Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Saftige Vasilopita mit Orangen und Mandeln

Griechischer Neujahrskuchen - Vasilopita mit Mandeln

Wer die Münze im Neujahrskuchen findet hat im neuen Jahr Glück. Traditionell wird dafür kurz nach Mitternacht die Vasilopita angeschnitten: ein Stück für den Heiligen Vasileios, dann für Jesus, Maria, das Haus und die darin wohnenden Familienmitgliedern. Mein Vater hat die Pita dann gedreht und jeder hat das Stück bekommen, dass vor ihm zum Stehen gekommen ist. Als ich noch klein war, passierten gleich zwei Wunder: Aus einer Münze wurden zwei die sich auf wundersame Weise in meinem und im Stück meines Bruders befanden. Irgendwann hörte das allerdings auf.

Woher der Brauch stammt und was es mit der Vasilopita noch so auf sich hat könnt ihr auf einer neuen Website zur griechischen Küche nachlesen. Dort erscheinen ab sofort Beiträge von mir. FETAKOCH ist ein neues Herzensprojekt von mir mit Video-Rezepten, Hintergrundinfos, Reportagen und Produkt-Empfehlungen. Es freut mich, wenn ihr reinschaut und mir eure Eindrücke schreibt.

Hier geht es zu meinem Vasilopita-Beitrag auf FETAKOCH.
Und hier könnt ihr euch einen Eindruck von FETAKOCH machen.

Und hier mein diesjähriges Vasilopita-Rezept:

Für eine Springform

  • 250 g weiche Butter
  • 180 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker (am besten selbst gemacht)
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier
  • 1 TL Mahlep-Körner
  • 3 grüne Kardamom-Kapseln
  • Saft und Schale von 2 Bio-Orangen (125 ml)
  • 300 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 120 g gemahlene Mandeln
  • eine Münze
  • Fett und Backpapier für die Form
  • Puderzucker

1.
Wer wie ich ganz Mandeln mit Schale im Haus hat, muss sie zunächst von der Schale befreien. Dazu werden die Mandeln mit kochendem Wasser übergossen und ein paar Minuten stehen gelassen. Danach lässt sich die Haut sehr leicht lösen. Die Mandeln im Mixer fein mahlen.

2. 
Den Backofen auf 180 ° vorheizen und eine Springform fetten und den Boden mit Backpapier auslegen.

3.
Die Kardamomkapseln aufbrechen und die Samen zusammen mit dem Mahlep-Körner im Mörser fein mahlen. Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig schlagen und nach und nach die Einer unterrühren. Salz, Mahlep, Kardamom, Orangenschale und Orangensaft ebenfalls unterrühren.

4.
Mehl, Mandeln und Backpulver mischen und kurz unter die Ei-Masse rühren. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und im heißen Ofen 35.40 Minuten backen. Den Kuchen komplett auskühlen lassen.

5. 
Den Kuchen wenden und mit einem Messer einen kleinen Schnitt ansetzen. Dort die Münze verstecken
Mit Puderzucker bestäuben und mit einer Vorlage die Jahreszahl anbringen.

 


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Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Griechisches Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Kotopoulo me parates ist ein griechischer Klassiker. An trüben Wintersonntagen schmeckt es genausogut wie an lauen Sommerabenden. Fast jeder, den ich kenne, verbindet Kindheitserinnerungen und Sonntagsessen in der Familie damit. Ich war immer glücklich, wenn meine Mutter ein Hähnchen mit Kartoffeln in den Ofen schob. Das bedeutete keine – damals wenig geschätzten – Gemüsegerichte mit Spinat oder gar Lauch. Für uns Kinder waren meist die Hähnchenkeulen reserviert, später war ich über einen Teil der Brust viel glücklicher. Keiner machte sie mir streitig. Die Haut habe ich dabei verschmäht, sie blieb in der Regel nicht sehr lange auf meinem Tellerrand liegen. Dafür fand sich immer ein Abnehmer, heute übrigens auch.

Für dieses Ofenhähnchen braucht es weder viel Zeit noch viele Zutaten. Die Marinade besteht auch gutem Olivenöl und frischem Zitronensaft. Gewürzt wird mit getrockneten Kräutern wie Oregano, Thymian oder Rosmarin. Während die Kartoffeln mit dem Hähnchen im Ofen gar werden, kann man einen frischen Blattsalat vorbereiten und zusammen mit Oliven und Feta auf den Tisch stellen. Die Mengen verwende ich nach Gefühl.

Zutaten für 4

  • 4 Hähnchenkeulen (oder 1 Hähnchen)
  • 50 ml Olivenöl
  • 3 TL Dijon-Senf
  • Saft von 2  Zitronen
  • (wilder) Thymian
  • Oregano
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • etwas geräuchertes Paprikapulver
  • 1 kg Kartoffeln
  • 2-3 Lorbeerblätter

1.
Den Backofen auf 200 ° vorheizen. Das Olivenöl mit dem Senf und dem Zitronensaft verquirlen und mit Oregano, Thymian, schwarzem Pfeffer, Paprikapulver und Salz würzen. Die Hähnchenkeulen (oder das zerteilte Hähnchen) rundherum damit bestreichen. Zur Seite bzw. kühl stellen.

Kartoffeln in der Auflaufform

2.
Die Kartoffeln schälen und in Viertel oder je nach Größe in Achtel schneiden. In eine Auflaufform geben und verteilen. Etwa 100 ml Wasser mit der restlichen Marinade vermischen. Über die Kartoffeln geben und diese in der Marinade wenden. Die Hähnchenteile mit der Hautseite nach unten auf die Kartoffeln legen. Die Lorbeerblätter zwischen die Kartoffeln geben. Mit etwas Oregano bestreuen und mit ein paar Spritzer Olivenöl beträufeln.

Fertig für den Ofen: Hähnchen mit Zitronenkartoffeln

3.
Im heißen Ofen ca. 1 Stunde braten. Dabei nach 30 Minuten die Hähnchenteile wenden, damit auch die Oberseite knusprig braun wird. Ein leckerer griechischer Klassiker der sowohl im Sommer wie auch im Winter jedem schmeckt. Dazu passt ein Blattsalat und natürlich ein Stück Feta.

Kotopoulo lemonato me patates


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Kourabiedes – Zartes Gebäck unter Puderzuckerschichten

Kourabiedes - griechisches Weihnachtsgebäck mit Mandeln und Puderzucker

Kourabiedes sind das griechische Weihnachtsgebäck schlechthin. Ab Dezember gibt es sie überall in den griechischen Konditoreien: schneeweiß und zu Pyramiden aufgetürmt. Das mürbe Gebäck ist mit einer dicken Puderzucker-Schicht überzogen. Das macht es fast unmöglich einen Kourabie zu essen, ohne dass man sich mit Puderzucker bestäubt. Ich klopfe das meiste vom Puderzucker ab, aber trotzdem…  Ein anderes traditionelles Weihnachtsgebäck sind die in Sirup getränkten Melomakarona. Hier staubt nichts, aber die Finger sind nach dem Essen leicht klebrig.

Für Kourabiedes braucht man nur ein wenige Zutaten: Butter, Mehl, Mandeln und Puderzucker. Die Mandeln sind in der Regel ungeschält und werden im Backofen geröstet und dann grob zerkleinert unter dem Teig gemischt. Ich mag es, wenn im Teig grobe Mandelstücke sind. Das macht für mich einen Kourabie aus.

Ziegenbutter aus Griechenland

Ganz traditionell werden Kourabiedes aus Schafs- oder Ziegenbutter oder einer Mischung daraus hergestellt. Diese ist hier wirklich schwer zu bekommen. Letztes Jahr war ich in München erfolglos und habe mir eine Packung „egioprovio boutiro“ wie diese Butter in Griechenland genannt wird, mitgenommen. Die Butter ist hell, und wird bei Zimmertemperatur schnell weich. Man bekommt sie in Gläsern. Ich vermute, dass es geklärte Butter ist. Der Geruch erinnert an Ziege, Schaf, ihr wisst schon. Nach dem Backen ist der dominante Geschmack nach Ziege verflogen und die Kourabiedes werden wirklich köstlich. Diesen ganzen Aufwand (Flug nach Griechenland, Transport, Kühlung, etc) kann man sich auch sparen und eine wirklich gute Butter aus Kuhmilch kaufen. Es gibt auch Rezepte, in denen Margarine verwendet wird. Aber da sträuben sich bei mir ehrlichgesagt alle Nackenhaare. Für Kourabiedes braucht man erstklassige Butter, Punkt! Diese Butter muss man so lange mit Puderzucker schlagen, bis eine wirklich cremige Konsistenz entstanden ist. Bei der Ziegenbutter erinnert das Ergebnis an geschlagene Sahne. Dann erst darf man das Mehl unterrühren. Und nur so werden Kourabiedes so schön mürbe und zart.

Traditionell werden Kourabiedes zu Halbmonden, ovalen kleinen Stangen oder runden Plätzchen geformt.

Zutaten für ca. 25 Stück 

  • 200 g ganze ungeschälte Mandeln
  • 250 g kalte Butter
  • 80 g Puderzucker
  • 500 g Mehl
  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zum Dekorieren

  • 1-2 EL Blütenwasser (gibt es beim Griechen, Türken, Araber)
  • 150 g Puderzucker

1.
Die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 2oo ° im Ofen etwa 8 Minuten rösten. Abkühlen lassen. Der Ofen kann weiter vorheizen.

2. 
Die kalte Butter mit dem Puderzucker in eine Schüssel geben mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis eine helle, fast weiße Creme entstanden ist. Glücklich, wer die Arbeit einer Küchenmaschine überlassen kann. Mit dem Handrührgerät dauert das gut 15 Minuten. Nicht schlapp machen. Das Ergebnis sind sehr zarte Kourabiedes. Je länger geschlagen wird, desto besser.

Geschlagene Ziegenbutter

3.
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit der Orangenschale, dem Backpulver und dem Salz mischen. Unter die Butter ziehen. Die abgekühlten Mandeln ebenfalls dazugeben und alles kurz zu einem Mürbteig verkneten.

4. 
Aus dem Teig kleine Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit einigem Abstand voneinander legen. Mit dem Finger eine kleine Vertiefung in die Mitte drücken. Im heißen Ofen etwa 20 – 25 Minuten backen. Wenn die Kourabiedes Risse bekommen, dann ist das kein Drama, ganz im Gegenteil. Die Kourabiedes aus dem Ofen nehmen und ein ca, 10 Minuten ruhen lassen. Da die Butter noch weich ist, sind sie noch sehr brüchig.

5. 
Die etwas abgekühlten Kourabiedes mit Blütenwasser bestreichen und vorsichtig im Puderzucker wälzen. Auf einer Platte arrangieren und jede Lage großzügig mit Puderzucker bestäuben.


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Soutzoukakia smyrneika

Griechische Soutzoukakia smyrneika

Diese würzigen Soutzoukakia haben ihren Ursprung in Smyrna, dem heutigen Izmir. Soutzouk ist das türkische Wort für Wurst und wird hier mit der griechischen Endung -akia kombiniert. Die bezeichnet alles, was klein ist. Kleine Würstchen aus Smyrni, das ist die Übersetzung für Soztzoukakia smyrneika (sprich smyrné – ika). Anfang des letzten Jahrhunderts lebten sehr viele Griechen in Smyrna und Umgebung. In den 20er Jahren mussten sie fliehen und ließen sich mit allen anderen Griechen, die die Türkei verlassen mussten, in ganz Griechenland wieder. Orte, die in Griechenland mit „Nea“ beginnen, wurden von den Flüchtlingen aufgebaut und zur neuen Heimat gemacht. Mitgebracht und in die griechische Küche eingebracht haben sie viele Rezepte mit Zutaten wie Zimt, Piment Koriander, Cumin und auch scharfe Gewürze. Heute sind diese Rezepte – aber auch Lieder und Tänze – in ganz Griechenland und in griechischen Communities wie z.B. in Deutschland beliebt.

Für Soutzoukakia sind zwei Zutaten typisch und für den charakteristischen Geschmack unverzichtbar: Cumin und Knoblauch. Die Soutzoukakia werden kurz in Öl angebraten und in einer Tomatensauce gekocht. Die fruchtige Tomatensauce dringt in die Hackfleischwürstchen ein. Dazu passt Reis, Kartoffeln oder auch Kartoffelpüree.

Übrigens: Für dieses Gericht verwende ich gerne reife, große Fleischtomaten. Ersetzen kann man sie natürlich auch mit Dosentomaten, gerade dann, wenn es keine aromatischen Tomaten gibt.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Soutzoukakia

  • 300 g Rinderhackfleisch (oder Kalb)
  • 100 g Lammhackfleisch
  • 1 Scheibe altbackenes Brot ohne Rinde (oder 20-30 g Paniermehl)
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Knoblauchzehen (wer mag auch mehr)
  • 1 TL Cumin
  • etwas geräuchertes Paprikapulver
  • eine Prise Piment
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • 2-3 EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

Für die Tomatensauce

  • 2 große Fleischtomaten (oder 1 Dose geschälte Tomaten)
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 30 ml Rotwein
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • 1 Prise Zucker
  • 1 TL Cumin
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Petersilie

Als Beilage

  • Reis

1.
Für die Sauce die Tomaten mit einem Messer einritzen und für ein paar Minuten in kochendes Wasser legen. Die Tomaten herausnehmen, häuten und vom Kerngehäuse befreien. In einem Mixer pürieren.

2. 
Die Schalotten und die Knoblauchzehe fein hacken. In einem Topf das Olivenöl heiß werden lassen und beides darin dünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls anbraten. Mit Rotwein löschen, die pürierten Tomaten und 200 ml Wasser dazugeben. Mit Lorbeer, Cumin, Zucker, Salz und Pfeffer würzen. Zum Kochen bringen und bei geschlossenem Deckel und milder Hitze köcheln lassen.

3.
In der Zwischenzeit die Soutzoukakia vorbereiten. Dazu das Brot im Rotwein tränken. Den Knoblauch sehr fein hacken, am besten durch eine Knoblauchpresse geben. Das Brot aus dem Wein nehmen, ausdrücken und zum Hackfleisch geben. Alle Zutaten für die Soutzoukakia gut verkneten. Wer Paniermehl verwendet, der knetet dies in kleinen Portionen ein. Die Masse soll gut formbar aber nicht zu fest werden.

4. 
Aus der Hackfleischmasse kleine Würstchen formen und in Mehl wenden. Das Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen und die Soutzoukakia von allen Seiten leicht anbraten, ca 2 Minuten von allen Seiten.

5.
Die angebratenen Soutzoukakia zur Sauce geben und 15-20 Minuten in der Sauce kochen lassen. Falls sie nicht ganz von der Sauce bedeckt sind, noch etwas Wasser hinzufügen. In der Zwischenzeit den Reis kochen.

Das Ergebnis sind sehr würzige und zarte Soutzoukakia in einer sämigen Tomatensauce.

Griechische Soutzoukakia


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Moustalevria

Moustalevria - griechische Mistcreme

Es gibt etwas Süßes: eine sehr einfache Creme aus Most, bzw. frischem Traubensaft. Das Wort Moustalevria setzt sich aus den Worten Most (Moustos) und Mehl (Alevri) zusammen. Das war es auch schon. Während der Weinlese wird aus dem frisch gewonnenen Traubensaft diese Süßigkeit gekocht.

Nachdem ich keine Most in München gefunden habe, und auch engagierte Weinhändler kratzten sich eher am Kopf und schlugen vor, die Trauben selbst zu pressen. Ich kann euch sagen, dieser eher kleine Aufwand lohnt sich. Für diese eher feste Traubencreme kann man weiße oder blaue Trauben nehmen oder wie ich, einfach mischen. Auf dem Münchner Viktualienmarkt habe ich mir ziemlich viel Zeit genommen, um Trauben auszusuchen. Ich durfte bei einem meiner Lieblingsstände mich durch alle Traubensorten durchprobieren. Entschieden habe ich mich für die leckersten, die schon von sich aus süß genug sind: dunkle und helle Muskat-Trauben.

Verschiedene Trauben

Ein paar Tage vorher hatte ich eine Duftgeranie entstanden. Die Blätter werden in Griechenland häufig für Glyko koutalio, süß eingekochtes Obst, verwendet. Uns so landeten zwei Zweige mit jungen Blättern in meiner Moustalevria.

Duftgeranie oder Duftpelargonie. Die Blätter eigenen sich für Süßspeisen

Zucker verwende ich keinen. Wer es sehr süß haben möchte, der lässt den Saft einfach länger kochen, so dass durch die Reduktion der Zuckergehalt steigt. Dann muss die Stärkemenge reduziert werden.

Die Moustalevria kann man in flache Schälchen füllen oder man streicht sie in eine Springform und schneidet daraus Rauten oder Quadrate. Dekoriert wird sie mit Sesam und gehackten Walnüssen.

Und in Würfel geschnitten macht sie sich auch ziemlich gut auf einer Käseplatte.

Zutaten

  • 2 kg Trauben (sollte gut 1 l Traubensaft ergeben)
  • 120 g Speisestärke
  • optional: 2 Zweige Duftgeranie
  • 50 g Sesam (hier ungeschält)
  • 8 Walnusshälften
  • ein paar Trauben zum Dekorieren

1.
Die Trauben waschen von den Stielen befreien und im Mixer pürieren. Wer einen Entsafter hat, der nutzt einen Entsafter. Durch ein Sieb geben, abtropfen lassen. Mit einem Löffel oder mit den Händen so viel Saft wie möglich ausdrücken. Vier bis fünf Mal durch ein Sieb geben damit möglichst alle Kerne und Schalenstückchen herausgefiltert werden.

Frischer Traubensaft

2.
Den Saft in einen Topf geben, dabei 2 Schöpflöffel in einer Schüssel beiseite stellen. Den Traubensaft zum Kochen bringen und köcheln lassen. Dabei entsteht Schaum, diesen abschöpfen. Die Duftgeranienzweige zum Saft geben. Ca. 15 Minuten sanft köcheln. Je länger der Saft kocht, desto süßer wird die Creme.

3.
In einer trockenen Pfanne den Sesam rösten und auf einem Teller beiseite stellen.

4.
In der Zwischenzeit die Stärke in den zurückbehaltenen Saft sieben und gut verrühren, damit nichts klumpt. Diese Masse langsam in den Topf geben und sehr gut umrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Nach ein paar Minuten dickt die Masse ein.

5.
Die Geranienzweige herausnehmen. Den Boden von ca. 7-8 kleine Schlüsselchen mit Sesam bestreuen. Die Moustalevria hineinfallen und mit dem restlichen Sesam betreuen. Mit den Walnüssen und den Trauben dekorieren.

Moustalevria - Traubencreme

Aus Most kann man übrigens auch Moustokouloura machen. Statt dem Traubensirup wird der frische Traubensaft verwendet.


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Importiert… Getrocknetes, Gemahlenes, Gekochtes, Unvergessliches

Mitgebracht aus Griechenland

Vor etwa einem Monat habe ich meinen Koffer wieder ausgepackt und komme erst jetzt dazu euch den kulinarischen Inhalt vorzustellen. Ich stecke mitten in einem spannenden Jahr, stehe kurz vorm Wechsel in einen neuen Job (ich mache was Digitales mit Büchern) und noch ein paar Sachen mehr. Meine Tage hätten in den letzten Monaten ein paar mehr Stunden haben können.

Wenn ich meine Mitbringsel so anschaue, dann kann ich sagen, dass einer Drittkarriere als Kräuterhexe nichts mehr im Weg steht. Hatte ich mich in den vergangenen Jahren noch gebremst – mangels passender Beschwerde – dieses oder jenes interessante Kraut mitzunehmen, so habe ich dieses Jahr hemmungslos zugeschlagen. Ein paar Kräuter mit lustigen Namen, interessantem Geruch oder einfach nur schrägem Aussehen habe ich mitgenommen. Ok, als sich das komisch riechende aber schön klingende „Valeriana“ als Baldrianwurzel entpuppte war ich etwas weniger beeindruckt…

Beim Auspacken war ich erstaunt über den wachsenden Berg an Tütchen und Päckchen. Ich war gerade mal sieben Tage in Griechenland und konnte an nur drei Tagen einkaufen gehen. Aber ein paar Geschenke sind ja auch darunter. Und ich habe etwas über die Herkunft meines Nachnamens gelernt, dazu später mehr.

Es duftet… Kräuter und Gewürze

Kräuter aus Griechenland

Oregano (Rigani) kann ich als Griechin natürlich nie genug haben. Ich habe immer noch Vorräte hier in Deutschland und verschenke ständig welchen. Diesmal habe ich Oregano aus der Pieria-Gegend unweit des Olymp mitgebracht. Der Ort hat den schönen Namen Moschopotamos (Duftender Fluss) und als Kind hörte ich immer, dass Opa Nikos nicht da ist, weil er in eben dieses Dorf musste, um Kastanien oder Walnüsse zu holen.

Ysop (Ysoppos) ist ein altes Heilkraut, das schon in der Antike bekannt war und bei vielerlei Beschwerden eingesetzt wurde, zum Beispiel bei Erkältungen. Ich werde wohl hin und wieder einen Tee daraus kochen aber vor allem Suppen und Saucen damit würzen.

Ysop - Yssopos

Polei-Minze (Fliskouni) Der Geruch erinnert an Minze, etwas schärfer vielleicht. In einem meiner griechischen Kochbücher würzt sie Kartoffelbratlinge. Und auch zu griechischen Hackfleischbällchen passt sie sehr gut. Man kann daraus auch Tee kochen. Allerdings sollte man generell sehr sparsam damit umgehen und sie z..B. in der Schwangerschaft meiden. Sie enthält nämlich einen giftigen Stoff.

Polei-Minze - Fliskouni

Baldrianwurzel (Valeriana) sieht merkwürdig aus, oder?  Riecht auch so. Wenn die nächste schlaflose Nacht kommen sollte, bin ich also ausgestattet 🙂

Baldrianwurzel - Valeria

Sennes-Blätter (Fila Alexandrias) in den letzten Jahren dachte ich immer: „Nein, Du hast nur hin und wieder eine Erkältung und mal Kopfschmerzen aber Darmprobleme hast Du nie, das lässt Du schön liegen. Auch wenn es lustig aussieht…“ Die Blätter habe ich bei meiner Mutter im Schrank gefunden. Bereitwillig wollte sie mir die ganze Packung mitgeben, selbst die Apothekerin schwöre darauf. Ich finde das total faszinierend. Schon im letzten Jahr habe ich euch von den vielen Kräuterläden erzählt. Natur statt Chemie, vor allem da die Heilkräuter günstiger sind als Medikamente aus der Apotheke. Der Tee schmeckt sehr gesund, man kann ihn aber gut trinken.

Fila Alexandrias

Zum Trinken 

Schlepp und griechischer Kaffee

Sahlep (Salepi) Salepverkäufer rollten früher mit ihrem kleinen Verkaufsstand durch die winterlichen Straßen und verkauften das sämige Getränk an Passanten, die sich wärmen wollten. Vereinzelt lebt diese Tradition wieder auf. Salepi wird aus den Wurzeln des Knabenkrauts, einer Orchideenart,  gemacht. Das daraus gewonnene Pulver bindet beim Kochen und ist auch eine Zutat in meinem griechischem Lieblingseis, dem Kaimali-Eis. Ich habe sowohl das reine Salepi-Pulver gekauft, das mit etwas Stärke und Zimt zu einem Getränk aufgekocht wird und auch Instant-Salep. Im Winter trinke ich das ganz gerne, besonders wenn ich Lust auf Süßes habe.

Griechischer Kaffee, den hat mir meine Mutter noch frisch gemahlen in den Koffer gepackt. Wie ich ihn am liebsten zubereite, lest ihr hier.

Aus Kreta

Carob und Gerstenzwieback aus Griechenland

Wenn ich die Wohnung meiner Mutter verlasse und Richtung Stadtzentrum laufe, komme ich an einem kleinen kretischen Laden vorbei mit allerlei Spezialitäten. Schon letztes Jahr habe ich hier eingekauft und habe damals den Gerstenzwieback und das Carobmehl dort gelassen. Mit der Verkäuferin habe ich mich länger unterhalten und eine ganze Liste an Rezepten für den Blog mitbekommen. Kretische Rezepte aus der Region Sfakia, so heißt der Laden. Als wir Kontaktdaten austauschten, stellten wir fest, dass wir den gleichen Nachnamen haben. Das ist im Norden Griechenlands dann doch ungewöhnlich, denn mein Nachname ist kretischen Ursprungs und in unserem Bergdorf hieß nur mein Opa so. Just am Vortag hatte ich mit meinem Cousin über die Herkunft des Namens gesprochen und seine Nachforschungen reichten bis zu einem etwas weiter entfernten Pieria-Dorf. Die Ladenbetreiberin kommt genau aus diesem Dorf und hat weitere Nachforschungen angestellt. Vor ein paar Hundert Jahren hat sich aus dem kretischem Chania ein Vorfahre auf dem Weg in den Norden Griechenlands aufgemacht und hat sich am Pieria-Gebirge niedergelassen. Das fand ich total interessant.

Carob-Schoten (Charupi) Das sind die Früchte des Johannisbrotbaums. Carob bekommt man in Griechenland als ganze Schote, als Mehl und auch als Tee. Es gibt Carob-Kekse und Carob-Nudeln (sehr lecker). Diese gebackenen Schoten kann man einfach als Snack essen. Die Kerne werden dabei nicht mitgegessen. Es ist leicht zäh und erinnert an Kakao. Man kann die Schote auch in Wasser einweichen und essen. Auf Kreta hat man mit dieser sehr nahrhaften Frucht die Hungersnot während der Besatzungszeit durchstanden. Im Norden bekam meine Mutter Charupi beim Kalanta-Singen. Die Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen Lieder um Christus Geburt anzukündigen. Heute gibt es Geld und Süßigkeiten. Meine Mutter hatte Charupi bekommen und es den Schweinen zum Fressen gegeben.

Carobschoten und Carobtee

Carob-Tee, wow was für ein leckeres Zeug. Man kocht ihn zusammen mit Wasser auf und lässt ihn ca. 5 Minuten kochen. Dann entfaltet er seinen süßlichen Geschmack, der an Karamell und Kakao erinnert. Man kann auch eine Zimtstange mitkochen oder einfach etwas Zimtpulver. Das wird auch ein Lieblingstee im Winter.

Gerstenzwieback (Kritharokouloura) Dieser trockene Zwieback wird für einen sehr beliebten kritischen Snack verwendet, dem Dato. Der Zwieback wird mit frisch geriebener Tomate, Olivenöl, und Mizithra (eine Frischkäseart) oder Feta belegt. Als Zwieback verarbeitet, konnten die Kreter ihr Brot länger aufbewahren.

Zum Naschen

Süß eingelegte Feigen

Eingelegte Feigen (Gliko koutalioz Siko) Ich habe mich dieses Jahr richtig satt gegessen an Feigen. Wir hatten immer mindestens zwei Kilo frisch geerntete Feigen im Haus.  Von meiner Patentante habe ich diese selbst gemachten süß eingelegten Feigen bekommen. So verlängert sich für mich die Feigenzeit irgendwie.

Besonderes

Schaf-Ziegen-Butter (Egioprovio Vutiro) Für ein ganz bestimmtes Rezept habe ich letzten Winter Butter von Schafen und Ziegen gesucht. Butter von Schafen ist gar nicht so einfach zu finden, ersetzen wollte ich sie nicht. Also habe ich einen Becher geklärte Schaf-Ziegen-Butter aus Griechenland mitgebracht. Was ich damit machen werde, erfahrt ihr in ein paar Monaten. Ich hoffe, sie hat den Flug überstanden…

Kritharaki aus Zea (Emmer, Diccocum) Mit dem Ladeninhaber hatte ich ein interessantes Gespräch zu Urkörnern und den unterschieden von Emmer in Europa und das Emmer nicht gleich Emmer ist. Ich kann dieses Gespräch nicht mehr wiedergeben. Auch in Griechenland füllen sich die Regale mit Alternativen zu Weizenprodukten. Das uralte Zea erlebt dort gerade ein Revival.

Und hier seht ihr meine liebsten Fotomotive

olymp-suedlich-150816

Wie jedes Jahr: der Olymp. Zwischen zwei seiner Gipfel kann man von meinem Bergdorf die am höchsten gelegene Herberge sehen.

Griechischer Bergtee in Katerina

Verschiedene Bergtees aus der Region rund um Pieria und vorne links: wilder griechischer Bergtee vom Olymp.

Fasolakia Barbuna

Meine Mutter schält Barbunia, so heißen diese grünen Brechbohnen. Sie hat sie in Tomatensauce geschmort, Fasolakia. Eines meiner liebsten Sommergerichte.

Wassermelonenverkäufer

Für eine leckere Wassermelone musste ich nicht mal das Haus verlassen. Ich musste lediglich aufpassen, nicht vom Balkon zu fallen.

Tür

Der uralte unbewohnte Teil des Hauses meiner Oma.

Ano Poli Thessaloniki

Blick auf Thessaloniki von den engen Gässchen der oberen Stadt (Ano Poli) Gerade mal 30 Gehminuten vom Aristotelous Platz entfernt.

Lukumasverkäufer

Ein Strandverkäufer mit Lukumades, frittierten Honigbällchen, hat Feierabend.


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono


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Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.


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Ladenia – die Schlichte aus Kimolos

Ladenia - griechischer Hefefladen mit Tomaten, Zwiebeln und Oregano

Heute nehme ich euch mit auf eine kulinarische Reise zu den Kykladen nach Kimolos. Diese Insel ist für seine Ladenia bekannt. Ladenia st ein Hefefladen, der mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt wird. Was für ein Duft, wenn diese Köstlichkeit aus dem Ofen kommt.

Der Name Ladenia leitet sich von Ladi, dem griechischem Wort für Öl. Gemeint ist mit Ladi hauptsächlich Olivenöl – was sonst. Und sowohl im Teig als auch auf dem Belag wird reichlich davon verwendet. Olivenöl wird im Winter hergestellt, wenn die Oliven die richtige Reife dafür haben. Den großen Auftritt hat für mich Olivenöl jedoch im Sommer, wenn es sehr verschwenderisch in Salaten oder Gemüsegerichten, den Ladera, verwendet wird. Auch bei dieser Pita wird nicht daran gespart, die Aromen des Olivenöls mischen sich mit den fruchtigen Tomaten und dem würzigen Oregano und katapultieren einen direkt in den Süden. Das Olivenöl sorgt für einen lockeren Teig, der schön saftig bleibt, und… für fettige Finger, wenn man das erste heiße und saftige Stück gleich aus dem Blech probiert.

Ganz klassisch wird die Ladenia oder auch Ladopita nur mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano belegt. Wer möchte, kann auch Kapern verwenden, die ebenfalls zur griechischen Inselküche gehören, oder Oliven und Paprika.

Zutaten

Für den Teig:

  • 300 g Mehl
  • 150 g lauwarmes Wasser
  • ein halber Würfel frische Hefe
  • 1 TL Salz
  • 30 ml Olivenöl

Für den Belag:

  • 1 große rote (oder weiße) Zwiebel
  • 4 reife und feste Fleischtomaten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • optional: etwas wilder Thymian
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 30 ml Olivenöl

1.

Teig für Ladenia
Das Mehl in eine Schüssel geben. Das Salz hinzufügen, am besten am Rand. Die Hefe in 150 ml lauwarmem Wasser auflösen. Zum Mehl geben und 30 ml Olivenöl dazugeben. Zu einem weichen und elastischem Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Klebt er zu sehr an den Händen, dann etwas mehr Mehl hinzufügen. Der Teig sollte nicht mehr an den Händen kleben. Den Teig zu einer Kugel formen, zudecken und ca 40 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Aufgegangener Teig für Ladenia

2.
In der Zwischenzeit die Zwiebel halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Stückchen mit den Händen voneinander lösen. Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Ein rundes Blech oder eine Springform von 28 cm Durchmesser mit Öl bestreichen, auch die Ränder. Den Ofen auf 180 ° vorheizen

3.
Tomaten, Ziwiebeln, Oregano - die Zutaten für Ladenia

Den aufgegangenen Teig mit den Händen in die Form drücken und dabei auch einen kleinen Rand formen. Die Oberfläche mit etwas Olivenöl bepinseln. Die Zwiebeln auf den Teig geben und mit etwas Meersalz würzen, dann die Tomatenscheiben fächerförmig darauflegen. Mit dem restlichen Salz, sowie dem Pfeffer dem Oregano und ggf. dem Thymian würzen und das restliche Olivenöl darüberträufeln. Die Ladenia ca. 40 bis 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

Die Ladenia schmeckt sehr gut mit einem trockenen Weißwein, zum Beispiel einem Assyrtiko aus Santorin. Besonders gut schmeckt sie warm aus dem Ofen, aber auch kalt.

Griechische Inselküche - Ladenia aus Kimonos