Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Bobóta – goldgelbes Arme-Leute-Essen

Bobota - Griechisches Maisbrot μπομποτα

Μπομπότα

Bobóta war das Brot der armen Leute, vor allem während des Weltkrieges und des Bürgerkriegs. Diese Art Pita besteht hauptsächlich aus Maismehl. Weizen gab es nach den Erzählungen meiner Mutter damals kaum, allerdings gab es ein bisschen Mais. Daraus wurde die Bobóta gebacken, das ging schnell und versorgte die Großfamilie. Manchmal wurde der karge Maisbrei noch mit Eiern, Feta, Joghurt, Gemüse oder Wildkräuter aufgewertet. „Aber meist hatten wir  ja nichts“ höre ich oft, wenn solche Geschichten von früher erzählt werden.

Bei uns gab es kaum Bobóta, auch nicht im Urlaub. Als würde man die Gerichte dieser Hungerjahre meiden. Vielleicht gab es auch schlicht kein Maismehl in deutschen Supermärkten der 70er oder er wurde von meinen Eltern nicht als solcher identifiziert. Als ich vor ca. 20 Jahren zusammen mit meinem Vater Verwandte besuchte, habe ich sie das erste Mal probieren dürfen. Zunächst lehnten wir pappsatt von der vorherigen Besuchsrunde jegliches Essen ab. Als die Dame des Hauses anbot, „schnell eine Bobóta zu machen“, war mein Vater Feuer und Flamme. Er hatte schon seit Jahrzehnten keine mehr gegessen. So war er auch ziemlich überrascht über die üppige Bobóta, die ihm vorgesetzt wurde. Die Hausherrin hatte den Maisbrei mit Tomaten, Paprika, Käse und Pepperoni verfeinert.
„So was gab es früher aber nicht“  …  „Ach früher, was hatten wir da schon. Nichts.“

Heute habe ich die Bobóta selbstverständlich verfeinert mit geriebenem Zucchini (Kürbis ist auch toll dazu), Feta und Joghurt. In manchen Rezepten wird das Maismehl mit Weizenmehl vermischt. Würziger Käse oder Spinat passt übrigens auch gut dazu.

Zutaten für eine größere Auflaufform

  • 400 g feine Polenta (Maisgrieß); noch besser ist Maismehl
  • 400 ml heißes Wasser, evtl. etwas mehr
  • 1 EL Backpulver
  • 150 ml Olivenöl
  • 2 Eier
  • 1 größerer Zucchino
  • ca. 250 – 300 g Schafskäse
  • 150 g Joghurt
  • 1 TL getrocknete, griechische Minze
  • Salz
  • Pfeffer
  • Fett für die Form

Den Backofen auf 200 ° vorheizen und eine Auflaufform oder eine Springform fetten.

Die Zucchini waschen und raspeln. Das Wasser kochen. Die Eier leicht verquirlen und den Schafkäse grob zerbröckeln.

In einer Schüssel die Polenta mit dem Backpulver, dem Salz, dem Pfeffer und der Minze vermischen. Das heiße Wasser langsam zugießen und dabei ständig rühren. Das Olivenöl hinzufügen und die Zucchini und den Joghurt unterrühren, danach die Eier unterheben. Wenn die Masse sehr fest ist noch etwas Wasser zufügen. Es sollte eher ein zähflüssiger Brei sein und kein fester Teig. Zum Schluss den zerbröckelten Schafskäse zur Masse geben und gut umrühren. In die Form geben und ab in den Backofen.

Ca. 25-30 Minuten bei 200 ° backen. Wer sie dunkler mag, lässt sie ein paar Minuten länger drin.


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Griechischer Neujahrskuchen, verkohlt oder… dieses Jahr besonders knusprig

Griechischer Neujahrskuchen - Vasilopita

Βασιλόπιτα

Auf dem Bild sieht sie noch so schön aus, und keine 40 Minuten später zog ich eine bedenklich dunkle Vasilopita aus dem Ofen. Zu allem Überfluss ging sie beim Backen auch noch auf. Das wäre nicht nötig gewesen. Nicht genau zwischen der Zahl „2“. Sie war nicht nur verkohlt, sie war auch noch verzerrt. Erstmal abkühlen lassen, dachte ich.  Dann habe ich mein Standard-Rettungsprogramm bei Backunfällen angewendet: Puderzucker, die Mandeln mit der Jahreszahl mit einem Pinsel wieder freigelegt, versucht die verzerrte „2“ irgendwie zu retten, indem ich dort eine Mandel wegnehme hier eine Mandel hinlege, hm ging so.  Noch mehr Puderzucker.  Irgendwann war es mir zu blöd und ich habe beschlossen, dass sie in diesem Jahr … nun ja… besonders knusprig aus dem Ofen kommen wollte. Es hat mir auch keiner widersprechen wollen. Das Innere hat ja geschmeckt. Aber was ist eine Vasilopita überhaupt?

Vasilopita ist ein griechischer Neujahrskuchen, der an Silvester gegessen wird. Im Teig wird eine Münze mitgebacken und wer sie findet hat im neuen Jahr Glück. Sie heißt übrigens Vasilopita, da am 01. Januar der Namenstag des Hl. Vasileios ist. Namestage sind in Griechenland sogar wichtiger als Geburtstage und an diesem Tag feiert meine Oma ihren Namenstag, sie wird 2014 stolze 100 Jahre alt.

Mahlep - Samen der FelsenkirscheEs gibt wahrscheinlich so viele Rezepte für Vasilopita wie es griechische Haushalte gibt. Ich bevorzuge einen Kuchen, der aus Hefeteig gemacht ist und dem griechischen Osterzopf ähnelt. Also habe ich es mir auch in diesem Jahr etwas schwer gemacht und statt einem Rührkuchen eine Hefeteig geknetet und ca. 2,5 Stunden gehen lassen. (Da war ich ja noch so optimistisch…) Eine meiner Lieblingszutaten ist Mahlep. Mahlep ist der Samen der Felsenkirsche und ist eine der wichtigsten Zutaten im griechischen Osterzopf. Es gibt Mahlep beim griechischen oder arabischen Lebensmittelhändler als Samen oder gemahlen. Die Samen zerstößt man im Mörser zu Pulver, einige kochen sie in ein wenig Wasser und verwenden dann das Wasser zum Backen.

Für eine Springform

  • 100 g Butter
  • 100 ml Milch
  • 1 Würfel Hefe
  • 3 Eier
  • 150 g Zucker
  • 1/2 bis 1 TL Mahlepkörner oder gemahlener Mahlep (es geht auch ohne)
  • 1/2 TL Mastix
  • Schale einer Bio-Orange
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 600 g Mehl
  • 1 Ei zum Bepinseln
  • Backpapier
  • 1 Münze
  • ein kleines Stück Alufolie

Für die Deko

  • 1 EL Sesam
  • 20 geschälte Mandeln
  • eventuell Puderzucker

Die Butter bei kleiner Hitze zerlassen. Die Milch in einem anderen Töpfchen bei schwacher Hitze auf eine lauwarme Temperatur bringen und die Hefe darin auflösen. Falls ihr Mahlepsamen bekommen habt diese nun fein mörsern. Das Mastix anschließend ebenfalls mit einem viertel Teelöffel Zucker mörsern. Es sollte ca. 1/2 TL ergeben.  Die Schale einer Bio-Orange reiben (an dieser Stelle muss ich stolz erwähnen, dass mir mein Bruder zu Weihnachten eine geniale Microplane-Reibe geschenkt hat) und das Mark aus einer halben Vanilleschote kratzen.

Die Eier in einer großen Schüssel aufschlagen und den Zucker, die Butter,  das Mahlep, das Mastix, die Orangenschale sowie das Vanillemark hinzufügen und gut verquirlen. Anschließend die aufgelöste Hefe gut unterrrühren.

Das Mehl in die Mischung geben und kneten. Es sieht zunächst danach aus, als ob es nie ein Teig wird. Aber nach einigen Minuten  (so ca. 10-12 ) hat man einen elastischen Teig, der nicht mehr an den Händen klebt. Diesen nun zu einer Kugel formen und in die Schüssel legen. Die Oberfläche mit einem Messer kreuzweise einritzen und zugedeckt an einem warmen Ort 1 bis 1,5  Stunden gehen lassen.

Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und  die Ränder fetten. Den Teig kurz durchkneten in die Form legen und mit den Händen flachdrücken, so dass der Boden der Form bedeckt ist. Nochmal ca. 1 Stunde zugedeckt gehen lassen. Die Münze in Alufolie wickeln und vorsichtig im Teig verstecken.

Das Ei mit etwas Wasser verquirlen und die Oberfläche der Vasilopita damit bepinseln. Etwas Sesam auf die Oberfläche streuen und mit den Mandeln die Jahreszahl legen (mache ich nächstes Jahr erst nach dem Backen mit Zuckerguss). Im vorgeheizten Ofen bei ca. 160 ° C Umluft ca. 30-40 (???)  Minuten backen.  Also ja nicht zu lange.

Rettungsversuche für eine verkohlte Vasilopita

Rettungsversuche für eine verkohlte Vasilopita

Dieses Jahr habe ich die Glücksmünze erst am nächsten Tag gefunden, beim Wegschneiden der Kruste. Ich weiß nicht, ob das jetzt immer noch als Glücksbringer gilt.

Ich wünsche euch ein wunderbares neues Jahr und bedanke mich ganz herzlich fürs folgen, kommentieren und liken.


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Süße Kürbis-Dreiecke

mit Filoteig

Filotteig-Dreiecke mit süßer Kürbis-Füllung,

Τρίγωνα με κολοκύθα

Erinnert ihr euch an meine Kürbispita? Ich hatte noch Filo übrig und große Lust auf Süßes. Das wechselhafte Herbstwetter hier bei uns wird daran schuld sein.  Meine Füllung besteht aus geriebenem Kürbis, Zucker, gemahlenen Mandeln, Rosinen und Gewürzen. Ich habe mich entschieden, keine normale Pita zu machen sondern den Filoteig zu Dreicken zu falten.

Fertiger Filo ist eigentlich ziemlich unkompliziert, wenn man ein paar Dinge beachtet: Man kann ihn im Kühlschrank auftauen und Reste einfach wieder einfrieren. Es ist ziemlich normal, dass die Filo-Blätter beim Verarbeiten hier und dort einreißen. Da mehrere Lagen im Rezept verwendet werden, fällt das hinterher kaum auf. Jede Schicht Filo muss mit Öl oder Butter ordentlich bepinselt werden. Während man mit einem oder mehreren Filo-Blättern arbeitet muss der Rest unbedingt bedeckt sein, damit er nicht austrocknet. Wenn das passiert ist, kann man ihn nicht mehr richtig verarbeiten. Man kann ihn aber dann buttern mit Zimt und Zucker bestreuen und im Ofen kross backen 😉  Es gibt auch einige Rezepte, wie zum Beispiel eine bestimmte Orangenpita (Portokalopita), für die der Filo angetocknet sein muss.

Für die süßen Kürbisdreiecke

  • Filo-Teig (benötigt wird ca. die Hälfte der Packung)
  • ein halber Hokkaido (oder ein anderer Kürbis)
  • ca. 50 g geschmolzene Butter
  • 1 EL Butter zum Anbraten
  • 3 EL gemahlene Mandeln
  • 50 g Rosinen (am besten ein paar Stunden vorher in Wasser einweichen)
  • 50 g Zucker
  • 1 EL Zimt
  • etwas Nelkenpulver
  • Salz
  • zum Garnieren: Puderzucker und Zimt

Pita Dreiecke faltenZunächst wird die Füllung vorbereitet. Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten, bis sie duften. Dann aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Den Kürbis grob reiben und in 1 EL Butter etwas andünsten.  Etwas Wasser hinzugießen und weichkochen. Den Zucker, den Zimt, das Nelkenpulver, eine Prise Salz sowie die Mandeln und die abgetropften Rosinen hinzufügen. So lange bei niedriger Hitze köcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Die Masse etwas abkühlen lassen. Inzwischen solltet ihr auch die Butter geschmolzen haben.

Nun nehmt ihr die Filopackung.  Ich habe einfach mit Augenmaß die längliche Rolle in etwa drei gleich große Stücke geteilt (ca. 10-12 cm). Die Filoteige, die ihr nicht benötigt deckt ihr mit Folie ab.

Ein Backblech mit Packpapier auslegen und den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Von dem Filoteig nehmt ihr nun zwei dünne Blätter und legt sie übereinander vor euch hin. Den obere Schicht pinselt ihr mit Butter ein. Auf dem unteren Ende setzt ihr nun 1 EL der Kürbisfüllung. Jetzt wird immer zur Längsseite gefaltet, bis ihr ein hübsches Dreieck habt. Siehe meine Grafik auf der linken Seite.

So weitermachen bis die Füllung verbraucht ist. Und die gefalteten Dreiecke auf das Backblech legen. Vor dem Backen wird jedes Dreieck noch mit Butter bepinselt.

Im Ofen bei 180 Grad ca. 30 Minuten backen, bis sie goldbraun sind und knusprig sind. Aus dem Ofen nehmen und mit einem Küchentuch bedecken und etwas ausdampfen lassen.

Sobald die Pita-Dreiecke abgekühlt sind, könnt ihr sie zum Beispiel mit Zimt und Puderzucker bestreuen.


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Kürbispita mit Schafskäse – Kolokithotirópita striftí

Kürbispita mit Schafskäse Kolokithotiropita strifti

Κολοκυθοτυρόπιτα στριφτή

Süß, salzig oder süß und salzig? Das ist die Frage unter meinen Tanten, wenn sie von Kürbispita sprechen. Ich mag alle Varianten und habe mich heute für die herzhafte Kürbispita mit Schafskäse entschieden. Eine Premiere übrigens, denn ich habe mich vorher nicht daran gewagt. Der Teig ist jedoch nicht selbst gemacht…. zu viel Wagnis für den ersten Versuch.

Was hat es mit süß und salzig auf sich? Meine Mutter macht entweder eine salzige Variante, siehe Rezept, oder eine süße. Die salzige besteht einfach aus Kürbis und Schafskäse. In die süße Kürbispita kommt außerdem noch Zucker, Zimt und Rosinen rein. Ihre Schwestern (und ein Großteil der restlichen Verwandschaft) können sich offensichtlich nicht entscheiden und machen eine süße Kürbispita mit ordentlich Schafskäse. Klingt erstmal befremdlich, schmeckt mir (im Gegensatzt zu meiner Mutter) jedoch sehr gut.

Ich habe fertigen Filo-Teig genommen, da ich Filoteig bisher noch nicht selbst gemacht habe. Wie ihr seht, nähere ich mich aber dem Thema behutsam: erst ohne Filo, jetzt mit fertigem Filo-Teig. Dennoch ist mir der Fertig-Filo für eine Pita viel zu dünn, deshalb habe ich die Füllung nicht zwischen Lagen gepackt sondern eingerollt, eine Pita in Schneckenform

Kürbispita mit Feta - Strifti Kolokithotiropita

Für eine Rundform von 28 cm

  • fertiger Filo
    gebraucht werden 7-8 Filo-Lagen. Den Rest könnt ihr gut verpackt wieder einfrieren
  • ein halber Hokkaido
  • Olivenöl  und Sonnenblumenöl gemischt ca. 1 halbe Tasse
  • Pfeffer
  • 120 g zerbröckelter Feta
  • 1 Ei
  • 1 EL Rundkornreis

Der Filo muss aufgetaut sein. Nachdem der Kürbis geputzt, von seinem Innenleben befreit und gewaschen ist, grob reiben.

In einer Pfanne den Kürbis in wenig Wasser ein paar Minuten weich dünsten. Das Wasser dabei restlos verdampfen lassen. Die Kürbismischung darf keine überschüssige Flüssigkeit haben, da es sonst den Filoteig aufweicht. Die Füllung etwas abkühlen lassen. Dann den zerbröckelten Feta untermischen und mit Salz abschmecken. Vorher solltet ihr nicht salzen, da der Feta schon reichlich Salz mitbringt. Das Ei verquirlen und mit etwas Pfeffer untermischen. Zum Schluss den trockenen Reis hinzufügen, er bindet eventuell überschüssige Flüssigkeit, die beim Backen entsteht.

In einem Gefäß mischt ihr Sonnenblumenöl und Olivenöl. Ihr könnt auch nur eine Sorte verwenden. Ich finde eine Mischung jedoch milder. Ihr könnt auch Öl mit geschmolzener Butter verwenden. Diese Mischung benötigt ihr, um jede einzelne Filo-Lage damit einzupinseln. Das heißt spätestens jetzt sucht ihr euren Backpinsel, um gleich mal die Form einzufetten.

Filo füllen - KürbispitaBreitet die Filolagen vor euch aus, so dass die längere Seite vor euch liegt. Nun erstmal die erste Lage mit Öl bepinseln. (Es gibt keine kalorienarme Pita). 4-5 EL von der Füllung auf die Längsseite verteilen und vorsichtig aufrollen. In die Form legen, so dass später eine Schnecke entsteht. Mit jeder Lage genauso verfahren, bis keine Füllung mehr da ist und der komplette Boden der Form bedeckt ist.

Die Oberfläche der Kürbispita mit Öl gut einpinseln und im vorgeheizten Ofen bei 200 ° ca. 30 – 35 Minuten backen, bis sie eine schöne goldbraune Farbe bekommen hat.

Nach dem Backen noch etwas ruhen lassen, am besten unter einer Folie. Meine Mutter deckt die Pita mit Folie und mit einem Küchentuch ab.

Bin schon richtig stolz auf dieses erste Ergebnis. Das nächste Mal werde ich die Füllung mit Muskatnuss würzen. Und aus dem restlichen Kürbis mache ich eine schöne nicht griechische Suppe mit Ingwer, Kokosmilch und Koriander.


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Schafskäse-Pita ohne Filoteig

Schafskäse-Pita ohne Filo, Tiropita

Τυρόπιτα χωρίς φύλλο

Vor selbstgemachter Pita habe ich Respekt. Ich meine dabei nicht die Pita mit fertigen Filoteig. Nein, ich meine Pita mit selbst gemachtem Filoteig. Daran habe ich mich noch nie versucht. Meiner Mutter und meinen Tanten habe ich zwar schon oft zugesehen, aber noch nie habe ich ein Rezept für den Teig aufschreiben können. Sobald ich nach Gramm und Milliliter frage, bekomme ich keine konkreten Angaben. Die Flüssigkeiten werden in Gläsern gemessen und beim Mehl heißt es  schlicht „oso pari“, das bedeutet übersetzt „so viel der Teig schluckt“. Und das ist anscheinend nicht jeden Tag gleich. Und während wir noch über die genauen Zutaten diskutieren ist die Pita fertig und ich nicht schlauer. Dank Youtube-Videos habe ich zumindest eine theoretische Ahnung von der Konsistenz des Teiges und der Technik des Ausrollens. Vielleicht traue ich mich doch mal ran.

Deshalb bin ich glücklich über Pita, die in Griechenland als „Pita für Faule“ (tempeliki pita) oder ganz einfach Pita ohne Filo bezeichnet wird. Bei meinem ersten Versuch ging auch dieses Rezept ordentlich schief und ich habe ein zähes Teig-Etwas aus dem Ofen geholt. Ich hatte beim Fett und beim Feta gespart. Mit diesem Rezept bin ich mittlerweile sehr glücklich. Wer möchte, kann das Olivenöl durch Margarine oder Butter ersetzen. Aber das mag ich nicht besonders.  Die Schafskäse-Pita habe ich einem Blech von ca. 30 x 20 cm gebacken, da ich sie gerne flach mag. In einer kleineren Form (z.B. einer Springform) wird sie etwas höher.

Zutaten

  • 150 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 400 g Joghurt (ich mische fettarmen mit normalen Joghurt)
  • 3 Eier
  • 100 ml Olivenöl
  • 500 g Feta
  • je 1 TL Oregano und Minze (oder auch nicht)
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Öl für die Form

Den Ofen auf 180 ° vorheizen. Eine Form fetten und Mehl aussieben. Den Schafskäse zerbröckeln. Das Mehl mit Backpulver mischen und mit dem Joghurt, den Eiern, dem Öl, dem Schafskäse gut vermischen. Ordentlich Pfeffern, je nach Geschmack die Kräuter hinzufügen. Hier kann nach Lust variiert werden:  Rosmarin, Majoran, Thymian passen sehr gut.  Sehr gut passen auch andere Gewürze wie Paprika oder Chili. Salz braucht es meist nicht, da der Schafskäse schon salzig genug ist. Vor dem Backen die Pita mit wenig Olivenöl beträufeln.

Ca. 40 Minuten backen. Hier kommt es auf die Backform an. Nach ca. 30 Minuten einfach mal schauen, wie weit sie ist.

Ach ja, meinen Tanten brauche ich davon erst gar nicht zu erzählen. Für sie würde das Rezept maximal als Füllung für Pita durchgehen – natürlich ohne Mehl. Und wenn sie gnädig sind… als missglücktes Feta-Soufflé.


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Fanouropita – „Wünsch-Dir-Was“-Kuchen

Fanouropita mit 9 Zutaten

Φανουρόπιτα

Heute ist St. Fanourios- Tag. Ihm zu Ehren wird diese Fanouropita gebacken und von den Gläubigen in die Kirche gebracht. Dort wird sie gesegnet und verteilt. Diese süße und vegane Pita soll einem etwas „zeigen“ bzw. „erscheinen lassen“. Fanourios klingt nämlich wie „fanerono“, was aufzeigen oder aufdecken bedeutet. Mit der Pita wird dem Heiligen für etwas, was wiedergefunden wurde gedankt, bzw. Fürbitte geleistet.  Und das muss nicht materieller Natur sein.

Gewürze für FanouropitaIch habe sie vor Jahren mal gegessen, als ich zufällig gegen Ende August in Griechenland und wollte sie jetzt nachbacken. Es gibt unzählige Rezepte für Fanouropita, allen gemein ist die Anzahl der Zutaten. Es muss eine ungerade Zahl sein: 7, 9 oder 11. Ich habe die Variante mit 9 Zutaten gewählt. Neben Mehl, Öl und Zucker sind Gewürze wie Nelken und Zimt sowie Orangensaft, Rosinen und/oder Walnüsse typisch.  Etwas winterlich für Ende August, aber das Wetter heute passt ziemlich dazu. Den Zucker habe ich ziemlich reduziert, das mache ich fast immer bei griechischen Kuchenrezepten. Wer es süßer mag, kann mehr nehmen. Beim Öl habe ich eine Mischung aus Olivenöl und Sonnenblumenöl verwendet. Man kann natürlich auch nur Olivenöl oder – wem das zu geschmacksintensiv ist -auch nur Sonnenblumenöl verwenden.

Was ich mir wünsche? Das verrate ich nicht.
Oder doch… ein paar Gäste zum Aufessen 😉

Zutaten

  1. 280 g Mehl
  2. 2 TL Backpulver
  3. 2 TL Zimt oder etwas weniger
  4. 1 TL oder weniger Nelkenpulver
  5. 80 ml Olivenöl und 80 ml Sonnenblumenöl (oder von einer Sorte 160 ml)
  6. 160 ml Orangensaft
  7. 140 g Zucker
  8. 50 g Rosinen
  9. 50 g gehackte Walnüsse

Fett für die Form
Puderzucker zum Dekorieren, Springform

1. Falls die Rosinen sehr trocken und schrumpelig sind am besten ein paar Stunden oder über Nacht in Wasser einweichen. Danach abgießen und abtrocknen.

2. Backofen auf 160 ° Umluft (oder Ober-und Unterhitze ca. 180 °) vorheizen. Ich habe den Kuchen mit Umluft gebacken. Die Form fetten und mit Mehl ausstreuen.

3. Vom Mehl ca. 1 gestrichenen Esslöffel wegnehmen in eine kleine Schüssel geben und die Rosinen darin wenden. Das soll verhindern, dass die Rosinen beim Backen auf den Boden absinken.

4. Die trockenen Zutaten mischen: Mehl, Backpulver, Nelkenpulver und Zimt.

5. Öl mit Orangensaft und Zucker verrühren und die Mehlmischung mit einem Löffel unterrühren.  Nun die Rosinen mit dem Walnüssen untermischen.

6. Den Teig in die Form füllen und bei Umluft 160 ° backen. Bei mir hat es 40 Minuten gedauert.

Wenn der Kuchen abgekühlt ist mit Puderzucker dekorieren
Was ich an Zutaten weggelassen habe, damit es nicht mehr als 9 sind:  Orangenschale, Sesam auf die Teigoberfläche, Cognac oder Rum..

Fanouropita mit Puderzucker

Einen Teil der Fanouropita bekommt eine Freundin, die heute Geburtstag hat. Ein winziges Stück musste ich jedoch sofort mit einem Espresso probieren.
Hat was von Lebkuchen.