Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Duftendes Galaktoboureko

Galaktoboureko

Das ist das wunderbarste griechische Dessert. Ich liebe es, wenn der Kuchen endlich gebacken ist und ich ihn heiß und duftend aus dem Ofen nehmen kann. Sobald er in Berührung mit dem Sirup kommt, knistert der kross gebackene Filo und die ganze Küche duftet so schön nach Butter, Filo und den Zitrusaromen des Sirups. Von den Rezepten, die sich Leser meines Blogs wünschen, wird Galaktoboureko am häufigsten genannt. Hier ist es endlich: Lockere Grießcreme umhüllt von dünnen Filoteigschichten und in Zuckersirup getränkt. Meistens sehr süß. Beim Zucker habe ich hier jedoch gespart. Wer es richtig süß haben möchte, kann den Zucker in der Creme sogar vervierfachen.

Vor vielen Jahren kamen mal Freunde von Verwandten aus Griechenland zu Besuch. Wir schleppten sie in eine deutsche Konditorei, priesen die hiesige Konditorenkunst in den höchsten Tönen (nicht zu vergleichen mit den pappsüßen griechischen Kuchen) und bestellten Käsekuchen, Erdbeerkuchen, Apfelkuchen und was sonst noch da war. Der Kuchen wurde gegessen, das schon, restlos. Die Bemerkungen dazu waren ungefähr so: „Das bezeichnet man hier also als Kuchen, ist es denn normal, dass kein Zucker drin ist?“ Oder: „Ich mache euch nachher mal was Süßes.“ Auch schön: „Also wenn da kein Kilo Zucker drin ist, ist es doch nichts Süßes!“ Mittlerweile haben sich die Erinnerungen daran verklärt: „Die Deutschen machen so lecker-leichte Kuchen.“

Galaktoboureko gehört zu den sogenannten Siropiasta, also Gebäck, das nach dem Backen in Sirup getränkt wird. Es gibt unzählige Tipps, wie das richtige Tränken funktioniert. Dabei geht es um die Konsistenz des Sirups und besonders wichtig die Temperatur. Ich halte mich bei Kuchen mit Filo an eine Faustregel: kalter Sirup, heißer Kuchen. Deshalb muss der Sirup als Erstes hergestellt werden, damit er abkühlen kann.

Damit der Filo auch nach dem Tränken kross bleibt, empfehle ich die Verwendung von geklärter Butter. Da der Butter durch das Klären Flüssigkeit entzogen wurde, ist das Ergebnis nach dem Tränken besser als bei ungeklärter Butter. Butter klären geht ganz schnell und übrig gebliebene Butter lässt sich lange aufbewahren und zum Braten verwenden. Man kann sich diesen Schritt natürlich auch sparen und die Butter einfach so schmelzen und verwenden.

Zutaten 

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • Schale und Saft von einer halben Bio-Zitrone
  • 3 Nelken

Für die Créme

  • 1 l fettarme Milch
  • eine halbe Vanilleschote
  • Schale von einer halben Zitrone, fein gerieben
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker
  • 120 g sehr feiner Hartweizengrieß (gibt es beim Griechen)

Außerdem

  • 200 g Butter
  • 1 Packung Filo-Teig (450 g)
  • rechteckige Form, 30 x 20 (oder 30 x 40)

1.
Zunächst den Sirup herstellen: Alle Zutaten in einen Topf geben, umrühren und aufkochen lassen. Etwa 4 Minuten leicht sprudelnd kochen. Der Sirup muss komplett auskühlen, bevor er weiterverwendet wird.

2.
Die Butter klären: Die Butter in Stückchen schneiden und ein einem Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Köcheln lassen und den entstehenden Schaum abschöpfen. Wenn kein Schaum mehr entsteht, ist die Butter geklärt. In eine Schüssel füllen, der Bodensatz bleibt im Topf und wird nicht verwendet. Abkühlen lassen.

3.
Für die Créme wird die Milch in einem großen Topf erhitzt. Die Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, das Mark herauskratzen und mit der Schote zur Milch geben. In einer Schüssel die Eier aufschlagen und verquirlen. Den Zucker, den Grieß und die Zitronenschale hinzufügen und gut vermischen, so dass keine Klümpchen zu sehen sind. Mit einem Schöpflöffel etwas heiße Milch unter Rühren in die Ei-Grießmasse geben. Ein paar Mal wiederholen. Die Ei-Grieß-Mischung zur Milch geben und gut umrühren. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Creme sollte jetzt dickflüssig sein. Zu fest darf sie nicht werden, damit sie auch nach dem Backen schön locker und cremig bleibt. In eine Schüssel umfüllen und die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.

4.
Wenn die Creme etwas abgekühlt ist, den Ofen auf 180° vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform mit der geklärten Butter fetten. Ein Teigblatt so in die Form legen, dass es an einer Seite aus der Form „hängt“. Mit Butter bestreichen. Das nächste Teigblatt in die Form legen, und zwar so, dass es an der anderen Seite überlappt. Erneut mit der Butter bestreichen und mit der Hälfte des Filos so weitermachen. Dabei jede Schicht buttern, sonst kann der Filoteig nicht gut durchbacken und später den Sirup aufnehmen.

 

Filoteig buttern

5.
Die Creme in die Form geben und glatt sreichen. Die Teigschichten, die aus der Form hängen über die Creme klappen und mit Butter bestreichen.

Galaktoboureko vorbereiten

6.
Den restlichen Filo doppelt falten und einzeln glatt auf die Creme legen. Erneut jede Schicht buttern, ganz besonders die letzte Schicht. Falls geklärte Butter übrig bleibt – bei mir waren es ca. 3-4 EL – lässt sich diese gut aufbewahren und zum Braten verwenden.

7.
Die überschüssigen Teigränder kann man jetzt abscheiden oder mit Hilfe eines Messers nach innen schlagen. Bevor das Galaktoboureko in den Ofen kommt, muss die Oberfläche mit einem spitzen Messer eingeritzt werden. Dazu einfach die Portionen einschneiden, dabei nur die obersten Schichten schneiden. In der Mitte des Ofens in ca. 45 Minuten goldbraun backen. Die Oberfläche muss schön kross sein.

Galaktoboureko gebacken

8.
Direkt nach dem Backen wird das Galaktoboureko mit dem Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup auf den Kuchen fließen lassen. Es sieht zunächst so aus, als würde dieser Sirup nie aufgenommen werden. Jetzt heißt 2-3 Stunden geduldig sein, bis sich das Galaktoboureko vollgesaugt hat und abgekühlt ist.

Galaktoboureko mit Sirup tränken

Galaktoboureko mit Zitronensirup

Dazu passt eine Kugel Eis.

Griechisches Galaktoboureko

Noch mehr Siropiasta:


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Kantaifi mit Nüssen

Kantaifi mit Nussfüllung

Κανταιφι

Süße kleine Stückchen sind diese Röllchen aus Kantaifi-Teigfäden, hier kennt man es auch als Engelshaar. Desserts und Kuchen aus Kantaif gibt es nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Türkei in Nordafrika und im arabischen Raum. Fast immer sind es mit Sirup getränkte Süßspeisen, die in Griechenland Siropiasta genannt werden. Baklava und Galaktoboureko zählen zu Siropiasta wie auch Melomakarona süße Pitas wie dieser Walnusskuchen.

Für dieses Kantaifi braucht man nicht viele Zutaten: außer den Teigfäden, die es beim Griechen oder Türken gibt ist eine gute Butter und aromatische Nüsse ausschlaggebend für den Geschmack. Für die Füllung kann man z.B. nur eine Sorte wie Walnüsse verwenden oder wie ich eine Mischung aus geschälten Mandeln, Walnüssen und Pistazien. Verfeinert wird die Nussmischung mit etwas Zimt.

Nussmischung für das Kantaifi

Bei uns zu Hause wird an Weihnachten nicht groß gebacken, zumindest früher nicht. Mein Vater hat deshalb oft an Heilig Abend etwas vom griechischen Konditor mitgebracht, meist Baklava oder eben dieses Kantaifi. Oder er hat Halva gemacht. Das gab es dann am ersten Weihnachtsfeiertag, da Heilig Abend für meine Eltern ein strenger Fastentag ist. Siropiasta gehören deshalb für mich zu Weihnachten einfach dazu.

Ich wünsche euch ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest.
Καλα Χριστουγεννα! Kala Christougenna

Übringes… dieses Kantaifi trieft nicht ganz so vor Sirup. Und bei Siropiasta gibt es eine Regel: der heiße Kuchen wird mit kaltem Sirup getränkt oder andersherum. Und so sieht das Kantaifi aus…

Kantaifi Teig

Für 24 Stück

  • 45o g Kantaifi (Teigfäden aus Filo)
  • 250 g Butter
  • 75 g Pistazien
  • 75 g Walnüsse
  • 75 g Mandeln
  • 2 TL Zimt

Für den Sirup

  • 400 ml Wasser
  • 450 g Zucker
  • Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Nelken

Das Kantaifi muss komplett aufgetaut sein. Entweder über Nacht im Kühlschrank oder mehrere Stunden bei Zimmertemperatur.

Für die Füllung: Die Mandeln mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten stehen lassen. So lässt sich die Haut besser entfernen. Wer Zeit sparen möchte, kauft gleich geschälte Mandeln. Von jeder Sorte ein paar Nüsse für die Deko beiseitelegen. Den Rest grob hacken und mit 2 TL Zimt mischen. Die Butter schmelzen lassen.

Für den Sirup das Wasser und den Zucker mit der Zitronenschale und den Nelken in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und ca. 1 Minute kochen lassen. Komplett abkühlen lassen.

Ein Küchentuch leicht befeuchten und bereit legen. Damit wird das Kantaifi, das gerade nicht bearbeitet wird bedeckt. Es trocknet sonst schnell aus und kann dann kaum noch verarbeitet werden.

Das Kantaifi aus der Verpackung nehmen, es ist in diesem Zustand ziemlich kompakt und muss aufgelockert werden. Die Teigfäden kleben aneinander. Mit ziehenden Bewegungen muss die komplette Masse aufgelockert werden und so die Teigfäden voneinander gelöst werden. Dazu am besten eine kleine Portion abtrennen und den Rest mit dem Küchentuch bedecken. Hier ist Geduld gefragt, denn Teigklumpen führen dazu, dass das Kantaifi später nicht gut gebacken wird und den Sirup nicht gut aufnehmen kann.

Kataifi lösen

Das Ergebnis sind lockere Teigfäden, die nicht mehr aneinanderkleben.

Aufgelockertes Kantaifi

Den Ofen vorheizen auf 160° Ober- und Unterhitze. Füllung und Butter bereitstellen. Eine ofenfeste Form großzügig mit der geschmolzenen Butter bestreichen.

Von den Teigfäden eine etwa handtellergroße Menge abtrennen und zu einem Rechteck auf einem Brett ausbreiten. Bei mir waren es ca. 18-20 g pro Portion, da ich kleine Stücke machen wollte. Etwas Füllung, einen knappen Teelöffel, auf das eine Ende geben und locker aufrollen. Dabei die Seiten mit aufrollen.

Kantaifi füllenGefülltes Kantaifi

In die Backform geben und großzügig mit einem Pinsel von allen Seiten buttern und nachformen. Mit dem nächsten Kantaifi weitermachen und sofort wenn es in die Form gelegt wird mit Butter großzügig bepinseln. Die einzelnen Röllchen werden ohne Zwischenabstand in die Form gelegt.

Kataifi fertig für den Ofen

Die fertig geformten Kantaifi mit der restlichen Butter (es sollten etwa 2 EL übrig bleiben) bestreichen. Bei 160 ° etwa eine Stunde backen bis sie goldbraun sind. Nach ca. 45 Minuten kontrollieren, damit sie nicht zu dunkel werden.

Kataifi mit Sirup

Das heiße Kantaifi wird mit dem abgekühlten Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup über das Gebäck geben. Mit den gehackten Nüssen z.B. Pistazien dekorieren.
Zugedeckt mehrere Stunden ziehen lassen.

Kataifi mit Sirup und Nüssen


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Herbstfreuden – Gebackene Quitten mit griechischem Joghurt

Gebackene-Quitten mit griechischem Joghurt

Κυδώνια στο φούρνο με γιαούρτι – Kidonia sto furno me jaourti

Gestern habe ich bei meinem Obsthändler Quitten entdeckt und habe mich spontan für dieses leckere Dessert entschieden. Es versüßt mir den Übergang in die kalte graue Jahreszeit. Ich mag Quitten ganz gerne, mein Vater hat sie früher roh gegessen und manchmal habe ich auch davon genascht. Es gibt wohl ein paar Sorten, die roh genießbar sind, und diese gab es im griechischen Bergdorf. In Griechenland kocht man aus Quitten überwiegend Marmelade oder Glyko koutaliou.

Quitten

Kaum Aufwand machen gebackene Quitten, die ich besonders gerne mit griechischem Joghurt mag.  Wer möchte kann übrigens noch Nelken oder Sternanis in den Sirup geben oder auch einen kräftigen Schuss Vin Santo. Ich finde aber, dass die Quitten genug Aroma mitbringen und gar nicht viel mehr brauchen. Beim Zucker bin ich etwas sparsam, ich finde 100g gr ausreichend, dadurch bleibt der Sirup etwas dünnflüssig, aber mich stört das nicht. Er wird beim Abkühlen etwas dickflüssiger. Ansonsten könnt ihr den Zuckeranteil erhöhen. Reste lassen sich übrigens tagelang aufbewahren, aber so lange halten sie bei mir nie vor.

Zutaten für ca. 6 Portionen

  • 4 Quitten
  • 1 Zitrone
  • 100 g Zucker
  • eine kleine Zimtstange
  • 1 großzügiger EL Thymianhonig (oder ein anderer Honig)

Zum Servieren

  • Griechischer Joghurt, ca. 2 EL pro Portion
  • ein paar Walnüsse oder Mandelblättchen

Die Zitrone auspressen und den Saft in einer Schüssel bereitstellen. Die Quitten vom Flaum befreien. Dazu reibt man sie mit einem Küchentuch kräftig ab. Danach gründlich waschen und abtrocknen. Die Quitten vierteln und das Kerngehäuse samt Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Quitten nicht schälen. Das Kerngehäuse beiseite legen, das wird gleich weiterverwendet. Vorsicht, die Früchte sind hart und man kann leicht abrutschen und sich verletzen…

Den Ofen schon mal auf 200 Grad vorheizen. Die Quittenviertel sofort im Zitronensaft wenden und in eine Auflaufform nebeneinander legen. Das Kerngehäuse mit 250 ml Wasser, 100g Zucker und der Zimtstange aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss einen großzügigen Esslöffel Honig hinzugeben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb geben, um die Quittenabschnitte und die Zimtstange zu entfernen. Noch heiß über die Quitten geben.

Die Auflaufform mit Alufolie zudecken und auf mittlerer Schiene ca. 50 – 60 Min backen. Dabei immer wieder kontrollieren und die Quitten mit dem Sirup beträufeln. Kurz vor Ende der Garzeit die Folie entfernen. Die Quitten sind fertig, wenn sie schön weich geworden sind. Man kann sie mit der Schale essen.

Etwas abkühlen lassen. Den Joghurt mit ein paar Esslöffel vom Sirup cremig rühren. Die Walnüsse knacken und aus der Schale befreien. Ich hatte heute frische Schälnüsse. Je nach Geschmack kurz in der Pfanne rösten.

Die Quitten mit dem Joghurt und den Nüssen anrichten und etwas von dem Sirup darüberträufeln. Statt Joghurt passt auch gut Vanilleeis.

 

 

 


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Karidopita – süß-saftiger griechischer Walnusskuchen

Griechischer Walnusskuchen Karidopita

Καρυδόπιτα

Wenn ich im Winter in Griechenland bin dann bekomme ich meist Walnüsse (karidia)und Kastanien geschenkt. Auf den Grundstücken meiner Verwandten stehen reichlich Walnussbäume. Und Walnüsse spielen bei vielen typischen Festtagssüßigkeiten die Hauptrolle: so bei Baklava, Melomakarona oder Kataifi. Wenn wir früher Walnüsse aus Griechenland geschenkt bekommen haben, dann haben wir die meist abends geknackt und pur gegessen. Meine Mutter, die kein Faible für Süßes hat, hat selten gebacken. Das fand ich aber nicht weiter schlimm, da wir ab Anfang Dezember bis Ende Januar im Dauerfeiern von Namenstagen waren: es begann mit dem Namenstag meines Bruders am 6. Dezember, hatte den Höhepunkt an Weihnachten bei meiner Freundin, direkt nach Silvester bei ihrem Bruder und hörte dann mit dem Namenstag meines Vaters am 23.01. vorerst auf. Es gab also genug Süßes um mich herum. Und machmal haben meine Eltern zwischendurch Halva mit Walnüssen gemacht. Den mag auch meine Mutter.

Bei diesen ewigen Besuchsrunden ist mir auch mal diese saftige Karidopita untergekommen. Wer Walnüsse liebt muss sie unbedingt probieren. Der einfache Teig besteht aus reichlich – nun ja Walnüssen – und Paniermehl. Nach dem Backen wird der Kuchen mit einem aromatisierten Zuckersirup übergossen. Das macht ihn unwiderstehlich süße und saftig. Ich glaube diese Karidopita hätte meinem Vater gut geschmeckt. Er hätte sie bestimmt noch kunstvoll mit Walnusshälften dekoriert. Mein Bruder wird ein kleines Stück probieren, meine Mutter hat mittlerweile nichts mehr gegen Süßes und wird uns allen erstmal einen griechischen Kaffee dazu machen, bzw. mich bitten, da ihr mein Kaffee immer noch am besten schmeckt. Mein Sohn wird anstandshalber ein winziges Stückchen probieren und sich dann über die Moustokouloura hermachen.

 

Fröhliche und schöne Weihnachten Ihr Lieben!

 

Zutaten für eine Springform

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • 4 ganze Nelken
  • ein großes Stück von einer Zitronenschale

Für den Teig

  • 50 ml Olivenöl
  • 5 Eier
  • 100 g Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 140 g Semmelbrösel/Paniermehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 2 TL Zimt
  • knapp 1 TL Nelkenpulver
  • 200 g gehackte Walnüsse

Zum Dekorieren

  • 6 EL gemahlene Walnüsse
  • 1 TL Zimt
  • 1 Messerspitze Nelkenpulver

Walnüsse knacken

Falls ihr wie ich ganze Walnüsse gekauft habt, dann müsst ihr die erstmal knacken und anschließend hacken.

Eine eiserne Regel bei sirupgetränktem Geback: Entweder der Sirup ist heiß und der Kuchen kalt oder der Kuchen ist heiß und der Sirup ist kalt. Bei mir ist es letzteres, deshalb koche ich zunächst den Sirup. Dafür werden 300 g Zucker mit ca. 300 ml Wasser zum Kochen gebracht. Aromatisiert wird der Zuckersirup mit 1 Zimtstange, 4 ganzen Nelken und einem großen Stück von einer Bio-Zitrone. Das ganze lasse ich 3-4 Minuten köcheln und stelle es dann zum Abkühlen beiseite.

Nun wird der Ofen auf 160 ° C vorgeheizt und die Backform mit etwas Butter gefettet.

Für den Teig schlage ich die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker richtig schön lange schaumig. Ich gieße das Olivenöl dazu und schlage noch ein paar Minuten weiter. Die Semmelbrösel vermische ich mit dem Backpulver, dem Zimt, dem Nelkenpulver und den Walnüssen. Die Nuss-Paniermehl-Mischung kommt zu den Eiern und wird zügig damit vermischt.

Danach alles in die Form füllen und ca. 25 Minuten in der Mitte des Ofens backen. Macht am besten die Probe mit einem Holzstäbchen. Der Kuchen ist noch ziemlich weich, am Holzstäbchen sollte jedoch kein Teig kleben.

Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt geht ans Tränken mit dem Sirup. Mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen piekse ich ein paar mal hinein. Dann gieße ich langsam und gleichmäßig mit einem Esslöffel den Sirup über den Kuchen.

Mit Sirup tränken - Karidopita Griechischer Walnusskuchen

Der Kuchen muss jetzt ein paar Stunden durchziehen. Und hier sind wir auch schon beim schwierigsten Teil des Backprozesses angelangt: Das geduldige Warten aufs Anschneiden.

Während ich also warte, mahle ich die restlichen Walnüsse möglichst fein und vermische sie mit Zimt und Nelken. Das kommt dann als Deko über den Kuchen. Ich schneide sie übrigens gerne in Rauten.

Fertig zum Anschneiden - Griechischer Walnusskuchen

 


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Zu Gast… bei Sugarprincess mit Zitronenpita

Lemonopita - Zitronenpita

Yushka von Sugarprincess hat mich heute eingeladen und als Geschenk bringe ich ihr eine Lemonopita (Λεμονόπιτα) mit. Das ist eine süße Pita mit Zitronen und Filoteig. Ein kinderleichtes Rezept: Aus Joghurt, Eiern, (Oliven-)Öl, Zitronenschale, Zitronensaft und Zucker wird ein ziemlich flüssiger Teig angerührt – fast wie Pfannkuchenteig. Struktur und Halt bekommt das Ganze durch kleingeschnittenen Filoteig. Nach dem Backen wird der Kuchen noch mit einem zitronigem Sirup getränkt. Populärer als diese Lemonopita ist übrigens Portokalopita (Orangenpita).

Den Sirup könnt ihr übrigens auch mit Nelken oder Zimtstangen aromatisieren. Im Sommer lasse ich diese Gewürze gerne weg. Das Rezept für die zitronig-süße Lemonopita findet ihr auf Sugarprincess.

Yushka hat übrigens ziemlich viele griechische Rezepte auf ihrem Blog. Angetan hat es mir ihre Lagana. Die probiere ich nächstes Jahr aus. (Warum erst im nächsten Jahr… verrate ich euch nächstes Jahr  😉 Vielleicht schaue ich mir bei ihr auch den Teig für selbstgemachten Filo für salzige Pitas ab. Sie bereitet ihn etwas anders zu, als ich es in der Theorie kenne. Und was ich absolut liebe ist Stifado. Yushka macht es mit Kalbfleisch, ich liebe seit Kindertagen Stifado vom Kaninchen (damals habe ich den Zusammenhang zwischen „davongehoppelten Kaninchen“ und leckerem Essen nicht durchschaut …). Yushkas Rezept werde ich ausprobieren und meine Mutter beim nächsten Griechenlandbesuch in ein paar Wochen sanft überreden wieder mal Stifado für mich zu kochen.


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Melomakarona – griechisches Weihnachtsgebäck

Melomakarona - Griechisches Weihnachtsgebäck - Honignudeln

Μελομακάρονα

Melomakarona gehören zu den beliebtesten Weihnachtsküchlein in Griechenland.  Vor Weihnachten sind die griechischen Konditoreien üppig mit Kourabiedes und diese Melomakarona dekoriert. Kourabiedes sind halbmondförmige Mandelplätzchen mit einer dicken Schicht aus Puderzucker. Die Melomakarona werden nach dem Backen in einem Honig-Zucker-Sirup getränkt und mit gehackten Walnüssen bestreut. Die klassische Form ist oval, bei mir kommen sie nach dem Backen immer rund aus dem Ofen. Keine Ahnung, was ich hier falsch mache. Typisch für Melomakarona ist neben dem Honig – zum Beispiel ein guter griechischer Thymianhonig – Zimt, Nelken und frisch gepresster Orangensaft. Bei mir kommt noch ein Stück Zitronenschale in den Sirup. Ich reduziere den Zucker übrigens ziemlich in diesem Rezept. Süß genug sind sie dennoch.

Bei Gebäck, das in Sirup getränkt wird (Siropiasta), gilt eine einfache Regel: Entweder das Gebäck ist kalt und der Sirup heiß, oder wie hier der Sirup ist bereits abgekühlt und die Melomakarona werden noch heiß aus dem Ofen darin gebadet. Das zischt dann richtig schön.  Den Sirup sollte man deshalb vor dem Backen machen und gut auskühlen lassen. Ich habe ihn einen Tag vorher gekocht.

Für ca. 40 Stück

Für den Sirup

  • 250 ml Wasser
  • 200 g  Zucker
  • 100 g Honig
  • Schale einer Bio-Orange
  • Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 1 Zimtstange

Für die Deko

  • 50 g Walnüsse
  • 1 TL Zimt
  • eine Messerspitze Nelkenpulver

Für den Teig

  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 120 ml frisch gepresster Orangensaft (von 2 großen Orangen)
  • 175 ml Olivenöl (oder ein neutrales Pflanzenöl)
  • 30 g geschmolzene Butter
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1-2  TL Zimt
  • ein halber TL Nelkenpulver
  • 30 g Puderzucker
  • 650 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • ein halber TL Natron

Sirup für Melomakarona

1.
Zunächst den Sirup kochen: Dafür das Wasser mit dem Zucker der Orangen- und Zitronenschale und der Zimtstange aufkochen und 1-2 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und den Honig einrühren. Den Sirup abkühlen lassen. Den Ofen schon mal auf 180 °C (Umluft) vorheizen und die Butter schmelzen.

2.
Für die Nussmischung: Die Walnüsse im Mörser oder im Zerkleinere klein hacken und mit Zimt und Nelkenpulver mischen.

3.
Für den Teig zunächst das Olivenöl, den Orangensaft, die Orangenschale, die Butter, den Zimt, das Nelkenpulver, den Puderzucker und den Vanillezucker glattrühren. Das Mehl mit dem Natron und dem Backpulver mischen. Das Mehl über die Orangensaft-Öl-Mischung geben und ziemlich zügig eine Art Mürbteig kneten. Nicht zu lange kneten, da sich sonst das Öl von der Masse trennt.

4.
Nun ovale Plätzchen formen ca. 4 cm lang. Mit einer Gabel auf der Oberfläche ein rautenförmiges Muster drücken. Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Melomakarona bei 180°C ca. 25-30 Minuten goldbraun backen. Sie kommen relativ fest und knusprig aus dem Ofen.

Melomakarona in Sirup tränken

Die Melomakarona müssen noch heiß ihr Bad im kalten Sirup nehmen. Sehr lange tränke ich sie jedoch nicht: Ich tauche 2-3 Stück in den Sirup, zähle fix bis drei und hole sie wieder raus. Die getränkten Melomakarona auf einer Platte anrichten und mit der Nussmischung bestreuen.

Wenn ich zwei Bleche mache, tränke ich das zweite Blech erst dann wenn ich wieder frische Melomakarona haben möchte. Dann heize ich den Ofen an, lasse die Plätzchen heiß werden und tränke sie dann im kühlen Sirup.

 

Frohe Weihnachten – Kala Christougenna
und herzlichen Dank für die vielen netten Kommentare und Likes.


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Süße Quitte in Sirup

oder Gluko Koutaliou Kidoni  – Γλυκό κουταλιού κιδώνι

Quitte in Sirup Gluko Koutaliou Kidoni

Inspiriert von Ioannas eingelegten Trauben habe ich mich an die Quitten gewagt, die mir eine liebe Kollegin geschenkt hat. Gluko Koutaliou heißt übersetzt einfach Löffeldessert: Eine winzige Portion, die gerade auf einen Löffel passt wird zu Kaffee und Wasser gereicht, oder garniert Eis und Kuchen.  Eingemacht werden neben Quitten und Trauben auch Kirschen, Orangen, Zitronen, unreife Nüsse, Feigen sogar Tomaten und Baby-Auberginen und mein Liebstes: Bergamotte.

Wenn mir jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass ich bald über mein erstes eigenes Löffeldessert schreibe… unvorstellbar. Aber Ioanna von Griechische Küche hat mich mit Ihrem Blogbeitrag dazu verführt. Ευχαριστω Ιωαννα!
Ich habe bei der Suche nach einem Rezept das einfachste mit den wenigsten Zutaten genommen und nach Telefonaten, die mich nicht weitergebracht haben, einfach mal losgelegt.  Auf die Frage nach der Kochzeit bekam ich lediglich „lange genug“ zu hören. „Wann weiß ich, dass der Sirup fertig ist?“ „Ach, merkst Du schon!“.

Ich habe mich an Ioannas Tipp gehalten und es hat funktioniert.

Gebraucht habe ich: 

  • 1 Kilo Quitten
  • 900 g Zucker
  • 900 ml Wasser
  • etwas Vanillezucker

Dieses Rezept habe ich in einem uralten Kochbuch aus den 80ern gefunden. Im Originalrezept werden zum Schluss Mandelblättchen in den Sirup gerührt. Die habe ich weggelassen, da ich erst mal die ganz pure Variante ausprobieren wollte. Ausschlaggebend für meine Wahl für dieses Rezept war das Fehlen von Glukose und Blättern der Apfel-Pelargonie oder Duftpelargonie (?). Wer das kennt, möchte mir bitte schreiben

Und so habe ich es gemacht. Die Quitte habe ich geschält und vom Gehäuse befreit. Davon habe ich Quittengelee (siehe Bild mit den drei Gläsern) gemacht. Die Quitte habe ich in schmale Spalten geschnitten und in 900 ml  Wasser bei geschlossenem Deckel weich gekocht. Im Nachhinein hätte ich hier geduldiger sein sollen und sie etwas länger kochen sollen.

Als die Quitte weichgekocht war, habe ich den Zucker und den Vanillezucker hinzugefügt und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen bis irgendwann ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Das hat so ca. knapp 1,5 Stunden gedauert. Als die Tropfenprobe gelang habe ich die Mischung in Gläser verteilt. Bei mir ist ganz schön viel Sirup entstanden, den übrigen habe ich in ein Gläschen gefüllt siehe Bildergalerie 🙂 – und werde ihn zum Tränken von einem Kuchen verwenden.