Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Herbstfreuden – Gebackene Quitten mit griechischem Joghurt

Gebackene-Quitten mit griechischem Joghurt

Κυδώνια στο φούρνο με γιαούρτι – Kidonia sto furno me jaourti

Gestern habe ich bei meinem Obsthändler Quitten entdeckt und habe mich spontan für dieses leckere Dessert entschieden. Es versüßt mir den Übergang in die kalte graue Jahreszeit. Ich mag Quitten ganz gerne, mein Vater hat sie früher roh gegessen und manchmal habe ich auch davon genascht. Es gibt wohl ein paar Sorten, die roh genießbar sind, und diese gab es im griechischen Bergdorf. In Griechenland kocht man aus Quitten überwiegend Marmelade oder Glyko koutaliou.

Quitten

Kaum Aufwand machen gebackene Quitten, die ich besonders gerne mit griechischem Joghurt mag.  Wer möchte kann übrigens noch Nelken oder Sternanis in den Sirup geben oder auch einen kräftigen Schuss Vin Santo. Ich finde aber, dass die Quitten genug Aroma mitbringen und gar nicht viel mehr brauchen. Beim Zucker bin ich etwas sparsam, ich finde 100g gr ausreichend, dadurch bleibt der Sirup etwas dünnflüssig, aber mich stört das nicht. Er wird beim Abkühlen etwas dickflüssiger. Ansonsten könnt ihr den Zuckeranteil erhöhen. Reste lassen sich übrigens tagelang aufbewahren, aber so lange halten sie bei mir nie vor.

Zutaten für ca. 6 Portionen

  • 4 Quitten
  • 1 Zitrone
  • 100 g Zucker
  • eine kleine Zimtstange
  • 1 großzügiger EL Thymianhonig (oder ein anderer Honig)

Zum Servieren

  • Griechischer Joghurt, ca. 2 EL pro Portion
  • ein paar Walnüsse oder Mandelblättchen

Die Zitrone auspressen und den Saft in einer Schüssel bereitstellen. Die Quitten vom Flaum befreien. Dazu reibt man sie mit einem Küchentuch kräftig ab. Danach gründlich waschen und abtrocknen. Die Quitten vierteln und das Kerngehäuse samt Stiel- und Blütenansatz entfernen. Die Quitten nicht schälen. Das Kerngehäuse beiseite legen, das wird gleich weiterverwendet. Vorsicht, die Früchte sind hart und man kann leicht abrutschen und sich verletzen…

Den Ofen schon mal auf 200 Grad vorheizen. Die Quittenviertel sofort im Zitronensaft wenden und in eine Auflaufform nebeneinander legen. Das Kerngehäuse mit 250 ml Wasser, 100g Zucker und der Zimtstange aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss einen großzügigen Esslöffel Honig hinzugeben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb geben, um die Quittenabschnitte und die Zimtstange zu entfernen. Noch heiß über die Quitten geben.

Die Auflaufform mit Alufolie zudecken und auf mittlerer Schiene ca. 50 – 60 Min backen. Dabei immer wieder kontrollieren und die Quitten mit dem Sirup beträufeln. Kurz vor Ende der Garzeit die Folie entfernen. Die Quitten sind fertig, wenn sie schön weich geworden sind. Man kann sie mit der Schale essen.

Etwas abkühlen lassen. Den Joghurt mit ein paar Esslöffel vom Sirup cremig rühren. Die Walnüsse knacken und aus der Schale befreien. Ich hatte heute frische Schälnüsse. Je nach Geschmack kurz in der Pfanne rösten.

Die Quitten mit dem Joghurt und den Nüssen anrichten und etwas von dem Sirup darüberträufeln. Statt Joghurt passt auch gut Vanilleeis.

 

 

 


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Kidonato – Kalbfleisch mit Quitte

Kidonato - Kalb mit Quitte - Mosxaraki me kidoni

Κιδωνάτο, μοσχάρι μα κιδώνια

Heute hatte ich richtig Lust auf ein Schmorgericht mit Fleisch, kennt ihr solche Gelüste auch? Da ich noch Quitten übrig hatte, habe ich mich für Fleisch mit Quitten entschieden.  Das Fleisch wird langsam gar gekocht und kurz vor Schluss kommen noch karamelisierte Quitten hinein. Ein sehr leckeres und aromatisches Herbstgericht.  Wie fast immer mag ich es ganz pur.  Ein „Ich-will-ein-bisschen-Eindruck-machen-Gericht“ wird es mit Reis oder Pellkartoffeln oder man kocht zusammen mit den Quitten gleich die Kartoffeln mit.

Für 3-4 

  • 300 g mageres Kalbfleisch (oder etwas anderes)
  • Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Paprika edelsüß und wer möchte Cayennepfeffer
  • 1 TL Zimt
  • 2 Lorbeerblätter
  • wer hat: etwas getrockneter Majoran
  • 2 Quitten
  • Saft einer Zitrone
  • 1 EL Butter
  • 2 TL Honig
  • frisch geriebene Muskatnuss

Das Fleisch in große Würfel schneiden, wie bei einem Gulasch. Die Zwiebel und den Knoblauch würfeln.  Das Fleisch in ca. 1-2 EL Olivenöl von allen Seiten anbraten, so dass es eine schöne Farbe bekommt. Danach die Zwiebel mit dem Knoblauch kurz mitanbraten. Wenn auch die Zwiebeln glasig geworden sind kommt ein großzügiger Esslöffel Tomatenmark dazu und wird mitgeröstet.

Mit den passierten Tomaten ablöschen und noch ca. 250 ml Wasser dazugießen. Wer Brühe bevorzugt, kann hier auch Brühe verwenden.  Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Cayennepfeffer, Lorbeerblätter,  ggf. Mahoran und Zimt würzen. Bei geschlossenem Deckel und niedriger Hitze ca. 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Falls nötig immer wieder Wasser hinzufügen. Das war bei mir jedoch nicht der Fall.

In der Zwischenzeit (also wenn das Fleisch schon seit einer Stunde im Topf schmurgelt) die Quitten schälen, vom den Kernen befreien, in ca. 8 Spalten schneiden und mit dem Zitronensaft übergießen.  Die Butter in einer Pfanne heiß werden lassen und die Quittenstücke darin ca. 5 Minuten anbraten. Den Honig darüberträufeln und ein paar Minuten karamellisieren lassen. Mit dem restlichen Zitronensaft ablöschen und das Ganze zum Fleisch geben.

Nur falls nötig noch wenig Wasser hinzufügen.  Mit frisch geriebener Muskatnuss würzen und noch ca. 20-30 Minuten weiterköcheln, bis die Quitte weich ist aber Biss hat. Das Fleisch sollte jetzt superzart sein.


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Süße Quitte in Sirup

oder Gluko Koutaliou Kidoni  – Γλυκό κουταλιού κιδώνι

Quitte in Sirup Gluko Koutaliou Kidoni

Inspiriert von Ioannas eingelegten Trauben habe ich mich an die Quitten gewagt, die mir eine liebe Kollegin geschenkt hat. Gluko Koutaliou heißt übersetzt einfach Löffeldessert: Eine winzige Portion, die gerade auf einen Löffel passt wird zu Kaffee und Wasser gereicht, oder garniert Eis und Kuchen.  Eingemacht werden neben Quitten und Trauben auch Kirschen, Orangen, Zitronen, unreife Nüsse, Feigen sogar Tomaten und Baby-Auberginen und mein Liebstes: Bergamotte.

Wenn mir jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass ich bald über mein erstes eigenes Löffeldessert schreibe… unvorstellbar. Aber Ioanna von Griechische Küche hat mich mit Ihrem Blogbeitrag dazu verführt. Ευχαριστω Ιωαννα!
Ich habe bei der Suche nach einem Rezept das einfachste mit den wenigsten Zutaten genommen und nach Telefonaten, die mich nicht weitergebracht haben, einfach mal losgelegt.  Auf die Frage nach der Kochzeit bekam ich lediglich „lange genug“ zu hören. „Wann weiß ich, dass der Sirup fertig ist?“ „Ach, merkst Du schon!“.

Ich habe mich an Ioannas Tipp gehalten und es hat funktioniert.

Gebraucht habe ich: 

  • 1 Kilo Quitten
  • 900 g Zucker
  • 900 ml Wasser
  • etwas Vanillezucker

Dieses Rezept habe ich in einem uralten Kochbuch aus den 80ern gefunden. Im Originalrezept werden zum Schluss Mandelblättchen in den Sirup gerührt. Die habe ich weggelassen, da ich erst mal die ganz pure Variante ausprobieren wollte. Ausschlaggebend für meine Wahl für dieses Rezept war das Fehlen von Glukose und Blättern der Apfel-Pelargonie oder Duftpelargonie (?). Wer das kennt, möchte mir bitte schreiben

Und so habe ich es gemacht. Die Quitte habe ich geschält und vom Gehäuse befreit. Davon habe ich Quittengelee (siehe Bild mit den drei Gläsern) gemacht. Die Quitte habe ich in schmale Spalten geschnitten und in 900 ml  Wasser bei geschlossenem Deckel weich gekocht. Im Nachhinein hätte ich hier geduldiger sein sollen und sie etwas länger kochen sollen.

Als die Quitte weichgekocht war, habe ich den Zucker und den Vanillezucker hinzugefügt und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen bis irgendwann ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Das hat so ca. knapp 1,5 Stunden gedauert. Als die Tropfenprobe gelang habe ich die Mischung in Gläser verteilt. Bei mir ist ganz schön viel Sirup entstanden, den übrigen habe ich in ein Gläschen gefüllt siehe Bildergalerie 🙂 – und werde ihn zum Tränken von einem Kuchen verwenden.