Zitronen und Olivenöl

Der Geschmack meiner griechischen Heimat – Ein griechischer Foodblog


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Bougiourdi – Feta aus dem Ofen

Bougiourdi, Boujourndi, Feta im Ofen

©zitronenundolivenoel.com

Wann immer ich in einer größeren Runde beim Griechen bin, bestellt jemand Saganaki oder Bougiourdi, sofern es auf der Karte ist. Saganaki ist meist beim Griechen zu finden, Bougiourdi leider nicht ganz so häufig. Obwohl dieses simple Gericht superlecker und schnell zubereitet ist. Bis das leckere Fetagericht beim Letzten in der Runde angekommen ist, ist mit viel Glück noch ein kleiner Würfel Feta übrig und schon wird die zweite Runde bestellt.

Feta, Tomaten, Olivenöl und ein paar Gewürze im Ofen und schon hat man in nur 20 Minuten eine leckere Vorspeise oder ein schnelles sommerliches Hauptgericht. Am besten wird Bougiourdi warm aus dem Ofen gegessen. Für einen oder zwei ergibt es mit Brot ein schnelles und leckeres Abendessen.

Wandlungsfähig ist dieser Feta aus dem Ofen ebenfalls, z.B.: mit Paprika, Zwiebeln, verschiedenen Kräutern wie Thymian. Aber eine Sache gehört für mich immer ins Bougiourdi: etwas Schärfe. Das Gericht kommt aus dem Norden Griechenlands und hier verwendet man gerne Boukovo, zerstoßene Chilischoten. Wer kein Boukovo zur Hand hat, wie ich, der nimmt getrocknete oder auch frische Chilis.

Zutaten

  • 200 g Feta (1 dicke Scheibe)
  • 1 reife Tomate
  • etwas Olivenöl
  • Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Boukovo oder eine kleine getrocknete Chilischote

1.
Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Feta längs halbieren und in eine Auflaufform legen, die bestenfalls nur etwas größer als der Feta ist. Meine ist etwas größer gewesen. Die Tomate waschen und in Scheiben schneiden. Die Chilischote klein schneiden oder im Mörser zerstoßen.

2.
Die Tomatenscheiben auf den Schafskäse legen. Mit Olivenöl beträufeln. Mit Oregano, Pfeffer und Boukovo oder Chilischote würzen. Im heißen Ofen ca. 15 – 20 Min. backen.

Mit Brot servieren und gleich genießen.

 


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Gekochter Zucchini-Salat

Gekochter Zucchini-Salat aus Griechenland

Vor ein paar Tagen bin ich von einem Griechenlandaufenthalt zurück. Die Erkenntnis: sieben Tage sind viel zu kurz, aber besser als gar nicht hinfliegen. Natürlich habe ich wieder den Koffer vollgepackt, das stelle ich euch in einem anderen Posting vor.

Gekocht habe ich nicht viel. Ich wurde schließlich bekocht 🙂 Manchmal war ich auch froh, wenn nicht so viel gekocht wurde, denn fast jeden Tag hat mir die Verwandtschaft frisch gepflückte Feigen vorbei gebracht. Die kennen die besten Bäume der Umgebung. Ich hätte mich eigentlich nur von Feigen und Wassermelonen ernähren können. Ja und auch von gebratenen Paprika und Zucchini und Wildkräutersalat und, und, und…

Zucchini mag ich am liebsten gebraten, diesmal haben wir keine gemacht. Meine Mutter weiß, dass ich die kleinen, zarten Mini-Zucchini ganz besonders mag und hat ein paar für mich gekauft – so etwa 2 Kilo! Ich esse sie am liebsten roh, was bei meinen Verwandten Kopfschütteln auslöst. Man kann daraus auch einen Salat aus gekochten Zucchini machen. Das ist leckerer Meze. Die Zucchini werden im ganzen gekocht und mit einer Zitronensaft-Olivenöl-Marinade serviert. Statt Zitronensaft kann man auch Weinessig nehmen. Diese edle Vorspeise kann man warm oder kalt essen. In Griechenland werden die Zucchini gerne weich gekocht. Bei mir haben sie noch etwas Biss.

Zutaten

  • 500 g Zucchini
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas Petersilie, Minze oder Dill

1.
Die Zucchini waschen, dabei den Stiel- und den Blütenansatz nicht entfernen. Die Zucchini würde sich sonst beim Kochen zu sehr mit Wasser vollsaugen. Das Wasser mit Meersalz in einem Topf zum Kochen bringen und die Zucchini ca. 8 Minuten köcheln lassen. In Griechenland würde man die Zucchini ziemlich weich kochen. Ich mag sie noch mit genügend Biss. Aus dem Wasser nehmen und den Blüten- und Stielansatz entfernen und in eine Schüssel geben. Wer möchte, kann die Zucchini in Scheiben schneiden oder ganz lassen.

Kleine helle Zucchini

2. 
Die Zitrone auspressen. Den Saft mit Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren. Über die Zucchini geben und etwas ziehen lassen. Vor dem Servieren mit den Kräutern bestreuen.

Weitere gekochte Salat

Und hier ist das Rezept für die Marinade Ladolemono


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Feine Fetacreme

Fetacreme Krema Fetas

Schafskäse kommt bei uns Griechen zu fast jeder Mahlzeit auf den Tisch. Meist wird dazu einfach ein großes Stück Feta mitten auf den Tisch gestellt, gerne mit Olivenöl und Oregano garniert. Und auch bei mir ist immer Feta im Kühlschrank zu finden. Aus Feta werden außerdem verschiedene Pasten und Cremes hergestellt. Sehr bekannt ist die Tirokafteri (hier muss ich wirklich mal bald mein Rezept veröffentlichen). Das ist eine Fetacreme, die mit einer gerösteten und scharfen Paprika püriert wird. Etwas milder schmeckt eine Fetacreme aus Joghurt und Feta mit etwas Olivenöl.

Diese Fetacreme hier wird mit Milch zubereitet und schmeckt sehr fein. Sie hat eine locker cremige Konsistenz und kann mit Kräutern und Gewürzen immer wieder variiert werden. Sie passt gut zu getoastetem Brot, zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch, zu Keftedes, BriamZitronenkartoffeln oder Revithada.  Besonders gerne mache ich sie zu selbst gemachten Pitabroten aus der Pfanne, Tiganopsoma. Reste dienen dann als Brotaufstrich zum Frühstück.

Zutaten 

  • 200 ml (fettarme) Milch
  • 440 g griechischer Feta (aus Schaf- und/oder Ziegenmilch)
  • Kräuter wie Oregano
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • wer möchte: geräuchertes Paprikapulver

1.
Den Feta zerbröckeln und in eine Schüssel geben. Die Milch erhitzen. Sobald die Milch anfängt zu kochen vom Herd nehmen und über den Feta geben. Je nach Geschmack mit etwas Paprikapulver würzen. Mit einem Stabmixer (oder im Mixer) fein pürieren. Salz verwende ich bei diesem Rezept nicht, denn meist ist mir persönlich der Feta bereits salzig genug.

2. 
Die Fetacreme mindestens zwei bis drei Stunden kühl stellen. Mit Kräutern, z.B. getrocknetem Oregano und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen. Ein Schuss Olivenöl schadet auch nicht. Die Creme hält sich ca. drei Tage im Kühlschrank.


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Omelette mit wildem Spargel

Omelette mit wildem Spargel

Auf dem Viktualienmarkt in München bin ich neulich über Wildspargel aus Frankreich gestolpert. Der landete gleich in meiner Küche. Für den Blog hatte ich als nächstes griechisches Spargelgericht ein Omelette mit grünem Spargel geplant. Das ist nämlich ein typisches Spargelrezept aus der griechischen Alltagsküche. Mit wildem Spargel ist es natürlich etwas Besonderes. Den gibt es auch in Griechenland überall, auch wenn er nicht ganz wie dieser französische Wildspargel aussieht. Meist wird er leicht gedünstet und als Salat mit einer Essig-Öl-Vinaigrette (Ladoxido) oder Ladolemono serviert. Häufig wird daraus auch ein feines Omelette zubereitet.

Wilder Spargel

Zutaten für 2 bis 4 Personen
(je nachdem ob Vorspeise oder Hauptgericht)

  • 200 g wilder Spargel
  • Olivenöl für die Pfanne
  • 6 Eier
  • 1 großzügiger EL griechischer Joghurt
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • etwas getrockneter Oregano

1.
Den Spargel kurz abbrausen und die Enden abschneiden. Trockentupfen. Die Eier verquirlen und zusammen mit den Gewürzen und dem Joghurt gut verrühren. Der Joghurt macht das Omelette saftiger und bringt noch etwas Frische rein. Wer hat und mag kann hier noch frische Kräuter zu den Eiern geben. Die hatte ich nicht und habe deshalb zum Oregano gegriffen – typisch griechisch eben.

2.
Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Den Spargel in die Pfanne geben und ein paar Minuten anbraten. Er sollte gar sein aber noch Biss haben. Das dauert ein paar Minuten, ich probiere einfach, bis es für mich passt. Die Hitze dabei reduzieren. Wer ihn weich bevorzugt, sollte ihn vorher ein paar Minuten dünsten, das wäre aber schade.

3.
Wenn der Spargel auf dem Punkt ist, die Eier hinzufügen. Wer möchte, legt vorher ein paar Spargelstangen zum Dekorieren beiseite. Die Eimasse stocken lassen. Bei mir ist Omelette immer Glückssache, deshalb bin ich ganz stolz, dass es in einem Stück aus der Pfanne gekommen ist… Ich habe das Omelette mit Hilfe einer großen Platte gewendet und dann zurück in die Pfanne gleiten lassen. Ansonsten Deckel drauf und die Oberfläche stocken lassen.

4. 
Mit dem Spargel dekorieren und mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer würzen. Dazu passt Brot und Feta.


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Endlich Sommer mit Wassermelone, Feta und frischer Minze

Wassermelonen-Feta Salat mit frischer Minze

Καρπούζι με φέτα και δυόσμο

Es ist Sommer und im Sommer esse ich am liebsten Wassermelone. Wenn ich in Griechenland bin, vergeht fast kein Abend, an dem ich es mir mit einer großen Schüssel auf dem Balkon gemütlich mache. Meine Mutter kauft dann nahezu jeden Tag eine schöne Wassermelone. Am späten Nachmittag hört man den Melonenverkäufer schon von weitem, wenn er durch die Nachbarschaft fährt und lautstark mit Hilfe des Lautsprechers seine Melonen anpreist. Im letzten Jahr hatte er seinen Sohn dabei, der den Job des Marktschreiers übernahm und selbstbewusst die Reife und Süße der Wassermelonen lobte. Meine Mutter wohnt im ersten Stock, sie muss zum Kauf nicht mal das Haus verlassen und bekommt die Wassermelone über die Balkongeländer gereicht. Die kommt dann sofort in den Kühlschrank.

Am liebsten esse ich Wassermelone pur aber zusammen mit etwas Feta und frischer Minze ersetzt dieser Salat an heißen Tagen das Abendessen. Ihr kennt diesen Salat bestimmt, wenn nicht, dann unbedingt ausprobieren. Das schmeckt nicht nur sehr gut, diese Kombination ist gerade im Sommer perfekt, denn das Kalium der Wassermelone und das Natrium im Feta helfen, den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren.

Für eine Portion

  • 1 Achtel Melone (je nach Hunger)
  • 60 g Feta
  • 4-5 frische Minzeblätter
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, wer mag

Die gut gekühlte Melone von der Schale befreien und in mundgerechte Würfel schneiden. Den Schafskäse ebenfalls in Würfel schneiden. Die Minzeblätter waschen und klein schneiden.

Alle Zutaten in einer Schüssel mischen. Eventuell noch etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben.

Ich mag diesen tollen Sommersnack ohne ein Dressing und esse ihn am liebsten so.

Übrigens sagt mir WordPress, dass ich schon seit zwei Jahren online bin, wie schnell doch die Zeit vergeht.


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Brot mit Manouri und wildem Thymian – aus meiner Notfallküche

Toastbrot mit Manouri und wildem Thymiian

Kennt ihr eigentlich Manouri? Nein? Dann müsst ihr diesen Käse unbedingt probieren. Manouri sieht fast so aus wie Schafskäse, schmeckt aber viel milder und cremiger als Feta. Schneeweiß ist er und wird aus der Molke von Ziegen- und Schafsmilch hergestellt. Er behält beim Grillen seine Form, lässt sich aber wunderbar auch aufs Brot streichen. Gegrillt passt er gut zu grünen Salat oder auf einer Vorspeisenauswahl oder einfach pur mit Brot. Ich esse ihn auch mal gerne zum Frühstück statt Frischkäse und gebe noch einen Klecks Marmelade oder Honig darauf.

Manouri - milder Käse aus Griechenland

Außerdem kommt er bei mir auch oft über meine Nudeln, dann sind es Makkaronia mit Manouri statt Nudeln mit Feta. Und auch sonst ersetzt er bei mir immer wieder mal Feta. Und jetzt im Sommer ist er zusammen mit Wassermelone richtig erfrischend (es soll ja heiß werden, die nächsten Tage).

Manouri macht also nahezu alles mit und passt zu süßen und würzigen Zutaten. Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass ich auf Rezepte mit ganz wenigen Zutaten stehe. Und auch das hier ist eigentlich kein richtiges Rezept. Wenn ich sehr wenig Zeit habe, total platt bin und nahezu vor Hunger sterbe, dann mache ich mir schnell Manouri mit Kräutern aufs Brot.

Bei mir war es wilder Thymian vom Peloponnes. Der Geruch ist fantastisch, er riecht dermaßen intensiv, dass ich es kaum beschreiben kann. Mir scheint, als wäre ich in den griechischen Bergen und bei mir kommt Vorfreude auf den nächsten Griechenlandaufenthalt auf. Ich habe ihn noch relativ frisch gepflückt bekommen und die Blüten leuchten violett. Kein Vergleich zum Gartenthymian.
Zugegen der Geschmack pur und über dem Käse ist… heftig, aber ich stehe total drauf. Sehr kräftig ist er, fast ein wenig scharf. Der Manouri mit seiner Milde gleicht diese Intensität etwas aus.

Wilder Thymian vom Pelopennes

Und an heißen Sommertagen ist diese schnelle Brotzeit/Vesper einfach perfekt!

Ihr braucht

  • Toastbrot (im Fall von riesengroßem Notstand in der Vorratskammer) – oder euer Lieblingsbrot
  • wirklich sehr gutes Olivenöl, je nach Geschmack 2-x TL
  • eine Ecke Manouri
  • frische oder getrocknete Kräuter: in meiner Fall wilder Thymian
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • eventuell Salz, hier Basilikumsalz

Das Brot rösten oder toasten. Wer einen Grill hat, wird von mir beneidet und sollte ihn anwerfen… Je nach Geschmack einen großzügigen Schuss Olivenöl auf das Brot geben. Nun den Manouri locker darüberbröckeln. Er lässt aber auch gut mit einem Messer verstreichen.

Die Thymianblättchen abstreifen und darüber geben, auch die schönen Blüten. Oder die anderen Kräuter waschen und kleinschneiden und über den Käse geben.

Zum Schluß mit frisch gemahlenem Pfeffer und ggf. Salz bestreuen. Wer möchte, greift nochmal zur Olivenölflasche und gibt noch ein paar Tropfen Öl über das Ganze.

Füße hoch legen und genießen.

Übrigens: Weiteres Notfallrezepte, bei dem der Feta gut durch Manouri ersetzt werden kann:


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Weiche Eier in der Tasse – Kindheitserinnerungen

Weiche Eier in der Tasse

Manchmal trage ich Blogbeiträge ziemlich lange mit mir herum. Dieser hier ist einer davon. Eigentlich ist es kein richtiges Rezept, deshalb wollte ich es gar nicht aufschreiben, aber jetzt will es wohl veröffentlicht werden. Wirklich jeder, den ich kenne mag es und mich erinnert es an meine Oma Glykeria. Bei meinem letzten Griechenlandbesuch war dieses Rezept neben der schönen Foodfotografie auch ausschlaggebend für den Kauf eines ganzen Kochbuchs. Beim Autor Andreas Lagos gab es diese Eier im Weinglas seines Opas. Bei mir war es die größere Teetasse meiner Oma.

Ich verbrachte meine ersten drei Jahre in Griechenland bei meiner Oma Glykeria (wie so viele griechische Kinder meiner Generation, deren Eltern nach Deutschland gekommen sind). Noch heute werde ich auf meine Oma angesprochen: „Deine Oma… ein wahrer Feldwebel, kein Wunder als Tochter eines Makedonienkämpfers.“ Diesen Uropa habe ich letztes Jahr zufällig auf der griechischen Wikipedia gefunden, das Bild kenne ich noch aus Kindertagen. Nach ihm wurde auch die Straße, bzw. der Feldweg, benannt auf dem das Haus meiner Oma steht, das Straßenschild ist mittlerweile etwas verrostet…

Unser Sttaßenschild

Meine Oma war in der Tat eine sehr resolute Frau und wurde von allen respektiert, ihr Wort hatte Gewicht. Und ich hatte immer vollkommene Narrenfreiheit bei ihr. Sie hat auf mich aufgepasst zusammen mit Opa Nikos und eigentlich der ganzen Nachbarschaft. Sie erzählte mir Geschichten, bei denen die Nachbarn mitsamt Wildhüter, Jäger sowie Wölfen eingeflochten wurden. Noch Jahre später war ich mir sicher, dass es rund um unser Bergdorf nur so von Wölfen wimmelte.

Ich wurde ziemlich verwöhnt und galt zudem als schlechte Esserin. Wenn ich also statt brav am Tisch zu sitzen lieber mit den anderen Kindern spielen wollte kam meine Oma nach kurzer Zeit dazu – mit einer Tasse. Darin waren weich gekochte Eier und Brotwürfelchen. Sie rief mich dann immer: Komm kurz her, nur kurz! Zur Not lief sie mir auch hinterher. Hauptsache die Enkelin hatte etwas im Magen. Irgendwann nahm mich Oma an die Hand, bestieg zum ersten Mal in ihrem Leben ein Flugzeug und brachte mich in die schwäbische Kleinstadt zu meinen Eltern und meinem neugeborenen Bruder. Für sie habe ich dann später auch mal gekocht, was gründlich schief ging.

Die Eier mache ich mir noch heute sehr gerne. manchmal pimpe ich sie ein bisschen auf mit frischen Kräutern und Gewürzen.

Für eine Portion

  • 1-2 Eier
  • etwas Olivenöl (ich habe Agourelaio verwendet)
  • Salz und frisch gemahlenen Pfeffer
  • Kräuter, z.B. Schnittlauch
  • eine Ecke Weißbrot (oder euer Lieblingsbrot)

Die Eier weich kochen, ca. 3 – 4 Minuten und pellen. In eine hübsche Oma-Tasse geben und mit einem Löffel zerdrücken. Das Brot in Stücke rupfen und dazugeben.

Die Kräuter waschen, kleinscheiden und dazugeben. Salzen und Pfeffern. Zum Schluss noch einen Schuss gutes Olivenöl darübergeben. Ich habe heute Agourelaio verwendet. Das ist ein ungefiltertes Olivenöl aus noch unreifen Oliven. Es schmeckt fruchtig-herb und sehr lecker.


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Dekoratives Basilikumsalz

Rotes Basilikumsalz

Mein Freunde haben Glück: Hätte ich vor Weihnachten mehr Zeit gehabt, dann hätte ich fast allen buntes selbst gemachtes Salz geschenkt. Witzig ist, dass ich diejenige war, die Salz geschenkt bekommen hat…

Dieses rote Basilikumsalz ist weit davon entfernt typisch griechisch zu sein, dennoch habe ich mich entschlossen es hier auf dem Blog zu zeigen – schließlich besteht es zu fast 80 % aus griechischem Meersalz und der Rest aus rotem Thai-Basilikum.

Das hübsche Basilikum hätte meine tagelange Abwesenheit nicht überstanden und musste zu irgendetwas verarbeitet werden: Salz. Ich wollte unbedingt die kräftige Farbe retten.

Und so geht es

  • Bund oder Topf (rotes) Basilikum
  • grobes Meersalz

Das Verhältnis vom Basilikum zu Salz sollte ca. 1:5 sein, deshalb gebe ich hier keine Mengen an.

Basilikum von den Stielen zupfen, verlesen und waschen. Trockenschütteln. Nun kommt der Mixer zum Einsatz. Das Basilikum mit dem Salz stoßweise mixen, bis eine grobe breiartige Masse entstanden ist.

Den Backofen auf 35° C Umluft heizen. Den Salzbrei auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und in den Ofen schieben. Das Salz soll jetzt trocknen. Wobei ich es ca. 20 – 30 Minuten im Ofen lasse und danach noch mal ein paar Stunden an der Luft gut durchtrocknen lasse.

So sieht das aus:

Rotes Basilikumsalz im Ofen getrocknet

Da ich eine feinere Körnung haben möchte, gebe ich das trockene Salz nochmal in meinen Mixer und mahle es feiner.

Sieht sehr hübsch aus, vor allem auf Schafskäse oder Manouri.

 

 


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Griechischer Kaffee

Griechischer Kaffee

Mit Vorsätzen fürs neue Jahr stresse ich mich seit ein paar Jahren nicht mehr. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen trotz chronischem Zeitmangel wieder mehr Blogs zu lesen. Ich habe auch ziemlich viel gelesen in den letzten Tagen – vor allem Nachrichten…

Auf der Suche nach gutem Kaffee lande ich in Griechenland oft beim typisch griechischem Kaffee. Ich meine dabei nicht den kalten Frappé sondern den Mokka, der aus winzigen dickwandigen Tassen getrunken wird. Außerhalb Griechenlands heißt er türkischer Kaffee oder Mokka. Seine Ursprünge hat er bei den Beduinen, die ihn im heißen Sand aufkochten. Eine Zubereitungsart, die nichts für die normal ausgestattete Küchen ist, aber durch entsprechendes Equipment (choboli) durchaus möglich ist. Den kalten Frappé trinke ich dann lieber an heißen Sommernachmittagen mit Freunden – aber nie morgens.

Was braucht man für griechischen Kaffee?

Feines griechisches Kaffeepulver

Man braucht griechischen Kaffee (oder türkischen). Dieser Kaffee ist besonders fein gemahlen, wie Mehl und hat eine helle Farbe. Man könnte ihn mit Zimt verwechseln wenn er nicht besonders aromatisch nach Kaffee duften würde. In Griechenland ist der Kaffee in der grünen Verpackung mit einem abgebildeten Papagei sehr beliebt. Meine Mutter kauft ihren Kaffee am liebsten frisch gemahlen in einer kleinen Rösterei aus unserer Heimatstadt. Wenn sie uns besucht bringt sie sich immer ihren gemahlenen Kaffee mit. Sie besitzt auch eine traditionelle Kaffeemühle, die aber nie zum Einsatz kommt

Briki für Griechischer Kaffee

Und man braucht das richtige Kochgeschirr: einen Briki. Das ist ein kleines Töpfchen mit langem Stiel, das sich nach oben hin verjüngt. Meines ist aus Edelstahl, es gibt sie auch aus Email oder traditionell auch aus Kupfer. Es gibt sie in vielen Größen, da die richtige Größe zur Kaffeemenge entscheidend ist. Ein zu großer gewählter Briki macht keinen guten Kaffee. Meiner ist für ein Tässchen eigentlich zu groß.

Kleine Mokkatässchen, am besten gerade mit dickem Rand (habe ich nicht).

Glücklich ist, wer einen Gasherd hat. Egal wie modern eine griechische Küche ausgestattet ist, für die Kaffeezubereitung werden die meisten einen kleinen Gaskocher verwenden. Mit diesem lässt sich die Temperatur besser kontrollieren. Der Kaffee wird auf kleiner Flamme gekocht.

Ach ja, Zucker natürlich. Aber das ist kein Muss.

  • „Sketos“ ist ohne Zucker
  • „Metrios“ (mittel) – mit einem Teelöffel
  • „Glykos“(süß) – 2 Teelöffel Zucker
  • „Bary glykos“ (sehr süß) – hier frage ich meist nach der gewünschten Zuckermenge….

Bis auf den Gaskocher habe ich alles im Haus, aber mein Herd tut es auch.

Wie macht man griechischen Kaffee?

Ziel ist die perfekte Schaumkrone, das kaimaki (ausgesprochen keimaki). Ohne Kaimaki ist es kein gut zubereiteter Kaffee.

Vorbereitung
Zuerst wird die Wassermenge mit der Tasse abgemessen. Idealerweise ist das Briki nicht viel größer als die benötigte Menge. Ich habe leider nur eine Briki-Größe, die für zwei Tassen perfekt ist. Zum Wasser im Briki kommt pro Tasse ein gehäufter Teelöffel Kaffeepulver und Zucker nach Geschmack. Bei mir ist es kein Zucker oder weniger als die Hälfte von einem Teelöffel.

Das heißt, wenn vier Leute Kaffee wollen, zwei den Kaffe „metrios“ bevorzugen, einer auf Zucker verzichtet und der vierte unbedingt fünf Teelöffel im Kaffee braucht, muss man drei Mal Kaffee kochen oder drei Briki auf den Herd stellen. Der Zucker wird nämlich mitgekocht. Deshalb trinke ich griechischen Kaffee statt „sketos“ auch mal gern „metrios“ wie die meisten um mich herum…

Kochen
Den Herd einschalten, den Briki mit dem Kaffee draufstellen. So lange rühren bis sich der Kaffee und der Zucker vollständig aufgelöst haben.

Step 1 - Ordentlich umrühren Griechischer Kaffee

Nun heißt es warten bis sich der Kaffee langsam erwärmt. Es darf dabei nicht zu schnell gehen. Lieber schaltet ihr die Hitze runter. Wenn sich Zucker und Kaffee vollständig aufgelöst haben muss man nicht mehr umrühren – aber ja nicht weglaufen oder den Küchenschrank bewundern oder beim Quatschen mit der Freundin den Kaffee aus den Augen lassen. Wann immer ich dachte, ich habe noch eine halbe Minute ist mir der Kaffee übergekocht und ich musste die Küche putzen.

Den richtigen Moment erwischen

Step 2 Griechischer Kaffee Warten

Der Kaffee wird langsam heiß und die Oberfläche verändert sich. Nun heißt es den richtigen Moment abpassen. Nach ein paar Minuten bilden meist am Rand Schaumwölbungen.. Den Herd drehe ich spätestens jetzt runter.

Step 3 Griechischer Kaffee Wölbungen

Nur wartet man noch wenige Augenblicke bis sich genug Schaum gebildet hat und zieht den Briki vom Herd/Feuer. Wartet man zu lange, dann kocht der Kaffee über.

Nach diesem Bild unten habe ich den Kaffee vom Herd gezogen.

Step 4 Griechischer Kaffee

Das Kaimaki retten
Durch vorsichtiges Eingießen erreicht man die perfekte Schaumkrone auf der Oberfläche. Falls ihr zwei oder mehr Kaffees gekocht habt, dann gießt ihr zunächst in jede Tasse gleichmäßig Schaum und füllt sie anschließend vorsichtig mit Kaffee auf, damit der Schaum nicht zerstört wird. Falls beim Servieren etwas Kaffee auf den Unterteller verschüttet wird, freut sich der betreffende Gast: Für ihn gibt es unverhofften Geldsegen.

Genießen
Jetzt könnt ihr den griechischen Kaffee trinken. Das Kaffeepulver setzt sich am Boden der Tasse ab und wird nicht mitgetrunken. Und natürlich gehört ein Glas kaltes Wasser dazu.

An so einem komischen Tag (Schnee, Hagel und Sonneschein wechseln sich stündlich ab) wie heute ist griechischer Kaffee perfekt. Und wenn mir kalt ist oder ich schlechte Laune habe, dann mache ich es wie die Araber und werfe noch eine Kardamomkapsel oder etwas Zimt mit in den Briki.

Und um die Größenverhältnisse der Tasse zu verdeutlichen habe ich eine normalgroße Orange zur Tasse dekoriert…

Griechischer Kaffee und Orange


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Pasta mit Feta und würzigen Extras

Pasta mit Feta oder Makaronia me tiri

Μακαρόνια με φέτα oder μακαρόνια με τυρί… oder einfach Nudeln mit Schafskäse.

Letztes Jahr  – irgendwann gegen Ende Juli – bin ich mit diesem Blog online gegangen. Ich hatte nachmittags beim Spazieren die Idee dazu, den Namen und schon konkrete Vorstellungen für das erste Bild und den Post. Das Bild habe ich vor ein paar Tagen ausgetauscht, oben seht ihr das neues Foto. Am Abend habe ich mich gleich auf meinen Balkon gesetzt, mich auf WordPress angemeldet und losgelegt.

Und nun liegt dieser Start ganze 12 Monate zurück, mein Blog hat quasi Geburtstag. Und deshalb gibt es eines meiner absoluten Lieblingsessen: Nudeln mit Schafskäse! Ich könnte jeden Tag Nudeln essen, wirklich! Im Alltag (und meist nur für mich allein) koche ich mir etwas fixes. Viel Zeit bleibt mir nach dem Job einfach nicht, deshalb habe ich ein großes Repertoire an völlig unaufwändigen, unspektakulären Gerichten aus Griechenland, aus dem Orient, aus Asien, aus Italien und auch aus Deutschland. Experimentieren mit Gewürzen und Kräutern bringt jeden Tag Abwechslung in Nudeln, Couscous, Linsen, Gemüse & Co.

Makaronia mit Feta ist so ein 08/15 -Rezept, das es bei uns früher häufig gab. Meine Eltern arbeiteten ziemlich viel und das erste was mir mein Vater beibrachte war dieses schlichte Nudelgericht. Da ich kürzlich frischen wilden Salbei vom Peloponnes geschickt bekommen habe, gibt es heute die Luxus-Variante!

Ihr braucht

  • Nudeln – genug für eine große Portion bzw. für alle Esser, die am Tisch sitzen
  • Salz
  • Feta – (Menge: siehe Nudeln)
  • richtig gutes Olivenöl, ein paar Esslöffel (mehr oder weniger nach Geschmack)
  • edelsüßes Paprikapulver
  • Chilipulver
  • wilden Salbei (oder etwas anderes, oder nichts)
  • Pfeffer

Ihr kocht die Nudeln im Salzwasser nach Packungsanweisung und Gusto. Solange die Nudeln kochen, zerbröckelt ihr schon mal grob den Schafskäse. Dann gießt ihr die Nudeln ab und stellt den Topf gleich wieder auf die heiße Herdplatte und schaltet die Hitze etwas runter. (Wer will schon zu viele Töpfe putzen).

In den heißen Topf gießt ihr das Olivenöl hinein und gebt gleich das Paprikapulver mit dem Chili und dem Salbei dazu. Ein paar Sekunden im heißen Öl anschwitzen, bis es richtig schön duftet. Den Topf vom Herd ziehen, die Nudeln ins Würzöl geben und darin schwenken.

Einen großen Teller mit den Nudeln füllen und je nach Geschmack viel oder wenig Feta darüber streuen. Wer möchte (und wem das Ganze zu trocken erscheint) kann jetzt noch einen Schuss Olivenöl darüber träufeln. Zuletzt mit frisch gemahlenem Pfeffer garnieren.

Und wer zwei bis fünf Minuten mehr Zeit hat, kann noch kleingeschnittene Tomaten oder Zucchini mit ins Öl geben, oder mit ein paar Oliven dekorieren, oder kleingeschnittene Peperoni dazugeben, oder frische Kräuter, oder, oder, oder…

Wilder Salbei

Noch etwas zum Salbei, den ihr am Rand des Tellers und hier auf dem großen Bild seht…

Wilder Salbei vom Peloponnes

Dieser wilde Salbei vom Süden Peloponnes sieht ganz anders aus als der normale Gartensalbei, den es hier gibt. Die Blätter sind kleiner, und richtig fest und samtig. Sie schimmern leicht silbrig. Der Duft ist kaum zu beschreiben, richtig intensiv, wie ich es vom normalen Salbei hierzulande nicht kenne. Ich habe dieses Nudelgericht vor ein paar Tagen für Freundinnen in einer fremden Küche gekocht und dazu ein paar Zweige Salbei fest verschlossen in einem Plastikbeutel mitgenommen. Die ganze Handtasche riecht trotz meiner „professionellen“ Verpackung immer noch wunderbar nach Salbei! Soviel zur Intensität des Duftes. Er hat übrigens wunderbar mit den Nudeln harmoniert.

1 Jahr Zitronen und Olivenöl

Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Blogstatistik, da ich das auf anderen Blogs selbst sehr gerne lese:

  • die meisten Besucher kommen aus Deutschland, Österreich und Schweiz gefolgt von Griechenland
  • Aus Grönland, China und Kasachstan hatte ich noch keine Besucher (ich möchte bitte im nächsten Jahr einen Besucher aus Grönland. Mindestens einen, bitte!)
  • Ansonsten sind sogar ein paar Besucher aus Jamaica, Katar, Paraguay, Korea und Peru auf dem Blog. Während der WM sogar aus Brasilien…(?)
  • Die meisten, die über Suchmaschinen den Weg hierher finden haben nach Giouvetsi, Zitronenkartoffeln, oder Florinis gesucht.
  • Ich bin mir nicht sicher, ob ich die nach diesen Begriffen Suchenden glücklich gemacht habe: „bohnen griechisch schleimig“, „zitrone farbe fleisch“, „www.taverne.gr sindages“, „wie decken isch einen grichischen tisch richtig“
  • Diese Suchanfrage möchte ich hier gleich beantworten: „was heisst auf griechisch, ich habe einen kuchen für dich gebacken „Nun, das heißt „sou ékana glikó“ oder „σου έκανα γλυκό“!
  • Mittlerweile habe ich jeden Tag Aufrufe im niedrigen dreistelligen Bereich und insgesamt im fünfstelligen Bereich.

… und vielen Dank für eure vielen Likes und die netten, zahlreichen Kommentare!