Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Makaronia me Kima

Griechische Nudeln mit Hackfleischsauce

übersetzt heißt die Überschrift Makkaroni mit Hackfleisch. Nichts Besonderes aber unbeschreiblich gut. Ein beliebtes griechisches Alltagsgericht. Ich hatte trotz der sommerlichen Temperaturen Lust darauf. Und da ich nicht wusste, wann genau mein hungriges Kind vom ersten Schultag nach Hause kommt (und ob es überhaupt hungrig ist) wollte ich etwas Kochen, was ihm schmeckt und was auch für sich eine Zeit lang vor sich hinköcheln kann. Und auch noch aufgewärmt gut schmeckt.

Jetzt könnte man denken „Spaghetti Bolo“ halt. Kennt jeder, mag jeder, kann jeder. Makkaronia me kima unterscheidet sich jedoch vom berühmten italienischen Klassiker. Gemüse kommt rein, oder nicht. Das hängt von den Vorlieben der Köchin ab.  Die meisten Griechen werden dafür Hackfleisch vom Kalb verwenden. Kalb wir in Griechenland sehr gerne gegessen. Ich habe Rind und Kalb gemischt und das Fleisch bei meinem Lieblingsaraber bestellt, der sich über meinen Wunsch überhaupt nicht gewundert hat. Als er hörte, was ich kochen möchte fragte er nur „Griechin“?

Das wirklich Besondere an diesem Gericht sind jedoch die Gewürze: Zimt, Muskatnuss, machmal Piment. Es reichen ein paar Prisen, um dem Gericht eine feine würzig-warme Note zu geben. Sie sollten den Geschmack der Sauce nicht dominieren.

Beim Käse habe ich Kefalograviera verwendet, ein würziger Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Ich hätte gerne Kefalotiri gehabt, aber den habe ich leider nicht gefunden. Ihr könnt natürlich auch einfach Parmesan nehmen.

Zutaten für 4 Personen

  • 2 EL Olivenöl
  • 400 g Hackfleisch (hier 200 g Kalb und 200 g Rind)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 halbes Glas Wein (Rotwein oder auch Weißwein-Reste)
  • 1 großzügiger EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose (oder frische Tomaten)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 – 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter (wilder) Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • eine halbe Zimtstange (oder ein halber TL gemahlener Zimt)
  • ein paar Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Packung Spaghetti
  • Kefagraviera oder Kefalotiri zum Bestreuen (ersatzweise Parmesan)

1.
Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Karotten schälen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Tomaten aus der Dose nehmen und zerdrücken.

2.
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Das Gemüse bis auf den Knoblauch hinzufügen und glasig dünsten. Die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls dünsten. Den Wein hinzufügen und komplett verdampfen lassen.

3.
Mit dem Kochlöffel in der Mitte des Topfes die Hackfleischmasse beiseiteschieben und das Tomatenmark dort hineingeben. Ein paar Minuten unter Rühren rösten und mit dem Hackfleisch mischen. Die zerdrückten Tomaten aus der Dose und etwa 200 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen. Alle trockenen Kräuter und Gewürze hinzufügen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und bei Bedarf Wasser nachgießen. Die Sauce ist nach 30 Minuten servierfertig. Noch besser schmeckt sie, wenn man sie mindestens 45 – 60 Minuten bei sanfter Hitze kochen lässt.

4.
Kurz bevor die Sauce fertig ist, das Wasser für die Nudeln aufsetzten. Die Nudeln nach Packungsanweisung im Salzwasser kochen und abgießen. Den Käse reiben. Die Nudeln mit der Sauce mischen und nach Lust und Laune mit dem geriebenen Käse bestreuen. Wer möchte kann noch frische Kräuter über das Gericht streuen.

 

 

 

 

 


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Duftendes Galaktoboureko

Galaktoboureko

Das ist das wunderbarste griechische Dessert. Ich liebe es, wenn der Kuchen endlich gebacken ist und ich ihn heiß und duftend aus dem Ofen nehmen kann. Sobald er in Berührung mit dem Sirup kommt, knistert der kross gebackene Filo und die ganze Küche duftet so schön nach Butter, Filo und den Zitrusaromen des Sirups. Von den Rezepten, die sich Leser meines Blogs wünschen, wird Galaktoboureko am häufigsten genannt. Hier ist es endlich: Lockere Grießcreme umhüllt von dünnen Filoteigschichten und in Zuckersirup getränkt. Meistens sehr süß. Beim Zucker habe ich hier jedoch gespart. Wer es richtig süß haben möchte, kann den Zucker in der Creme sogar vervierfachen.

Vor vielen Jahren kamen mal Freunde von Verwandten aus Griechenland zu Besuch. Wir schleppten sie in eine deutsche Konditorei, priesen die hiesige Konditorenkunst in den höchsten Tönen (nicht zu vergleichen mit den pappsüßen griechischen Kuchen) und bestellten Käsekuchen, Erdbeerkuchen, Apfelkuchen und was sonst noch da war. Der Kuchen wurde gegessen, das schon, restlos. Die Bemerkungen dazu waren ungefähr so: „Das bezeichnet man hier also als Kuchen, ist es denn normal, dass kein Zucker drin ist?“ Oder: „Ich mache euch nachher mal was Süßes.“ Auch schön: „Also wenn da kein Kilo Zucker drin ist, ist es doch nichts Süßes!“ Mittlerweile haben sich die Erinnerungen daran verklärt: „Die Deutschen machen so lecker-leichte Kuchen.“

Galaktoboureko gehört zu den sogenannten Siropiasta, also Gebäck, das nach dem Backen in Sirup getränkt wird. Es gibt unzählige Tipps, wie das richtige Tränken funktioniert. Dabei geht es um die Konsistenz des Sirups und besonders wichtig die Temperatur. Ich halte mich bei Kuchen mit Filo an eine Faustregel: kalter Sirup, heißer Kuchen. Deshalb muss der Sirup als Erstes hergestellt werden, damit er abkühlen kann.

Damit der Filo auch nach dem Tränken kross bleibt, empfehle ich die Verwendung von geklärter Butter. Da der Butter durch das Klären Flüssigkeit entzogen wurde, ist das Ergebnis nach dem Tränken besser als bei ungeklärter Butter. Butter klären geht ganz schnell und übrig gebliebene Butter lässt sich lange aufbewahren und zum Braten verwenden. Man kann sich diesen Schritt natürlich auch sparen und die Butter einfach so schmelzen und verwenden.

Zutaten 

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • Schale und Saft von einer halben Bio-Zitrone
  • 3 Nelken

Für die Créme

  • 1 l fettarme Milch
  • eine halbe Vanilleschote
  • Schale von einer halben Zitrone, fein gerieben
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker
  • 120 g sehr feiner Hartweizengrieß (gibt es beim Griechen)

Außerdem

  • 200 g Butter
  • 1 Packung Filo-Teig (450 g)
  • rechteckige Form, 30 x 20 (oder 30 x 40)

1.
Zunächst den Sirup herstellen: Alle Zutaten in einen Topf geben, umrühren und aufkochen lassen. Etwa 4 Minuten leicht sprudelnd kochen. Der Sirup muss komplett auskühlen, bevor er weiterverwendet wird.

2.
Die Butter klären: Die Butter in Stückchen schneiden und ein einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn kein Schaum mehr entsteht, ist die Butter geklärt. In eine Schüssel füllen, der Bodensatz bleibt im Topf und wird nicht verwendet. Abkühlen lassen.

3.
Für die Créme wird die Milch in einem großen Topf erhitzt. Die Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote zur Milch geben. In einer Schüssel die Eier aufschlagen und verquirlen. Den Zucker, den Grieß und die Zitronenschale hinzufügen und gut vermischen, so dass keine Klümpchen zu sehen sind. Mit einem Schöpflöffel etwas heiße Milch unter Rühren in die Ei-Grießmasse geben. Ein paar Mal wiederholen. Die Ei-Grieß-Mischung zur Milch geben und gut umrühren. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Creme sollte jetzt dickflüssig sein. Zu fest darf sie nicht werden, damit sie auch nach dem Backen schön locker und cremig bleibt. In eine Schüssel umfüllen und die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.

4.
Wenn die Creme etwas abgekühlt ist, den Ofen auf 180° vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform mit der geklärten Butter fetten. Ein Teigblatt so in die Form legen, dass es an einer Seite aus der Form „hängt“. Mit Butter bestreichen. Das nächste Teigblatt in die Form legen, und zwar so, dass es an der anderen Seite überlappt. Erneut mit der Butter bestreichen und mit der Hälfte des Filos so weitermachen. Dabei jede Schicht buttern, sonst kann der Filoteig nicht gut durchbacken und später den Sirup aufnehmen.

 

Filoteig buttern

5.
Die Creme in die Form geben und glatt sreichen. Die Teigschichten, die aus der Form hängen über die Creme klappen und mit Butter bestreichen.

Galaktoboureko vorbereiten

6.
Den restlichen Filo doppelt falten und einzeln glatt auf die Creme legen. Erneut jede Schicht buttern, ganz besonders die letzte Schicht. Falls geklärte Butter übrig bleibt – bei mir waren es ca. 3-4 EL – lässt sich diese gut aufbewahren und zum Braten verwenden.

7.
Die überschüssigen Teigränder kann man jetzt abscheiden oder mit Hilfe eines Messers nach innen schlagen. Bevor das Galaktoboureko in den Ofen kommt, muss die Oberfläche mit einem spitzen Messer eingeritzt werden. Dazu einfach die Portionen einschneiden, dabei nur die obersten Schichten schneiden. In der Mitte des Ofens in ca. 45 Minuten goldbraun backen. Die Oberfläche muss schön kross sein.

Galaktoboureko gebacken

8.
Direkt nach dem Backen wird das Galaktoboureko mit dem Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup auf den Kuchen fließen lassen. Es sieht zunächst so aus, als würde dieser Sirup nie aufgenommen werden. Jetzt heißt 2-3 Stunden geduldig sein, bis sich das Galaktoboureko vollgesaugt hat und abgekühlt ist.

Galaktoboureko mit Sirup tränken

Galaktoboureko mit Zitronensirup

Dazu passt eine Kugel Eis.

Griechisches Galaktoboureko

Noch mehr Siropiasta:


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Krasokouloura – Koulourakia mit Rotwein

Krasokouloura - griechische Wein-Koulourakia

 

Wenn ich in Griechenland bin dann gibt es fast nie griechischen Kaffee ohne Koulourakia für mich. Selbst bei 40 Grad im Schatten suche ich im Schrank meiner Mutter nach meinen Lieblingssorten. Nur Willensstärke (wozu?) und leere Küchenschränke zwingen mich meinen Kaffee „trocken“ zu trinken. Letzteres wird mir jedoch bei meiner Mutter niemals passieren. Sie hat meist mehrere Sorten von ihren Lieblingskonditoreien vorrätig, für Gäste natürlich. Und da meine Mutter alle Fastentage der griechisch-orthodoxen Kirche sehr streng einhält, hat sie auch immer eine Auswahl an „nistisima Koulourakia“ im Haus.

Diese Krasokouloura sind für die Fastenzeit geeignet, denn sie werden ohne Butter und ohne Eier gebacken. Dafür kommt Rotwein in den Teig, der für viel Aroma und eine dunkle Farbe sorgt. Schnell gebacken sind sie auch, deshalb mache ich sie relativ häufig. In diesem Rezept verwende ich nicht so viel Zucker, daher ist dieses Gebäck nicht besonders süß. Wer sie süßer haben möchte, der muss etwas mehr Zucker nehmen. Wer auf Alkohol verzichten möchte, der nimmt frisch gepressten Orangensaft.

 

Für ca. 24 Stück

  • 80 ml Olivenöl
  • 130 ml Rotwein (Weißwein geht auch)
  • 100 g Zucker
  • 2 TL Vanillezucker (selbstgemacht oder Bourbon-Vanillezucker)
  • 1 TL Zimt
  • 1 großzügige Prise frisch gemahlener Muskat
  • Schale von einer halben Bio-Orange
  • 1 Prise Salz
  • 350 g – 400 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g ungeschälter Sesam (geschälter geht auch)

1.
Das Olivenöl mit der Zucker, dem Vanillezucker und dem Wein gut verrühren. Zimt, Muskat, geriebene Orangenschale und Salz hinzufügen. Etwa zwei Drittel des Mehls mit dem Backpulver mischen und portionsweise zu den flüssigen Zutaten geben. Nur so viel Mehl hinzufügen bis ein glatter, sehr weicher und formbarer Teig entstanden ist. Er darf noch ganz leicht an den Händen kleben. Aus diesem Grund gebe ich das Backpulver nicht zur kompletten Mehlmenge. Kurz ruhen lassen.

2.
Den Backofen auf 200 ° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Sesam in eine flache Schüssel oder einen Teller geben. Die Arbeitsfläche leicht mit Öl bepinseln, so lässt sich der Teig besser formen und der Sesam haftet besser am Gebäck.

3.
Nun geht es ans Formen der Koulourakia. Dazu eine kleine Portion, so groß wie eine Walnuss, vom Teig nehmen und kleine Stangen formen. Im Sesam wälzen.

4.
Mit etwas Abstand auf das Backblech legen und ca. 25 – 30 Minuten backen. Passt perfekt zum Kaffee oder Cappuccino, vor allem zum Tunken in griechischen Kaffee.

Noch mehr Koulourakia-Rezepte:

Frohe Ostern wünsche ich euch!


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Galatopita – Milchpita ohne Filo

Galatopita ohne Filo

Γαλατόπιτα – Es gibt schon wieder Pita hier auf diesem Blog. Und wieder ist es eine Pita für Faule. Diese hier kommt ganz ohne Filo aus, deshalb wird sie auch in machen Regionen Griechenlands „barfüßige Pita“ genannt. Von den süßen Pitas ist Galatopita mein absoluter Favorit. Immer wenn meine Mutter fragt, was sie für Pita machen soll, dann sage ich Galatopita! Meine Mutter macht diese Pita mit Mehl statt Grieß und mit einem dickeren Filoteig als Boden. Diese Variante werde ich euch hier mal vorstellen.

Für meinen spontanen Süßhunger habe ich mich am Wochenende jedoch für diese Turbo-Variante entschieden. Sie passt auch gut in diese griechische Tastenwoche der Tirinis. In Griechenland bereiten sich die Gläubigen jetzt auf die große Fastenzeit vor Ostern vor. Und in der Woche der Tirinis (tiri=Schafskäse) darf alles außer Fleisch gegessen werden, es ist die letzte Woche in der Milch, Käse und Eier gegessen werden dürfen – bis zum Ostersonntag, der dieses Jahr auf den 01. Mai fällt. Aber so besonders genau kenne ich mich mit den Fasttagen nicht aus. Ich frage immer meine Mutter.

Für eine Springform (26 cm)

  • 1 l Milch (hier mit 1,5 % Fett)
  • Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 190 g feiner Hartzweizengrieß (gibt es beim Griechen oder Türken)
  • 150 g brauner Zucker und 50 g selbstgemachter Vanillezucker
    (bzw. 1 Vanilleschote oder Vanille-Aroma und 200 g Zucker)
  • 20 g Butter
  • 3 Eier
  • Zimt, zum Bestreuen
  • Butter zum Fetten der Backform

1.
Die Form mit Backpapier auslegen und den Rand der Backform mit etwas Butter fetten. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

2.
Die Zitrone heiß waschen und die Schale dünn mit einem Sparschäler schälen. Die Mich in einem Topf erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen. Die Zitronenschale zur Milch geben. Die Butter hinzufügen. Die Eier aufschlagen und mit einer Gabel kurz verkleppern.

3.
Wenn die Milch heiß ist, den Zucker und den Grieß langsam einrieseln lassen und mit einem Schneebesen umrühren. Die Hitze reduziere und so lange rühren, bis ein Brei entstanden ist. Vom Herd ziehen und die Eier vorsichtig und kräftig unterrühren, damit sie nicht stocken.

4.
Die Grießmasse in die Springform füllen und im heißen Ofen ca. 40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob die Pita durchgebacken ist, es sollte kein Teig mehr dranbleiben. Die Galatopita sollte dennoch schön saftig sein. Zum Servieren mit Zimt bestreuen.

 

 


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Kantaifi mit Nüssen

Kantaifi mit Nussfüllung

Κανταιφι

Süße kleine Stückchen sind diese Röllchen aus Kantaifi-Teigfäden, hier kennt man es auch als Engelshaar. Desserts und Kuchen aus Kantaif gibt es nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Türkei in Nordafrika und im arabischen Raum. Fast immer sind es mit Sirup getränkte Süßspeisen, die in Griechenland Siropiasta genannt werden. Baklava und Galaktoboureko zählen zu Siropiasta wie auch Melomakarona süße Pitas wie dieser Walnusskuchen.

Für dieses Kantaifi braucht man nicht viele Zutaten: außer den Teigfäden, die es beim Griechen oder Türken gibt ist eine gute Butter und aromatische Nüsse ausschlaggebend für den Geschmack. Für die Füllung kann man z.B. nur eine Sorte wie Walnüsse verwenden oder wie ich eine Mischung aus geschälten Mandeln, Walnüssen und Pistazien. Verfeinert wird die Nussmischung mit etwas Zimt.

Nussmischung für das Kantaifi

Bei uns zu Hause wird an Weihnachten nicht groß gebacken, zumindest früher nicht. Mein Vater hat deshalb oft an Heilig Abend etwas vom griechischen Konditor mitgebracht, meist Baklava oder eben dieses Kantaifi. Oder er hat Halva gemacht. Das gab es dann am ersten Weihnachtsfeiertag, da Heilig Abend für meine Eltern ein strenger Fastentag ist. Siropiasta gehören deshalb für mich zu Weihnachten einfach dazu.

Ich wünsche euch ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest.
Καλα Χριστουγεννα! Kala Christougenna

Übringes… dieses Kantaifi trieft nicht ganz so vor Sirup. Und bei Siropiasta gibt es eine Regel: der heiße Kuchen wird mit kaltem Sirup getränkt oder andersherum. Und so sieht das Kantaifi aus…

Kantaifi Teig

Für 24 Stück

  • 45o g Kantaifi (Teigfäden aus Filo)
  • 250 g Butter
  • 75 g Pistazien
  • 75 g Walnüsse
  • 75 g Mandeln
  • 2 TL Zimt

Für den Sirup

  • 400 ml Wasser
  • 450 g Zucker
  • Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Nelken

Das Kantaifi muss komplett aufgetaut sein. Entweder über Nacht im Kühlschrank oder mehrere Stunden bei Zimmertemperatur.

Für die Füllung: Die Mandeln mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten stehen lassen. So lässt sich die Haut besser entfernen. Wer Zeit sparen möchte, kauft gleich geschälte Mandeln. Von jeder Sorte ein paar Nüsse für die Deko beiseitelegen. Den Rest grob hacken und mit 2 TL Zimt mischen. Die Butter schmelzen lassen.

Für den Sirup das Wasser und den Zucker mit der Zitronenschale und den Nelken in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und ca. 1 Minute kochen lassen. Komplett abkühlen lassen.

Ein Küchentuch leicht befeuchten und bereit legen. Damit wird das Kantaifi, das gerade nicht bearbeitet wird bedeckt. Es trocknet sonst schnell aus und kann dann kaum noch verarbeitet werden.

Das Kantaifi aus der Verpackung nehmen, es ist in diesem Zustand ziemlich kompakt und muss aufgelockert werden. Die Teigfäden kleben aneinander. Mit ziehenden Bewegungen muss die komplette Masse aufgelockert werden und so die Teigfäden voneinander gelöst werden. Dazu am besten eine kleine Portion abtrennen und den Rest mit dem Küchentuch bedecken. Hier ist Geduld gefragt, denn Teigklumpen führen dazu, dass das Kantaifi später nicht gut gebacken wird und den Sirup nicht gut aufnehmen kann.

Kataifi lösen

Das Ergebnis sind lockere Teigfäden, die nicht mehr aneinanderkleben.

Aufgelockertes Kantaifi

Den Ofen vorheizen auf 160° Ober- und Unterhitze. Füllung und Butter bereitstellen. Eine ofenfeste Form großzügig mit der geschmolzenen Butter bestreichen.

Von den Teigfäden eine etwa handtellergroße Menge abtrennen und zu einem Rechteck auf einem Brett ausbreiten. Bei mir waren es ca. 18-20 g pro Portion, da ich kleine Stücke machen wollte. Etwas Füllung, einen knappen Teelöffel, auf das eine Ende geben und locker aufrollen. Dabei die Seiten mit aufrollen.

Kantaifi füllenGefülltes Kantaifi

In die Backform geben und großzügig mit einem Pinsel von allen Seiten buttern und nachformen. Mit dem nächsten Kantaifi weitermachen und sofort wenn es in die Form gelegt wird mit Butter großzügig bepinseln. Die einzelnen Röllchen werden ohne Zwischenabstand in die Form gelegt.

Kataifi fertig für den Ofen

Die fertig geformten Kantaifi mit der restlichen Butter (es sollten etwa 2 EL übrig bleiben) bestreichen. Bei 160 ° etwa eine Stunde backen bis sie goldbraun sind. Nach ca. 45 Minuten kontrollieren, damit sie nicht zu dunkel werden.

Kataifi mit Sirup

Das heiße Kantaifi wird mit dem abgekühlten Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup über das Gebäck geben. Mit den gehackten Nüssen z.B. Pistazien dekorieren.
Zugedeckt mehrere Stunden ziehen lassen.

Kataifi mit Sirup und Nüssen


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Herbstfreuden – Gebackene Quitten mit griechischem Joghurt

Gebackene-Quitten mit griechischem Joghurt

Κυδώνια στο φούρνο με γιαούρτι – Kidonia sto furno me jaourti

Gestern habe ich bei meinem Obsthändler Quitten entdeckt und habe mich spontan für dieses leckere Dessert entschieden. Es versüßt mir den Übergang in die kalte graue Jahreszeit. Ich mag Quitten ganz gerne, mein Vater hat sie früher roh gegessen und manchmal habe ich auch davon genascht. Es gibt wohl ein paar Sorten, die roh genießbar sind, und diese gab es im griechischen Bergdorf. In Griechenland kocht man aus Quitten überwiegend Marmelade oder Glyko koutaliou.

Quitten

Kaum Aufwand machen gebackene Quitten, die ich besonders gerne mit griechischem Joghurt mag.  Wer möchte kann übrigens noch Nelken oder Sternanis in den Sirup geben oder auch einen kräftigen Schuss Vin Santo. Ich finde aber, dass die Quitten genug Aroma mitbringen und gar nicht viel mehr brauchen. Beim Zucker bin ich etwas sparsam, ich finde 100g gr ausreichend, dadurch bleibt der Sirup etwas dünnflüssig, aber mich stört das nicht. Er wird beim Abkühlen etwas dickflüssiger. Ansonsten könnt ihr den Zuckeranteil erhöhen. Reste lassen sich übrigens tagelang aufbewahren, aber so lange halten sie bei mir nie vor.

Zutaten für ca. 6 Portionen

  • 4 Quitten
  • 1 Zitrone
  • 100 g Zucker
  • eine kleine Zimtstange
  • 1 großzügiger EL Thymianhonig (oder ein anderer Honig)

Zum Servieren

  • Griechischer Joghurt, ca. 2 EL pro Portion
  • ein paar Walnüsse oder Mandelblättchen

Die Zitrone auspressen und den Saft in einer Schüssel bereitstellen. Die Quitten vom Flaum befreien. Dazu reibt man sie mit einem Küchentuch kräftig ab. Danach gründlich waschen und abtrocknen. Die Quitten vierteln und das Kerngehäuse samt Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Quitten nicht schälen. Das Kerngehäuse beiseite legen, das wird gleich weiterverwendet. Vorsicht, die Früchte sind hart und man kann leicht abrutschen und sich verletzen…

Den Ofen schon mal auf 200 Grad vorheizen. Die Quittenviertel sofort im Zitronensaft wenden und in eine Auflaufform nebeneinander legen. Das Kerngehäuse mit 250 ml Wasser, 100g Zucker und der Zimtstange aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss einen großzügigen Esslöffel Honig hinzugeben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb geben, um die Quittenabschnitte und die Zimtstange zu entfernen. Noch heiß über die Quitten geben.

Die Auflaufform mit Alufolie zudecken und auf mittlerer Schiene ca. 50 – 60 Min backen. Dabei immer wieder kontrollieren und die Quitten mit dem Sirup beträufeln. Kurz vor Ende der Garzeit die Folie entfernen. Die Quitten sind fertig, wenn sie schön weich geworden sind. Man kann sie mit der Schale essen.

Etwas abkühlen lassen. Den Joghurt mit ein paar Esslöffel vom Sirup cremig rühren. Die Walnüsse knacken und aus der Schale befreien. Ich hatte heute frische Schälnüsse. Je nach Geschmack kurz in der Pfanne rösten.

Die Quitten mit dem Joghurt und den Nüssen anrichten und etwas von dem Sirup darüberträufeln. Statt Joghurt passt auch gut Vanilleeis.

 

 

 


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Karidopita – süß-saftiger griechischer Walnusskuchen

Griechischer Walnusskuchen Karidopita

Καρυδόπιτα

Wenn ich im Winter in Griechenland bin dann bekomme ich meist Walnüsse (karidia)und Kastanien geschenkt. Auf den Grundstücken meiner Verwandten stehen reichlich Walnussbäume. Und Walnüsse spielen bei vielen typischen Festtagssüßigkeiten die Hauptrolle: so bei Baklava, Melomakarona oder Kataifi. Wenn wir früher Walnüsse aus Griechenland geschenkt bekommen haben, dann haben wir die meist abends geknackt und pur gegessen. Meine Mutter, die kein Faible für Süßes hat, hat selten gebacken. Das fand ich aber nicht weiter schlimm, da wir ab Anfang Dezember bis Ende Januar im Dauerfeiern von Namenstagen waren: es begann mit dem Namenstag meines Bruders am 6. Dezember, hatte den Höhepunkt an Weihnachten bei meiner Freundin, direkt nach Silvester bei ihrem Bruder und hörte dann mit dem Namenstag meines Vaters am 23.01. vorerst auf. Es gab also genug Süßes um mich herum. Und machmal haben meine Eltern zwischendurch Halva mit Walnüssen gemacht. Den mag auch meine Mutter.

Bei diesen ewigen Besuchsrunden ist mir auch mal diese saftige Karidopita untergekommen. Wer Walnüsse liebt muss sie unbedingt probieren. Der einfache Teig besteht aus reichlich – nun ja Walnüssen – und Paniermehl. Nach dem Backen wird der Kuchen mit einem aromatisierten Zuckersirup übergossen. Das macht ihn unwiderstehlich süße und saftig. Ich glaube diese Karidopita hätte meinem Vater gut geschmeckt. Er hätte sie bestimmt noch kunstvoll mit Walnusshälften dekoriert. Mein Bruder wird ein kleines Stück probieren, meine Mutter hat mittlerweile nichts mehr gegen Süßes und wird uns allen erstmal einen griechischen Kaffee dazu machen, bzw. mich bitten, da ihr mein Kaffee immer noch am besten schmeckt. Mein Sohn wird anstandshalber ein winziges Stückchen probieren und sich dann über die Moustokouloura hermachen.

 

Fröhliche und schöne Weihnachten Ihr Lieben!

 

Zutaten für eine Springform

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • 4 ganze Nelken
  • ein großes Stück von einer Zitronenschale

Für den Teig

  • 50 ml Olivenöl
  • 5 Eier
  • 100 g Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 140 g Semmelbrösel/Paniermehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 2 TL Zimt
  • knapp 1 TL Nelkenpulver
  • 200 g gehackte Walnüsse

Zum Dekorieren

  • 6 EL gemahlene Walnüsse
  • 1 TL Zimt
  • 1 Messerspitze Nelkenpulver

Walnüsse knacken

Falls ihr wie ich ganze Walnüsse gekauft habt, dann müsst ihr die erstmal knacken und anschließend hacken.

Eine eiserne Regel bei sirupgetränktem Geback: Entweder der Sirup ist heiß und der Kuchen kalt oder der Kuchen ist heiß und der Sirup ist kalt. Bei mir ist es letzteres, deshalb koche ich zunächst den Sirup. Dafür werden 300 g Zucker mit ca. 300 ml Wasser zum Kochen gebracht. Aromatisiert wird der Zuckersirup mit 1 Zimtstange, 4 ganzen Nelken und einem großen Stück von einer Bio-Zitrone. Das ganze lasse ich 3-4 Minuten köcheln und stelle es dann zum Abkühlen beiseite.

Nun wird der Ofen auf 160 ° C vorgeheizt und die Backform mit etwas Butter gefettet.

Für den Teig schlage ich die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker richtig schön lange schaumig. Ich gieße das Olivenöl dazu und schlage noch ein paar Minuten weiter. Die Semmelbrösel vermische ich mit dem Backpulver, dem Zimt, dem Nelkenpulver und den Walnüssen. Die Nuss-Paniermehl-Mischung kommt zu den Eiern und wird zügig damit vermischt.

Danach alles in die Form füllen und ca. 25 Minuten in der Mitte des Ofens backen. Macht am besten die Probe mit einem Holzstäbchen. Der Kuchen ist noch ziemlich weich, am Holzstäbchen sollte jedoch kein Teig kleben.

Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt geht ans Tränken mit dem Sirup. Mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen piekse ich ein paar mal hinein. Dann gieße ich langsam und gleichmäßig mit einem Esslöffel den Sirup über den Kuchen.

Mit Sirup tränken - Karidopita Griechischer Walnusskuchen

Der Kuchen muss jetzt ein paar Stunden durchziehen. Und hier sind wir auch schon beim schwierigsten Teil des Backprozesses angelangt: Das geduldige Warten aufs Anschneiden.

Während ich also warte, mahle ich die restlichen Walnüsse möglichst fein und vermische sie mit Zimt und Nelken. Das kommt dann als Deko über den Kuchen. Ich schneide sie übrigens gerne in Rauten.

Fertig zum Anschneiden - Griechischer Walnusskuchen

 


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Karotten in Sirup – Gluko koutaliou karoto

Sirupkarotten mit und ohne Mandeln, Gluko koutaliou karoto

Γλυκό κουταλιού καρότο

Ich gestehe… vor ein paar Jahren konnte ich diesen traditionellen griechischen „Löffelsirup-Süßigkeiten“ nichts abgewinnen. Zu süß für den Sommer, zu altmodisch, zu langweilig. Und die Zubereitung erschien mir ziemlich aufwändig. Das hat sich jetzt wirklich geändert, wobei ich Gluko koutaliou, was frei übersetzt so viel wie Süßes vom Löffel bedeutet, selten pur esse sondern meist als Topping auf meinem griechischen Joghurt (im Sommer gerne auf gefrorenen) kleckse. Mehr als ein bis zwei  Löffel pro Portion schafft man übrigens nicht, denn diese in Sirup eingekochten Früchte (oder Gemüse wie hier die Karotten in Sirup) sind sehr, sehr süß. Serviert wird das Dessert zum kleinen griechischen Kaffee auf verzierten winzigen Tellerchen zusammen mit einem Glas Wasser – meist als Willkommensgeste. Mittlerweile ist diese Tradition fast in Vergessenheit geraten, ich habe jedoch den Eindruck, dass diese schöne Geste wieder im Kommen ist. Auch dieses Jahr habe ich das serviert bekommen, hier auf Instagram könnt ihr das sehen: Holzapfel und Kürbis. Ich konnte mich nämlich nicht entscheiden.

Süß eingekocht wird fast alles:

  • Früchte wie Kirschen, Trauben, Quitten, Bergamotte, Orange, Kumquat, Zedratzitronen, unreife Feigen, etc.
  • Gemüse: Auberginen, Kürbis, sogar Tomaten und Kartoffeln
  • und: unreife Walnüsse, Kastanien, etc.

Von meinem ersten Versuch, den Quitten, ist leider nichts mehr übrig geblieben, das Glas mit Karotten in Sirup, das mir meine Patentante dieses Jahr geschenkt hat ist leider auch fast leer. Von diesen süßen Karotten war ich so begeistert, dass ich sie unbedingt nachmachen wollte.

Da ich mich nicht entscheiden konnte habe ich zwei Varianten gemacht: Die eine Hälfte pur und die andere mit Mandeln. Als Aroma fand ich Vanille ziemlich passend zu den Karotten. Ich habe keine Glukose verwendet, da ich keine gefunden habe und zum sie nicht selber kochen wollte. Ein paar Löffel Glukose sorgen dafür, dass der Zucker nicht auskristallisiert und außerdem für einen schönen Glanz. Es geht aber auch ohne.

Zutaten

  • 1 kg knackige Karotten geschälte und geputzte Karotte (aus ca. 1,3 kg Karotten)
  • eine Prise Salz
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 1 Bio-Orange
  • 1 Vanilleschote
  • 125 g ganze, geschälte Mandeln

Gefüllt habe ich damit 2 Gläser à 250 ml. und 4 Gläser à 185 ml.

Bevor es losgeht, müsst ihr die Gläser sterilisieren. Ich mache das immer mit kochendem Wasser.

Die Karotten schälen, die Enden abschneiden und fein hobeln. Ich habe das mit dem Sparschäler vom Hand gemacht… meditatives Hobeln sozusagen.

Karottenscheiben für Sirupkarotten, Gluko koutaliou karoto

Die Karottenscheiben in Wasser mit einer Prise Salz etwa 10 Minuten blanchieren. Falls dabei Schaum entsteht, einfach abschöpfen. Die Karotten sollten etwas weicher sein aber noch ziemlichen  Biss haben. Abgießen und gut abtropfen lassen.

Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Von der Orange ein paar Stücke von der Schale hobeln und eine Orangenhälfte auspressen.

Zucker mit Vanille für die Sirupkarotten

In einem großen Topf das Wasser mit dem Zucker (ich nehme hellen Rohrohrzucker) zum Kochen bringen und die Orangenschale, das Vanillemark und die Vanilleschote hinzufügen. Bei relativ hoher Hitze Kochen und den entstehenden Schaum abschöpfen und weggießen. So lange kochen bis ein Sirup entsteht. Er ist fertig, wenn ein kleiner Tropfen auf einem Teller seine Form behält und nicht mehr fließt. Bei mir hat das ca. 30 Minuten gedauert.

Die Karotten hinzufügen und wieder aufkochen lassen. Weitere 15-20 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze kochen lassen, bis der Sirup wieder andickt, den Orangensaft hinzufügen und noch ca. 2 Minuten kochen. Und wieder die Konsistenz des Sirups prüfen.

Die Hälfte der Sirupkarotten in die vorbereiteten Gläser füllen. Die Mandeln zur den restlichen Karotten geben, gut umrühren und ebenfalls in die verbliebenen Gläschen füllen.

Schmeckt in winzigen Portionen pur (1 Löffel) zum Kaffee – oder über griechischem Joghurt und zu Eis. Ich mag das Gluko koutaliou immer gut gekühlt.

Sirupkarotten mit und ohne Mandeln


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Moustokouloura – Kringel mit Sirup aus Traubenmost

Moustokouloura - Griechische Mostkringel mit Petimezi

Μουστοκούλουρα

In diesem Jahr ist mir der Abschied vom Sommer besonders schwer gefallen. Keine Ahnung warum und morgen ist schon November!  Und das muss ich mir jetzt mit Moustokouloura versüßen. Ein sehr passendes Rezept für den Herbst. Most heißt auf griechisch Moustos und das ist auch die Hauptzutat für Moustokouloura. In Griechenland sind zwei Varianten beliebt: Moustokouloura mit Traubenmost oder mit Traubenmostsirup: Petimezi. Ich habe mich für Petimezi entschieden.

Petimezi ist ein dunkler Sirup, der durch Einkochen von Traubensaft gewonnen wird, dabei wird kein Zucker zugesetzt. Er wird schon seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet. Neben der Süße bringt der Sirup auch ein feines fast karamellartiges Aroma mit und eine ganz leichte Säure. In Griechenland wird er für die Moustokouloura verwendet oder für eine Art Pudding (Moustalevria). Ich gieße etwas Petimezi gerne pur über griechischen Joghurt oder verwende ihn in Saucen und Salatdressings – statt Honig.
Falls ihr kein Pezimezi beim Griechen bekommt dann schaut in türkischen oder arabischen Lebensmittelhändlern, dort heißt es Pekmez. Übrigens gibt es auch Petimezi aus Feigen oder Granatapfelkernen.

So sieht Petimezi aus

Petimezi - Grischischer Traubenmostsirup

 

Für ca. 45 Moustokouloura

  • 200 g Petimezi
  • 200 ml Olivenöl
  • 2 große Bio-Orangen (sie sollten 250 ml Saft ergeben)
  • 100 g brauner Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1,5 TL Natron
  • 1,5 TL Zimt
  • ca. 700 – 800 g Mehl (kann auch etwas weniger sein)

Eine Orange heiß waschen und die Hälfte der Schale abreiben. Beide Orangen auspressen, es sollten ca. 250 ml Orangensaft dabei herauskommen. Vom Orangensaft ein paar Esslöffel beiseitestellen.

Den restlichen Orangensaft, Orangenschale, Petizezi, Olivenöl, Zucker, Vanillezucker und Zimt in einer großen Schüssel gut vermischen. Den zurückbehaltenen Orangensaft in ein großes Glas umfüllen und das Natron darin auflösen. Am besten direkt über der Schüssel denn – Achtung – es schäumt sehr stark! Direkt zur Petimezi-Mischung geben und umrühren.

Nun nach und nach das Mehl hinzufügen und umrühren, ich mache das mit den Händen. Da Ergebnis soll ein noch etwas klebriger, weicher aber gut formbarer Teig sein. Deshalb erst nur die Hälfte das Mehles hineinschütten und dann nach und nach den Rest hinzufügen. Ich habe mit 700 g Mehl gerechnet, habe aber 800 g gebraucht. (Das ist das berühmte griechische „oso parei“ = „so viel der Teig nimmt“. Früher hat mich diese unpräzise Mengenangabe wahnsinnig gemacht, jetzt verstehe ich langsam den Sinn).

Den Teig ca. 15 Minuten ruhen lassen, ihr müsst ihn aber nicht kühl stellen und in der Zwischenzeit den Ofen auf 170 ° vorheizen. Ein oder gleich zwei Backbleche mit Backpapier auslegen

Nun geht es ans Formen des Teigs (ich habe leider kein Bild vom rohen Teig gemacht)

Traditoonelle Formen für Moustokouloura

Traditionell sind Moustokouloura rund. Koulouri beschreibt nämlich eine runde Form. So mag ich sie am liebsten. Ich habe außerdemnochkleine Schnecken geformt. Die Kringel können übrigens auch etwas größer sein. Ich mag sie jedoch klein am liebsten – gerade so klein, dass sie zum Reintunken in meine griechische Mokkatasse passen.

Ich nehme eine ca. aprikosengroße Menge und forme erst einen Strang, den ich dann zu einem Ring zusammenlege oder von innen zu einer kleinen Schnecke aufrolle.

Die Moustokouloura werden in der mittleren Schiene im Ofen ca. 17 -18 Minuten gebacken. Obwohl das Pezimezi ziemlich süß ist, sind es diese kleinen Kringel nicht, das finde ich persönlich ganz angenehm, ansonsten müsst ihr die Zuckermenge etwas erhöhen.

Perfekt zu einem kleinen griechischen Kaffee und zum Herbst.

Moustokouloura mit Petimezi - Perfekt zu griechischem Kaffee

Noch mehr Koulourakia:

Ein kleiner Nachtrag

Nachdem ich so nett von Christina von LeBonVivant eingeladen wurde, steuere ich gerne dieses Herbstrezept zum Blogevent Quintessenz des Herbstes auf 1 x Umrühren bitte aka Kochtopf bei. Christina schreibt „Der Herbst ist der Frühling des Winters“ , da musste ich beim Lesen glatt schmunzeln. 


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Melomakarona – griechisches Weihnachtsgebäck

Melomakarona - Griechisches Weihnachtsgebäck - Honignudeln

Μελομακάρονα

Melomakarona gehören zu den beliebtesten Weihnachtsküchlein in Griechenland.  Vor Weihnachten sind die griechischen Konditoreien üppig mit Kourabiedes und diese Melomakarona dekoriert. Kourabiedes sind halbmondförmige Mandelplätzchen mit einer dicken Schicht aus Puderzucker. Die Melomakarona werden nach dem Backen in einem Honig-Zucker-Sirup getränkt und mit gehackten Walnüssen bestreut. Die klassische Form ist oval, bei mir kommen sie nach dem Backen immer rund aus dem Ofen. Keine Ahnung, was ich hier falsch mache. Typisch für Melomakarona ist neben dem Honig – zum Beispiel ein guter griechischer Thymianhonig – Zimt, Nelken und frisch gepresster Orangensaft. Bei mir kommt noch ein Stück Zitronenschale in den Sirup. Ich reduziere den Zucker übrigens ziemlich in diesem Rezept. Süß genug sind sie dennoch.

Bei Gebäck, das in Sirup getränkt wird (Siropiasta), gilt eine einfache Regel: Entweder das Gebäck ist kalt und der Sirup heiß, oder wie hier der Sirup ist bereits abgekühlt und die Melomakarona werden noch heiß aus dem Ofen darin gebadet. Das zischt dann richtig schön.  Den Sirup sollte man deshalb vor dem Backen machen und gut auskühlen lassen. Ich habe ihn einen Tag vorher gekocht.

Für ca. 40 Stück

Für den Sirup

  • 250 ml Wasser
  • 200 g  Zucker
  • 100 g Honig
  • Schale einer Bio-Orange
  • Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 1 Zimtstange

Für die Deko

  • 50 g Walnüsse
  • 1 TL Zimt
  • eine Messerspitze Nelkenpulver

Für den Teig

  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 120 ml frisch gepresster Orangensaft (von 2 großen Orangen)
  • 175 ml Olivenöl (oder ein neutrales Pflanzenöl)
  • 30 g geschmolzene Butter
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1-2  TL Zimt
  • ein halber TL Nelkenpulver
  • 30 g Puderzucker
  • 650 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • ein halber TL Natron

Sirup für Melomakarona

1.
Zunächst den Sirup kochen: Dafür das Wasser mit dem Zucker der Orangen- und Zitronenschale und der Zimtstange aufkochen und 1-2 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und den Honig einrühren. Den Sirup abkühlen lassen. Den Ofen schon mal auf 180 °C (Umluft) vorheizen und die Butter schmelzen.

2.
Für die Nussmischung: Die Walnüsse im Mörser oder im Zerkleinere klein hacken und mit Zimt und Nelkenpulver mischen.

3.
Für den Teig zunächst das Olivenöl, den Orangensaft, die Orangenschale, die Butter, den Zimt, das Nelkenpulver, den Puderzucker und den Vanillezucker glattrühren. Das Mehl mit dem Natron und dem Backpulver mischen. Das Mehl über die Orangensaft-Öl-Mischung geben und ziemlich zügig eine Art Mürbteig kneten. Nicht zu lange kneten, da sich sonst das Öl von der Masse trennt.

4.
Nun ovale Plätzchen formen ca. 4 cm lang. Mit einer Gabel auf der Oberfläche ein rautenförmiges Muster drücken. Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Melomakarona bei 180°C ca. 25-30 Minuten goldbraun backen. Sie kommen relativ fest und knusprig aus dem Ofen.

Melomakarona in Sirup tränken

Die Melomakarona müssen noch heiß ihr Bad im kalten Sirup nehmen. Sehr lange tränke ich sie jedoch nicht: Ich tauche 2-3 Stück in den Sirup, zähle fix bis drei und hole sie wieder raus. Die getränkten Melomakarona auf einer Platte anrichten und mit der Nussmischung bestreuen.

Wenn ich zwei Bleche mache, tränke ich das zweite Blech erst dann wenn ich wieder frische Melomakarona haben möchte. Dann heize ich den Ofen an, lasse die Plätzchen heiß werden und tränke sie dann im kühlen Sirup.

 

Frohe Weihnachten – Kala Christougenna
und herzlichen Dank für die vielen netten Kommentare und Likes.