Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


21 Kommentare

Mitgebracht aus Griechenland

Plastis, Werga für Pita

Er hat mich wieder – mein deutscher Alltag. Mental bin ich allerdings noch nicht so ganz hier angekommen. Ich hatte ja versprochen, meine Mitbringsel aus Griechenland zu zeigen. Endlich komme ich jetzt dazu.  Es ist wieder viel Tee dabei. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was der Holzstab da oben ist?

Plastis oder Werga für Pita

Der schmale Holzstab da oben ist zum Ausrollen für dünne Filoteige gedacht. Er wird Werga oder Plastis genannt. Mein Opa hat ihn für meine Oma geschnitzt und sie hat jahrzehntelang Filoteig damit ausgerollt, bevor ihn meine Mutter bekommen hat. Er ist viel dünner und kürzer als die handelsüblichen, die man heute in Griechenland bekommt. Als ich meiner Oma erzählte, dass ich ihren Plasti nun mitnehme, meinte sie in ihrer trockenen Art nur: „Nimm ihn ruhig mit, ich brauche ihn ja nicht mehr“. Meine Oma hat mit Mitte 80 das Pita machen aufgegeben, das ist jetzt fast 20 Jahre her.

Trachanas

Trachanas mit Weizen

Aus Trachanas wird Suppe gekocht. Bei uns wird Trachanas aus zerkleinerten Weizenkörnern und Milch gemacht, manchmal gemischt mit Weizengrieß. Den Trachans links hat meine Patentante gemacht und der rechte ist von einer Tante. Die Körnung hängt vom verwendeten Sieb ab. Mehr zu Trachanas und ein Rezept findet ihr hier.

Süßes – Wassermelonenschale und Feige

Wassermelonenschale gliko koutaliou und Feigenmarmelade

Meine Tante hat mir auch noch süß eingekochte Wassermelonenschale mitgegeben. Gliko koutaliou heißen diese traditionellen Sirup-Süßspeisen, die aus Obst oder auch Gemüse gemacht werden. Für dieses „Gliko“ wird das Weiße der Wassermelonenschalen zunächst in Kalkwasser eingelegt, damit sie später fest bleiben und nicht matschig einkochen. Gründlich gewaschen werden sie dann mit Zucker so lange eingekocht, bis sich die Flüssigkeit zu einem dickflüssigen Sirup verwandelt. Schmeckt wunderbar zu griechischem Joghurt. Bei meiner Tante gab es dazu selbstgemachtes Eis aus eigener Milch. Sie macht fast alles selbst, probieren musste ich auch selbstgemachten Fetakäse (sehr lecker), Aprikosenlikör und selbst eingelegte Oliven. Sie hat vor ein paar Jahren Olivenbäume gepflanzt. Auf der Terrasse trockneten ein paar Feigen. Im Spätsommer gibt es bei uns Feigen in Hülle und Fülle, ich habe sogar selbst welche gepflückt und fast jeden Tag welche geschenkt bekommen. In unserem Bergdorf gibt es an jeder Ecke einen Feigenbaum. Mitgenommen habe ich Feigen in Form von Marmelade, die meine Patentante gemacht hat.

Tee und Kräuter

Olivenblättertee von Notio, Kamille vom Olymp, Zitronenverbene aus Kreta

Ich muss mich fast immer bremsen, um mir nicht den ganzen Koffer voller Kräuter und Tees zu packen. Bei uns in der Nachbarschaft gibt es immer mehr Kräuterläden und Biomärkte. Mitgenommen habe ich:

Kamillentee vom Olymp: Ich bilde mir tatsächlich ein, dass er intensiver duftet und schmeckt. Kein Vergleich zum Beuteltiere.
Olivenblätterte vom Peloponnes: Er enthält keine Tannine und fühlt sich im Mund richtig weich an. Wer grünen Tee mag, sollte ihn unbedingt probieren. Schon seit der Antike ist er als Heilmittel bekannt und wirkt entzündungshemmend. Dieser Tee hier wird in einem kleinen Familienbetrieb produziert. Die Blätter stammen zum Teil von wilden Olivenbäumen und werden schonend luftgetrocknet. Mehr zum Olivenblättertee und dessen Zubereitung in diesem Blogbeitrag.
Zitronenverbene aus Kreta: Ta Sfakia heißt ein Laden mit traditionellen kretischen Produkten in unserer Straße. Immer wenn ich vorbeigehe wird mir ein Raki, Rakomelo (das ist Raki mit Honig und Zimt) oder ein Weinkeks (Krasokoulouro) angeboten. Ich freue mich, dass sich der Laden im zweiten Jahr gut behaupten kann. Schon letztes Jahr habe ich mich hier eingedeckt. Es gibt unzählige Kräuter aus Kreta zu entdecken, Olivenöl und Honig aus eigener Produktion und natürlich kretischer Käse. Aber auch Carobmehl, das in Griechenland ein kleines Revival erlebt. Das musste ich leider dort lassen. Aber dafür landeten Zitronenverbene und Throumbi in meinem Koffer. Die Zitronenverbene wird in Griechenland Louisa genannt und wird als natürliches Beruhigungsmittel angepriesen.

Wilder Thymian vom Pelopennes, Melisse aus Pieria Thrymba aus Kreta

Melisse (Melissochorto) aus Pieria: Die Melisse habe ich bei einem Gemüsehändler gefunden, der sie wiederum von einem Bekannten bezieht. Nachdem der Gemüsehändler sie dermaßen gepriesen hatte, musste sie mit. Außerdem mag ich den Geschmack.
Throumbi aus Kreta: Throumbi ist eine Art Bohnenkraut und wird in der Küche wie Oregano oder Thymian verwendet. Es riecht fantastisch. Und er soll eine belebende Wirkung haben. Passt zu allen Bohnengerichten aber auch zu Fleisch.
Wilder Thymian vom Peloponnes: Auf diesen Thymian habe ich mich schon gefreut. Er wächst auf dem Feld eines kleinen Olivenölproduzenten, der auch den Olivenblättertee herstellt. Wilder Thymian ist sehr intensiv und würzt sehr stark. Ich habe ihn zum Beispiel hier verwendet, in Zitronenkartoffeln, im Briam und zu Fleisch – und ich trinke ihn gerne als Tee, wenn ich ziemlich schlimm erkältet bin. Hier sieht man ihn in voller Blüte.

Olivenöl

Olivenöl Notio

Jede Olivenöl-Flasche von Notio wird nummeriert. Der kleine Familienbetrieb stellt hochwertiges Olivenöl her, streng ökologisch. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

Olinenöl Notiogoods

Es lohnt sich wirklich etwas mehr Geld in Olivenöl zu investieren und ein richtig gutes Öl zu kaufen, das intensiv schmeckt und ausgewogen im Geschmack ist. Hier auf Pinterest habe ich Olivenöle von kleinen Produzenten gesammelt, die ich richtig gut finde. Sie stammen aus unterschiedlichen Regionen Griechenlands und werden sorgfältig hergestellt. Mein Kriterium für Olivenöl: es muss mir pur auf Brot gut schmecken und über Feta. Dickflüssig muss es sein mit einer satten Farbe und voller Aroma. Es darf auch ein bisschen an das Bittere von Oliven erinnern. Mittlerweile sehe ich auch im Norden Griechenlands immer häufiger Olivenbäume und kenne ein paar Familien, die ihr eigenes Öl für den Hausgebrauch produzieren.

Dies und Das

Getrocknete Tomaten aus Santorini

Getrocknete Tomaten aus Santorini: Die kleinen Tomaten, die auf vulkanischem Boden wachsen, sind für ihren süßen Geschmack und ihr reiches Aroma bekannt. Ich habe schon fast alle genascht.

Salepi - Sahlep mit Safran aus Griechenland

Salepi oder Sahlep: Die große Packung oben habe ich im Laden gelassen und nur ein paar Tütchen mitgenommen (das rosafarbene auf dem untereren Bild), es ist Salepi mit Safran. Salepi wird aus der Knolle einer Orchideenart gewonnen, dem Knabenkraut. Umgangssprachlich wird es in Grienchenland auch „Sernikobotano“ genannt, was Manneskraut bedeutet. Es soll wohl für männliche Nachkommen sorgen. Salepi wirkt wie ein Verdickungsmittel und ergibt aufgekocht mit Wasser ein aromatisches, sämiges Getränk. Es kann mit Zimt und Ingwer verfeinert werden und wirkt schön wärmend im Wnter und soll bei Erkältungen helfen. Beliebt ist es auch in der Türkei und im arabischen Raum. Leider wird die Orichideenart durch unachtsames Pflücken immer seltener. In manchen Gegenden steht sie unter Naturschutz.

Sahlep und geräuchertes Paprikapulver

Geräuchertes Paprikapulver:  Paprika kapnisti steht handschriftlich auf dem Beutelchen.  Ich habe es in einem kleinen Lädchen gefunden, das viele seiner Produkte offen verkauft.

Griechischer Kaffee Salz aus Messolongi

Griechischer Kaffee: Frischgemahlen landete der griechische Kaffee in meinen Koffer. Normalerweise trinke ich auch in Griechenland meinen Cappuccino. Dieses Jahr jedoch habe ich ausschließlich griechischen Kaffee getrunken und manchmal nachmittags einen kalten Frappé. So bereitet man griechischen Kaffee zu.
Griechisches Meersalz: Das Salz stammt vom Messolongi am Ionischen Meer im Westen Griechenland. Die Region ist für ihren Fischreichtum bekannt und das Salz gilt als besonders rein.

Mich interessiert jetzt: Was davon würdet ihr gerne probieren?


34 Kommentare

Ich packe meinen Koffer… wieder aus

Mitgebracht aus Griechenland Zitronen und Olivenöl

Ich bin wieder aus Griechenland zurück. 13 viel zu kurze Tage gingen viel zu schnell vorbei. Interessiert es euch, was ich kulinarisches mitgebracht habe? Dann macht euch mal einen Kaffee, das dauert hier etwas länger. Wobei Tee besser zu diesem Beitrag passen würde. Ich gebe zu, dass ich in Griechenland etwas schizophren unterwegs bin: Einerseits lehne ich viele Dinge ab (nein, ich möchte keinen Tsipouro, keinen Kaffee, keine Tomaten, keine Feigen, keine Kekse, keine Pralinen, keine Loukoumia und auch keinen Schafskäse mitnehmen), andererseits kaufe ich hier und da Kleinigkeiten ein, lasse mir selbstgemachte Marmelade, selbst gesammelte Kräuter oder dann doch Kekse mitgeben. Wenn es dann ans Einpacken geht, staune ich über die riesige Anzahl an „Kleinigheiten“, die alle in den Koffer wollen. (Dazu kommen nicht essbare Dinge textiler oder kosmetischer Art und alles was frau halt so gefällt).

Tee und Gewürze

Tee und Kräuter aus Griechenland Zitronen und Olivenöl Blog

„Du nimmst nur Lindentee“ mit, sagte ich mir vor meinem Abflug. Mein Kräuterschrank ist nämlich mehr als gut gefüllt. Lindentee habe ich mitgebracht, auch wenn München voller Lindenbäume ist. Es mag Einbildung sein aber ich mag den griechischen Lindentee viel lieber.  Wie ihr seht ist es nicht nur bei Lindentee geblieben, von oben linke im Uhrzeigersinn (beim Klick vergrößern sich die Bilder):

Diosmos - Griechische MinzeGriechische Minze (Diosmos – δυόσμος)

Diese Minze ist unvergleichlich und lässt sich nicht mit der Minze vergleichen, die hier zu bekommen ist. Frische Minze, die der griechischen ähnelt finde ich nur in arabischen Geschäften. Getrocknet verwende ich sie gerne in Tomatensaucen, Couscous-Salat, Keftedakia (Hackfleischbällchen), Lalangites und vielem mehr. Ihr ahnt es wahrscheinlich, ich hatte noch genug Diosmos im Haus. Aber was ist schon genug.

 

Malventee - Molocha aus GriechenlandMalventee (Molocha – μολόχα)

Keine Ahnung warum ich den mitgenommen habe. Er sah so schön aus. In griechischen Kräuterläden packt mich tatsächlich so eine Art Shoppingwahn. Es gibt so vieles, was ich nicht kenne und was ich unbedingt probieren muss. Soll sehr gesund sein.

 

Lindentee - Flamouri aus GriechenlandLindentee (Flamúri oder Tilio – φλαμούρι, τίλιο)

Was soll ich zu Lindentee groß sagen, den kennt ihr bestimmt. Ich trinke ihn auch im gesunden Zustand sehr gerne und mische ihn auch mal mit griechischem Bergtee. Diesen Tee  bereite ich auch wie den Bergtee zu, ich werfe ein paar Zweige in kaltes Wasser, bringe das ganze zum Kochen und lasse es ein paar Minuten kochen.

 

Weiß ich auch nicht, was das ist - Zitronen und OlivenölWeiß ich auch nicht so genau

Diese Stängelchen mit kleinen grünen Blättchen dran habe ich im Küchenschrank meiner Mutter gefunden. Sie hat ihn von einer Verwandten, die für mich meine dritte Oma war. Sie meinte, dass dieser Tee bei schlimmen Erkältungen und Husten helfe. An die Bezeichnung konnte sich meine Mutter nicht mehr so genau erinnern… sapun oder sapfun. Mir kommt der Geruch wahnsinnig vertraut vor, ich kann ihn aber nicht zuordnen. Ich tippe auf Sapunochorto (Seifenkraut). Das soll wohl auch bei Bronchitis gut sein und waschen kann man auch damit. Erkennt es jemand? Freue mich über jeden Hinweis.

 

Diktamos Diktam-Dost - ein Teekraut aus KretaDiktamus (Diktam-Dost δίκταμος)

Im Norden Griechenlands bin ich mitten in einen kretischen Laden gestolpert und habe dieses nur auf Kreta wachsende Kraut gefunden. Diktamus ist mit dem Oregano verwandt und wird von den Kretern in deren Dialekt auch Erontas (im Rest Griechenlands Erotas = Liebe) genannt. Schon Homer hat Diktamus in der Ilias erwähnt. Laut Hippokrates hilft er bei der Geburt. Außerdem wirkt Diktamus antiseptisch und hilft wohl auch bei Erkältungen.  Als Tee schmeckt er ziemlich würzig, ich mag das. So sieht das übrigens aus:

Tee aus Diktamos

 

Malotira - Bergtee aus KretaMalotira (μαλοτήρα)

Ebenfalls nur auf Kreta kommt der Malotira vor – der griechische Bergtee dieser Insel. Er unterscheidet sich jedoch im Aussehen und Geschmack vom Bergtee des restlichen Landes. Zu griechischem Bergtee werde ich mal einen eigenen Beitrag schreiben. Ich finde ja, he höher er wächst, desto besser ist er auch.

 

Süßes und Sonstiges

Honig und Süßes aus Griechenland Blog Zitronen und OlivenölVon oben recht im Uhrzeigersinn..

  • Kroko Kozanis (κρόκο κοζάνης)
    hier besser bekannt als Safran. In der Gegend von Kozani wird Safran angebaut. Hin und wieder kaufe ich mir gerne eine griechische Teemischung mit Safran und Salbei. Auf diese habe ich jedoch in diesem Jahr verzichtet und werde ihn selbst mischen. Nach der griechischen Mythologie kämpfte der Gott Hermes (gr. Ermís) mit seinem Freund Krokus zum Spaß und verwundete ihn dabei. Drei Blutstropfen fielen auf eine Blume und bildeten die drei Stempel dieser Blume.
  • Pinien-Thymian-Honig und rechts daneben Thymianhonig
    Gefühlt stand ich mindestens eine Stunde vor dem riesigen Honigregal im griechischen Supermarkt und konnte mich einfach nicht entscheiden. Letztendlich habe ich mich auf diese beiden Sorten beschränkt und die restlichen drei Gläser wieder zurück ins Regal gestellt. Ich wollte eigentlich nur Thymianhonig kaufen nun ist auch ein Pinien-Thyminahonig dazugekommen.  Zurückgelassen habe ich Blütenhonig und Salbeihonig
  • Karotten in Sirup (Gliko koutaliou karoto)
    Diese kleine Süßigkeit hat mir meine Patentante geschenkt, produziert wird sie bei uns im Dorf. Die Methode ist fast immer dieselbe mit Varianten je nach Obst oder Gemüse. Karotte kannte ich bis jetzt nicht, es schmeckt wirklich sehr gut besonders zu Joghurt oder Frozen Joghurt. Auch in Griechenland gibt es diese Buden mit dem Unterschied, dass man dort in Sirup eingelegtes als Topping wählen kann. Ich habe mich oft für Karotte entschieden. Normalerweise bekommt man dieses Gliko Koutaliou – Löffelsüßigkeit – auf einem kleinen Löffel zum Kaffee und mit einem großen Glas Wasser serviert.
  • Selbstgemachte Pflaumenmarmelade
    Meine Patentante hat außerdem Marmelade gemacht und mir ein großes Glas mitgegeben. In Griechenland gibt es keinen Gelierzucker – zumindest nicht bei uns in der Provinz. Ihre Marmeladen werden daher ziemlich lange mit Zucker eingekocht.
  • Schwarzer Sesam
    der lag da so schön rum und ich habe keinen zu Hause.

 

… und Kochbücher

Griechische Kochbücher für Zitronen und Olivenöl

Als ich vor dem leeren Geschäft meines Lieblingsbuchladens stand, war ich kurz erschrocken. Das rote Schild „zu Vermieten“ habe ich ziemlich oft gesehen und so dachte ich, dass auch dieses Geschäft der Krise zum Opfer gefallen ist. Diese Krise ist im Sommer und in touristischen Gegenden oft nicht auf dem ersten Blick sichtbar. Sie ist aber spürbar und allgegenwärtig. Sie verändert meine Heimatgegend, das Land und auch die Menschen.

Der Buchladen ist eine Ecke weiter gezogen, er hat sich im Gegensatz zu vielen anderen Geschäften nicht verkleinern müssen. Dort habe ich drei Kochbücher gefunden (also eigentlich habe ich mich auf drei beschränkt): ein Buch über (Wild-)Kräuter wie die Wlita mit vielen Rezepten.  Ein Kochbuch mit Rezepten aus ganz Griechenland und ein Buch, das einfach wunderschöne Fotos hat von Andreas Lagos. Bei gut gemachten Büchern muss ich halt zuschlagen und dieses Buch zeigt sehr moderne Foodfotografie mit kleinen grieschisch-rustikalen „Brüchen“. Beim Reinblättern bin ich gleich am ersten Rezept hängengeblieben, also auf dieser Seite hier…

Griechisches Kochbuch von Andreas Lagos

Da war klar, dass ich das Buch haben muss. Das sind „nur“ weiche Eier im Glas. Und gerade eben habe ich mich entschieden, euch in einem anderen Blogbeitrag den Grund dafür zu erzählen.

Zurück in München (wieso ist es hier eigentlich so kalt?) habe ich fast jeden Sonnenstrahl genutzt und auf meinem Balkon verbracht. Beim Blättern in den griechischen Kochbüchern habe ich gleich mal die Sirupkarotten mit griechischem Joghurt genossen.

Griechischer Joghurt mit Sirupkarotten


24 Kommentare

Olivenblättertee – warum habe ich den erst jetzt entdeckt?

Ολιωενβλ'ττερτεε

Ich wollte euch schon lange meinen Lieblingstee vorstellen: Griechischen Bergtee. Der muss aber noch warten, denn mir ist vor kurzem ein Tee aus Olivenblättern „über dem Weg gelaufen“. Auf der Website eines Olivenölproduzenten habe ich ihn entdeckt und musste ihn sofort bestellen. Im gleichen Online-Shop entdeckte ich auch die Salzpyramiden von denen ich hier schon berichtet habe. Gehört hatte ich von diesem Tee noch nie.  „Kenne ich nicht, schmeckt das denn?“ hörte ich, als ich eine kurze Umfrage in meinen (griechischen) Bekanntenkreis machte. Eine kleine Recherche im Netz ergab, dass der Extrakt aus Olivenblättern wahnsinnig gesund ist.  Dem Tee werden sogar Heilkräfte zugeschrieben. Ja…, und dann schmeckt das auch noch!

Notio Olivenblättertee

Aus der hübschen Teedose duftes es „grün“, grasig, frisch,  schwach nach grünem Tee und irgendwie auch nach Sommer in Griechenlands Bergen. Vielleicht bilde ich mir letzteres auch nur ein. Ich war überrascht ganze Olivenblätter in der Dose zu sehen. Früher hatte ich kleine Olivenbäume auf dem Balkon, wenn ich gewusst hätte, dass man daraus auch Tee machen kann… Aber das wäre nicht ganz das gleiche gewesen. Die Blätter für diesen Tee stammen zum Großteil von wilden Olivenbäumen, die einen extrem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien haben. Deshalb sind sie auch etwas bitter. „Je bitterer, desto gesünder“ meinte die Oma des Teeproduzenten. Sie ist stolze 104 Jahre alt geworden. Die jungen Blätter werden zwischen Februar und Anfang Juni gesammelt und dann luftgetrocknet.

Wie schmeckt das jetzt? Den Geschmack empfinde ich als angenehm herb, frisch und viel milder als z.B. grünem Tee. Ihm fehlen nämlich die Tannine. Im Mund fühlt sich das richtig weich an. Ich mag ihn sehr und werde künftig neben griechischem Bergteee und Lindenblütentee auch noch Olivenblättertee im Koffer importieren.

So wird Olivenblättertee gemacht

Für 1 Tasse: 1 EL (oder 1 großzügiger TL)  Olivenblätter mit nicht mehr kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten oder auch länger ziehen lassen. Die Blätter entfernen und fertig. Er schmeckt übrigens auch kalt. An dem heißen Pfingstwochenende habe ich daraus Eistee gemacht.  In diesem Video vom Notio seht ihr übrigens die empfohlene Zubereitung, an die ich mich „pi mal Daumen“ gehalten habe: Ich habe etwas mehr Tee pro Glas genommen und mein Wasser war bestimmt heißer als 80 Grad.

Olivenblättertee pur, Olivenblättertee mit frischer Minze und Zitronenschale, Olivenblättertee mit Kardamom

Von links nach rechts: Olivenblättertee pur, mit MInze und Zitronenschale, mit Kardamom

Am liebsten mag ich den Tee pur. Aber ich habe noch zwei Experimente gemacht, die auch nicht schlecht waren:

  • Mit frischer Minze und Zitronenschale:
    Das war sehr erfrischend, vor allem gekühlt.
  • Mit grünen Kardamomkapseln, die ich leicht zerdrückt habe:
    Schmeckt leicht würzig, kann ich mir gut im Winter vorstellen.