Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Dakos – erfrischend und schnell

Dakos aus Kreta

An heißen Sommertagen – und auch sonst – ist Dakos eines meiner liebsten Rezepte für ein schnelles und erfrischendes Abendessen. Wenige Zutaten, kaum 10 Minuten Arbeit und fertig ist ein leckerer Snack.

Die Grundlage bildet Paximadi, ein meist runder Gerstenzwieback, der auch als Kouloura bezeichnet wird. Darüber kommt eine geriebene, fruchtige, sonnengereifte Tomate. Der Tomatensaft durchtränkt dabei den Zwieback und macht ihn etwas weicher. Feta sorgt für eine salzige Note. Gewürzt wird dieser leckere Imbiss mit getrocknetem Oregano, der nach griechischem Sommer schmeckt und außerdem für eine leicht pikante Note sorgt. Wenn ich frischen Oregano zur Hand habe, dann verwende ich zusätzlich frischen. Reichlich Olivenöl ist ein Muss! Und wer mag, kann den Dako mit Oliven oder eingelegten Köstlichkeiten wie Kapern, Kapernäpfel, Kapernblätter oder auch Kritamos verfeinern.

Zutaten Dakos, Paximadi, Tomate, Feta

Dakos ist ein Spezialität aus Kreta, genauso wie der Gerstezwieback. In machen Regionen Kretas wird dieses Gericht auch als Koukouvaja (Eule) bezeichnet. Paximadi ist auf Kreta und vielen Inseln weit verbreitet. Im Norden Griechenland jedoch weniger. Es gibt zahlreiche Sorten, mal in verschiedenen Größen und mal mit mal ohne Gerstenmehl. Ich bevorzuge diejenigen mit Gerste und bin froh, dass mein griechischer Gemüsehändler in München diesen Zwieback anbietet. Man bekommt ihn aber auch online.

Paximadi ist genauso wie Zwieback recht hart. Um Brot länger haltbar zu machen backten die Insulaner das Brot einfach nochmal. Dadurch blieb es länger haltbar. Vor der Verwendung braucht das Paximadi daher etwas Flüssigkeit. Je nach Paximadi und eigenen Vorlieben mal etwas mehr mal etwas weniger. Dazu wird er z.B. kurz in Wasser getaucht. Wer ihn besonders weich mag, sollte ihm ein längeres Wasserbad gönnen. Das Olivenöl und die geriebene Tomate geben zusätzlich Feuchtigkeit ab und weichen das Paximadi auf. Wer also ein nicht ganz hartes Paximadi hat, sollte mit dem Wasserbad vorsichtig sein.

Ich bevorzuge ein mittelweiches Paximadi mit einer knusprigen Kruste, deshalb tauche ich es nur kurz in Wasser oder halte es kurz unter den Wasserhahn, so wie ich einen Teller abspülen würde. Und da ich gerne Tomatenstückchen auf meinen Dako habe, verwende ich sowohl geriebene wie gewürfelte Tomate. Ihr könnt die Tomate ganz klassisch griechisch mit einer Gemüseraspel reiben oder im Mixer, siehe Schritt 1.

Für zwei Portionen

  • 2 Hälften eines Gerstenzwiebacks (Paximadi, Kouloura)
  • 3 mittelgroße und reife Fleischtomaten
  • 2-4 EL Olivenöl (je nach Geschmack auch etwas mehr)
  • 80 g Feta, je nach Geschmack (ich brauche eher etwas weniger auf meiner Portion)
  • getrockneter Oregano
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • frischer Oregano nach Belieben zum Dekorieren
  • Optional zum Garnieren: Oliven, Kapern, eingelegte Kapernblätter, eingelegter Meerfenchel (Kritamos)

 

1
Tomaten enthäuten und pürieren: 3 Varianten
->Die Tomate reiben
Die Tomaten halbieren und vorsichtig mit einer Gemüsereibe reiben. Am Schluss bleibt die Schale übrig.
-> Mit Wasser überbrühen
Die Haut der Tomaten rundherum einritzen entweder rundherum etwas einritzen und mit heißem Wasser übergießen. Nach ein paar Minuten lässt sich die Schale sehr leicht entfernen.
-> Mit Hilfe eines Messerrückens
Eine andere Variante: mit dem Messerrücken mit etwas Druck über die Tomatenhaut streichen. Danach lässt sich die Tomate schälen.
Anschließend die Tomaten pürieren.

2
Die pürierten Tomaten mit etwas Salz und getrockneten Oregano würzen. Wer mag, kann auch zusätzlich frischen Oregano kleinschneiden und unterheben.

3
Den Zwieback in eine Schüssel mit Wasser tauchen, nur ein paar Sekunden und dann auf einen Teller legen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Solltet ihr ein recht hartes Paximadi haben, dass sich kaum brechen lässt, dann lasst ihn etwas länger im Wasser. Die pürierten Tomaten auf dem Zwieback verteilen.

4
Die dritte Tomate waschen, in Würfel schneiden und auf dem Dako verteilen. Den Feta über die Tomatenwürfel geben. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln und ganz nach Geschmack mit getrocknetem Oregano, frischen Oregano, Oliven oder Kapern dekorieren. Sehr fein sind auch eingelegte Kapernblätter oder Kritamos.

 

Dakos


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Skordalia – Kartoffel-Knoblauch-Creme

Skordalia mit Kartoffeln und Knoblauch

Skordalia, der Name sagt schon alles, denn Skórdo heißt Knoblauch. Am 25. März wird Skordalia fast überall in Griechenland zubereitet. Am griechischen Nationalfeiertag, der zeitgleich mit Maria Verkündigung (griechisch Evangelismos Theotokou) gefeiert wird, unterbrechen die Gläubigen und Essen Bakaliaro mit Skordalia. Bakaliaro ist Fischgericht aus Stockfisch (gesalzener und getrockneter Kabeljau). Skordalia passt perfekt dazu, aber auch zu gebratenem Gemüse oder einfach Salat.

Klassisch wird Skordalia mit Kartoffeln zubereitet und auch mein Rezept ist simpel mit nur wenig Zutaten. Es gibt auch Regionen, in denen, Nüsse wie Walnüsse einen Teil der Kartoffeln ersetzen oder zusätzlich untergerührt werden. Auch sehr fein. Und sehr viele schwören darauf, beim Zubereiten der Skordalia etwas Fischsud zu verwenden. Ich finde in München eher selten Bakaliaro und bin auch nicht sonderlich verrückt danach. Zu einem feinen Wildlachs schmeckt Skordalia nämlich auch wunderbar.

Zum Knoblauch: Meine Quellen für so manche Zutat aus dem Süden sind über die ganze Stadt verstreut. Und ich wollte zur Skordalia unbedingt Knoblauchgrün. Manchmal gibt es das bei arabischen Lebensmittelhändlern. Leider hatte ich diesmal kein Glück. Auch nicht auf dem berühmten Viktualienmarkt. Und dort finde ich ja normalerweise alles. Dafür habe ich Portulak gefunden, der auch sehr schön dazu passt.
Mein Tipp: Unbedingt frischen Knoblauch verwenden. Und wer ganz jungen Knoblauch findet, der wie Frühlingswiebeln aussieht, der kann gerne das Grün in fein hacken und zur Skordalia geben. Das gibt einen feinen und weniger aufdringlichen Knoblauchgeschmack Und die Knoblauchmenge? Das kommt auf den Geschmack an. Ich mag es sehr dezent.

 

Zutaten für 4 Personen

  • 700 g Kartoffeln (ergibt ca. 500 g geschälte Kartoffeln)
  • 2-3 frische Knoblauchzehen (Menge je nach Geschmack)
  • 3 EL Weißweinessig
  • 120 ml Olivenöl
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

1
Die Kartoffeln in Salzwasser weich kochen, abgießen und ausdampfen lassen. Noch heiß pellen. Nicht abkühlen lassen.

2
Den Knoblauch mit etwa 40 ml Olivenöl im Mixer pürieren. Alternativ den Knoblauch mit etwas Salz im Mörser zu einer sehr feinen Paste zerstampfen.

3
Die Kartoffeln noch heiß nach und nach mit dem Kartoffelstampfer oder einfach mit einer Gabel zerdrücken, bis keine Stückchen mehr zu sehen sind. Salz und Essig hinzufügen und unterheben. Den Knoblauch, bzw das Olivenöl-Knoblauch-Gemsich untermischen. Das restliche Olivenöl nach und nach mit dem Kartoffelstampfer oder mit der Gabel einarbeiten bis die Skordalia eine cremige Konsistenz hat. Mit Salz und Pfeffer und ggf. Essig abschmecken.

Als Dekoration habe ich Portulak verwendet.

 

Skordalia mit Kartoffeln und Knoblauch

 

Dazu passt Fisch, gebratenes Gemüse, Salat und natürlich zu allen Meze.

 

 

 


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Taramosalata – fluffige Fischrogencreme

Taramas - griechische Fischroggencreme

Es ist gar nicht so leicht, in München Taramas zu finden. Ich meine nicht den fertigen Dip, den ihr beim griechischen Gemüsehändler bekommt oder die rosafarbene Creme, die in den Restaurants serviert wird. Ich meine die Zutat, die der Taramosalata ihren Namen gibt: Taramas, gesalzener Fischrogen, möglichst nicht gefärbt. Denn… die rosa Farbe ist meist künstlich.

In Griechenland gibt es weißen und roten Fischrogen zu kaufen. Der weiße Tarama ist deutlich teurer. Wobei „weiß“ nicht ganz zutrifft. Die Farbe erinnert etwas an Rost oder Lachs. Mit diesem Taramas wird der Dip eher cremefarben.

Fischrogen

Welchen Fischrogen ihr nehmt ist Geschmackssache – auch hinsichtlich der Optik. Ich habe bei meinem Gemüsehändler weißen Taramas bekommen. Den verkauft er eigentlich nicht, denn die deutsche Kundschaft greift gerne zum hausgemachten, der übrigens vorzüglich ist. Mit dem im Supermarkt erhältlichem roten Fischrogen habe ich Taramosalata noch nie zubereitet. Wer hier Erfahrungen hat, kann mir sehr gerne schreiben. Ansonsten gibt es bei diversen griechischen Onlinehändlern den Fischrogen für Tarama zu kaufen. Die Fischeier stammen meist vom Kabeljau.

Taramas gehört wie das Fladenbrot Lagana zur griechischen Fastenzeit. An Kathara Deftera, sauberer Montag wird die orthodoxe Fastenzeit vor Ostern eingeläutet. Traditionell wird dazu diese Taramosalata gereicht. Und jetzt kommt es: während Fleisch und Fisch während der Fastenzeit nicht erlaubt ist, sind Fischrogen erlaubt.

Die Zubereitung von Taramosalata ist wirklich sehr einfach: eine Basis aus Brot oder Kartoffeln, Fischrogen, Zwiebel, Zitronensaft und Öl.

Die Basis – Kartoffel oder Brot?
Ich bevorzuge Brot statt gekochten Kartoffeln und verwende ein schönes Weißbrot oder ein helles Weizenmischbrot vom Bäcker. In vielen Rezepten wird entrindetes Toastbrot verwendet. Nicht mein Favorit. Und ich lasse die Kruste dran und schneide nur harte oder besonders knusprige Stellen weg.

Die Zwiebelfrage
Ich verwende gerne ein bisschen Zwiebel. Die Zwiebel könnt ihr kleingeschnitten und roh zum Mixer geben. Die Taramosalata wird lecker. Da ich keine rohen Zwiebel mag, dünste ich sie in wenig Olivenöl weich. Das gibt nochmal ein schönes Aroma in den Salat. Auch lecker: rohe und gedünstete Zwiebel mischen. Knoblauch lasse ich übrigens weg. Aber das ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Ölfrage

Ist für mich keine. Olivenöl! Ich verwende ausschließlich Olivenöl. Wem das zu intensiv ist, der kann einen Teil des Olivenöls durch Sonnenblumenöl ersetzen.

Die Konsistenz
Taramosalata muss samtig sein, fluffig und locker-leicht. Mit einem Mixer gelingt das problemlos. Beim Mixen zunächst den Tarama mit dem Brot, den Zwiebeln und dem Zitronensaft aufschlagen. Das Olivenöl wird erst dann portionsweise oder in einem dünnen Strahl untergeschlagen (wie bei Mayonnaise). Das Olivenöl macht den Dip wunderbar cremig, bitte nicht daran sparen.

Zutaten für eine große Schüssel

  • 150 g Weißbrot (ca. 3 dicke Scheiben)
  • 100 g Taramas (gesalzener Fischrogen)
  • 1 große Bio-Zitrone (1/4 Schale und der komplette Saft)
  • 1 kleine Zwiebel oder noch besser Schalotte
  • ca. 200 ml Olivenöl + 1 EL zum Dünsten

1
Das Brot von zu knuspriger Kruste befreien und in eine Schüssel mit Wasser tauchen. Ein paar Minuten stehen lassen, bis sich das Brot vollgesaugt hat. Anschließend das Wasser abgießen und das Brot gut ausdrücken.

2
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin leicht dünsten. Wer die Zwiebel roh verwenden möchte, der spart sich natürlich das Dünsten.

3
Den Taramas zusammen mit dem Brot in den Mixer geben und 1-2 Minuten mixen. Die Zwiebel dazugeben und untermixen. Die Zitrone heiß waschen und etwa 1/4 der Schale fein reiben. Die Zitrone auspressen. Saft (einen kleinen Rest zum Abschmecken übrig lassen) und Schale untermischen, bis eine homogene Masse entstanden ist.

4
Nun das Olivenöl langsam in den Mixer einfließen lassen und dabei auf höchster Stufe mixen. (Bei meinem Mixer habe ich keine Öffnung, deshalb rühre ich das Olivenöl in 5-6 Portionen unter). Wenn nur noch wenig Olivenöl übrig ist, die Konsistenz und den Geschmack prüfen. Wenn nötig den restlichen Zitronensaft untermischen und das restliche Olivenöl. Der Dip sollte jetzt eine sehr cremige Konsistenz haben. Salz braucht es übrigens meiner Meinung nicht, wer möchte kann gerne salzen. Auf Pfeffer verzichte ich bei diesem Rezept ebenfalls.

Taramosalata passt zu Lagana, Hülsenfrüchtegerichten wie Revithada, Fasolada, Fakes und zu allen Brotsorten. Ich persönlich esse sehr gerne Paximadi dazu, das ist ein Gerstenzwieback aus Kreta. Die grünen Zweige sind eingelegter Meerfenchel, Kritamos.

Mehr griechische Fastenrezepte

Taramosalata


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Pink! Rote Bete Salat mit Joghurt-Zitronen-Dressing und Pistazien

Rote Bete Salat mit griechischem Joghurt und Pistazien

Pantzarosalata me jaourti heißt dieser Salat auf Griechisch. Die schlichtere Variante dieses griechischen Salatklassikers ist Rote Bete mit Knoblauch, Essig oder Zitrone und Olivenöl und je nach Geschmack noch ein paar Walnüsse. Sehr lecker!

Nimmt man statt dem Essig etwas Zitronensaft (gerne auch Limettensaft, falls eine Limette im Haus ist) schmeckt es noch etwas frischer. Griechischer Joghurt verstärkt den Effekt noch und sorgt für die hübsche pinke Farbe. Wer möchte, streut noch ein paar Nüsse darüber, grüne Pistazien zum Beispiel. Sie schmecken nicht nur fantastisch dazu, sondern geben noch einen schönen farblichen Kontrast. Ich hatte grüne ungeschälte Pistazien aus Griechenland, die so schön violett-hellgrün leuchten und tiefgrüne aus Persien. Sie machen sich beide gut.

Übrigens, eine schöne Vorspeise für Gäste, die dieses rote Gemüse mögen. Und mit vorgegarten Roten Beten geht es schneller und es schmeckt genauso gut.

Zutaten

  • 500 g frische Rote Beten (ca. 3 mittelgroße)
    (mit vorgegarten geht es natürlich viel schneller)
  • 1 Knoblauchzehe, am besten von einer frischen Knolle
    (Knoblauchfans dürfen natürlich auch zwei nehmen)
  • 3-4 EL Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 150 g griechischer Joghurt (abgetropfter Joghurt)
  • 2 EL Pistazien
  • empfehlenswert: Latex-Handschuhe

1
Die Roten Beten unter fließendem Wasser waschen, dabei die Schale nicht verletzen. Wasser in einen Topf geben, Rote Beten dazu und das Wasser zum Kochen bringen. Die Roten Beten in ca. 30 bis 40 Minuten gar kochen. Mit einem Messer lässt sich das am besten prüfen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen.

2
Die Handschuhe anziehen, denn so verfärbt sich die Haut nicht. Der Farbstoff dieses Gemüse ist ziemlich hartnäckig. Die Roten Beten schälen, harte Stellen entfernen, halbiere und in Scheiben schneiden.

3
Das Olivenöl mit dem Zitronensaft, dem Salz und dem Pfeffer verrühren. Über das Gemüse geben und vorsichtig umrühren. Den griechischen Joghurt cremig rühren und unter den Rote Bete Salat heben. Zum Servieren mit den Pistazien bestreuen. Der Salat hält sich ein paar Tage im Kühlschrank.

Pantzarosalata me jaourti - Rote Bete Salat mit Joghurt und Zitrone


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Favokeftedes – Santorinis Fava aus der Pfanne

Favokeftedes - Kefredes aus Java

Fava, das gelbe Püree aus Santorinis berühmter Platterbse (lathyrus sativus) gibt es mittlerweile bei vielen Griechen als Vorspeise. Längst ist Fava kein Geheimtipp mehr.  Wie Fava als Püree zubereitet wird, habe ich hier aufgeschrieben, als ich mich zu einem mentalen Kurzausflug auf die hübsche sichelförmige Ägäis-Insel begeben habe.

Reste aus Fava kann man prima zu Keftedes, kleinen Bratlingen, formen und in Öl ausbacken. Die gekochte und püriere Fava wird dabei je nach Geschmack mit Kräutern und Gemüse verfeinert und mit Hilfe von Semmelbröseln zu einer festen Teig verknetet, der sich formen lässt. Bei den Zutaten ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Gerade mit Fava kann man viel ausprobieren finde ich: zum Beispiel getrocknete Tomaten, Paprika, verschiedene Kräuter wie Oregano oder Throumbi (eine Thymianart von den griechischen Inseln) und vieles mehr. Sehr oft wird zum Beispiel Dill verwendet. Ich habe mich für Zwiebeln, viel Thymian und viel frische Minze entschieden.

Passt gut zu Salat, zu verschiedenen Mezedes, zu Tsatsiki oder als veganer Patty für einen Burger.

Zutaten zum Sattwerden für mind. 4

  • 250 g Fava
  • 1 Zwiebel
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4-5 Frühlingszwiebeln
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl
  • 8-10 EL Semmelbrösel
  • frische Minze, ca. 1/4 Bund
  • frischer Thymian, 5-6 Stängel
  • Öl zum Braten (ich nehme Olivenöl)

1
Wenn man bereits Fava vom Vortag übrig hat, dann geht es mit Schritt 2 weiter. Ansonsten wird die Fava gründlich unter fließendem Wasser gewaschen und mit 750 ml Wasser zum Kochen gebracht. Beim Aufkochen entsteht ein weißer Schaum, der abgeschöpft werden muss. Der kann leicht überkochen, deshalb die Fava nicht unbeaufsichtigt aufkochen lassen. Sobald sich kein Schaum mehr bildet, eine Zwiebel schälen und vierteln und zur Fava geben. Salzen und für 40-60 Min zugedeckt leicht köcheln lassen. Falls notwendig, noch etwas Wasser hinzufügen. Wenn die Fava gar ist, zerfällt sie fast von selbst. Die Fava mit einem Stabmixer fein pürieren. In eine Schüssel geben und komplett auskühlen lassen. Am besten über Nacht oder für mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

2
Die Schalotten und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Die Frühlingszwiebeln waschen, vom Wurzelansatz und welkem Grün befreien und in Ringe schneiden. Kräuter waschen und trockenschüttern. Die Minze fein hacken. Knoblauch, Zwiebel, Frühlingszwiebel, Minze, Thymianblättchen, Salz sowie Olivenöl zur Fava geben und vermischen. Die Hälfte der Semmelbrösel hinzufügen und untermischen. Nach und nach den Rest untermischen, nicht zuviel. Der Teig muss sich formen lassen, dann ist er richtig. Für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.

3
Öl in einer Pfanne erhitzen. Aus der Masse kleine Bratlinge formen und ins heiße Öl geben. Von beiden Seiten 3-4 Minuten goldgelb braten. Herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Favokeftedes schmecken warm und kalt. Wer möchte, kann die Favokeftedes noch mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Tipp
Solange die erste Portion brät, den restlichen Teig am besten im Kühlschrank aufbewahren, damit er nicht zu weich wird. Bemehlte Hände helfen außerdem beim Formen.

Noch mehr Keftedes?
– klassisch mit Fleisch: Keftedakia
– vegetarisch mit Zucchini: Kolokithokeftedes
– vegetarisch: mit Feta, Ei und Kräutern: Lalangites


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Fasolakia, grüne Bohnen ganz pur

Fasolakia - Grüne Bohnen aus Griechenland

Es gibt eine griechische Abschiedsfloskel, die ich so gar nicht verstehe: kalo chimona. Damit wünscht man sich einen guten Winter und zwar oft sogar mitten im heißen Spätsommer. Wenn ich mich also bei fast 40 Grad Ende August oder Anfang September in Griechenland verabschiede, dann höre ich diesen Abschiedsfloskel immer mal wieder. Und innerlich zucke ich etwas zusammen. Jetzt schon an Winter denken? Dunkle Tage, Regen, Schneematsch, Kälte? Äh, nö! Ich gestehe, ich mag diesen Spruch einfach nicht.

Jetzt es ist Anfang Oktober, der Sommer ist wohl doch vorbei.  Aber bevor ich hier auch noch „kalo chimona“ wünsche, kommt ja erst ein hoffentlich warmer und sonniger Herbst mit all dem leckeren Herbstgemüse.

Vorher wird jedoch noch gebührend der Sommer verabschiedet und zwar mit einer meiner liebsten Sommergerichte: Fasolakia. Hier auf dem Blog habe ich schon eines online gestellt mit Kartoffeln. Meine Mutter hat Fasolakia früher meist mit Fleisch gemacht, jetzt bereitet sie es ganz pur vor. Nur zarte grüne Bohnen und Tomaten. Mehr nicht. Und genauso mag ich Fasolakia besonders gerne. Die grünen Bohnen müssen schön zart sein. Ob man dafür breite oder schmale Bohnen nimmt ist Geschmacksache. Ich mag beide Bohnensorten sehr gerne und verwende die Sorte, die frischer aussieht und mir besonders zart erscheint.

In Griechenland gibt es ein paar Sorten, die hier schwerer zu finden sind. Barbounia zum Beispiel, sie haben eine gesprenkelte Schale und schmecken besonders gut. Dazu Zwiebeln, Knoblauch frische Tomaten, ein paar Kräuter und natürlich gutes Olivenöl. Mehr braucht es wirklich nicht.

Und so sehen Barbounia aus, nicht zu verwechseln mit der Fischsorte 🙂

Griechische Barbounia

 

Zutaten für 4 Personen

  • 600 Grüne Bohnen
  • 3 EL Olivenöl + 3-4 extra
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4-5 reife Tomaten (ca. 500g)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas edelsüßer Paprika
  • eine Prise Zucker
  • etwas frische Minze
  • etwas frische Petersilie

1.
Die Bohnen putzen und waschen. Ich kappe meist die Enden und entferne falls vorhanden die Fäden an den Seiten (siehe hier grüne Bohnen putzen). Abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und hacken.

2.
Die Tomaten rundherum mit einem Messer einstechen. Mit kochendem Wasser bedecken und 1-2 Minuten stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten sehr leicht schälen. Im Mixer pürieren.

3.
3 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin bei milder Hitze glasig dünsten, danach die Knoblauchzehe hinzufügen und ebenfalls kurz dünsten. Die Bohnen hinzufügen und kurz im Olivenöl wenden. Nun das Tomatenmark unterrühren und kurz rösten lassen.

4.
Die pürieren Tomaten zum Gemüse geben und mit Salz, Zucker, Pfeffer und Paprika würzen. Vorsichtig umrühren. Ich füge normalerweise kein weiteres Wasser hinzu. Es sei denn die Tomaten haben nicht genug Saft abgeben. In diesem Fall soviel Wasser hinzufügen, bis die Bohnen bedeckt sind. Deckel drauf und etwas 30 Min. sanft köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren und prüfen, ob ggf. Wasser hinzugefügt werden muss. Danach weitere 10 Min. bei locker geschlossenem Deckel weiterköchelnd lassen, damit die Tomatensauce schön sämig einkochen kann.

5.
In der Zwischenzeit die Kräuter putzen, waschen und fein hacken.

6.
Nach ca. 40 Min. die Bohnen probieren. Die Flüssigkeit sollte jetzt nahezu eingekocht sein. Wenn die Bohnen gar sind, das restliche Olivenöl und die Kräuter hinzufügen. Noch weitere 5 Min. simmern lassen.

Dazu passt übrigens frisches Brot, z.B.: ein Weißbrot und Feta.

Variante Fasolakia mit Kartoffeln

 

 


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Knusprige Zucchini – für zwischendurch, Meze oder eine komplette Mahlzeit

Gebratene Zucchini

 

„Was soll ich Dir denn zum Essen machen?“ fragt mich meine Mutter, als ich am letzten Urlaubstag meinen Koffer packte. Eigentlich wollte ich nichts, das Frühstück lag nicht sonderlich lange zurück und es war noch nicht mal Mittag. Während ich also meine Sachen zusammensuchte, merkte ich dass die Wohnung nach gebratenen Zucchini duftete. Stimmt! Sie hatte noch Zucchini bekommen, die mit heller Schale, die man hier in Deutschland so selten findet. Dicke saftige Scheiben, die in viel Olivenöl gebraten werden. Lecker! Mein sehr früher Mittagssnack, bevor ich zum Flughafen fuhr. Perfekt, denn in den ganzen Tagen davor hatte ich gar keine griechischen Zucchini gegessen.

Die Variante, die ich euch hier vorstelle, habe ich noch vor dem Urlaub zubereitet und schaffe es erst jetzt, sie auf dem Blog zu veröffentlichen. Das sind die Zucchini, die ihr vielleicht schon mal beim Griechen gegessen habt: dünne Scheiben, knusprig gebraten. Bei mir gab es dazu Tsatsiki, das demnächst ebenfalls auf den Blog kommt. Für mich ein komplettes Abendessen oder ein Meze.

Die Zucchini werden vor dem Braten in Mehl und dann nochmal kurz in kaltes Wasser getaucht. Merkwürdigerweise spritzt es kaum, dennoch sollte man vorsichtig beim Braten sein.

Zutaten

  • 2 mittelgroße Zucchini
  • grobes Meersalz
  • ein paar EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

1.
Die Zucchini waschen, vom Stiel- und Blütenansatz befreien und in dünne Scheiben schneiden, ca. 5mm dick. In ein Sieb gebe und mit etwa 1 TL grobem Meersalz bestreuen. Mehrmals wenden. Das Sieb über eine Schüssel stellen. Für ca. 30 Min. stehen lassen.

2.
Die Zucchini haben jetzt ziemlich Flüssigkeit verloren. Mit einem Tuch abtupfen. In zwei Schüsseln jeweils Mehl und kaltes Wasser bereitstellen. Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen. Die Zucchini in Mehl wenden.

3.
Die Zucchini sobald das Öl heiß genug ist, abklopfen, kurz in Wasser tunken und vorsichtig in die Pfanne legen. Von beiden Seiten in 2-3 Min. goldbraun braten. Die 2. Seite ist meist schneller goldbraun. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

4. 
Wem die Zucchini nicht salzig genug sind, der kann noch mit grobem Meersalz würzen. Warm schmecken sie mir persönlich am besten.

Denn Schritt mit dem Entwässern der Zucchini kann man natürlich auch überspringen, was ich auch oft mache, wenn ich kaum Zeit habe. Sie werden dadurch etwas weniger knusprig.

Dazu passt: Tsatsiki, Tirokafteri, Tiganopsoma, Fetacreme oder auch einfach Feta mit etwas Olivenöl und Oregano und… Brot.


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Melitzanes Papoutsakia – Gefüllte Auberginen

Melitzanes Papoutsaki - Gefüllte Auberginen aus Griechenland

Papoutsakia bedeutet kleine Schuhe. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Melitzanes papoutsakia, kleine Auberginenschuhe. Wie man auf die Idee gekommen ist, erschließt sich mir nicht… Es handelt sich dabei um gefüllte Auberginen, die Füllung besteht in der Regel aus einer Hackfleischsauce. Als ich in meinem Umfeld erzählte, welche Zutaten ich für das Rezept benötige, kam sofort die Frage: „Ach, Du machst Moussaka?“. Nein, kein Moussaka, aber die Zutaten sind… na ja identisch: Auberginen, Hackfleischsauce, Béchamelsauce. Dennoch kein Vergleich.

Melitzanes Papoutsakia kann man immer machen, es ist allerdings ein klassisches Sommergericht. Verwendet werden Auberginen und reife Tomaten. Kein leichtes Sommergericht allerdings. Wenn man jedoch vom Strand hungrig zurück nach Hause kommt, Fischtavernen außer acht gelassen hat und schon von der Haustüre den Duft nach gebackenen Auberginen riecht, dann sind eine oder auch gleich zwei dieser gefüllten Auberginen perfekt!

Tomaten und Auberginen

Ich empfehle euch für dieses Gericht reife und aromatisch Tomaten zu verwenden. Im Winter tun es natürlich auch Dosentomaten, und auch sonst, wenn die Tomaten nicht sonderlich aromatisch sind. Ein Hauch Zimt verleiht der Hackfleischfüllung einen griechischen Touch. Und wer mag, kann auch noch Käse in die Füllung reiben. Das ist mir persönlich aber zu viel. Statt die Aubergine auszuhöhlen und die Stückchen zur Füllung zu geben, drücke ich die Auberginen lieber etwas ein. So hat man mehr von der Aubergine. Und ich backe die Auberginen lieber im Ofen vor, statt sie in der Pfanne anzubraten. Spart Fett und macht das Gericht etwas bekömmlicher.

Die Zutaten sind mit Augenmaß, denn es kommt auf die Größe der Auberginen an. Hier sind es mittelgroße Auberginen.

Zutaten 

  • 3 Auberginen
  • grobes Meersalz
  • getrockneter Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Für die Hackfleischfüllung

  • 500 g Hackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 50 ml Rotwein
  • 2 Fleischtomaten (500 g)
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver
  • getrockneter Oregano
  • eine Prise Zimt
  • eine Prise Zucker
  • frische oder getrocknete griechische Minze (Diosmos)
  • ein halbes Bund Petersilie

Für die Béchamel

  • 4 EL Butter
  • 4 EL Mehl
  • 600 ml Milch
  • 1 Eigelb
  • 50 g geriebenen Kefalograviera (oder Parmesan)
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer+
  • frisch geriebene Muskatnuss

 

1.
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen waschen, abtropfen und der Länge nach aufschneiden. Ob man den Stiel entfernt oder nicht, ist Geschmacksache. Ich lasse ihn gerne dran. Die Auberginen rautenförmig einschneiden. Bitte nicht bis zur Schale, lediglich die Oberfläche.

Auberginen für Papoutsakia - rautenförmig eingeschnitten

Auf das Backblech mit der Schale nach unten legen und mit Salz, Pfeffer und Oregano bestreuen. Die Gewürze dabei auf die Oberfläche einreiben, so dass sie auch in die Einschnitte gelangen.

Auberginen für Papoutsakia

Mit Olivenöl beträufeln und im Ofen etwa 30 – 40 Minuten backen, bis die Auberginen schon ziemlich weich sind. (Sie werden mit der Füllung noch weitere 15-20 Min. gebacken.) Die Oberfläche sollte eine goldbraune Farbe bekommen haben. Etwas abkühlen lassen und mit einem Löffel eine Mulde in die Auberginen drücken.

Mulde in die Auberginen drücken

2.
Während die Auberginen im Ofen sind, wird die Füllung vorbereitet. Dazu Zwiebeln und Knoblauch putzen und fein würfeln. Die Tomaten vom Stielansatz befreien, waschen und im Mixer pürieren.

3.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anbraten. Danach den Knoblauch ebenfalls kurz anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und unter Rühren krümelig braten, bis es braun geworden ist. Nun das Tomatenmark hinzufügen und 1-2 Min. anbraten. Mit Rotwein ablöschen. Sobald der Rotwein verdampft ist, die pürierten Tomaten mit etwa 100 ml Wasser hinzufügen. Alle Gewürze bis auf die Petersilie zum Hackfleisch geben und  etwa 20 Min. köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Petersilie waschen und fein hacken. Wer mag, kann sich noch ein paar Blättchen für die Deko beiseite legen. Die Sauce ist dann fertig, wenn die Flüssigkeit eingekocht ist. Am einfachsten prüft man das, indem man mit dem Kochlöffel über dem Boden fährt. Die Petersilie unterrühren und die Füllung beiseite stellen.

4. 
Für die Béchamel in einem Topf 4 EL Butter zerlassen. Das Mehl hinzufügen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Mehl dabei nicht zu lange anschwitzen, denn die Mehlschwitze darf dabei nicht dunkel werden, wir möchten eine helle Béchamelsauce. Die kalte Milch in etwa 5 Portionen zur Butter-Mehl-Mischung geben und dabei kräftig umrühren bis sich die Milch mit der Mehlschwitze verbunden hat. Aufkochen lassen bis dicke Blasen an der Oberfläche entstehen. Das Ei trennen (Eiweiß für ein anderes Gericht verwenden) und das Eigelb zügig unterrühren. Den Käse untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken.

5.
Hackfleischmasse in die Mulden geben und darüber Béchamelsauce. Im Ofen bei 180 °C etwa 15-20 Min. backen bis die Béchamelsauce goldbraun ist.


Ein Kommentar

Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Würzig, zart und ja… auch sommerlich, Fleisch mit Auberginen

Fleisch mit Auberginen aus Griechenland, Kreas me melitzanes

oder Kreas me melitzanes.

Kennt ihr das? Ihr zieht los, um Zutaten für ein bestimmtes Rezept zu kaufen und kommt mit ganz anderen Zutaten wieder zurück. So ging es mir. Feta wollte ich machen, ein simples sommerliches Gericht im Ofen. Nach Hause getragen habe ich Zutaten für ein würziges Fleischgericht mit Auberginen. Kreas me melitzanes ist ein wunderschönes Gericht, bei dem man gar nicht auf die Idee kommt, dass es ein typisches Sommergericht ist. Meist wird es auch Moschari me melitzanes genannt, Kalb mit Auberginen, denn in Griechenland wird besonders gerne zu Kalbfleisch gegriffen. Hätte ich diesmal auch, allerdings gab es bei meinem Lieblingshändler kein schönes Stück mehr und so hab ich Rind gewählt. Rindfleisch kann es  auch besser mit den Gewürzen Zimt und Piment aufnehmen, die diesem Gericht Würze verleihen.

Das Fleisch wird lange bei sanfter Hitze mit frischen Tomaten geschmort und wird dadurch wunderbar zart und mürbe. Dazu passen die Auberginen, die ich im Backofen fast gar gebacken und zum Schluss zum Fleisch gegeben habe. Im authentischen Rezept werden die Auberginen in der Pfanne mit viel Olivenöl gebraten. Das ist extrem lecker, aber auch ganz schön fettig und gehaltvoll. Aber, probiert es selbst aus. Nun könnte man einwenden, dass es doch ganz schön umständlich ist, die Auberginen erst zu braten oder zu backen und dann auch noch zu kochen. Ja, das stimmt und auch wenn ich ansonsten mein Gemüse knackig mag, so haben diese griechischen Schmorgerichte ihren eigenen Reiz. Das Gemüse wird hier langsam und lange gegart, es karamellisiert fast. Das Olivenöl als Geschmacksträger tut sein übrigens und es entstehen Gerichte, mit einer ganz besonderen Textur, voller Aroma und Geschmack und den Düften nach heißen griechischen Sommertagen in noch heißeren Küchen. Für eine Frischekick sorgt ein Klecks Joghurt oder Feta… oder Joghurt und Feta.

Sucht euch für dieses Gericht eher schmale und längliche Auberginen aus. Falls ihr welche mit hellvioletter, gestreifter Haut findet, dann greift zu diesen, sie sind meist milder im Geschmack und müssen nicht unbedingt entbittert werden. (Wobei Bitterstoffe ja sehr gesund sind…). Leider habe ich diese Auberginen nicht bei meinem Lieblingshändler gefunden und habe zu normalen dunkelvioletten gegriffen.

Auberginen

 

Ach ja,… noch etwas. Das Gericht braucht Zeit, ca 2-2,5 Stunden. Aber es macht kaum Arbeit. Greift also unbedingt zu reifen, frischen Tomaten (bei mir waren es italienische Flaschentomaten) für die Sauce, es lohnt sich. Wenn ihr keine aromatischen, reifen Tomaten findet, dann tun es auch die aus der Dose.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g mageres Rindfleisch (oder Kalbfleisch) zum Schmoren
  • 3 längliche Auberginen
  • 3-4 reife Tomaten (ersatzweise 500 ml passierte Tomaten)
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 10 EL Olivenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein
  • Salz (normales oder grobes Meersalz)
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Zucker
  • 2 gemahlener Prisen Piment (am besten frisch gemahlen, oder 2 Pimentkörner)
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3-4 Stängel Thymian

Zum Servieren

  • etwas frische Petersilie
  • griechischer Joghurt
  • Brot

1.
Das Rindfleisch in größere Stücke teilen, nur ganz leicht salzen und pfeffern. Die Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden.

2.
Wasser zum Kochen bringen, am besten im Wasserkocher. Die Tomaten waschen mit einem Messer rundum mehrmals einstechen und in eine Schüssel legen. Mit dem kochenden Wasser übergießen und ein paar Minuten stehen lassen. Danach lässt sich die Haut ganz leicht abziehen. Das Fruchtfleisch pürieren.

3.
Die Hälfte des Olivenöls in einen großen Topf geben und erhitzen. Das Fleisch darin von allen Seiten kräftig anbraten. Herausnehmen und kurz zur Seite stellen. Die Zwiebeln im Bratfett in ca. 2 Min. glasig braten. Danach den Knoblauch ganz kurz mitraten. Das Tomatenmark in den Topf geben und unter Rühren ebenfalls anbraten. Mit dem Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit bis einkochen lassen. Das Fleisch in den Topf geben sowie die pürierten Tomaten. So viel Wasser hinzufügen, dass das Fleisch knapp bedeckt ist, bei mir war es ein halbes Glas. Salz, Pfeffer, Zucker, Piment, Zimtstange, Thymian und Lorbeer hinzufügen. Zum Kochen bringen, die Hitze zurückschalten und etwa 1,5 Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch fast gar ist. Von Zeit zu Zeit umrühren und notfalls Wasser zugeben.

4.
Die Auberginen waschen und den Strunk abschneiden. Die Schale in Streifen schälen, so dass noch etwas Schale daran ist. Es sieht ungefähr wie bei einem Zebra aus. Das habe ich leider nicht fotografiert, aber man kann es bei dem unteren Bild etwas erkennen. Die Auberginen halbieren und die Hälften in Drittel schneiden. Es sollten nicht zu kleine Stücke werden. Die Auberginen in ein Sieb geben, kräftig salzen, am besten mit grobem Meersalz und etwa 20 Min. stehen lassen, damit die Bitterstoffe herausgeschwemmt werden.

5.
Den Ofen auf 200 ° vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auberginen unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit dem restlichen Olivenöl mischen, am besten in einer Schüssel, so dass die Auberginen von allen Seiten mit Olivenöl überzogen sind. Auf ein Backblech geben und etwa 15-20 Min. im Ofen backen, bis sie goldbraun sind und fast gar. Sie sollen noch etwas Biss haben.

Gebackene Auberginen

6.
Die Sauce abschmecken und ggf. nachwürzen. Die Auberginen zum Fleisch geben und sanft in die Sauce drücken. Die Tomatensauce sollte aber zu diesem Zeitpunkt schon relativ dick eingekocht sein. Falls sie noch sehr wässrig ist, ohne Deckel kochen, bis sie sämiger geworden ist. Dann erst die Auberginen hinzufügen. Das Gericht weitere 20 Min. schmoren lassen. Die Auberginen sind jetzt weich, das Fleisch ist butterzart und die Sauce ist gerade noch vorhanden und richtig dick eingekocht.

Dazu passt Brot, Feta und griechischer Joghurt. Wer mag, kann das Gericht noch mit frischer Petersilie servieren.