Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


9 Kommentare

Gefüllte Paprika oder gemistes Piperies oder hallo Sommer

Auf die griechische Art: Gefüllte Paprika und Tomaten mit Reis und Hackfleisch

Gemistes Piperies – als ich mit meinem Blog vor drei Jahren online ging stand dieses Gericht ganz oben auf meiner Liste. Ein typisches Sommergericht, denn wirklich kein Sommer vergeht ohne Gemistes. Und obwohl ich in den letzten drei Sommern immer wieder Paprika gefüllt und in den Ofen geschoben habe, habe ich das Rezept trotzdem nicht verbloggt. Entweder hatte ich vergessen zu fotografieren (oder die Fotos fand ich einfach schlecht) oder ich habe erst beim Verputzen der letzten Paprika daran gedacht, oder, oder, oder. Außerdem koche ich dieses Rezept, ohne groß auf die Mengen zu achten.  Im Nachhinein fällt es mir schwer, mich an die Mengenverhältnisse zu erinnern. Mal sind es mehr mal weniger Paprika, mal nur zwei Tomaten mal vier, mal gar keine. Je nachdem, was ich auf dem Markt gefunden habe …  Das könnt ihr auch auf den Bildern erkennen …

Gefüllte Paprika und Tomaten auf griechisch

Als Kinder haben mein Bruder und ich die Paprika verschmäht und nur die Füllung und die Kartoffeln gegessen. Meine Mutter füllt das Gemüse immer mit einer Reis-Hackfleisch-Füllung. Und genau dieses Rezept wollte ich hier auf dem Blog vorstellen. Es gibt jedoch eine vegane Variante ohne Fleisch in der Füllung, in Griechenland wird diese vegane Variante „orfana“ genannt, was verwaist heißt. Für beide Varianten ist viel frische und getrocknete Minze (Diosmos) unerlässlich. Der griechische kleimblättrige Diosmos gehört einfach dazu. Deshalb verwende ich neben frischer Minze immer auch getrockneten Diosmos. Den könnt ihr natürlich durch Minze ersetzen.

Ideal zum Füllen sind die hellgrünen dünnwandigen Paprika, die man beim griechischen oder türkischen Gemüsehändler bekommt. Man kann natürlich auch andere Paprika verwenden, zum Beispiel grüne oder rote Spitzpaprika und zur Not (meinetwegen) auch die normalen Paprika… Das mache ich aber nie. Gemistes Piperies gibt es bei mir nur, wenn ich die richtigen Paprika gefunden habe.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g grüne Paprika, 10 – 12 Stück (z.B.: Dolma aus dem türkischen Laden)
  • 4 größere Fleischtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g gemischtes Hackfleisch
  • ca. 180 g Rundkornreis (1 EL Rundkornreis je zu füllendes Gemüse)
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Petersilie
  • halbes Bund Minze
  • 2 TL getrocknete Minze (Diosmos)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 3 – 4 Kartoffeln
  • noch etwas mehr Olivenöl (3-4 EL)

1.
Die Paprika waschen und einen Deckel schneiden. Ich verwende den Deckel später nicht immer. Meist schneide ich den Stielansatz ganz knapp rundherum aus. Das macht mehr Mühe beim Entfernen der Samen und beim späteren Füllen, aber so kenne ich es nun Mal seit Jahrzehnten. In jedem Fall die Samen der Paprika entfernen. Mit einem Messer im unteren Bereich die Paprika einritzen. Auf dem Bild könnt ihr das erkennen. So kann der Reis besser im Ofen garen. Die Paprika mit den oder ohne Deckelchen beiseitelegen.

Paprika einschieben

2. 
Drei der Tomaten werden zum Füllen verwendet. Die gewaschenen Tomaten mit dem Stielansatz nach unten auf die Arbeitsfläche legen und auf der runden Seite einen Deckel schneiden. Mit einem Löffel nun die Tomaten aushöhlen und Fruchtfleisch und Tomatensaft in eine Schüssel geben. Die Tomaten mit den Deckel ebenfalls zur Seite stellen. Die letzte Tomate leicht einritzen und mit kochendem Wasser überbrühen. So lässt sich die Schale besser entfernen. Das Fruchtfleisch zusammen mit dem ausgehöhltem Tomatenstücken pürieren. Bei mir waren es ca. 400 ml Tomatensaft, der auf diese Weise entstanden ist.

Paprika und Tomaten zum Füllen

3.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Den Knoblauch und das Hackfleisch hinzufügen und dieses krümelig anbraten. Den Reis waschen, abtropfen lassen und zum Hackfleisch geben. Den Tomatensaft hinzufügen und noch etwa 150 ml Wasser hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Minze würzen. Die Hitze zurückschalten und den Reis sanft köcheln lassen bis nur noch ein kleiner Rest Flüssigkeit im Topf ist. Der Reis ist noch nicht ganz gar.

4.
Solange die Füllung köchelt, die Kräuter waschen und hacken und die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles zur Füllung geben und nochmal abschmecken. Den Ofen vorheizen auf 180 °.

Füllung für Paprika

5. 
Die Paprika und die Tomaten füllen, nicht ganz bis zum Rand, da der Reis noch weiter quellen wird. Mit dem jeweils passenden Deckel verschließen (oder auch nicht). Alles nebeneinander in eine ofenfeste Form geben. Wenn noch Füllung übrig bleibt, dann kann man diese mit in die Form geben. Ich mache das aber nicht und gare sie einfach im Topf fertig.

6. 
Die Kartoffeln schälen und in Achtel scheiden und zwischen das Gemüse geben. Den Topf mit etwa 150 ml Wasser ausspülen und über das gefüllte Gemüse geben. Darüber kommt ein großzügiger Schwung Olivenöl.

Gemistes Piperies

7.
Die Gemistes ca. 50 Minuten bei 180 ° backen. Dabei die Paprika zwei Mal seitlich wenden, damit auch die  Seiten gebacken werden.

gefuellte-paprika-griechisch

Gemista kann man übrigen auch mit Zucchini, Auberginen, Kartoffeln und Zwiebeln machen. Es gibt wahrscheinlich so viele Varianten wie es griechische Haushalte gibt. Viele bevorzugen die vegane Variante ohne Fleisch. Manche ergänzen die Füllung mit anderem Gemüse. Meine Patentante zum Beispiel mischt Auberginenstücke und Zucchini in die Füllung. Was der Sommer und der Garten an Gemüse hergibt wird zu Gemista verarbeitet.


8 Kommentare

Arakas laderos – griechisches Erbsengemüse in Tomatensauce

Arakas Laderos - griechisches Erbsengemüse

Erbsen in Tomatensauce, klingt unspektakulär, oder? In Griechenland ist das ein komplettes Gericht, das mit viel Brot und Schafskäse gegessen wird. Es gehört zu den sogenannten „Ladera„. Die habe ich euch an vielen Stellen dieses Blogs schon vorgestellt. Ladera bedeutet „in Öl gekocht“ – in der griechischen Küche meinen wir mit Öl selbstverständlich Olivenöl. Was sonst. Ladero heißt aber auch „ohne Fleisch“. Bei diesen – meist veganen – Gerichten steht das Gemüse im Vordergrund. Gekocht wird mit reichlich gutem Olivenöl. Meist spielt eine Gemüsesorte die Hauptrolle, wie hier die Erbse. Auf die erstklassige Qualität aller Zutaten wird dabei großen Wert gelegt.

So stand ich am Münchner Viktualienmarkt vor meinem Lieblings-Gemüsehändler, ein grantig aussehender Bayer, der aber total nett ist. Ich versuchte gemeinsam mit ihm herauszufinden, wie viele Erbsenschoten ca. 500 g Erbsen ergeben. Gar nicht so einfach. Ich bin mit einer riesigen Tüte Erbsenschoten nach Hause gegangen, etwa 1 Kilo. Ich hatte Glück, die Erbsen waren erstklassig, trotz Naschen beim Palen habe ich ca. 500 g Erbsen erhalten. Es lohnt sich übrigens frische Erbsen für dieses Rezept zu verwenden. Mit tiefgekühlten Erbsen geht das natürlich schneller.

Araras - Erbsen palen

Diesen Araka gibt es auch in einer nicht-vegetarischen Variante. Dabei wird das Fleisch zuerst im Topf fast gar geschmort, bevor das Gemüse hinzukommt und das Gericht fertig gart. In den meisten griechischen Rezepten werdet ihr übrigens viel Dill dazu als Zutat finden. Wer Dill gerne mag, der sollte auch diesen anstatt Minze oder Petersilie verwenden. Ich bin jedoch kein großer Dillfan und bevorzuge Minze und Petersilie dazu. Und im Sommer könnt ihr natürlich frische Tomaten nehmen und selbst pürieren statt die passierten aus der Dose zu verwenden.

Beim Olivenöl spare ich immer etwas. Wer möchte verdoppelt die Menge. Schaden tut das nicht. Allerdings sollte es ein erstklassiges extra-natives Olivenöl sein. Davon gebe ich am Tisch gerne ein Schuss über alle Ladera.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 – 1,2 kg frische Erbsen in der Schote (ergibt ca. 500 g gepalte Erbsen). Ersatzweise TK-Erbsen.
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Karotten
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 250 ml passierte Tomaten
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • 1 TL Thrymba oder Thymian
  • 1 TL getrocknete (griechische Minze)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • ein paar Stängel Petersilie
  • 2 Stängel frische Minze

1.
Die Erbsen aus den Schoten befreien und möglichst wenig dabei naschen. Die Zwiebel in Würfel schneiden, Die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Die geschälten Kartoffeln in nicht zu kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch ebenfalls würfeln. Die Erbsen waschen und abtropfen lassen.

2. 
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel mit den Karotten ein paar Minuten bei milder Hitze anbraten. Die Kartoffeln, die Erbsen und den Knoblauch hinzufügen. Das Tomatenmark dazugeben, unterrühren und kurz mit anbraten. Die passierten Tomaten zusammen mit ca. 250 -300 ml Wasser hinzufügen. Das Gemüse sollte gut mit Wasser bedeckt sein. Mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, Paprikapulver und den trockenen Kräutern würzen.

3.
Das Erbsengemüse bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe scheiden. Und die frischen Kräuter waschen und klein scheiden.
Die Frühlingszwiebeln nach ca. 15 Minuten zum Gericht geben und weitere 5-10 Minuten bei offenem Deckel weiterköcheln lassen. So verkochen sie nicht. Die frischen Kräuter untermischen. Das Gemüse sollte jetzt gar sein und die Tomatensauce sämig eingekocht sein. Zum Servieren noch einen Schuss Olivenöl über den Araka geben. Dazu passt frisches Brot und Schafskäse.


8 Kommentare

Endlich Sommer mit Wassermelone, Feta und frischer Minze

Wassermelonen-Feta Salat mit frischer Minze

Καρπούζι με φέτα και δυόσμο

Es ist Sommer und im Sommer esse ich am liebsten Wassermelone. Wenn ich in Griechenland bin, vergeht fast kein Abend, an dem ich es mir mit einer großen Schüssel auf dem Balkon gemütlich mache. Meine Mutter kauft dann nahezu jeden Tag eine schöne Wassermelone. Am späten Nachmittag hört man den Melonenverkäufer schon von weitem, wenn er durch die Nachbarschaft fährt und lautstark mit Hilfe des Lautsprechers seine Melonen anpreist. Im letzten Jahr hatte er seinen Sohn dabei, der den Job des Marktschreiers übernahm und selbstbewusst die Reife und Süße der Wassermelonen lobte. Meine Mutter wohnt im ersten Stock, sie muss zum Kauf nicht mal das Haus verlassen und bekommt die Wassermelone über die Balkongeländer gereicht. Die kommt dann sofort in den Kühlschrank.

Am liebsten esse ich Wassermelone pur aber zusammen mit etwas Feta und frischer Minze ersetzt dieser Salat an heißen Tagen das Abendessen. Ihr kennt diesen Salat bestimmt, wenn nicht, dann unbedingt ausprobieren. Das schmeckt nicht nur sehr gut, diese Kombination ist gerade im Sommer perfekt, denn das Kalium der Wassermelone und das Natrium im Feta helfen, den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren.

Für eine Portion

  • 1 Achtel Melone (je nach Hunger)
  • 60 g Feta
  • 4-5 frische Minzeblätter
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, wer mag

Die gut gekühlte Melone von der Schale befreien und in mundgerechte Würfel schneiden. Den Schafskäse ebenfalls in Würfel schneiden. Die Minzeblätter waschen und klein schneiden.

Alle Zutaten in einer Schüssel mischen. Eventuell noch etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben.

Ich mag diesen tollen Sommersnack ohne ein Dressing und esse ihn am liebsten so.

Übrigens sagt mir WordPress, dass ich schon seit zwei Jahren online bin, wie schnell doch die Zeit vergeht.


12 Kommentare

Tiropitakia – Schafskäsecreme umhüllt von mürben Teig

Tiropitakia

Τυροπιτάκια

Am Sonntag hatte ich riesengroße Lust auf Tiropitakia. Und ich wollte sie sofort! Geduld ist nun mal nicht meine Stärke und Zeitmangel ein Dauerzustand. Deshalb musste es extra schnell gehen – mit einem Teig, der weder gehen muss noch lange durchgeknetet sein will und kein Nudelholz zum Ausrollen verlangt.

Es gibt wahrscheinlich genauso viele Tiropitakia-Rezepte wie Tiropitakia-Bäcker. Die Grundbestandteile: eine Füllung aus hauptsächlich Feta umhüllt von irgendeinem Teig. Und das war es auch schon. Damit kann man jetzt in der Küche „spielen“ gehen.

Teig für Tiropitakia
Ich habe einen Joghurt-Öl-Teig gemacht, der besonders mürbe wird und ratzfatz geknetet ist. In Griechenland wird dieser Teig „Kourou“ genannt. Er lässt sich prima ersetzen durch: fertigen Filoteig. selbst gemachten Filoteig, Hefeteig, Hefeteig mit gekochten Kartoffeln (und zur Not bestimmt auch mit Strudelteig).

Füllung für Tiropitakia
Feta natürlich. Entweder Feta pur oder kombiniert mit einem Käse, der das Salzige des Schafskäses etwas abmildert. Das kann wie bei mir ein milder Manouri sein, der zum Großteil aus Molke hergestellt wird. Manouri kann gut durch Ricotta ersetzt werden, falls ihr den nicht bekommt. Oder einen milden festen Schnittkäse wie Kaseri oder Gouda. Oder einfach Frischkäse und was der Kühlschrank sonst noch an Käse hergibt oder verbraucht werden muss. Achtet darauf, dass die Masse relativ trocken ist, damit der Käse beim Backen im Teig bleibt.

Der Extrakick in der Füllung
Frische oder getrocknete Kräuter wie Oregano, Thymian, Minze, etc. Gewürze wie Pfeffer, Chili, Paprika. Was gerade da ist und worauf man Lust hat.

Und die Form?
Entweder Halbmonde wie bei mir, oder Dreiecke,was besonders gut mit Filoteig geht oder kleine Stangen, oder kleine Hörnchen. Erlaubt ist was gefällt, bzw. was der Teig mitmacht.

Das schöne an solchen Rezepten ist, dass man sie immer ein bisschen variieren kann. Lasst uns also spielen gehen…

Ihr braucht für ca. 60 Stück

Für den Teig

  • 400 g griechischen Joghurt
  • 100 ml Olivenöl (oder ein neutraleres Öl)
  • 1 TL Salz
  • 500 g Mehl (Typ 550 oder ein anderes)
  • 2 gestrichene TL Backpulver

Für die Füllung

  • 300 g Feta
  • 100 g Manouri (oder Ricotta oder siehe oben)
  • 1 TL getrocknete Minze (oder etwas mehr frische Minze)
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zum Bestreichen

  • 1 Ei
  • 1-2 EL Milch
  • Sesam und/oder schwarzer Sesam

1.
Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben. Erst mit einem Löffel vermengen und dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Der Teig ist sehr weich, lässt sich gut formen und klebt nicht an den Händen. Am besten etwa 1 Stunde kühl stellen. Man kann ihn aber auch gleich verwenden.

2.
Für die Füllung die beiden Käsesorten in einer Schüssel zerbröckeln. Mit einer Gabel so bearbeiten, dass die Käsebrocken immer feiner werden. Es muss aber keine glatte Creme werden. Die Kräuter und den Pfeffer dazugeben und abschmecken.

3.
Den Ofen vorheizen auf 180 Grad und ein Backblech oder zwei mit Backpapier auslegen.

4.
Einen Teil des Teiges auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, ca. 5mm dick. Mit einem Glas runde Teigstücke ausstechen von etwa 5cm Durchmesser ausstechen. Man kann den Teig auch mit den Händen plattdrücken und möglichst rund formen.

Griechische Teigtaschen mit Käse

5.
Gefüllt wird das Teigstück mit einem halben Teelöffel von der Fettcreme. Nun den Teig zu einem Halbmond klappen die Ränder andrücken. Wenn ihr möchtet, könnt ihr den Rand auch mit einer Gabel rundherum verschließen und so ein Muster formen.

6.
Auf das Backblech legen und so lange weitermachen bis Teig und Füllung verbraucht sind. Das Ei mit der Milch glatt rühren und die Teigtaschen damit bestreichen. Nach Geschmack mit Sesam bestreuen. Bei 180 ° C ca. 20 bis 25 Minuten backen bis sie goldbraun sind.

Tiropitakia mit Sesam

Sie schmecken warm und kalt. Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen und auch zwischendurch.

 


38 Kommentare

Lalangítes mit Minze, Frühlingszwiebeln und Feta – für Oma

Lalangites mit Minze, Frühlingszwiebeln und Feta (Babalokeftedes)

Λαλαγγίτες

Meine Oma wird heute 100! Wahnsinn oder? So wollte ich meinen Blogbeitrag für morgen beginnen, in der Annahme, dass meine Oma am 24. Februar 2014 stolze 100 wird. Jetzt ist sie das aber schon längst! Die Verwirrung begann kurz vor Weihnachten und ist etwas typisch für (m)eine griechische Familie. Sie geht irgendwie so:

„Oma wird nächstes Jahr 100.“
„Wirklich, wow, Das müssen wir feiern.“
„Ach was, wir feiern keine Geburtstage.“
(Zwischendiskussion mit meinem Bruder: Fliegen wir hin? Erlauben das unsere Jobs zeitlich?)
Unsere Frage: „Wann hat jetzt Oma genau Geburtstag, damit wir Urlaub einreichen, Flüge buchen, etc?“
„Das weiß sie nicht so genau.“
„Aber das lässt sich doch bestimmt rausfinden?“
„Wir feiern den Geburtstag einfach an ihrem Namenstag, das ist der 01. Januar.“
Zwischenzeitlich meinte meine Mutter, dass es der 24. Februar sein muss. Sie hätte mal ihren Personalausweis gesehen, da stand der 24. Februar 1914.

Also überlegte ich mir, welches Rezept ich mit meiner Oma verbinde. Rezept gekocht, Blogbeitrag fertig, ich mit meiner Mutter heute telefoniert:

„Oma wird morgen 100, Wahnsinn, oder“
„Oma ist schon 100. Deine Tante hat mir den Personalausweis gezeigt, da steht der 01. Januar 1914 drin.“
„Wie jetzt? Ich hätte Oma morgen angerufen und für Verwirrung gesorgt.“
„Sie freut sich doch immer über Deinen Anruf… Na ja, Deine Cousinen haben ihr ja am Namenstag einen schönen Geburtstagskuchen gebacken. Oma hat sich gefreut“.

Ich rufe sie morgen trotzdem an. Hoffentlich hört sie das Telefon, denn Ihre Schwerhörigkeit ist eines der wenigen Dinge, die ihr zu schaffen machen. Sie lebt alleine in dem Haus, das sie in den 30er Jahren mit meinem verstorbenem Opa gebaut hat. Die größte Strafe für sie ist, wenn sie mal krank wird und zu einer der Töchter in die Stadt muss. Sobald sie gesund ist, will sie wieder in ihr Haus – und wehe jemand widerspricht. Vor zwei Jahren hat meine Oma angefangen sich bei mir mit den Worten „jetzt sehen wir uns erst im Himmel wieder“ zu verabschieden. Sie ist sehr gläubig. Ich widerspreche ihr dann und sie antwortet: „ach, meine Liebste, es sind einfach viel zu viele Jahre“.

Omas HochzeitsbildIch stelle euch heute ein Rezept vor, das ich mit meiner Oma verbinde: Lalangites und zwar die Variante mit Minze, Frühlingszwiebeln und Schafskäse. Wenn wir zu Besuch kommen, kündigen wir das nie groß an, damit sich Oma nicht überanstrengt mit irgendwelchen Vorbereitungen. Waren wir erst, da zauberte sie selbstverständlich trotzdem etwas: meist Lalangites. Wir kennen sie in unserer Familie in drei Varianten: süß (gab es nach meinem Geschmack viel zu selten), mit Schafkäse, oder diese Variante hier mit Kräutern und Frühlingszwiebeln. Die Familie meiner Oma nennt sie Babalokeftedes, da in unserem Bergdorf die ältere Generation zu Kräutern Babala sagt.

Oben seht ihr übrigens das Hochzeitsbild meiner Oma. Da war sie ungefähr 20. Mein Opa ist leider vor 35 Jahren gestorben. Im Vordergrund brennen die Kerzen auf ihrem Namenstags-Geburtstagskuchen.

Nun ist es ein ganz anderer und viel längerer Blogbeitrag geworden. Und ich habe einen Verdacht… Wahrscheinlich ist Oma schon 101 und die haben 1914 einfach den 01.01. als Geburtsdatum genommen. Soll vorgekommen sein in klitzekleinen griechischen Bergdörfern Anfang des letzten Jahrhunderts.

Zutaten für ca. 20 Stück

  • 200 g lauwarmes Wasser
  • 1/8 Stück Hefe, oder 1/2 TL trockene Hefe
  • 2 Eier
  • 200 g Mehl
  • Salz und Pfeffer
  • 1 TL getrocknete griechische Minze (oder einfach weglassen)
  • 4 dünne Frühlingszwiebeln
  • ein paar Zweige frische Minze
  • 100 g Schafskäse
  • Öl zum Braten

Die Hefe im Wasser auflösen. Die Eier kurz schlagen und zur Hefe geben. Das Mehl nach und nach darunter mischen. Es soll eine dickflüssige Masse entstehen. Etwas dicker als zum Beispiel ein Pfannkuchenteig. Salzen und pfeffern und ggf. die getrocknete Minze unterrühren. Den Teig etwas stehen lassen.Teig für Lalangites, Babalokeftedes

Die Frühlingszwiebel putzen und feine Scheiben schneiden. Die frische Minze waschen und klein Schneiden. Den Feta zerbröckeln. Nach ca. 10 Minuten alle Zutaten zum Teig geben und gut vermischen.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Ich nehme zum Braten immer eine Mischung aus Pflanzenöl und Olivenöl. Nun portioniert ihr den Teig mit einem großen Esslöffel und setzt kleine Teighäufchen in das heiße Fett. Von beiden Seiten ein paar Minuten braten. Sie sollten eine schöne goldbraune Farbe bekommen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Dazu passt Salat, Tsatsiki, oder ein einfacher Dip aus Joghurt.


4 Kommentare

Keftedakia – Griechische Hackfleischbällchen

Griechische Keftedakia - Hackfleischbällchen mit Kräutern

Wann immer ich Keftedakia für ein Grillfest vorbereite oder zu einer Party mitnehme, werde ich nach meinem Rezept gefragt. Als mein Sohn noch klein war und ich turnusmäßig alle drei Wochen in der Kinderkrippe kochen musste, konnte ich mit diesen Bällchen immer punkten. Diese fein gewürzten griechischen Hackfleischbällchen schmecken einfach jedem. Sie sind perfekt für eine Vorspeisenplatte, passen zu Kartoffeln, Reis, Salat und Gemüse. Man kann sie im Sommer auf den Grill werfen, bei Faulheit in den Backofen schieben oder wie ich hier in der Pfanne braten. Und für kleine Gemüsemuffel kann man auch wunderbar Gemüse darin verstecken.

Unverzichtbar ist die griechische Minze, „diosmo“, am besten frisch. Sie gibt den Keftedakia erst den typisch würzigen Geschmack. Ich verwende meist die getrocknete griechische Minze aus Griechenland und füge noch frische Minze dazu – wenn ich welche im Haus habe. Ich experimentiere außerdem gerne mit Gewürzen und Zutaten und kann eigentlich danach nie so richtig sagen, wieviel wovon drin ist.  Weiter unten liste ich auf, was ich immer wieder gerne verwende. Beim Fleisch nehme ich immer mageres Rind- und Schweinefleisch, das schmeckt mir am besten. Wobei meist der Rindfleischanteil etwas überwiegt. Erlaubt ist was schmeckt, auch Lammhackfleisch. In Griechenland verwenden viele gerne Kalbfleisch für Keftedes.

Zutaten 

  • 500 g Hackfleisch, gemischt (gerne mit etwas mehr Anteil an Rindfleisch)
  • 1 größere Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Ei
  • ca 1/4 Bund frische Petersilie
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 2 TL getrocknete (griechische) Minze (Diosmos), oder ca 1/4 Bund frische Minze
  • 1 Prise Piment (am besten frisch gemahlen)
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • Salz und Pfeffer
  • 20 – 30 g Paniermehl
  • 1 EL  Olivenöl
  • und Öl zum Braten

1.
Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Die Zwiebel und den Knoblauch sehr fein hacken oder gleich zusammen mit den frischen Kräutern und dem Ei in einen Blitzhacker geben und kurz klein hacken. Diesen Brei gebe ich zum Hackfleisch, ich mag nämlich keine groben Zwiebelstücke in meinen Keftedes.

2.
Nun wird gewürzt: Alle trockenen Kräuter und Gewürze kommen jetzt in die Fleischmasse. Mit den Händen und dem Olivenöl gut durchkneten. Zum Schluss das Paniermehl in kleinen Mengen unterkneten, bis der Fleischteig nicht zu fest aber gut formbar ist.  Ich bevorzuge Paniermehl, da ich meist nur wenig Brot zu Hause habe. Die meisten nehmen ganz klassisch altbackene und eingeweichte Brötchen oder Weißbrot.  Wenn ich Zeit habe, lasse ich den Teig noch etwas im Kühlschrank durchziehen. Wenn ich auf Nummer sicher gehen möchte, brate ich ein kleines Bällchen an und schmecke danach die Masse nochmals ab

3.
Runde Bällchen formen und etwas platt drücken. Die Größe bleibt jedem überlassen. Wenn ich sie für Gäste mache, rolle ich sie etwas kleiner. Zu groß sollten Sie auch nicht sein – es sind ja keine Biftekia 🙂

5.
Ich esse die „keftedakia“ am liebsten vom Grill (den ich nicht habe) oder aus dem Backofen. Dazu lege ich die Fleischbällchen auf Backpapier und wende sie während der Backzeit ein Mal. Diesmal habe ich die Bällchen jedoch ganz klassisch in der in Öl Pfanne gebraten, ca. 4-5 Minuten von jeder Seite.

Griechische Hackfleischbällchen

Was ich je nach Laune noch gerne reinknete:

  • Zimt, Cumin, gemahlene Koriandersamen, Chilipulver
  • Püriertes oder geraspeltes Gemüse, das vorher gedünstet oder gebraten wird: Zucchini, Auberginen, Paprika
  • Tomatenmark
  • geriebene Zitronenschale

Was Bekannte gerne verwenden bzw. noch tun:

  • viel mehr Knoblauch
  • Salbei
  • Senf
  • Milch
  • Brot statt Paniermehl
  • vor dem Braten in Mehl wenden

Dazu passt Gemüsereis, Tomatenreis oder Zitronenkartoffeln.

Habt ihr schon meine neue Kategorie entdeckt? Aufgelesen