Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Kidonopasto – Quittenbrot

Kidonopasto - Quittenbrot

Wenn mich Quitten auf dem Markt so leuchtend gelb anlachen, dann nehme ich meistens ein paar mit. Auf dem Heimweg frage ich mich dann, „was mache ich jetzt bloß damit“ und „hast Du auch Pflaster im Haus“?. Denn Quitten brauchen meist etwas Zeit und scharfe Messer. Die drei Quitten, die ich nach Hause trug, teilte ich also gedanklich ein: Kidonato – Kalbfleisch mit Quitte für den Besuch, neues Rezept 1 für den Blog, neues Rezept 2 für den Blog. Das war der Plan. Dann hatte ich keine Zeit für neues Rezept 1 oder 2, denn ich musste für ein paar Tage weg und irgendjemand hätte die Ergebnisse ja auch essen müssen. Also stellte ich mich letzten Sonntag Abend an den Topf und kochte die beiden Quitten zu Kidonopasto. Wollte ich sowieso mal machen.

Kidonopasto ist hier als Quittenbrot bekannt. Ein uraltes etwas aus der Zeit gefallenes süßes Rezept. Es passt gut zu Käse – wie finde ich. Und ein kleines Stückchen davon stillt spontanen Hunger nach Süßem. Wer Quitten und Süßes mag, der sollte das mal ausprobieren.

Quitten schälen läuft bei mir meisten so ab: Quitte vorsichtig schneiden, in den Finger schneiden, Pflaster suchen, Handschuhe suchen, Pause machen, vorsichtiger weiter schneiden… Deshalb habe ich diesmal das Kerngehäuse vor dem Kochen nicht entfernt. Das hat prima funktioniert. Schälen würde ich die Quitten dennoch.

Arbaroriza, bzw. Rosengeranie ist nicht zwingend notwendig. Aber zur Zeit habe ich eine Arbaroriza auf der Küchenbank. Ein paar Zweige haben die Reise aus Griechenland in einer Keksdose überlebt und seit August auch meine Pflege auf der Küchenbank. Die Blätter dieser Geranie (Pelargonium graveolens) duften nach Rosen und geben Glyko koutaliou (eingekochten Früchten) ein besonderes Aroma und eine schöne Farbe. Auch Kidonopasto wird häufig mit dieser Geranienart verfeinert.

Zutaten

  • 2 große Quitten (ca. 814 g / geschält 630 gekochte Quitten )
  • 500 g Zucker (ich nehme etwas weniger als das Quittenpürree)
  • optional 1 großer EL Thymianhonig oder anderer Honig
  • 1 Zimtstange
  • optional 3 Blätter von der Rosengeranie (Pelargonium graveolens)

Außerdem:
Backpapier, Sesam, gemahlene Mandeln oder andere Nüsse bzw. Zucker zum Dekorieren

1
Die Quitten waschen und den Flaum auf der Schale mit einem Küchentuch entfernen. Die Quitten schälen und Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Quitten halbieren und anschließend in Achtel schneiden. Das Kerngehäuse lässt sich nach dem Kochen ganz leicht entfernen.
(Ich habe die Schale nicht entfernt und nur harte Stellen nach dem Kochen entfernt und die Schale einfach püriert). Wer es ganz fein mag, entfernt die Schalen vor dem Kochen oder gibt das Fruchtmus nach dem Kochen durch ein Sieb.

2
Die Quitten mit einem Gernanienblatt und der Zimtstange und reichlich Wasser in einen Topf geben. Aufkochen und leicht köcheln lassen, bis die Quitten weich sind. Das dauert je nach Reifegrad der Quitten ca. 20 Minuten oder ein paar Minuten länger. Zimtstange und Geranienblatt aus dem Topf fischen. Die Zimtstange beiseitelegen. Die Quitten durch ein Sieb geben und den Saft dabei auffangen. Etwas abkühlen lassen, um das Kerngehäuse zu entfernen. (Aus dem Saft und dem Kerngehäuse lässt sich mit Gelierzucker Quittengelee zaubern).

Quitten kochen

3
Das Quittenmus abwiegen und entweder die gleiche Menge Zucker oder ca. 100 g abmessen. Quittenmus und Zucker zurück in den Topf geben, zusammen mit der Zimtstange und den zwei Geranienblättern. Zum Kochen bringen. Den Honig hinzufügen.

Quittenmus für Quittenbrot einkochen4
Bei mittlerer bis starker Hitze zu einer festen Masse einkochen. Dabei muss ständig gerührt werden, damit nichts anbrennt. Das geht am besten mit einem  Holzschaber, mit dem man über den Topfboden streichen kann. Das Einkochen kann unterschiedlich lange dauern, bei mir waren es ca. 40 Minuten. Die Masse soll nicht mehr vom Löffel fallen und wenn man mit dem Löffel über den Boden fährt, dann soll die Quittenmasse noch zusammenhalten.

5
Wenn das Kidonopasto fertig ist, die Zimtstange und die Geranienblätter entfernen. Ein Backblech oder eine Auflaufform mit Backpapier auslegen und die Maße darauf verstreichen. Möglichst gerade, möglichst gleich dick, ca. 1 cm. Ich bin da nicht ganz so perfektionistisch veranlagt…  Mehrmals die Form auf die Arbeitsplatte klopfen, um Luftbläschen zu entfernen. Eine Palette in das zurückbehaltene Kochwasser tauchen und die Oberfläche damit glatt streichen. Mit einem großen Schneidebrett oder einem Backblech abdecken.

6
Nun heißt es warten: das Quittenbrot muss 3-4 Tage trocknen. Ich war zwischendurch vereist und mein Kidonopasto durfte 6 Tage trocknen. Es ist immer noch leicht klebrig.

Quittenbrot trocknen

7
Das Quittenbrot in Stücke schneiden und entweder ganz pur lassen oder in Nüssen oder Sesam wenden. Traditionell wird es zum Beispiel in Zucker gewendet. Aber da schon genug Zucker im Quittenbrot selber ist, braucht es meiner Meinung nach nicht noch zusätzlich Zucker drumherum. Ich bewahre es zwischen Butterbrotpapier geschichtet in einer Dose auf. Es hält sich lange. Das meiste davon verschenke ich.

Rezepte mit Quitten
Kidonato, Glyko koutalie mit Quitten, gebackene Quitten mit Joghurt. Hier gibt es noch mehr Quittenrezepte


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Kokkinisto – zartes Fleisch in würziger roter Sauce

Kokkinisto - griechisches Schmorgericht in Tomatensauce

Kokkinisto ist eines der leckersten griechischen Schmorgerichte – und ein elegantes und festliches Gericht noch dazu. Gerade richtig für Festtage wie Weihnachten oder für Gäste. Die Zubereitung braucht Zeit, denn das Fleisch darf ca. 2-3 Stunden kochen bis es butterzart ist und fast wie von selbst zerfällt. Der Name Kokkinisto heißt eigentlich nur „rot“ oder „gerötet“: Fleisch, Gemüse oder auch Hülsenfrüchte, die in einer Tomatensauce geschmort wurden.

Würzig
Welche Gewürze verwendet werden, ist Geschmackssache. Ganz klassisch wird die Tomatensauce für Kokkinisot mit Kalb oder Rind mit warmen Gewürzen wie Zimt, Piment, manchmal Nelken oder Muskat gewürzt. Durch die lange Kochzeit verstärken sich die Aromen aller Zutaten, deshalb sollte man vorsichtig dosieren. Der Zimt sollte nicht zu dominant durchkommen aber man soll ihn schon herausschmecken.

Wandelbar
Für Kokkiniso kann man übrigens alle möglichen Fleischsorten verwenden von Kalb (die beliebteste Variante: moschari kokkinisto) , Lamm, Rind, Geflügel (kokkoras kokkinisto) aber auch Oktopus. Kokkinsto gibt es natürlich auch vegetarisch mit Gemüse oder mit Hülsenfrüchten wie Kichererbsen zum Beispiel. Und auch bei den Gewürzen und Kräutern kann man etwas herumexperimentieren.

Was passt dazu?
Zu Kokkinisto mit Fleisch passen Makkaroni, andere kurze Nudeln oder Reis. Pommes ist eine beliebte Beilage dazu, bzw. Kartoffeln in jeder Form. (Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich auch deutsche Kartoffelknödel wunderbar mit der würzigen Sauce und dem Fleisch vertragen). Ich esse es auch gerne nur mit Brot. Es gibt nichts besseres wie ein Brotstückchen in die Saucenreste zu tunken.

Zutaten

  • 500 g (mageres) Fleisch (Kalb oder Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Karotte
  • 1 kleine rote Spitzpaprika
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml kräftiger Rotwein
  • 300 ml passierte Tomaten (im Sommer gerne ein paar frische Tomaten)
  • einen halben TL Honig (oder eine Prise Zucker)
  • 1 kleine Zimtstange, ca. 5 cm
  • etwas gemahlenen Piment, oder 1 Pimentkorn
  • 2 Gewürznelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 frische Thymianzweige (optional)
  • etwas Paprikapulver
  • eine Prise Chilipulver
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

1
Zunächst das Gemüse vorbereiten: Die Zwiebel schälen und grob würfeln, die Knoblauchzehe fein hacken. Die Karotte schälen und in Würfel schneiden. Die Paprika putzen, vom Kerngehäuse befreien und ebenfalls würfeln. Wer frische Tomaten verwendet, schält und püriert die Tomaten.

2
Das Fleisch waschen und in 4-5 grobe Stücke schneiden. Das Öl in einem Topf oder einer tiefen Pfanne erhitzen und das Fleisch von allen Seiten kräftig anbraten, so dass sich eine Kruste bildet. Fleisch herausnehmen und kurz beiseite stellen.

3
Zwiebeln, Karotten und Paprika in den Topf geben und im Bratenfett glasig anbraten. Den Knoblauch hinzufügen und kurz mitraten. Nun das Tomatenmark unterrühren und ebenfalls kurz rösten. Mit dem Wein ablöschen aber nicht verkochen lassen. Gleich die passierten oder pürierten Tomaten dazugeben. Alle Gewürze, das Lorbeerblatt, den Thymian sowie den Honig (oder Zucker) hinzufügen. Noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Soviel, dass das Fleisch knapp bedeckt ist. Umrühren und aufkochen lassen.

4
Deckel auf den Topf, den Herd zurückschalten, und bei sanfter Hitze ca. 2,5 bis 3 Stunden köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren und bei Bedarf noch etwas Wasser hinzufügen. Das Kokkinisto ist fertig, wenn das Fleisch butterzart ist (deshalb kann die Kochzeit variieren) und schon fast zerfällt und die Sauce dicklich eingekocht ist.

Mit einer Beilage wie Reis, Pommes oder Makkaroni servieren. Oder einfach nur mit Brot und Salat.

 

Ich wünsche euch frohe Weihnachten


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Saftige Vasilopita mit Orangen und Mandeln

Griechischer Neujahrskuchen - Vasilopita mit Mandeln

Wer die Münze im Neujahrskuchen findet hat im neuen Jahr Glück. Traditionell wird dafür kurz nach Mitternacht die Vasilopita angeschnitten: ein Stück für den Heiligen Vasileios, dann für Jesus, Maria, das Haus und die darin wohnenden Familienmitgliedern. Mein Vater hat die Pita dann gedreht und jeder hat das Stück bekommen, dass vor ihm zum Stehen gekommen ist. Als ich noch klein war, passierten gleich zwei Wunder: Aus einer Münze wurden zwei die sich auf wundersame Weise in meinem und im Stück meines Bruders befanden. Irgendwann hörte das allerdings auf.

Und hier mein diesjähriges Vasilopita-Rezept:

Für eine Springform

  • 250 g weiche Butter
  • 180 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker (am besten selbst gemacht)
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier
  • 1 TL Mahlep-Körner
  • 3 grüne Kardamom-Kapseln
  • Saft und Schale von 2 Bio-Orangen (125 ml)
  • 300 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 120 g gemahlene Mandeln
  • eine Münze
  • Fett und Backpapier für die Form
  • Puderzucker

1.
Wer wie ich ganze Mandeln mit Schale im Haus hat, muss sie zunächst von der Schale befreien. Dazu werden die Mandeln mit kochendem Wasser übergossen und ein paar Minuten stehen gelassen. Danach lässt sich die Haut sehr leicht lösen. Die Mandeln im Mixer fein mahlen.

2. 
Den Backofen auf 180 ° vorheizen und eine Springform fetten und den Boden mit Backpapier auslegen.

3.
Die Kardamomkapseln aufbrechen und die Samen zusammen mit dem Mahlep-Körner im Mörser fein mahlen. Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig schlagen und nach und nach die Einer unterrühren. Salz, Mahlep, Kardamom, Orangenschale und Orangensaft ebenfalls unterrühren.

4.
Mehl, Mandeln und Backpulver mischen und kurz unter die Ei-Masse rühren. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und im heißen Ofen 35.40 Minuten backen. Den Kuchen komplett auskühlen lassen.

5. 
Den Kuchen wenden und mit einem Messer einen kleinen Schnitt ansetzen. Dort die Münze verstecken
Mit Puderzucker bestäuben und mit einer Vorlage die Jahreszahl anbringen.

 


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Kourabiedes – Zartes Gebäck unter Puderzuckerschichten

Kourabiedes - griechisches Weihnachtsgebäck mit Mandeln und Puderzucker

Kourabiedes sind das griechische Weihnachtsgebäck schlechthin. Ab Dezember gibt es sie überall in den griechischen Konditoreien: schneeweiß und zu Pyramiden aufgetürmt. Das mürbe Gebäck ist mit einer dicken Puderzucker-Schicht überzogen. Das macht es fast unmöglich einen Kourabie zu essen, ohne dass man sich mit Puderzucker bestäubt. Ich klopfe das meiste vom Puderzucker ab, aber trotzdem…  Ein anderes traditionelles Weihnachtsgebäck sind die in Sirup getränkten Melomakarona. Hier staubt nichts, aber die Finger sind nach dem Essen leicht klebrig.

Für Kourabiedes braucht man nur ein wenige Zutaten: Butter, Mehl, Mandeln und Puderzucker. Die Mandeln sind in der Regel ungeschält und werden im Backofen geröstet und dann grob zerkleinert unter dem Teig gemischt. Ich mag es, wenn im Teig grobe Mandelstücke sind. Das macht für mich einen Kourabie aus.

Ziegenbutter aus Griechenland

Ganz traditionell werden Kourabiedes aus Schafs- oder Ziegenbutter oder einer Mischung daraus hergestellt. Diese ist hier wirklich schwer zu bekommen. Letztes Jahr war ich in München erfolglos und habe mir eine Packung „egioprovio boutiro“ wie diese Butter in Griechenland genannt wird, mitgenommen. Die Butter ist hell, und wird bei Zimmertemperatur schnell weich. Man bekommt sie in Gläsern. Ich vermute, dass es geklärte Butter ist. Der Geruch erinnert an Ziege, Schaf, ihr wisst schon. Nach dem Backen ist der dominante Geschmack nach Ziege verflogen und die Kourabiedes werden wirklich köstlich. Diesen ganzen Aufwand (Flug nach Griechenland, Transport, Kühlung, etc) kann man sich auch sparen und eine wirklich gute Butter aus Kuhmilch kaufen. Es gibt auch Rezepte, in denen Margarine verwendet wird. Aber da sträuben sich bei mir ehrlichgesagt alle Nackenhaare. Für Kourabiedes braucht man erstklassige Butter, Punkt! Diese Butter muss man so lange mit Puderzucker schlagen, bis eine wirklich cremige Konsistenz entstanden ist. Bei der Ziegenbutter erinnert das Ergebnis an geschlagene Sahne. Dann erst darf man das Mehl unterrühren. Und nur so werden Kourabiedes so schön mürbe und zart.

Traditionell werden Kourabiedes zu Halbmonden, ovalen kleinen Stangen oder runden Plätzchen geformt.

Zutaten für ca. 25 Stück 

  • 200 g ganze ungeschälte Mandeln
  • 250 g kalte Butter
  • 80 g Puderzucker
  • 500 g Mehl
  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zum Dekorieren

  • 1-2 EL Blütenwasser (gibt es beim Griechen, Türken, Araber)
  • 150 g Puderzucker

1.
Die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 2oo ° im Ofen etwa 8 Minuten rösten. Abkühlen lassen. Der Ofen kann weiter vorheizen.

2. 
Die kalte Butter mit dem Puderzucker in eine Schüssel geben mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis eine helle, fast weiße Creme entstanden ist. Glücklich, wer die Arbeit einer Küchenmaschine überlassen kann. Mit dem Handrührgerät dauert das gut 15 Minuten. Nicht schlapp machen. Das Ergebnis sind sehr zarte Kourabiedes. Je länger geschlagen wird, desto besser.

Geschlagene Ziegenbutter

3.
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit der Orangenschale, dem Backpulver und dem Salz mischen. Unter die Butter ziehen. Die abgekühlten Mandeln ebenfalls dazugeben und alles kurz zu einem Mürbteig verkneten.

4. 
Aus dem Teig kleine Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit einigem Abstand voneinander legen. Mit dem Finger eine kleine Vertiefung in die Mitte drücken. Im heißen Ofen etwa 20 – 25 Minuten backen. Wenn die Kourabiedes Risse bekommen, dann ist das kein Drama, ganz im Gegenteil. Die Kourabiedes aus dem Ofen nehmen und ein ca, 10 Minuten ruhen lassen. Da die Butter noch weich ist, sind sie noch sehr brüchig.

5. 
Die etwas abgekühlten Kourabiedes mit Blütenwasser bestreichen und vorsichtig im Puderzucker wälzen. Auf einer Platte arrangieren und jede Lage großzügig mit Puderzucker bestäuben.


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Duftendes Galaktoboureko

Galaktoboureko

Das ist das wunderbarste griechische Dessert. Ich liebe es, wenn der Kuchen endlich gebacken ist und ich ihn heiß und duftend aus dem Ofen nehmen kann. Sobald er in Berührung mit dem Sirup kommt, knistert der kross gebackene Filo und die ganze Küche duftet so schön nach Butter, Filo und den Zitrusaromen des Sirups. Von den Rezepten, die sich Leser meines Blogs wünschen, wird Galaktoboureko am häufigsten genannt. Hier ist es endlich: Lockere Grießcreme umhüllt von dünnen Filoteigschichten und in Zuckersirup getränkt. Meistens sehr süß. Beim Zucker habe ich hier jedoch gespart. Wer es richtig süß haben möchte, kann den Zucker in der Creme sogar vervierfachen.

Vor vielen Jahren kamen mal Freunde von Verwandten aus Griechenland zu Besuch. Wir schleppten sie in eine deutsche Konditorei, priesen die hiesige Konditorenkunst in den höchsten Tönen (nicht zu vergleichen mit den pappsüßen griechischen Kuchen) und bestellten Käsekuchen, Erdbeerkuchen, Apfelkuchen und was sonst noch da war. Der Kuchen wurde gegessen, das schon, restlos. Die Bemerkungen dazu waren ungefähr so: „Das bezeichnet man hier also als Kuchen, ist es denn normal, dass kein Zucker drin ist?“ Oder: „Ich mache euch nachher mal was Süßes.“ Auch schön: „Also wenn da kein Kilo Zucker drin ist, ist es doch nichts Süßes!“ Mittlerweile haben sich die Erinnerungen daran verklärt: „Die Deutschen machen so lecker-leichte Kuchen.“

Galaktoboureko gehört zu den sogenannten Siropiasta, also Gebäck, das nach dem Backen in Sirup getränkt wird. Es gibt unzählige Tipps, wie das richtige Tränken funktioniert. Dabei geht es um die Konsistenz des Sirups und besonders wichtig die Temperatur. Ich halte mich bei Kuchen mit Filo an eine Faustregel: kalter Sirup, heißer Kuchen. Deshalb muss der Sirup als Erstes hergestellt werden, damit er abkühlen kann.

Damit der Filo auch nach dem Tränken kross bleibt, empfehle ich die Verwendung von geklärter Butter. Da der Butter durch das Klären Flüssigkeit entzogen wurde, ist das Ergebnis nach dem Tränken besser als bei ungeklärter Butter. Butter klären geht ganz schnell und übrig gebliebene Butter lässt sich lange aufbewahren und zum Braten verwenden. Man kann sich diesen Schritt natürlich auch sparen und die Butter einfach so schmelzen und verwenden.

Zutaten 

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • Schale und Saft von einer halben Bio-Zitrone
  • 3 Nelken

Für die Créme

  • 1 l fettarme Milch
  • eine halbe Vanilleschote
  • Schale von einer halben Zitrone, fein gerieben
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker
  • 120 g sehr feiner Hartweizengrieß (gibt es beim Griechen)

Außerdem

  • 200 g Butter
  • 1 Packung Filo-Teig (450 g)
  • rechteckige Form, 30 x 20 (oder 30 x 40)

1.
Zunächst den Sirup herstellen: Alle Zutaten in einen Topf geben, umrühren und aufkochen lassen. Etwa 4 Minuten leicht sprudelnd kochen. Der Sirup muss komplett auskühlen, bevor er weiterverwendet wird.

2.
Die Butter klären: Die Butter in Stückchen schneiden und ein einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn kein Schaum mehr entsteht, ist die Butter geklärt. In eine Schüssel füllen, der Bodensatz bleibt im Topf und wird nicht verwendet. Abkühlen lassen.

3.
Für die Créme wird die Milch in einem großen Topf erhitzt. Die Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote zur Milch geben. In einer Schüssel die Eier aufschlagen und verquirlen. Den Zucker, den Grieß und die Zitronenschale hinzufügen und gut vermischen, so dass keine Klümpchen zu sehen sind. Mit einem Schöpflöffel etwas heiße Milch unter Rühren in die Ei-Grießmasse geben. Ein paar Mal wiederholen. Die Ei-Grieß-Mischung zur Milch geben und gut umrühren. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Creme sollte jetzt dickflüssig sein. Zu fest darf sie nicht werden, damit sie auch nach dem Backen schön locker und cremig bleibt. In eine Schüssel umfüllen und die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.

4.
Wenn die Creme etwas abgekühlt ist, den Ofen auf 180° vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform mit der geklärten Butter fetten. Ein Teigblatt so in die Form legen, dass es an einer Seite aus der Form „hängt“. Mit Butter bestreichen. Das nächste Teigblatt in die Form legen, und zwar so, dass es an der anderen Seite überlappt. Erneut mit der Butter bestreichen und mit der Hälfte des Filos so weitermachen. Dabei jede Schicht buttern, sonst kann der Filoteig nicht gut durchbacken und später den Sirup aufnehmen.

 

Filoteig buttern

5.
Die Creme in die Form geben und glatt sreichen. Die Teigschichten, die aus der Form hängen über die Creme klappen und mit Butter bestreichen.

Galaktoboureko vorbereiten

6.
Den restlichen Filo doppelt falten und einzeln glatt auf die Creme legen. Erneut jede Schicht buttern, ganz besonders die letzte Schicht. Falls geklärte Butter übrig bleibt – bei mir waren es ca. 3-4 EL – lässt sich diese gut aufbewahren und zum Braten verwenden.

7.
Die überschüssigen Teigränder kann man jetzt abscheiden oder mit Hilfe eines Messers nach innen schlagen. Bevor das Galaktoboureko in den Ofen kommt, muss die Oberfläche mit einem spitzen Messer eingeritzt werden. Dazu einfach die Portionen einschneiden, dabei nur die obersten Schichten schneiden. In der Mitte des Ofens in ca. 45 Minuten goldbraun backen. Die Oberfläche muss schön kross sein.

Galaktoboureko gebacken

8.
Direkt nach dem Backen wird das Galaktoboureko mit dem Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup auf den Kuchen fließen lassen. Es sieht zunächst so aus, als würde dieser Sirup nie aufgenommen werden. Jetzt heißt 2-3 Stunden geduldig sein, bis sich das Galaktoboureko vollgesaugt hat und abgekühlt ist.

Galaktoboureko mit Sirup tränken

Galaktoboureko mit Zitronensirup

Dazu passt eine Kugel Eis.

Griechisches Galaktoboureko

Noch mehr Siropiasta:


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Kantaifi mit Nüssen

Kantaifi mit Nussfüllung

Κανταιφι

Süße kleine Stückchen sind diese Röllchen aus Kantaifi-Teigfäden, hier kennt man es auch als Engelshaar. Desserts und Kuchen aus Kantaif gibt es nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Türkei in Nordafrika und im arabischen Raum. Fast immer sind es mit Sirup getränkte Süßspeisen, die in Griechenland Siropiasta genannt werden. Baklava und Galaktoboureko zählen zu Siropiasta wie auch Melomakarona süße Pitas wie dieser Walnusskuchen.

Für dieses Kantaifi braucht man nicht viele Zutaten: außer den Teigfäden, die es beim Griechen oder Türken gibt ist eine gute Butter und aromatische Nüsse ausschlaggebend für den Geschmack. Für die Füllung kann man z.B. nur eine Sorte wie Walnüsse verwenden oder wie ich eine Mischung aus geschälten Mandeln, Walnüssen und Pistazien. Verfeinert wird die Nussmischung mit etwas Zimt.

Nussmischung für das Kantaifi

Bei uns zu Hause wird an Weihnachten nicht groß gebacken, zumindest früher nicht. Mein Vater hat deshalb oft an Heilig Abend etwas vom griechischen Konditor mitgebracht, meist Baklava oder eben dieses Kantaifi. Oder er hat Halva gemacht. Das gab es dann am ersten Weihnachtsfeiertag, da Heilig Abend für meine Eltern ein strenger Fastentag ist. Siropiasta gehören deshalb für mich zu Weihnachten einfach dazu.

Ich wünsche euch ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest.
Καλα Χριστουγεννα! Kala Christougenna

Übringes… dieses Kantaifi trieft nicht ganz so vor Sirup. Und bei Siropiasta gibt es eine Regel: der heiße Kuchen wird mit kaltem Sirup getränkt oder andersherum. Und so sieht das Kantaifi aus…

Kantaifi Teig

Für 24 Stück

  • 45o g Kantaifi (Teigfäden aus Filo)
  • 250 g Butter
  • 75 g Pistazien
  • 75 g Walnüsse
  • 75 g Mandeln
  • 2 TL Zimt

Für den Sirup

  • 400 ml Wasser
  • 450 g Zucker
  • Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Nelken

Das Kantaifi muss komplett aufgetaut sein. Entweder über Nacht im Kühlschrank oder mehrere Stunden bei Zimmertemperatur.

Für die Füllung: Die Mandeln mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten stehen lassen. So lässt sich die Haut besser entfernen. Wer Zeit sparen möchte, kauft gleich geschälte Mandeln. Von jeder Sorte ein paar Nüsse für die Deko beiseitelegen. Den Rest grob hacken und mit 2 TL Zimt mischen. Die Butter schmelzen lassen.

Für den Sirup das Wasser und den Zucker mit der Zitronenschale und den Nelken in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und ca. 1 Minute kochen lassen. Komplett abkühlen lassen.

Ein Küchentuch leicht befeuchten und bereit legen. Damit wird das Kantaifi, das gerade nicht bearbeitet wird bedeckt. Es trocknet sonst schnell aus und kann dann kaum noch verarbeitet werden.

Das Kantaifi aus der Verpackung nehmen, es ist in diesem Zustand ziemlich kompakt und muss aufgelockert werden. Die Teigfäden kleben aneinander. Mit ziehenden Bewegungen muss die komplette Masse aufgelockert werden und so die Teigfäden voneinander gelöst werden. Dazu am besten eine kleine Portion abtrennen und den Rest mit dem Küchentuch bedecken. Hier ist Geduld gefragt, denn Teigklumpen führen dazu, dass das Kantaifi später nicht gut gebacken wird und den Sirup nicht gut aufnehmen kann.

Kataifi lösen

Das Ergebnis sind lockere Teigfäden, die nicht mehr aneinanderkleben.

Aufgelockertes Kantaifi

Den Ofen vorheizen auf 160° Ober- und Unterhitze. Füllung und Butter bereitstellen. Eine ofenfeste Form großzügig mit der geschmolzenen Butter bestreichen.

Von den Teigfäden eine etwa handtellergroße Menge abtrennen und zu einem Rechteck auf einem Brett ausbreiten. Bei mir waren es ca. 18-20 g pro Portion, da ich kleine Stücke machen wollte. Etwas Füllung, einen knappen Teelöffel, auf das eine Ende geben und locker aufrollen. Dabei die Seiten mit aufrollen.

Kantaifi füllenGefülltes Kantaifi

In die Backform geben und großzügig mit einem Pinsel von allen Seiten buttern und nachformen. Mit dem nächsten Kantaifi weitermachen und sofort wenn es in die Form gelegt wird mit Butter großzügig bepinseln. Die einzelnen Röllchen werden ohne Zwischenabstand in die Form gelegt.

Kataifi fertig für den Ofen

Die fertig geformten Kantaifi mit der restlichen Butter (es sollten etwa 2 EL übrig bleiben) bestreichen. Bei 160 ° etwa eine Stunde backen bis sie goldbraun sind. Nach ca. 45 Minuten kontrollieren, damit sie nicht zu dunkel werden.

Kataifi mit Sirup

Das heiße Kantaifi wird mit dem abgekühlten Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup über das Gebäck geben. Mit den gehackten Nüssen z.B. Pistazien dekorieren.
Zugedeckt mehrere Stunden ziehen lassen.

Kataifi mit Sirup und Nüssen


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Reis mit Kohl, Mandeln und Zitrone

Lachanorizo

Λαχανόρυζο – Lachanorizo ist so ein griechisches Reisgericht, das ich erst sehr spät schätzen gelernt habe. Und auch wenn ich aus Kohl am liebsten den griechischen Krautsalat mache, kommt hin und wieder im Winter dieser Kohlreis auf den Tisch. Und während vor ein paar Jahren nur hin und wieder ein Krautstückchen zwischen Reis zu finden war, hat sich das Verhältnis mittlerweile umgekehrt: viel Kohlgemüse und eher wenig Reis. Ich verfeinere das Ganze gerne mit gerösteten Nüssen, wie Mandeln – auch wenn das nicht ganz traditionell ist. Die frische Zitronenschale gibt dem rustikalen Gericht noch einen schönen Frischekick. Der Kohl sollte zart sein, Spitzkohl finde ich am besten.

Solche vegetarischen Reisgerichte wie dieser Kohlreis, Spinatreis oder Lauchreis bilden in Griechenland üblicherweise mit Brot und etwas Feta eine komplette Mahlzeit – passen aber gut zu kurzgebratenem Fleisch oder Fisch.

Zutaten für 3-4

  • 1 kleiner Spitz- oder Weißkohl (ca. 900 g)
  • 1 gr0ße Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Bio-Zitrone
  • 80 g Reis (Risotto-Reis oder auch Langkorn)
  • 1 EL Tomatenmark
  • etwas geräuchertes Paprikapulver (wer hat und mag)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Honig (für die vegane Variante Zucker oder Agavendicksaft)
  • 2 EL Mandeln (gehobelt oder gehackt)

Den Kohl putzen, die äußeren Blätter entfernen und den Strunk entfernen. Dicke Scheiben von ca. 2 cm schneiden und diese zu groben – nicht zu kleinen – Würfeln schneiden. Die Karotte schälen und grob reiben. Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und zunächst die Zwiebelwürfel mit den Karotten etwas andünsten. Danach den Kohl und den Knoblauch hinzufügen und ebenfalls ein paar Minuten dünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten. Mit ca. einer Tasse Wasser ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und geräuchertem Paprikapulver würzen sowie einen Teelöffel Honig hinzufügen.  Etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen bis der Kohl etwas weich geworden ist aber noch deutlich Biss hat.

In der Zwischezeit die Mandeln in einer trockenen Pfanne ohne Fett rösten, bis sie leicht Farbe bekommen. Die Zitrone heiß waschen und ein paar Zesten von der Schale schneiden. Die eine Hälfte der Zitrone auspressen.

Den Reis (insbesondere den Risottoreis) unter fließend kaltem Wasser spülen, bis das Wasser klar austritt. Das spült die Stärke aus und sorgt dafür, dass der Reis schön locker bleibt. Das Ergebnis soll nämlich kein cremiges Risotto, sondern ein lockerer Reis sein. Den gewaschenen Reis zum Kohl geben. Falls keine Flüssigkeit mehr im Topf ist noch ca. 1 Tasse Wasser nachfüllen. Salzen und ca. 15 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis der Reis gar ist und Flüssigkeit komplett aufgesogen ist. Falls notwendig etwas Flüssigkeit nachgießen.

Den Kohlreis auf einen Teller servieren mit den Mandelblättchen und der Zitronenschale servieren. Dazu passt übrigens ein Stückchen Feta.

 


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Pasteli – Sesam-Honig-Riegel mit Orangenaroma

Pasteli, griechischer Sesam-Honig-Reigel

Παστέλι

Sesam mag ich sehr, deshalb finde ich das Pasteli klasse: so lässt sich Sesam doch am besten essen. Pasteli besteht aus Sesam mit Honig oder auch anderen Nüssen, wie Pistazien aus Ägina oder auch Erdnüssen. Sesam wurde übrigens in Griechenland bis in die 80 er Jahre noch in nennenswerten Größen angebaut. Mit dem EU-Beitritt und den fehlenden Agrarsubventionen für Sesam ist die Produktion sehr stark zurückgegangen. Sesam wird trotzdem ziemlich häufig verwendet in süßem und herzhaftem Gebäck oder auch in einer Sesampita.

Pasteli besteht aus wenigen Zutaten: Sesam oder Nüsse, Honig und eventuell auch Zucker. Auf den Zucker kann man jedoch verzichten, denn je höher der Zuckeranteil, desto härter wird das Pasteli. Und je stärker der Honig bzw. die Honig-Zucker-Mischung kocht, desto härter wird die Masse später.

Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mich an Pasteli wage – es geht schnell ist kinderleicht und man kann je nach Laune aromatisieren mit Zimt, Zitronenschale oder wie hier mit Orangenschale.

Zutaten für 25 recht große Stücke

  • 500 g ungeschälten Sesam
  • 400 g Honig (Blütenhonig oder auch ein aromatischer Thymianhonig)
  • geriebene Schale von 1 Bio-Orange
  • etwas Sesamöl (oder ein anderes Öl) zum Einfetten und Bestreichen
  • Backpapier

Ein Backpapier auf einem Backblech auslegen und mit etwas Sesamöl bestreichen.

Zunächst den Sesam rösten: Ich mache das in einem Topf ohne Fett bei mittlerer Hitze. Ist die Hitze zu hoch, dann springt der Sesam gerne. Deshalb nehme ich gerne einen beschichteten Topf statt einer Pfanne. Den Sesam so lange unter ständigem Rühren rösten, bis er leicht goldgelb ist und schön duftet. Sofort in eine Schüssel umfüllen, damit er nicht anbrennt. Alternativ kann man den Sesam auch im Backofen bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten rösten.

Den Honig in einen großen Topf füllen, die geriebene Orangenschale hinzufügen und erhitzen. Zum Köcheln bringen und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten köcheln. Dann den Sesam hinzufügen und gut umrühren, damit sich alles schön verbindet. Nach ca. 1 Minute vom Herd nehmen.

Pastelimasse kühlt ab

Die Masse auf das mit Öl bepinselte Backpapier streichen. Da die Masse klebrig ist, hilft es, wenn der Löffel mit Öl bestrichen wird. Wenn es nicht mehr ganz heiß ist, die Hände mit Wasser anfeuchten und das Pasteli glattdrücken und zu einem Rechteck oder Quadrat formen. Die Pastelimasse mit etwas Sesamöl bestreichen und ein zweites Backpapier darüberlegen. Nun mit einem Nudelholz ca. 5 mm ausrollen und die Oberfläche glattstreichen. Ich habe es etwas zu dick ausgerollt. Das obere Backpapier entfernen und etwas auskühlen lassen.

Frisch geschnitten: Pasteli aus Sesam und Honig

Wenn es etwas abgekühlt ist, kann man es scheiden. Aber nicht zu lange damit warten, sonst wird Schneiden knifflig. Dazu das Messer mit Sesamöl einreiben. Einfach in die gewünschte Form schneiden, z.B. Quadrate, Rauten oder Dreiecke.

Honig-Sesam-Riegel aus Griechenland - Pasteli

Und wer keinen hinter sich stehen hat, der schon beim Scheiden anfängt Stücke zu stibitzen, der schafft es die Stücke auch gleich groß zu schneiden.


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Trachanás – meine Wohlfühlwintersuppe

Trachanas - glykos, xinos,

Τραχανάς

Es gibt einen Geruch, der mich sofort an das Haus einer meiner Tanten erinnert. Und das ist der Geruch nach Trachaná.  Trachaná sieht wie grober Bulgur aus  und wird in tagelanger Prozedur aus Milch und Weizenschrot hergestellt. Und zwar im Sommer, damit die Sonne den Trachaná trocknet und damit konserviert. Im Winter kocht man daraus gerne eine wärmende Getreide-Suppe.

Die Herstellung von Trachaná kenne ich nur aus lückenhaften Beschreibungen meiner Tanten: Die Milch wird aufgekocht, Weizenschrot wird hinzugefügt. Beim Mengenverhältnis möchten sich meine Tanten nicht festlegen: 1:1, 1:2, oder das typische „oso pari“. Das bedeutet in etwa: „so viel (der Teig) aufnimmt“. Die Masse wird dick eingekocht, so dass ein glatter Teig entsteht, der klein portioniert und zum Trocknen ausgebreitet wird. Sobald die kleinen Teigportionen gut durchgetrocknet sind, das kann 2 Tage dauern, werden die Teigkugeln durch ein Sieb gerieben. Das Ergebnis sind kleine Körnchen, die wie Bulgur aussehen – und diese werden erneut zum Trocknen auf großen Tüchern ausgebreitet. Er ist sehr lange haltbar.

Über Trachaná lässt sich streiten: In der Region, aus der ich stamme wird hauptsächlich ein „süßer Trachaná“ hergestellt, also mit Milch. Aber auch „saurer Trachaná“, für den Sauermilch verwendet wird. Statt Weizenschrot wird auch gerne Weizengrieß, bzw. eine Mischung aus Schrot und Grieß verwendet. In anderen Gegenden wird einfach Mehl verwendet. Es gibt auch einen veganen Trachaná, den ich allerdings noch nie probieren konnte. Für diesen Gemüse-Trachaná wird statt Milch eine Sauce aus gekochtem, püriertem Gemüse (Karotte, Paprika, Zwiebel) verwendet. Die Milch wird andernorts auch gerne durch Joghurt ersetzt.

Im Bild oben seht ihr von vorne nach hinten Trachaná aus: Vollkorn-Weizen, Grieß, und der ganz helle ist einer mit Sauermilch.

Trachaná schmeckt also überall anders und manche Sorten und Zubereitungen sind mir geschmacklich ziemlich fremd. Den Satz „Ich mag euren Trachaná nicht so gerne“ habe oft gehört… und auch schon mal gesagt… Ich mag unseren süßen Trachaná besonders gerne, der nach dem Kochen körnig bleibt.  Wobei süß eher mild bedeutet. Für meine Suppe habe ich heute die Vollkorn-Variante genommen.

Trachana Suppe mit Feta und Brot

Trachaná-Suppe, wie ich sie gerne esse

  • 50 g süßen Trachaná
    (gibt es in griechischen (Online-)Shops
  • 400 ml Wasser
  • Salz und Pfeffer
  • Dazu je nach Geschmack: Toast, Schafskäse

Den Trachaná  im gesalzenen Wasser zum Kochen bringen und ca 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis eine dickflüssige Suppe entsteht und der Weizenschrot weich ist. Wobei die Konsistenz Geschmackssache ist. Wer es flüssiger mag, nimmt mehr Wasser. Je nach Sorte verkürzt oder verlängert sich die Garzeit. Immer wieder umrühren.

Das Brot toasten oder Brotwürfel mit etwas Olivenöl in der Pfanne anbraten. Die Suppe mit Pfeffer abschmecken und mit Brotstückchen und Schafskäse-Würfel servieren. Oder pur genießen.

Trachana Suppe purDas ist die einfache Basis-Suppe und kann nach Lust, Laune und Geschmack verändert werden: Hier eine Liste von  Zubereitungsarten, die ich schon gesehen habe:

  • Zwiebeln oder Gemüse anschwitzen
  • Milch im Kochwasser
  • Joghurt statt Schafskäse
  • Tomatenmark im Kochwasser
  • Beilage zu Gemüse und Fleisch
  • Mit Butter verfeinert
  • Olivenöl in der fertigen Suppe
  • Gewürztes Öl über die Suppe gießen: Dafür wird Öl zusammen mit edelsüßem Paprika und/oder Cayenne-Pfeffer erhitzt.
  • … und Trachaná nimmt in der Pita überschüssige Flüssigkeit auf – statt Reis oder Paniermehl