Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Kourabiedes – Zartes Gebäck unter Puderzuckerschichten

Kourabiedes - griechisches Weihnachtsgebäck mit Mandeln und Puderzucker

Kourabiedes sind das griechische Weihnachtsgebäck schlechthin. Ab Dezember gibt es sie überall in den griechischen Konditoreien: schneeweiß und zu Pyramiden aufgetürmt. Das mürbe Gebäck ist mit einer dicken Puderzucker-Schicht überzogen. Das macht es fast unmöglich einen Kourabie zu essen, ohne dass man sich mit Puderzucker bestäubt. Ich klopfe das meiste vom Puderzucker ab, aber trotzdem…  Ein anderes traditionelles Weihnachtsgebäck sind die in Sirup getränkten Melomakarona. Hier staubt nichts, aber die Finger sind nach dem Essen leicht klebrig.

Für Kourabiedes braucht man nur ein wenige Zutaten: Butter, Mehl, Mandeln und Puderzucker. Die Mandeln sind in der Regel ungeschält und werden im Backofen geröstet und dann grob zerkleinert unter dem Teig gemischt. Ich mag es, wenn im Teig grobe Mandelstücke sind. Das macht für mich einen Kourabie aus.

Ziegenbutter aus Griechenland

Ganz traditionell werden Kourabiedes aus Schafs- oder Ziegenbutter oder einer Mischung daraus hergestellt. Diese ist hier wirklich schwer zu bekommen. Letztes Jahr war ich in München erfolglos und habe mir eine Packung „egioprovio boutiro“ wie diese Butter in Griechenland genannt wird, mitgenommen. Die Butter ist hell, und wird bei Zimmertemperatur schnell weich. Man bekommt sie in Gläsern. Ich vermute, dass es geklärte Butter ist. Der Geruch erinnert an Ziege, Schaf, ihr wisst schon. Nach dem Backen ist der dominante Geschmack nach Ziege verflogen und die Kourabiedes werden wirklich köstlich. Diesen ganzen Aufwand (Flug nach Griechenland, Transport, Kühlung, etc) kann man sich auch sparen und eine wirklich gute Butter aus Kuhmilch kaufen. Es gibt auch Rezepte, in denen Margarine verwendet wird. Aber da sträuben sich bei mir ehrlichgesagt alle Nackenhaare. Für Kourabiedes braucht man erstklassige Butter, Punkt! Diese Butter muss man so lange mit Puderzucker schlagen, bis eine wirklich cremige Konsistenz entstanden ist. Bei der Ziegenbutter erinnert das Ergebnis an geschlagene Sahne. Dann erst darf man das Mehl unterrühren. Und nur so werden Kourabiedes so schön mürbe und zart.

Traditionell werden Kourabiedes zu Halbmonden, ovalen kleinen Stangen oder runden Plätzchen geformt.

Zutaten für ca. 25 Stück 

  • 200 g ganze ungeschälte Mandeln
  • 250 g kalte Butter
  • 80 g Puderzucker
  • 500 g Mehl
  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zum Dekorieren

  • 1-2 EL Blütenwasser (gibt es beim Griechen, Türken, Araber)
  • 150 g Puderzucker

1.
Die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 2oo ° im Ofen etwa 8 Minuten rösten. Abkühlen lassen. Der Ofen kann weiter vorheizen.

2. 
Die kalte Butter mit dem Puderzucker in eine Schüssel geben mit dem Handrührgerät so lange schlagen, bis eine helle, fast weiße Creme entstanden ist. Glücklich, wer die Arbeit einer Küchenmaschine überlassen kann. Mit dem Handrührgerät dauert das gut 15 Minuten. Nicht schlapp machen. Das Ergebnis sind sehr zarte Kourabiedes. Je länger geschlagen wird, desto besser.

Geschlagene Ziegenbutter

3.
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit der Orangenschale, dem Backpulver und dem Salz mischen. Unter die Butter ziehen. Die abgekühlten Mandeln ebenfalls dazugeben und alles kurz zu einem Mürbteig verkneten.

4. 
Aus dem Teig kleine Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit einigem Abstand voneinander legen. Mit dem Finger eine kleine Vertiefung in die Mitte drücken. Im heißen Ofen etwa 20 – 25 Minuten backen. Wenn die Kourabiedes Risse bekommen, dann ist das kein Drama, ganz im Gegenteil. Die Kourabiedes aus dem Ofen nehmen und ein ca, 10 Minuten ruhen lassen. Da die Butter noch weich ist, sind sie noch sehr brüchig.

5. 
Die etwas abgekühlten Kourabiedes mit Blütenwasser bestreichen und vorsichtig im Puderzucker wälzen. Auf einer Platte arrangieren und jede Lage großzügig mit Puderzucker bestäuben.


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Kantaifi mit Nüssen

Kantaifi mit Nussfüllung

Κανταιφι

Süße kleine Stückchen sind diese Röllchen aus Kantaifi-Teigfäden, hier kennt man es auch als Engelshaar. Desserts und Kuchen aus Kantaif gibt es nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Türkei in Nordafrika und im arabischen Raum. Fast immer sind es mit Sirup getränkte Süßspeisen, die in Griechenland Siropiasta genannt werden. Baklava und Galaktoboureko zählen zu Siropiasta wie auch Melomakarona süße Pitas wie dieser Walnusskuchen.

Für dieses Kantaifi braucht man nicht viele Zutaten: außer den Teigfäden, die es beim Griechen oder Türken gibt ist eine gute Butter und aromatische Nüsse ausschlaggebend für den Geschmack. Für die Füllung kann man z.B. nur eine Sorte wie Walnüsse verwenden oder wie ich eine Mischung aus geschälten Mandeln, Walnüssen und Pistazien. Verfeinert wird die Nussmischung mit etwas Zimt.

Nussmischung für das Kantaifi

Bei uns zu Hause wird an Weihnachten nicht groß gebacken, zumindest früher nicht. Mein Vater hat deshalb oft an Heilig Abend etwas vom griechischen Konditor mitgebracht, meist Baklava oder eben dieses Kantaifi. Oder er hat Halva gemacht. Das gab es dann am ersten Weihnachtsfeiertag, da Heilig Abend für meine Eltern ein strenger Fastentag ist. Siropiasta gehören deshalb für mich zu Weihnachten einfach dazu.

Ich wünsche euch ein frohes und harmonisches Weihnachtsfest.
Καλα Χριστουγεννα! Kala Christougenna

Übringes… dieses Kantaifi trieft nicht ganz so vor Sirup. Und bei Siropiasta gibt es eine Regel: der heiße Kuchen wird mit kaltem Sirup getränkt oder andersherum. Und so sieht das Kantaifi aus…

Kantaifi Teig

Für 24 Stück

  • 45o g Kantaifi (Teigfäden aus Filo)
  • 250 g Butter
  • 75 g Pistazien
  • 75 g Walnüsse
  • 75 g Mandeln
  • 2 TL Zimt

Für den Sirup

  • 400 ml Wasser
  • 450 g Zucker
  • Schale von einer Bio-Zitrone
  • 2 Nelken

Das Kantaifi muss komplett aufgetaut sein. Entweder über Nacht im Kühlschrank oder mehrere Stunden bei Zimmertemperatur.

Für die Füllung: Die Mandeln mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten stehen lassen. So lässt sich die Haut besser entfernen. Wer Zeit sparen möchte, kauft gleich geschälte Mandeln. Von jeder Sorte ein paar Nüsse für die Deko beiseitelegen. Den Rest grob hacken und mit 2 TL Zimt mischen. Die Butter schmelzen lassen.

Für den Sirup das Wasser und den Zucker mit der Zitronenschale und den Nelken in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und ca. 1 Minute kochen lassen. Komplett abkühlen lassen.

Ein Küchentuch leicht befeuchten und bereit legen. Damit wird das Kantaifi, das gerade nicht bearbeitet wird bedeckt. Es trocknet sonst schnell aus und kann dann kaum noch verarbeitet werden.

Das Kantaifi aus der Verpackung nehmen, es ist in diesem Zustand ziemlich kompakt und muss aufgelockert werden. Die Teigfäden kleben aneinander. Mit ziehenden Bewegungen muss die komplette Masse aufgelockert werden und so die Teigfäden voneinander gelöst werden. Dazu am besten eine kleine Portion abtrennen und den Rest mit dem Küchentuch bedecken. Hier ist Geduld gefragt, denn Teigklumpen führen dazu, dass das Kantaifi später nicht gut gebacken wird und den Sirup nicht gut aufnehmen kann.

Kataifi lösen

Das Ergebnis sind lockere Teigfäden, die nicht mehr aneinanderkleben.

Aufgelockertes Kantaifi

Den Ofen vorheizen auf 160° Ober- und Unterhitze. Füllung und Butter bereitstellen. Eine ofenfeste Form großzügig mit der geschmolzenen Butter bestreichen.

Von den Teigfäden eine etwa handtellergroße Menge abtrennen und zu einem Rechteck auf einem Brett ausbreiten. Bei mir waren es ca. 18-20 g pro Portion, da ich kleine Stücke machen wollte. Etwas Füllung, einen knappen Teelöffel, auf das eine Ende geben und locker aufrollen. Dabei die Seiten mit aufrollen.

Kantaifi füllenGefülltes Kantaifi

In die Backform geben und großzügig mit einem Pinsel von allen Seiten buttern und nachformen. Mit dem nächsten Kantaifi weitermachen und sofort wenn es in die Form gelegt wird mit Butter großzügig bepinseln. Die einzelnen Röllchen werden ohne Zwischenabstand in die Form gelegt.

Kataifi fertig für den Ofen

Die fertig geformten Kantaifi mit der restlichen Butter (es sollten etwa 2 EL übrig bleiben) bestreichen. Bei 160 ° etwa eine Stunde backen bis sie goldbraun sind. Nach ca. 45 Minuten kontrollieren, damit sie nicht zu dunkel werden.

Kataifi mit Sirup

Das heiße Kantaifi wird mit dem abgekühlten Sirup getränkt. Dazu mit einem Schöpflöffel langsam und gleichmäßig den Sirup über das Gebäck geben. Mit den gehackten Nüssen z.B. Pistazien dekorieren.
Zugedeckt mehrere Stunden ziehen lassen.

Kataifi mit Sirup und Nüssen


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Karidopita – süß-saftiger griechischer Walnusskuchen

Griechischer Walnusskuchen Karidopita

Καρυδόπιτα

Wenn ich im Winter in Griechenland bin dann bekomme ich meist Walnüsse (karidia)und Kastanien geschenkt. Auf den Grundstücken meiner Verwandten stehen reichlich Walnussbäume. Und Walnüsse spielen bei vielen typischen Festtagssüßigkeiten die Hauptrolle: so bei Baklava, Melomakarona oder Kataifi. Wenn wir früher Walnüsse aus Griechenland geschenkt bekommen haben, dann haben wir die meist abends geknackt und pur gegessen. Meine Mutter, die kein Faible für Süßes hat, hat selten gebacken. Das fand ich aber nicht weiter schlimm, da wir ab Anfang Dezember bis Ende Januar im Dauerfeiern von Namenstagen waren: es begann mit dem Namenstag meines Bruders am 6. Dezember, hatte den Höhepunkt an Weihnachten bei meiner Freundin, direkt nach Silvester bei ihrem Bruder und hörte dann mit dem Namenstag meines Vaters am 23.01. vorerst auf. Es gab also genug Süßes um mich herum. Und machmal haben meine Eltern zwischendurch Halva mit Walnüssen gemacht. Den mag auch meine Mutter.

Bei diesen ewigen Besuchsrunden ist mir auch mal diese saftige Karidopita untergekommen. Wer Walnüsse liebt muss sie unbedingt probieren. Der einfache Teig besteht aus reichlich – nun ja Walnüssen – und Paniermehl. Nach dem Backen wird der Kuchen mit einem aromatisierten Zuckersirup übergossen. Das macht ihn unwiderstehlich süße und saftig. Ich glaube diese Karidopita hätte meinem Vater gut geschmeckt. Er hätte sie bestimmt noch kunstvoll mit Walnusshälften dekoriert. Mein Bruder wird ein kleines Stück probieren, meine Mutter hat mittlerweile nichts mehr gegen Süßes und wird uns allen erstmal einen griechischen Kaffee dazu machen, bzw. mich bitten, da ihr mein Kaffee immer noch am besten schmeckt. Mein Sohn wird anstandshalber ein winziges Stückchen probieren und sich dann über die Moustokouloura hermachen.

 

Fröhliche und schöne Weihnachten Ihr Lieben!

 

Zutaten für eine Springform

Für den Sirup

  • 300 g Zucker
  • 300 ml Wasser
  • 1 Zimtstange
  • 4 ganze Nelken
  • ein großes Stück von einer Zitronenschale

Für den Teig

  • 50 ml Olivenöl
  • 5 Eier
  • 100 g Zucker
  • 1 EL Vanillezucker
  • 140 g Semmelbrösel/Paniermehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 2 TL Zimt
  • knapp 1 TL Nelkenpulver
  • 200 g gehackte Walnüsse

Zum Dekorieren

  • 6 EL gemahlene Walnüsse
  • 1 TL Zimt
  • 1 Messerspitze Nelkenpulver

Walnüsse knacken

Falls ihr wie ich ganze Walnüsse gekauft habt, dann müsst ihr die erstmal knacken und anschließend hacken.

Eine eiserne Regel bei sirupgetränktem Geback: Entweder der Sirup ist heiß und der Kuchen kalt oder der Kuchen ist heiß und der Sirup ist kalt. Bei mir ist es letzteres, deshalb koche ich zunächst den Sirup. Dafür werden 300 g Zucker mit ca. 300 ml Wasser zum Kochen gebracht. Aromatisiert wird der Zuckersirup mit 1 Zimtstange, 4 ganzen Nelken und einem großen Stück von einer Bio-Zitrone. Das ganze lasse ich 3-4 Minuten köcheln und stelle es dann zum Abkühlen beiseite.

Nun wird der Ofen auf 160 ° C vorgeheizt und die Backform mit etwas Butter gefettet.

Für den Teig schlage ich die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker richtig schön lange schaumig. Ich gieße das Olivenöl dazu und schlage noch ein paar Minuten weiter. Die Semmelbrösel vermische ich mit dem Backpulver, dem Zimt, dem Nelkenpulver und den Walnüssen. Die Nuss-Paniermehl-Mischung kommt zu den Eiern und wird zügig damit vermischt.

Danach alles in die Form füllen und ca. 25 Minuten in der Mitte des Ofens backen. Macht am besten die Probe mit einem Holzstäbchen. Der Kuchen ist noch ziemlich weich, am Holzstäbchen sollte jedoch kein Teig kleben.

Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt geht ans Tränken mit dem Sirup. Mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen piekse ich ein paar mal hinein. Dann gieße ich langsam und gleichmäßig mit einem Esslöffel den Sirup über den Kuchen.

Mit Sirup tränken - Karidopita Griechischer Walnusskuchen

Der Kuchen muss jetzt ein paar Stunden durchziehen. Und hier sind wir auch schon beim schwierigsten Teil des Backprozesses angelangt: Das geduldige Warten aufs Anschneiden.

Während ich also warte, mahle ich die restlichen Walnüsse möglichst fein und vermische sie mit Zimt und Nelken. Das kommt dann als Deko über den Kuchen. Ich schneide sie übrigens gerne in Rauten.

Fertig zum Anschneiden - Griechischer Walnusskuchen

 


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Melomakarona – griechisches Weihnachtsgebäck

Melomakarona - Griechisches Weihnachtsgebäck - Honignudeln

Μελομακάρονα

Melomakarona gehören zu den beliebtesten Weihnachtsküchlein in Griechenland.  Vor Weihnachten sind die griechischen Konditoreien üppig mit Kourabiedes und diese Melomakarona dekoriert. Kourabiedes sind halbmondförmige Mandelplätzchen mit einer dicken Schicht aus Puderzucker. Die Melomakarona werden nach dem Backen in einem Honig-Zucker-Sirup getränkt und mit gehackten Walnüssen bestreut. Die klassische Form ist oval, bei mir kommen sie nach dem Backen immer rund aus dem Ofen. Keine Ahnung, was ich hier falsch mache. Typisch für Melomakarona ist neben dem Honig – zum Beispiel ein guter griechischer Thymianhonig – Zimt, Nelken und frisch gepresster Orangensaft. Bei mir kommt noch ein Stück Zitronenschale in den Sirup. Ich reduziere den Zucker übrigens ziemlich in diesem Rezept. Süß genug sind sie dennoch.

Bei Gebäck, das in Sirup getränkt wird (Siropiasta), gilt eine einfache Regel: Entweder das Gebäck ist kalt und der Sirup heiß, oder wie hier der Sirup ist bereits abgekühlt und die Melomakarona werden noch heiß aus dem Ofen darin gebadet. Das zischt dann richtig schön.  Den Sirup sollte man deshalb vor dem Backen machen und gut auskühlen lassen. Ich habe ihn einen Tag vorher gekocht.

Für ca. 40 Stück

Für den Sirup

  • 250 ml Wasser
  • 200 g  Zucker
  • 100 g Honig
  • Schale einer Bio-Orange
  • Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 1 Zimtstange

Für die Deko

  • 50 g Walnüsse
  • 1 TL Zimt
  • eine Messerspitze Nelkenpulver

Für den Teig

  • geriebene Schale einer Bio-Orange
  • 120 ml frisch gepresster Orangensaft (von 2 großen Orangen)
  • 175 ml Olivenöl (oder ein neutrales Pflanzenöl)
  • 30 g geschmolzene Butter
  • 1 EL Vanillezucker
  • 1-2  TL Zimt
  • ein halber TL Nelkenpulver
  • 30 g Puderzucker
  • 650 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • ein halber TL Natron

Sirup für Melomakarona

1.
Zunächst den Sirup kochen: Dafür das Wasser mit dem Zucker der Orangen- und Zitronenschale und der Zimtstange aufkochen und 1-2 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und den Honig einrühren. Den Sirup abkühlen lassen. Den Ofen schon mal auf 180 °C (Umluft) vorheizen und die Butter schmelzen.

2.
Für die Nussmischung: Die Walnüsse im Mörser oder im Zerkleinere klein hacken und mit Zimt und Nelkenpulver mischen.

3.
Für den Teig zunächst das Olivenöl, den Orangensaft, die Orangenschale, die Butter, den Zimt, das Nelkenpulver, den Puderzucker und den Vanillezucker glattrühren. Das Mehl mit dem Natron und dem Backpulver mischen. Das Mehl über die Orangensaft-Öl-Mischung geben und ziemlich zügig eine Art Mürbteig kneten. Nicht zu lange kneten, da sich sonst das Öl von der Masse trennt.

4.
Nun ovale Plätzchen formen ca. 4 cm lang. Mit einer Gabel auf der Oberfläche ein rautenförmiges Muster drücken. Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Melomakarona bei 180°C ca. 25-30 Minuten goldbraun backen. Sie kommen relativ fest und knusprig aus dem Ofen.

Melomakarona in Sirup tränken

Die Melomakarona müssen noch heiß ihr Bad im kalten Sirup nehmen. Sehr lange tränke ich sie jedoch nicht: Ich tauche 2-3 Stück in den Sirup, zähle fix bis drei und hole sie wieder raus. Die getränkten Melomakarona auf einer Platte anrichten und mit der Nussmischung bestreuen.

Wenn ich zwei Bleche mache, tränke ich das zweite Blech erst dann wenn ich wieder frische Melomakarona haben möchte. Dann heize ich den Ofen an, lasse die Plätzchen heiß werden und tränke sie dann im kühlen Sirup.

 

Frohe Weihnachten – Kala Christougenna
und herzlichen Dank für die vielen netten Kommentare und Likes.


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Halva – ein Dessert im Handumdrehen

Eines meiner Lieblingsdesserts aus dem Vorrat – Halva mit Grieß (Halvas simidgalenios, Χαλβλας σιμιγδαλένιος)

Halva Grieß , Halvas simigdalenios,  Halva semolina

Grieß aus Hartweizen, Zucker, Öl, Wasser und ein paar Gewürze wie Zimt und Zitronenschale braucht es für Halva.  Dazu noch zwei Töpfe und ca. 2o Minuten Zeit, mehr nicht. Genau deswegen liebe ich Halva. Er ist fix aus meinem Vorrat gezaubert. In Griechenland gibt es ihn besonders oft zu Weihnachten für mich geht er aber immer!

Die Zutaten werden mit einer Tasse gemessen und das Mengenverhältnis des klassischen Rezeptes ist: 1 Einheit Öl, 2 Einheiten Grieß, 3 Einheiten Zucker, 5 Einheiten Wasser.  Ich reduziere in meinem Rezept den Zucker und auch das Wasser. Probiert ruhig beide Varianten aus, wenn ihr Lust habt. Natürlich nehme ich Olivenöl, wem das zu geschmacksintensiv ist, der kann zum Beispiel Sonnenblumenöl verwenden. Wenn ich Lust auf Nüsse habe, nehme ich das, was ich im Haus habe: Walnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Pistazien, Mandeln. Rosinen passen übrigens auch wunderbar dazu.

Zutaten für Halva

Ich wollte die Zutaten noch abwiegen, aber meine beiden Küchenwagen verweigerten nach dem Messen des Zuckers den Dienst. In einer Tasse passten 225 g Zucker.

Für den Sirup:

  • 4 Tassen Wasser
  • 2 Tassen Zucker
  • 1 Zimtstange
  • Schale einer Zitrone (keinen Abrieb)
    auch sehr schön: Orangenschale oder beides zusammen
  • 3-4 Nelken (wer hat und mag)

Und dann noch:

  • 2 Tassen Hartweizengrieß
    Ich verwende am liebsten 1 Tasse feinen Grieß und 1 Tasse groben Grieß (gibt es beim griechischen oder türkischen Lebensmittelhändler).
  • 1 Tasse Olivenöl
  • eine Handvoll Pinienkerne

Halva in FörmchenSo wird es gemacht

Zuerst werden die Nüsse ohne Fett in einer Pfanne oder im Topf geröstet. Wenn sie duften und Farbe bekommen haben in eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen.

In einem Topf das Wasser mit dem Zucker der Zitronenschale, der Zimtstange und eventuell den Nelken aufkochen etwa 2-3 Minuten köcheln lassen. Dabei ein Mal kräftig umrühren, damit sich der Zucker schnell auflöst und nicht verbrennt. Den Sirup beiseite stellen. Streng genommen ist es dünnflüssiges Zuckerwasser, in Griechenland wird es Sirup genannt.

In einem weiteren Topf (in dem ihr zum Beispiel die Nüsse geröstet habt), das Öl heiß werden lassen und den Grieß hineingeben. Unter ständigem Rühren den Grieß nun anbraten. Er muss etwas dunkler werden und anfangen zu duften. Das kann 5-8 Minuten dauern aber ab einem gewissen Punkt geht es ganz schnell. Also am besten ständig rühren und immer am Topf bleiben.

Wenn der Grieß soweit ist zieht ihr den Topf vom Herd und gießt den Sirup unter Rühren rein. Vorher die Zimtstange, Zitronenschale und Nelken rausfischen. Achtung!!! Es kann spritzen und die Masse ist wirklich extrem heiß. Also am besten etwas Abstand vom Topf halten und nicht gerade in dieser Phase interessiert reinschauen. Sobald das geschafft ist den Topf wieder auf den Herd ziehen und weiterrühren bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Der Halva ist fertig, wenn er zu einem dicklichen Brei geworden  ist und sich fast von allein vom Topfrand löst. Das dauert ein paar Minuten.

**Nachtrag: Eine Freundin, die den Halva gestern just nachgekocht hat, meinte, dass ihr Halva sich nicht besonders schön, aus der Form lösen lies. Fetten müsste man die Form nicht, da der Halva ja schon genug Fett mitbringt. Es ist jedoch wichtig, ihn so lange zu köcheln, bis er sich von allein vom Topfrand löst und quasi und sich komplett mit dem Rührlöffel bewegt. Bei einem beschichteten Topf ist das besonders gut zu sehen.

Nun könnt ihr den Halva in Förmchen füllen und später stürzen. Oder ihr nehmt eine Kuchen- oder Auflaufform und schneidet ihn nach dem Stürzen in Stücke. Je nach Geschmack mit Zimt bestäuben und mit Nüssen dekorieren. Ich esse die erste Portion meist heiß aus dem Topf.

Halva-Sorten:  Der Halva aus Grieß ist der beliebteste Halva, der in Griechenland zubereitet wird. Es gibt eine Variante mit Stärke statt Grieß: Halva Farsalon, benannt nach der Stadt Farsala. Er sieht wie ein dunkler Geleewürfel aus. Die dritte Halva-Sorte, die man im Supermarkt kauft, ist auf Basis von Tahin. Tahin ist eine Paste aus geröstetem und gemahlenen Sesam. Halva ist nicht nur in Griechenland beliebt. Varianten gibt es in Indien, Arabien, der Türkei…

Halva mit Grieß, Semolina. Halva Simigdali