen gut ausdrücken. In ein Sieb geben mit etwas Meersalz vermischen und ca. 1 Stunde stehen lassen, damit so viel Flüssigkeit wie möglich abtropfen kann. Danach die Zucchini wieder portionsweise ausdrücken und in eine Schüssel geben. Wer mag, kann die Zucchini auch in ein Küchentuch geben und fest zusammendrücken. Mir fällt es einfacher die Raspel portionsweise auszudrücken. Wenn die Zucchini nicht mehr so viel Flüssigkeit haben, benötigt man weniger Mehl und sie werden dadurch nicht so fettig.

2.
Für den Dip den Joghurt mit der Zitronenschale und dem Olivenöl vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3.
Frische Minze und Petersilie abbrausen, trocken schütteln und die Blätter fein hacken. Die Eier mit einer Gabel kurz verquirlen. Die Zucchini mit den Kräutern, der Zitronenschale, Salz, Pfeffer und den Eiern in einer Schüssel vermischen. Das Mehl portionsweise hinzufügen und kurz unterrühren. Nur soviel Mehl nehmen, bis eine dickflüssige Masse entstanden ist.

4.
Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Eine beschichtete Pfanne ist hier am besten. Mit einem Löffel den Teig in kleinen Häufchen in das heiße Öl geben, andrücken und mit Hilfe des Löffels rund formen, falls nötig. Die Hitze etwas zurückschalten, damit die Kolokithokeftedes nicht zu schnell braun werden. So können sie auch innen garen. Von beiden Seiten goldbraun braten, herausnehmen und auf Küchenpapier legen. Mit einem Küchenpapier auch die Oberseite abtupfen und überschüssiges Fett entfernen.

Noch warm mit dem Dip servieren.

  • Unbedingt mal im Teig probieren, wenn ihr drankommt: frisches Knoblauchgrün. Passt auch in den Joghurt-Dip

Kolokithokeftedes


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Revani – süßer Grießkuchen, na endlich

Revani aus Veria

Ich gestehe, ich liebe und hasse diesen Kuchen zugleich. Lieben, weil er einfach lecker sein kann, vor allem dann, wenn er nicht zu süß ist. Bis heute ist er mir nie so gelungen, wie ich ihn haben möchte. Meine Festplatte ist voller Bilder von früheren Backversuchen für den Blog. Die Fotos sehen vielversprechend aus, nur der Kuchen entsprach nicht meinem Geschmack.

Mein perfektes Revani darf süß, aber nicht zu süß sein, es muss locker sein und grobkörnig in der Konsistenz. Die Konsistenz ist mir besonders wichtig. Der Kuchen soll so aussehen, als würde er gleich auseinander fallen. Man soll den Eindruck haben, dass man fast jedes Grießkörnchen, das sich mit dem Sirup vollgesaugt hat, sehen kann. Der Kuchen muss gleichmäßig mit Sirup getränkt sein, also nicht so, dass die obere Kuchenhälfte trocken ist, während die untere Hälfte im Sirup schwimmt. Und schmecken soll er natürlich auch. Und das bitteschön auch am nächsten Tag…

Revani gehört eher zu den einfachen Sirupkuchen, allerdings nicht für mich. Mit dem heutigen Ergebnis bin ich ganz zufrieden und teile das Rezept mit euch. Für Revani benötigt man Grieß, und zwar unbedingt Hartzweizengrieß. Die meisten verwenden feinen Grieß und Mehl oder groben Grieß. Ich mische gerne beide Grießsorten, um die für mich perfekte Konsistenz zu erzielen, genau wie bei Halva. Es lohnt sich dafür, beim Griechen oder auch online den richtigen Grieß zu kaufen, oder beim Araber zu schauen. Hartweizengrieß gibt es fein oder grob.

Zu Revani gibt es unzählige Rezepte, mal mit Kokosraspeln oder ohne, mal mit Mandeln oder ohne. Er ist auch in der Türkei und im arabischen Raum beliebt. In Griechenland ist die nördliche Stadt Veria, ganz in der Nähe meiner Heimatstadt für Revani bekannt.

Übrigens: Das Revani hier ist trotz des Sirups nicht sehr süß, wer mag gibt noch etwa 30 g Zucker mehr in den Teig.

Für den Sirup

  • 250 g Zucker
  • 275 ml Wasser
  • 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)

Zutaten für den Kuchen

  • 160 g grober Hartweizengrieß
  • 80 g feiner Hartzweizengrieß
  • 30 g Mehl
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Backpulver
  • 4 Eier (mittelgroß)
  • 70 g Zucker
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 20 g Olivenöl (oder ein neutrales Pflanzenöl)
  • 200 g griechischer Joghurt
  • 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)

Außerdem

  • Kokochips zum Dekorieren (oder Kokosraspel)
  • Fett für die Form
  • Springform (26 cm Durchmesser)

1.
Den Backofen auf 160 ° vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auskleiden und den Rand mit etwas Öl fetten.

2.
Für den Sirup den Zucker mit dem Wasser in einen Topf geben. Die Schale fein mit einem Gemüsehobel von der Zitrone schneiden und zusammen mit dem Zitronensaft zum Zucker geben. Aufkochen lassen und etwa 2 Min. kochen lassen. Vollständig abkühlen lassen.

3.
Die beiden Grießsorten, das Mehl, die Mandeln und das Backpulver in einer Schüssel mischen.

4.
Die Eier in einer anderen Schüssel zusammen mit dem Zucker und dem Vanillemark schaumig schlagen bis sich das Volumen verdoppelt hat. Das dauert ein paar Minuten. Dann das Olivenöl und den Joghurt unterrühren. Die Zitrone waschen und die Zitronenschale reiben, den Saft auspressen. Saft und Schale unter die Masse rühren.

5.
Die Grießmischung unter die Eimischung kurz unterrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. In die Form geben und bei Ober- und Unterhitze bei etwa 180 ° 35 Minuten backen, Stäbchenprobe machen. Wenn nichts am Zahnstocher klebt, ist der Kuchen gar.

6,
Dein heißen Kuchen langsam und gleichmäßig mit dem abgekühlten Sirup übergießen, am besten löffelweise. Erst anschneiden, wenn das Revani abgekühlt ist und der Sirup vollständig vom Kuchen aufgenommen worden ist. Es heißt also geduldig sein. In Rauten oder Stücke schneiden und mit Kokoschips dekorieren.

Revani - saftiger Grießkuchen

Bei diesen kleinen Rautenstücken, kann man übrigens getrost zwei essen.

Revani aus Veria


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Vom Kochen und… nicht kochen

was ich im letzten Jahr so gemacht habe
…oder nicht gemacht habe

Der Januar ist nicht vorbei, noch kann ich euch ein gutes neues Jahr wünschen. Chronia polla!

Im letzten Jahr habe ich mich hier rar gemacht, was heißt rar, verschwunden bin ich. Gepostet habe ich nichts und ich gestehe, Kommentare und E-Mails habe ich nur verzögert beantwortet, machmal erst nach Wochen (Sorry). Und mit Sicherheit gibt es noch unbeantwortet Mails und Kommentare, die mir durchgerutscht sind und in 2017 irgendwie, irgendwo verloren gegangen sind. Das Jahr ist einfach an mir vorbei gerauscht. Überrascht bin ich allerdings, mein Blog wurde nahezu genauso oft besucht wie zu meiner aktivsten Zeit, und fast jeden Monat kommen neue Abonnenten und Follower hinzu. Das freut mich natürlich sehr.

Was habe ich denn 2017 gemacht?

  • Tatsächlich habe ich recht wenig gekocht. Ich habe den Job gewechselt, sogar die Branche. Statt was Digitales mit Büchern und Apps in einem Verlag mache ich jetzt Digitales für ein IT-Unternehmen mit ziemlich spannenden Produkten. (Unter uns, ich verstehe immer noch nicht jedes Produkt, finde alles aber total cool). Mein Sohn kennt die Produkte von seinen Lieblings-Youtubern und Streamern, als Mutter habe ich an Coolness-Faktor gewonnen.
  • Außerdem habe ich ein neues Website-Projekt gestartet, nicht allein: fetakoch.de. Auch hier geht es um griechische Küche, nur koche ich nicht. Ich schreibe über typisch Griechisches und habe wirklich schöne Interviews geführt. Schaut gerne rein.
  • Tja, und dann passierten viele Dinge, die meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen haben und schwups ändert sich der ganze Alltag und reißt einen aus der Routine. Was ganz gut ist. So gesehen habe ich viel gelernt in diesem sehr anstrengendem 2017.
  • Und natürlich habe ich immer wieder ans Bloggen gedacht, aber dann ist das Rezept nicht gelungen, die Fotos haben mir nicht gefallen, die Zutat hat gefehlt und meistens ganz einfach… die Zeit. Gefehlt hat es mir dennoch, denn ich blogge sehr gerne, aber meist völlig spontan und ohne großen Plan. Und für Spontaneität gab es so wenig Gelegenheiten im letzten Jahr.

Habe ich gekocht?

  • Nun, meine Bestellungen beim Lieferdienst haben zugenommen. Ich glaube, die vermissen mich, wenn ich weniger bestelle.
  • Gekocht habe ich unkomplizierte Gerichte, die schnell gehen. Besonders dann wenn Einkaufen und Kochen einfach nicht mehr drin war wie z.B. mein All-time-favourite Nudeln mit Feta, Gemüsereis oder Giouvarlakia, wenn mein Sohn sie sich gewünscht hat.
  • Neue Rezepte habe ich auch ausprobiert, aber keine griechischen. Wir kochen nämlich alle zwei Wochen gemeinsam mit meinem Sohn. Ich habe mich also an Semmelknödel, selbstgemachte Spätzle, indischen Gerichten und diversen anderen Rezepten versucht, die mein Sohn gerade spannend fand. Bis auf Keftedakia war kaum etwas aus Griechenland dabei.

Und 2018?

  • Mitte Dezember auf der Weihnachtsfeier meines Arbeitgebers gab es zwischen der Vorspeise und dem Hauptgericht ein paar Anekdoten zu Mitarbeitern. Ich saß entspannt auf meinem Stuhl. Da hörte ich auf einmal die Worte …neue Kollegin, Foodblog, tolle Rezepte, …leider noch nie was zum Probieren bekommen. „Marina, wir wünschen uns Dein letztes Rezept, bitte mach doch weiter auf Deinem Blog, wir finden ihn so toll.“ Mann war ich gerührt. Auch zum Backen für meine neuen und lieb gewonnen Kollegen hat es nicht gereicht. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich mich in die Küche gestellt und gebacken: Moustokouloura und Tiropitakia. Bis zum Mittag war kein Krümelchen übrig. Ein gutes Zeichen.
  • Und jetzt werde ich mir demnächst wieder ein schönes Rezept ausdenken. Über Feedback und Kommentare freue mich natürlich. Und zwischendurch könnt ihr auch gerne bei meinem anderen Projekt vorbeischauen. Da gibt es auch schöne Weinempfehlungen aus Griechenland.


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Saftige Vasilopita mit Orangen und Mandeln

Griechischer Neujahrskuchen - Vasilopita mit Mandeln

Wer die Münze im Neujahrskuchen findet hat im neuen Jahr Glück. Traditionell wird dafür kurz nach Mitternacht die Vasilopita angeschnitten: ein Stück für den Heiligen Vasileios, dann für Jesus, Maria, das Haus und die darin wohnenden Familienmitgliedern. Mein Vater hat die Pita dann gedreht und jeder hat das Stück bekommen, dass vor ihm zum Stehen gekommen ist. Als ich noch klein war, passierten gleich zwei Wunder: Aus einer Münze wurden zwei die sich auf wundersame Weise in meinem und im Stück meines Bruders befanden. Irgendwann hörte das allerdings auf.

Woher der Brauch stammt und was es mit der Vasilopita noch so auf sich hat könnt ihr auf einer neuen Website zur griechischen Küche nachlesen. Dort erscheinen ab sofort Beiträge von mir. FETAKOCH ist ein neues Herzensprojekt von mir mit Video-Rezepten, Hintergrundinfos, Reportagen und Produkt-Empfehlungen. Es freut mich, wenn ihr reinschaut und mir eure Eindrücke schreibt.

Hier geht es zu meinem Vasilopita-Beitrag auf FETAKOCH.
Und hier könnt ihr euch einen Eindruck von FETAKOCH machen.

Und hier mein diesjähriges Vasilopita-Rezept:

Für eine Springform

  • 250 g weiche Butter
  • 180 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker (am besten selbst gemacht)
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier
  • 1 TL Mahlep-Körner
  • 3 grüne Kardamom-Kapseln
  • Saft und Schale von 2 Bio-Orangen (125 ml)
  • 300 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 120 g gemahlene Mandeln
  • eine Münze
  • Fett und Backpapier für die Form
  • Puderzucker

1.
Wer wie ich ganz Mandeln mit Schale im Haus hat, muss sie zunächst von der Schale befreien. Dazu werden die Mandeln mit kochendem Wasser übergossen und ein paar Minuten stehen gelassen. Danach lässt sich die Haut sehr leicht lösen. Die Mandeln im Mixer fein mahlen.

2. 
Den Backofen auf 180 ° vorheizen und eine Springform fetten und den Boden mit Backpapier auslegen.

3.
Die Kardamomkapseln aufbrechen und die Samen zusammen mit dem Mahlep-Körner im Mörser fein mahlen. Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig schlagen und nach und nach die Einer unterrühren. Salz, Mahlep, Kardamom, Orangenschale und Orangensaft ebenfalls unterrühren.

4.
Mehl, Mandeln und Backpulver mischen und kurz unter die Ei-Masse rühren. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und im heißen Ofen 35.40 Minuten backen. Den Kuchen komplett auskühlen lassen.

5. 
Den Kuchen wenden und mit einem Messer einen kleinen Schnitt ansetzen. Dort die Münze verstecken
Mit Puderzucker bestäuben und mit einer Vorlage die Jahreszahl anbringen.

 


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Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Griechisches Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Kotopoulo me parates ist ein griechischer Klassiker. An trüben Wintersonntagen schmeckt es genausogut wie an lauen Sommerabenden. Fast jeder, den ich kenne, verbindet Kindheitserinnerungen und Sonntagsessen in der Familie damit. Ich war immer glücklich, wenn meine Mutter ein Hähnchen mit Kartoffeln in den Ofen schob. Das bedeutete keine – damals wenig geschätzten – Gemüsegerichte mit Spinat oder gar Lauch. Für uns Kinder waren meist die Hähnchenkeulen reserviert, später war ich über einen Teil der Brust viel glücklicher. Keiner machte sie mir streitig. Die Haut habe ich dabei verschmäht, sie blieb in der Regel nicht sehr lange auf meinem Tellerrand liegen. Dafür fand sich immer ein Abnehmer, heute übrigens auch.

Für dieses Ofenhähnchen braucht es weder viel Zeit noch viele Zutaten. Die Marinade besteht auch gutem Olivenöl und frischem Zitronensaft. Gewürzt wird mit getrockneten Kräutern wie Oregano, Thymian oder Rosmarin. Während die Kartoffeln mit dem Hähnchen im Ofen gar werden, kann man einen frischen Blattsalat vorbereiten und zusammen mit Oliven und Feta auf den Tisch stellen. Die Mengen verwende ich nach Gefühl.

Zutaten für 4

  • 4 Hähnchenkeulen (oder 1 Hähnchen)
  • 50 ml Olivenöl
  • 3 TL Dijon-Senf
  • Saft von 2  Zitronen
  • (wilder) Thymian
  • Oregano
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • etwas geräuchertes Paprikapulver
  • 1 kg Kartoffeln
  • 2-3 Lorbeerblätter

1.
Den Backofen auf 200 ° vorheizen. Das Olivenöl mit dem Senf und dem Zitronensaft verquirlen und mit Oregano, Thymian, schwarzem Pfeffer, Paprikapulver und Salz würzen. Die Hähnchenkeulen (oder das zerteilte Hähnchen) rundherum damit bestreichen. Zur Seite bzw. kühl stellen.

Kartoffeln in der Auflaufform

2.
Die Kartoffeln schälen und in Viertel oder je nach Größe in Achtel schneiden. In eine Auflaufform geben und verteilen. Etwa 100 ml Wasser mit der restlichen Marinade vermischen. Über die Kartoffeln geben und diese in der Marinade wenden. Die Hähnchenteile mit der Hautseite nach unten auf die Kartoffeln legen. Die Lorbeerblätter zwischen die Kartoffeln geben. Mit etwas Oregano bestreuen und mit ein paar Spritzer Olivenöl beträufeln.

Fertig für den Ofen: Hähnchen mit Zitronenkartoffeln

3.
Im heißen Ofen ca. 1 Stunde braten. Dabei nach 30 Minuten die Hähnchenteile wenden, damit auch die Oberseite knusprig braun wird. Ein leckerer griechischer Klassiker der sowohl im Sommer wie auch im Winter jedem schmeckt. Dazu passt ein Blattsalat und natürlich ein Stück Feta.

Kotopoulo lemonato me patates