Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Moustalevria

Moustalevria - griechische Mistcreme

Es gibt etwas Süßes: eine sehr einfache Creme aus Most, bzw. frischem Traubensaft. Das Wort Moustalevria setzt sich aus den Worten Most (Moustos) und Mehl (Alevri) zusammen. Das war es auch schon. Während der Weinlese wird aus dem frisch gewonnenen Traubensaft diese Süßigkeit gekocht.

Nachdem ich keine Most in München gefunden habe, und auch engagierte Weinhändler kratzten sich eher am Kopf und schlugen vor, die Trauben selbst zu pressen. Ich kann euch sagen, dieser eher kleine Aufwand lohnt sich. Für diese eher feste Traubencreme kann man weiße oder blaue Trauben nehmen oder wie ich, einfach mischen. Auf dem Münchner Viktualienmarkt habe ich mir ziemlich viel Zeit genommen, um Trauben auszusuchen. Ich durfte bei einem meiner Lieblingsstände mich durch alle Traubensorten durchprobieren. Entschieden habe ich mich für die leckersten, die schon von sich aus süß genug sind: dunkle und helle Muskat-Trauben.

Verschiedene Trauben

Ein paar Tage vorher hatte ich eine Duftgeranie entstanden. Die Blätter werden in Griechenland häufig für Glyko koutalio, süß eingekochtes Obst, verwendet. Uns so landeten zwei Zweige mit jungen Blättern in meiner Moustalevria.

Duftgeranie oder Duftpelargonie. Die Blätter eigenen sich für Süßspeisen

Zucker verwende ich keinen. Wer es sehr süß haben möchte, der lässt den Saft einfach länger kochen, so dass durch die Reduktion der Zuckergehalt steigt. Dann muss die Stärkemenge reduziert werden.

Die Moustalevria kann man in flache Schälchen füllen oder man streicht sie in eine Springform und schneidet daraus Rauten oder Quadrate. Dekoriert wird sie mit Sesam und gehackten Walnüssen.

Und in Würfel geschnitten macht sie sich auch ziemlich gut auf einer Käseplatte.

Zutaten

  • 2 kg Trauben (sollte gut 1 l Traubensaft ergeben)
  • 120 g Speisestärke
  • optional: 2 Zweige Duftgeranie
  • 50 g Sesam (hier ungeschält)
  • 8 Walnusshälften
  • ein paar Trauben zum Dekorieren

1.
Die Trauben waschen von den Stielen befreien und im Mixer pürieren. Wer einen Entsafter hat, der nutzt einen Entsafter. Durch ein Sieb geben, abtropfen lassen. Mit einem Löffel oder mit den Händen so viel Saft wie möglich ausdrücken. Vier bis fünf Mal durch ein Sieb geben damit möglichst alle Kerne und Schalenstückchen herausgefiltert werden.

Frischer Traubensaft

2.
Den Saft in einen Topf geben, dabei 2 Schöpflöffel in einer Schüssel beiseite stellen. Den Traubensaft zum Kochen bringen und köcheln lassen. Dabei entsteht Schaum, diesen abschöpfen. Die Duftgeranienzweige zum Saft geben. Ca. 15 Minuten sanft köcheln. Je länger der Saft kocht, desto süßer wird die Creme.

3.
In einer trockenen Pfanne den Sesam rösten und auf einem Teller beiseite stellen.

4.
In der Zwischenzeit die Stärke in den zurückbehaltenen Saft sieben und gut verrühren, damit nichts klumpt. Diese Masse langsam in den Topf geben und sehr gut umrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Nach ein paar Minuten dickt die Masse ein.

5.
Die Geranienzweige herausnehmen. Den Boden von ca. 7-8 kleine Schlüsselchen mit Sesam bestreuen. Die Moustalevria hineinfallen und mit dem restlichen Sesam betreuen. Mit den Walnüssen und den Trauben dekorieren.

Moustalevria - Traubencreme

Aus Most kann man übrigens auch Moustokouloura machen. Statt dem Traubensirup wird der frische Traubensaft verwendet.


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Duftendes Galaktoboureko

Galaktoboureko

Das ist das wunderbarste griechische Dessert. Ich liebe es, wenn der Kuchen endlich gebacken ist und ich ihn heiß und duftend aus dem Ofen nehmen kann. Sobald er in Berührung mit dem Sirup kommt, knistert der kross gebackene Filo und die ganze Küche duftet so schön nach Butter, Filo und den Zitrusaromen des Sirups. Von den Rezepten, die sich Leser meines Blogs wünschen, wird Galaktoboureko am häufigsten genannt. Hier ist es endlich: Lockere Grießcreme umhüllt von dünnen Filoteigschichten und in Zuckersirup getränkt. Meistens sehr süß. Beim Zucker habe ich hier jedoch gespart. Wer es richtig süß haben möchte, kann den Zucker in der Creme sogar vervierfachen.

Vor vielen Jahren kamen mal Freunde von Verwandten aus Griechenland zu Besuch. Wir schleppten sie in eine deutsche Konditorei, priesen die hiesige Konditorenkunst in den höchsten Tönen (nicht zu vergleichen mit den pappsüßen griechischen Kuchen) und bestellten Käsekuchen, Erdbeerkuchen, Apfelkuchen und was sonst noch da war. Der Kuchen wurde gegessen, das schon, restlos. Die Bemerkungen dazu waren ungefähr so: „Das bezeichnet man hier also als Kuchen, ist es denn normal, dass kein Zucker drin ist?“ Oder: „Ich mache euch nachher mal was Süßes.“ Auch schön: „Also wenn da kein Kilo Zucker drin ist, ist es doch nichts Süßes!“ Mittlerweile haben sich die Erinnerungen daran verklärt: „Die Deutschen machen so lecker-leichte Kuchen.“

Galaktoboureko gehört zu den sogenannten Siropiasta, also Gebäck, das nach dem Backen in Sirup getränkt wird. Es gibt unzählige Tipps, wie das richtige Tränken funktioniert. Dabei geht es um die Konsistenz des Sirups und besonders wichtig die Temperatur. Ich halte mich bei Kuchen mit Filo an eine Faustregel: kalter Sirup, heißer Kuchen. Deshalb muss der Sirup als Erstes hergestellt werden, damit er abkühlen kann.

Damit der Filo auch nach dem Tränken kross bleibt, empfehle ich die Verwendung von geklärter Butter. Da der Butter durch das Klären Flüssigkeit entzogen wurde, ist das Ergebnis nach dem Tränken besser als bei ungeklärter Butter. Butter klären geht ganz schnell und übrig gebliebene Butter lässt sich lange aufbewahren und zum Braten verwenden. Man kann sich diesen Schritt natürlich auch sparen und die Butter einfach so schmelzen und verwenden.

Zutaten 

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • Schale und Saft von einer halben Bio-Zitrone
  • 3 Nelken

Für die Créme

  • 1 l fettarme Milch
  • eine halbe Vanilleschote
  • Schale von einer halben Zitrone, fein gerieben
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker
  • 120 g sehr feiner Hartweizengrieß (gibt es beim Griechen)

Außerdem

  • 200 g Butter
  • 1 Packung Filo-Teig (450 g)
  • rechteckige Form, 30 x 20 (oder 30 x 40)

1.
Zunächst den Sirup herstellen: Alle Zutaten in einen Topf geben, umrühren und aufkochen lassen. Etwa 4 Minuten leicht sprudelnd kochen. Der Sirup muss komplett auskühlen, bevor er weiterverwendet wird.

2.
Die Butter klären: Die Butter in Stückchen schneiden und ein einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn kein Schaum mehr entsteht, ist die Butter geklärt. In eine Schüssel füllen, der Bodensatz bleibt im Topf und wird nicht verwendet. Abkühlen lassen.

3.
Für die Créme wird die Milch in einem großen Topf erhitzt. Die Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote zur Milch geben. In einer Schüssel die Eier aufschlagen und verquirlen. Den Zucker, den Grieß und die Zitronenschale hinzufügen und gut vermischen, so dass keine Klümpchen zu sehen sind. Mit einem Schöpflöffel etwas heiße Milch unter Rühren in die Ei-Grießmasse geben. Ein paar Mal wiederholen. Die Ei-Grieß-Mischung zur Milch geben und gut umrühren. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Creme sollte jetzt dickflüssig sein. Zu fest darf sie nicht werden, damit sie auch nach dem Backen schön locker und cremig bleibt. In eine Schüssel umfüllen und die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.

4.
Wenn die Creme etwas abgekühlt ist, den Ofen auf 180° vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform mit der geklärten Butter fetten. Ein Teigblatt so in die Form legen, dass es an einer Seite aus der Form „hängt“. Mit Butter bestreichen. Das nächste Teigblatt in die Form legen, und zwar so, dass es an der anderen Seite überlappt. Erneut mit der Butter bestreichen und mit der Hälfte des Filos so weitermachen. Dabei jede Schicht buttern, sonst kann der Filoteig nicht gut durchbacken und später den Sirup aufnehmen.

 

Filoteig buttern

5.
Die Creme in die Form geben und glatt sreichen. Die Teigschichten, die aus der Form hängen über die Creme klappen und mit Butter bestreichen.

Galaktoboureko vorbereiten

6.
Den restlichen Filo doppelt falten und einzeln glatt auf die Creme legen. Erneut jede Schicht buttern, ganz besonders die letzte Schicht. Falls geklärte Butter übrig bleibt – bei mir waren es ca. 3-4 EL – lässt sich diese gut aufbewahren und zum Braten verwenden.

7.
Die überschüssigen Teigränder kann man jetzt abscheiden oder mit Hilfe eines Messers nach innen schlagen. Bevor das Galaktoboureko in den Ofen kommt, muss die Oberfläche mit einem spitzen Messer eingeritzt werden. Dazu einfach die Portionen einschneiden, dabei nur die obersten Schichten schneiden. In der Mitte des Ofens in ca. 45 Minuten goldbraun backen. Die Oberfläche muss schön kross sein.

Galaktoboureko gebacken

8.
Direkt nach dem Backen wird das Galaktoboureko mit dem Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup auf den Kuchen fließen lassen. Es sieht zunächst so aus, als würde dieser Sirup nie aufgenommen werden. Jetzt heißt 2-3 Stunden geduldig sein, bis sich das Galaktoboureko vollgesaugt hat und abgekühlt ist.

Galaktoboureko mit Sirup tränken

Galaktoboureko mit Zitronensirup

Dazu passt eine Kugel Eis.

Griechisches Galaktoboureko

Noch mehr Siropiasta:


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Galatopita – Milchpita ohne Filo

Galatopita ohne Filo

Γαλατόπιτα – Es gibt schon wieder Pita hier auf diesem Blog. Und wieder ist es eine Pita für Faule. Diese hier kommt ganz ohne Filo aus, deshalb wird sie auch in machen Regionen Griechenlands „barfüßige Pita“ genannt. Von den süßen Pitas ist Galatopita mein absoluter Favorit. Immer wenn meine Mutter fragt, was sie für Pita machen soll, dann sage ich Galatopita! Meine Mutter macht diese Pita mit Mehl statt Grieß und mit einem dickeren Filoteig als Boden. Diese Variante werde ich euch hier mal vorstellen.

Für meinen spontanen Süßhunger habe ich mich am Wochenende jedoch für diese Turbo-Variante entschieden. Sie passt auch gut in diese griechische Tastenwoche der Tirinis. In Griechenland bereiten sich die Gläubigen jetzt auf die große Fastenzeit vor Ostern vor. Und in der Woche der Tirinis (tiri=Schafskäse) darf alles außer Fleisch gegessen werden, es ist die letzte Woche in der Milch, Käse und Eier gegessen werden dürfen – bis zum Ostersonntag, der dieses Jahr auf den 01. Mai fällt. Aber so besonders genau kenne ich mich mit den Fasttagen nicht aus. Ich frage immer meine Mutter.

Für eine Springform (26 cm)

  • 1 l Milch (hier mit 1,5 % Fett)
  • Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 190 g feiner Hartzweizengrieß (gibt es beim Griechen oder Türken)
  • 150 g brauner Zucker und 50 g selbstgemachter Vanillezucker
    (bzw. 1 Vanilleschote oder Vanille-Aroma und 200 g Zucker)
  • 20 g Butter
  • 3 Eier
  • Zimt, zum Bestreuen
  • Butter zum Fetten der Backform

1.
Die Form mit Backpapier auslegen und den Rand der Backform mit etwas Butter fetten. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

2.
Die Zitrone heiß waschen und die Schale dünn mit einem Sparschäler schälen. Die Mich in einem Topf erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen. Die Zitronenschale zur Milch geben. Die Butter hinzufügen. Die Eier aufschlagen und mit einer Gabel kurz verkleppern.

3.
Wenn die Milch heiß ist, den Zucker und den Grieß langsam einrieseln lassen und mit einem Schneebesen umrühren. Die Hitze reduziere und so lange rühren, bis ein Brei entstanden ist. Vom Herd ziehen und die Eier vorsichtig und kräftig unterrühren, damit sie nicht stocken.

4.
Die Grießmasse in die Springform füllen und im heißen Ofen ca. 40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob die Pita durchgebacken ist, es sollte kein Teig mehr dranbleiben. Die Galatopita sollte dennoch schön saftig sein. Zum Servieren mit Zimt bestreuen.

 

 


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Kantaifi mit Nüssen

Kantaifi mit Nussfüllung

Κανταιφι

Süße kleine Stückchen sind diese Röllchen aus Kantaifi-Teigfäden, hier kennt man es auch als Engelshaar. Desserts und Kuchen aus Kantaif gibt es nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Türkei in Nordafrika und im arabischen Raum. Fast immer sind es mit Sirup getränkte Süßspeisen, die in Griechenland Siropiasta genannt werden. Baklava und Galaktoboureko zählen zu Siropiasta wie auch Melomakarona süße Pitas wie dieser Walnusskuchen.

Für dieses Kantaifi braucht man nicht viele Zutaten: außer den Teigfäden, die es beim Griechen oder Türken gibt ist eine gute Butter und aromatische Nüsse ausschlaggebend für den Geschmack. Für die Füllung kann man z.B. nur eine Sorte wie Walnüsse verwenden oder wie ich eine Mischung aus geschälten Mandeln, Walnüssen und Pistazien. Verfeinert wird die Nussmischung mit etwas Zimt.

Nussmischung für das Kantaifi

Bei uns zu Hause wird an Weihnachten nicht groß gebacken, zumindest früher nicht. Mein Vater hat deshalb oft an Heilig Abend etwas vom griechischen Konditor mitgebracht, meist Baklava oder eben dieses Kantaifi. Oder er hat Halva gemacht. Das gab es dann am ersten Weihnachtsfeiertag, da Heilig Abend für meine Eltern ein strenger Fastentag ist. Siropiasta gehören deshalb für mich zu Weihnachten einfach dazu.

Ich wünsche euch ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest.
Καλα Χριστουγεννα! Kala Christougenna

Übringes… dieses Kantaifi trieft nicht ganz so vor Sirup. Und bei Siropiasta gibt es eine Regel: der heiße Kuchen wird mit kaltem Sirup getränkt oder andersherum. Und so sieht das Kantaifi aus…

Kantaifi Teig

Für 24 Stück

  • 45o g Kantaifi (Teigfäden aus Filo)
  • 250 g Butter
  • 75 g Pistazien
  • 75 g Walnüsse
  • 75 g Mandeln
  • 2 TL Zimt

Für den Sirup

  • 400 ml Wasser
  • 450 g Zucker
  • Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Nelken

Das Kantaifi muss komplett aufgetaut sein. Entweder über Nacht im Kühlschrank oder mehrere Stunden bei Zimmertemperatur.

Für die Füllung: Die Mandeln mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten stehen lassen. So lässt sich die Haut besser entfernen. Wer Zeit sparen möchte, kauft gleich geschälte Mandeln. Von jeder Sorte ein paar Nüsse für die Deko beiseitelegen. Den Rest grob hacken und mit 2 TL Zimt mischen. Die Butter schmelzen lassen.

Für den Sirup das Wasser und den Zucker mit der Zitronenschale und den Nelken in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und ca. 1 Minute kochen lassen. Komplett abkühlen lassen.

Ein Küchentuch leicht befeuchten und bereit legen. Damit wird das Kantaifi, das gerade nicht bearbeitet wird bedeckt. Es trocknet sonst schnell aus und kann dann kaum noch verarbeitet werden.

Das Kantaifi aus der Verpackung nehmen, es ist in diesem Zustand ziemlich kompakt und muss aufgelockert werden. Die Teigfäden kleben aneinander. Mit ziehenden Bewegungen muss die komplette Masse aufgelockert werden und so die Teigfäden voneinander gelöst werden. Dazu am besten eine kleine Portion abtrennen und den Rest mit dem Küchentuch bedecken. Hier ist Geduld gefragt, denn Teigklumpen führen dazu, dass das Kantaifi später nicht gut gebacken wird und den Sirup nicht gut aufnehmen kann.

Kataifi lösen

Das Ergebnis sind lockere Teigfäden, die nicht mehr aneinanderkleben.

Aufgelockertes Kantaifi

Den Ofen vorheizen auf 160° Ober- und Unterhitze. Füllung und Butter bereitstellen. Eine ofenfeste Form großzügig mit der geschmolzenen Butter bestreichen.

Von den Teigfäden eine etwa handtellergroße Menge abtrennen und zu einem Rechteck auf einem Brett ausbreiten. Bei mir waren es ca. 18-20 g pro Portion, da ich kleine Stücke machen wollte. Etwas Füllung, einen knappen Teelöffel, auf das eine Ende geben und locker aufrollen. Dabei die Seiten mit aufrollen.

Kantaifi füllenGefülltes Kantaifi

In die Backform geben und großzügig mit einem Pinsel von allen Seiten buttern und nachformen. Mit dem nächsten Kantaifi weitermachen und sofort wenn es in die Form gelegt wird mit Butter großzügig bepinseln. Die einzelnen Röllchen werden ohne Zwischenabstand in die Form gelegt.

Kataifi fertig für den Ofen

Die fertig geformten Kantaifi mit der restlichen Butter (es sollten etwa 2 EL übrig bleiben) bestreichen. Bei 160 ° etwa eine Stunde backen bis sie goldbraun sind. Nach ca. 45 Minuten kontrollieren, damit sie nicht zu dunkel werden.

Kataifi mit Sirup

Das heiße Kantaifi wird mit dem abgekühlten Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup über das Gebäck geben. Mit den gehackten Nüssen z.B. Pistazien dekorieren.
Zugedeckt mehrere Stunden ziehen lassen.

Kataifi mit Sirup und Nüssen


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Herbstfreuden – Gebackene Quitten mit griechischem Joghurt

Gebackene-Quitten mit griechischem Joghurt

Κυδώνια στο φούρνο με γιαούρτι – Kidonia sto furno me jaourti

Gestern habe ich bei meinem Obsthändler Quitten entdeckt und habe mich spontan für dieses leckere Dessert entschieden. Es versüßt mir den Übergang in die kalte graue Jahreszeit. Ich mag Quitten ganz gerne, mein Vater hat sie früher roh gegessen und manchmal habe ich auch davon genascht. Es gibt wohl ein paar Sorten, die roh genießbar sind, und diese gab es im griechischen Bergdorf. In Griechenland kocht man aus Quitten überwiegend Marmelade oder Glyko koutaliou.

Quitten

Kaum Aufwand machen gebackene Quitten, die ich besonders gerne mit griechischem Joghurt mag.  Wer möchte kann übrigens noch Nelken oder Sternanis in den Sirup geben oder auch einen kräftigen Schuss Vin Santo. Ich finde aber, dass die Quitten genug Aroma mitbringen und gar nicht viel mehr brauchen. Beim Zucker bin ich etwas sparsam, ich finde 100g gr ausreichend, dadurch bleibt der Sirup etwas dünnflüssig, aber mich stört das nicht. Er wird beim Abkühlen etwas dickflüssiger. Ansonsten könnt ihr den Zuckeranteil erhöhen. Reste lassen sich übrigens tagelang aufbewahren, aber so lange halten sie bei mir nie vor.

Zutaten für ca. 6 Portionen

  • 4 Quitten
  • 1 Zitrone
  • 100 g Zucker
  • eine kleine Zimtstange
  • 1 großzügiger EL Thymianhonig (oder ein anderer Honig)

Zum Servieren

  • Griechischer Joghurt, ca. 2 EL pro Portion
  • ein paar Walnüsse oder Mandelblättchen

Die Zitrone auspressen und den Saft in einer Schüssel bereitstellen. Die Quitten vom Flaum befreien. Dazu reibt man sie mit einem Küchentuch kräftig ab. Danach gründlich waschen und abtrocknen. Die Quitten vierteln und das Kerngehäuse samt Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Quitten nicht schälen. Das Kerngehäuse beiseite legen, das wird gleich weiterverwendet. Vorsicht, die Früchte sind hart und man kann leicht abrutschen und sich verletzen…

Den Ofen schon mal auf 200 Grad vorheizen. Die Quittenviertel sofort im Zitronensaft wenden und in eine Auflaufform nebeneinander legen. Das Kerngehäuse mit 250 ml Wasser, 100g Zucker und der Zimtstange aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss einen großzügigen Esslöffel Honig hinzugeben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb geben, um die Quittenabschnitte und die Zimtstange zu entfernen. Noch heiß über die Quitten geben.

Die Auflaufform mit Alufolie zudecken und auf mittlerer Schiene ca. 50 – 60 Min backen. Dabei immer wieder kontrollieren und die Quitten mit dem Sirup beträufeln. Kurz vor Ende der Garzeit die Folie entfernen. Die Quitten sind fertig, wenn sie schön weich geworden sind. Man kann sie mit der Schale essen.

Etwas abkühlen lassen. Den Joghurt mit ein paar Esslöffel vom Sirup cremig rühren. Die Walnüsse knacken und aus der Schale befreien. Ich hatte heute frische Schälnüsse. Je nach Geschmack kurz in der Pfanne rösten.

Die Quitten mit dem Joghurt und den Nüssen anrichten und etwas von dem Sirup darüberträufeln. Statt Joghurt passt auch gut Vanilleeis.

 

 

 


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Vanilia Ypowrichio – ein zuckersüßes U-Boot

ein U-Boot aus Vanillezuckerpaste Vanilia tpobrichio

Βανίλια υποβρύχιο, Vanille U-Boot. Viel mehr als nur Zucker…

Drei Anläufe hat es gebraucht, bis ich diese „Vanilia“ endlich hinbekommen habe. Mein erster Versuch ohne Thermometer ging schief. Der zweite Versuch mit Mastix war geschmacklich nicht berauschend. Wahrscheinlich war ich viel zu sparsam mit dem Mastix. Aber jetzt hat es endlich geklappt: Ich habe selbstgemachte Vanilia, bzw. Vanilia upowrichio.

Was ist das überhaupt?

U-Boot (ypowrichio) wird diese zähe und sehr süße Paste genannt. Sie wird auf einem Löffel in ein Glas eiskaltes Wasser getaucht und so serviert. Man schleckt sie langsam vom Löffel, wie bei einem Lolli. Wer möchte, kann das Wasser auch trinken. Das gab es früher (also in den 70er Jahren) immer für uns Kinder, ich habe es geliebt. Ypowrichio besteht aus viel Zucker und verschiedenen Aromen. Besonders typisch ist Vanille oder Mastix, das Baumharz aus Chios, oder auch Rosenwasser. Letztes Jahr im Sommer hat mir unsere wundervolle Hotelbesitzerin zu meinem nachmittäglichem Frappé Vanilia spendiert. Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut, da ich diese Geste in Griechenland mittlerweile ein wenig vermisse. Sie fand das auch und zum Kaffee bekam ich diese einfache Süßigkeit dann die restlichen Urlaubstage an jedem Nachmittag.

Die selbstgemachte Vanilie ist leider nicht so fest wie die gekaufte, zumindest meine nicht. Aber der Geschmack kann es mit der gekauften locker aufnehmen.

Für zwei kleine Gläser

  • 600 g Zucker
  • 200 ml Wasser
  • 1 Vanilleschote
  • Saft einer halben Zitrone
  • emfehlenswert: 1 Lebensmittel-Thermometer

Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Den Zucker, mit dem Vanillemark, der Vanilleschote und dem Wasser in einem Topf geben. Zum Kochen bringen und so lange kochen lassen, bis eine Temperatur von 116 ° erreicht sind. Dabei mit einem Pinsel eventuell entstehende Zuckerkristalle von der Topfwand wegwischen.

Wenn die Temperatur von 116 ° erreicht ist den Zitronensaft dazugeben und 1 Minute weiterkochen. Man soll die Konsistenz auch prüfen können, indem man einen Tropfen des Zuckersirups in ein Glas kaltes Wasser gibt, der Tropfen soll eine formbare kleine Kugel bilden. Ich verlasse mich aber lieber auf mein Thermometer, das täuscht meine Sinne nicht.

Die Masse zum Erkalten in ein Gefäß geben, das die Temperatur nicht so gut speichert. Metall ist eher ungeeignet. Nun heißt es warten. Die Masse soll lauwarm abkühlen auf ca. 35 – 37°.

Zuckersirup kalt werden lassen für Vaniilia upobrichio

Sobald die Masse die richtige Temperatur erreicht hat wird gerührt. Ich gebe sie dafür in eine Schüssel und rühre mit dem Holzlöffel immer in eine Richtung. Beides wurde auf fast allen Websites und Blogs, die ich dazu konsultiert habe empfohlen. Das Rühren wird nach einiger Zeit ziemlich mühsam. Ich habe es auch schon mit dem Mixer probiert, aber mit dem Holzlöffel hat man die Konsistenz leichter unter Kontolle. Die Maße wird durch das Rühren weiß und fester, es soll eher eine zähe Creme werden. Das dauert ca. 15 Minuten. Es empfehlen sich weitere menschliche Küchenhelfer, die sich abwechseln…

Vanilia rühren

Sobald die Vanilia weiß und fest ist, könnt ihr sie in Gläser füllen und luftdicht verschließen. Dabei wird sie krümelig, aber nach einer kurzen Zeit im Glas wird die Konsistenz immer besser und vanilia-typisch.

Homemade Vamilia upowrichio

Nun heißt es Löffel und Wasserglas bereitstellen und genießen. Reicht für ganz viele kleine zuckersüße Pausen vom Alltag.

Vanilia Ypowrichio

Und während ich das hier schreibe, habe ich ein Glas mit Vanilia neben mir. Und ich würde sie wahnsinnig gerne mit Corinna von  Meinapulien teilen. Falls ihr ihren Blog noch nicht kennt, dann ab nach Apulien – zumindest virtuell. Corinna lässt uns an ihrem Leben in ihrer neuen Heimat Italien teilhaben und weckt in mir den Wunsch unbedingt als nächstes ihre ganz persönlichen Tipps rund um Apulien anzuschauen. Corinna hat mich nominiert und zwar als einzige für Ihren Liebster-Award. Und da muss ich selbstverständlich die Fragen beantworten. Mille grazie, Corinna!

Griechische und deutsche Wurzeln – welche sind stärker?
Tja, schwierige Frage. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, besitze immer noch meinen griechischen Pass und habe mich noch nicht in Deutschland einbürgern lassen. Ich denke auf Deutsch, mein deutscher Sprachwortschatz ist viel größer als der griechische. Und doch gibt es viele Momente, da kommen mir die griechischen Wörter viel leichter über die Lippen. 
Heimat ist, wenn ich in einer schwäbischen Kleinstadt selbstbewusst „a Prätzel“ bestellen kann, in München selbstverständlich „eine Breeze“ ordere und in Griechenland auf der Fahrt von Thessaloniki in ein kleines Bergdorf hinter einer ganz bestimmten Kurve das Meer sehe und nach weiteren Kurven endlich den Olymp.

Ist Deine Lebenseinstellung eher deutsch oder südländisch?
Ich glaube beides. und das Schöne daran ist, ich muss und will mich gar nicht entscheiden. Und noch viel besser: ich finde das typisch südländische und das typisch deutsche verschwimmt heutzutage sowieso. Typisch für mich, ist sicher eine Haltung, die ich von vielen kenne, die hier mit südländischen Eltern groß geworden sind. Aber das ist ein ganz anderes spannendes Thema…

Lieber griechische Großfamilie oder durchschnittlicher deutscher 2,04-Personen-Haushalt?
Und auch hier muss ich mit einem klaren sowohl als auch antworten :-)
 Ich genieße die Zeit mit meiner Familie und mit Verwandten und deren Verwandten, die dann auch gleich die Nachbarn mitbringen weil man sich doch über drei Ecken kennt und verwandt ist oder zumindest früher in der gleichen Nachbarschaft… Aber genauso gerne genieße ich meine temporäre 1,75 Personen-Kleinstfamilie in den eigenen vier Wänden.

Wenn Du Dich nicht gerade „rund ums Mittelmeer“ kochst, was isst Du gern?

Fast alles aus Asien, ich liebe Currys, das ist für mich richtiges Soulfood oder indisches Biryani. Mein Gewürzregal ist deshalb auch recht umfangreich. Mit Sushi habe ich mich spät angefreundet. Ich probiere fasst alles, außer Innereien. Ich stehe auf Streefood aller Art, das gemütliche Lokal um die Ecke und wenn ich die Gelegenheit habe dann gehe ich auch gerne ins Sterne-Restaurant. Mit Molekularküche kann ich jedoch nicht ganz so viel anfangen.

Dein ultimatives Lieblingsrezept für alle Lebenslagen ist: … ?
Eindeutig dieses hier: Makkaronia me tiri

Wie lang ist Dein Kochbuchregal und auf welches der Bücher könntest Du nicht verzichten?
Berufsbedingt, ich arbeite in einem Kochbuchverlag, stehen bei mir viele Kochbücher. Ich sortiere sie aber regelmäßig aus. Verteilt in der Wohnung sind es daher ca 4 Regalmeter. Ich bin bald wieder in Berlin und freue mich schon auf eine kleine gut sortierte Buchhandlung mit einer schönen Auswahl an englischsprachigen Kochbüchern. Auf was kann ich nicht verzichten? Vefa’s Kitchen, delicious daysJerusalem, MezzeΤα Χορτα, und noch ein paar andere… Außerdem schiele ich auf das uralte griechische Kochbuch meiner Mutter, das sie Anfang der 70er als frischgebackene Ehefrau geschenkt bekommen hat. (Mama, wenn Du das also liest… 🙂

Wohin reist Du gern, wenn es Dich nicht in den Süden treibt?
Ich reise wahnsinnig gerne in Städte. Etwas größer müssen sie sein, aber ob Ost, West, Nord, Süd, völlig egal.

Was hat Dich zum Bloggen gebracht?
Die Tatsache, das ich es sehr schade finde, wenn Zutaten, Zubereitungsarten und Gerichte „vergessen“ werden. Und ich finde es schade, wenn griechische Küche nur mit Fleischbergen assoziiert wird.

Wie motivierst Du Dich, regelmäßig zu bloggen?
Gar nicht. Das ist wahrscheinlich der griechische Anteil in mir und mein Ausgleich zum ansonsten strukturierten Alltag mit ellenlangen Todo-Listen. Ich plane meine Beiträge kaum. Es kann sein, dass ich mangels Zeit einen Blogbeitrag erst nach zwei Wochen veröffentlichen kann. Dann aber wiederum habe ich morgens nach dem Aufwachen eine Idee und am Abend geht der Beitrag online. 
Es macht mir einfach Spaß und so lange das so bleibt werde ich bloggen, wahrscheinlich immer relativ spontan.

Guter Stil und abwechslungsreiche Wortwahl – schreibst Du noch mehr als Deinen Blog?
Vielen Dank! Ich muss beruflich immer mal wieder Texte schreiben, die einen erklärenden oder werblichen Charakter haben. Oft werde ich aus dem Büro gerufen mit den Worten, „Kommst Du mal schnell, wir brauchen das in „Schön“. Und hin und wieder melden sich Freunde bei mir, die Texte für Websites brauchen. Ich schreibe gerne, kümmere mich aber nicht so gerne um Zeichensetzung und Rechtschreibung…

Deine Chance uns einen ganz besonderen Menschen aus Deinem Leben lobend näher zu bringen. Wer hat es besonders verdient?
Eine schwierige Frage Corinna! Verdient haben es mit Sicherheit ganz viele. Diejenigen, die mich unterstützen, die mit mir lachen, die mir die ungeschönte Wahrheit sagen. Und es gibt auch jemanden, der mir leider nichts mehr sagen kann und das ist mein Vater. Mein Vater war der Gourmet in unserer Familie und hat gerne Rezepte ausprobiert. Unerschrocken hat er sich an simple und komplizierte Gerichte gewagt, uns das Ergebnis vorgesetzt und danach hat er auch meist die Küche saubergemacht. Zufrieden war er dann wenn es perfekt war. Mit mir war er zum Glück nicht ganz so streng. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er die Vanilia nicht ganz so perfekt gefunden hätte, er hätte noch ein paar Versuche mehr gemacht und die Temperatur akribisch überprüft ebenso wie das Verhalten der Zuckerpaste. Er wäre geduldiger gewesen, so lange bis man sie nicht von einer gekauften hätte unterscheiden können.

 


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Karotten in Sirup – Gluko koutaliou karoto

Sirupkarotten mit und ohne Mandeln, Gluko koutaliou karoto

Γλυκό κουταλιού καρότο

Ich gestehe… vor ein paar Jahren konnte ich diesen traditionellen griechischen „Löffelsirup-Süßigkeiten“ nichts abgewinnen. Zu süß für den Sommer, zu altmodisch, zu langweilig. Und die Zubereitung erschien mir ziemlich aufwändig. Das hat sich jetzt wirklich geändert, wobei ich Gluko koutaliou, was frei übersetzt so viel wie Süßes vom Löffel bedeutet, selten pur esse sondern meist als Topping auf meinem griechischen Joghurt (im Sommer gerne auf gefrorenen) kleckse. Mehr als ein bis zwei  Löffel pro Portion schafft man übrigens nicht, denn diese in Sirup eingekochten Früchte (oder Gemüse wie hier die Karotten in Sirup) sind sehr, sehr süß. Serviert wird das Dessert zum kleinen griechischen Kaffee auf verzierten winzigen Tellerchen zusammen mit einem Glas Wasser – meist als Willkommensgeste. Mittlerweile ist diese Tradition fast in Vergessenheit geraten, ich habe jedoch den Eindruck, dass diese schöne Geste wieder im Kommen ist. Auch dieses Jahr habe ich das serviert bekommen, hier auf Instagram könnt ihr das sehen: Holzapfel und Kürbis. Ich konnte mich nämlich nicht entscheiden.

Süß eingekocht wird fast alles:

  • Früchte wie Kirschen, Trauben, Quitten, Bergamotte, Orange, Kumquat, Zedratzitronen, unreife Feigen, etc.
  • Gemüse: Auberginen, Kürbis, sogar Tomaten und Kartoffeln
  • und: unreife Walnüsse, Kastanien, etc.

Von meinem ersten Versuch, den Quitten, ist leider nichts mehr übrig geblieben, das Glas mit Karotten in Sirup, das mir meine Patentante dieses Jahr geschenkt hat ist leider auch fast leer. Von diesen süßen Karotten war ich so begeistert, dass ich sie unbedingt nachmachen wollte.

Da ich mich nicht entscheiden konnte habe ich zwei Varianten gemacht: Die eine Hälfte pur und die andere mit Mandeln. Als Aroma fand ich Vanille ziemlich passend zu den Karotten. Ich habe keine Glukose verwendet, da ich keine gefunden habe und zum sie nicht selber kochen wollte. Ein paar Löffel Glukose sorgen dafür, dass der Zucker nicht auskristallisiert und außerdem für einen schönen Glanz. Es geht aber auch ohne.

Zutaten

  • 1 kg knackige Karotten geschälte und geputzte Karotte (aus ca. 1,3 kg Karotten)
  • eine Prise Salz
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Zucker
  • 1 Bio-Orange
  • 1 Vanilleschote
  • 125 g ganze, geschälte Mandeln

Gefüllt habe ich damit 2 Gläser à 250 ml. und 4 Gläser à 185 ml.

Bevor es losgeht, müsst ihr die Gläser sterilisieren. Ich mache das immer mit kochendem Wasser.

Die Karotten schälen, die Enden abschneiden und fein hobeln. Ich habe das mit dem Sparschäler vom Hand gemacht… meditatives Hobeln sozusagen.

Karottenscheiben für Sirupkarotten, Gluko koutaliou karoto

Die Karottenscheiben in Wasser mit einer Prise Salz etwa 10 Minuten blanchieren. Falls dabei Schaum entsteht, einfach abschöpfen. Die Karotten sollten etwas weicher sein aber noch ziemlichen  Biss haben. Abgießen und gut abtropfen lassen.

Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Von der Orange ein paar Stücke von der Schale hobeln und eine Orangenhälfte auspressen.

Zucker mit Vanille für die Sirupkarotten

In einem großen Topf das Wasser mit dem Zucker (ich nehme hellen Rohrohrzucker) zum Kochen bringen und die Orangenschale, das Vanillemark und die Vanilleschote hinzufügen. Bei relativ hoher Hitze Kochen und den entstehenden Schaum abschöpfen und weggießen. So lange kochen bis ein Sirup entsteht. Er ist fertig, wenn ein kleiner Tropfen auf einem Teller seine Form behält und nicht mehr fließt. Bei mir hat das ca. 30 Minuten gedauert.

Die Karotten hinzufügen und wieder aufkochen lassen. Weitere 15-20 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze kochen lassen, bis der Sirup wieder andickt, den Orangensaft hinzufügen und noch ca. 2 Minuten kochen. Und wieder die Konsistenz des Sirups prüfen.

Die Hälfte der Sirupkarotten in die vorbereiteten Gläser füllen. Die Mandeln zur den restlichen Karotten geben, gut umrühren und ebenfalls in die verbliebenen Gläschen füllen.

Schmeckt in winzigen Portionen pur (1 Löffel) zum Kaffee – oder über griechischem Joghurt und zu Eis. Ich mag das Gluko koutaliou immer gut gekühlt.

Sirupkarotten mit und ohne Mandeln


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Zu Gast… bei Sugarprincess mit Zitronenpita

Lemonopita - Zitronenpita

Yushka von Sugarprincess hat mich heute eingeladen und als Geschenk bringe ich ihr eine Lemonopita (Λεμονόπιτα) mit. Das ist eine süße Pita mit Zitronen und Filoteig. Ein kinderleichtes Rezept: Aus Joghurt, Eiern, (Oliven-)Öl, Zitronenschale, Zitronensaft und Zucker wird ein ziemlich flüssiger Teig angerührt – fast wie Pfannkuchenteig. Struktur und Halt bekommt das Ganze durch kleingeschnittenen Filoteig. Nach dem Backen wird der Kuchen noch mit einem zitronigem Sirup getränkt. Populärer als diese Lemonopita ist übrigens Portokalopita (Orangenpita).

Den Sirup könnt ihr übrigens auch mit Nelken oder Zimtstangen aromatisieren. Im Sommer lasse ich diese Gewürze gerne weg. Das Rezept für die zitronig-süße Lemonopita findet ihr auf Sugarprincess.

Yushka hat übrigens ziemlich viele griechische Rezepte auf ihrem Blog. Angetan hat es mir ihre Lagana. Die probiere ich nächstes Jahr aus. (Warum erst im nächsten Jahr… verrate ich euch nächstes Jahr  😉 Vielleicht schaue ich mir bei ihr auch den Teig für selbstgemachten Filo für salzige Pitas ab. Sie bereitet ihn etwas anders zu, als ich es in der Theorie kenne. Und was ich absolut liebe ist Stifado. Yushka macht es mit Kalbfleisch, ich liebe seit Kindertagen Stifado vom Kaninchen (damals habe ich den Zusammenhang zwischen „davongehoppelten Kaninchen“ und leckerem Essen nicht durchschaut …). Yushkas Rezept werde ich ausprobieren und meine Mutter beim nächsten Griechenlandbesuch in ein paar Wochen sanft überreden wieder mal Stifado für mich zu kochen.


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Halva – ein Dessert im Handumdrehen

Eines meiner Lieblingsdesserts aus dem Vorrat – Halva mit Grieß (Halvas simidgalenios, Χαλβλας σιμιγδαλένιος)

Halva Grieß , Halvas simigdalenios,  Halva semolina

Grieß aus Hartweizen, Zucker, Öl, Wasser und ein paar Gewürze wie Zimt und Zitronenschale braucht es für Halva.  Dazu noch zwei Töpfe und ca. 2o Minuten Zeit, mehr nicht. Genau deswegen liebe ich Halva. Er ist fix aus meinem Vorrat gezaubert. In Griechenland gibt es ihn besonders oft zu Weihnachten für mich geht er aber immer!

Die Zutaten werden mit einer Tasse gemessen und das Mengenverhältnis des klassischen Rezeptes ist: 1 Einheit Öl, 2 Einheiten Grieß, 3 Einheiten Zucker, 5 Einheiten Wasser.  Ich reduziere in meinem Rezept den Zucker und auch das Wasser. Probiert ruhig beide Varianten aus, wenn ihr Lust habt. Natürlich nehme ich Olivenöl, wem das zu geschmacksintensiv ist, der kann zum Beispiel Sonnenblumenöl verwenden. Wenn ich Lust auf Nüsse habe, nehme ich das, was ich im Haus habe: Walnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Pistazien, Mandeln. Rosinen passen übrigens auch wunderbar dazu.

Zutaten für Halva

Ich wollte die Zutaten noch abwiegen, aber meine beiden Küchenwagen verweigerten nach dem Messen des Zuckers den Dienst. In einer Tasse passten 225 g Zucker.

Für den Sirup:

  • 4 Tassen Wasser
  • 2 Tassen Zucker
  • 1 Zimtstange
  • Schale einer Zitrone (keinen Abrieb)
    auch sehr schön: Orangenschale oder beides zusammen
  • 3-4 Nelken (wer hat und mag)

Und dann noch:

  • 2 Tassen Hartweizengrieß
    Ich verwende am liebsten 1 Tasse feinen Grieß und 1 Tasse groben Grieß (gibt es beim griechischen oder türkischen Lebensmittelhändler).
  • 1 Tasse Olivenöl
  • eine Handvoll Pinienkerne

Halva in FörmchenSo wird es gemacht

Zuerst werden die Nüsse ohne Fett in einer Pfanne oder im Topf geröstet. Wenn sie duften und Farbe bekommen haben in eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen.

In einem Topf das Wasser mit dem Zucker der Zitronenschale, der Zimtstange und eventuell den Nelken aufkochen etwa 2-3 Minuten köcheln lassen. Dabei ein Mal kräftig umrühren, damit sich der Zucker schnell auflöst und nicht verbrennt. Den Sirup beiseite stellen. Streng genommen ist es dünnflüssiges Zuckerwasser, in Griechenland wird es Sirup genannt.

In einem weiteren Topf (in dem ihr zum Beispiel die Nüsse geröstet habt), das Öl heiß werden lassen und den Grieß hineingeben. Unter ständigem Rühren den Grieß nun anbraten. Er muss etwas dunkler werden und anfangen zu duften. Das kann 5-8 Minuten dauern aber ab einem gewissen Punkt geht es ganz schnell. Also am besten ständig rühren und immer am Topf bleiben.

Wenn der Grieß soweit ist zieht ihr den Topf vom Herd und gießt den Sirup unter Rühren rein. Vorher die Zimtstange, Zitronenschale und Nelken rausfischen. Achtung!!! Es kann spritzen und die Masse ist wirklich extrem heiß. Also am besten etwas Abstand vom Topf halten und nicht gerade in dieser Phase interessiert reinschauen. Sobald das geschafft ist den Topf wieder auf den Herd ziehen und weiterrühren bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Der Halva ist fertig, wenn er zu einem dicklichen Brei geworden  ist und sich fast von allein vom Topfrand löst. Das dauert ein paar Minuten.

**Nachtrag: Eine Freundin, die den Halva gestern just nachgekocht hat, meinte, dass ihr Halva sich nicht besonders schön, aus der Form lösen lies. Fetten müsste man die Form nicht, da der Halva ja schon genug Fett mitbringt. Es ist jedoch wichtig, ihn so lange zu köcheln, bis er sich von allein vom Topfrand löst und quasi und sich komplett mit dem Rührlöffel bewegt. Bei einem beschichteten Topf ist das besonders gut zu sehen.

Nun könnt ihr den Halva in Förmchen füllen und später stürzen. Oder ihr nehmt eine Kuchen- oder Auflaufform und schneidet ihn nach dem Stürzen in Stücke. Je nach Geschmack mit Zimt bestäuben und mit Nüssen dekorieren. Ich esse die erste Portion meist heiß aus dem Topf.

Halva-Sorten:  Der Halva aus Grieß ist der beliebteste Halva, der in Griechenland zubereitet wird. Es gibt eine Variante mit Stärke statt Grieß: Halva Farsalon, benannt nach der Stadt Farsala. Er sieht wie ein dunkler Geleewürfel aus. Die dritte Halva-Sorte, die man im Supermarkt kauft, ist auf Basis von Tahin. Tahin ist eine Paste aus geröstetem und gemahlenen Sesam. Halva ist nicht nur in Griechenland beliebt. Varianten gibt es in Indien, Arabien, der Türkei…

Halva mit Grieß, Semolina. Halva Simigdali


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Süße Quitte in Sirup

oder Gluko Koutaliou Kidoni  – Γλυκό κουταλιού κιδώνι

Quitte in Sirup Gluko Koutaliou Kidoni

Inspiriert von Ioannas eingelegten Trauben habe ich mich an die Quitten gewagt, die mir eine liebe Kollegin geschenkt hat. Gluko Koutaliou heißt übersetzt einfach Löffeldessert: Eine winzige Portion, die gerade auf einen Löffel passt wird zu Kaffee und Wasser gereicht, oder garniert Eis und Kuchen.  Eingemacht werden neben Quitten und Trauben auch Kirschen, Orangen, Zitronen, unreife Nüsse, Feigen sogar Tomaten und Baby-Auberginen und mein Liebstes: Bergamotte.

Wenn mir jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass ich bald über mein erstes eigenes Löffeldessert schreibe… unvorstellbar. Aber Ioanna von Griechische Küche hat mich mit Ihrem Blogbeitrag dazu verführt. Ευχαριστω Ιωαννα!
Ich habe bei der Suche nach einem Rezept das einfachste mit den wenigsten Zutaten genommen und nach Telefonaten, die mich nicht weitergebracht haben, einfach mal losgelegt.  Auf die Frage nach der Kochzeit bekam ich lediglich „lange genug“ zu hören. „Wann weiß ich, dass der Sirup fertig ist?“ „Ach, merkst Du schon!“.

Ich habe mich an Ioannas Tipp gehalten und es hat funktioniert.

Gebraucht habe ich: 

  • 1 Kilo Quitten
  • 900 g Zucker
  • 900 ml Wasser
  • etwas Vanillezucker

Dieses Rezept habe ich in einem uralten Kochbuch aus den 80ern gefunden. Im Originalrezept werden zum Schluss Mandelblättchen in den Sirup gerührt. Die habe ich weggelassen, da ich erst mal die ganz pure Variante ausprobieren wollte. Ausschlaggebend für meine Wahl für dieses Rezept war das Fehlen von Glukose und Blättern der Apfel-Pelargonie oder Duftpelargonie (?). Wer das kennt, möchte mir bitte schreiben

Und so habe ich es gemacht. Die Quitte habe ich geschält und vom Gehäuse befreit. Davon habe ich Quittengelee (siehe Bild mit den drei Gläsern) gemacht. Die Quitte habe ich in schmale Spalten geschnitten und in 900 ml  Wasser bei geschlossenem Deckel weich gekocht. Im Nachhinein hätte ich hier geduldiger sein sollen und sie etwas länger kochen sollen.

Als die Quitte weichgekocht war, habe ich den Zucker und den Vanillezucker hinzugefügt und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen bis irgendwann ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Das hat so ca. knapp 1,5 Stunden gedauert. Als die Tropfenprobe gelang habe ich die Mischung in Gläser verteilt. Bei mir ist ganz schön viel Sirup entstanden, den übrigen habe ich in ein Gläschen gefüllt siehe Bildergalerie 🙂 – und werde ihn zum Tränken von einem Kuchen verwenden.