Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


2 Kommentare

Kourabiedes – Zartes Gebäck unter Puderzuckerschichten

Kourabiedes - griechisches Weihnachtsgebäck mit Mandeln und Puderzucker

Kourabiedes sind das griechische Weihnachtsgebäck schlechthin. Ab Dezember gibt es sie überall in den griechischen Konditoreien: schneeweiß und zu Pyramiden aufgetürmt. Das mürbe Gebäck ist mit einer dicken Puderzucker-Schicht überzogen. Das macht es fast unmöglich einen Kourabie zu essen, ohne dass man sich mit Puderzucker bestäubt. Ich klopfe das meiste vom Puderzucker ab, aber trotzdem…  Ein anderes traditionelles Weihnachtsgebäck sind die in Sirup getränkten Melomakarona. Hier staubt nichts, aber die Finger sind nach dem Essen leicht klebrig.

Für Kourabiedes braucht man nur ein wenige Zutaten: Butter, Mehl, Mandeln und Puderzucker. Die Mandeln sind in der Regel ungeschält und werden im Backofen geröstet und dann grob zerkleinert unter dem Teig gemischt. Ich mag es, wenn im Teig grobe Mandelstücke sind. Das macht für mich einen Kourabie aus.

Ziegenbutter aus Griechenland

Ganz traditionell werden Kourabiedes aus Schafs- oder Ziegenbutter oder einer Mischung daraus hergestellt. Diese ist hier wirklich schwer zu bekommen. Letztes Jahr war ich in München erfolglos und habe mir eine Packung „egioprovio boutiro“ wie diese Butter in Griechenland genannt wird, mitgenommen. Die Butter ist hell, und wird bei Zimmertemperatur schnell weich. Man bekommt sie in Gläsern. Ich vermute, dass es geklärte Butter ist. Der Geruch erinnert an Ziege, Schaf, ihr wisst schon. Nach dem Backen ist der dominante Geschmack nach Ziege verflogen und die Kourabiedes werden wirklich köstlich. Diesen ganzen Aufwand (Flug nach Griechenland, Transport, Kühlung, etc) kann man sich auch sparen und eine wirklich gute Butter aus Kuhmilch kaufen. Es gibt auch Rezepte, in denen Margarine verwendet wird. Aber da sträuben sich bei mir ehrlichgesagt alle Nackenhaare. Für Kourabiedes braucht man erstklassige Butter, Punkt! Diese Butter muss man so lange mit Puderzucker schlagen, bis eine wirklich cremige Konsistenz entstanden ist. Bei der Ziegenbutter erinnert das Ergebnis an geschlagene Sahne. Dann erst darf man das Mehl unterrühren. Und nur so werden Kourabiedes so schön mürbe und zart.

Traditionell werden Kourabiedes zu Halbmonden, ovalen kleinen Stangen oder runden Plätzchen geformt.

Zutaten für ca. 25 Stück 

  • 200 g ganze ungeschälte Mandeln
  • 250 g kalte Butter
  • 80 g Puderzucker
  • 500 g Mehl
  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zum Dekorieren

  • 1-2 EL Blütenwasser (gibt es beim Griechen, Türken, Araber)
  • 150 g Puderzucker

1.
Die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 2oo ° im Ofen etwa 8 Minuten rösten. Abkühlen lassen. Der Ofen kann weiter vorheizen.

2. 
Die kalte Butter mit dem Puderzucker in eine Schüssel geben mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis eine helle, fast weiße Creme entstanden ist. Glücklich, wer die Arbeit einer Küchenmaschine überlassen kann. Mit dem Handrührgerät dauert das gut 15 Minuten. Nicht schlapp machen. Das Ergebnis sind sehr zarte Kourabiedes. Je länger geschlagen wird, desto besser.

Geschlagene Ziegenbutter

3.
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit der Orangenschale, dem Backpulver und dem Salz mischen. Unter die Butter ziehen. Die abgekühlten Mandeln ebenfalls dazugeben und alles kurz zu einem Mürbteig verkneten.

4. 
Aus dem Teig kleine Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit einigem Abstand voneinander legen. Mit dem Finger eine kleine Vertiefung in die Mitte drücken. Im heißen Ofen etwa 20 – 25 Minuten backen. Wenn die Kourabiedes Risse bekommen, dann ist das kein Drama, ganz im Gegenteil. Die Kourabiedes aus dem Ofen nehmen und ein ca, 10 Minuten ruhen lassen. Da die Butter noch weich ist, sind sie noch sehr brüchig.

5. 
Die etwas abgekühlten Kourabiedes mit Blütenwasser bestreichen und vorsichtig im Puderzucker wälzen. Auf einer Platte arrangieren und jede Lage großzügig mit Puderzucker bestäuben.


Hinterlasse einen Kommentar

Moustalevria

Moustalevria - griechische Mistcreme

Es gibt etwas Süßes: eine sehr einfache Creme aus Most, bzw. frischem Traubensaft. Das Wort Moustalevria setzt sich aus den Worten Most (Moustos) und Mehl (Alevri) zusammen. Das war es auch schon. Während der Weinlese wird aus dem frisch gewonnenen Traubensaft diese Süßigkeit gekocht.

Nachdem ich keine Most in München gefunden habe, und auch engagierte Weinhändler kratzten sich eher am Kopf und schlugen vor, die Trauben selbst zu pressen. Ich kann euch sagen, dieser eher kleine Aufwand lohnt sich. Für diese eher feste Traubencreme kann man weiße oder blaue Trauben nehmen oder wie ich, einfach mischen. Auf dem Münchner Viktualienmarkt habe ich mir ziemlich viel Zeit genommen, um Trauben auszusuchen. Ich durfte bei einem meiner Lieblingsstände mich durch alle Traubensorten durchprobieren. Entschieden habe ich mich für die leckersten, die schon von sich aus süß genug sind: dunkle und helle Muskat-Trauben.

Verschiedene Trauben

Ein paar Tage vorher hatte ich eine Duftgeranie entstanden. Die Blätter werden in Griechenland häufig für Glyko koutalio, süß eingekochtes Obst, verwendet. Uns so landeten zwei Zweige mit jungen Blättern in meiner Moustalevria.

Duftgeranie oder Duftpelargonie. Die Blätter eigenen sich für Süßspeisen

Zucker verwende ich keinen. Wer es sehr süß haben möchte, der lässt den Saft einfach länger kochen, so dass durch die Reduktion der Zuckergehalt steigt. Dann muss die Stärkemenge reduziert werden.

Die Moustalevria kann man in flache Schälchen füllen oder man streicht sie in eine Springform und schneidet daraus Rauten oder Quadrate. Dekoriert wird sie mit Sesam und gehackten Walnüssen.

Und in Würfel geschnitten macht sie sich auch ziemlich gut auf einer Käseplatte.

Zutaten

  • 2 kg Trauben (sollte gut 1 l Traubensaft ergeben)
  • 120 g Speisestärke
  • optional: 2 Zweige Duftgeranie
  • 50 g Sesam (hier ungeschält)
  • 8 Walnusshälften
  • ein paar Trauben zum Dekorieren

1.
Die Trauben waschen von den Stielen befreien und im Mixer pürieren. Wer einen Entsafter hat, der nutzt einen Entsafter. Durch ein Sieb geben, abtropfen lassen. Mit einem Löffel oder mit den Händen so viel Saft wie möglich ausdrücken. Vier bis fünf Mal durch ein Sieb geben damit möglichst alle Kerne und Schalenstückchen herausgefiltert werden.

Frischer Traubensaft

2.
Den Saft in einen Topf geben, dabei 2 Schöpflöffel in einer Schüssel beiseite stellen. Den Traubensaft zum Kochen bringen und köcheln lassen. Dabei entsteht Schaum, diesen abschöpfen. Die Duftgeranienzweige zum Saft geben. Ca. 15 Minuten sanft köcheln. Je länger der Saft kocht, desto süßer wird die Creme.

3.
In einer trockenen Pfanne den Sesam rösten und auf einem Teller beiseite stellen.

4.
In der Zwischenzeit die Stärke in den zurückbehaltenen Saft sieben und gut verrühren, damit nichts klumpt. Diese Masse langsam in den Topf geben und sehr gut umrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Nach ein paar Minuten dickt die Masse ein.

5.
Die Geranienzweige herausnehmen. Den Boden von ca. 7-8 kleine Schlüsselchen mit Sesam bestreuen. Die Moustalevria hineinfallen und mit dem restlichen Sesam betreuen. Mit den Walnüssen und den Trauben dekorieren.

Moustalevria - Traubencreme

Aus Most kann man übrigens auch Moustokouloura machen. Statt dem Traubensirup wird der frische Traubensaft verwendet.


4 Kommentare

Kulinarisches Päckchen aus Griechenland – von Monthly Flavors

Monthly Flavors - Mai-Foodbox

Foodboxen gibt es ja so einige. Mein Bruder har mir öfter welche geschenkt. Wir schenken uns nämlich am liebsten etwas, was man verbrauchen kann: also manchmal Kosmetik und meistens Essen! Rund um seinen letzten Geburtstag hatte ich von Monthly Flavors gehört und ihm eine Box aus Griechenland schicken lassen. Bedankt hat er sich mit „lecker, wir haben schon alles aufgegessen“.

Was ist Monthly Flavors? Eine griechische Foodbox mit Produkten von kleinen griechischen Produzenten und Manufakturen, sorgfältig ausgesucht und liebevoll verpackt. Das Startup aus Athen gibt es seit dem letzten Jahr. Die Idee: Produkte von kleinen Produzenten direkt zu den Konsumenten zu bringen. Klar, das ich so etwas gut finde. Gerade kleine Familienbetriebe haben es mit der Vermarktung ihrer Produkte schwer, vor allem außerhalb Griechenlands. Die Macher von Monthly Flavors suchen genau solche Produkte und versenden die Boxen an Interessenten. Der Inhalt der Box wird dabei geheim gehalten. Von Monthly Flavors hatte mir Wassilis vom Blog Eulen aus Athen erzählt. Er berichtet regelmäßig über griechische Startups und hat dafür gesorgt, dass ich vor ein paar Wochen eine Box bekommen habe. Vielen Dank dafür.

Foodbox von Monthly Flavors - Kulinarisches auf Griechenland

So war ich gespannt, als das Päckchen endlich ankam. Das gibt übrigens erstaunlich schnell. Was mir sofort auffällt ist die sorgfältige und einladende Aufmachung. „Discovery starts in a box. hand selected especially for you“.

Montthly Flavors Paket auspacken

So eingeladen musste ich mich fast bremsen, um die Box nicht einfach aufzureißen. Monthly Flavors gibt sich viel Mühe, schon das Auspacken macht viel Spaß. „Flavorful journeys in a single box“ steht auf einer blau bedruckten Karte, auf der die Region der Produkte und deren Beschreibung zu finden ist. Seidenpapier, das bedruckt ist mit Biographien altgriechischer Philosophen raschelt und gibt den Blick auf das Innere frei. Dann geht es ans Auspacken, der in grünen Seidenpapier gehüllten Viktualien.

Karte von Monthly Flavors

Das war in meiner Box:

Carob Honig aus Kreta

Carob Honig von Ancient Lappa im Paket von Monthly FlavorsSchon das erste Produkt ist eine Überraschung: Carob Honig. Carobmehl wollte ich letzten Sommer aus Griechenland mitbringen, es paste nicht mehr in den Koffer. Carob (gr. Charúpi) wird aus den Früchten des Johannisbrotbaums gewonnen, noch vor 60 Jahren wurde es in unserem Bergdorf an Schweine verfüttert. Mittlerweile ist Carob in vielen griechischen Reformhäusern zu finden. In einem kleinen Laden mit kritischen Produkten hab eich ein ganzes Sortiment entdeckt, sogar die ganzen Hülsenfrüchte. „Besser als jeder Cholesterinsenker“ meinte der Inhaber. Carob Honig hatte er jedoch nicht. Eine Rarität heißt es auf der Karte. Der Honig ist klasse, ich esse fast jeden Tag Honig zum Frühstück und freue mich sehr über diese Abwechslung. Der Honig duftet intensiv nach Karamell und auch nach dunkler Schokolade und genau das schmeckt man auch raus. Großartig, müsst ihr probieren.

Apfelchips mit Zimt und Honig aus Attika

Apfel Chips mit Honig und Zimt im Paket von Monthly Flavors„Der Snack, der zu uns passt, weil er das Beste in uns weckt“. So ähnlich steht es auf der Rückseite der Verpackung. Überhaupt ist nicht nur die Box von Monthly Flavors sorgfältig konzipiert und gestaltet. Mich überrascht das wirklich schöne und liebevolle Verpackungsdesign aller Produkte der Box. Die Apfelchips habe ich mir mit meinem Sohn geteilt. Das heißt, er war schneller und hat den Großteil der Tüte gegessen. Sehr lecker waren sie. Keine Konservierungsstoffe und keine Aromen sind auf der Zutatenliste zu finden, sondern lediglich Äpfel, griechischer Honig und Zimt. „Raw, not baked, not fried.“

Gebäck mit Käse aus Thessaloniki

Cheese Breadsticks im Paket von Monthly FlavorsIch gebe zu, die hätte ich mir nicht gekauft. Immer schmeckt so etwas künstlich. Ich gebe aber auch zu, dass diese Packung sofort leer war. Mit einem Glas Wein auf dem Balkon war die kleine Tüte schnell verputzt (hier war ich schneller als mein Sohn). Das Päckchen hätte größer sein können. Überrascht bin ich vom Geschmack, fast wie selbst gemacht: nicht zu salzig und überhaupt nicht künstlich.

 

Sweet Relish Sauce aus Attika

Sweet Relish im Paket von Monthly FlavorsDas ist mal so gar nicht typisch griechisch: ein Relish aus Kohl, roter Paprika, Gurke, Zwiebeln, Senfsamen, Kurkuma, Weinessig, Zucker und Salz. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich keine Gurken mag und sie überall rausschmecke? Dafür ist das Gläschen schon zu einem Drittel leer. Empfohlen wird es zu Bruschetta. Wenn es schnell gehen muss kommt ein Löffelchen davon auf mein Käsebrot und lecker finde ich es auch zu Ofen- oder Pfannengemüse.

 

Geräuchertes Paprikapulver aus Thessaloniki

Geräuchertes Paprikapulver aus Thessaloniki im Paket von Monthly FlavorsAls Nordgriechin kenne ich das natürlich und habe letztes Jahr schon welches aus Griechenland mitgebracht. Nun habe ich erfreulicherweise Nachschub.In Deutschland kennt man hauptsächlich das spanische. Ich verwende es ziemlich großzügig fast überall: in Tomatensaucen, zu Fleisch, hin und wieder in Keftedes. Ein must have.

 

 

 

Croutons mit Kalamata-Olivenpaste und Vollkornroggen aus Kreta

Croutons mit Kalamata Oliven im Paket von Monthly FlavorsBei diesem Produkt ging es mir wie beim Käsegebäck. Hätte ich mir wahrscheinlich nicht gekauft. Und auch hier ist die Zutatenliste erfreulich kurz und enthält nur Zutaten, die man kennt und selbst verwendet. Sogar das verwendete Olivenöl wird mit nativ extra angegeben. Ein Teil landete im Salat und der größere Teil wurde wieder auf dem Balkon mit meinem Sohn geteilt bei Wein (ich) und Apfelsaftschorle (mein Sohn).
Diese Croutons kann ich mir auch sehr gut zu Trachana vorstellen.

Die Box

Insgesamt fand ich die Box sehr gut zusammengestellt. Ich hätte mir vielleicht mehr „pure Zutaten“ gewünscht. Aber da bin ich nun mal eigen. Wirklich angetan war ich von der hohen Qualität aller Produkte und der sorgfältigen Aufmachung. Die Idee der Box kann ich nur unterstützen. Monthly Flavors kauft Produzenten ihre Produkte und stellt sie in den monatlichen Boxen zusammen. Kunden oder Abonnenten entdecken regelmäßig Kulinarisches aus Griechenland.

Für mich als Foodie genau das richtige Geschenk.

Hier gibt es alle Infos zu Monthly Flavors.

<  zurück zu Aufgelesen


12 Kommentare

Marmelade aus Mispeln mit Vanille

Marmelade aus Mispeln

Mousmoula heißen Mispeln auf Griechisch, auch Mespilies und Nespola. Ich verpasse die Saison meist, wenn ich im Hochsommer in Griechenland bin. Säuerlich-süß und sehr saftig sind diese leuchtend orangefarbenen Früchte, die von weitem mit Aprikosen verwechselt werden könnten. Wenn ich sie hier finde, dann kaufe ich mir ein paar zum Naschen. Diesmal habe ich ein paar mehr gekauft und Mispelmarmelade gekocht.

Dabei habe es mir ziemlich einfach gemacht und Gelierzucker verwendet. In Griechenland habe ich den noch nie gefunden. Dort kocht man Marmelade mit normalem Zucker. Das braucht etwas mehr Zeit, bis die Marmelade geliert. Mit dem handelsüblichen Gelierzucker ist die Marmelade hingegen schnell gekocht.

Für 5 kleine Gläser
(à 175 ml)

  • 1 kg geputzte Misteln (ca. 1,6 kg Früchte)
  • 500 g Gelierzucker (2:1)
  • Saft einer halben Zitrone
  • ein Drittel einer Vanilleschote

1.
Die Mispeln schälen und von den Kernen befreien, das braucht etwas Geduld. Es empfiehlt sich mit Handschuhen zu arbeiten, der Fruchtsaft verfärbt die Haut  Für mich ist es einfacher, wen ich die Früchte zunächst halbiere. Die Schale lässt sich ganz einfach mit einem Messer abziehen. Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Kerne – jede Frucht hat zwei bis drei davon – entfernen und auch das Häutchen im Inneren der Frucht. Braune Stellen entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Fruchtwürfel sofort mit Zitronensaft vermischen, damit sie sich nicht verfärben.

2.
Die Misteln mit dem Gelierzucker in einem großen Topf geben. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Je nach Geschmack die Mispeln leicht pürieren. Ich püriere meist einen großen Teil und lasse ein paar Stückchen in der Masse. Mit der Vanilleschote zu den Mispeln geben. Alles gut vermengen. Ca. 30 Minuten stehen lassen.

3.
Die Mispeln zum Kochen bringen und ca. 4-6 Minuten sprudelnd kochen (bzw. nach Anweisung auf der Packung des Gelierzuckers). Dabei ständig umrühren. Nun sollte die Marmelade gelieren, wenn ihr davon einen Tropfen auf einem kalten Teller gebt.

4.
Die Vanilleschote aus dem Topf fischen. Die Mispel-Marmelade heiß in die bis zum Rand in die vorbereiteten Gläser füllen. Verschließen und umgedreht abkühlen lassen.


Ein Kommentar

Krasokouloura – Koulourakia mit Rotwein

Krasokouloura - griechische Wein-Koulourakia

 

Wenn ich in Griechenland bin dann gibt es fast nie griechischen Kaffee ohne Koulourakia für mich. Selbst bei 40 Grad im Schatten suche ich im Schrank meiner Mutter nach meinen Lieblingssorten. Nur Willensstärke (wozu?) und leere Küchenschränke zwingen mich meinen Kaffee „trocken“ zu trinken. Letzteres wird mir jedoch bei meiner Mutter niemals passieren. Sie hat meist mehrere Sorten von ihren Lieblingskonditoreien vorrätig, für Gäste natürlich. Und da meine Mutter alle Fastentage der griechisch-orthodoxen Kirche sehr streng einhält, hat sie auch immer eine Auswahl an „nistisima Koulourakia“ im Haus.

Diese Krasokouloura sind für die Fastenzeit geeignet, denn sie werden ohne Butter und ohne Eier gebacken. Dafür kommt Rotwein in den Teig, der für viel Aroma und eine dunkle Farbe sorgt. Schnell gebacken sind sie auch, deshalb mache ich sie relativ häufig. In diesem Rezept verwende ich nicht so viel Zucker, daher ist dieses Gebäck nicht besonders süß. Wer sie süßer haben möchte, der muss etwas mehr Zucker nehmen. Wer auf Alkohol verzichten möchte, der nimmt frisch gepressten Orangensaft.

 

Für ca. 24 Stück

  • 80 ml Olivenöl
  • 130 ml Rotwein (Weißwein geht auch)
  • 100 g Zucker
  • 2 TL Vanillezucker (selbstgemacht oder Bourbon-Vanillezucker)
  • 1 TL Zimt
  • 1 großzügige Prise frisch gemahlener Muskat
  • Schale von einer halben Bio-Orange
  • 1 Prise Salz
  • 350 g – 400 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g ungeschälter Sesam (geschälter geht auch)

1.
Das Olivenöl mit der Zucker, dem Vanillezucker und dem Wein gut verrühren. Zimt, Muskat, geriebene Orangenschale und Salz hinzufügen. Etwa zwei Drittel des Mehls mit dem Backpulver mischen und portionsweise zu den flüssigen Zutaten geben. Nur so viel Mehl hinzufügen bis ein glatter, sehr weicher und formbarer Teig entstanden ist. Er darf noch ganz leicht an den Händen kleben. Aus diesem Grund gebe ich das Backpulver nicht zur kompletten Mehlmenge. Kurz ruhen lassen.

2.
Den Backofen auf 200 ° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Sesam in eine flache Schüssel oder einen Teller geben. Die Arbeitsfläche leicht mit Öl bepinseln, so lässt sich der Teig besser formen und der Sesam haftet besser am Gebäck.

3.
Nun geht es ans Formen der Koulourakia. Dazu eine kleine Portion, so groß wie eine Walnuss, vom Teig nehmen und kleine Stangen formen. Im Sesam wälzen.

4.
Mit etwas Abstand auf das Backblech legen und ca. 25 – 30 Minuten backen. Passt perfekt zum Kaffee oder Cappuccino, vor allem zum Tunken in griechischen Kaffee.

Noch mehr Koulourakia-Rezepte:

Frohe Ostern wünsche ich euch!


6 Kommentare

Pasteli – Sesam-Honig-Riegel mit Orangenaroma

Pasteli, griechischer Sesam-Honig-Reigel

Παστέλι

Sesam mag ich sehr, deshalb finde ich das Pasteli klasse: so lässt sich Sesam doch am besten essen. Pasteli besteht aus Sesam mit Honig oder auch anderen Nüssen, wie Pistazien aus Ägina oder auch Erdnüssen. Sesam wurde übrigens in Griechenland bis in die 80 er Jahre noch in nennenswerten Größen angebaut. Mit dem EU-Beitritt und den fehlenden Agrarsubventionen für Sesam ist die Produktion sehr stark zurückgegangen. Sesam wird trotzdem ziemlich häufig verwendet in süßem und herzhaftem Gebäck oder auch in einer Sesampita.

Pasteli besteht aus wenigen Zutaten: Sesam oder Nüsse, Honig und eventuell auch Zucker. Auf den Zucker kann man jedoch verzichten, denn je höher der Zuckeranteil, desto härter wird das Pasteli. Und je stärker der Honig bzw. die Honig-Zucker-Mischung kocht, desto härter wird die Masse später.

Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mich an Pasteli wage – es geht schnell ist kinderleicht und man kann je nach Laune aromatisieren mit Zimt, Zitronenschale oder wie hier mit Orangenschale.

Zutaten für 25 recht große Stücke

  • 500 g ungeschälten Sesam
  • 400 g Honig (Blütenhonig oder auch ein aromatischer Thymianhonig)
  • geriebene Schale von 1 Bio-Orange
  • etwas Sesamöl (oder ein anderes Öl) zum Einfetten und Bestreichen
  • Backpapier

Ein Backpapier auf einem Backblech auslegen und mit etwas Sesamöl bestreichen.

Zunächst den Sesam rösten: Ich mache das in einem Topf ohne Fett bei mittlerer Hitze. Ist die Hitze zu hoch, dann springt der Sesam gerne. Deshalb nehme ich gerne einen beschichteten Topf statt einer Pfanne. Den Sesam so lange unter ständigem Rühren rösten, bis er leicht goldgelb ist und schön duftet. Sofort in eine Schüssel umfüllen, damit er nicht anbrennt. Alternativ kann man den Sesam auch im Backofen bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten rösten.

Den Honig in einen großen Topf füllen, die geriebene Orangenschale hinzufügen und erhitzen. Zum Köcheln bringen und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten köcheln. Dann den Sesam hinzufügen und gut umrühren, damit sich alles schön verbindet. Nach ca. 1 Minute vom Herd nehmen.

Pastelimasse kühlt ab

Die Masse auf das mit Öl bepinselte Backpapier streichen. Da die Masse klebrig ist, hilft es, wenn der Löffel mit Öl bestrichen wird. Wenn es nicht mehr ganz heiß ist, die Hände mit Wasser anfeuchten und das Pasteli glattdrücken und zu einem Rechteck oder Quadrat formen. Die Pastelimasse mit etwas Sesamöl bestreichen und ein zweites Backpapier darüberlegen. Nun mit einem Nudelholz ca. 5 mm ausrollen und die Oberfläche glattstreichen. Ich habe es etwas zu dick ausgerollt. Das obere Backpapier entfernen und etwas auskühlen lassen.

Frisch geschnitten: Pasteli aus Sesam und Honig

Wenn es etwas abgekühlt ist, kann man es scheiden. Aber nicht zu lange damit warten, sonst wird Schneiden knifflig. Dazu das Messer mit Sesamöl einreiben. Einfach in die gewünschte Form schneiden, z.B. Quadrate, Rauten oder Dreiecke.

Honig-Sesam-Riegel aus Griechenland - Pasteli

Und wer keinen hinter sich stehen hat, der schon beim Scheiden anfängt Stücke zu stibitzen, der schafft es die Stücke auch gleich groß zu schneiden.


21 Kommentare

Mitgebracht aus Griechenland

Plastis, Werga für Pita

Er hat mich wieder – mein deutscher Alltag. Mental bin ich allerdings noch nicht so ganz hier angekommen. Ich hatte ja versprochen, meine Mitbringsel aus Griechenland zu zeigen. Endlich komme ich jetzt dazu.  Es ist wieder viel Tee dabei. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was der Holzstab da oben ist?

Plastis oder Werga für Pita

Der schmale Holzstab da oben ist zum Ausrollen für dünne Filoteige gedacht. Er wird Werga oder Plastis genannt. Mein Opa hat ihn für meine Oma geschnitzt und sie hat jahrzehntelang Filoteig damit ausgerollt, bevor ihn meine Mutter bekommen hat. Er ist viel dünner und kürzer als die handelsüblichen, die man heute in Griechenland bekommt. Als ich meiner Oma erzählte, dass ich ihren Plasti nun mitnehme, meinte sie in ihrer trockenen Art nur: „Nimm ihn ruhig mit, ich brauche ihn ja nicht mehr“. Meine Oma hat mit Mitte 80 das Pita machen aufgegeben, das ist jetzt fast 20 Jahre her.

Trachanas

Trachanas mit Weizen

Aus Trachanas wird Suppe gekocht. Bei uns wird Trachanas aus zerkleinerten Weizenkörnern und Milch gemacht, manchmal gemischt mit Weizengrieß. Den Trachans links hat meine Patentante gemacht und der rechte ist von einer Tante. Die Körnung hängt vom verwendeten Sieb ab. Mehr zu Trachanas und ein Rezept findet ihr hier.

Süßes – Wassermelonenschale und Feige

Wassermelonenschale gliko koutaliou und Feigenmarmelade

Meine Tante hat mir auch noch süß eingekochte Wassermelonenschale mitgegeben. Gliko koutaliou heißen diese traditionellen Sirup-Süßspeisen, die aus Obst oder auch Gemüse gemacht werden. Für dieses „Gliko“ wird das Weiße der Wassermelonenschalen zunächst in Kalkwasser eingelegt, damit sie später fest bleiben und nicht matschig einkochen. Gründlich gewaschen werden sie dann mit Zucker so lange eingekocht, bis sich die Flüssigkeit zu einem dickflüssigen Sirup verwandelt. Schmeckt wunderbar zu griechischem Joghurt. Bei meiner Tante gab es dazu selbstgemachtes Eis aus eigener Milch. Sie macht fast alles selbst, probieren musste ich auch selbstgemachten Fetakäse (sehr lecker), Aprikosenlikör und selbst eingelegte Oliven. Sie hat vor ein paar Jahren Olivenbäume gepflanzt. Auf der Terrasse trockneten ein paar Feigen. Im Spätsommer gibt es bei uns Feigen in Hülle und Fülle, ich habe sogar selbst welche gepflückt und fast jeden Tag welche geschenkt bekommen. In unserem Bergdorf gibt es an jeder Ecke einen Feigenbaum. Mitgenommen habe ich Feigen in Form von Marmelade, die meine Patentante gemacht hat.

Tee und Kräuter

Olivenblättertee von Notio, Kamille vom Olymp, Zitronenverbene aus Kreta

Ich muss mich fast immer bremsen, um mir nicht den ganzen Koffer voller Kräuter und Tees zu packen. Bei uns in der Nachbarschaft gibt es immer mehr Kräuterläden und Biomärkte. Mitgenommen habe ich:

Kamillentee vom Olymp: Ich bilde mir tatsächlich ein, dass er intensiver duftet und schmeckt. Kein Vergleich zum Beuteltiere.
Olivenblätterte vom Peloponnes: Er enthält keine Tannine und fühlt sich im Mund richtig weich an. Wer grünen Tee mag, sollte ihn unbedingt probieren. Schon seit der Antike ist er als Heilmittel bekannt und wirkt entzündungshemmend. Dieser Tee hier wird in einem kleinen Familienbetrieb produziert. Die Blätter stammen zum Teil von wilden Olivenbäumen und werden schonend luftgetrocknet. Mehr zum Olivenblättertee und dessen Zubereitung in diesem Blogbeitrag.
Zitronenverbene aus Kreta: Ta Sfakia heißt ein Laden mit traditionellen kretischen Produkten in unserer Straße. Immer wenn ich vorbeigehe wird mir ein Raki, Rakomelo (das ist Raki mit Honig und Zimt) oder ein Weinkeks (Krasokoulouro) angeboten. Ich freue mich, dass sich der Laden im zweiten Jahr gut behaupten kann. Schon letztes Jahr habe ich mich hier eingedeckt. Es gibt unzählige Kräuter aus Kreta zu entdecken, Olivenöl und Honig aus eigener Produktion und natürlich kretischer Käse. Aber auch Carobmehl, das in Griechenland ein kleines Revival erlebt. Das musste ich leider dort lassen. Aber dafür landeten Zitronenverbene und Throumbi in meinem Koffer. Die Zitronenverbene wird in Griechenland Louisa genannt und wird als natürliches Beruhigungsmittel angepriesen.

Wilder Thymian vom Pelopennes, Melisse aus Pieria Thrymba aus Kreta

Melisse (Melissochorto) aus Pieria: Die Melisse habe ich bei einem Gemüsehändler gefunden, der sie wiederum von einem Bekannten bezieht. Nachdem der Gemüsehändler sie dermaßen gepriesen hatte, musste sie mit. Außerdem mag ich den Geschmack.
Throumbi aus Kreta: Throumbi ist eine Art Bohnenkraut und wird in der Küche wie Oregano oder Thymian verwendet. Es riecht fantastisch. Und er soll eine belebende Wirkung haben. Passt zu allen Bohnengerichten aber auch zu Fleisch.
Wilder Thymian vom Peloponnes: Auf diesen Thymian habe ich mich schon gefreut. Er wächst auf dem Feld eines kleinen Olivenölproduzenten, der auch den Olivenblättertee herstellt. Wilder Thymian ist sehr intensiv und würzt sehr stark. Ich habe ihn zum Beispiel hier verwendet, in Zitronenkartoffeln, im Briam und zu Fleisch – und ich trinke ihn gerne als Tee, wenn ich ziemlich schlimm erkältet bin. Hier sieht man ihn in voller Blüte.

Olivenöl

Olivenöl Notio

Jede Olivenöl-Flasche von Notio wird nummeriert. Der kleine Familienbetrieb stellt hochwertiges Olivenöl her, streng ökologisch. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

Olinenöl Notiogoods

Es lohnt sich wirklich etwas mehr Geld in Olivenöl zu investieren und ein richtig gutes Öl zu kaufen, das intensiv schmeckt und ausgewogen im Geschmack ist. Hier auf Pinterest habe ich Olivenöle von kleinen Produzenten gesammelt, die ich richtig gut finde. Sie stammen aus unterschiedlichen Regionen Griechenlands und werden sorgfältig hergestellt. Mein Kriterium für Olivenöl: es muss mir pur auf Brot gut schmecken und über Feta. Dickflüssig muss es sein mit einer satten Farbe und voller Aroma. Es darf auch ein bisschen an das Bittere von Oliven erinnern. Mittlerweile sehe ich auch im Norden Griechenlands immer häufiger Olivenbäume und kenne ein paar Familien, die ihr eigenes Öl für den Hausgebrauch produzieren.

Dies und Das

Getrocknete Tomaten aus Santorini

Getrocknete Tomaten aus Santorini: Die kleinen Tomaten, die auf vulkanischem Boden wachsen, sind für ihren süßen Geschmack und ihr reiches Aroma bekannt. Ich habe schon fast alle genascht.

Salepi - Sahlep mit Safran aus Griechenland

Salepi oder Sahlep: Die große Packung oben habe ich im Laden gelassen und nur ein paar Tütchen mitgenommen (das rosafarbene auf dem untereren Bild), es ist Salepi mit Safran. Salepi wird aus der Knolle einer Orchideenart gewonnen, dem Knabenkraut. Umgangssprachlich wird es in Grienchenland auch „Sernikobotano“ genannt, was Manneskraut bedeutet. Es soll wohl für männliche Nachkommen sorgen. Salepi wirkt wie ein Verdickungsmittel und ergibt aufgekocht mit Wasser ein aromatisches, sämiges Getränk. Es kann mit Zimt und Ingwer verfeinert werden und wirkt schön wärmend im Wnter und soll bei Erkältungen helfen. Beliebt ist es auch in der Türkei und im arabischen Raum. Leider wird die Orichideenart durch unachtsames Pflücken immer seltener. In manchen Gegenden steht sie unter Naturschutz.

Sahlep und geräuchertes Paprikapulver

Geräuchertes Paprikapulver:  Paprika kapnisti steht handschriftlich auf dem Beutelchen.  Ich habe es in einem kleinen Lädchen gefunden, das viele seiner Produkte offen verkauft.

Griechischer Kaffee Salz aus Messolongi

Griechischer Kaffee: Frischgemahlen landete der griechische Kaffee in meinen Koffer. Normalerweise trinke ich auch in Griechenland meinen Cappuccino. Dieses Jahr jedoch habe ich ausschließlich griechischen Kaffee getrunken und manchmal nachmittags einen kalten Frappé. So bereitet man griechischen Kaffee zu.
Griechisches Meersalz: Das Salz stammt vom Messolongi am Ionischen Meer im Westen Griechenland. Die Region ist für ihren Fischreichtum bekannt und das Salz gilt als besonders rein.

Mich interessiert jetzt: Was davon würdet ihr gerne probieren?


22 Kommentare

Trachanás – meine Wohlfühlwintersuppe

Trachanas - glykos, xinos,

Τραχανάς

Es gibt einen Geruch, der mich sofort an das Haus einer meiner Tanten erinnert. Und das ist der Geruch nach Trachaná.  Trachaná sieht wie grober Bulgur aus  und wird in tagelanger Prozedur aus Milch und Weizenschrot hergestellt. Und zwar im Sommer, damit die Sonne den Trachaná trocknet und damit konserviert. Im Winter kocht man daraus gerne eine wärmende Getreide-Suppe.

Die Herstellung von Trachaná kenne ich nur aus lückenhaften Beschreibungen meiner Tanten: Die Milch wird aufgekocht, Weizenschrot wird hinzugefügt. Beim Mengenverhältnis möchten sich meine Tanten nicht festlegen: 1:1, 1:2, oder das typische „oso pari“. Das bedeutet in etwa: „so viel (der Teig) aufnimmt“. Die Masse wird dick eingekocht, so dass ein glatter Teig entsteht, der klein portioniert und zum Trocknen ausgebreitet wird. Sobald die kleinen Teigportionen gut durchgetrocknet sind, das kann 2 Tage dauern, werden die Teigkugeln durch ein Sieb gerieben. Das Ergebnis sind kleine Körnchen, die wie Bulgur aussehen – und diese werden erneut zum Trocknen auf großen Tüchern ausgebreitet. Er ist sehr lange haltbar.

Über Trachaná lässt sich streiten: In der Region, aus der ich stamme wird hauptsächlich ein „süßer Trachaná“ hergestellt, also mit Milch. Aber auch „saurer Trachaná“, für den Sauermilch verwendet wird. Statt Weizenschrot wird auch gerne Weizengrieß, bzw. eine Mischung aus Schrot und Grieß verwendet. In anderen Gegenden wird einfach Mehl verwendet. Es gibt auch einen veganen Trachaná, den ich allerdings noch nie probieren konnte. Für diesen Gemüse-Trachaná wird statt Milch eine Sauce aus gekochtem, püriertem Gemüse (Karotte, Paprika, Zwiebel) verwendet. Die Milch wird andernorts auch gerne durch Joghurt ersetzt.

Im Bild oben seht ihr von vorne nach hinten Trachaná aus: Vollkorn-Weizen, Grieß, und der ganz helle ist einer mit Sauermilch.

Trachaná schmeckt also überall anders und manche Sorten und Zubereitungen sind mir geschmacklich ziemlich fremd. Den Satz „Ich mag euren Trachaná nicht so gerne“ habe oft gehört… und auch schon mal gesagt… Ich mag unseren süßen Trachaná besonders gerne, der nach dem Kochen körnig bleibt.  Wobei süß eher mild bedeutet. Für meine Suppe habe ich heute die Vollkorn-Variante genommen.

Trachana Suppe mit Feta und Brot

Trachaná-Suppe, wie ich sie gerne esse

  • 50 g süßen Trachaná
    (gibt es in griechischen (Online-)Shops
  • 400 ml Wasser
  • Salz und Pfeffer
  • Dazu je nach Geschmack: Toast, Schafskäse

Den Trachaná  im gesalzenen Wasser zum Kochen bringen und ca 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis eine dickflüssige Suppe entsteht und der Weizenschrot weich ist. Wobei die Konsistenz Geschmackssache ist. Wer es flüssiger mag, nimmt mehr Wasser. Je nach Sorte verkürzt oder verlängert sich die Garzeit. Immer wieder umrühren.

Das Brot toasten oder Brotwürfel mit etwas Olivenöl in der Pfanne anbraten. Die Suppe mit Pfeffer abschmecken und mit Brotstückchen und Schafskäse-Würfel servieren. Oder pur genießen.

Trachana Suppe purDas ist die einfache Basis-Suppe und kann nach Lust, Laune und Geschmack verändert werden: Hier eine Liste von  Zubereitungsarten, die ich schon gesehen habe:

  • Zwiebeln oder Gemüse anschwitzen
  • Milch im Kochwasser
  • Joghurt statt Schafskäse
  • Tomatenmark im Kochwasser
  • Beilage zu Gemüse und Fleisch
  • Mit Butter verfeinert
  • Olivenöl in der fertigen Suppe
  • Gewürztes Öl über die Suppe gießen: Dafür wird Öl zusammen mit edelsüßem Paprika und/oder Cayenne-Pfeffer erhitzt.
  • … und Trachaná nimmt in der Pita überschüssige Flüssigkeit auf – statt Reis oder Paniermehl


18 Kommentare

Süße Quitte in Sirup

oder Gluko Koutaliou Kidoni  – Γλυκό κουταλιού κιδώνι

Quitte in Sirup Gluko Koutaliou Kidoni

Inspiriert von Ioannas eingelegten Trauben habe ich mich an die Quitten gewagt, die mir eine liebe Kollegin geschenkt hat. Gluko Koutaliou heißt übersetzt einfach Löffeldessert: Eine winzige Portion, die gerade auf einen Löffel passt wird zu Kaffee und Wasser gereicht, oder garniert Eis und Kuchen.  Eingemacht werden neben Quitten und Trauben auch Kirschen, Orangen, Zitronen, unreife Nüsse, Feigen sogar Tomaten und Baby-Auberginen und mein Liebstes: Bergamotte.

Wenn mir jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass ich bald über mein erstes eigenes Löffeldessert schreibe… unvorstellbar. Aber Ioanna von Griechische Küche hat mich mit Ihrem Blogbeitrag dazu verführt. Ευχαριστω Ιωαννα!
Ich habe bei der Suche nach einem Rezept das einfachste mit den wenigsten Zutaten genommen und nach Telefonaten, die mich nicht weitergebracht haben, einfach mal losgelegt.  Auf die Frage nach der Kochzeit bekam ich lediglich „lange genug“ zu hören. „Wann weiß ich, dass der Sirup fertig ist?“ „Ach, merkst Du schon!“.

Ich habe mich an Ioannas Tipp gehalten und es hat funktioniert.

Gebraucht habe ich: 

  • 1 Kilo Quitten
  • 900 g Zucker
  • 900 ml Wasser
  • etwas Vanillezucker

Dieses Rezept habe ich in einem uralten Kochbuch aus den 80ern gefunden. Im Originalrezept werden zum Schluss Mandelblättchen in den Sirup gerührt. Die habe ich weggelassen, da ich erst mal die ganz pure Variante ausprobieren wollte. Ausschlaggebend für meine Wahl für dieses Rezept war das Fehlen von Glukose und Blättern der Apfel-Pelargonie oder Duftpelargonie (?). Wer das kennt, möchte mir bitte schreiben

Und so habe ich es gemacht. Die Quitte habe ich geschält und vom Gehäuse befreit. Davon habe ich Quittengelee (siehe Bild mit den drei Gläsern) gemacht. Die Quitte habe ich in schmale Spalten geschnitten und in 900 ml  Wasser bei geschlossenem Deckel weich gekocht. Im Nachhinein hätte ich hier geduldiger sein sollen und sie etwas länger kochen sollen.

Als die Quitte weichgekocht war, habe ich den Zucker und den Vanillezucker hinzugefügt und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen bis irgendwann ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Das hat so ca. knapp 1,5 Stunden gedauert. Als die Tropfenprobe gelang habe ich die Mischung in Gläser verteilt. Bei mir ist ganz schön viel Sirup entstanden, den übrigen habe ich in ein Gläschen gefüllt siehe Bildergalerie 🙂 – und werde ihn zum Tränken von einem Kuchen verwenden.