Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Zu Gast… bei Sugarprincess mit Zitronenpita

Lemonopita - Zitronenpita

Yushka von Sugarprincess hat mich heute eingeladen und als Geschenk bringe ich ihr eine Lemonopita (Λεμονόπιτα) mit. Das ist eine süße Pita mit Zitronen und Filoteig. Ein kinderleichtes Rezept: Aus Joghurt, Eiern, (Oliven-)Öl, Zitronenschale, Zitronensaft und Zucker wird ein ziemlich flüssiger Teig angerührt – fast wie Pfannkuchenteig. Struktur und Halt bekommt das Ganze durch kleingeschnittenen Filoteig. Nach dem Backen wird der Kuchen noch mit einem zitronigem Sirup getränkt. Populärer als diese Lemonopita ist übrigens Portokalopita (Orangenpita).

Den Sirup könnt ihr übrigens auch mit Nelken oder Zimtstangen aromatisieren. Im Sommer lasse ich diese Gewürze gerne weg. Das Rezept für die zitronig-süße Lemonopita findet ihr auf Sugarprincess.

Yushka hat übrigens ziemlich viele griechische Rezepte auf ihrem Blog. Angetan hat es mir ihre Lagana. Die probiere ich nächstes Jahr aus. (Warum erst im nächsten Jahr… verrate ich euch nächstes Jahr  😉 Vielleicht schaue ich mir bei ihr auch den Teig für selbstgemachten Filo für salzige Pitas ab. Sie bereitet ihn etwas anders zu, als ich es in der Theorie kenne. Und was ich absolut liebe ist Stifado. Yushka macht es mit Kalbfleisch, ich liebe seit Kindertagen Stifado vom Kaninchen (damals habe ich den Zusammenhang zwischen „davongehoppelten Kaninchen“ und leckerem Essen nicht durchschaut …). Yushkas Rezept werde ich ausprobieren und meine Mutter beim nächsten Griechenlandbesuch in ein paar Wochen sanft überreden wieder mal Stifado für mich zu kochen.


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Halva – ein Dessert im Handumdrehen

Eines meiner Lieblingsdesserts aus dem Vorrat – Halva mit Grieß (Halvas simidgalenios, Χαλβλας σιμιγδαλένιος)

Halva Grieß , Halvas simigdalenios,  Halva semolina

Grieß aus Hartweizen, Zucker, Öl, Wasser und ein paar Gewürze wie Zimt und Zitronenschale braucht es für Halva.  Dazu noch zwei Töpfe und ca. 2o Minuten Zeit, mehr nicht. Genau deswegen liebe ich Halva. Er ist fix aus meinem Vorrat gezaubert. In Griechenland gibt es ihn besonders oft zu Weihnachten für mich geht er aber immer!

Die Zutaten werden mit einer Tasse gemessen und das Mengenverhältnis des klassischen Rezeptes ist: 1 Einheit Öl, 2 Einheiten Grieß, 3 Einheiten Zucker, 5 Einheiten Wasser.  Ich reduziere in meinem Rezept den Zucker und auch das Wasser. Probiert ruhig beide Varianten aus, wenn ihr Lust habt. Natürlich nehme ich Olivenöl, wem das zu geschmacksintensiv ist, der kann zum Beispiel Sonnenblumenöl verwenden. Wenn ich Lust auf Nüsse habe, nehme ich das, was ich im Haus habe: Walnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Pistazien, Mandeln. Rosinen passen übrigens auch wunderbar dazu.

Zutaten für Halva

Ich wollte die Zutaten noch abwiegen, aber meine beiden Küchenwagen verweigerten nach dem Messen des Zuckers den Dienst. In einer Tasse passten 225 g Zucker.

Für den Sirup:

  • 4 Tassen Wasser
  • 2 Tassen Zucker
  • 1 Zimtstange
  • Schale einer Zitrone (keinen Abrieb)
    auch sehr schön: Orangenschale oder beides zusammen
  • 3-4 Nelken (wer hat und mag)

Und dann noch:

  • 2 Tassen Hartweizengrieß
    Ich verwende am liebsten 1 Tasse feinen Grieß und 1 Tasse groben Grieß (gibt es beim griechischen oder türkischen Lebensmittelhändler).
  • 1 Tasse Olivenöl
  • eine Handvoll Pinienkerne

Halva in FörmchenSo wird es gemacht

Zuerst werden die Nüsse ohne Fett in einer Pfanne oder im Topf geröstet. Wenn sie duften und Farbe bekommen haben in eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen.

In einem Topf das Wasser mit dem Zucker der Zitronenschale, der Zimtstange und eventuell den Nelken aufkochen etwa 2-3 Minuten köcheln lassen. Dabei ein Mal kräftig umrühren, damit sich der Zucker schnell auflöst und nicht verbrennt. Den Sirup beiseite stellen. Streng genommen ist es dünnflüssiges Zuckerwasser, in Griechenland wird es Sirup genannt.

In einem weiteren Topf (in dem ihr zum Beispiel die Nüsse geröstet habt), das Öl heiß werden lassen und den Grieß hineingeben. Unter ständigem Rühren den Grieß nun anbraten. Er muss etwas dunkler werden und anfangen zu duften. Das kann 5-8 Minuten dauern aber ab einem gewissen Punkt geht es ganz schnell. Also am besten ständig rühren und immer am Topf bleiben.

Wenn der Grieß soweit ist zieht ihr den Topf vom Herd und gießt den Sirup unter Rühren rein. Vorher die Zimtstange, Zitronenschale und Nelken rausfischen. Achtung!!! Es kann spritzen und die Masse ist wirklich extrem heiß. Also am besten etwas Abstand vom Topf halten und nicht gerade in dieser Phase interessiert reinschauen. Sobald das geschafft ist den Topf wieder auf den Herd ziehen und weiterrühren bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Der Halva ist fertig, wenn er zu einem dicklichen Brei geworden  ist und sich fast von allein vom Topfrand löst. Das dauert ein paar Minuten.

**Nachtrag: Eine Freundin, die den Halva gestern just nachgekocht hat, meinte, dass ihr Halva sich nicht besonders schön, aus der Form lösen lies. Fetten müsste man die Form nicht, da der Halva ja schon genug Fett mitbringt. Es ist jedoch wichtig, ihn so lange zu köcheln, bis er sich von allein vom Topfrand löst und quasi und sich komplett mit dem Rührlöffel bewegt. Bei einem beschichteten Topf ist das besonders gut zu sehen.

Nun könnt ihr den Halva in Förmchen füllen und später stürzen. Oder ihr nehmt eine Kuchen- oder Auflaufform und schneidet ihn nach dem Stürzen in Stücke. Je nach Geschmack mit Zimt bestäuben und mit Nüssen dekorieren. Ich esse die erste Portion meist heiß aus dem Topf.

Halva-Sorten:  Der Halva aus Grieß ist der beliebteste Halva, der in Griechenland zubereitet wird. Es gibt eine Variante mit Stärke statt Grieß: Halva Farsalon, benannt nach der Stadt Farsala. Er sieht wie ein dunkler Geleewürfel aus. Die dritte Halva-Sorte, die man im Supermarkt kauft, ist auf Basis von Tahin. Tahin ist eine Paste aus geröstetem und gemahlenen Sesam. Halva ist nicht nur in Griechenland beliebt. Varianten gibt es in Indien, Arabien, der Türkei…

Halva mit Grieß, Semolina. Halva Simigdali


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Süße Quitte in Sirup

oder Gluko Koutaliou Kidoni  – Γλυκό κουταλιού κιδώνι

Quitte in Sirup Gluko Koutaliou Kidoni

Inspiriert von Ioannas eingelegten Trauben habe ich mich an die Quitten gewagt, die mir eine liebe Kollegin geschenkt hat. Gluko Koutaliou heißt übersetzt einfach Löffeldessert: Eine winzige Portion, die gerade auf einen Löffel passt wird zu Kaffee und Wasser gereicht, oder garniert Eis und Kuchen.  Eingemacht werden neben Quitten und Trauben auch Kirschen, Orangen, Zitronen, unreife Nüsse, Feigen sogar Tomaten und Baby-Auberginen und mein Liebstes: Bergamotte.

Wenn mir jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass ich bald über mein erstes eigenes Löffeldessert schreibe… unvorstellbar. Aber Ioanna von Griechische Küche hat mich mit Ihrem Blogbeitrag dazu verführt. Ευχαριστω Ιωαννα!
Ich habe bei der Suche nach einem Rezept das einfachste mit den wenigsten Zutaten genommen und nach Telefonaten, die mich nicht weitergebracht haben, einfach mal losgelegt.  Auf die Frage nach der Kochzeit bekam ich lediglich „lange genug“ zu hören. „Wann weiß ich, dass der Sirup fertig ist?“ „Ach, merkst Du schon!“.

Ich habe mich an Ioannas Tipp gehalten und es hat funktioniert.

Gebraucht habe ich: 

  • 1 Kilo Quitten
  • 900 g Zucker
  • 900 ml Wasser
  • etwas Vanillezucker

Dieses Rezept habe ich in einem uralten Kochbuch aus den 80ern gefunden. Im Originalrezept werden zum Schluss Mandelblättchen in den Sirup gerührt. Die habe ich weggelassen, da ich erst mal die ganz pure Variante ausprobieren wollte. Ausschlaggebend für meine Wahl für dieses Rezept war das Fehlen von Glukose und Blättern der Apfel-Pelargonie oder Duftpelargonie (?). Wer das kennt, möchte mir bitte schreiben

Und so habe ich es gemacht. Die Quitte habe ich geschält und vom Gehäuse befreit. Davon habe ich Quittengelee (siehe Bild mit den drei Gläsern) gemacht. Die Quitte habe ich in schmale Spalten geschnitten und in 900 ml  Wasser bei geschlossenem Deckel weich gekocht. Im Nachhinein hätte ich hier geduldiger sein sollen und sie etwas länger kochen sollen.

Als die Quitte weichgekocht war, habe ich den Zucker und den Vanillezucker hinzugefügt und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen bis irgendwann ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Das hat so ca. knapp 1,5 Stunden gedauert. Als die Tropfenprobe gelang habe ich die Mischung in Gläser verteilt. Bei mir ist ganz schön viel Sirup entstanden, den übrigen habe ich in ein Gläschen gefüllt siehe Bildergalerie 🙂 – und werde ihn zum Tränken von einem Kuchen verwenden.