Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Kidonato – Kalbfleisch mit Quitte

Kidonato - Kalb mit Quitte - Mosxaraki me kidoni

Κιδωνάτο, μοσχάρι μα κιδώνια

Heute hatte ich richtig Lust auf ein Schmorgericht mit Fleisch, kennt ihr solche Gelüste auch? Da ich noch Quitten übrig hatte, habe ich mich für Fleisch mit Quitten entschieden.  Das Fleisch wird langsam gar gekocht und kurz vor Schluss kommen noch karamelisierte Quitten hinein. Ein sehr leckeres und aromatisches Herbstgericht.  Wie fast immer mag ich es ganz pur.  Ein „Ich-will-ein-bisschen-Eindruck-machen-Gericht“ wird es mit Reis oder Pellkartoffeln oder man kocht zusammen mit den Quitten gleich die Kartoffeln mit.

Für 3-4 

  • 300 g mageres Kalbfleisch (oder etwas anderes)
  • Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Paprika edelsüß und wer möchte Cayennepfeffer
  • 1 TL Zimt
  • 2 Lorbeerblätter
  • wer hat: etwas getrockneter Majoran
  • 2 Quitten
  • Saft einer Zitrone
  • 1 EL Butter
  • 2 TL Honig
  • frisch geriebene Muskatnuss

Das Fleisch in große Würfel schneiden, wie bei einem Gulasch. Die Zwiebel und den Knoblauch würfeln.  Das Fleisch in ca. 1-2 EL Olivenöl von allen Seiten anbraten, so dass es eine schöne Farbe bekommt. Danach die Zwiebel mit dem Knoblauch kurz mitanbraten. Wenn auch die Zwiebeln glasig geworden sind kommt ein großzügiger Esslöffel Tomatenmark dazu und wird mitgeröstet.

Mit den passierten Tomaten ablöschen und noch ca. 250 ml Wasser dazugießen. Wer Brühe bevorzugt, kann hier auch Brühe verwenden.  Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Cayennepfeffer, Lorbeerblätter,  ggf. Mahoran und Zimt würzen. Bei geschlossenem Deckel und niedriger Hitze ca. 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Falls nötig immer wieder Wasser hinzufügen. Das war bei mir jedoch nicht der Fall.

In der Zwischenzeit (also wenn das Fleisch schon seit einer Stunde im Topf schmurgelt) die Quitten schälen, vom den Kernen befreien, in ca. 8 Spalten schneiden und mit dem Zitronensaft übergießen.  Die Butter in einer Pfanne heiß werden lassen und die Quittenstücke darin ca. 5 Minuten anbraten. Den Honig darüberträufeln und ein paar Minuten karamellisieren lassen. Mit dem restlichen Zitronensaft ablöschen und das Ganze zum Fleisch geben.

Nur falls nötig noch wenig Wasser hinzufügen.  Mit frisch geriebener Muskatnuss würzen und noch ca. 20-30 Minuten weiterköcheln, bis die Quitte weich ist aber Biss hat. Das Fleisch sollte jetzt superzart sein.


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Giouvetsi – das griechische Sonntagsessen

Giouvetsi - mit Reisnudeln

Γιουβέτσι

Dieses griechische Schmorgericht ist eigentlich ganz einfach zubereitet, es braucht nur etwas Zeit, so ca. 2 – 2,5 Stunden. Das Fleisch wird zunächst in einer würzigen Tomatensauce geschmort und anschließend mit Kritharaki, kleinen Reisnudeln, im Ofen fertig gegart. Traditionell passiert das in einem Tontopf, dem Giouvetsi – oder wie bei mir in einer ofenfesten Form mit Deckel.  Das Fleisch (Rind, Kalb oder Lamm) wird superzart und die Nudeln saugen sich mit der leckeren Sauce voll. Damit sie beim Abkühlen nicht verklumpen verrate ich euch in den Zubereitungsschritten noch einen Trick von einem Koch. Übrigens heißt alles Giouvetsi, was in diesem Tontopf gegart wird. Es gibt auch Giouvetsi mit Garnelen oder Oktopus und auch vegetarisch.

Ihr braucht für zwei Personen:

  • 300 g Fleisch (ich habe mageres Rind genommen)
  • Olivenöl zum Braten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 rote Paprika
  • 1 Karotte
  • 1- 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein (wer möchte)
  • 200 g passierte Tomaten
  • 1 Lorbeerblatt
  • je einen halben TL Nelkenpulver und Zimt
  • etwas Oregano
  • Paprika edelsüß nach Geschmack
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Zucker
  • ca. 150 g Kritharaki
  • ggf. geriebener Hartkäse wie Kefalotiri, Kefalograviera oder Parmesan

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln sowie die Paprika und die Karotte in nicht zu kleine Stücke schneiden. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Das Fleisch in grobe Stücke teilen. In einem Topf das Ölivenöl erhitzen und das Fleisch rundrum anbraten. Wenn es eine schöne Farbe bekommen hat, das vorbereitete Gemüse bis auf die Frühlingszwiebeln und den Knoblauch hinzufügen und ebenfalls anbraten. Nach ein paar Minuten Knoblauch und Frühlingszwiebeln hinzufügen und kurz mitdünsten. Das Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls anbraten, damit es eine schöne Sauce gibt.

Mit Rotwein ablöschen und einkochen lassen und danach die passierten Tomaten mit ca. 200 ml Wasser zugießen.  Nun alle Gewürze hinzufügen, umrühren und bei geschlossenem Decke und mittlerer bis kleiner Hitze ca. 45 – 50 Minuten schmoren lassen. Dabei immer wieder prüfen, ob Wasser ergänzt werden muss.

Giouvetsi kochen10 Minuten vor Ende der Garzeit schon mal den Ofen auf 200 °vorheizen. Das Fleisch sollte jetzt bereits ziemlich weich sein.  Jetzt kommt der Trick mit dem Kritharaki: Normalerweise würde man es jetzt einfach mit dem Fleisch in den Ofen geben. Damit es aber nicht unschön verklumpt, brate ich es in einem separaten Topf in wenig Olivenöl an.  Ein paar Minuten reichen.

Sobald das erledigt ist, nehmt ihr einen Bräter oder eine ofenfeste Form und legt die Fleischstücke rein. Nun verstreut ihr das Kritharaki darüber und gießt anschließend die Sauce mit dem Gemüse dazu. Umrühren, damit sich alles gut verteilt und eventuell noch abschmecken, ggf. nachsalzen für die Nudeln. Über den Kritharaki muss noch mindestens ein Fingerbreit Flüssigkeit im Bräter sein. Ist zu wenig drin, solltet ihr entsprechend Wasser dazugießen.

Deckel drauf und in den Ofen damit. Spätestens nach 30 Minuten die Konsistenz der Nudeln prüfen und auch ob noch Wasser ergänzt werden muss. Das Gericht ohne Deckel für weitere 10-15 Minuten im Ofen schmoren lassen. Die Temperatur ggf. zurückschalten. Die Flüssigkeit sollte komplett aufgesogen und das Giouvetsi dennoch nicht trocken sein. Perfekt ist es, wenn ihr das Fleisch ganz einfach mit der Gabel zerteilen könnt.

Wer möchte kann das Ganze jetzt noch mit geriebenem Käse bestreuen. Ich nehme – wenn überhaupt – nur sehr wenig Parmesan.