Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Taramosalata – fluffige Fischrogencrememe

Taramas - griechische Fischroggencreme

Es ist gar nicht so leicht, in München Taramas zu finden. Ich meine nicht den fertigen Dip, den ihr beim griechischen Gemüsehändler bekommt oder die rosafarbene Creme, die in den Restaurants serviert wird. Ich meine die Zutat, die der Taramosalata ihren Namen gibt: Taramas, gesalzener Fischrogen, möglichst nicht gefärbt. Denn… die rosa Farbe ist meist künstlich.

In Griechenland gibt es weißen und roten Fischrogen zu kaufen. Der weiße Tarama ist deutlich teurer. Wobei „weiß“ nicht ganz zutrifft. Die Farbe erinnert etwas an Rost oder Lachs. Mit diesem Taramas wird der Dip eher cremefarben.

Fischrogen

Welchen Fischrogen ihr nehmt ist Geschmackssache – auch hinsichtlich der Optik. Ich habe bei meinem Gemüsehändler weißen Taramas bekommen. Den verkauft er eigentlich nicht, denn die deutsche Kundschaft greift gerne zum hausgemachten, der übrigens vorzüglich ist. Mit dem im Supermarkt erhältlichem roten Fischrogen habe ich Taramosalata noch nie zubereitet. Wer hier Erfahrungen hat, kann mir sehr gerne schreiben. Ansonsten gibt es bei diversen griechischen Onlinehändlern den Fischrogen für Tarama zu kaufen. Die Fischeier stammen meist vom Kabeljau.

Taramas gehört wie das Fladenbrot Lagana zur griechischen Fastenzeit. An Kathara Deftera, sauberer Montag wird die orthodoxe Fastenzeit vor Ostern eingeläutet. Traditionell wird dazu diese Taramosalata gereicht. Und jetzt kommt es: während Fleisch und Fisch während der Fastenzeit nicht erlaubt ist, sind Fischrogen erlaubt.

Die Zubereitung von Taramosalata ist wirklich sehr einfach: eine Basis aus Brot oder Kartoffeln, Fischrogen, Zwiebel, Zitronensaft und Öl.

Die Basis – Kartoffel oder Brot?
Ich bevorzuge Brot statt gekochten Kartoffeln und verwende ein schönes Weißbrot oder ein helles Weizenmischbrot vom Bäcker. In vielen Rezepten wird entrindetes Toastbrot verwendet. Nicht mein Favorit. Und ich lasse die Kruste dran und schneide nur harte oder besonders knusprige Stellen weg.

Die Zwiebelfrage
Ich verwende gerne ein bisschen Zwiebel. Die Zwiebel könnt ihr kleingeschnitten und roh zum Mixer geben. Die Taramosalata wird lecker. Da ich keine rohen Zwiebel mag, dünste ich sie in wenig Olivenöl weich. Das gibt nochmal ein schönes Aroma in den Salat. Auch lecker: rohe und gedünstete Zwiebel mischen. Knoblauch lasse ich übrigens weg. Aber das ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Ölfrage

Ist für mich keine. Olivenöl! Ich verwende ausschließlich Olivenöl. Wem das zu intensiv ist, der kann einen Teil des Olivenöls durch Sonnenblumenöl ersetzen.

Die Konsistenz
Taramosalata muss samtig sein, fluffig und locker-leicht. Mit einem Mixer gelingt das problemlos. Beim Mixen zunächst den Tarama mit dem Brot, den Zwiebeln und dem Zitronensaft aufschlagen. Das Olivenöl wird erst dann portionsweise oder in einem dünnen Strahl untergeschlagen (wie bei Mayonnaise). Das Olivenöl macht den Dip wunderbar cremig, bitte nicht daran sparen.

Zutaten für eine große Schüssel

  • 150 g Weißbrot (ca. 3 dicke Scheiben)
  • 100 g Taramas (gesalzener Fischrogen)
  • 1 große Bio-Zitrone (1/4 Schale und der komplette Saft)
  • 1 kleine Zwiebel oder noch besser Schalotte
  • ca. 200 ml Olivenöl + 1 EL zum Dünsten

1
Das Brot von zu knuspriger Kruste befreien und in eine Schüssel mit Wasser tauchen. Ein paar Minuten stehen lassen, bis sich das Brot vollgesaugt hat. Anschließend das Wasser abgießen und das Brot gut ausdrücken.

2
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin leicht dünsten. Wer die Zwiebel roh verwenden möchte, der spart sich natürlich das Dünsten.

3
Den Taramas zusammen mit dem Brot in den Mixer geben und 1-2 Minuten mixen. Die Zwiebel dazugeben und untermixen. Die Zitrone heiß waschen und etwa 1/4 der Schale fein reiben. Die Zitrone auspressen. Saft (einen kleinen Rest zum Abschmecken übrig lassen) und Schale untermischen, bis eine homogene Masse entstanden ist.

4
Nun das Olivenöl langsam in den Mixer einfließen lassen und dabei auf höchster Stufe mixen. (Bei meinem Mixer habe ich keine Öffnung, deshalb rühre ich das Olivenöl in 5-6 Portionen unter). Wenn nur noch wenig Olivenöl übrig ist, die Konsistenz und den Geschmack prüfen. Wenn nötig den restlichen Zitronensaft untermischen und das restliche Olivenöl. Der Dip sollte jetzt eine sehr cremige Konsistenz haben. Salz braucht es übrigens meiner Meinung nicht, wer möchte kann gerne salzen. Auf Pfeffer verzichte ich bei diesem Rezept ebenfalls.

Taramosalata passt zu Lagana, Hülsenfrüchtegerichten wie Revithada, Fasolada, Fakes und zu allen Brotsorten. Ich persönlich esse sehr gerne Paximadi dazu, das ist ein Gerstenzwieback aus Kreta. Die grünen Zweige sind eingelegter Meerfenchel, Kritamos.

Mehr griechische Fastenrezepte

Taramosalata


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Tsatsiki

Tsatsiki - Original griechisch

Immer wieder wurde ich nach meinem Rezept für Tsatsiki gefragt. Hier ist es… im fünften Jahr seit Bestehen dieses Blogs. Warum erst jetzt auf dem Blog? Ganz einfach, ich mache es sehr selten. Meistens bereitet es sowieso mein Sohn zu und auch bei diesem Tsatsiki hat er die Hauptarbeit übernommen. Ich mag nun mal einfach keine Gurken. Hin und wieder esse ich aber gerne etwas Tsatsiki. Ich mache Tsatsiki meistens ohne irgendetwas abzumessen und schmecke ab, bis es passt. Das empfehle ich euch auch.

Was ist wichtig bei Tsatsiki?
Abgetropfter griechischer Joghurt und eine Gurke, die nicht mehr so viel Wasser hat. Sonst wird das ganze eher eine Gurken-Joghurt-Suppe und kein cremiger Dip. Ob man nun auf Quark ausweicht… das bleibt jedem selbst überlassen. Da es mittlerweile in jedem Supermarkt guten griechischen Joghurt gibt, muss man kaum auf Quark ausweichen.

Wenn meine Eltern früher zu Namenstagen Besuch von Freunden und Bekannten bekamen (ca. 20-30 Personen), dann wurde eine riesengroße Schüssel Tsatsiki vorbereitet. In der schwäbischen Kleinstadt gab es damals allerdings keinen griechischen Joghurt. Der gekaufte Joghurt (manchmal hat ihn meine Mutter auch selbst gemacht) wurde in ein extra dafür vorgesehenes Mulltuch gegeben und durfte die ganze Nacht in der Küche abtropfen. Beim Anbringen des Tuchs über der Spülbecken war mein Vater ziemlich erfinderisch, so dass die Küche wirklich sauber blieb. Da mein Zimmer direkt neben der Küche war, hörte ich es die ganze Nacht tropfen, plopp, plopp, plopp…. Damals dachte ich noch, Tsatsiki machen ist ja echt aufwändig.

So umständlich mache ich es mir heute nicht. Wenn ihr griechischen Joghurt verwendet und darauf achtet, dass nicht zu viel Gurkenwasser im Dip landet, dann seit ihr eigentlich immer auf der sicheren Seite. Ich lasse dazu die Kerne dran, sorge jedoch dafür, dass geraspelte Gurke über einer Schüssel abtropfen zu lassen und drücke sie zudem noch aus. Wer auf Nummer sicher geht, der entfernt das Kerngehäuse (ist mir persönlich aber zu viel Verschwendung).

Zutaten

  • 500 g griechischer Joghurt (es muss ein abgetropfter Joghurt sein)
  • 1 halbe Gurke
  • 2 EL Essig
  • 4 EL Olivenöl, je nach Geschmack auch mehr oder weniger
  • 1-2 Knoblauchzehen (auch hier, wer mehr mag, nimmt mehr)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ein paar Zweige Dill

1
Die Gurke je nach Geschmack schälen. Ich schäle die Gurke meistens oder entferne nur einen Teil der Schale. Wenn die Gurke sehr wässrig ist, das Kerngehäuse entfernen. Mit der Gemüsereibe grob reiben und die Gurkenraspel in ein Sieb geben. Über einer Schüssel abtropfen lassen.

2. 
Knoblauch schälen und sehr fein hacken oder gleich mit etwas Joghurt mit dem Stabmixer oder in der Küchenmaschine pürieren. Den Dill waschen und fein hacken.

3.
Den Joghurt in eine Schüssel geben, pürierte Knoblauchzehe hinzufügen. Die Gurken mit den Händen nochmal gut ausdrücken, so dass soviel Gurkensaft wie möglich austritt. Die Gurken zum Joghurt geben und unterrühren. Mit Essig, Olivenöl, Salz, etwas Pfeffer würzen. Den Dil unterheben. Das Tsatsiki nun für ca. 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Bei den Mengen von Essig, Olivenöl und Knoblauch einfach ausprobieren, was einem am besten schmeckt.

Dazu passt…. alles! Besonders gut allerdings hierzu:


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Knusprige Zucchini – für zwischendurch, Meze oder eine komplette Mahlzeit

Gebratene Zucchini

 

„Was soll ich Dir denn zum Essen machen?“ fragt mich meine Mutter, als ich am letzten Urlaubstag meinen Koffer packte. Eigentlich wollte ich nichts, das Frühstück lag nicht sonderlich lange zurück und es war noch nicht mal Mittag. Während ich also meine Sachen zusammensuchte, merkte ich dass die Wohnung nach gebratenen Zucchini duftete. Stimmt! Sie hatte noch Zucchini bekommen, die mit heller Schale, die man hier in Deutschland so selten findet. Dicke saftige Scheiben, die in viel Olivenöl gebraten werden. Lecker! Mein sehr früher Mittagssnack, bevor ich zum Flughafen fuhr. Perfekt, denn in den ganzen Tagen davor hatte ich gar keine griechischen Zucchini gegessen.

Die Variante, die ich euch hier vorstelle, habe ich noch vor dem Urlaub zubereitet und schaffe es erst jetzt, sie auf dem Blog zu veröffentlichen. Das sind die Zucchini, die ihr vielleicht schon mal beim Griechen gegessen habt: dünne Scheiben, knusprig gebraten. Bei mir gab es dazu Tsatsiki, das demnächst ebenfalls auf den Blog kommt. Für mich ein komplettes Abendessen oder ein Meze.

Die Zucchini werden vor dem Braten in Mehl und dann nochmal kurz in kaltes Wasser getaucht. Merkwürdigerweise spritzt es kaum, dennoch sollte man vorsichtig beim Braten sein.

Zutaten

  • 2 mittelgroße Zucchini
  • grobes Meersalz
  • ein paar EL Mehl
  • Olivenöl zum Braten

1.
Die Zucchini waschen, vom Stiel- und Blütenansatz befreien und in dünne Scheiben schneiden, ca. 5mm dick. In ein Sieb gebe und mit etwa 1 TL grobem Meersalz bestreuen. Mehrmals wenden. Das Sieb über eine Schüssel stellen. Für ca. 30 Min. stehen lassen.

2.
Die Zucchini haben jetzt ziemlich Flüssigkeit verloren. Mit einem Tuch abtupfen. In zwei Schüsseln jeweils Mehl und kaltes Wasser bereitstellen. Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen. Die Zucchini in Mehl wenden.

3.
Die Zucchini sobald das Öl heiß genug ist, abklopfen, kurz in Wasser tunken und vorsichtig in die Pfanne legen. Von beiden Seiten in 2-3 Min. goldbraun braten. Die 2. Seite ist meist schneller goldbraun. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

4. 
Wem die Zucchini nicht salzig genug sind, der kann noch mit grobem Meersalz würzen. Warm schmecken sie mir persönlich am besten.

Denn Schritt mit dem Entwässern der Zucchini kann man natürlich auch überspringen, was ich auch oft mache, wenn ich kaum Zeit habe. Sie werden dadurch etwas weniger knusprig.

Dazu passt: Tsatsiki, Tirokafteri, Tiganopsoma, Fetacreme oder auch einfach Feta mit etwas Olivenöl und Oregano und… Brot.


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Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono


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Feine Fetacreme

Fetacreme Krema Fetas

Schafskäse kommt bei uns Griechen zu fast jeder Mahlzeit auf den Tisch. Meist wird dazu einfach ein großes Stück Feta mitten auf den Tisch gestellt, gerne mit Olivenöl und Oregano garniert. Und auch bei mir ist immer Feta im Kühlschrank zu finden. Aus Feta werden außerdem verschiedene Pasten und Cremes hergestellt. Sehr bekannt ist die Tirokafteri (hier muss ich wirklich mal bald mein Rezept veröffentlichen). Das ist eine Fetacreme, die mit einer gerösteten und scharfen Paprika püriert wird. Etwas milder schmeckt eine Fetacreme aus Joghurt und Feta mit etwas Olivenöl.

Diese Fetacreme hier wird mit Milch zubereitet und schmeckt sehr fein. Sie hat eine locker cremige Konsistenz und kann mit Kräutern und Gewürzen immer wieder variiert werden. Sie passt gut zu getoastetem Brot, zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, zu Keftedes, BriamZitronenkartoffeln oder Revithada.  Besonders gerne mache ich sie zu selbst gemachten Pitabroten aus der Pfanne, Tiganopsoma. Reste dienen dann als Brotaufstrich zum Frühstück.

Zutaten 

  • 200 ml (fettarme) Milch
  • 440 g griechischer Feta (aus Schaf- und/oder Ziegenmilch)
  • Kräuter wie Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • wer möchte: geräuchertes Paprikapulver

1.
Den Feta zerbröckeln und in eine Schüssel geben. Die Milch erhitzen. Sobald die Milch anfängt zu kochen vom Herd nehmen und über den Feta geben. Je nach Geschmack mit etwas Paprikapulver würzen. Mit einem Stabmixer (oder im Mixer) fein pürieren. Salz verwende ich bei diesem Rezept nicht, denn meist ist mir persönlich der Feta bereits salzig genug.

2. 
Die Fetacreme mindestens zwei bis drei Stunden kühl stellen. Mit Kräutern, z.B. getrocknetem Oregano und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen. Ein Schuss Olivenöl schadet auch nicht. Die Creme hält sich ca. drei Tage im Kühlschrank.


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Omelette mit wildem Spargel

Omelette mit wildem Spargel

Auf dem Viktualienmarkt in München bin ich neulich über Wildspargel aus Frankreich gestolpert. Der landete gleich in meiner Küche. Für den Blog hatte ich als nächstes griechisches Spargelgericht ein Omelette mit grünem Spargel geplant. Das ist nämlich ein typisches Spargelrezept aus der griechischen Alltagsküche. Mit wildem Spargel ist es natürlich etwas Besonderes. Den gibt es auch in Griechenland überall, auch wenn er nicht ganz wie dieser französische Wildspargel aussieht. Meist wird er leicht gedünstet und als Salat mit einer Essig-Öl-Vinaigrette (Ladoxido) oder Ladolemono serviert. Häufig wird daraus auch ein feines Omelette zubereitet.

Wilder Spargel

Zutaten für 2 bis 4 Personen
(je nachdem ob Vorspeise oder Hauptgericht)

  • 200 g wilder Spargel
  • Olivenöl für die Pfanne
  • 6 Eier
  • 1 großzügiger EL griechischer Joghurt
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

1.
Den Spargel kurz abbrausen und die Enden abschneiden. Trockentupfen. Die Eier verquirlen und zusammen mit den Gewürzen und dem Joghurt gut verrühren. Der Joghurt macht das Omelette saftiger und bringt noch etwas Frische rein. Wer hat und mag kann hier noch frische Kräuter zu den Eiern geben. Die hatte ich nicht und habe deshalb zum Oregano gegriffen – typisch griechisch eben.

2.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Den Spargel in die Pfanne geben und ein paar Minuten anbraten. Er sollte gar sein aber noch Biss haben. Das dauert ein paar Minuten, ich probiere einfach, bis es für mich passt. Die Hitze dabei reduzieren. Wer ihn weich bevorzugt, sollte ihn vorher ein paar Minuten dünsten, das wäre aber schade.

3.
Wenn der Spargel auf dem Punkt ist, die Eier hinzufügen. Wer möchte, legt vorher ein paar Spargelstangen zum Dekorieren beiseite. Die Eimasse stocken lassen. Bei mir ist Omelette immer Glückssache, deshalb bin ich ganz stolz, dass es in einem Stück aus der Pfanne gekommen ist… Ich habe das Omelette mit Hilfe einer großen Platte gewendet und dann zurück in die Pfanne gleiten lassen. Ansonsten Deckel drauf und die Oberfläche stocken lassen.

4. 
Mit dem Spargel dekorieren und mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen. Dazu passt Brot und Feta.


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Endlich Sommer mit Wassermelone, Feta und frischer Minze

Wassermelonen-Feta Salat mit frischer Minze

Καρπούζι με φέτα και δυόσμο

Es ist Sommer und im Sommer esse ich am liebsten Wassermelone. Wenn ich in Griechenland bin, vergeht fast kein Abend, an dem ich es mir mit einer großen Schüssel auf dem Balkon gemütlich mache. Meine Mutter kauft dann nahezu jeden Tag eine schöne Wassermelone. Am späten Nachmittag hört man den Melonenverkäufer schon von weitem, wenn er durch die Nachbarschaft fährt und lautstark mit Hilfe des Lautsprechers seine Melonen anpreist. Im letzten Jahr hatte er seinen Sohn dabei, der den Job des Marktschreiers übernahm und selbstbewusst die Reife und Süße der Wassermelonen lobte. Meine Mutter wohnt im ersten Stock, sie muss zum Kauf nicht mal das Haus verlassen und bekommt die Wassermelone über die Balkongeländer gereicht. Die kommt dann sofort in den Kühlschrank.

Am liebsten esse ich Wassermelone pur aber zusammen mit etwas Feta und frischer Minze ersetzt dieser Salat an heißen Tagen das Abendessen. Ihr kennt diesen Salat bestimmt, wenn nicht, dann unbedingt ausprobieren. Das schmeckt nicht nur sehr gut, diese Kombination ist gerade im Sommer perfekt, denn das Kalium der Wassermelone und das Natrium im Feta helfen, den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren.

Für eine Portion

  • 1 Achtel Melone (je nach Hunger)
  • 60 g Feta
  • 4-5 frische Minzeblätter
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, wer mag

Die gut gekühlte Melone von der Schale befreien und in mundgerechte Würfel schneiden. Den Schafskäse ebenfalls in Würfel schneiden. Die Minzeblätter waschen und klein schneiden.

Alle Zutaten in einer Schüssel mischen. Eventuell noch etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben.

Ich mag diesen tollen Sommersnack ohne ein Dressing und esse ihn am liebsten so.

Übrigens sagt mir WordPress, dass ich schon seit zwei Jahren online bin, wie schnell doch die Zeit vergeht.


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Brot mit Manouri und wildem Thymian – aus meiner Notfallküche

Toastbrot mit Manouri und wildem Thymiian

Kennt ihr eigentlich Manouri? Nein? Dann müsst ihr diesen Käse unbedingt probieren. Manouri sieht fast so aus wie Schafskäse, schmeckt aber viel milder und cremiger als Feta. Schneeweiß ist er und wird aus der Molke von Ziegen- und Schafsmilch hergestellt. Er behält beim Grillen seine Form, lässt sich aber wunderbar auch aufs Brot streichen. Gegrillt passt er gut zu grünen Salat oder auf einer Vorspeisenauswahl oder einfach pur mit Brot. Ich esse ihn auch mal gerne zum Frühstück statt Frischkäse und gebe noch einen Klecks Marmelade oder Honig darauf.

Manouri - milder Käse aus Griechenland

Außerdem kommt er bei mir auch oft über meine Nudeln, dann sind es Makkaronia mit Manouri statt Nudeln mit Feta. Und auch sonst ersetzt er bei mir immer wieder mal Feta. Und jetzt im Sommer ist er zusammen mit Wassermelone richtig erfrischend (es soll ja heiß werden, die nächsten Tage).

Manouri macht also nahezu alles mit und passt zu süßen und würzigen Zutaten. Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass ich auf Rezepte mit ganz wenigen Zutaten stehe. Und auch das hier ist eigentlich kein richtiges Rezept. Wenn ich sehr wenig Zeit habe, total platt bin und nahezu vor Hunger sterbe, dann mache ich mir schnell Manouri mit Kräutern aufs Brot.

Bei mir war es wilder Thymian vom Peloponnes. Der Geruch ist fantastisch, er riecht dermaßen intensiv, dass ich es kaum beschreiben kann. Mir scheint, als wäre ich in den griechischen Bergen und bei mir kommt Vorfreude auf den nächsten Griechenlandaufenthalt auf. Ich habe ihn noch relativ frisch gepflückt bekommen und die Blüten leuchten violett. Kein Vergleich zum Gartenthymian.
Zugegen der Geschmack pur und über dem Käse ist… heftig, aber ich stehe total drauf. Sehr kräftig ist er, fast ein wenig scharf. Der Manouri mit seiner Milde gleicht diese Intensität etwas aus.

Wilder Thymian vom Pelopennes

Und an heißen Sommertagen ist diese schnelle Brotzeit/Vesper einfach perfekt!

Ihr braucht

  • Toastbrot (im Fall von riesengroßem Notstand in der Vorratskammer) – oder euer Lieblingsbrot
  • wirklich sehr gutes Olivenöl, je nach Geschmack 2-x TL
  • eine Ecke Manouri
  • frische oder getrocknete Kräuter: in meiner Fall wilder Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • eventuell Salz, hier Basilikumsalz

Das Brot rösten oder toasten. Wer einen Grill hat, wird von mir beneidet und sollte ihn anwerfen… Je nach Geschmack einen großzügigen Schuss Olivenöl auf das Brot geben. Nun den Manouri locker darüberbröckeln. Er lässt aber auch gut mit einem Messer verstreichen.

Die Thymianblättchen abstreifen und darüber geben, auch die schönen Blüten. Oder die anderen Kräuter waschen und kleinschneiden und über den Käse geben.

Zum Schluß mit frisch gemahlenem Pfeffer und ggf. Salz bestreuen. Wer möchte, greift nochmal zur Olivenölflasche und gibt noch ein paar Tropfen Öl über das Ganze.

Füße hoch legen und genießen.

Übrigens: Weiteres Notfallrezepte, bei dem der Feta gut durch Manouri ersetzt werden kann:


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Weiche Eier in der Tasse – Kindheitserinnerungen

Weiche Eier in der Tasse

Manchmal trage ich Blogbeiträge ziemlich lange mit mir herum. Dieser hier ist einer davon. Eigentlich ist es kein richtiges Rezept, deshalb wollte ich es gar nicht aufschreiben, aber jetzt will es wohl veröffentlicht werden. Wirklich jeder, den ich kenne mag es und mich erinnert es an meine Oma Glykeria. Bei meinem letzten Griechenlandbesuch war dieses Rezept neben der schönen Foodfotografie auch ausschlaggebend für den Kauf eines ganzen Kochbuchs. Beim Autor Andreas Lagos gab es diese Eier im Weinglas seines Opas. Bei mir war es die größere Teetasse meiner Oma.

Ich verbrachte meine ersten drei Jahre in Griechenland bei meiner Oma Glykeria (wie so viele griechische Kinder meiner Generation, deren Eltern nach Deutschland gekommen sind). Noch heute werde ich auf meine Oma angesprochen: „Deine Oma… ein wahrer Feldwebel, kein Wunder als Tochter eines Makedonienkämpfers.“ Diesen Uropa habe ich letztes Jahr zufällig auf der griechischen Wikipedia gefunden, das Bild kenne ich noch aus Kindertagen. Nach ihm wurde auch die Straße, bzw. der Feldweg, benannt auf dem das Haus meiner Oma steht, das Straßenschild ist mittlerweile etwas verrostet…

Unser Sttaßenschild

Meine Oma war in der Tat eine sehr resolute Frau und wurde von allen respektiert, ihr Wort hatte Gewicht. Und ich hatte immer vollkommene Narrenfreiheit bei ihr. Sie hat auf mich aufgepasst zusammen mit Opa Nikos und eigentlich der ganzen Nachbarschaft. Sie erzählte mir Geschichten, bei denen die Nachbarn mitsamt Wildhüter, Jäger sowie Wölfen eingeflochten wurden. Noch Jahre später war ich mir sicher, dass es rund um unser Bergdorf nur so von Wölfen wimmelte.

Ich wurde ziemlich verwöhnt und galt zudem als schlechte Esserin. Wenn ich also statt brav am Tisch zu sitzen lieber mit den anderen Kindern spielen wollte kam meine Oma nach kurzer Zeit dazu – mit einer Tasse. Darin waren weich gekochte Eier und Brotwürfelchen. Sie rief mich dann immer: Komm kurz her, nur kurz! Zur Not lief sie mir auch hinterher. Hauptsache die Enkelin hatte etwas im Magen. Irgendwann nahm mich Oma an die Hand, bestieg zum ersten Mal in ihrem Leben ein Flugzeug und brachte mich in die schwäbische Kleinstadt zu meinen Eltern und meinem neugeborenen Bruder. Für sie habe ich dann später auch mal gekocht, was gründlich schief ging.

Die Eier mache ich mir noch heute sehr gerne. manchmal pimpe ich sie ein bisschen auf mit frischen Kräutern und Gewürzen.

Für eine Portion

  • 1-2 Eier
  • etwas Olivenöl (ich habe Agourelaio verwendet)
  • Salz und frisch gemahlenen Pfeffer
  • Kräuter, z.B. Schnittlauch
  • eine Ecke Weißbrot (oder euer Lieblingsbrot)

Die Eier weich kochen, ca. 3 – 4 Minuten und pellen. In eine hübsche Oma-Tasse geben und mit einem Löffel zerdrücken. Das Brot in Stücke rupfen und dazugeben.

Die Kräuter waschen, kleinscheiden und dazugeben. Salzen und Pfeffern. Zum Schluss noch einen Schuss gutes Olivenöl darübergeben. Ich habe heute Agourelaio verwendet. Das ist ein ungefiltertes Olivenöl aus noch unreifen Oliven. Es schmeckt fruchtig-herb und sehr lecker.